Von Geschlecht zu Geschlecht. Roman in zwei Abtheilungen. Neue, von der verfasserin veranstaltete, revidirte Ausg.
Fanny Lewald
Kapitel 12

i-
a -oölfteö Capite l.
e
,-zu Morgen des Hochzeilsiages s-hien die Herbstsone
hell iber das Thal un iiber Schlos; Nicien. Es ware:n viele
Gäste im Hauuse. Der Fiirsibischof war gelommen, von seinen
Vicaren begleitet, und auuch die beiden Agiaten des Freiherrn
waren gelonen, der Feier beizuwohnen. Es waren zvei alte,
unvermählte Herren. Das Geschlecht stand in dicsem Augen-
blicke nur auf sechs Augen, die Geburt eines Erben wurde
sehr ersehni.
Angelila war die Heldin des Festes. Liebe, Verehrung.
Freundschaft und Theilnahme umgaben sie, wohin sie blickte.
Ganz frih in der Stille ihres Gemaches haite sie eine lange
Unterredung mil dem Caplan gehabt. Er hatie ihr, nachdem
sie ihm gedankt fir die Belehrung und die Stitze, die er ihr
gewährt, fir die tragende Freundschafi, die er ihrem Manne
bewiesen, einen peinlichen Auftrag auszurichten. Er sollte ihr
die Absichten ihres Gatten in Bezug auf Paul, den Sohn
Paulinen's, mittheilen und ihr die Erfülluung der Wünsche des
Barons an das Herz legen. Der Freiherr winschte den Kna-
ben unter seinen Augen im Schlosse erzichen, ihn ebenfall
zum Katholiciömus überireten zu lassen, und ihn der Kirche
zu weihen.
Bereitwillig, wie sich Angelika seither den Bedürfnissen und
Verlangnissen ihres Mannes gezeigt hatie, lehnie sie doch diesen
Vorschlag gleich und sehr entschieden ab. Es dinfe, sagte sie, im

-=- P9-
Hause ihres Gatten nicht ein Zengniß seines Fehltrittes, ein Zeng-
niß seiner Schuld erhalten bleiben, das in seinen rechtmäßigen Kin-
dern die unbedingte Verehrung für den Vater beeinträchtigen könne.
Sie bat den Caplan, ihren Mann dahin zu bestimmen, daß für des
Kuaben Zukunft gewissenhafi gesorgt und seine Erziehung einem
bewäbrien Manne ülbergeben werde; aber sie wies jede Gemein-
schaft mit dem Kinde ein fiür alle Mal von sich ab, und der
Caplan, der ohnehin ihrer Ansicht gewesen war, versprach ihr,
die Zustimmung des Freiherrn für ihre Wünsche zu gewinnen,
noch ehe man zu der heiligen Handlung schreiten werde.
Die Capelle des Schlosses war auf das reichste mit Blu-
men geschmückt. Die Decken, welche die verstorbene Mutter
und die Schwester des Freiherrn mit eigener Hand gearbeitet
hatten, zierten den Altar. Troz des hellen Tages brannten die
Kerzen auf den silbernen Leuchtern, als um zehn Uhr der Bischof,
gefolgt von seinen beiden Vicaren, in die Capelle eintrat. Gleich
darauf führte der Freiherr seine Gattin herein. Sie war weiß
gekleidet und trug einen Strauß von weißen Rosen vor der
Brust. Amanda's Rosenkranz und Grucifix hingen an ihrem
Arme. Sie hatte das Gebebuch, das ihr zu ihrer Erweckung
geholfen hatte, in der Hand.
In tiefer Andacht verrichtete sie ihr Gebet. Der Caplan,
als Hausgeistlicher, las die Messe, der Fürstbischof selbst fun-
girte bei den Ceremonien in Bezug auf die Neubekehrte, welche,
ernst und bleich, das schönste Bild einer jungfräulichen Mutier,
die geweihte Kerze aus der Hand des Bischofs empfing. Sie
erhielt die Firmung, das Chrisma, die weiße Stirnbinde, welche
das heilige Tauföl vor der entweihenden Berührung der Hände,
bewahrt, wurde ihr umgelegt, der Caplan danlte in einer Rede,
welche siir den Freiherrn und seine Fran noch eine besondere,
nur ihnen verständliche Bedeutung hatte, dem Herrn des Him- -
mels und der Erde für die Gnade, welche dem freiherrlichen

