Von Geschlecht zu Geschlecht. Roman in zwei Abtheilungen. Neue, von der verfasserin veranstaltete, revidirte Ausg.
Fanny Lewald
Kapitel 12

,z w ölfteö Capitel.
er
hz(llle seiie Dienerschafi und seine Beai u den Freiherrn
verändert gefuuden hatlen, so ward der Caplen, als man ihn
Inach seiner Anknft zu der Baronin fihrte, durch ihren Anblick
,in Ersiaunen gesezt, wennschon er es versland, ihr diesen Ein-
druck zu verbergen. Aber es war nicht allein ihre körperliche
- Schwäche, die ihn überraschle, ed war emwas Fremdes in sie
gekommen, das er sich nich! gleich zu deuuten wuszte. Während
Jes ihm bedinle wollie, als habe sie jenen ihhr schon als junges
MMädchen eigenthümlichen Ausdruck gebietender Vornehmheit ver-
Aloren, hatte sie doch an Sicherheit und Bestimmtheit in ihren
Fleußerungen gewonnen, und er vermißte an ihr die freiwillige
Fnterordnung, mit welcher sie ihm sonst genaht war.
? Nach dem Briefe, welchen der Caplan von dem Freiherrn
Fnnhalien, hatie er nichi anders glauben können, als daß es der
Faronin um seinen geistigen und geistlichen Beistand zu thun
Fei, daß sie zu beichten und das Abendmahl aus seiner Hand
Fu empfangen begehre. Ideß wie erfreut sie sich über seine
jnkunft auch bezeigte, sagte sie ihm denoch, daß sein Ausbleiben
zhr wohl gethan habe, ud das: sie glaube, ihe Alleinsein in
Fiesem fremden Hause sei ihrem Seelenheile förderlich gewesen.
s be
=uls der Caplan zu wissen begehrte, wie sie dies meine
Fund in welcher Weise der Ugang mit ihrn Pflegern ihren
FSinn gewandelt habe, versetzte sie: Auf die einfachste Weise von
Fder Welt! Htie ich Sie, mein Freund, hier gehabt, da ich
f g. Lewald, Von Geschlecht z Geschlecht. 1.

-- Igß--
zu sterben glaubte, so hätte ich mich Ihnen, wie immer, mit
allen meinen Schmerzen und Sorgen in die Hand gegeben und
nuur an mein eigenes Heil, an meinen Trost gedacht, und Sie
wüürden vielleicht in Ihrer mitleidigen Barmherzigkeit mir nicht
gesagt haben, daß auch in dem Verlangen nach geisiiger Erhebung
und Vervollkommuung sich die Selbstsucht des hochmüthigen
Menschenherzens verbergen kann. Hier aber habe ich unter
Menschen gelebl, von deen, wie ich glaube, sich keiner mit der
eigenilichen Sorge um sein Seelenhheil beschhäsligi. Herr Flie?
und seine Frau haben bs in ihre jezige Jahre hinein so viel
Noihwendiges zu thun gehalt, das: ihnen leine J,.it geblieben
D,.
-, über sich selbst nachzudenlen; und Seba lebt so auöschließlich
1
fir die Befriediguung der Aideren, das: sie die eigene darüber
ganz vergißt, oder das; sie dahin gekommen ist, ihre Zufrieden-
heit in dem Wohlbefinden Anderer zu geniesien.
Der Caplan wandte ihr ein, daß sie in Gefahr stehe,
Gleichgiltigkeit gegen das geistige Leben mit Seelenfrieden und
Is.
Gewissensfreudigleik zu verwechseln; aber sie wollte dies niz.
zugestehen.
Ich habe Herrn Flies einmal gefragt, sagte sie, wie er es
ez -
angefangen habe, sich seine beschauliche Ruhe und Klarheit an-
zueigen-
Und was hat er Ihnen geantvortet? erkundigte sich der
Geistliche, dem daran gelegen sein muußte, die Leitung über das
Herz der durch ihn bekehrten Frau n-«- z verlieren.
sss
a, habe an jedem Tage nach bestem Wissen meine Schul-
,
digkeit gethan, hat er mir gesagt, und habe also immer die Zu-
versicht in mir getragen, auf dem richtigen Wege zu sein.
Der Caplan machte eine Bewegung mit dem Kopfe, die
es kund gab, daß er diese Atvort vorausgesehen hatte, und
meinte danach: Darin verbirgt sich die Selbstzufriedenheit aller-
derer, welche glauben, durch ihre eigene Kraft zur Seligkeit

