Von Geschlecht zu Geschlecht. Roman in zwei Abtheilungen. Neue, von der verfasserin veranstaltete, revidirte Ausg.
Fanny Lewald
Kapitel 11

Eilftes Capitel.
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Eillie es herumgekommen, das wäre nicht leicht zu sagen
gewesen, aber am folgenden Morgen um die Frühstückszeit
wuusßten sie es in allen drei Dörfern, was geschehen war, und
wer es etwa noch nicht erfahren hatte, der konnte doch an den
finstern und sorgenvollen Mienen der Leute sehen, dasß sich eiwas
Schlimnmes ereignet halle und Schlimnes zu befürchten war.
Es hatie den Freiherrn nicht schlafen lussen in der Nacht,
und wider seine Gewohnheit war er friih am Morgen nicht
zur Harzogin gegangen. sondern haite sich gleich an die Ge-
schäfte gemachi. Der Jstiliarins war lange bei ihm gewesen
und dannn in dad Ani gegauuugen. Er wollte dem Aam er-
zählen, das; der Freiherr selbst der Gerichtsverhandlung beizu-
wohnen denke, was er sonst nie gethan, und dasß er die Sitzung
schon auf morgen anberaumt habe. Sie schittelten beide die
Köpfe dazu, aber sie sprachen wenig; es gnug ihnen zu nahe.
Während dessen war der Freiherr nach Rothenfeld gefahren,
um jezt, bei ruhigem Wekter, den dort angerichteten Schaden
in Auugenschein zu nehmen. Er wollte die Statue hergestellt
haben, ehe die Berka's kämen, und wünschte diesen Besuch auch
nicht allzu weii hinausgeschoben zu sehen, eben weil er ihm
lästig war. Es drängte sich so Vieles zusammen, was geordnet
und abgethan werden mußte, und wie er sich auch vorsetzte, sich
davon nicht beunruhigen zu lassen, gab es ihm doch etwas

-- 1Zü--
Hastiges, das seinen Leuten auffiel und das mit seiner schönen,
würdigen Gestalt gar nicht zusammenstimmte.
Als er in Nothenfeld vor der Kirche seinen Wagen verliß, s
sah er Herbert mit dessen jungem Gehülfen aus dem Portale
derselben heraustreten. Dieses zufällige Zusamimentreffen war
grade, wie er es sich wüünschte, und leicht den Huut lüftend,
während die beiden ihm entgegen kaman, sagte er: Sehen Sie diesen
Vanndalismus! Ich erwarte in Nächstem die Baronin zurüch
habe auf den Besuch ihrer Familie zu rechnen und mag der
Heimlehrenden und den Gäslen den Aublick dieser wisten Zer-
störung nicht bereiten. Wie ist da Nath zu schafsen?
Herber, welcher wie der Freiherr auch ersl au vorigen
Tage, und zwar wie dieser lurz vor dem Auubruuche des Un-
wetters in Roihenseld eingelroffen war, halle gleich am Morgen,
noch ehe er die Arbeit in der Kirche in Augenscheiu genonuen,
die Gruppe besichtigt und die Sticke, welche man algeschlagen,
hereinbringen lassen, um zu uniersuchen, ob man sie anzupassen
und so die Gruppe herzustellen hoffen ditrfe. Glicklicher Weise
hatte Aam gleich nach geschehener That die abgeschlagenen
Siücke bis auf die Splitier zusammensuuchen lassen, und da
Herbert sich aus Neigung viel mit plastischen Entwürfen be-
schäftigt hatte und obenein der Modelleur noch amwesend war,
welcher die Stuckverzierungen über dem Altare angebrachk, so
waren, noch ehe der Freiherr gekomen, schon die nöhigen
Verabredungen getroffen worden, und dieser durfte sich also
der Aussicht hingeben, wenigstens diesen Schaden so gut als
möglich ausgeglichen zu sehen.
