Von Geschlecht zu Geschlecht. Roman in zwei Abtheilungen. Neue, von der verfasserin veranstaltete, revidirte Ausg.
Fanny Lewald
Kapitel 01

Erstes Capite l.
FGie Herrschaft Richen war eine der reichsten Besitzungen
in der Monarchie, und die Freiherren von Arten, denen sie
gehörte, eines der ältesten Geschlechter bes inländischen Adels.
Sie waren am Hofe wohlgelitten, in der Provinz, in welcher ihre
Besizungen lagen, geachtet und beliebt, ud jene ruhige Vor-
nehmheit, welche die alten Geschlechter kennzeichnete, hatte in den
Freiherren von Arten stets ihre würdigsten Vertreter gefunden.
Es war damals aber auch das goldene Zeitalter für den
Adel. Die Standesuunterschiede wurden in der Gesellschaft noch
aufrecht erhalten, und hatten doch aufgehört, eine Schranke für
den Edelmann zu sein, wenn er geneigt war, sich gelegentlich
über dieselbe fortzusezen. Sie schitzten ihn, ohne ihn zu hin-
dern. Die Vorrechte des Adels waren groß im Staate, seine
Pflichten und Lasten fir das Allgemeine sehr gering. Der
Grundbesiz war fast ausschließlich in seinen Händen, und man
hatte trozdem bereits angefangen, die Giter gewerblich zu be-
nutzen und ihren Ertrag dadurch zu erhöhen. In den Fürsten-
schlössern, in den Richter»Collegien, in der Verwaltung und im
Militär, überall herrschte der Adel vor, und daneben hatte er
sich vielfach eine Bildung erworben, die zu besitzen er stolz
war. Er hatte sich den Gelehrten, den Schriftstellern, den
Künstlern und Dichtern genähert und befreundet, da er selbst
bedeutende Menschen und schöne Talente in seinen Reihen zählte,
und während man sich auf diese Art völlige Freiheit für jedes

Streben und Thun zu sichern verstand, wagten die birger-
lichen Klassen es noch nichi, dem Adel die Vorrechie slreitig zu
machen, welche er sich angeeiguel haile und nun seil Jahrhuunn-
derten besaß.
Kamen diese Gliücksgiler und Privilegien rohen Naturen
in die Hände, so boienn die eigene Gerichlssarleil iund die ihseil-
weise noch zu Recht bestehende Leibeigenschaft denn Gisherren
die Mittel zu einer Tyrannei, unter welcher das Land und die
Leute schwer zu leiden hatien; ud Selbslsucht und Willlitr auf
der einen Seite erzeugten dann auf der anderen einen Haß
und eine Aufsässigkeit, die um so erbitterter wuurden und um
so tiefer wurzelien, je weniger sie sich lund zu geben verochien.
Gelangten aber wohlwollende und gebildete Edelleute zu dem
Gebrauch solcher aristokratischen Rechte und Macht, so bildete
sich durch ihren vorsorglichen und mäßigen Gebrauch zwischen
der Gutsherrschaft und ihren Hörigen ein Verhältniß des Schuzes
und der anhänglichen Danlbarkeit heran, welches in den Edel-
leuten das Gefihl einer gewissen Souverainetät. entstehen ließ
und ihnen neben dem Bewusztsein ihrer grosten persönlichen
Freiheit eine wüirdevolle Herablassung verlieh, die sie beliebt
und dadurch liebenswülrdig machte.
Der Freiherr Franz von Arten, welcher die Herrschaft
Richten zu Ende der achtziger Jahre im vorigen Jahrhundert
besaß, war in diesem Sinne das Musterbild eines Edelmannes.
Er hatte eine vortreffliche Erziehung genossen, hatte viele Jahre
seiner Jugend auf Reisen zugebracht, lange und mit großem Er-
folge an den verschiedenen Höfen von Europa verweilt, und sich
dadurch jene weltmännische Gewandiheit zu eigen gemacht, welche
ihm den Anspruch gab, unter seinen Standesgenossen für einen
vollkommenen Cavalier zu gelten. Aber neben den leichten, ge-
fälligen Formen hatte er, wie die Nichtung jener Zeii es eben
mit sich brachte, sich auch eine schönvissenschaftliche und künst-

ef -
lerische Bildung erworben, und Schlof Nichten, das von jeiner
mäsigen Höhe weithin iber das rundum: flche Land bis zu
den fernen Gebirgen hinabsah, zeigte in eiiem Aeußern wie
in seiner inneren Einrichtung, das; es von e nem eben so pracht-
liebenden als gebildeten Edelmnanne bewohnn werde.
So lugzr sei Vater leble, halle ber Varon sic lroz aller
Vorstellungen desselben nicht zur Ehe überrden lassen. Er
fiihlte sich nach den Erfahrungen, welche er bei den Frauen
gemacht hatie, nicht geneigt, seine Zufriedenhet und seine Zu-
kuunft weiblichen Händen dauernd anzuvertrcuen, und erst das
Ableben seines Vaters, das den Baron als zn letzten Arten
von der Linie Richien antraf, brachte ihm mit der Pflicht, fiür
das Fortbestehen seines Stammes zu sorgen, den Entschluß,
sich zu vermählen.
Der Baron war damals in der Mitte seiner vierziger
Jahre und ein schöner Mann. Häite er bis dahin weniger
Erfolg bei den Frauuen gehabt, so würde er viAleicht in diesem
Alter noch das Verlangen gefihlt haben, eine Heirath zu
schließen, an welcher das Herz lebhaften Antheil genommen.
Er hatte aber viel geliebt und zweifelte gar nicht daran, Nei-
g1llg zu erwecken, wwo er solche anzuregen und zu gewinnen
wünschte. Er schritt daher sehr kaltblütig zu einer Wahl und
hielt sich bei derselben nicht eben lange auf.
Nchst den Freiherren von Arten waren die Grafen Berka
das angesehenste Geschlecht der Provinz. Die Ahnenreihe der
Herren von Arten reichte allerdings weiter in die Vergangen-
heit zurück, dafür hatten aber die Grafen Berka dem Lande
in dem letzten Jahrhundert einen seiner bedeutendsten Feldherren
und einige einflusreiche Staatsmänner gegebet, und reich waren
die Häuser, eines wie das andere. Nur ein wesentlicher Unter-
schied waltete zwischen ihnen ob. Die Grafen Berka waren,
wie der ganze Ael der Provinz und wie des ganze Landvolk,