r , r
= -=- h, S F -==
Felangen, welche meinen, mit guten Werken, die in der Religion
her Juden eine große Rolle spielen, den Himmel erwerben zu
lönnen. Aber es ist nicht ner das Thuen, das selig macht,
ßo n
, Zum ersien Male lies; Angelila ihren geistsichen Freund
Fseinen Ausspruch nicht vollenden, und lebhafter als er es von
Fihr gewohnt war, rief sie: Nein, es ist gewis: und allein das
ke
z »hnn und nicht dts Streben, ds Vollbringen und nicht das
zWollen, die us gliclich, die uns selig machk! Ich habe das
ßhier in meiner Einsamleit und in meinem Leiden tief empfunden!
FWas habe ich uicht Alles gedacht und wie Weniges gethan!
ßMit den grosen Fragen und Geheinnissen habe ich mich be-
,schäftigt, in welche wir kirzleligen Geschöpfe uns hineingebant
(fühlen, wen wir über die enge Schranke unseres Daseins
Fhinauszublicken wagen; von meinen widerstrebenden Gefihlen
ßhin und her getrieben, habe ich mich nir um mein Empfinden,
hüm mein Seelenheil gesorgt, und es dariber ganz und gar ver-
säumt, finn das Heil derjeigen zu sorgen, die Gott in meinen
flebensweg gestellt hat, oder etwas zu leisten, was mich hätie
lh der Erinnerung krösten und aufrichien können. Und an
, Kemandem hat sich meine Selbstsucht schwerer versündigt, als
jmn dem Knaben, den wir jezt vergebens suchen.
? Das Schicksal Paul's. von dessen bisherigem Leben und
1 ön' dessen Versähwinden sie sich durch Seba ausfithrliche Kunde
, jschafft hatie, das weltliche Ergehen ihrer Jamilie lagen ihr
, Fr allem Anderen am Herzen und namentlich beschwerte die
, ßinnerung an Paul ihe das Gewissen.
Sie nannnte es einen schweren Fehler, daß sie immer nur
, ajenige zu lieben vermocht habe, was ihr eigen gewesen sei,
, sas sie durch ihre Selbstsucht mit ihreu Herzen vermitteln
l ßmen, während ihr jezt von Fremden die uneigenützigste
(Ienschenliebe z Nheil geworoen sei -- von remden, die sie
zhn

148 --
um ihres Stammes und um ihres Glaubens willen so tief untetk
sich gewähnt. Und an Niemandem, wiederholte sie, hat sih,
meine Selbstsucht schwerer versiindigt, als an dem armen Knabenß
welchen wir jezt vergebend suchen. Ih habe es in meiner Eifeog
N,
sucht und in meiner ungerechten Verachtung gegen die Mutie
dieses Knaben einst hochmiihig verschäht, ihm die Stelle ih
dem Hause meines Gatten einzuräumen, die ihm gebüührte, die
sein Vater ihm gewähren wollte. Das hat sich nun gestrafi;
sein bloßer Anblick hat mich gedemüthigt, wie ich's verdieniei
Damit ein Kind so vollständig die Züige seines Vaters wieder?
giebt, so völlig seines Vaters Ebenbild werde wie dieser Knabef
musß viel Liebe zwischen de Eliern desselben geherrscht haben,
mehr Liebe, mehr Hingebung, als der Freiherr und ich für
einander in der Zeit empfanden, welche unserem Sohne das
Leben gab. Wenn ich unseren Nenatus belrachie, der seinem
Vater so wenig ähnlich sieht, kommt er mir neben jenem Sohne,
meines Gatten wie ein Enterbter, lomme ich selbst mir neben
der unglicklichen Mutier Paul's wie die Unglicklichere vor, denn!
sie besaß sicherlich die Neigung des Barons weit mehr, als ih.
Paul ist im wahren Sinne des Wortes ein Kind der Liebe,
und er wird wiederkommen! Sein keckes, stolzes Antliz ver-
bürgt ihm das Glick, das solchen Kindern eigen sein soll!
Der Caplan hatie nicht im eniferntesten voraussehen kdnnen,
ein Urtheil wie dieses von der Baronin zu vernehmen, wenigeg
noch, daß sie diese Verhältnisse in Seba's Anwvesenheit bespreche
würde. Ausschließlich wie die Kaste, in welcher sie gebori
war, hatte Angelika früher Alles, was ihre und der Ihrigeß
Lebensverhältnisse betraf, der Kenntniß und dem Urtheile dritii
Personen zu entziehen gestrebt; jezt nannte sie diese Ait deß
Zurüchaltung eine Maskerade vor sich selbst. Denn, sagte ig
ich täuschte damit nur mich, und ich habe hier erfahren, daß
Fremde wußten, was ich vor mir selbst verbarg. Ich habe eins

