Von Geschlecht zu Geschlecht. Roman in zwei Abtheilungen. Neue, von der verfasserin veranstaltete, revidirte Ausg.
Fanny Lewald
Kapitel 06

Secst e Gnpite l.
e
Alie Erfahrung, welche der Baron an dem ersten Tage
seiner Ehe gemacht hatte, ward ihm eine Anmahnung zur Selbst-
beherrschung, aber grade die Nothwendigkeit derselben ließ ihn
erlennen, wie sehr er durch Paulinen's Tod erschüttert war,
und während die auunulhigsle und liebenswiirdigste Frau an
seiner Seite saß, von deren Tugend und Bildung er selbst sich
ein reines Gliick erhoffte, konnte er das Bild des unglicklichen
Geschöpfes nicht verscheuchen, das ihm in willenloser Leiden-
schaft, in ausschließlicher Liebe zu eigen gewesen war und, durch
ihn selbst von jedem andern Anhalte losgelöst, keinen Ausweg
für sich gefunden hatte, als den Tod, da er sich von ihr ab-
gewendet.
Der Wagen führte ihn vorwärts, aber alle seine Gedan-
len gingen uach Richten und in die Vergangenheit zurick, und
obschon er mit großer Anstrengung die Heiterkeit und Zufrie-
denheit zur Schau trug, welche jeder herzensfreie Mann an der
Seite Angelika's enpfunden haben wirde, die sich wieder zu-
irauensvoll und fröhlich an ihn zu schliesen begann, häite er
bisweilen viel darum gegeben, eine Siunde des Alleinseins,
eine Siunde zwanglosen Leidens und Ausruhens genießen zu
können. So driickend ihm der Gedanke an die Nickkehr nach
Richien Aifang auuch gewesen war, er fand, das: er nicht klug
gelhan habe, indem er sich in seiner gegeuwärlige Stimmung
zu dem unauusgesezien Beisammnensein mit seiner Frau ver-

-- 1? -
===------s- g==--=- -=-==- - - -;=p-ue I ve- s»z s =- -, g gy sjc
dosiiisff s-i f. siss? ny pzs,s,--,-k
u= si,s, s.lsi.=-
=- - -- ;- - ==--o-=hsss=--iß Vesust wer.
oKos di,-s.z- lzsssissdiss
=u azu hatte er die Fahhrt nach der Rsidenz auf kurze
cx
D.g- - - u-nlegen müissen, um dem vorausgesandten Kamm:r-
esnwzfsps: A
=---- - - -- z=-= unerläszlichsten Vorkehrungen in demt Hause
diossnf- N,is -
doi:
s
von Fräuulein Esiher zu lassen, und olgleic e Tage nwch
p«- hell uund sreiidlic blieben, war die Jahreszei! doc scdn
s»s.s-
weit vorgeritckt. Die Ahentde waren lallg;. --=-- l! ===--
.i.- Hs-s.-
Apiss:
o--- z -- -- ==--, boten keine Zerstreuungen, die Gasthöfe
vHsipis lifsifo
o=sz- ------=s- - ---- zz=- ji - =- sßo=p- -- ==uis. TIhz;e gjg IIe
zes»s =efisinnl oisn nosfzssss. PL,.s;
l,.is d.f
n--u,slosigkeit und den jugendlichen Sinn der Baronin, die
sfwei,
niemals gereisi war und die dahe. . maancen Dingen noc
z fs
--- -- -lz h.üid eine Belusligulg z g-b=-- - ochte, wvelce
oisnss P?.-
ssssR.s: sJnei:
eiss
ihrem Gaiten nur als Unubequemlichkeiten erschienen, wäre diese
omnmis sz f.sff si,slsRnvin zes,sis d
nn,i si:ss
Fahrt Aac ihsrell l. .= - -b-s-------==--- ---p- -0ac ig----
nommoios:
ß1»s»» 1»1s
osfiIIzz-fp
ß»»s-ß-==
N,:
c
der jungen Frau als eine ihr von ihrem Gatten
==- = sz-s ss -= - - = - -s-sj- zz=l,l zll EOsgsd!O.
P!,-sidpz,s.ifnn d.- KT,z,süsssssfiin
=-- - ===ug,ui leu- s- z= - - sp ==- =- = - -s--sgg, 1thh Peh=
di.z- MF,,.
l.i=- sh,-i.s-s Cl,s. dp lFesi eiino
»z - -='= - - -s-=ss I=== ==ss== s s ,znj-=sss= -=ß-ß s zz iusu, I(?(s It
Fzps sinis pi ioii n
i si!ikfsssiinss T, z ss;-s:A o:inononin moo mini:
Dauer der Zeit wie durch die Mühe, mit we== --=- zu dem-
l,ipv- sii
;= -- Fl E.-g- - Is - --- -=-=- =-;=o-- - =-- Izlg1ED, fpelce
s»ls..i
-- !: iies K.sfedoHä
.i
esfnpif s-
-=»» --- -- othwendiges Gleichgewicht zulj.g-- =-=-
s As1s.i
nenR -
:: viss n
.
ssl.s s.Iss slzs, .z-Fii-s - si=. Ep:ff- i:nof: isn
s-sln
az j v uu Clllutws, z=s= - s=9 = -»=ss 1 -- g,?s1=sssz»s s -s fi=
za a
spriiche je nach der Zeit des Wartens höher zu spannen.
iis
e.10
Iszs«
Die
dp-ss, Psz s ssss si- dos- PZ,-sih.i
si i ipd zsspzs -
--j-- -=-=--oj - =-s =- - =-- -=ulZ ===s - z-=»z -=»p- ollFl lhOOlIMOl,
.ss sD,.»-se. llii isnoess s
sssii HizlFlzwis i,- sTAes ninii: fsi=
n oisfsszf.Flioois
sus s »aCk-1 - 1»111»»y1s Fil u1sssz=7=-=sjs s-z 11lls v uussss-ss ais Kuus u1lis« lzs
in den letzten Tagen und Stunndu-- ---====- g-=h hatte.
-ss ossfopos
-sph-
E war ein unfreundlicher Nachmitiag, 6s -= =---- -
silisuif doH
Reisesvagen des Baronns durc das Frü=; - =hhe- -=-----
zs ksis-l,s- -d
v si- ,s-liis
einfuuhr und nach langemn Wege vor demn Hauus: von Fräulein
sIsss.i-z- H.sli s
- isnn liiiis slhzzrlsof:
=s-=- - -g-= - - -Uilip-- - --h -z - - -- ---bp-=- Ixß schlsfdlt,
-ss,- N,s.
hellsten Wetiers haiten egen und Nebel deö Herbsies sich ganz