-- Z--
protestantisch; die Herren von Arten hingegen hatten in
Heeren des deutschen Kaisers gefochten bis zum Ende
dreißigjährigen Krieges und waren Katholiken geblieben
und für.
den
des
fin
Indeß der Adel war im Allgemeinen in jenen Tagen,
von denen wir erzählen, nicht orthodox, und Baron Franz fand
in sich kein Bedenken gegen eine Ehe mit einer nichikaiholischen
Frau. Die Frauen des Berka'schen Geschlechies waren zudem
fast alle schön, es umgab sie der Ruf strengen Wandels, und
die Verehrung, welche sie genossen, hatte ihnen jene Ruhe und
Sicherheit in der äusßeren Erscheinung gegeben, welche den Frauen
des hohen Adels so viel anmuthige Freiheit verleiht.
Mit einer Gräfin Berka glaubte der Baron am wenigsten
zu wagen. Die einzige Tochter des Hauses zeigte sich ihm
nach kurzer Bewerbung geneigt, die Eltern gaben mit Freuden
ihre Einwilligung; noch ehe der Herbst heranlam, wurde die
Zeit der Hochzeit festgesetzt, und der erste Nachtreif ruhte auf
dem Lande, als man in Berka eines Abends -den Ehevertrag
des Barons mit Comtesse Angelika unterzeichnete.
Der Baron, befand sich dabei in der angenehmsten Ver-
fassung. Die zurückhaltende Zärtlichkeit seiner Braut hatie einen
eigenthüümlichen Reiz für ihn, die Aussicht, das schöne Mädchen
bald sein eigen zu nennen, regte ihn angenehm auf. Er war
von den mancherlei Festen hingenommen, welche man zu Ehren
der Verlobten in den beiderseitigen Familien auf den verschie-
denen Besizungen derselben veranstaltete, und dazwischen be-
schäftigten ihn die Vorkehrungen, die er in seinem Schlosse traf,
um es vor der Ankunft seiner jungen Gatiin in einer Weise
einrichten zu lassen, die ihrer und seiner Bequuemlichleit, ihrem
und seinem Geschmacke genilgen lonnte.
Etwa vierzehn Tage vor seiner Hochzeit befand er sich
eines Mittags in dem für seine Frau bestimmten Wohnzimmer.

0 -
Sein Caplan war bei ihm, und sie überlegten gemeinschafilich,
ob man die beiden antiken Siatuen des Amor und der Venus,
welchen man neue Postamente gegeben hatte, neben dem Kamine
oder in den Ecken des Zimmers aufstellen lassen solle. Als
der Baron sich eben für das Leztere entschieden hatte, weil
Kunstverke, wenn sie neben dem Kamin stehen, die Ausmerk-
samkeit, welche den Lebenden, welche der Geseslschafi zulommi,
aus sich zu lenlen pflegten, brachte der Dieneu ihm einen Bries.
Der Freiherr blickte das Schreiben an, heckie es, ohne es
zu öffnen, in die Tasche und versetzte kurz: Sag' Er, ih sei
beschäftigt!
Dem Diener schien diese Abfertigung des Briefes nicht
anfzufallen, der Baron war offenbar in seiner heiteren Stim-
mung gestört worden. Er trat noch ein paar Mal hieher und
dorihin, die Wirkung der Statuen zu beurtheilen, dann entlies
er die Diener, welche dabei behülflich gewesen waren, und
ging langsam im Zimmer auf und nieder, als wolle er den
Eindruck prüfen, welchen es auf den Beschauer bei einem erßen
Anblicke machen würde.
Er war mit seiner Einrichtung zufrieden. Die gediegene
Pracht that der Wohnlichkeit keinen Abbruch, es stimmte Alles
zusammen, und was die Schönheit des Raumes noch erhöhte,
das war der unbegrenzte Blick in die Ferne, den das Zimmer
aus seinen hohen Bogenfenstern darbot.
Der Tag war sonnig, die Luft so fein, daß sie dem: Blicke
nirgend ein Hinderniß entgegenstellte. Auf dem Nasenplatze
vor dem Schlosse lag stellenweise noch der weiße Neif, unter
welchem das Gras sommerlich grün und frisch hervorsah. Die
weithin sich erstreckenden gradlinigen Hecken von Buchsbaum,
die scharf zugespizten Obelisken und Taxus PHramiden hatten
durch die späte Jahreözeii noch nichts von ihrer Farbe und
Form verloren. Sie entsprachen auch jetzt noch der architekto-

-- ,ß---
nischen Absicht: die herrschaftliche Wohning über die Grenze
des Hauses hinaus in das Freie fortzusezen, und am Ende
des Gartens hoben sich die Bäume des sogenannten Bosquets
empor, majestätische Kiefern, deren braunrothe Skänne, wie
die Pinien, breite, griine Kren lrugen, und präichlige Eiche:,
noch voll von ihrem isppigen und jetzt goldgelb gefärbten Laube.
Der Baron ging an das eine, dann an das andere Fensier.
Er hakte Neiguung genug fir seine Brauut gewonnen, um sich
von ihrer Zufriedenheit Genus: zu versprechen, und es freute
ihn, seiner edlen Gattin diese Heimath bieten zu können. War
es Zuufall oder Absicht, sein Blick siel in den Spiegel. als er
sich zuriück in's Zimmer wendete, und ohne daran zu denken,
richtete er sich dabei mit Selbstgefi.hl empor.
Er war ein Mann, der gefallen konnte, gefallen mußte.
Die große, breitbrüstige Gestalt entsprach dem stolzen Kopfe
vollkommen. Der prächtige Haarbeutel fiel vornehm iber den
kräftigen Nacken auf den niedrigen Kragen des gestickten, breit-
schößigen Tuchrockes herab; die fein gepuderten Seitenlocken
machien die Gesichtsfarbe noch brauner und frischer, die dunkeln
Augen noch lebendiger aussehen, und als der Baron sich nach
dieser umvillkürlichen Musterung der'persönlichen Vorzüge, die
er seiner Erwählten darzubieten hatte, auf dem Kanapee nieder-
ließ, hätte Jeder ihn in der besten Stimmung glauben mülssen,
der ihn weniger lange kannte, weniger genau zu beobachten ge-
wohnt war, als sein Caplan.
Nur um einige Jahre älter als der Baron, war er einst
als Erzieher desselben in das von Arten'sche Haus gekommen
und hatte später den jungen Freiherrn als Gouverneur auf
dessen erster großer Reise begleitet. Er war es denn auch ge-
wesen, der den Geschmack des jungen Edelmannes fiir die
schönen Wissenschaften und fir die Künste entwickelt und ge-
pflegt hatte. Was aber den gebildeten und ehrgeizigen jmngen