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Fchwere Lehrzeit durchgemacht, aber sie ist nichl an mir verloren
ßgewesen. Obschon ich schwach bin, gehe ich doch gekräftigt as
Fihr hervor. Der Ausspruch: Wen der Herr liebet, den zchtigt
Fetl der mir sons immer hart und darum der zöiilichen Liebe
Ficht angemessen erschienen ist, hat sich mir zu einer Wahrheit
Ferhoben. Dafüür danke ich Gott, und ich werde auch von Ihnen,
Fmein theuurer Freund, künftig nicht mehr fordern, was Sie mir
Inicht gewähren können, was man sich selbst erringen oder ent-
behren mus!
Und was häiten Sie derart gefordert? fragte der Caplan,
ßder imnier vorsichliger und achtsamer wuurde, je weniger er im
Fersten Augenblice den Gemüülhszusland der Baronin zu beurtheilen
ßyermochte. Welches Verlangen hätten Sie gestellt, das Ihnen
ßaus der Gnadenfüsle unserer trostesreichen Kirche cht befriedigt
F werden können?
F Ich verlangte .. Sie hielt inne, schien zu iberlegen und
Fsagte danach, als wolle sie ihrem Berather keinen Zweifel über
zich lassen: Ich verlangte Vergessenheit -- und ich habe sie nicht
zgefunden!
? Der Caplan lächelte, als sähe er ein Kind seine Händchen
Fbegehrlich nach der Moudessichel erheben. Freilich, sagte er,
kder Lethestrom ergiest seine Wellen nicht durch die christliche
zWelt, er ist versiegt! Aber, figte er mi ganz verändertem
one und mit gehobener Haltung hinzu, aber flösse er auch
Freich und voll vor unseret Lippen, wie dürften wir begehren,
hdaraus zu trinken? Wie ditrften wir Vergessenheit verlangen
Zr irgend etwas, das Goties Nathschliß uns erleben ließ?
Fch erkenne Sie und Ihren gotiergebenen Sinn in diesem Wunsche
ßnicht wieder, meine theure gnädige Frau!
- Der Caplan verstand die Kunst, die Menschen sprechen und
Fschweigen zu machen, und die Baronin fihlte diese seine Macht.
gOhne noch ermessen zu können, ob es der Einfluß ihrer nicht-

