Von Geschlecht zu Geschlecht. Roman in zwei Abtheilungen. Neue, von der verfasserin veranstaltete, revidirte Ausg.
Fanny Lewald
Kapitel 04

Vierteö Capitel.
F de Geislliche in das Schlos: zirielehrie, sagie man
== .
ihm, das; der Baron nach ihm gefragt hale, und er verfiigie
sich nach dessen Zimmer.
Ein freundliches Licht, eine behagliche Wärme strömten
ihm eutgegen, als er in dasselbe einirat. Z Kamine lnisterte
und flackerte das Feuuer und warf seine Sireiflichier nach den
Genien von Marmor empor, die von der hochgegiebelten Spitze
desselben Kränze und Palmenzweige hernicderreichten. An dem
grosen Schreib-Burean, oben, gegen das Fenster hin, sas: der
Baron. Bei dem klaren Lichte der achskerzen, die auf den
N.i
silbernen Armleuchtern brannten, ordnete er verschiedene Brief-
schaften und Papiere, und die im Kamine auffliegenden leichten
Feuerflocken verriethen, daß er auch Papiere verbrannt haben muszte.
Als er den Caplan gewahrte, stand er auf und gig ihm
ein paar Schritte entgegen. E ist gut, daß Sie da sind,
Bester, sagte er dann; mir wurde allmählig bange vor diesem
Schreibtische. Alte Papiere durchzusehen, ist mir beinahe noch
quälender, als auf einem Kirchhofe umher zu wandeln. Der
Kirchhof, so traurig seine Mahnuung an unsere Vergänglichkeit
.st, zeigt sich uns doch immer als die Ruhestätte für manches
Leiden, und wir selber empfinden uns auf demselben mit Be-
hagen als die Lebenden, wir sind für den Augenblick wenigstens
noch die Bevorzugten. Aber vor solchen Papicren - er wies
mit der Hand darauuf hin-- fühlen wir selbst uns schon in

- 1 -
aewissem Sinne als Vergangene. Wir kennen uns selbst nicht
in den durchlebten Zuständen wieder, wir bel. ===- das, was
? Fols- :
uns einst wichtig schien, wir sehen auf uns slbst wie auf etvas
Fremdes zuruck, -- daneben wälz- I.ch uns die ganze Masse
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ss I
- .-pumern und Verschldungen auf, die man sich nicht
ss z--ssi
ableugnen lann und mit denen man sich ellst und Andere
leiden machle. ae vergzangeten Freuden sin uns leine recten
Freiden mehr, = - --uschen, die vor uns aufcauchen, sind theils
., i
wirklich todt, heils kodt fiür une, und weil wir auf so viel
Berganggeues blicken, verlieren wir das Zulraten zuu deuzeuigen,
a,z -üiis. H?,sps -
was wwir jetzt wünschen .i ud erstreben. -- - h----- --z -- des
V,,s.
=ghofes ist lange nicht so mnelancholisch, alo solche P-.. --- -
1I,?, nf
ailbter Papiere. Sie miiszlen uns alle =z- am Leben nehn.en,
- Nisi
wären wwir nicht wie die Kinder geleg-. uns has Koimnnende,
si
das llnnbelaunnle, -eoz aller unser. = ;=- llgell, doch o-
fsssssfis
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os- s. lii-
wieder schöner und verlässiger, als das Be!annte vorzustellen.
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=--- seines Lebens froh werden wll, mus: eigent..ch gar keine
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«-glisse seiner Vergangg.iheit ufbewvahren, ==- düs -=----
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aewinnt man die Mögl..g--- is»» --=s- -z=-- F - ==-=---, waS
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1hi ;zulhaltenn wwüünscht, l= -=uR zl - - i -, waS hu-
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vergessen möchte.
Der Caplan =--z- each dieser Asicht. =-- das Be-
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-Rszsi.