---- 11--
Geistlichen später bewogen, sein Leben ganz dem Dienste des
freiherrlichen Hauses zu weihen, statt an irgend einem Collegium
oder in der Kirche die Laufbahn zu verfolgen, fir die er sich
vorbereitet hatie und welche seinen Fähigkeiien und Kennteissen
enuissrechend gewesenu wäre, das war eigenullich sellsi der srei
herrlichen Familie ein Nthsel geblicben. Ines; sie haite zu
benuhzen gewus:t, was sich ihr dargeboien hute. Der Freiherr
besas; in seinemu Caplan neben einem sehr formwwwollen und ge-
lehrten Gesellschafter zugleich einen Bibliothekar und Archivar,
und die Familie von Arten hatte in ihm einen geistigen Be-
rather, dessen Trene, dessen umsichtige Verläßlichkeit sich bei den
verschiedensten Gelegenheiten eben so tröstend als klug vermittelnd
und versöhnend bewährt hatte.
Gemeinsame Juugenderinnerungen und ein langes gemein-
sames Leben hatten den Baron und den Caplan zu Freu den
gemacht, so weit Herr und Diener, so weit ein auf seine Stan-
desvorrechte stolzer Edelmann und ein auf seine Würde acht-
sam haltender Geistlicher, so weit ein freier Lebemann und ein
Mann von Selbstbeherrschung und von dem sirengsten Lebens-
wandel Freunde sein konnten.
Der Baron war ein Freidenker in Brzug auf die Dog-
men der Religion, aber er hatte eine lebhafte Phantasie, und
während er die biblischen Wunder lengnete, war er sehr geneigt,
nach der Weise seiner Zeit, an das Wunderbare zu glauben.
Der Caplan seinerseits war ebenfalls nicht streng orthodox, indeß
er war ein eifriger und treuer Bekenner seiner Kirche und hielt
für seine Person unwandelbar an dem Moral- und Sitten-
gesetze derselben fest. Er hatte Anfangs die Verbindung des
Barons mit einer Protestaniin, so weit es an ihm lag, z
verhindern gesucht. Als er dann aber gesehen, daß der Ent-
schluß desselben einmal gefaßt sei, hatte er sich durch die vor-
trefflichen Eigenschaften der jungen Gräfin mit der Absicht des

1 H
Freiherrn ausgesöhnt, und zufrieden, daß derselbe überhaupt zur
Ehe schreite, das Weitere vertrauensvoll der Zukunft iberlassen.
Wenn der Baron sich dem Geistlichen iberlegen fihlte,
weil er sich das Recht zuerkannte, sein Leben nach seinem Er-
messen zu führen und zu genießen, so gaben dem Caplan seine
makellosen Sitten und seine gründliche Gelehrsamkeit ein mora-
lisches lebergewicht iber den Baron, das um so schwerer in
die Wage fiel, als ruhige Menschenbeobachtung und Welterfah-
rung den Geistlichen milde und nachsichtig fir frende Schwäche
gemacht hatien. Da nun der Baron von weichem Herzen war
und das Gute liebte und that, sofern es ihm leine grosßen
Opfer kostete, und da er in seinem Leben auf äußern Anstand
hielt, so hatte der Caplan unter dem Schuutze seines Herrn viel-
fach niltzlich wirken, viel Gutes fördern. manches Unrecht ver-
hindern oder vergüten können, und beide waren in der Regel
mit einander auch wohl zufrieden gewesen. Der Caplan wuuste
viel Lobenswerthes an seinem Herrn zu würdigen; der Baron
rühmte sich, einen verläßlichen Freund und einen wahren Schaz
an Jenem zu besitzen, und eben diesen Morgen hatten sie bei
Aufstellung der Statue wieder eine recht angenehme Stunde
mitsammen zugebracht.
Auch jetzt, als der Baron dem Caplan gegenüber Platz
genommen hatte, sagte er, noch einmal nach den beiden Ecken
des Gemaches hinblickend, als habe ihn bis dahin nichts Anderes
beschäftigt:
Die beiden Figürchen behaupten sich doch überall! Sie
werden, denke ich, meiner Frau in diesem Zimmer Vergnigen
machen, wenn schon ich freilich an eine Frau nicht dachie, als
ich sie damals in Neapel erstand.
Gewiß! sie nehmen sich hier noch besser aus, als in der
Bibliothek. Die halbe Lebensgröße schrumpfte in dem hohen
Saale zu sehr zusammen, bestätigte der Caplan, der schon

n
==- , H,? b-==-
früher mehrmals vorgeschlagen hatte, die S atuen aus dem Bi-
bliotheksaale zu entfernen und hier aufzustellen.
Eine kleine Weile saßen die beiden Mäner schweigend sich
gegenüiber. Des Barons Blicke glitten von einem Gegenstande
auf den anderen, selbst seine Stellung wechselte er ungewöhnlich
oft. Dem Caplan entging das nicht. Er lehnte gelassen in
seinem Sesses. Den Kosf auuf die Hand gestitzt, sah er dem
Spiele der Flammen im Kamine zu, es ruhig erwartend, was
der Baron ihm mitzutheilen haben werde. Denn daß dieser
ihm eine Eröffnung zu machen gedenke, davon hielt er sich
überzeugt.
Wissen Sie, lieber Freund, nahm der Baron denn auch mit
einem Male das Wort, ich fange an, mit einer Art von Ver-
gnigen an die Ehe zu denken, so schwer mir der Entschluß dazu
Anfangs auuch geworden ist. Ja, ich habe =«uuen, in denen
Msi
ich es bedauern könnte, mich nicht früher vecheirathet zu haben.
Dieses Bedanern ist viclversprechend fie die Zufriedenheit
oD-- ------- gnädiger Herr, versetzte der Caplan verbindlich.
s.i- » ss fs
-- glaube das selbst, fuhr der Baron fort. Wäre es
,
freilich nach meinem verstorbenen Vater und nach Ihnen ge-
gangen, so hätte ich mich schon vor zwanzig Jahren verheirathen
müüssen, und es jnag vielleicht recht gut sein, wenn man sich
in der Jugend mit aller Schwärmerei der ersten Liebe zur Ehe
entschließt. Sie hat uns dann fir das Opfer, fir das nicht
hoch geng anzuschlagende Opfer unserer Freiheit, neue Genüsse
und große Entzückungen zu bieten, die sie uns später,-=-
wir die Frauen kennen und den Werth der Ungebundenheit
erst völlig schäzen lernlen, =----=- zl gewähren hat. Ein
s,.s isioli
fertiger Mann besindet sich einem jungen Mdchen gegeniiber
doch immer in der Lnge, ohne alle eigene zusionen großen
. As.
I,llsionen entsprechen zu sollen, und Sie müissen mir zugeken,
das; dies seine bedenlliche Seite hat.

1
Der Caplan blickte mit dem Ausdruucke einer gewissen Ver-
wunderung dennt Sprechenden an, dessen Worle eivas gaaz
Anderes aussagten, als die Einleitung hatte vermuthen lassen.
Der Freiherr bemerkte dies, und schnell einlen... = - -
k,-is
sszAp ps -
Troz dieser Einsichi, die sich ein Mann wie ich nu==- philo-
,s.i s.is-s
sophiren kann, ist meine bevorstehende Gebuundenheit mir er-
ss-Gz»s»s s.,
-=------=-- --=, die Lust an der Freiheit, an der Selüsilefriediguunz
erschöpft sich, und ich stelle es mir angenehm vor, das Glick
einek jungen Wesens zu machen, das mir vertrauensvoll sein
Leben in die Hand giebt. Es mag in solchem Gefi:hle sich das
herannahende Alter verkimnden, aber in der That, c empfinde so!
Ein kauum merkliches Lächeln in seinen Mienen widersprach
jedoch dieser Vehauuptung iler sein Alier, und der Caplan
wuste zudem, das der Freiherr es niemals ernsilch meu...
wenn er desselben erwähnte, ja, dass er in solchen Fällen immer
auf einen Widerspruuch rechneie. Aber diesmal fand der Caplan
es nicht angemessen, ihm die Genugthuung eines solchen Wider-
spruches zu gewähren. Er bemerkte daher nur, das; die junge
Gräfin liebreich und liebebediirftig erscheine, das der Baron
also d.-- --=- en könne, fiür seine beabsichtigie Hingebung
fAiiß zp,lss
durch eine schöne Zärtlichkeit belohnt zu werden, und das über-
dies seine reife Erfahrung ihm neben der jungen Frau die
Möglichkeit gewähren werde, dieselbe nach seinen Winschen und
,-ssssss.s
=- -= ;-:--- zl erzehen.
Gewis! gewis:! rief der Baron mit einer Ungeduld, die
bei dem ruhigen Gange dieser Unterhaltung nicht berechtigt
s,spis -
n=- --, aber grade mit dem Erziehen ist es ein eigenes Ding!
Er hrach dabosn ab, l= p-==y -==» --- - zaulse
-iii: sinr pisss- N
üd si
isit sichtlicher U.=- ----»=--s - --- --i--- --n - --»p-- halb
.-s- s. --siR
l,ssi:fssdiif - Fip ss:ess.zs
zu thun liebe. Ich bin also genöthigt --- er stand auf, rickte
ein Bild an der aeaeniber liegenden Wand zurecht und sagte
darauf mit einer gewissen Heftigkeit, als wollte er sich»=----wi----
sszssAoi?