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Hause durch die Belehrung der Freifrauu widerfahren se, und
Angelika's Lippen bebten nur leise, als sie sich mut einem Eide
von ihren bisherigen Glaubensgenossen für immer schied.
Aufgelöst in begeisierter Erhebung, e psing sie gemeinsam
mi! dem Freiherrn die Absoliniion und das Abendmahl, und
als sie sich so weit gesammelt hatien, um Harr über ihre Hal-
-----gi z werden, begab man sich nach Nokhenfeld, un den
iifpsn
Grundstein zuu dem Gotieshauuse zu legen und einzuweihen.
Alles war scon au a age vorher dafir vorbereitet wor-
den. Die Maurer hatten ihr Werk gethan, der Plaz war vom
===p-osgürtner mit jungen Bäumen abgesteckt, mit Blumen ver-
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ziert. Aber die Gutsleute und die Bauern htelten sich fern. Sie
D,.- sü-s.-
= -, wie der Zuugg in den vier Wagen durch das D= -i -=--
sz s-ois
Neugierig standen einige Frauen und die herzu gelaufenen Kinder,
und starrten das bischöfliche Kreuz und den Bischof in scinem
Ornate und die Vicgre und den Caplan und den Meßner und
die Chorknaben an, welche hier auf offener Straße die silbernen
Weihrauchfässer schwangen und die lateinischen Gesänge und
Gebete ertönen liesßen. E war Niemandem in den Dörfern wohl
dabei zu -=khe.
Niß
=«-e Freih... uud seine Frau und der Eaplan kamen den
a.
li)vr n
, spsiois sis do fepsnd
z == -- --- - -sent Umgebung auch wie Fremde vor, und
Adem Freiherrn selber gefielen an dem Tage die Blicke nicht,
mit denen man an ihm voriberging. Aber er hatte nicht viel
Ns
D-- daran zu b===; die Anerkennung, wzelche die geistlichen
zuiskozs
Herrschaften ihm zollten, die sichtliche religiöse Befriedigung
Angelika's und die innere Geng===»Ig. welche er bei diesem
min iiis
z Acte der Selbstherrlichkeit empfand, nahmen ißn völlig dg.-
oliiss
Man speiste nach der Grundsteinlegug in demt grnsen
Saale des Schlosses, der nuur bei besonderen Festen geöffnet
wurde. Noch während der aufel mußte die Baronin sich er-
K.-
F. Le wald, Von Geschlecht zu Geschlecht. l.

----- 1-
heben. Sie befand sich ibel, ihre Stunde war gelommen, ihr
höchster Wunsch erfüllte sich früher, als sie geglaubt hatte.
An demselben Tage, an welchem sie in die Gemeinschaft
der katholischen Kirche auufgenommen ward, an dem sie sich im
Glauben ihrem Manne nen verbunden hatte und der Grund-
d= OJ=--,
p-=- F - - ===- gelegt worden =a, gebar sie ihm den
ssps--
Sohn, den er ersehnt hatte.
Jetzt ist der letzte Schmerz von mir genommen! rief der
Baron an. aager s ner Gattin niederknieend; jetzt sehe ich, daß
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mir verziehen ist! Ich bin nen geboren durch Dich und Deine
= - = - -ug bin erlöst durug -« - Sieses Find ist mir das
-» e1,s.: eg,
N.s.b s=
Pfand dafiür- und Renatus Salvator soll er uns heißen!
Noch ehe der Bischof Schlos; Richien verlies:. ward an
dem Neugebornen das Sacrament der heiligen Taufe vollzogen,
und mit siolzer Freude blickte der Freiherr auf den Sohn, auf
den Erben seiner Gitter und seines Namens nieder.
-«as lonnte ihm ueben diesem Kinde, neben dem junget
Mg
Freiherrn von Arten-Richten, neben dem Erstgebornen seiner
Angelika jetzt noch der Knabe sein, der fern von ihm mit frem-
dem Namen aufwuchs und an dessen Mutter er nicht mehr zu
denken hoffte?
Has Kind, welches hinter den goldenen Fenstern des stolen
Schlosses spielen, das hier seine Heimath und seine Zukunfi
haben sollte, schlummerte in seiner Wiege, wohl geb=--. -oh
,p ffpi im
versorgt. Der Knabe Paul hatte seinen eigenen Weg zu suchm
in der Weli, die nirgends eine Heimathstäite, nirgends ein
N,-s=-
==-=== -hauus fir ihn umschloß.
==---=-=-=»-u -=ed der Uebertritt der Baronin von Arten
DP,. sL,,s:miih iiin
bildeien, nachdem man dieselben erfahren haite, eme Weile den.
Gegenstand der Unterhaltung in den Kreisen, welchen die ßa-
milien von Berla und von Arien angehörlen; aber die Zei
war zu bewegt, die Menschen waren zu i==- --- = großa
sFzfsf: nmi- Ae