--- 10 - -
plözlich eingestellt und fielen deshalb um so widerwärtiger auf.
Das Haus lag in einer Straße, welche zu den vornehmsten
gezählt hatte, ehe die Erweiterung der Stadt hier wie überall
die schöne Welt nach dem Westende übersiedeln machte, und die
dunkeln Mauern sahen bei der trüben nassen Luft noch grauer
als gewöhnlich aus.
Breit finn seine Höhe, auf weitem Hofe hingestreckt, mit
eisernem Gitter gegen die Straße abgeschlossen und von den
Bäumen des Gartens üüberragt, übte daö Haus auf die Baro-
nin eine überraschende Wirkung aus, indesß der Verfall desselben
drägie sich ihr kroz der beginenden Dämmeruig deuilich auf,
und das Innere des Gebäudes eutsprach dem Aeuszern nur
zu sehr.
Die dde, mit schwarzen Fliesen auögelegie Einiriishalle,
die breiten Steintreppen mit den altersgeschwärzten Eisengal-
lerien, die hohen, mi! stuuipfsarbigen Seidenslofsen und gepreß-
kem Leder kapezierten Gemächer, der Hausralh, dem man es
ansah, das; er seit gar langen Jahren nicht erneueri worden
war, hatien etwwas Trauuriges. Die Brocatiberzüige der Möbel,
die Gardinen und uhürvorhänge waren farblos, die reichen
Vergoldungen ohne Glanz, die prächtigen Spiegelgläser waren
blind geworden. Die gestickten Tischdecken, die Teppiche und
Polster sahen fahl aus, und von den Delgemälden und Pastell-
bildnissen, deren sich eine große Anzahl in den Zimmern ver-
theilt befanden, waren die Farben ebenfalls verblichen, daß sie
blaß und gespenstisch auf die Eintretenden herniederschauuten.
Zwar brannten in den herabhängenden altmodischen Mes--
sing-Laternen der Halle die Lichter, und in den Näumen,
welche man zu ebener Erde auf die ganz unerwartete Nachricht
von der bevorstehenden Ankunft des Bargns geöffnet und für
ihn hergerichtet hatte, fiammten die Feuer lustig in den großen
Kaminen, aber trotz der Mi:hewaltuiig des vorausgesandten

--- hß--
Dieners war und blieb der melancholische Hauch, der über dem
Hause lag, unzerstörbar.
Das widerwillige Bellen der beiden alten Hunde, welche
den fremden Eindringlingen den Eingang verwehren zu wollen
schienen, erschreckte die Baronin, und die stfan Verbeugungen
und Knixe der in dem Hause waltenden Kammerfrau von
Fräulein Esther, die mit kaltem Auge, ohne eine Miene zu ver-
ziehen, ohne ein Wort des herzlichen Willkomms zu äußern,
ehrerbietig und feierlich wie der Aufseher eines Grabgewölbes
Zimmerthüüre um Zimmerthire öffnete, waren vollends nieder-
schlagend.
Dem Baron war selbst dabei nich! wohl z. Muthe. Das
HItel kam ihm fremd und wie verwandelt vor. da er es jezt
mit dem Auge seineö jungen Weibes und als dessen nächsten
Aufenthalt beirachtete. Er war des Hauses und seiner ganzen
Einrichtung von seiner erslen Kindhei an gewohnt gewwesen;
seitdem halie sich nichls in demselben verändert, und er hatte
daher, wenn er Tante Esther sonst aufgewartct, kauum noch auf
ihre Umgebung geachtet. Alles hatte, so wie . oa wwar, mit
oR -
der blassen, stolzen Greisin zusammengehört, Allem hatte das
alte Fräulein seinen Charakter aufgeprägt, und so einheitlich
lebte Esther's Bild uit diesem Hause in den Geiste ihres
Neffen fort, daß er immer meinte, wenn er den Kopf zurück-
wende, werde Tante Esiher in dem steifen, schvarzen Kleide,
mit dem schwarzen Spitzentuche über der thuruhohen Frisur
wieder an dem Kamine sizen, unwillig darüber, daß der Baron
sich unterfangen habe, die fremde, junge Frau ohne ihre beson-
dere Erlauubniß hierher zu fihren, und daß er daran denke, in
dem Hause seiner Tante Anordnungen zu treffen, ehe er deren
Meinung darüber eingeholt. Es fehlte nicht viel, so hätte er
Angelika gebeten, sich von dem Sessel am Kamine zu erheben,
weil die Tante es niemals geduldet hatte, daß Jemand anders sich

---- 11ß-
ihres Armstuhles bediente oder sich u; - -=-- - =-Ȋze nieder-
-is pisno-n do=- s
--: auf denen sie gewöhnlich zu sizen pflegte.
1.s
Jetzt erst, da er in der Residenz zu leben und das Haus
nach seinen Bedirfnissen umzugestalten dachte, wurde ihm die
=. - si- =-- =---ss=-=--==-, die ihin bis dahin Aur in komischem
Hz=-s-,-ss -.s- M,z-s ;iövisbi:
Lichte erschienen war, -riückend und lästig. Er haite nichts da-
- R
gegen, das; sie ihrem Erben die Verwerthung dieses Hause?
welches mit seinen Gärien in der aufblithenden Siadi eim be-
dIs-sipls
1ll
deuiendes Vermöge =-; ule, durch ihr a eslamtent weset.«
erschwu.. =---- -- -«e reic und h..i. desl =-a des Edel-
,f f,
--=-f lii-ff, (z- sf
g ii
mannes, dem der liegende -- ;h, das eigentlice Haben, neben
-t..e'
- i sii s-s. jss Il l.:- ds lF,iisssl
do
degt Gegtiesßet die He=z-;==- -i-- ---- - - - - -z- --=-id =.
alten
ihren
=-ame, wwelche nich! nur ihhrer Kamimnerfrau, sondern auch
cd
--== - lnd Kahen e zedauerdes Ashl t lgicll
s ..i-i
Hissdoi:
iis
s,i-
Hauuse gesichert hatte, oh- ----- eh1ge-« =-sher auch nur die
s ,.
isn spiisbiis s
--=glie. --- -= ösung dieser Lnsl zu geslakien, sosern er

wisss ss,s
s.s
sip ziis snF »,sis:mis
szhz-si;-d,si: ifs.iifs- isi
»8 NHes
; = -s»u- -s=s-g esiuz --i- bi==-;.= =- =-=z -ss sge = - =s üupll J hl1I buu -aus
- Ps.s
p-;.hllig, de altes. =-uer und gewisse Zimnner uut -===s
s 9P- -
v.Cs.
i--- ------ -= ==-== -- zu belassen, so lange das Haus in sei-
sßz- i iiisnne in
iszoHiiApps
nem Besize bleb, hemmie daneben de -=on bei den Planen
zs ,- --
i- -e Unge;--g desselben mehr, als er es erwartel hatte.
s- -
ss ,-lfii:r
Es war in dem Hause Alles stets so ausschltezlich auf Frau-
l.sis lssss-
----- --=- und auf deren Bedütrfnisse und Gewohnhheiten be-
zpsspi noswps:
dAs Ros- HPAisfs
--s- - z- =-; - -p -== - ==uss=s., Guiu g -- == ---üuu hyt Ih?
on ss:ö.- 9C11ssss.-
N,I.zif sii si;- l.s n.fsz.if.i s..ssei
-- - ----- j-- = == =- -- - z-=-, 1i ;ug- locs atf demt Hause
s:ii
l=;---, nachdem sie selbst es bereils -« du- g- -pelgrusl
s s s,is
si,e.
issis
o- sisss
ihrer Familie in dem Garten von Schlo;. -- =-- hatie ver-
J 9?s,ips
f-usFois sifüisspss
sG1bss-9=-s s 1v»s1! =s-
T,z- N,ifss s.fsis C, s:
wisof s.szi i:
=-= - =-=-»= =»;-os j-»p --b ---= - sp - .illCghOOlMO Tagd.
a. )..
sn iss sA ff .z- sj,-
vssss s,
=-- -- »=-»==-- z- - ;.h duDa -eschäftigt, das schöne Stamm-
.K.
zgioßß seiner Fas.e- zl --=elg - ---.-=-e der luuge, ==-
oz- 9szs fss, siiis -
N
ssfis
,ss.-
----- =- --=-- --zulelchkest.-ualdlnc und s.z.pae war zuschens
N:
innss ,-z-iss pisis s
»s. l