Das heiterte ihn auf; er nahm selbst die Fragmente zur
Hand, paßte sie an einander, ertheilte Nathschläge wegen der
Politur der Stellen, an denen die Restaurationen gemacht werden
mußten, trat dann in die Kirche ein, und ihr Anblic befriedigte
ihn, ja er übertraf seine Erwartungen.

==== Z, eß ! ===-
Man hatte innen wie außen die letzten Gerüste fortge-
nommen, der weite, hohe Naum zeigte sich frei und schön. Die
Pfeiler strebten kräftig und doch leicht in die Höhe und trugen
das Dach, dessen fein gegliederte Wölbung oem: Auuge, ohne es
zu driicken. eine wohlthätige Schranle seh te. leberall waren
die Verhältnisse so richtig eingehalten, das gebotene Material
so geschickt benuzt, das: des Freiherrn Kennerb.t sich mit sicht-
.sl,e
lichem Vergnigen in dem bis auf unbedeutende Ausschmülckungen
nun fast vollendetenn Bae ergig.
- Schön, sehr schön! rief er mehrmals as; ich muuß Sie
loben, Herbert! Sie versiehen Ihr Fach; ic lin zufrieden ! ----
P
-uu nur schuell die lezie Hand aus Werl gelegl! Wann meinen
Sie, daß; wir die Kirche weihen lönnen?
aeni der Holzschüizer uus denn Beichisiuuhsl liesert, wie er
versprochen hat, und die übrigen Arbeiter ihre Zeit einhalten,
so denke ich Ihnen heute in drei Wochen die Schlissel des
Baues überliefern zu lönnen, sagte Herbert nach kurzem Besinnen.
Gut, gut! rief der Freiherr abermals, und plözlich nach-
denkend, fiügte er hinzu: Wir haben heute den zehnten des
qy
-es
=-onats. . drei Wochen wollen Sie fertig sein. Lassen Sie
uns, den siörenden Zufälligkeiten ihren Naum gewährend, die
Uebergabe des Baues, der Sicherhet wegen, erst am Schlusse
der vierten Woche erwwarten, so sind wir dem dreizehnten des
Hkl
»o-- --=«- allzu fern und mögen, die Weihung der Kirche auf
sni,s
,iesen Tag verlegend -- welcher der Namenstag der Herzog,
Fer Margaretha-Tag ist --- unserem Gkste eine Ehre damit
erweisen und ihr Andenken dauernd mit unserem Baue verknüpfen.
Er sah sich danach noch einmal in allen Theilen der Kirche
um, betrachtete den Taufstein in der Sacristet, ließ sich das
Gewölbe öffnen, welches man zur Familiengruft bestimmt, stieg
die Treppe zum Thuurme hinauf und oben um sich schauend,
wus- -- als er den auf der Birkeüthöhe errichteten Freund-
snpfo of

-=- ,ZZ--
K,s
schaftstempel ebenfalls vollendet sah: Sehr brav! In der ===-«
- g
Herbert, Sie haben sich wacker daran gehalten!
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Die Freude, ein großes Unternehmen so wohlgelungen!
seinem Ende nahe zu sehen, ließ ihn vergessen, mit welchen
apfern dies erkauft war, und gab ihm plözlich seine freie, vor-;
,s -
nehme Sorglosigkeit zurück. Er hatte sonst nichts so sehr gelie--.
als heitere Gesicher um sich zu haben und Zuufriedenheit um,
sich her zu verlreilenn. Diese alie, schöne Neigung wallie auch'
jetzt wieder in ihm auf. Es fiel ihm ein, das; er ein Mittel
habe, Herberk, wie er es wüinschte, zu vergellen, ja, das: er ein.