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- L 1?? ---
Ereignissen, welche sich jenseit des Nheins immer deuilicher
und entschiedener entwickelten, erschüttert und kingenommen, als
daß die Vorgänge in einer einzelnen Familie, wie angesehen
dieselbe auch in ihrer Heimath sein mochte, ucht darüüber häiten
in den Hintergrund treten und bald vergessAn werden sollen.
Was man in der nächsten Umgebuung, auf den Gütern
des Freiherrn davon dachte, wie die Gutsleute die Bekehrung
der Baronin und den beabsichtigten Ka,..enbau ansahen, dar-
si8ss -
1p- --.z- uan im Schlosse nichts Gewisses, und man lüm=
s,z- pz-fisii-
merte sich auch zuerst nicht viel darum. Allerdings hieß es,
daß der protestantische Pfarrer in Neudorf, dessen Patron der
Freiherr war, gegen seine vorgesetzte Behörde des bellagens-
werihen Ereignisses Erwähnung gethan und e Weisung er-
halten habe, nur um so eifriger fiir das Seelenheil der ihm
anvertrauten Gemeinde zu sorgen; aber wenn er sich dessen
auch gegen seie benachbarten Amtsbrider und gegen den Amt-
mann, der seinen Wohnsig in Rothenfeld hatte, viellen.,i auch
-s.s -
- gegen den Schulzen berühmte, so fand sich doc Niemand, der
sich berufen gehalten häite, diese Nachricht auf das Schloß zu
bringen; und von den Tagen, in welchen Eisenbahnen und pfeil-
schnelle Telegraphen die Vorgänge aus den entlegensten Gegen-
, den in die .-==gen und mittelst derselben durch die ganze
D,i-
FWelt verbreiten, war man damals noch weit entfernt. Dte
fZeitungen beschäfligten sich in jenen Tagen fast ausschließlich
sfis .ss Ps
s=-- --- -Ugelegenheiten der Potentaten, mit den eigentlichen
FStaatsactionen. Sie erschienen nur ein paar Mal in der
FWoche, wurden von der Post nuur - -« ut der Woche nach
s-ss zs
Fder Kreisstadt befördert, aus welcher der rRtende Bote des
FFreiherrn sie uach Richien alholte, ud hatie man sie im
sSchlosse gelesen. so wanderten die lleinen Löschpapierbläner
jdurch die Wohlgeneigtheit des Gutsherrn zu dem Pfarrer und
Fzu dem Amtmann, kamen danach in die Hände des Schullehrers,
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-- , Ii- ---
des Schulzen und des Krügers, um endlich in das Schloß
zurückzukehren, wo sie, nach Jahrgängen wohl geordnet, in dem
Nebenzimmer des prächligen Bibliothelsaales unter andern zurick-
gestellten a.ucksachen ihre Ruhestätte fanden. Mochte man
cs-
also auuf den Güiern denlen, was man wollte: im Schlosse
ging Alles seinen ruhigen und wüirdigen Gang, seit die Ge-
uliihsversassuunug de« Buuronns sich wieder gesesligzi, und die Ba-
ronin ihr Kindbett überstanden hatte.
Der Winter, welcher im verwwichenen Jahre die Eheleute
ohne inneren Einklang in dem Hause von Fräulein Esther ges
funden hatte, sah sie diesmal' u jener Vereinigung und Lebens-
weise, welche der Baron fir sich gehofft hatie, als er die Zu-
sage von Angelika's Hand erhalten; und die Besizesfreude,
welche sich in ihm und in seiner Fran geregt, alö sie in det
Erwartung eines Erben von der Residenz auf ihre Güter zurüc;
gekehrt waren, hatie jezt, da der Knabe trefflich gedieh, er!
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Alles, was man bisher geplant und gewimnscht hatte, nahm;
man jezt in Angriff und wollte man schnell vollenden. Man!
bedurfie jener Enisagung nicht, mit welcher der Besizlose si?
Tagewerk bewäliigt, weil seine Vernunft ihm sagt, daß diej
Leistung eine fin das Allgemeine und darum auch für ihgs
selber geforderte sei, wennschon er vielleicht nicht dazu berufns
ist, ihre Frucht ausgiebig zu genießen. Man befand sich i
der glücklichen Lage, mit dem Herzen schaffen, sich und daj
Seinen da eine Genugthuung, einen Erfolg, eine Glücksve!
mehrung sichern zu können, wo der weniger Begimstigte ein
Pflicht erfüllt; und bei Allem, was man vornahm, erhöhte be
Gedanke, das; es Renatus und seinen Kindern einsi zu Guß
kommen werde, den Eifer und denn Aufwand, mit welchem ma
zu Werke ging.