z t z
ihm und seiner Braut vielfach darüber verhandelt worden, und
obschon er ihr die Art der Einrichtung nehrfach geschildert,
hatte er doch gehofft, sie durch den heitern Glanz der kunst-
geschmüickten Räume, in welchen sie kiuftig zu leben hatte, an-
genehm zu überraschen. Statt dessen hatte er sie in die Ne -
sidenz gebracht, und er begriff es jetzt kaui, wie der vorsich-
??R ----
Wo er Frende zu erregen beabsichtigle, ri:f er unabweis-
lich eine lribe Slimmung hervor. Satt in hreitem Behagen
sorgenfrei und leicht mit seiner jungen Frau zu leben, sollte
und musßte sie jezt nothwendig mancherlei Mühen und Arbeiten
übernehmen, und statt des Dankes, den er von ihr zu ernten
gewinschi, halie er wegen einer plözlichen Abäderung des fesi-
gestellten Planes, für die sich nicht der geringste haltbare Grund
anführen liesß, Eutschuldiguungen zu machen und um Vergebuung
zu bitten.
Er konnte nicht auufhören, sich diese lebelstinde zu wieder-
holen, und doch vermwochte er es nicht einmal völlig zu ermessen,
wie sehr Agelika von ihrer neuen Umgebung ltt, und wie
der Hauch der Vergänglichkeit, der hier Alles unwwit... auf
f pzio
die Phantasie einer jungen Frau wirken muß... die mitten in
ihren Glicksträumen ihren ersten grosßen Schmerz. ihre erste
bittere Erfahrung in sich zu überwinden gehabt hatte.
Angelika fühlte sich in dem Hause wie in der Verban-
nug, wie in der Gefangenschaft. E war das ihrige gewoc-
, den, ohne daß sie sich gewöhnen konnte, es als solches zu be-
irachten, denn überall, in welches Zimmer sie kam, fand sie
entweder das D ud der Tante mit dem verschleierten, welt-
N
abgeschlossenen Blice, oder eines jener verblichenen Por.üüü.ks
E»,i
?von Esther's Freunden, die nach der Teslaments-aaschrift an
s.i-
,ihren Pläzen verbleiben musten. Verlies; sie diese Zimmer,

z 1 H
so begegnete ihr auf der Treppe bald die schleichende Katze,
bald das altersgraue Windspiel, bald der schwwerfällige Mops
des verstorbenen Fräuleins, oder es lam ihr gar Mamsell
Marianne eutgegen, die, in das obere Siockverl des Seiten-
flügels verwiesen, aus demselben nur herunterstieg, um hier
und da mit mißvergnilgten Blicken die beginnende neue Ein-
richtung und das erneute Leben im Hause zu betrachten und
kritielnd zu mustern.
Agelika konnte sich eines Schrecens nichl erwchren, wenn
Mamnsell Marianne, die e abgelehnt halfe, in die Diensle der
neuen Haushaltung zu trelen, plözlich wie aus der Erde ge-
wachsen vor ihr stand. Dieses Wesen, das nicht Herr, nicht
Diener war, das kein Mitlebender sein wollte und das man
doch nicht verbannen lonnle, verleideie der Baronin das Haus
nuur noch in höherem Grade, während die neue Dienerschaft
eine wirlliche Fuurcht vor Mamsell Marianne empfand und von
dem Glauben nicht abzubringen war, daß es üüberhaupt in dem
Hauuse nicht richtig sei, ud das: Fräulein Esther allnächtlich,
ja. selbst bis zum hellen Tage, in deuselben umgehe. Der
Eine wollte es gesehen haben, wie das Fräulein noch im Mor-
gengrauen auf dem Lehnstuhle am Kamine gesessen und ihre
Hunde und Kazen um sich gehabt habe; ein Anderer wollie
ihr begegnet sein, wie sie müühsam aihmend um Mitiernacht
nach der Stube von Mausell Marianue hinauufgestiegen war, und
daß es ihre Bilder wie mit unsichtbaren Händen an den Mauern
festgehalten, als man sie habe abnehmen wollen, um sie nur
zu säubern, das ließen sämmtliche Arbeiter und Dienstboten
sich nicht ausreden.
Angelika schämte und schalt sich, wenn sie solchen Gerüch-
ten Gehör gab. Aber sie selbst konnte ihr Auge nicht von den
verschiedenen Bildern der Tante abwenden, und je öfier sie
auf denselben verweilte, um so lebendiger erschienen sie ihr.