- -- 1D --
es auuszusprechen: .« muuß den Handel in Nohenfeld z Ende
N,
bringen ! Pauline mus; fori!
Es war ihm lieb, dies anSgesprochen zu haben; es kam
ihm damit festgestellt und also halb geschdhen vor. Er nahm
eine Prise aus der goldenen Dose, aus welcher das Bild seiner
Braut gemalt war, und bot sie darauf dem Taplan dar.
Dieser griff behutsam hinein, und wüihrend er den feinen
-aback mit gespizten Fiugern langsam zur Nase führie, sagte
er, den Kopf beim Schnupfen senlend, das: er den Freiherrn
nicht anzublicen brauchte. =as wird allerdi gs eben so unerläß-
. x
lich als zweckmäsig sein! Er säuberte darauf leichthin das
schwarze eng auliegende Gewand von den Taback, der etwa
darauuf verschiütiet sein konnte, knipste mit den feinen Fingern
die paar Körnchen hinunier, welche auus dem sdenen Beinlleide
liegen geblieben waren, und sah mi! seinem klaren, ernsten
Auuge dem Freiherrn nach, der im Zinmer hin und wieder ging.
Seit vollen sechs Jahren war de.. ame Pauline zum
-
ersten Male zwischen ihnen genannt worden, und es dünkte
dem Baron, als sei er -=y das blosße Assprechen dieses
dss-,s
Namens dem alten Freunde näher gebract, als seit langer
D= -
; denn ein Lebensgenosse, dem wir geflissem.ich vorenthalten,
was uns beschäftigt, rickt uns in
fpfos -
: --- mt welchem der Gegenstand
nahme uns näher tritt.
demselben Grade fern und
unserer verborgenen The:l-
M.
==l der Baron aber die ihm peinliche Mittheilung bald-
uöglichst abgethan zu haben wünschte, sagte er So verschieden
unsere Ausichten in Manchem, und eben auch in diesen Din-
gen sind, so werden Sie mir doch zugeben missen, -ü.in Freund,
nsn-
daß über dem Menschen eine Unfreiheit ligt. gegen die er
-- mögen Sie
sehung oder wie
aas macht es
dieselbe Geschick, Schicksal, Vcrhängniß, Vor-
Sie immer wollen, nennen - ohnmächtig ist.
mir so entmuthigend, in die Vergangenheit

- hß-
zurickzublicken. Unser Wollen und unser Vollbringen decken sich
so selten, unsere Absichten und unsere Thaten entsprechen ein-
ander oftmalö so wenig. Und dabei bilden fremdes Empsinden
und der Zuufall noch so unabweisliche Faltoren in jedem Men-
schenleben, dasß man oft fragen möchle WaI war Thai und
was Erleiden? Was war Schicksal und was freier Wille?
Wo endet das Verdienst, wo beginnt die Schuld? Wo haben
wir zu sühnen, wo uns selber zu bewahren? Denn die Moral,
welche Kirche und Staat als Canon aufstellen, kann nur äusere
Entscheidungen und Eutschlisse hervorrufen; den inneren Zwwie-
spalt lösen ihre Gesetze nicht.
Mich ditnkt aber, hob der Caplan an, welcher dem Baron
bis dahin mit Achtsamkeit gefolgt war und der den Seelen-
zustand desselben deutlich übersah -- mich dinkt aber, der Fall,
dessen Sie gedenken, ist nichts weniger als verwickelt, wenn
schon er . - -
Und wieder ließ der Baron ihn nicht vollenden. Uriheilen
Sie nicht, lieber Freund, und vor Allem verdammen Sie nicht,
ehe Sie nicht die Reihe von besonderen Thatsachen und die
einander widerstrebenden Empfindungen kennen, die hier mit-
wirken und mich peinigen, sprach er, jede Einwendung des
Geistlichen im Voraus abwehrend. Denn bedrängt, wie er sich
fügute, wünschte er doch Herr des Gespräches zu bleiben und
nmit seinem Vertrauuen vorzugehen oder einzuhalten, wie es ihm
im Augenblicke passend scheinen würde. Es war auf eine Her-
zenserleichterung und allenfalls auf Beistand, nicht auf eine
Selbstanllage oder eine Ermahnung von ihm abgesehen, welche
der Caplan in früüheren Jahren, als der Baron sich noch bis-
weilen zu den kirchlichen Ceremonien entschlossen, ihm nicht er-
spart hatte.
An und fir sich, als nackte Thatsache belrachtet, fuhr der
Baron mit absichtiich zur Schau getragener Leichtigkeit fort, ist

z r
-=-- Zh ! ---
die Sache im Grunde der einfachsten eine. Der unverheirathete
Guttshherr hat . ie Tochier seit. - Jüger-, ha! ein Mädchen von
-
seinen Gitiern zuur Geliebten gehabt und denlt dasselbe aufzu-
geben, es abzufinden, weil er sich verheirathe: oill,-= -== -
splspizAi siofs
mus:. =as kommt, wwie Se, mein Freund, es von Ihren
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SStandpuunlle aus auc ladel mögen, doch .- »üge vor und-
ist etwas so Gewöhnliches, das; es in -«- -hai laum die Rede
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= --- - -= =-- -=--- - ==u doch- könuien Sie es Sich denkent?
zzü siuf ssswzisi ffHs, s 1sz»
habe ich-- - - --»--zglus zu meiner Heirath förmnlich ab-
sip
ds lzs1s.s.
ringen missen! Doch hale ich es auch noch-.- heute, wo meine