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==--- .illem war es natirlich die Griündung des Gottes-
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hauses, welche der Baronin am Herzen lag, und da man un
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== - ==uy.tthh? hgß aa:i=- - - ===i- -=uul lsu - -=- g - y= = - -- - --ur
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grisf nehmen lönnenn, so be;-p- -ii-- ---- Ic an den ls-g--
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Freiherrn erwuuchs daraus eine vielseil.gg. ---s uu Be-
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schästigig. Kuslliebed und frachlliebend wie er war, vollte
or s:
-« -.ichl nuuuur eiueu dauuerhaflenn Bau hi.=. Ie=-- z gleich
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in dieser Kapelle etwas Ansehnliches un: Schönes schaffen,
und auch d.. -===-. -oiünschte, daß das kathnlische Gotteshaus,
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welches man auf den Gittern begz=-= - »chon in seiner äuszeren
»fiiisdi ? -
Erscheinuung jenen zugleich Ehhrfuurcht erweck. .« -- ----- -olch
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entgegenkommenden Charakter an sich tragen sollte, welchen sie
in dem Geiste des Ka.h, lcismmus fir sich so beglickend kennen
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ales, bald Jenes an dem erslen Plane, lis über dem vielen
Fpliess iin
=-=-- -E-= --=--- des Bedeutendsten und Schönsten der
Mdwl:
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ppss sFsfsiu-s sis
sn-- =---»=---.velcher auf eine hüübsche Kapelle, auf ein mäßiges
Gotteshhas algeleg? - =; - -«, -==- -.1 -g - zulsammten-
v ns fzs si
issnszz y s
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D;=-nipfeun und den Erbaue.. ulich zu dil..i begann.
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Erst haite man sich gesaugk. -uu -lat, weil man keinen
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==- z errichten beabsichtigte, die Kapellr mit einer würdigen
Fronte auusstatien, da; an ihr -. angemessene Grös;e geben,
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iisfs s.misss sinf:ss
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Baroni sich an den Gedanlen zuu erfreuuen schien, so üiberraschte
der Freiherr sie am Weihnachtsabe... an welchem sie die Tren-
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ii sssiünRois iimi sip

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mil dem Anerbieten, den ersle. -auuuplan völlig aufzugeben und
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statt der Anfangs beabsichtigten Kapelle lieber gleich eine Kirche
zun errl-=---. deren Thurm weithin sichtbar und durch Jahr-
, iis
hunderte ein Zeuge fitr die Bedeutung des Geschlechies werden
sollte, das ihn aufgerichtet hatte. Freilich muuste man sich daran
--eet, das; eine Kirche eine Gemeinde fordere und daß eine
ozifs:s:
sl.g« -- - =-- -- z-=-»i---=sss=-- =uise0lllsu: -=g- oNaPdesl se1.
. ii sffnf doois sfvi.sf,ssfss,zpzs ßAss
f,is sss,s s-
Aber da man eo ilerhasi nnichl aus ei gemeinunihiges Werk,
sondern lediglich und auusschliesslich auf eie Sellsibefriedigung
abgeschen hatte, so lies; man sich durch den Gedanlen an die
einsame Kirche nicht abschrecken. - -=« onmt sah im Gegen-
c, N.se
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-=-- ----- z-» ;zss-I, illS deis1. hgze en1PatiO, b- -- s-
s .is Hpffisin
ss.vi
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als -uuubekehrte willig iiberliezz, und sie wurde nict müde, e?
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p--« Vz--= -= -, wdie daS goldene Kreuz deE =p=eS, einst
K; szifis
N,
zfzi sss,ils.is
zum Ernste =z- ----, über der Gegennd leuchten und wie die
H liion?
Z -=i- -=zulen Glockenllänge dan g==-=- und ladend
-- .ss. zf.
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-- =g 06S a..d ertönent wurdent.
Natirlich galt es nun, sich-. deu -.htlelten ut eu
s.
issfs
neues Einvernehmen zu sezen. Es musßten ein neuer Plan,
neuue Kosienanschläge gemacht werden, und diese lezteren siegen
nach dem neuen Eniwurfe fast um das Sechsfache; aber bei
de--=---l, uber welche der Freiherr gebot, brauchte man da-
si M11ss,-s
==- -=»-- --=- Z --==-=--- ===« Mläl1 die SuA1e gztf hjeI
osrz-.ff.s piis
snif of: ssi,ss
i-»== 0-- -==-----, wuelce u- - -=z- zld Hollendung des ,
s:e
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=vuues gefordert hatte, so war es kaum nothng, s=g-z=11==»=e s
M.-
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wesentliche Beschr-en aufzulegen, und der Freiherr hob -
-IzsK,
dies gegen Angelila gaz besonders hervor, weil er eben in
diesem Augenblicke eine = «unlassung z auuöge«.gnter Gastfrei- -
v.s-
M.zs
swif -
-z,i-
=-- zll hi=.- glüll= -.-
lif.-
inon s..s-f.is 1»slsa- -
EZ wvaar zu Ende deS I==»l==, Cl d-- s-=-s-i--s- ---- -
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M,ifsi
is ziss
===--=- -übaslde, als mtast dent. ==ui h= - -est Zeitunlge --s-
z 1,--
issi A.
Postsach.; welche d. ute aus der Stadt abgeholt hatie, einen
.- IP,i