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sißs snnisfio oe ffms ss, nie Z,
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-- als Einheit auufzurichten wünsch.. -- hat als Grundlage
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fir seinen eigenen Fortschritt den genauen, klaren Ue..=-- -==-
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seine ganze Vergangenheit nöthig. -=-g dii kt, sagte er, ein
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w-- o---=, aus dem wr belehrt hervorgega tgen sind, wird
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uns zuu einem Aniriebe, weiter in dem Streben n=g---=-=--
s.ss-ssszsifi
i=- -a--=-------; jede Versnuchung, z - uuble Neiguung, die woir
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besiegten, ist eine Ermuthiguung für uns, jedes Unterliegen emme
Asss
==--p--ß zl ==s-p-s--=-- -===s uins selbst, uut wenn ic auf
s; HI,ßsz-fsiio:n noonoi: in
F. Le wald, Von Geschlecht zu Geschlecht.
K

- -- ßß---
meine ganze Vergangenheit zurückschaue, so möchte ich nicht eine
Stunde derselben vermissen.
Der Baron war von der Aeusterung iüberrascht. Ich lenne
Sie doch nun über ein Vierteljahrhundert, sagte er, aber für
so glicklich hätie ich Sie nicht gehalten. Nach Ihren Aeußerun-
gen müssen Sie von dem Leben, von den Menschen keine Et-
käuschungen erlitten haben; dann freilich wären Sie zu beneiden,
wären Sie gliicklicher als ich gewesen bin; aber ich habe das
nicht geglaubt.
Er brach damit plözlich das Thhema ab, als sei es völlig
erschöpft, wenn er seine Ansicht darüber ausgesprochen habe,
und der Caplan hatte keine Neigung und keinen Gruund, es
weiter fortzusetzen. Aber der Baron war aufgeregt und warf
mit einer gewissen Hefiigleil noch einige Päcke Papiere in das
Feuer, die hell aufflammien und bald als ein Häufchen Asche
zwischen den grosen Holzbränden versanlen.
Das wäre abgethan! sagte er, und als sei mit diesen
schriftlichen Zeichen enischwuundener Jahre auuch all dasjenige
vernichlet, was der Baron nicht erlebi und gelebl zu haben
wüünschte, so erleichtert wandte er sich von dem Feuer ab. Er
ging an sein Bureaun, schloß eines der Fächer desselben auf,
nahm einen Schmuckkasten von violettem Sammet heraus, der
auf seinem Deckel das Wappen der Familie Arten trug, und
zeigte, den Kasten öffnend, seinem Freunde den darin enthaltenen
Schmuck.
Sehen Sie einmal, sagte er, wad Fassung thut! Sie
kennen ja unsern Familienschmuck; aber wie viel schöner sieht
er in seiner jezigen Fassung aus, als in der früheren, in
welcher meine Mutter ihn trug! Er hielt ihn dabei gegen
das Lcht, das; die ßlamme der Kerzen sich tauusendfach in den
schön facettirten Brillanten spiegelte, und schien große Freude
an ihrem Glanze zu haben.

- - ß? --
Mich dinkt, der Schmuck ist größer und reicher, als ich
ihn früher gesehen habe, meinte der Caplan.
as isi er auch. Sie wissen ja, dasi es ein lelerein-
kommen oder vielmehr eine Sitte unter uns ist, bei jeder neuen
lebertragung des Schmuckes auf eine neue Frau von Arten,
den Schmuck zu vergröszern. Ich habe die finf Solitaire,
welche die Mitte des Colliers bilden, dazu gekauft, und die
ganze Aigrette ist neu. Ich denl., daß si: Gräfin Angelika
vortrefflich lleiden wird. Die finf Steine, welche durch meinen
Autlauf an der hinteren Seite des Halsbandes übrig geworden
sind, habe ich als Pendeloques für die Brust -Agraffe fassen
lassen, und so schön die Steine an und fir sich sind, muß man
es dem Juuwelier, dem Jakob Flies, doch lasien, das; er ihnen
durch die Art der Zuusammeustellung eiuen ganz besonderen
Glanz gegeben hat. Er ist fraglos einer der geschictesten Ju-
weliere und der hounetesle Jde, der mir vorgekomnen isi.