Hochzeit vor der Tt. :-=-- --==- --- - -ih gewinnen können,
. si.-sis z-iii ü? si=- iins
oi- - Fzsss- d.-ss Csz-d iid .s, !
demt arntesn Gescsdpfe zu süzh. - - ------- ---- =- =- ---= s=-- -
-- Abrahams Handluunz=-- -.- - -- - DJ- -- --- s-=- als
--s -ss sfns=- ss,sF
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eine rohe Grausamleit erschienen.
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-is li,-s -is. sl.is: 9N,us,- -s F,s,fs-bio- noz-ss-.ir,in
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.u .oPll oa ;.uullll, .w. - -= - s === ==9 s»9s - - zss - =s=»ss s= -
s,sissnrn oin vif oiss snl,Foss
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-s- »-I is S, »,s.
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===»z - ==- ----i=-j--s --- ss----- z, - s== -, uob Elfz heklggefWvEe
Ereigus- uabänderlic,--pi-=-- wo eine zwingende Noihwendig-
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-- D-- - »--==--==lg drängt, gilt ek allein, um jeden Preis
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si»sii)I--s ! Ps,1 -
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ßhAzni:
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s h-s A.ssis sszHos- I.ls,, !
a. si
ab1- =1l- =='G »1 Ns1 ß,1 z »s1) zI==s»7s ls) =l- j ls s z1sb,=sLus -
Keine Wahl? Wie meinen Sie das? fragte der Fr. -
sslwvp-»
issis jssn s-
---- -- ,alben Zerstreutheit der Vornehmen, die selten acht-
same Zhörer sind und mit ihren Gedanken umherzuschweifen
beginnen, solald sie sellsi uicht sprechen. Neie Wahl? Wie
meinen Sie das?
E,s iifnisn
J E s.--. N.»-s.sf=s smss isz- ?s, . D,.? -
-c»P sss-ii«, Vll;s hz -- =-= - p s »=s - =sz ss-==s- - s= =uoul
wendigkeit geworden ist. Ihre Wahl ist eine uu jedem Betrachte
--sßs»ss,ss. isnd
sifs-psssssi -s
- ---»=- ---=- =-i-s-= z-l ennen. Die limnftige Frau
T,»-is
==--=-.l hu- = -- -== -- uunnderen seltenen Vorzügen ein weiches
-si zsplpss s lspi: -
Hpzo sissd
= -s -- eine schöne, reine Seele. Sie hat fir diese eine
F. Le wald, Von Geschlecht zu Geschlecht. l.

-- 1Z--
eben so reine Lebensatmosphäre zu verlangen, und Paulinen's
Nähe wüürde diese ohne alle Frage bald beeinträchtigen. Ganz
ahgesehen davon, daß für den verheiratheten Mann.. -
- Ich weiß das, ich weiß das! Ich habe mir das alles
längst und selbst gesagt! rief der Baron mit schnell erwachter
Ungeduld lebhaft aus. Sie sehen ja auch, mein Entschlis steht
fest! Ich habe imn Leben ähnliche Händel, ich habe tiefere
Herzensverbindungen sonst auuch mit raschem Enschlusse, mil
fester Hand zerrissen und mich damit beruhigt, dasß Selbst-
erhaltung eine gebietende Pflicht, und jeder Mann in der Lage
sei, für sein Wohlbefinden selbst zu sorgen! Ja, ich belenne
Ihnen, ich finde es eigentlich eine unbegreifsiche Schwäche von
mir, das; es mir so yziderstrebt, das Natirliche, das Sittlich-
gebotene zu thun, und wenn ich mein innerstes Herz befrage,
so ist es ausßer der wirklichen Zuneigung, welche ich fitnr das
Mädchen und für den Knaben hege, eine Art von Aberglauben,
der mich an Paulinen festhalten, eine unheimliche Ahnung, die
mich zögern macht, die Arme von hier fortzuschicken!
Diesen letzten Einfiissen, Herr Baron, hätte ich Sie in
der That nicht mehr, und am wenigsten in diesem Falle unter-
worfen geglaubt, bemerkte der Caplan mit vieldeutigem Lächeln.
Der Baron beachtete das kaum, er hing schweigend seinen
Gedanken nach. Ich habe sie einst als ein Pfand des Glickes
angesehen, habe im Geiste meinen Stern an den ihrigen ge-
knipft, als sie noch ein hilfios Kind gewesen ist, sagte er nach
einer Pause, gleichsam in sich selbst hineinredend, und, fuhr er
dann nach einem neuen, kurzen Schweigen lebhafter fort, Sie
können sich in der That nicht denken, lieber Freund, in welcher
Verfassung ich nach meinem zweiien Aufenthalte in Dresden in
die Heimath zurückkehrte. Die traurige Agelegenheit mit der
Gräfin, das unglückliche Duell mit ihrem Manne lagen mir
auf der Seele. Mein Herz war verzagt, mein Sinn beschwert,

- h9- -
mein Ehrgefihl duurch den herzlosen Leichtsinn der Gräfin, die
mich iber dem Sarge ihres Gatten einem jungen Laffen auf-
opferte, empfindlich gekränkt. Ich glaubt..- ü-----
s doof Avsos zss
der Höfe, der Frauen mide zu sein. Ich fihlte einen Wider-
willen gegen die Unnatur aller der Verhälinisse, die wir uns
als Convenienzen auferlegen, und als ich von der Höhe der
Berge Schlos: Nichien erblickte, als ich so einsam dahinfuhr und
die Bäche rieseln, die Halme sich im Morgemoiie wiegen saah.
als die Bäume unserer Wälder mir ihren Schatien spendeten
uni ihren Willlomnun zusliisterien, da erwachte in mir eine nie
gefihlte Freude an der Natur, und ich gelobie mich - -
'zs -zof
Siille meines Herzens ihr und ihren einfachen Freuden und
Pflichten an. Es war eine Stunde, deren ic mich lebenslang
als einer schönen, feierlichen erinnern werde.
Ulnd doch war gerade jener Zeitpuuntt einer der trauurigsien
fir diese Gegend, wendete der Geistliche ein. Wenigstens haben
---. die ihn hier durchlebten, ihn schwer genug empfuunden.
Ass,.
Die Berichte, welche man der verstorbenen Frau Baronin nach
Iztalien sandte, klangen, obschon man gewiß sich in denselben
vorsichtig geäuusert hatte, untröstlich genng.
Mir in meiner Stimmung, eukgegnete der Baron, -=l
k,fs
das allgemeine llglick nur wie ein Mahnruf fitr mich selber
vor. Die Seuche, welche die Provinz heimsuchte, h.-- uuch
,ifo
bei uns grosße Verheerungen angerichtet. Ganze Familien
waren dem Typhus erlegen, ganze Häuser ausgestorben und
leer. Selbst in unserm Hause fand ich fast ein neues Dienst-
personal vor, und gerade am Tage meiner Ankunft war die
Frau meines Jagers ihrem Manne in das Grab gefolgt.
Sie war, wie man uns bei unsere. - ckkehr sagte, die
z- 97.
lezte Person, welche im Schlosse starb, bemnerkie der Caplan.
Sie war iberhaupt die lezte Person, die auf unseren
Gütern starb, bestätigte der Baron, und tief aufathmend fügte
z n