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- ,Iß--
F Brief überbrachte, dessen Handschrift und Wappen er zu kennen
Z schien. Auf der Adresse stand die Weisung, daß der Brief
s durch einen Expressen nach Schlosß Richten zu bestellen sei, und
? der Baron mußte die Schreiberin des Briefes- denn derselbe
z sammte ofjenbar von einer Frauenhand - werth und in Ehren
; halten, weil es ihn so unmuthig machte, das: man troz der
; ausdrücklichen Anweisung zu besonderer Beförderung, derselben
nscht Folge geleistet und den Brief mehr als vierundzwmnzig
z Stunden hatie liegen lassen. Er stampft: ärgerlich mit dem
ß o
,. üuse, und noch ehe er das Siegel eröffnete, schellte er seinem
z Schreiber, gab ihm in kurzen Worten den Befehl, den Post-
F meister sofort bei seiner Behörde zu belangen, und rief, als der
Schreiber sich entfernte, ihm noch ausdrücklich nach, es dem
F Postmeister anzuzeigen, daß man eine Klage gegen ihn einge-
reicht habe. Er war es eben nicht gewohnt, auf Unpiünktlichkeit
f und Versäumniß zu stoßen, wo er zu befehlen hatte.
Dant lies; er sich an dem kleinen Marmortische nieder,
«
A welcher vor dem Kamine stand, erbrach das Schreiben, und
IAngelika, welche, mit einer Filetarbeit beschäfiigt, an der ent-
, gcgengesetzten Seite des Tisches saß, bemerkte an den Mienen
-hres Gatten, daß der Inhalt des Briefes ihm nahe gig und
- offenbar seine ganze Theilnahme in Anspruch nahm. Er schüt-
kelte während des Lesens ein paar Mal leise das Haupt, seufzte
danach und reichte endlich, nachdem er ihn beendet hatte, den
, Brief mit dem Ausrufe: Die arme Frau! der Baronin hin.
D
z Von wem sprichst Du? fragte Angeliku.
P Von der Herzogin, eutgegnete der Baron; aber lies uur
F selbst, denn die ruhige, würdevolle Fassung ihres Briefes wird
1-
=-- ich weiß es, den gleichen Eindruck machen, wie mir.
- Der Brief war in französischer Sprache geschrieben.
-
g
, Mein theurer Baron!- hieß es in demselben: , Erotz
der langen Zeit, welche seit unseren letzten Spaziergängen in
?

-- Lß--
den friedlichen Gärten meines schattigen Vaudricour verflossen
ist, haben wir sicherlich beide nicht aufgehört, mit jener Freund-
schaft und jener Achtung an einander zu denken, welche zu den
unschäzbaren Gütern gehören, die kein äußeres Ereigniß un?
. zu rauben vermag; und Sie werden, wenn Sie sich meiner
erinnerten, sicherlich nicht geglaubt haben, daß ich in einem Lande -
geblieben sein könie, welches in den Gruundvesten seiner religidsen,
seiner politischen und seiner moralischen Existenz so gewaltig -
erschittert, so völlig vernichtet worden ist, wie mein unglücliches I
Vaterland.
--a habe Frankreich seit fast zwei Jahren verlassen, habe,
N7,
weil ich den Ereignissen, welche nicht ermangeln können, sich in
Frankreich zu vollziehen, nahe zu bleiben wüinschte, zuerst in
Coblenz, dann in Hannover und in ! .resden gelebt. Aber die
Zeit des Wartens, wie kurz oder lang sie sein mag, ist immer
z
trauurig und schwer zu tragen, und wennschon ich überzeugl z
bin, daß von Deutschland her unserem unglücklichen Könige F
jezt endlich Hilfe uund Befreiung, unserem Vaterlande Erldsung I
aus den Händen jener Rotte von gottlosen Empörern koumen T
wird und muß; welche es nicht scheuen, ihre Hand zerstörend
an das Heiligste zu legen, so macht das Zögern mit dieser ?
Hülfe mich doch sorgenvoll und oftmals so verzagt, daß ich T
mich nach der Nähe eines Freundes sehne, dessen Theilnahmez
mich trösten, dessen gleiche Weltanschauung mich im Hoffen und?