Er blieb utit der Betrachtung des Schmices beschäftigt,
nahm die einzelnen Thheile mit einer fast weiblichen Gunug-
lhunuug auus dem Elui heraus, hielt sie gegen dad Licht und
rief endlich: Keine Königin dürfte sich dieses Schmuckes schämen!
aann legie er Alles in dem Etui zurccht, deckle das wattirle
weiße Atlaskissen über die Brillanten und schloß das Kästchen
mit dem goldenen Schliüssel wieder behutsam zu. Ehe er es
aber in das Bureau setzte, ließ er den Caplan noch einmal die
Arbeit des Etuis betrachten, welche sehr geschickt das alte, jezt
zn llein gewordene Schmuckkäsichen nachahmte, und mit dem
doppelten Behagen des Kenners und des Besitzers holte er noch
vier, finf äliere Schmuckkasten herbei, welche die Vorgänger des
jetzigen gewesen waren.
Mann hatte durch alle Generationen die Form und Zeich-
nung des ersten Schmuckkästchens festgehalten, das einst einer
der Herren von Arten seiner Braut als Hochzeitsgabe darge-
g

--- - ßZ --
bracht hatie. Es machte zich also von selbst, das; der Baron
dabei seiner Multer und Groszmulter, seiner Vorfahren über-
haupt gedachte, und er, der sich eben noch gegen alle und jede
yersönliche Nütckerinuerungen anogessrochen haile, saund sich bald
in das liebevollste Gedenlen an seine Ellern, in den stolzesten
Nückblick auuf sein Geschlecht versenlt. Er sprach von seiner
Muiter, von seinem Valer, er verglich die Eigenschasien und
den Charakter seiner verstorbenen Schwester mit deuen seiner
Brauut, er entvarf Lebenöplane fir die Zuluu; und war, wie
zßs i
sanguinische Menschen bei einem neuen Abschnitie in ihrem Leben
=s-
es pf-gen, voll guten Glaubens und voll guute. Sorsäze.
s
Er kam darauf noch einmal, als er dem aplan die arauu-
ringe zeigte, auf den jüüdischen Jiwelier zurick. Ich kenne ihn
seit langen Jahren, mein Vater bediente sich seines Vaters schon,
sagte er, aber ich habe mir niemals die Mühe genommen, mich
weiter mit ihm einzulassen, als unser eigeniliches Geschäft es
nöthig machte. wo-- da ich ausführlicher mit ihm zu ver-
-,iss
handeln hatie, habe ich ihn näher lennen leren, und ich finde
nun voll.ümmen bestätigt, was man mir von ihm gerülhmt
hat. Er ist ein anständiger Mann und von einer Bildung,
die ich bei Leuten seines Gleichen in der Thai nicht vorausgesezt
haben wülrde.
N,
-, gs.:
D= P-=- azen das inuner gesagt, bemerkte der Caplan.
Verwandte von mir, die vor Jahren in seinem Hause wohnten,
hielten einen gewissen Verkehr mit ihm, und ich habe dadurch
bei meinen früheren Besuchen in der Stadt die Gelegenheit ge-
hab., - und seine Fran kennen zu lernen. EK sind äuusßerst
s »s.:
brave und recht gebildete Leuie.
, sb=i
=-s- --- es, diese Bestätigung Ihrer Ansicht durch meine
eigene Erfahrung gewonnen zu haben, erllärte der Baron; denn
ich hege nichi üible Lust, den Mann als meinen Agenien in
der Stadt zu benitzen. Er hat Waarenkenntniß aller Art und

O9
viel Geschmac. Er isi daneben llg, uusihlig, ein sehr ae-
H.,«
waundier Geschhäf!smann, und di. -- ge. in welig.e er seine
. 1. -
FFrauu und seiue einzige, beiläutfig sehhr scöie o chler behhandelie,
gesiel nir sehr. -=erel sche. er -r auch zt sein.