Uuurecht, eine lebereilung und, was ihm schlimmer ald dies-
Alles diinkte, einen Verstos: gegen die Klugheit ungeschehen;
machen lönne, wenn er sich dieses Mitiels richlig zu bedienen
wisse. Er ging von einer Seite des Thurmnes nach der anderen,
bis er abermals der Birlenhöhe gegeniber stand, und dorihin;
schauend, wiederholte er: Sehr gut, sehr gut! Sie haben mih,
in der That durchaus befriedigt und, figte er mit leichtem,
Lächeln hinzu, es wird mir lieb sein, Sie gleichfalls zufrieden?
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zu stellen.
Herbert verneigte sich und sagte ablehnend: Herr Baron,,
ich habe nur gethan, was meine Pflicht war, was jeder Andere!
an meiner Stelle auch gethan hätte!
Wie bescheiden! scherzte der Freiherr; aber wir sprechen
mehr davon. Sie können mich heute um fünf Uhr dort drübens
erwarten, wo ich Sie hoffentlich wie hier zu loben haben werde
Herbert, der nicht gewillt war, sich von dem Manneß
welcher ihm so schwer zu nahe getreten, als Gunst gewähren!
zu lassen, was Eva's freier Wille ihm in wenig Monaten zu-;
gestehen konnte, bedauerte, daß er auf die Ehre verzichten misseß
den Freiherrn auf die Höhe zu begleiten, und erst jezt schiens
dieser es zu bemerken, wie kihl der Baumeister seine Lobsprüche
aufgenommen, wie gemessen und worikarg er ihm geaniwortet?

--- 1I--
Hätte. Er sah ihn mit schnellem und prüfendem Blicke an und
fragte dann: Was hindert Sie, mich driben im Tempel zu erwarten?
? Ich reise noch vor Mitiag ab, gnädiger Hrr!
Sie gehen nach der Stadi?
Nein, Herr Varon!
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F aer Freiherr zanderle, daun sagle er mil sclecht verhehliem
Argwohn: Sie haben, doch von der Krankheit der Baronin und
von ihreu Auusenlhalie im Flies'schen Hauuse Nachrichl?
. a-- Herr Baron, und eben desshalb habe ich meine Zimnner
:
dem Herrn Gaplan zur Verfiigung gestellt, da ich, so lange er
dort weilt, nicht dahin zuriickzulehren gedenle!
Der Freiherr versland ihn. Wie ein Cavalier gehandelt!
dachte er; aber es war ihm unangenehm, Herbert dieses Zuuge-
ständnis; nicht versagen zu lönnen, und noch widerwärtiger war
ihm die Vorstellung, das: jener es fir nöthig erachiete, die Ba-
zonin durch seine Zuurückhaltung vor dem eifersichtigen Verdachte
ihres Galten zu schiizen. lleberall, wohin er blickle, gewahrte
er jene Annäherung des bürgerlichen Standes an den Ael,
die sich nicht mehr zurickdrängen ließ, weil die fortgeschrittene
Bildung die Kluft bereits ausgefüllt hatte, welche sonst die
Stände von einander geschieden. Nur um es nicht errathen zu
lssen, das: ihm in Herbert's Antworten etwas mißfallen habe,
perlangte er zu wissen, wohin er gehe.
s
e Herbertversezie, das er bis morgen in Marienau beschäftigt sei.
? Das gefiel dem Freiherrn auch nicht. Was machen Sie
dort? rief er spöttisch. Hat Steinert in dem Schlosse den
zicht Plaz geng?
- Im Gegentheil, er findet es, wie die meisten Schlösser,
Heit größer, als das Gut es tragen kann! gab Herbert, der
seinen Unmuih und seinen beleidigten Stolz vor dem Freiherrn
?rMa.

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eingerissen, um einen Schafstall und eine Brennerei darau
zu bauen.
Herbert sagte das mit sichtlichem Vergnügen, weil er wußä
dass es seinem Hörer nichi geuehm war. Ud schon wiedeH
haite dieser es vor Agen. wie der Bürgerstand sich in deg
Rittergüütern einnistete, wie das Gewerbe sich ausbreitete, wes
sonst ein Edelmann frei und stolz auf seinem Erbe sas, un
wie Herbert sich mit voller Sicherheit schon zu den Sieinerk
rechnele.