Ausharren ermuthigen kann.
s
, Graf Veuilletot, der das Vergnügen gehabt hat, Sie im z
vorigen Jahre zu sehen, sagte mir in Dresden, daß Sie sich
in Berlin niedergelassen, daß Sie sich verheirathet und an der ?
A
Seite Ihrer jungen und edeln Gattin ein seltenes Glick gefun-F
den hätien. Das gab mir zuerst den Gedanken, Sie und Ihre ß
Nhe aufzusuchen und mit Ihrem aihe nach irgend einem P
Asyle auuszuspähen, in welchem ich mit meinem Bruder - dennz
T



z

-
=- L--
s der Marquis hat mich natürlich nicht verlassen -- die Zeit bis
s-
zur Herstellung der Ordmung und Gesezlichkeit in Frankreich,
s

?
?

in einsamer Zurückgezogenheit ervarten kenn.
- .ch verließ also Dresden, um Sie wieder zu sehen. In
Berlin erfuhr ich aber, das Sie, des Siadlebens bald mide
geworden, Ihren Aufenthalt wieder auf Ihren Güütern genom-
men hätten, und wie sehr es mich auch schmerzte, Sie nicht
ii der Nesidenz zuu finden, so freuie ich mich doch an dem

Gedanken, das; die Baronin troz ihrer Jngend zu jenen Aus-

,. nahmenaturen gehöre, welche das zurickgezogene Leben en der
z Seite eines verehrten Gatten den Zerstreuungen und dem Ge-
F räusche der großen Welt vorzuziehen wisseu
,Eine solche Fraun wird einer Verwandten, einer alten
Freundin ihres Manies seine Freundschaft, wird einer aus
, ihrer Heimath Vertriebenen das Weilen in der Siille seines
F Schlosses nicht mißgönnen. Eine Frau wie die Baronin wird
ä es fühlen, wie man sich nach einem langen Wanderleben auf
F ein Ausruhen unter einem friedlichen Dache sehnt, und ich frage
z daher ohne Weiteres bei Ihnen an, mein theurer Freund und
Vetter, ob Sie mir und dem Marqis Ihre Gastfreundschaft
gewähren wollen, bis wir in Ihrer Nähe in ländlicher Stille
eine zeitweilige Heimath für uns gefunden haben werden. -
Freilich bin ich nicht mehr die lebensfrohe Margarethe, die Sie
,einst in Vaudricour gekannt haben! Das Unglück hat mich
F schnell und frih gealtert, aber ich bringe Ihnen doch ein Herz
- mit, das noch nicht verlernt hat, sich an fremdem Glücke zu
- erfreuen.
,Alles, wonach ich jetzt verlange, ist Ruhe! Deßhalb
F sende ich Ihnen meinen Brief durch einen Expressen und er-
, warte Ihre Autvort sobald al möglich. Haben Sie ein Ob-
F dach fir mich und meinen Bruder, und ist die Baronin nicht
A unwillig, die Verwandten ihres Gatten kennen zu lernen, so

I
s -

--- L0L--
folgen wir Ihrer Zusage auf dem Fusße, und wie Sorge und
Kummer und Jahre mich auch verändert haben mögen, so
werden Sie hoffentlich in mir stets wieder erkennen Ihre Freun-
din und Cousine
Margarethe, Herzogin von Duras.
geborene von Lauzun.?
Angelika faltete den Brief, nachdem sie ihn gelesen hatte,
wieder zusammen, steckte ihn in sein Couvert und sagte, indem sie
ihn dem Freiherrn hinreichte: Welch ein Schicksal, heimathlos
zu werden mit einem der schönsten Namen Frankreichs!
Und heimathlos zu werden. figte der Freiherr hinzu,
wenn man in dem anmuthigsten der Schlösser, unter dem sonnig
milden Himmel des siidlichen Frankreichs gelebt hat! Ich ver-
mag mir die Herzogin in ihrer jezigen Lage kaum vorzustellen,
so sehr ist ihr Bild in meiner Erinnerung mit der ganzen
edelen und schönen lgebung verschmolze, in welcher ich üe
sonst gesehen habe.
Er öffnete den Brief noch einmal, sah nochmals nach dem
=-atum desselben und bemerkte darauf: Wer mir es gesagt
hätte, das; ich Margarethe von Duras hier in Richten als eine
Flüchtige, als eine Heimathlose aufzunehmen haben würde;
oder wer es unserm Urgroßvater hätie prophezeien wollen, daß ?
eine Enkelin seiner Erdmuth, deren Verbindung mit den Duras ;
M?r aa
Er versank in Schweigen, auch die Baronin war innerlich ?
bewegt. Sie kannte die Herzogin nicht, aber sie hatte von?
ihr bisweilen sprechen hören, wenn der Baron sich seiner ersien
Reisen erinnerte oder wenn gelegentlich von den Familien-
beziehungen des Arten schen Geschlechtes die Nede gewesen wae- ;
Sie wußte, das eine Grosßtante ihres Manes einen Herzog
von Duras geheiratßet, der einst in ausßerordentlicher Mission ?