eO1=
-sssi
isi
,-plis -isssp-siuis k isinmi:
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J Gplan hatie Amifaungs h=- - =- ---- s- = ---=b==----
was den Baron bewogen, grade jezt, wo snin. Zeit beschränli
wwar, die uäihhere -ilauulsch.;- -e-Juwweliere zt achen; noc
1,-
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si.is! -
or viinir s ,»pis ii: iss do
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====-- - -= ; --=-- -b-ugelb er sich zu einen sulchen eben einen
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»,-,s Rs lniff.ss H,.i-s
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-i dos:
zuiegeuhe:l des Herrn Flies gedachlenn, llärl.. g- -en Caslan
ois sG=- -
s-s.:
--- -organg alsbald auf. Die ganze Maszregel lonnte sich
dons
o--=- --; zauulute oder -. == »llüs.« -.zlehsen, den der Frei-
Hs iie- -is g
--is dois s
1.is hi
=- - - ---- »-= -p- uind Raihhe des Jui..ieeS anzuvertrauen be-
sz dois (wss in
sisls
p-=-- -- ---==--. -vetl er mit demnselben auf sehr leichle und
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unnbersääuugliche Weise i. Il;-guullge bl.=--=--= - =--
-? sz.- l -sisfn H,-
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oss sszn fn iiss spiisi- H,=zss
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Am andern Morgen kam der künftige Schwager de« ==»-l-
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Oll (UUl1.« = p u., 1CC --=- -o-- == -- ==- ==ubssgz-- s-- =- -
di- i1s 1sI -
F,s,i.i- isfs dois -Ii
isiis sviispv
t,fnsEf;-=- si f H..s,is
=-»==s- - D-s - z»D- - zl begleitent. Ey diemtte it einelnt
Cavaü..-=Wwe, desseil .=-=-==-l uufern it Garnison
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nnniff; ?
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lag. Es war ein prächtiger Tag. ==0 ---- oes Cornets
M1,«»- -
I»-siss V7ss-
iipliszi, sin
n=- -- « voL FLt.u., ,l19 LS, wü ssze;-== ==-s s =ss sg=s-i--s ==--
dins.sisd siHs Aoiss s
i sd.
disz-si ois s,il f:i ss, pis Ps),rwos
=--=- - - -=------ ----=-- =--=l, das Schlos; erreichte, dessen
wohD=- - ;-- =-==-- - Eez -o loce;nd fyinkten. Die
Kis.fs-H-e. FsIfs,- -simis
-f,»ssf»f pissR
l..sd-: s.
=- =- -- -yll bOJlellestdetl lüüia-g--s ---- z--o==-- s-=--z--s -
zs 1szsRliisisd.. sssi,snhss iis
vinp

==== H 1f =====
großen Sätzen vor ihm her, als ahnten sie in der klaren Herbst-
luft die nahe Jagd.
Der Cornet war pimnltlich gewesen, um keinen Afenihalt
in der Abreise zu verursachen, und kaum hatte ein Diener sein
- -- eggef,rt, so irat gleich ein zweiler heran, dem Neit-
N,.-b
1s.
knechte des jungen Grafen das Gepäck abzunehmen, welches
dieser fir seien Herrn auus dem Pserde haile. Deun die Neise-
wvagen waren bereits zum Anspannen fertig und man hatte
nur noch die Mantelsäcke des jungen Grafen unterzubringen.
cd,s- N
=- - »aron hatte, amt Fenster stehend, schon eine gatze
-veile nach seinem Schvager ansgesehen. Er hatte vortrefflich
Hr
geschlafen, waar heiter erwwacht und am Morgen unier verschie-
denen Vorwänden durch das ganze Schlos gegangen, das ihm
heute zum ersten Male so leer erschien, als habe die Gefährtin,
die er zu holen beabsichtigte, es schon lange mit ihm bewohnt
und ihn eben jetzt erst verlassen. Er sah daran, wie viel er
in dieser Zeit an sie gedacht hatte, wie schr er sich ihres nahen
Besizes freute und wie sehr er sie bereits in sein Leben aufge-
nommen habe. Er begriste und umarmte dann den Jüngling,
der ihn mit den schönen Augen seiner Schwester anlachte, mit
der größten Freude, aber er war so eilig, fortzukommen, dasß er
troz seiner Gastlich!., noch während der Cornet beim Frihstick
.
saß, den Befehl zum Anspannen der Wagen ertheilte.