-- Iß-
er hinzu: Und eben daru. -----s- =-« --- -ch das Verhängnis-
-ss His iss.ss ss,s. fls- iiss
volle.-- Er blieb stehen, sezle sich dann wieder vor dem Ka-
------- ---===- -- sagte: Sie waren mit meiner Mutter und
mniinn sspd,ne zifsd.
Schwester abwesend, und mein Vaier nicht geneigt, sich irgend-
wie auszusezen. Die Angst vor der Asteckung war also masllos
geworden, als ich nach Hause lam. Man halie in der lezien
== ==- -=-ß g- z- s- -- == z- -l Uiter dje Eye zl = -gC,
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v= - -=-- Keu.-- aey -==- -- nothdürftigste Pflege und
Pp Aiosn
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=-==---- zu verschaffen. Als die Frau des Jagers nun auch
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l j-=z = -==«, 1üu. -==- =-=a das ebemualls ..el.a Find
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derselben nicht mehr im Hause lei==l.-- überall weigerte
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- -«. das kleine, kranke Geschöpf aufzunchmen. In einer
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=-- -----lß, wie die meine damtals war, und mit siebenund-
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-s E,-sieoi- (,s.sAef i-
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z-=---Zlhz o-z- -- sz-z- -.ül Ia1S ===- -- -==g. G0.. 1I0s !.
E fiel mir also nicht so.= -» =-=-- - ß---- zlel zl
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geben. Trotz aller Bitien und Warnuungen meines
ich die Frauu =-- z-------- «- ic selbst das -aake
s..ss,iffbs F s.i-
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=- - -- -as Leben abgesprochen hatte, zu meiner
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damals i-=« --- --plgpe, unverzagte Frau war, und sich n..
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F -=-- seiner Pslege zu unlerziehen versprach.
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==--=-=s -=eu hielt einiett AlllPuz== -==--, Euo=s »--- --, Cl
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seinen früüheren AuSspruuch au= -i-- - »=i- ===- war Fceihe,
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W0aS -g- i=-P-- -ls=-z-- -= -=ashülg llß lllell. =- - lle -p
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zss Rois- s--sskp-zs (
---- ----- -=--=-- =el=u« durch den Wald fnhr und es so elend
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in seinen Kissen auuf dem Ricsize des Wagens vor mir liegen
sah, schosß-- plötzlich der Gedan.. -=« den Kopf: wenn das
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Kmd wider alles Erwarten genese, -=u es mir die tödtliche
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Cz-,-ss7sißss z-iFs.s ß..wii--
o- ---z -- --=»=- --=------ so soll. - das ein Zeichen sein,
o zssss-
das; mir noch Freude und Wirlsamleii hienieden bestimmt se,
und wie ein Pfand meines Glitckes wolle ich dann die Kleine
isi- P
sspssmi s
ij-=- ld l.. llel.-« -ehe behallen.
Der Baron hatte das alles in eigenem Rickerinnern ge-

Dz
sprochen. Jezt blickte er dem Caplan fest iis Auge, als wolle
er dessen innerste Meinung erforschen, ohne basß er um dieselbe
zu fragen oder sie anzuhören brauchte, und sagte: Ich weiß,
was Sie über solch ein Witrfelspielen mit dem1 Zuufalle denken.
Sie nennen es unchristlich; ich nenne es thöricht, und doch ibte
es damals, iübt es noch in dieser Stunde seinen Einflusß auf
mich aus.- Um des Beispiels willen, so sagte ich mir damale,
in der That jedoch mehr, um mein Schicksal zu erproben, fuhhr
ich im Laufe der nächste. aoche häfiger nach Rothenseld hin-
--s M
über, um nach dem Kinde zu schen. Was der Mensc aber
zu beobachten anfängt, darauf rihtet er seine Neigung, und
hatte ich doch ohnehin meine eigene Zukunft in meiner Phantasie
an dieses Kind geknipft! Ich sorgte mich um dasselbe, sein
Ergehen beschäftigte mich lebhafter, als ich es fin möglith ge-
halten hälte, ja ich empfand eine große Freude und Be-
ruhigung, als die Kleine sich zu erholen begann und endlich
vollständig genas. Ich glaubte von jenem Zeitpunlte ab wieder
an die Zukunft, ich hoffte fiür mich wieder etwas von der
Zuknft.
»=- aheilnahme an dem Kinde hatte, als wir von
-s.s-s
Venedig heimkehrten, fir die verstorbene Fraun Baronin und
auch füür mich all..ugs etau- -=-=ndes. Wir wusßten uns
-K s.ss,-ls.
,zA
,.
»-- -erhalten nicht zu enträthseln und fanden Sie überhaupt
ganz ungemein verändert. Indeß die Mitiheilungen, welche
Sie mir eben zu machen belieben, .iklaren mir jene Theilnahme
p
wie jene Veränderung, bemerkte der Caplan, der immer nur
dann sich in die Rede des Freiherrn mischte, wenn er befürchtete,
dasß sie ins Stocken geraihen, und die Angelegenheit, um welche
es sich handelie, dadurch nicht zu ihrem Ende gefihrt werden
möchte.
=- -«undlung u meinem Wesen war natürlich genug,
eol.. M.s
meinte der Baron. Der Wechsel der Umgehungen und der

NH
Zustände war fir mich sehr grell gewesen. I = -esden ein
cg..
Leben des Genusses, welches mir das Herz zerrissen, hier Noih
umnd Elend, an denen ich mich aufgerichtet halie. Nuunu lamen
T
aus
mit meiner Mutter von dem Sterbebette meiner Schwesier
Venedig heimt- -
a. fiel der Caplan ihm mit einer Weise in die Rede,
als winsche er bei dieser Erinnerung uicht zu verweilen, der
=---, welchen die Frau Baronin, welchen das Haus erl.tan
dhs-s: sss
sss,-
hat.., machte dieselbe nur geneigter, sich der Unglicklichen auuf den
Güiern anzunehmen. Das lamn Ihrem Schiitzlinge damals sehr
zu Slalien.
Gewiß! Auch verlor ich Pauuline, so lange meine Mutier
lebte, mehr und mehr aus den Augen, sprach der Baron, der
sich von dem Caplan schnell wieder zu seiner Erzählung zuuriick-
gefihrt fand. Mein Sinn hatie sich allmählich erheitert, ich
überließ mich wieder den Neiguungen meines damaligen Alters.
D, wechselte ösier den Auufenihalt, und weun ich dazwischen die
,.
Kleine einnal wiedersah, so freute ich mich ihres Gedeihens,
sah mit Vergnügen, wie hübsch sie sei, und ließ mir von meiner
Mutter und von der alten Margarethe erzählen, daß das Kind
mich wie seinen Herrgott verehre und liebe, während ich selbst
cs nicht vergessen konnte, daß ich es einst als Glickspfand be-
trachtet hatte. -- Jahre gingen so hin. Man schickte Pauline
in die Schule, ut ? - -lc wenig geuug zu lernen war; aber
zn= sz-z-s
sie ließ sich guut an, und als man sie dann üach dem Tode meiner
Mutter confirmirte= ich lebte eben wieder im Auslande --, fragte
man nuch, ob man sie jetzt in fremde Dienste thun oder ver-
suchen solle, sie im Schlosse unter die Dienstboten einzureihen.
Um der Anfragen ledig zu werden, bestimute ich, daß sie bei
Margarethe bleiben solle; und vor der Wohnung meiner Amme,
sinibs -l.s-pz Aß
--- - -=-- »güre sitzend, sah ich Pauline eines Abends zum
ersten Male wieder, als ich nach längerer Abwesenheit von