-- H7
an einem der deutschen Höfe gelebt und das schöne Freisräulein
in einem deutschen Badeorte kennen gelernt hatte. Ihr Nach-
konmte, der Herzog Edmund, hatte ein Fräiulein von Lauzun
geheirathet, war lurz nach seiner Hochzeit gestorben unh haiie
die Herzogin Margarethe als eine junge und kinderlose Witiwe
zurickgelassen, die llug geung gewesen war, die Vorzige ihrer
Stellung zu wirdigen und sie vorsichtg zu benuzen.
Als Baron Franz seine erste Neise gemacht hatte und auf
dieser uach Frankresch gelangt war, hatte er von seinem Vater
die Weisüung erhalten, sich dort auuch der verschwägerten herzog-
lichen Familie vorzustellen, und da man von beiden Seiten
gern bereit war, eine Verwandtschaft anzuerkennen, von der
man keinerlei unbequeme Auspriüche zu befahren hatte, wäihrend
das verwandischafiliche Verhältnisß mancherlei Erleichterungen fir
den Verkehr darbot, so hatte die Herzogin sich den jungen
deutschen Veiter ger gefallen lassen, ohne zu berechnen, in wie
fernem Grade er zu ihr gehörte. Der Baron aber war entzückt
gewesen, bei seiner Cousine eine so freudliche Aufnahme zu
finden, ohne daran
kinderlosen Herzogs
mit den Herzogeu
zuu denken, daß mit dem Tode des jungen
der Zusammenhang dec Herren von Arten
von Duras eigentlich völlig erloschen war.
Er hatie danach in seiner ersten Juugend einige sehr genußreiche
; Wochen in dem Schlosse der Herzogin zugebracht, man hatte
f sich auch später, als er abermals nach Parih gekommen war,
, in der Hauptstadt und am Hofe wiedergesehen und gelegentlich
? einen Brief mit einander gewechselt. Aber dieser Verkehr war
allmählich seltener geworden uid hattc endlich völlig aufgehört,
A obschon der Freiher- I- I-- unt «urgnigen und mit Authel
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der Herzogin erinnerte. Er liebte es, zu erzählen, wie sie fast
- immer Vaudricour bewohnt habe, wie selten sie nach Paris ge-
F lommen sei, obschon ihr, einer Duras-Lanzun, die beste Auf-
nahme und eine einflußreiche Stellung sicher gewesen wüiren,

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und wie sie es verstanden habe, ihr Schlos zu demn Sammel-
platze alles dessen zu machen, was damals in Frankreich auf
Jugend und Geist, auf Nang und Bildung Anspruch erheben
dürfen.
Auch jetzt wieder war es eine Erinnerung an die Ver-
gangenheit, welcher der Freiherr zuerst Worte gab. Die Her-
zogin war neunzehn Jahre, sagte er, alö ich sie zum ersten -
Male sah, und schon damals geizte man nach dem Ruhme,
ein Gast der Herrin von Vaudricour zu sein. Ich weiß... -
War die Herzogin schön? unterbrach ihn die Baronin.
Nein! entgegnete der Freiherr, aber sie war mehr als das, I
sie hatte in ihrer ganzen Erscheinung den Adel ihrer Geburt I
und die sichere Anmuth, welche dieser ihr verlieh. Sie war
eine Fürstin im vollsten Sinne des Wortes.
-
llud Du bist Willens, sie zu uns einzuladen ? fragte Angelika.
Der Freiherr schien durch diese Fragi überrascht. Es fie
ihm etwas auf im Tone seiner Frau, aber er wollte das nicht
beachten, und erwiderte nur: Hast Du für möglich gehalten,
es nicht zu thun?