==.e Cornet wollte davon nichts hören. Er hatte sich vor
cd,s
=agesanb.uch auf den -eg gemacht, nun verlangte er Zeit,
qD
sich auszuruhen, denn er wollte sein Haar, das von dem mehr-
stündigen Ritte in Unordnng gerathen war, frisch frisiren und
pndern lassen, um am Abende sich in seiner Familie gebüührend
präsentiren zu können. Er neckte daher den Baron mit aller
kecken Laune eines jugen Militärs und mit allem lebermuihe
eines verwöhnten Ginstlings über die grospe Eile, mit welcher
derselbe zur Abreise trieb. Der Baron ließ sich das von dem

e
-==== F ( ===
Bruder seiner Braut mit Heiterkeit gefallen, ja, er willigte end-
-.g darein, dem jungen Grafen noch die gaze neue Einrich-
,
tung des Schlosses zu zeigen, und es verginge: damit nahezu
zwei Stunden, die man .. der angeeg-;-=-- und behagl-g - --
s,s.-
fs
Iiissfiss
Weise verbrachie.
Edlich fuhren die beiden Reisewagen vnr das Schlos:t
wen eienn solllen bei der Heinlehhr die Vermnähllrn, den aderen:
eD
der Cornet und dex Cahlan benuußzent. ane Dte. ;-=- -=d
si»-s.,ss ss,iss
=-- der Thhure, der Haushofmeister sah dienstbeslissen noch ein-
k nf
nal die Taschen des Wagens nach, sc zu ulerzeugen, daz die
s ziH fnpp.zpsps si
.- ?
mitaeaebenen Vorräthe woh. -- -h--»-- -oüNe, -- - =uammmter-
diener legle die Fuussäcke und Pelzdecen zur Vorsgt -u ben
1.s.
=-s--- --=- nahm dem Gärtner die Schac,iel ab, in welcher
N,oni
us fsA
s.s -
das Bouuquet von Orangenbluuthen, das d.. =uren seine. =--ulh
h=- P - -
-z- =-.-
ul« -we..l11Sggule asts sei:ter Oril-gg-- --s-g-=- -b---- -=sb-s=--
K NzIsst
noiin ssssfpiliisnnoi: ssiihssphsz:
vorsichtig in Moos verpackt war.
Nzs
di: Is imossli
H,- sz-;s R,z- MP,ifms: fisis spiisbis Ksdof:
»1s =?b sss =suszz-suv1 iüus uuuus geu- Kauis uus s1l1s jsl=uis =ss =s-
Begleitern aus dem Portal des Schlosses heraus, und der
oes.. --.- --s-allc -= --=------g, woie schön seinn
vv,. s1,-zs.z-Kss-
f.- i sssi.iss ßs«-
zss,f zspr
Schwager in dem violetten, mit Goldschnüren besezten Sammet-
überrocke aussehe. Mit klarem Auuge selbstzufrieden umher-
scsut...=-, -- -=-- == - -==s====- Eus- p-=-==e-s- z--»e;= Anjt Gghg=
nisssd.
dGF7, d.=- HT,ifss
oss sl,»,oi-
»s6.,-ss
schniren verzierten dreieckigen Huui auuf das Haupt und wollte
spin dois M,
-- -- - --==»agen -estetgen, als sich unten am Flusse eine un-
s -
-if. H,z- (1Iz-Hfse fssss spifnss zz--sFe
lhhfge Be0ePllg Z z--- =- -=-= --- - --s- j----- - »-- z=s-
nd. ifnin. 9sz-s.,
--- -----s- -==-iter waren am Wasser beschäftigt, man holte
---b--- =--- -- uu der Gärtner bestieg das Boot, mit dem
g,sAi-woois si»Ii.s s
mn-nn sAI Roif: F,hsi nds-I.'
s-- ---- =---=-== wgüSchen überzufahren hflegte.
Wad giebl's da -- -- - b-üs- --- Fr.g=--
miiinzs siAifn dov
.i szwp»
Man wuuste es in seiner Umgebung nicht und schickte hin-
unter, es zu erkunden.