Um des Freiherrn gute Lauune war es nu gethan. Eg
wiederholte lrz zusammenfassend seine Anordnugen und Vefehl
hieß den Gehilfen sich am Nachmitiage nach der Höhe begebenF
und schied von Herbert mit der Bemerkung, dasi er ihn bei deH
Abnahme des Baueö noch sehen werde.
Als er in das Schloß zurückkehrte, sagte man ihm, daß
der Aiiann da sei, nach des Herrn Befehlen zu fragen. E
war das immer so gehalten worden, wenn der Freiherr längey
Zeit von Nichten enkfernt gewesen war, aber dieses Mal handeli?
es sich um mehr als eine alte Sitte.
Was bringt Er? rief der Freiherr dem Amtmanne
oF
gegen, da dieser die Aurede desselben abgewartet hatte.
Adam trat näher an ihn heran und sagte mit einem soog
genvollen Ausdrucke: Ich habe nichis Nees zu bringen, gnädlgßz
Herr, denn was hier geschehen ist, haben Sie durch den Hers
Eaplan erfahren, und es ist nicht der Art, das man es wiedeF
holen mag. Aber - er zgerte, schien die rechie Form nih
gleich zu finden, und sagte dani mit leberwindung: Ich komng
mit einer Bitte, gnädiger Herr!
Ah, rief der Freiherr, dem die demüthige Haltung d
sonst so straffen Mannes nicht entging, sie haben Ihn abgesandh
=--
Der Amtmann schiktelte das Haupt. Es hat mich Niemagg
abgesende! uund Niemad weisi davon. Ich komme auch nigh

-- 1jj ---
Fn meinetvillen, aber ich wollte Sie bitien, gnädiger Herr --
lten Sie morgen nicht selbst Gericht!
ke!
zsspszpf: -
z Es war ihm sauer geworden, dies auuszusp'==-; der
lFäiherr hatte offenbar auch eine ganz andere Binne zu hdren
Tinvoi
p- -- Naihschläige, und nun gar unerbeleie Naihschläge
fdn seinen Uiergebenen anzunehmen, war niemals seine Sache
Tewesen, und der Gedanke, das: Adam sich di: Freiheit, ihn
g -
lfaufgeforderi zu beraihen, nr geslaile, weil er bald aus seinem
ldienste scheide, machie ih die Warng. den auf eine solche
jhalie Adam es j, algesehen, nichf willkommen. Er war eben
jzrgn, sie hart zuriczuweisen, aber der Asdru' von anhäng-
lücher Sorge, uit welchem der Atmann auf ihn blicte, tes
h A Freiherrn inehalien; und erst nach einer Weile warf er
l k Frage auf Wie loml Er auuf den Einfasl, uir bzuraihen?
P H Die bloße Frage gab dem Aiianne Zversichk, und aus
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zs -leberzengung sprechend. sagte er: Das ist kein Einfall,
ßdiger Herr, denu ich würde mir nichk erlauuben, Jen mit
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senoss s
z-»- olosen Einfällen beschwwerlich zu fallen:. Aber der
ibige Herr kommen nicht so unter die Leute, w.. c, und
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hnen nicht wissen, wie es unter ihnen aussieht und was in
ßn Kopfen spk.
: -- Nuun, mich dimnlt, davon hätien sie mir jezt den shlagendsten
V Hpig geliefert, rief der Freiherr, und eben deßyalb soslen se
TL N-r
z ==«- die verdientle Aukwwori von mir selber haben!