z t D
K. K e-
Es war ge, als ob das Bild ihr mit seinen grosßen, schwarzen
Augen folgle; es lies: ihr selbst iu Schlafe leine Rhe. Sie
konnte sich des Gedankens nu==- -==- --. daß die Tante noch
s,li nesisolifoi:
.ss s-s
-« hrem Hause weile und das; sie znehr Herr.=-- - dem-
Ass s
selben besitze, alö Angelika und ihr Gemahl.
Iueß diese unheimlichen Empfindungen b-g--- ---=--
oee--inoi: s lzns!,
weise zu weichen, je weiter die Ernenernng der Einrichtung
.z- K,.is swvils.ie s.F ss,- s
llps -
=g -zC, u d Atgelikg W . - --==-o- -----s i==- p-- zll De=--
m.di
den. aese Beschästiguung war den Ehele!.t. heilsam. ae
-
e
-. 1s
=ules! geineiisasmless =. ßpe! 11« -= -= -- i-- -p-ell Haaushalt
is füiz- - szw-.
.l-
a i-
führtent sie auf die -..ellig;- =- -- vpUen. Der Baron
.ss, 1.s. ss
isAs
b=.a dabei die angeuehmne Erfahruung unacen. das; es seiner
sss f.
Frau an lusi., nd Gewandtheit nicht gebreche. Der sichere
,s.s in
=--:-s, die bereDh=g- -- e zg- u.ch hmn bald als etwas sehr
ts
si.is.- L,-i
-i. s -
-eauemes, und die Juugeud uh- ==»-hl! -o=--. Fra. .-
s.issoz
. »,.
----- gu doppclt, da man sie nach ihrem Eintritte in die
fw-ii fis sl-
Gesellschast und in die grose --- aue.. dieser auszeichnete
- ,ls
s N,z-sf-s
viniiissdoff. (,zs Hoe
zu == =-=-== =---=--- z- -Z. 1h- -=- -z=u, sri; EhrgOF -=
isA.
seine Eitelkei fanden sich u gleicheu-asse dn==g g=e Fraun
gs
s. ü.is
befriedigt; er gefiel sich dar.t, sic --=-=- I -==-», die
vi=- 9i1.is.s
i s »sfIissv
er getroffen =---- und sich ein Verdienst aus den Eigenschaften
l..»ff,- in
seiner Erwählten zu =----
nn rioss
s..iss
=-»zu kam er hier in = -irsidez u eine Gesell.,--
ed,
dos- ? -
dte thhnt verlraut uW lieb war und it de. - --o-P- -- - = -
e ps l,. sisif sßz-Hlf-
Aol.s.s s..ss.- -m.s- P,ss..sfi- -
z-=s g=s==- - ==» - »=» ssj-y- i=-uilL, =u« ;uu us g,eej - z-io Ul
do- .
-iis E..if. iiind
ßF
dest Hof beweg,ke, war ih! ==-==--------- ----- - z-=--== --
l..k,isiif Es,- is: piisnf snw ifof
H,imie-
=-th e=p; ugenn ihn dort die Genossen seiner früheren Jah...
si.s
s0 1ueustulcse gl? syelbetuD-s --=- =- -zsz--s- e Cüs, - -- --
zFz, sisis Mps,iüimos: -
H sszss
iifid.
- oi ohoi:
isi
ap- 1oeh zu de.-z--- -- -== -- »--;-gd das annsehnliche Ver-
s viwooisnis virsi.is sL,-ßshs
ss
--b-8- uund Haus seiner Tante ererbt hatte, in welchem seine
nipofn s
l
zuge Frauu d. =.uhn machen sollte, gereicie ihm bei seinen
. Ns
Freunden nur zum Vortheil.
. Le wald, Von Geschlecht zu Geschlecht. l.

-- P1F ---
Der Baron hatte ausgebreitete Verbindungen in allen
Kreisen der Gesellschaft, er fand in jedem derselben etwas, das
einer oder der andern Seite seines Wesens entsprechend war,
und Angelika sah sich dadurch bald in eine endlose Reihe von
Zerstreuungen gezogen, die ihr jedoch, nachdem der erste Rausch
der Ueberraschung vorüüber war, schon darum keinen Genuß
gewährten, weil dieselben sie von ihrem Manne fern hielten,
auch wenn sie beide daran Antheil nahmen. Sie war über-
haupt in ihren Anlagen und Neigungen eigentlich der völlige
Gegensaz von dem Wesen ihsres Galien. Sie war weder eilel
noch vergnülgungssüchtig, sondern eine ganz innerliche, zum Ernst
und Nachdenlen geneigte Natur. Fir ein abgeschlossenes Leben
in der Familie erzogen und duurch geistige Bildung füür die
Genisse einer beschaulichen Zurickgezogenheii vorbereitet, war
es eben die Bildung des Barons gewesen, welche das junge
Mädchen zuerst an ihm schäzen lernte, und als Angelila seine
Brauut geworden war, halte sie nach dem Auusspruche ihres Verlob-
ten eine häusliche Ehe wie die ihrer Eltern mit ihm zu fihren
gehofft. Von dem Allem wuurde ihr das Gegeniheil geboten,
und ihre Liebe fir ihren Mann ließ sie dies als einen Nach-
lheil belrachten.
Die Menschen, unter denen sie zu leben hatie, waren ihr
kein Ersaz fiür den stillen Verkehr mit ihrem Gatten; sie waren
und bliebenn ihr fremd, und der unter ihnen herrschende Ton
war nicht danach angethan, einem jungen, reinen Weibe Beifall
abzugewinnen. Wenn sie ihr Mißfallen an den freien Sitien
äußerte; von denen sie sich umgeben sah, wenn sie es als eine
Demüthiguung und eine Umwürdigkeit empfand, wie man sich
vor den beiden erklärten Maitressen des Königs beugie und die
Frauen, welche die gleiche Stellung ohne diesen Atel ein-
nahmen, mit besonderem Eifer suchte und mit besonderer Zu-
vorkommenheit behandelte, so stimmie der Baron ihr darin bei;

zz r
l K- - -
aber er gab ihr daneben zu bedenken, das; die Welt nicht überall
Ni.s
sss.s üs=.» ls
sFsiss ß;
lg-=l w=i.hatlse gles-gD- -ohlle, daß hl -=- --=--=- die
s.is
strengen Grundsätze desselben voraussetzen und als -=-b
N1asss.-
nehmen düürfe. Er forderte Duldsamkeit non Angelka, und er
di,« Seihnind z-s,s d'
sAsifs s,-sis k-f-f Hsvil z
== -gul, Iül . - Oz-s- --=s- v.lüu p=- --=-ss -==-- llL dte
izpnpp
Erfahrung jene Nachsicht mit der Schwäche des Menschen und
sosd Ai1,szks
w-- -=-==sFh=- -zegk, die in den meissen Fällen g=-- ----
s,As nvd
s,.nss osi:
Abweichen von dem Moralgeseze in sich se,-- --i-=- häite
1..s-s IssIIf.-
von sich sellsi abzufallen geglanlt, weun sie duildsaun gegen duS
Urecl gawesen wäre, unnd sie kon..e e! C-;=-- -- - p-p die
pfpfp s
z ss.eoss s,s.
Frage vorzuulegen, was ihren Gallen bewogen ha... uöge,
liis
eben jezt, da sie seine Fran geworden--e. mit ihr ein. Ge-
fmp
sellschaft aufzusichen, dere ----losigleit so offenlundng -=--
ss gffi--s
s,z
1,»-isnil.
und in welcher keine ihr belamnnte Ursache seiu =-=- -- -?
os: fszs-
derte. Er büszte dadurch i ihr.« lugen euuten aheil d.=-
si: H
os- g1
- e, unler welcher . -,. bisher erschieneu wwar, und sie
s» f,.is
o ilzi-
zi- .iinns D,.-f
wußte es ih. --- -- -=---- Ep - - -uh1g ber galanten Be-
As- -- sip z-i
werbung der Män.. .. ülberließ, das; er-,-1 ----= uuen auf
,z-f--
- Is..-
s..
-=-- ngend groste Freiheit fiir ihr Handel gewährte, za. es
schien ihr dies eine Gleichgiliz.- z verraihen, welche sie
» s,=s -
betrübte.
Was mau -- = -- --- - zlr Gewohnheit gewordenen
AHfsppf is: Rof -
N.,is.-11.-s
isnvz- -
- =-i-=- z-- a age, selbst im Beisein der ungen Frau,
oss E,s..
voun den früher. == = und von denn Abenteuern des Barons
bald erzahlle, bald . -zl les, - =phr ede. -erlezte sie
oreAi sp
souz-ssiisisis
v sz
eben so sehr. Sie sah, daß er auch jezt noch um die Fra.
bemüht war, daß sie seine Huldtgungen-----= -»1gen auf-
ssss 9Ij-z-s
lllhlldl, .--p - -yls -- hz..bo-sz=. bgldi1 U duz
iiis I.s
.-s s. s.
eiin:osi szpss
,fps:
»s
os Cl,s-
r-: ofkwpiifv - iifd. sif siß iin lf-d..=- PFs,nn-nd
- - z«as ICau.i« - -; --= s z »s f s= z== -= n - --- ss=uiuoCl Ish (g?
PI.
---=- der es ihr begreiflich gemacht hätte, wie viel dem älteren
Wss,iff o
=--=---- (üz algzesehen on seiner angebore...- --Lo-V H-
ois F,-siissr-
Galan.i.ete, daran gelegen sei mußte, seinen: 1-- -- ==---be
sb ss ,.l
zf z
Fn