- 2?-
Hause einmal nach Rothenfeld hiniiberritt, meine Ammne zu be-
suchen. Mein Vetier Waldern begleiiele mic auuf diesem Ritte.
Mich erblicken, auf mich zustüürzen, meine Hände kissen war
fitr Pauline, sobald ich vom Pferde gesliegen, das Werk eines
Augenblickes. E überraschte mich, sie so erwachsen zu sehen,
wie meinen Vetter der ganze Vorgang iberraschte. Un ihn
auszullären, sagte ich, das: ich dad Mdchen hüile erziehen lassen.
Fir sich? fragte er lächelnd. und ich lies; die Frage un-
beachiet, weil sie mir zuwider war. Guttherrliche Liebschaften
wvuren uiemals mneint Gescmaa, uund mteine Sinne haben utich
nie beherrscht ohne die Mitwirkung meines Herzens. -rozdem
aber wuurde ich da ==- des schönen Geschöpfes, das in seiner
1i-.
feurigen Danlbarkeit mir nzr noch reizender erschien, nicht
wieder los, und ich mußte mir bald sagen, daß es so gar leicht
fin mich sei, es zu besizen, um mich in dem Vorsatze, das
Mädchen zu meiden, auufrecht zu erhalten. Hätie Paulinen's
Zineigung sie mir nichi immner wieder ie den Weg gesührt,
ich wüürde meinem Vorsatze treu geblieben sein.
Der Caplan wurde von dieser Aeußerung betroffen. Der
Baron muusßte sehr erregt, sehr erschüttert sein, daß er sich vor
sich selbst in solcher Weise zu rechifertigen suchte, daß er es
nicht fühlte, wie nahe es an das Gebi-? - Komischen grenzte,
wenn er, der erfahrene, herzensüige Lebemann, es unter-
fzs-
nahm, sich halbwegs als durch die Liebe eines Kindes verleitet,
darzustellen. Er mochte wohl auch etwaä von dieser Ver-
wuunderung in den Mienen des Caplauns bemerken, denn er
brach plötzlich ab und sagte dann: Was soll ich Znen erzählen,
D
wie ein unerwartetes Begegnen in einsamer Stunde einmal
meine Sinne anfachte, wie des Mädchens Hingebung es mir
in die Arme warf!
Er erhob sich nach diesen Worten und begann wieder im
Zimmer umherzugehen. Dem Genusse folgte die Neue auf dem

--=- Zg-
Fuße, sagte er kurz und schnell, als wolle er bald beenden,
was ihm zu erzählen noch üibrig blieb. Das Mdchen war
mein Schiizling gewesen; ich lonnte das nichi vergessen. Unzn-
frieden mit mir selbst, dachte ich dem Handel keine weitere
Folge zu geben. Ich hatte fest beschlossen, Pauline sogleich zu
entfernen, und suuchte nur nach einem Orte, nach dem ich sie
schasfen, oder ach einem Manne ihres Standes, mit dem: ich
sie verheirathen und von welchem ich eine gute Behandlung des
armen Geschöpfes erwarten lonnte, denn ich wollte ihr in jedemt
Falle ein möglichst gutes Lvos bereiten. Aber die Lidenschafi
des Mädchens hatte etwas Dämonisches. Sie hing sich mit
einer Gewalt der Liebe an mich, die ich in ihrem Alter und in
ihrem Stande nicht für möglich gehalten hätte. Wie an meine
Schritie gebannt, folgte sie mir mit einer Art von Jnstinkt.
Sie schien meine Gedanken, meine Absichten im Voraus zu
errathen; wohin ich kam, fand ich sie; wo ich sie nicht ver-
muthen konnte, erschien sie plözlich. Sie wurde mir eine Art
von psychologischem Näthsel. Wir wissen ja so wenig von der
verborgenen Macht, welche die Wesen aneinander kettet! Ich
konnte mich der Vorstellung nicht erwehren, daß ein geheimniß-
voller Zusammenhang dieses Mädchen mir verbinde; aus Mit-
leid, aus einer menschenfreundlichen Grille und, ich mag mich
Ihnen nicht besser darstellen, als ich bin, aus Genußsucht end-
lch behielt ich sie.
Ich verbot ihr jedoch, mir zu folgen oder jemals nach
Richten zu lommen; ich versprach, sie aufzusuchen. Ihre Freude
war groß, ihr Gehorsam unbcdingt, und bald war mir das
D=gll, bald war sie selbst mir in daö Herz gewachsen. Ich
zi-
unterhielt mich damit, ihren Verstand zu entwwickeln; ich wollte
sehen, was Erziehung aus einem Naturkinde zu machen ver-
möge. Ich wollte einmal eine ungekünstelte, ungeheuchelte Liebe
genießen, mich an der reinen, einfachen Natur erfreuen.

-- - ZJ---
«g wwies den neuuen und tüchtigen Schullehrer as1,-== -- =0
N,
sszwoi: f--
abgebrochenen Unterrichi wieder aufzunehmen. Paulinen's Wns-
begier, duurch das Verlangen, mir näher zu riicken, gesteigert,
war so unermüdlich, als ihr Fleiß. Ihr: Fortschritte iber-
raschten mich. Neben den geistreichsten Fruuen hat mich oft-
mals das Gefihl einer Ermiduung beschlichen ueben Pauline
habe ich das nie empfunden. .pre Urspringlichleit machte sie
A
mir immer reizend, sie ist durchaus eigenartig. .« habe viel
N,a
Freude a ihr gehall.
Der saplan halle duupch sein Schweigen deui Freiherrn die
Genugthuung vollen Aussprechens gewähren wollen, um danach
zu berechnen, was geschehen müsse, ein gethanes Unrecht mög-
lichst zu siühnen und neue, weiter fortgefihrte Sine zu ver-
hiten. Nun, da der Saron anfing, sich in die Erinnerungeu
.
zu versenken, welche ihn an Pauline fesselten, diünkte es dem
Geisilichen an der Zeit, diesen Erinnerugen ein Ziel zu stecken,
und er fragte plötzlich nach Paulinen's Alter.
Sie war siebenzehn Jahre, als ich sie einrichtete, und neun-
zehn, als sie den Knaben gebar, der nun im sechsten Jahre
s.s
-=-- antvortete er. Die Frage des Caplans hatie den Baron
aber unbehaglich auufgeschreckt; er setzte seinen Weg durch dad
Zimmer eine Weile lautlos fort.
Auch an dem Knaben hänge ich, sagte rr dann mit einem
Male. Er erschreckt mich oft duurch seine Aehnlichleit mit meinem
Vater und mit mir. Dazu ist er an meinem Geburtstage, wie
Pauline a. dem Geburtötage meiner Mutter, geboren, deren
Namen sie ja s-« -»ugt, figte er mit unverkembarer Zärtlich-
ii szA
s.l s
= - yllFll.
Und weiß sie es bereits, daß Sie sie entfernen wollen,
entfernen müssen? fragte der Caplan, um den Baron von der
Betrachtung dessen abzulenken, was er als das Dämonische
anzusehen liebte.

