Der Letzte seines Stammes: Mamsell Philippinens Philipp
Fanny Lewald

Im Verlage von
erschienen früher:

Dtto Rarnke in- Berlin
Neue Romne. Vler
Fanny Lewald,
l Ban see H-on Peels Tte. AF Ee.
starke Bänbe. -
1. Banv: Schloß Tamnenbürg. Thlr. ?A Sgr
s e
Ü. Banr: Graf Foachim. - Thlr. M, Sgr.
g, e
1. Banv: Emilie.; - Thlr. ?F Sgr.
g A
Umter «uen scrlftstelernvei FFeäüen feb(seu'gany Lewatv'
an Relchthum und Bewegllchksl des Gelsfes,obennan. - Mlt sestefer .
Negsamkelt kotgi fte ben wechlete Efaeliütigen' uüsees soelle
Lebens, imd lmmer bletet jhr ble elne öder, antete dersetlö? -?
Grundlage zu einer poetlschen wasleüig ble, 'wels ste eben big ;;
Fragen der Zeit betrifft, auch' zeltweise einn ganz ällgemeines Li=---
teresse erregt. Wir wlssen nicht, ob ble Kreüzzeitung nur lm- ;
Scherze erzählte, daß nach Aussäge sänmlicher Berllner Lelh- -
bibllothekare die Romane von Frau Lewalb jett ln Berlin am -
meisten gelesen werden, aber wenn es so seln sollte, sö wllrden.
wir es ganz erklärllch finden,' ohne doch, wie es jenes Blatt ge--
thon hat, gleich an eine von der Clamue besorgte großärtige
Reclame zu denken. Frau Lewald accoinmodirt sich dem Ge-
schmacke der Zeit oder, was viellelcht richtiger ist, sie folgt dem
Geiste der Zeit und dlent demselben; sie spricht gerabe das aus, -
s

was zu bestimmten Zeiten in den größeren Kreisen gedacht und
gewütnscht wird, oder sie eilt auch wohl der Entwickelung der
Dinge um eine Spanne voraus und kltndigt vorher die neu be-
vorstehenden Wandelungen an. So sind ihre Arbeiten aus den
Bewegungen der Zeit entstanden und bestehen anch nur fltr die
Zeit. Fehlte der begabten Verfasserln diese geistige Beweglichkeit,
z so wütrde ihre Beliebtheit rasch verschwinden, wie wir denn auch
s ihren' Werken keinesweges die Unsterblichkeit zusichern wollen,
, wenngleich die Literaturgeschichte allezeit der Verfasserin als einer
mit reichem Talent begabten Erzählerin ehrenvoll gedenken wird.
Ipn ihren neuen Romanen handelt die Verfasserin an ver-
schiedenen Stellen von den Mesalliancen, d. h. sie demonstrirt
ziemlich klar, daß es solche ltberhaupt nicht giebt: ein Grundsatz,
den unsere Cavaliere nur bedingt zugeben, wenn nämlich der -
Mangel des Stammbaums und der Familie ausgeglichen wird
durch andere Eigenschaften, die unsere materielle Zeit etwas höher
schätzt, als jene Requisite. In den vorliegenden vler Bltchern
behandelt Frau Lewald wesentlich dasselbe Motiv nur mit den
nöthigen Variationen, - denselbei Gedanken: vor der Liebe
giebt es keine Schranken des Standes, der Stellung, der äuße-
ren Lebensverhältnisse, =- aber viermal umgeprägt und stets
mit neuer Umschrlft. Man wird nlcht bestreiten, daß diese Rich-
tung dem Geschmacke der Zeit entspricht und deshalb Anklang
sinbet. Fütgen wir hinzu, daß alle pier Romane sehr pikant und
leicht geschrieben sind, und einen großen Reichthum wechselnder
Situationen zeigen, so werden wir den raschen und allgemeinen
Erfolg auch dieser Romane leicht begreifen.
(Schlesische Zeitung.