Aber noch ehe der Bote zurückkam, brachte der Gärtner-
bursche dem Caplan einen Brief.
Was geht da vor ? wiederholte der Freiherr.
Gnädiger Herr, sagte der Bursche, es hat sich Einer in's
Wasser gestirzt!
Wer? Wann? rief der Freiherr mit einem Schrecken, der
aus irgend einer furchibaren Ahhnung hervorgehen musile.
Ieh weiz ilchl! auvorele der Gairlerburs he uuus ein
Zeichen des Caplans, von dessen Wangen alles Blut gewichen war.
Der Freiherr wollte die Terrasse hinuntereilen, der Caplan
hielt ihn zurick. Bleiben Sie, bleiben Sie! Ee ist vergebens,
es ist zu spät! sagte er eilig und selbst nach Fassug ringend.
Den Brief, den Brief! drängte darauf der Baron und
entriß dem Widerstrebenden das Papier. Es enthielt die folgen-
den, kurzen Zeilen:
, Was ich von Dir erfahren soll, das iheile dem Herrn -
Caplan mit! hat er mir geschrieben. - Sagen Sie ihm also,
Hochwürden, daß ich nicht anders konte. Ich habe fortgehen
wollen, mun der Tag da ist, geht's iber meine Kräfie. Ich
will ihn ja nicht stören in seinem Gliicke, aber hier bleiben
muß ich! Wen er heruntersieht auf das Wasser, werde ich
ihm wohl einfallen, und er wird dann auch wohl an den Paul
denken, der nuun keinen Menschen mehr auf der Welt hat, als
ihn! Sagen Sie ihm das, Hochwürden! - Weun's Tag wird
und Sie den Brief bekommen, dann ist's lange mit mir vorbei!'
Das war Alles. Der Brief war kurz und ohne alle Weich-
heit, wie Paulinen's Charakter in sich abgeschlossen, und ihr Ent-
schluuß schnell gewesen war. Sie hatie nicht einmal ihren Namen
unterschrieben.
Während der Baron las, hatie seine ganze Dienerschaft
erfahren, was geschehen war. Die Blicke seiner Leute waren
auf ihn gerichtet, er beachtete es nicht. Seine Hand zitterte,

»»== H zg ====
seine Kniee versagten ihm den Dienst, er muste sich auuf einer
der Bäke vor dem Schlosse niedersetzen. und im furchtlaren
Schmerze schloß er die Augen. E war eine vollkommene Un-
khätigkeit in seine Umgebung gekommen, Niemand schien zu wissen,
was er khun solle.
Mit einem Mal richtete er sich auf. Ahspannen! befahl
er und wollie sich in das Schlos; begeben. Ii dem Augen-
bll.k kun uler uer Cornel zriick, welcer unil der Lebhast gkeil
seines Alters bei der ersten Kunde von dem Unfalle nach dem
Wasser hinuntergegangen war.
Et hal sich ein Franenzimmer aus dem Dorfe ertränki!
sagte er gleichgüültig, und sie meinen, es misse chon viele Stun-
den her sein, denn der Mantel und die Schuhe, die man auf
dem Nasen gefunden hal, waren schon feslgesroren, al o=-
e Ns.-
Gäriner sie bemerkte. Unter den Schuhen soll ein Bries an
den Herrn Caplan gelegen haben.-- Ah, Sie haben den Brief
schon! rief er, als er das Blatt in den Händen seines Schwagers
uund zugleich mit dessen Verstörung es bemerkte, das; der Kam-
merdiener die Pelzdecken wieder aus dem Wagen herausnahm.
d
-oas haben Sie, Baron? Sie lassen auespannen ? fragte
er verwundert. Fahren wir denn nichi?
Ja, bald, gleich! erwiederte der Baron, sich gewalisam
beherrschend. Ich muuß nur erst sehen - -
Ob Sie Todte lebendig machen können ? rief der Cornet.