-- l16 --
darzuthun, daß er auuch anderen Frauuen noch zu gefallen und
überall noch Beifall zu erringen vermöge.
Indeßß jedes Alter trägt seine Bedingungen in sich, und
der glänzenden Erscheinung, welche der Baron noch immer in
der Gesellschaft machte, stand die unauusbleibliche Abspannung
in der Ruhe des Hauses bedenklich gegeniber. In Gegenvart
von Fremden stets heiter angeregt, iberfiel ihn oft plötzlich eine
tiefe Niedergeschlagenheit, wenn er sich mit Aigelila allein be-
sun, uuid unehralI, wenn er sich vpn ihsr uuilechlet glanbte,
nahm sie einen Ausdruck von Kummer und Schmerz in seinen
Mienen wahr, vor dem sie erschrak. Mit all der Lebe, welche
sie fin ihn hegle, bemüihle sie sich, den Gsrnd diesed Wechsels
zu erkennen, aber dieses gutgemeinte Bestreben verbesserte den
Zustand nicht, sonder machie den Varon in der Regel nur
noch trüber, za, es beunruhigte ihn offenbar. Er zwang sich
dan zu einer Heiterkeit, welche ihn ermidete, ohne Angelika
zu täuschen, und wie sehr sie es sich wegzuleugnen winschte,
konnte sie es sich nicht verbergen, das: sie nichi den ihr gebiüh-
renden vollen Antheil an dem Leben ihres Manes besize.
Fie sah, daß er einen Kummer hatie, den er ihr verschwieg;
ihn erheiterten Vergniguungen, fiür welche ihr der Sinn gebrach,
ihn zogen Menschen an, von denen sie sich zurückgestos;en fihlte;
er suchie Gesellschaft, sie winschte ihn finr sich allein zu haben,
und der Gedanke, das sie ihm jetzt ferner stehe, als vor ihrer
Hochzeit, drängte sich ihr oftmals entmuthigend auf.
Sie wuurde dadurch irre an sich selbst. Sie beneidete die
Frauen, welche er ihr als seine früheren Belannten bezeichnete,
welche es so trefflich verstanden, ihn bei gul. -auune zu er-
-s Cs
halten, und doch mißfielen sie ihr, doch mißfiel ihr selbst die
spielende Weise, in welcher ihr Gatte mit ihnen verkehrte. Eine
äbneigung gegen den Hof, gegen die große =- - und gegen
M,ss s
die Frauen in derselben erfüllte Angelika's Herz. Sie waren

- :?
es, davon hielt sie sich üiberzeg-. oelche z vischen-,- und ihrem
- is-
zs se
Manne standen; p--- p , auf Eine von ihnnen mnnusten sich die
-is ß,
Erinneruungen iind das Geheimnis: beziehen, die den Freiherrn
bedruckien, und die Frage, ob eine der =ien dieser Gesesl-
rD,
schaft und welche von ihnnen Pault. ,.ns:e oder eine Verwandte
sii
s.-
dieses Namens habe, war stets die erste, cte ig. bei jeder neuen
s.-
Begegnntg--- .iden Frauen in den Sinn lamn.
sifss s--,-ss
De Baronn bemerkte die Veränderunn, welche sich in Au-
gelila's Seele vollzogeu halle, aber er sa es uicht geralhen,
i ss- szs -?s- 1, s.,is
Aozss fmnn:
N
ig iEsle!! sje AgyÜder zl üüpi- - - - -- -s --- -- =- - =--
keine Allsitlfe zu bringen imn Stande ist, mitsie mnan, ----- ---
msspizsf:n nH
ne, -hre, und da er sich ohedem der Hoffnung hiugeben
s z-?'
di-s,
=---. das: die Zeit ihm fitr seine Neue Linderung bringen,
=-;. -. allmahlch aufhören wwerde, -u- zt denken, -= =-uiuline
»s pp
is:s ,
Dp zps:
mfnApkpsssisis: sf-s
-nf- -I,pmssFssnps
- -,s- szsl),- ssii
. 11= »=ii si ==s s j-., UlU wuu;s »=s szz i==- izi. Iuuui: gz=»s»sn=pzz= -
fiib
s-et und die a... volle Hingebuung sich zwischen ihneu----- -
sfinA
li.
spssss,. ss.-s siofdo
ii-i-- -- -- -=-- so war er nur darauf h:acht, seiner jungent
Gemahli so wenig Zeit als möglich fir ihr einsames Bpitten
und Grübeln frei zu lassen.
e1.. D1.t:
==- - -uldelz -== vamals voll von Frenen, denn der
issny A.
Fhjtjg lthte . -= -g-s zs --s -== - -=z-s s---P= - --» s»zs
mnn if-A fier znißmiiä sisoisfnof --lF s,Ksfzinwir
F dsz-ifsin
o- Ml,.s:
sss
. d. --=-gl desselben. An einem Hofe aber, an welchem die
--e b.«üuhleit und . ,hantastischer Wunderglaube sich
s»-ßss -
h:is11s-'
ois si
dp EAisd fnirlifis
-= - z -=--===---- an dem jeder ernste Gedanke gemieden und
jedes Spiel it deim: Geheimttiszvolles. -; --b-üs-=--==---
-iss,,si.s siiied
: -ift-i
konnte es ties- ,ell, das; ein beläub.=- - zusliger Lebens-
.? s,s.i
sinisds s
h-s
vpsssss
---s als die höchste Aufgabe der Gesellschafi anget-= - -===-=--
-,ssnis HiifA.-
Feste folgten den Festen, kleine, vertraute Zusammenkünfte
sss.fs ds=
j ====-- w.r Pghsesh ggS, aiu= -=s= sg = - z-p-ss =s ==--e
iiid iisossßss-
dof Arnwofs Hiisf A.iph,
einander wirbelnden Gesellschaft, D p-» ----- - -- = ====«i arbildet
ao sizsi zinn d ss EKzzi
n. un
hatte, trugen die verschiedenen engeren Zirkel jeder ein beson-
deres Gepräge, je nach der Person, die in ihnen hervorragte.