SThun Sie das nicht. gnädiger Herr ! bat Adam drin-
e=. ,
er. Sie, gnädiger Herr, sind besser als unser Einer unter-
zt, von dem, was draußen in der Welt geschieht; aber es
Ps ob es durch die Luuft verbreitet wüirde, denn dem ärmsten
hner und Einlieger geht es im H=. ;- =-=l, daß es anders
sp spviiis
sbesser finn ihn werden müsse. Er weiß, daß die Hörigkeit
s;Orten aufgehoben wird - er hat vo.. -.-lösngen und
is ss.
uch von schlimmen Dingen gehört, die auf einigen Güütern
Aen sind. - -
hnagEs-r

=- Pzß-
Und die Elenden wirden geneigt sein, sich ein Beispiels
daran zu nehmen, meint Er?-- Nu, versiich' Er's - haltes
Er ihnen das gute Beispiel vor!
Dem Amtanne stieg das Blut z Kopfe, aber er biß dis
Zähne zusammen, damit das Wort des Zornes nichi über seinej
Lippen ginge, und mit erzwungener Gelassenheit sprach erß
Wir Steinerts sind geringe Leute gewesen, gnädiger Herr, als
der Herr Baron Erasmud Einen von uns zu seinem Verwaltnn!
gemacht haf, und wir sind auuf dieser Herrschaft zu Eioas geF
worden und auuf unsere Weise vorwärls gelommen. Das diirsens
und werden wir nle vergessen! aaruu eben habe ich mei
Dgpkespflicht erfillen uud --- fiigte er mit einer Weichheit hinzuZ
die dem lräfiigen Mae sehr wohl ausland -- meine AnhängF
lichkeit an den gädigen Herrn, die auch nicht gleich zu Endg
ist, weil man von einander geht, beweisen wollen, als ich heuj
herkam. .e- gnädiger Herr, habe hier nichts mehr zu gewimnenj
,
oder zu verlieren, als Ihre gute Meinung, und nichts zu ng
als das; ich mein Gewissen wahre!
Die Nechtschaffenheit, die -rene und Herzenögite des AmiF
.
mans sprachen so unverlenbar aus jedem Worte, das selbßs
die Voreingenommenheit des Freiherrn davor nicht Stich hielE
und wider seinen Willen bewegt, sagte er: Ich will es glauben
Er meint es gut!
. bei Gott, ich meine es gut, und wir Alle haben e!
N,
immer gut gemeint! rief Adam. Aber gerade darum, geraF
darum bitte ich Sie, lassen Sie es hler beim Alten. Es E!
ein Segen, wenn der Arbeiter, auf dem die Lasten schwer
liegen als es gut ist, sich sagen kan: Wen der Herr es wüß
-- er würde helfen! Es ist ein anderer Segen, wenn de
Vissetßät... dem das Gesez gerecht wird, die Hoffmug dgej
mag, der Herr werde Gnade wallen lassen, wo der Richter nug
die Strenge des Gesetzes auszuiben hat. Der Juustitiarius unä

-- h PZ--
Zch hatien und schon erlaubl, dem Herrn Gauplan an's Herz zu
egen, dass er um Gnade fir die Leute bitteu öge. Zwischen
dem Herrn, der die Machi hal, und dem Arleiler uuid Hörigen,
der die Lasten trägt, mnus: eine Schuzwehr sein r beide hele,
Aud dazu sind wir da. Auf uns, auuf den Juustitiarius und
auf den Aihmmann, sind seit allen Zeiten die Klagen und Be-
schwerden gefallen, und wir konnten sie tragen, denn wir for-
Bs-sis
z -=-, richleien und' sirasten nichl sir uns. Wir hallen an den
Herren eienn Nichzall, die Herren halien in unserer Sirenge
zund Gewissenhafiigkeit eine Eitschuldignng, wenn man sich be-
ftFs-s-
-i=--, und die Leute hatten ihre Hoffnung auf der Herren
Machsicht und gnädiges Gewähren. So ist es gegangen all die
Ez
xa=- her, wir sind fertig gewvorden mit den Leuten und die
Leute haben in Lebe zu den Herrschaften hinaufgesehen, fast
wie zum lieben Herrgott, denn wie zu diesem: konnten sie zu
Henen persönlch nicht so le.=-=-- Lassen Sie es dabei,
s,s,s s:nemf:
Fgnädiger Herr, stellen Sie sich nicht den Leuten selber gegeniber,
Jes ist nicht gut fir alle Theile, und wie die Leute nun hier
,einmal wider die neue Kirche und auch sonsten ausgeregt sind... -
EEr brach ab und sagte kurz: Thun Sie es nicht, gnädiger Herr,
ses kann ein Ungluck geben!