Nein! versezte Angelika. Ihr Schicksal würde ihr einen
bestimmten Anspruch an unsere Gastlichkeit geben, auch wen F
sie keine Verwandte unseres Hauses wäre; aber die Schilderung, I
welche Du mir stets von ihr und ihrem Vaudricour gemacht F
hast, beunruhigt mich, mein theurer Franz! Ich fürchte, DeineF
Verwandte wird erwarten, was sie hier nicht finden kann, und ;
wie warm und bereitwillig wir sie auch willkommen heißen, --
wir werden ihr den leichten Frohsinn ihres Volkes und den, F
schönen Himmel ihrer Heimath nicht ersetzen können.
Der ßreiherr lächelte. Deine Jgend macht Dich dei?
Verlauus der Zei vergessen, sagie er. Die Herzogin ist nlcht g
mehr die junge Chaielaine von Vaudricour, und die Zeit war F
ernsthaft genug, auch ihre Heiterkeit in Ernst zu verwandeln. A

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Ich höre in jedem Worte ihres Briefes drn Ton einer tiefen
-raurigkeit, und wer sollte diese in ihrer Lage nicht empfinden?
Laß uns darauf denken, Beste, wie wir ihr beweisen, daß wir
sie schätzen und ihr Unglick ehren! Ich nöchie, sie würde es
recht gewahr, das: sie hier in ihrer Familie von Freunhen und
Gesinnungsgenossen empfangen wird, und ich werde Dir es
danken, wenn Du ihr hier bei uns vergilist, was sie mir einst
in ihrer Heimath gewährt hat! figie er abschließend hiuzu.
Angelika versprach, ihr Bestes mit Frenden zu thun. Ein
Aufruf an ihre Gros;muth war imer sicher, eine gute Statt
bei ihr zt finden, und man lam daher iberein, das der Frei-
herr, um die Versäumniß des Posthalters möglichst auszugleichen,
noch an diesem Abende einen Boten mit dem Antwortschreiben
nach der Poststation senden solle, damit der Brief dann so
schnell als möglich seine Weiierbeförderung finde. Der Jreiherr,
welcher in allen Dingen sich großer Pünktlichkeit befseißigte,
rechnete es genan auus, wann die Herzogin auf diese Weise seine
Antwort erhalten könne. Er gestand ihr die schickliche Zeit
zum Aufbruch zu, er gab ihr auf das Genaueste den Weg,
die Stationen, die Orte an, welche sie zu passiren hatte und
an welchen sie übernachten sollte, er schciel an die Gasthofs-
besitzer, bei denen er abzusteigen gewohnt war, um fir seine
Gousine, die Frau Herzogin von Duras, das Qnartier im
Voraus zu bestellen, meldete ihr, das sie für die lezte Tage-
reise an den geeigneten Orten Relaispferde aus seinen Stal-
lungen finden werde, und schließlich bat er sie mit einnehmen-
der Wenduung, sie möge sich von dem Augenblicke ab, in wel-
chem sie die Residenz verlasse, als seinen Gast und überhaupt
als ein Familienmniiglied ansehen, so lange sie ihm di: Ehre
erzeige, unler seinemn Dache zu verweilen.
Mit einer Empfinduung, die aus Rührung und Selbst-
zufriedenheit gemischt war, durchflog er den Brief und las ihn

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dann Angelika vor, die auf seinen Wunsch noch einige Worte
herzlicher Einladung dazu schrieb und sich im Voraus der Freund-
schaft ihres künftigen Gastes empfahl.
Beide, der Freiherr sowohl als Angelika, empfanden, indem
sie einer Fliichtigen ihr Haus anboten, das Glick, welches sie
in ihren wohlbegrindeten und unangetasteten Verhälinissen be-
sasßen. In dad Miileid, welches die gegenwwärtige Lage der
erwarteten Gäste ihnen einflösßte, mischte sich unmerklich eine
gewisse Eitelkeit, der es erwinscht war, eine Herzogin zur Ver-
wandten zu haben und diese Verwwandte beschitzen zuu können,
und der zornige Widerwille gegen diejenigen, welche in Frank-
reich die Herrschaft des Königs gebrochen und einen Theil des
Adels dahin gebracht halten, seinen Besizungen und seinem
Vaterlande den Rücken zu kehren, war von dem Freiherrn
und von Angelika niemals mit so viel persönlicher Bitterkeit
empfunden worden, als jezt. Je mehr man -er mit der Welt
unzusrieden war, um: so besser war man mit uch selbst zufrieden,
und in diesem Wohlgefühle war man sehr geneigt, sich von der
Anwesenheit der Gäste die mannigfachsten Genugthuungen z
versprechen.