-- 170-
chrisilichen Umigebung, ob es ein Erwachen ihrer protestantischen
Erinnerungen oder eine Folge ihrer eigenen einsamen Grübeleh
sei, welche die Baronin zu einem von seiner Führung unab-
hängigen Gedankengange verleitet hatten, hielt er es für ange-
messen, sie wenigsiens von dem Auussprechen ihrer Gedanlen ab-
zuhalten, denn das Wort ist gestaltend und das Gestaltete iß
lebendig und lritt, uns selber bannend, fir und wider uns auf.
Und wie es wahr ist, das: nur derjenige frei bleibt, der z
schwweigen versiehl, so isl es eben so wahr, das: ua dent Men-
schen hindern mus, sich seine Gedalen fesizuslellen, wenn man
die Herrschaft über ihn mi! a .chtigleit behauuplen will.
N.:
Er ließ eine geraume Weile im Stillschweigen vergehen;
dann fragte er, als falle es ihm unnöglich, sich in die Vor-
stellung der Baronin hinein zuu versetze:n: Und was war es denn
eigenilich, das Sie so dringend z vergesseu wünschten?
Angelika hatie, in ihren Nuhesessel zurickgelehnt, in stille
Beirachiung. vor sich niedergesehen, aber bei der Frage des Caplanh
richtete sie das Haupt epor und entgegnete: Es ist mir wunz
derbar, ganz wuunderbar zu Muthe. Ich fihle, als wären wit
lange, lange getrennt gewesen. Eine Krankheit wie die meings-
in der man vom Leben zu scheiden glauubt, bildet einen tießeg
Abschniti in unserem Dasein, sondert uns von unserer Verj
gangenheit, hebt uus iber sie und über uns selbst hinaus. -
a-- weiß Ihnen das Alles kaum zu erkl..in, weißß es mir selbe;
N,
Hzp
kaum zu deuten, und stehe doch wor lauter Erfahrungen. FF
ich mir nicht weglengnen kann -- auch wenn ich es wollhg
Es sieht mich Alles fremd an, wenn ich auf die lezten Jah
meines Lebens zur=====-, es kommt mir Alles, selbst kürzlig
Fs.s- -
erst Erlebtes, unwwahrscheinlich, za unmöglich vor. Ich sehe dg
=-inge. b- =--===--- anders als bishe.. =. warum sollte ig
s WsHpzssof -
v zssA
es Ihnen verschweigen, selbst Sie, setbst Ihre Stimme, seli
-=-- --ee klingen meinem Ohre so fremd, das ich Mh
gs.-= M=-

= , H z, ==-»
habe, mich darein zu finden; auch Ihre Frage befremdet mich.
! Des Caplans Miene wurde ernster unh strenger. Sein
hmilder Sinn, sein nachsichtiges Herz hatien es doch früh gelernt,
die Herrschaft über die Geister als eine Befriedigung zu empfin-
den, und er war zu sehr von der wohlihätigen Wirlung über-
zeugt, welche die den Geist beschränkende Zuucht seiner Kirche
über die Menschen ausibt, ui die Herrschaft, welche er ge-
wonnen und besessen, wieder aus der Hand geben zu mögen.
Der Frevel gegen da Heiligenlild iud der in Richien an einer
schuldlosen Belennerin des latholischen Glau ens von den Luuthe-
ranern verible Todtschlag, selbst die Art unt Weise, mit welcher
der Freiherr das Ereignisß auufgenommen, harten des Cavlans
Seele doch mehr erbittert, als er sich dessen bewußt war, und
die Art von Auflehnung gegen seine Füihrung, mit der die bis
dahin so figsame Baronin ihu: entgegentrak, erinnerte ihn zur
kechten Zeit daran, das Herrschaft, um wirksam zu sein, keine
Unierbrechung erleiden darf.
N,
- glaube es wohl, sagte er, daß meine Stimme Ihnen
fremd geworden ist, daß meine Frage Sie befremdet. - Denn
F müssen verlockende Weisen gewesen sein, mit denen Sie Ihrem
Ferzen schmeichelten, bis es zu solcher Selbstzufriedenheit gelangen,
his Sie glauben konten, der leitenden Hand fortan entbehren,
gu können, der Disciplin entwachsen zu sein. - Er schütielte
hitleidig das Haupt: Sie wähnten, auf sch selbst bauen z
Pnnen, und haben es verlernt, sich selbst zu prüfen, sich selbst
hleenothwendigsten Fragen ehrlich vorzulegen und wahrhaft zu
ßantworten. Deßhalb befremdet Sie meine bestimmt gestellte
Frage; deßhalb auch, gnädige Frau, klingt Ihnen meine Stimme,
hle Stimme der Wahrheit, jezt wie eine fremde; deßhalb weichen
Pie der Antwort aus. Aber ich bin im Stnnde, mir diese
Aniwort selbst zu geben. Sie haben.. -
Angelika wollte ihn unterbrechen; der Caplan gab es nicht