--- - 18---
Ein solcher kleiner Zirkel, in welchem der Baron seit
langen Jahren heimisch war, lam an jeden =-nötage bei einer
. a-
seiner entfernten Verwandten, der immer noch schönen Frau
von -====-=-- zusammen. Sie hatte viele Reisen gemacht, sprach
1=-:»s
fremde Sprachen mit groster Leichtigleit und galt bei aller Welt
fiür eine auuSgezeichuete, geisivolle und dabei höchsi liebenswwürdige
Frau, weil sie ganz ohne eigene Ausichken, ganz ohne bestimm-
ken Charalter und darum im Stande war, sich der Meinung
eines Jeden gefällig anzupassen. Freigeistig und devot, leicht-
i- g lI z=-=- --=-b« - he nach der Stimnnung derer, mit
s,=»-ssfs
ss.sss:-=-»-s-isp»-F
welchen sie eben verkehrte, haite sie sich in den lezten Iag---
lsoi:
wie sie es nannte, einer Beschäffigung ui! ernsien Dungen hin-
aegeben, und - - grosße Gedanke von einer nolhwendigen Wie-
Ains -
ofApisp-s
D -z = - des Metschen zu seiner eigenen Erlösung und zur
N.s»s
==- =»lß =-e ganzen Menschheit, welcher damals angefangen
d.n
hatte, die Geister edelgesinnter Menschen zu bewegen.--- uch
ifpz -
u de. ulen der Frau vonn iibrecht auuf das Negisler der
s
=====- Unterhaltungen aesezt worden. Da man aber sehr
s.ss.sioss
gesellig war -.= da Frau von -=prechl vollends das Allein-
iiss.
zissd
sein nicht ertragen konnte, so dachte man sich auuch ge Selbst-
s»-sFs
--=ȟ ---=- als eine That, die der Mensch an sich allemu und
n- fss,sis
all.=-» zu vollziehen habe, sondern man verband sich zu Ge-
si-Rss
iisnsssc-Fsps
---ss;»=oj ---- - --s- -z- ---o---»- - s --- =-ysoüOO 1 Fehhey,
isshfn lin Si:ndov spiz. F,,ii-
so--=-an es für gut es«, i -;--=gen Beleuntnissen
sszwwif sss
s,-z-d
..-1s1,
-- --=»-- - === g=0.--=: stch eben ein begeistertes Gemuth
fns ssfffs
n ssopiff: ßj,
hpzfsf
si- doms Oz-.sß s.ö-ffiiid-
-- ----- = -- -; =--j=--=-. zl Geheiez; filr de!. I-=--=»= -, 1 äl
z Sz-zpis?ps n
hof
isnereiffio ss,s; sis ofüiss--fps (Cz-s..siiifs
=s ss ==s -n= - s===s s zz- - z- = - - =-- is- =e=-sißh , l=uii- isuit. 0üH ütoeur
--b gen Glitckes gedachte, dessen die befreiten Seelen einsl lheil-
»,
haslig werden miszlen.-uu war viel zuu ausgellar!, umn nichl
Ni).s
-. Efs.
gegen die Rosenlrenzer nn= .sminaten, vnel zu gn , roiestanlisch,
ii s.
zsisus
i. -
uin -==- geges! d.. Jesuttest und, wwennn keie Kalholileu i.-
s A,pz
Gesellschaft waren, auueh gegen den Katholicismus zu eifern.

--- 11 -
Man glaubte aber an den Mesmerismus, mtan war, wie der
Baron selber, von der geheimnisvollen Wechselwirkung der
Menschen auf einander iberzeugt, und fast Jeder versicherte,
mancherlei Erfahrungen in dem eigenen Leben und in dem
aeben seiner Freunde gemacht zu haben, die us geheimnißvolle
Kräfte in der Menschenseele schliesßen liesten. und vor deien
man sich respecwvoll einer Prifung euthielt, da sie, wie man
behaupteke, keine befriedigenden Erfolge gewährenn konnte.
Angelika liebte Fran von Utibrecht nicht. Die Gefihls-
-uthet, die unablässige Beobachtung aller seelischen Zustände,
ph pp
wie dieselbe sie an den Tag legte, kamen ihr zu absichilich und
des;halb beäugsligend vor. Sie war von allrr leberspannuung,
von allem Aberglauben frei, und bei dem gesuunden Sinne ihres
-baterhauses waren ihr religiöse Zweifel eben so frend geblie-
ben, als iberschwängliche Gefühlsseligkeit und Mysticismus.
Man hatte auf Schlos; Berka in herzlicher Lebe und Eintrocht
ein ruhiges Leben gefihri, hatte die Pflichien gegen einander,
ohne darüber viel nachzudenk.., in Freundlichkeit geilbt, an
jedem Tage das Nothwendige vollbracht, hatte sich daneben an
den Werken der großen Dichter,--- hell leuchtendes Doppel-
d,peoi
gestirn damals strahlend an dem Horizonte Deutschlands auf-
ßegangen war, mit dankbarer Erhebung erfeut, und wenn man
sich dant am Eide der Woche sagen konnte, das: man in der
Familie das Seinige geleistet habe und daß den Bewohnern
der Gite., wie den Dienstleuten des Hauses, das Zukömmliche
mcht gefehlt, so war man an den Sonn- und Feieriagen heiter
atd zufrieden, und mehr oder weniger gesammelt in die Kirche
gegangen. Der wöchentliche Gotiesdienst hatie einen Theil des
gewöhnlichen Familienlebens auusgemach., wie die wüürdige Haus-
haltung, wie die ausgebreitete Gasifreundschaft und die stattliche
Repräsentalion, die man eben auuch als etwas sich von selbst
Verstehendes zu betrachten gewohnt war.