------ Is --
.a, sie weiß es. Als sie durch mich zuerst von meiner
bevorstehenden Verheirathung erfuhr, nahm sie die Nachricht
mnit anscheinender Fassung auuf, und weil ich sie verständig zu
finden wümnschte, hoffte ich, daß sie es sei und daß sie mir
keine Schwierigkeiten bereiten wülrde. .g belobie sie, ich sagle
D
ihr, das; sie mir eine Beruhhigung gewähre, mir einen Beistand
Des:
leiste, das; ihre . ufi mir sehr am Herzen liege, das; ich finr
den Knaben in jedem Betrachte sorgen wirde, und ich verlies;
sie, sehr zufrieden, sie so figsau gefunden zu haben. Ja, ich
war ihr danlbar, rechi eigentlich daulbar dafir, daß sie mir
erleichterte, was mir selber so schwer ficl. .g hatte aber nicht
N,
berechnei, das; sie nicht iber den Augenhlic hinauus zu denlen
pflegte, wenn ich bei ihr war.
Der Baron wollte die ihn drüückende Angelegenheit gern wie
ein Geschäft behandeln und zum Abschliuß bringen. Aber wie sehr
er sich auch dazu zwang, der Zwiespalt zwischen seiner Vernunft
und seiner Eupfinduung, zwischen seinen Absichten und seinem
Gewissen verrieth sich immerfort, und er hatte Pauline vielleicht
nie zärtlicher im Herzen getragen, als in dieser Stunde, in der
er sich fiür immer von ihr loszumachen strebte.
Paulinen's Knabe ist natürlich protestantisch, wie die Mutter,
bemerkte der Caplan, der den Baron bei den Thatsachen fest-
zuhalten wünschte und der es damit verrieth, daß er von den
Vorgängen in Rothenfeld wohl unterrichtet sei.
a-. sprach der Baron, aber ich bekene Ihnen ehrlich,
N,
ich wüinschte, daß es anders wäre; denn der Katholicismus
kommt mit seinen Lehren dem Bedinfnisse der Schwachen, der
Leidenden doch weit mehr, ich möchte sagen, sichtbarer, faßbarer
-=e, als der Protestantismus es thut. Und auch hier
Gzs? -
irage ich eine Schuld. Et häite mich uur ein Wort gelosiet,
den Knaben unserer Kirche zu übergeben; aber die Mutter wülrde
ohne Zweifel dem Kinde dannn nachgefolgt sein. Ich habe dies

ch
zu thun versäuumt, und jezt gäbe ich doch viel darum, wenn
die arme Pauline unserer Kirche angehörle.
Ist siedeniberhaupt einereligiöse Natur?fragte der Geistliche.
Sie war es ganz unstreitig! Indeß die zelotische Strenge
des Nendorfer Pfarrers hatte sie so beängstigi, das; ich sie, um
sie zu beruhigen, nur leider von der Kirche entwöhnen mußte. Daä
ist jezt in der That ein groses llngliick fiir sie und fir mich.
Wenn Pauline Katholikin wäre, wenn sie einer Kirche ver-
trauensvoll angehörte, wenn sie sich aussprechen, beichten, Rath
und Trost inden, ja, selbst bißen könnte, so würde das in
diesem Augenblicke eine Wohlthat, es witrde die größte Hüülfe,
es würde eine Retiung fir sie sein. -- Und ihr zu helfen, mir
zu helfen, das ist es, was ich jetzt von Ihhnen zu fordern ge-
nöthigt bin, mein alter Freund! schloß der Boron im Tone
bitiender Herzlichkeit.
Der Caplan zbgerte zu antvorten; er ging offenbar mit
sich zu Rathe. Unnd was verlangen Sie von nir? Was wiün-
schen Sie, daß ich für Pauline thue? fragte er danach.
Gehen Sie zu ihr, mein Freund! Zeigen Sie ihr, daß Sie
Alles wissen, suchen Sie ihr Vertrauen zu gewinnen. Seit die
alte Margarethe todt ist, hat sie Niemand mehr gehabt, der
e
aheil an ihr genommen hat, sagte der Freiherr. Der Vorzug,
den ich ihr einräumte - Sie kennen ja die Menschen -- machte
sie unbeliebt. Man mißgönnte ihr denselben von der einen
Seite, und warf von der anderen den Stein auf sie. Man miß-
traute ihr und beneidete sie. Sie war also, mehr als gut ist,
auf mich allein angewiesen. Stellen Sie ihr die Dinge vor,
wie sie liegen. Machen Sie ihr meine und ihre Lage klar.
g
Was Sie ihr sagen, wird uneigennilziger, milder scheinen, als
meine Vorstellungen, und
Sagen Sie ihr, daß sie,
Zukunft zu bereiten, sich
wird darum eindringlicher wirken.
schon um ihrem Knaben eine gute
frih mit ihm von hier entfernen

-=- ZZ---
misse. Mit einem Worte, bester Freund! er ging auf den
Caplan zu, ergriff seine Hände und sagte mit einer Bewegung.
die er nicht mehr bemeistern lonnte: Ich lenne Ihre Grund-
sätze, aber ich kenne auch Ihre Anhänglichle.. .re Freundschaft
ls As
fiür mich. Ich habe Ihre Gewandiheit und Nechtlichleit vielfach
schätzen zu lernen Ursache gehabt, und hier handelt es sich nicht
einzig und allein um mich. Ein armes, unglickliches Weib
hat Ihren erbarmungsvollen Beistand nöihig, und Paunline liegt
mir mehr am Herzen, als mir lieb ist. Beruhigen Sie sie
um meiner Nuhe willen.- Und vor allen Dingen machen Sie,
daß sie sich entfernt, denn ich bin das zu thun nicht im Stande
P hP - =- -=- ==-
und
der Gaplan blieb allein zuurick.
Er sah dem Freiherrn gedankenvoll nach. Jmmer der
Alte, sagte er endlich, indem er eine Prise nahm, seinem Her-
zen wie seinen Sinnen und seinen Phantasmen uuterthan. Eben
so leicht geneigt, sich die Zügel schiesen zu lassen, als sich dessen
anzuklagen und sich davon freizusprechen. Wann wird die
Stunde endlich für ihn schlagen?
Er blieb wie in Gedanken vor den Bildern stehen, welche
die Hauptwand des Zimmers schmückten. Sie stellten die Eltern
und die verstorbene Schwester des Freiherrn vor. Er betrachtete
das Portrait der Lezteren lange und liebevoll.
Nur Etwas von ihrem klaren, festen Sinne, und welch
ein Anderer wäre auch er geworden! rief er aus. Dann ent-
fernte er sich ebenfalls, und nur die hellen Sonenstrahlen be-
lebten das schöne, würdige Gemach.