Wenn wir darauf warten sollen, wird Angelika heute eine
schlaflose Nacht haben und sich Sorgen um uns machen, wo-
bei Sie natürlich für zwei zählen und ich füc Nichts! Vor
Abend kommen wir jetzt ohnehin nicht mehr nae« --- und
s. N,s-As
der Caplan ist ja unten. leberlassen Sie ihm doch den Rettungs-
versuch, das ist sein Amt, und -- fiügle er ilermüthig hinzu
-- wer weiz, ob der hochwürdige Herr, an den der Brief ge-
richtet war, nicht am Ende ohnehin mehr von der Sache weiß.

F- ? S -=-
Er lachte iber seinen Einfall; der Baron hatie nichts von
diesen frechen Worten des jungen Mannes gehört; aber er kam
allmählig aus seiner Versunkenheit zurick, fuhr sich mit der
Hand mehrmals über die Stirn, und als er sich dann umsah,
waren seine Mienen wieder ruhig geworden.
Sie haben Recht, sprach er; ich kann hier in der That
Nichts helfen, und Ihre Schwester soll nicht ohne Grund be-
unruhigt werden. Kommen Sie, lieber Gerhard, lassen Sie
uns einsteigen! -- Während der junge Graf sich dem Wagen
näherte, winkte der Baron den Hanshofmeister heran und sagte:
Ich lasse den Herrn Caplan ersuchen, alles Nöthige, verstehen
Sie mich, alles Nöthige, zu besorgen und mir baldmöglichst
nachzukommen! Und das: ich hier Alles finde, wie ich's ange-
ordnet habe!
Der Haushofmeister verneigle sich, die Diennerschafi, welche
eben so bestirzt gewesen war, als ihr Gebieter, trat beflissen
hinzu, und der Baron stieg ein. Als der Cornet sich zu ihm
niedersetzte und der Kammerdiener ihnen die Decken von schwar-
zem Bärenpelz über die Kniee gebreitet hatte, lehnte der Baron
sich in die Ecke zurick, wie einer, der zu schlafen beabsichtigt.
Sie werden heute keinen unterhaltenden Gesellschafter an
mir haben, sprach er zu dem jungen Manne. Frende und
Erregung haben mich die Nacht nicht schlafen lassen, und nun
ist der Schrecken mir auf die Nerven gefallen, daß ich einen
Ansaz von Migraine fühle, den ich mir wegschlafen möchte,
um Ihre Schwester heiter und frei umarmen zu könien.
Kannten Sie das Franenzimmer, das sich eriränkt hat?
fragte gleichgültig der junge Mann.
N,
-- versetzte der Baron, und es überlief ihn eiskalt, das:
er zusammenschauerte und sein Begleier ihn, aufmerksam
werdend, betrachtete. Dem Baron entging das nicht, und die
Achtsamkeit seines Schwagers von dem rechken Pfade abzulenken,

= - ? F
sagte er: Mit aller seiner Philosophie kann man sich des Aber-
glaubens in entscheidenden Momenten doch rechr schwer erwehren.
Dasß solch ein Unglick vor meinen Augen geschah, grade als
ich den Wagen besteigen woll.., um an das Ziel meiner Wünsche
z gelangen, hat mir einen äusßerst peinlichen Eindruck gemach..
und ich möchte um Alles in der Welt ucht, das Ihre Schwester
Etwas davon erfihre.
O, bewahre! Wozuu auch? erwiederie der Bruuder; aber
daß Sie
ich mir
sich so Etwas derart zu Herzen nehmen könnten, hätte
nichi gedachi! Mich läsß dergleichen völlig ----
z-iis.i
Wer sich das Leben nimmt, thut es zu seinem eigenen Schaden.
Er machte dazu ein ganz ernsthaftes Gesicht, lehnte sich
ebenfalls zuriick, wickelte sich fest in seinen Reitermantel ein
und war, da er mit Tagesanbruch ausgeritten, bald einge-
schlafen, während der Baron, von Schmnerz und Gewissensbissen
gefoltert, von Sorgen und Unglicksahnuunggen gepeinigt, mit
Schrecken daran dachte, das; er am Abend seine Braut begrisßen
und sie bald als seine Gattin in sein Haus fihren sollte, vor
dessen Fenster das dahin fließßende Wasser ihn ewig an den
Untergang Paulinen's mahnen muste.