! Adam hatte nie zuvor seine Meinung in solcher Weise
, vor seinem Herrn auszusprechen gewagt und dieser nie eine ähn-
zliche Auseinandersetzung von einem seiner Untergebenen angehört.
FEr ließ Adam eine eile, ohne ihm zu antvorten, tehen, sei
les, das dessen Worte doch mehr Eindruck auf ihn gemacht
szs=ss
z=---- als er zu zeigen fir gut befand, oder daß er mit sich
Kzn--
zo-=- über den Bescheid zu Rathe ging, den er Adam geben
wollte; dan sagte er: Er hat mir Seine Ergebenheit beweisen
kwollen, und das lobe ich. .« danke Ihm dafür, und wenn
,.
FEr mich kiinftig einmal brauuchen s-, werde auch =« --=-
-lss.
iini-
-
Karan erinnern, das; die Steinerts lange in unseren Diensten

- 14z--
gewesen sind. Im Uebrigen beurtheilt Er die Dinge, wie Er?
sie versteht, und Er hat's ja selber eingestanden, daß ich sie-
besser verstehen und also anders ansehen muß, als Er. Eben daß:
die Leute immer von Einem an den Anderen appellirten, hat das
ganze Negiment gelockert. Es hat Jeder drein gerede! -- zulezt;
sogar der Gotihard. Habe ich das Regiment, und ich denke e?
in die Hand zu nehmen ganz und gar, da hai'd mil dem Hin
und Her ein Ende, ud dad lhui endlich Noih!
Er sezle sich nach diesen Worlen an den Schreiblisch nieder,
so daß er Aam den Rücken zudrehte, wandte sich dann noch.
einmal zu ihm zurick, um ihm einen Auuftrag an den Gärkner'
zu geben, der auf dem Kirchenplatze einige Aenderungen machen
sollte, fragie nach dem Ertrage der Henernte und ob Aam im
Stande sein würde, zu einem bestimmlen Zeilpuunlte gewisse
Zahlungen zu leisten; dann entlies; er ihn.
Sie wollen nicht hören, sie wollen sich nicht helfen lassen!;
dachte Aam, aber es that ihm wohl, daß er sich das Hen,
erleichtert und das Seinige gethan hatte. Von dem Pfarrer
zu reden, für ihn eine Firbitte um der Gemeinde willen ein-'
zulegen, wie er ek vorgehabt hatte, dazu war er gar nicht ge-!
kommen. Indeß wie .., die ein gutes Ziel im Auge haben.
a
gab er seine Hoffnung nicht leicht auf, und es war nun dig
Ankunft des Caplans, auf die er sich vertröstete. Konnte deF
auch nichts ausrichten, ließ der Freiherr sich gar nicht bedeutenß
dem greisen Pfarrer den Weg der einlenkenden Verständigung
zu eröffnen, mußten die alten Leute wirklich von Neudorf fortZ
nun, so hatte Eva Recht, so gab es in dem Hause zu Marienau!
Raum genug, den greisen Freunden der verstorbenen Eltern ein!
warmes Plätzchen zu bereiten und die alten Leute durchzuhalten,
bis Goithard sie einmal in seine Pfarre führte. Für den Adami
Steinert auf Marienau war das eben leine große Sache.