- l2
=»z-=- hörte es daher nur mit Widersireben an, als
s
-,li f,-
FFranu vot ---=-=--=-, tachdemn man eineä Ahentds, an welchem
1!ss.-..sii
------ --=;uuiS hei ihr vatililldlt 1VaV, ü=-==--=- ==- =- -- g=--=
-i sC1,-il, nn
Ani:
s..
iinmi: lss f,, ss
a lllg;== » y- hw-.-ücen h. - p uhlich von der Erbanung
.f i. n
.sK
nnni: A,sszi
sl,
Fi! - -- -- ------z. wwelche sie it demn einsamie:t Geheie fifi de.
zwsf isfisnr
==- ulll ic beit Heilanibe ulle Falle iineiue HerzenuS er-
i1.i
sin s.li
ösfne, sagle sie, damut er llar hh. ;hs.« ---- rh ---
-iisis fssss
isiis
--« alle meine Fh.. deutlich mace undh b-= he. mich
sis-i
liss
ssfl .-
usssz
von thnenl
himmlische
,,z .sf.s
Ciüeu- --j-= -
zuu eel-; - so eri.p;- --- daraus eine wahrhaft
ss
s, s,ss zinii
d.i: los
.-h s»s-
Ruhe. Nach solchen Momnenten h. ---?--- --
Träume. Fast imnier sehhe ich dann-=---- ü--
minsssn itin
,lzn s
=- -- - --- ----- -=- -le pouellg; Uld kramtk, wyie sie ist dent
fzpssne nor
s l-iss?l
ssfs
-- o- -- .hren nnier uns geweilt hat, sondern süug uund scho.,
lSis .is S,-
-hi. ün.lr.
ls,- lside
=u doch ohue . --antscwwere, ohne die siarle Far.--==-
iizs.
-iii
u- = = -- - == =ss=-= - - =-» s =- z= - --ss gj -= - - ,züs sy h;g sfE .=s=z
sli.iss,s a-
iss doz- ssisnsssissls R-is OF-so:
sss,s. ziis diis Kfpsi
nicht eiget=- --- ---- -=p-rlichen Auuge. E ist eine feinere,
edlere Art der Wahrnehmug. Der Geist berühhrt den Geist,
und wäre es nicht zu lithn, so wüürde ich sagen: so müssenn die
so-s- - -- z- --- - ==-=« (üe., als er tacs sei;tey Azf-
-noi dois Hpsl,i
d. ;k,ssisf
lnss
.F-siplisn
sszsppi sisikpy s
- ;-- =-»Ihz --=- =- - ---- - -lllel zl 1ai1del.u bEglüe.e-
,111. jze -n=) ss Zs c8s s s s - szz s- - s - -- =- - - z-iii=--s» ===-s-
i: Ssiispis ? si--i n wiin dz- Ps is siz.sindoi:
. ss-s»s.s Cs,- s
D, Gottlob! rief Frau von Utibrecht und hob die schö-
g,e
iL lwpiA
no: z-sF sinzsis. iis GIzsd. isdFhis -,fAl f.s iiisinr
1s= ssz =- s=F =-»11sß,1=s p7i sv =?- isvuil» s Zs1.lliu i » 1f ig.7= - - 1.6b Nj-»1s=
.iIii-i: N,-
sl=-- sv.lpsnll,ss f zois C,s.
.ii li.i noi: Hiiissl »s,li
17 - s- - -s siz ai.si s z 1sßy)s ss= luutuukC s szss -L-11suu - «uu»1iss ss - z1
Gottlob, i----=- z- -- aber ihre Nede isi mir oft im
s,. sf.s-s.sis -
ss s
.isi;-is Il z..isil
--j- - -o-h---=-s=-- ----=- ==ei. Spter ersl hgbe tc es his-
i.h. is.sii dsli
weilen an meinen Erlebnissen erkannt, daß es Worte der Ver-
l,- N,iss -o
1..
s hniiso spss sizz
. si. s
iinis ov,f li;i
u ui uollliiusz sz- -s-s s siak, =e i« s-« zii iiui s gz= s » - i .zuu i iu - =z.uiiii .=- -
in oi ,pl:
------== -- sich h.l ganz srei gerungen hal, so vermnag ic
s,s-
d, sii: ss oisspz- Is szsi:
i. F,ssno snisis -
ss:
o-s.s.
= ==- s z- -=»g. zls - - suyüÜ1O , Ule -i=i - -s - ns=- - -iupiuI, s-s
aewissen unbeschreiblichen Gefithlen kann ich daun empfinden,
daß sie auch ungeschen in Lebe neben mir verwweilt.

z esz
==F F ssgE F ==F
Man pries Fraun von Uktbrecht glil---- - solch feiner
,s,s.
Empfänglichkeit fähig zu sein. Jeder gab danachh seine gehheim-
s ,sspis
nißvollen Beobachlungen zl- --z - nur dur Baron schwieg,
bs man ihn auusdricklich aufforderie sich ibee seinr Ansichi
von diesent Mterien auszussrechen.
Er wic Ausang eiuer bestimlen Aniworl anus. Ie
finde es aufsallend, sagie er, dass Se fast Alle diese besonderen
M.a-
===--pulehmungen den allgemeinen Wahrnehmuungen als etwas
davon ganz Verschiedenes oder gar als etwa lebernatitrliches
entgegensehen.
Uid sind sie das uicht? Sind sie nicht ekwas von un-
serem gewöhnliche. aeben völlig Getrenntes, etwvas durchauus
s se
lebernatitrliches? fragte eine der Damen.
Gewis: uichl! erwiederte der Baron. wer Kurzsichkige
könnte die Beobachtungen des Fernsichtigen mit dem gleichen
D,Fs; .
Ml.s-
--=- ls üübernatürliche Wahrnehmungenn bezeichnen. ---l
das Wort lebernatirlich nuur bekunden soll, daß ein bestimmtes
Etwas über das Mas; der Fhigkeit einer bestimmten Menschen-
innii- s,s
----- zauugeg.- so giebt es unzählige übernatürliche Dinge
,s
für den Einzeluen. Wollen Sie mit jenem Worie aber an-
- deuten, daß es wahrnehmbare Erscheinuungen giebt, welche der
a Menschennatur im Allgemeinen nicht zugänglich sind, so müssen
wir uns vor Allem dahin verständigen, daß es keine allgemeine,
keine abstracke Menschenatur giebt, wohl aber Menschen von
den verschiedensten Begabungen, denen also auch ein sehr ver-
-schiedener Grad d.. =Irnehuuugen zuzuerkennen sein wird.
=.- HC,is.
cg
w-as Gespräch bewegte sich in dieser iheoretischen Weise
eine Weile fort. Alle Auuwesenden betheiliglen sich daran, und
da man sich zwischen lauter Lehrsäzen und Problemen hieli,
nhinsn visnnssdos s,-sss- Pszz sz,löZmiss kf -
s.ißspi:
-zs- - ---s== - sj-- -sspn=--= =-- z-s - -ui , sg hhjgh eß fehessh
Is-s.-ss..s N,
-=--w-i--- p« dte Lehren auf seine Weise auszudeuten.
Angelika allein hatte nichts zu sagen, nichts mitzutheilen.

--- 12---
Der Baronn bemerkte das, und weil ein Schweigender in der
Mitie einer Gesellschaft von Erzählenden sich in doppeltem
Sinne im Nachtheile befindet, so lenkte er aus dem Bereiche
der Geisterwelt geschickt in das Alltagsleben ein und hatte bald
das Gespräch auf die völlige llmwandelung gebracht, die er ge-
nöthigt gewesen sei, in dem von seiner Tante ererbten Hause
vorzunehmen. Er wollte seiner Frau damit die Gelegenheit
geben, sich geltend zuu machen und aus der Vereinsamung her-
vorzugehen. Weil sie sich aber in einer ihr ganz fremden
Atmosphäre befand, fihlte sie sich verwirrt und befangen, und
wuuste sich nicht gleich zurecht zu setzen. Franu von Uttbrecht
gewann dadurch Zeit, die Bemerlung zu machen, sie wundere
sich, daß der Baron und seine Frau, die beide doch fein or-
ganisirte Menschen wären, es iber sich gewonnen hätien, die
Heimath einer Gestorbenen so schnell und so gewalisam zu ver-
ändern, und sie damit fir die Gostorbene zur Fremde zu machen.
Agelika wurde stuzig. Sie wuste, wie grosien Werih
ihr Gatie auf das Ulrtheil ihrer Wirihin legte, und winschie
also nich., hr offen zu widersprechen; sie wollte dieselbe auch
nicht gern an ihrer feinen Organisation und Empfindung itre
werden lassen, ü- bemerkte also nur freundlich, es sei doc
nissR
sehr natürlich, daß man es sich bei aller Liebe und Ehrfurch
fir seine Vorfahren in den vier Wänden behaglich zu mache
zuce, in denen man zu leben habe.
11sss.v-»A
O, natirlich ist's gewis, versezte Frau von --»e
darauf, indem sie sich langsam fächelie und mit ihren halb
geschlossenen Auugen träumerisch umhersah, natirlich ist's gewiß
in so fern als die Natur grausam und unbaruherzig ist. De
Mensch aber, der denkende und empfindende Mensch, der e!
weiß, das er selbst sterbli., -. ollte nicht so gransam sein wi
s ls ?
die Natur, sollte nicht so unbaruherzig gegen seine Todien sei
wie jene. Ich könnte nicht in diesen Räumen leben, wißt:

t e
ch. das: meine verklärte Mutier sich hier in ihrem Hause nicht
mehr heimisch fühlte.
Der Baron nahm diese Aeußerung nicht guut auf. Un-
barmherzigkeit und Egoismnus, das sind zwei sclinme Fehler,
sagte er, und wir, die wir uns derselben nae, , prer Meinuug
g A.
jetzt schuldig gemachk haben, müsten versuchen, nns gegen Ihre
As.:
, -uschuldigung zu vertheidigen. wenn ich mich üicht iberzeugt
hielte, Cousine, dasi es mit Ihrem Auusspruche so ernstlich nicht
gemeint war.
Sie irren sich, bester Vekter, es war mein völliger, auf
innerste lleberzeugung gegrindeter Ernst! entgegnete Frau von
s s.,.s
-s=-«-, und ich bin gewis;, das; einst eine Skunde kommen
wird, in der Sie mir beipflichten und Ihre Härte selbst b:-
reuen verden.
Aber von welcher Härte sprechen Sie, liebe Cousine?
fragte Angelika, mehr und mehr betroffen von dem Ernste, mui
welchem Frau von lltilrechl ihre Behauptung aufrecht erhielt.
Von der Härte, welche Sie und Ihr Herr Gemahl gegen
die arme aante Esther begangen haben, indem Sie dieselbe so
gewaltsam der irdischen Fortdauer berauhten, d:e sie sich in
einem richtigen Drange ihrer armen Seele, -=- wo sie gelebt
Api
-zat, zu sichern gewünscht. Jng und lebensfrisch, wie Sie es
sud, beste Angelika, hätten Sie der armen, alten Verwandken
wohl die Zeit vergönnen möge.. sich allmählich von dem Ort:
loszulösen, mit welchem lange Gewohnheit und in,nige Vorliebe
sie verbunden hatlen. Wäre mir das Haus der Tante zge
fallen, ucht einen Siuhl hätie ich verrücken lassen. Ich hät.
mich beschieden. ihr Gast zu sein, bis irgend ei- Zeichen ek
s D
mir kund gegeben häike, das; ihr Geist sich von dem Hause ab-
gpissoi:An
s-=-=-k habe und das; mir damit ein freies Schallen in dem-
selben wohl verstatiel sei.
Sie sprach das völlig wie einen Vorwurf und einen Tadel

t
sisf.sls.-
is-- 9s1s-1s.
nnoy -l
inis t
f s:,s.s Mso-
CUS. -= nz -=s -- = - ,sgz - a.uß y- ===- - -yll, lülh.u -===z-- s
si-s
r1llgg= - z --=--- ----- -=--= -- -uuuratis, yh hey Baront Es s
ip-sspis ieis? sisn vi,s A,
ocst
fir sie thun werde. Iies: zuu ihrem gröszlen Erstauunen sagte er:
E be;.u zu leugten, du;. die meuschlice Seele sich
--s
s iiii:
-=. allmahhltc . dei -p- - uind von der Köryerwelt los-
CJzszni in
zni:
oi- N,.s.s
löse, mochle uumöglich sein. Und ohhue mich z - - -h-
o--;- -- - todernen Geisierseher zu -.hslest, raume ich etmn, daß
iiis spzps ss
s p,
ein Neichh der Mitie, ----- -------- - -en Tod forlgesezter Zu-
dis- bii I..=- -
saismlesihsumigz der Gesciedeiuen mnil deni Lr lr nibigzui brllar isi,
aber. - -
= as gl-.=-l, das glaulsi au. l.. ..r Franz? rief
e
-I.s c,
snl
Aigelila mil ersc, .ecendem Erstauunen.
s.s-
D habe ganz unleugbare Beweise dasitr in imeinem Leben
N,
==-= - b-=--=---» - -- sz - -=s z»s= --»- -p- -- .il1 Bßysjjz;;psshhest,
Apszfisis s sfssiiipfn pz fli iinii -rss i=ikz,lwii i
is 1?,iss s.
hztgeljlg ..-j- -s=-- - =-- =s- s-- j--=-« -i. ---=s=- z=-«
iinvsii sminfn doisis s,- ss,- sss,- ß
Is.=z- s,. isd iiini ä sii,lis mossnhiiss
-siss zss fzpfosf
==== - s=y - =- s==s - -s»P- zz» f= iiu , ll1 aeußhgz= ss gs -==-ss-
oiii
wo er so bestimnt eine Meinung geäuszert hatte. -= ==--
-st hnn
11sss.s-,-flii » siui fi--Ah
-isine» s.shs: lHz-s,i siiiiisoi iiizs
= -==---=g- - s sz--, Ih gey FFL..sa- - s-- =--; =sosz=- - =I
z--sssz.loze Kssv
lllllClfV=Vvb ullll=-
ä.p(s==g - - ;p-- - - -i. es lüa.i --z--== Vor, gl?
,s, ! nwozsuisl. nr iin
iis siß.lis,i
tlisiss
ß.z-s,misn ssiis ii t=»nhe
fini doiii: if -isrs f, zinsHssii:noss l:s spifsofi
lu Euz6üllls- l-slb uls- ==»fklllVsz k?uss1 =z- Zlk1s-G- All 1C11lliiu ss a u s s»l11s1
pifpis:
»sß,»1s=si
s.fs liis -
s=1 =»ss z
ss?ozp
oiiii:n
= s suii
zu sein.
=-=-=- - --n- =- --s--;-s--=s --on=. I ght gs hezg;eyfh
Pl,.ii.- »,- s ssit.sisdoi iiisspss
wi ,i sn
es entstand - »--=- die Gesprächu nahmten eine
Zzs.szissr iissd iii: Ais: » nifin -
in isnc
-- »z-o-zz- -=-- --== s z I» -zz .1sh1!gps1IEL, bla -==g
auf die vorher angeregten Gegenstände zuricgelonmen