-f .-
zu. Sie sind kr.tü.k, meine arme, theure Freundin, sagte er;
eine lebhafte Gereiztheit steigert Ihu. -usdricke, das auch Sie
z-;- A
mir wie verwandelt scheinen, und ich möchte Sie hindern, von
sich auözusagen, was Sie reuuen könnte. Lssen Sie mich
Ihnen ein Bild Ihres Seelenzustandes geben, wie er mir er-
scheint, und es soll Jnen nicht benommen sein, mich des
ezg
D- -hums zu üiberfihren, wo ich ihn begehe.
Iz-s
Er rickte an den Sessel der Baronin heran, legte seine
Hand auus die Lehne, auus welcher sie die ihrige ruhen lies;, und
sprach mit dem Tone eines ruhigen Berichterstatiers: Sie sind
in diesen Tagen der Einsamkeit Ihr Leben duurchgegangen, haben
sich und Andern -- die Baronin schiüttelie verneinend das Haupt,
und der Caplan ersah mit Befriedigung daraus, daß er es nur
mit ihr zu thun habe-- haben sich Ihre Schicksale zerglieder
und haben sich gesagt: ich war nicht glicklich, wie ich es er-
warten durfte, mir ward ein schweres Loos zu Theil, em Loos,
das gross und wülrdig zu tragen iber meine Kräfte ging. Wie
durfte die göttliche Allwissenheit mir ein solches zuerkennen, ohne
daß die göttliche Gerechigkeik dadurch beeinträchtigt wuurde? -
Er sprach langsam und ohne sein Auge von der Baronin
zu entfernen, die lautlos vor sich niedersah, während ihre Wangen.
sich röiheten und ihr Aihem sich schneller hob. De Hand
langsam von der Lehne des Sessels erhebend und auf ihren
Arm legend, fuhr er immer mit derselben Nuhe fort: Sie hatten,
anscheinend glicliche Familie um sich, Sie erfreutey,
hier eine
sich ihrer
blicklichen
Hüilfe - Familienliebe diuukte Sie, in Ihrer augewF
Hülfsbediftigkeit, als das höchste, das erstrebens?
wertheste Gut - und Sie sind durch Gottes Sie erleuchtenden
=-»=;»luß von Ihrer angeborenen Familie getrennt worden,
P,ssl-s
ohne in dem Herzen Ihres Gatten gerade jenem Siune sßk
Familienleben und Familienliebe zu begegnen, nach denen.t

-- -- l. e, e( = =-
Sie verlangte. Darin erblickten Sie einen Mangel an gött-
licher Gerechtigkeit.
Nein, o nein! rief die Baronin, nicht durin. - -
Hören Sie mich zu Ende, begehrte der Caplan. . weiß
N,.
es, nicht darin allein glaubten Sie einen Mangel an göttlicher
Gerechtig.et zu erblicken. Aber dasß Sie srih dazu bestimmt
,-s -
waren, die Schuld und die Versindigung dcs Freiherrn theilend
Aragen zu missen, das: Sie, der Lebe zu einem gleichaltrigen
Manne eulbehrend, die gauze Krasi Ihres Herzens ersl lennen
lernten, als es fitr Sie uicht mehr gestatiet war, iber Ihr Herz
zu verfigen; das: Ihre Neigung sich eineu Manne zugewendet
hat, der sie nicht erwiderte, einem Maunne, dem Sie nie an-
gehdren konnten, auch wenn Sie ihm in der vollen Freiheit
Ihrer Jugend begegnet wären-- daß Sie kämpften, sich be-
Fiegten, ohne die Fruch- Ihres Sieges in dem Frieden Ihrer

Fihe zu genießen; daß Sie schuldig schienen, ohne es zu sein;
aß des Freiherrn Glaube Ihnen nicht vertrauute; das; sein be-
sleidigter Siolz keine Versöhning zwischen Ihnen zuließ, wie
Ihr Herz sich auch in Neue vor ihm demüüihigte -- das Alles
mmnachte Sie zweifeln an der allveisen Gerechtigkeit des Herrn.
D Und, fuhr er fort, während sein Auge zu leuchten begann,
ier auf dem einsamen Lager, verlassen von dem Beistande der
zeligiösen Tröstung, den zu enibehren Ihr Herz noch viel zu
Fchwach war, hier in dem Hause, nach welchem Ihre irrende
jmpfindung sich oft mit sträflicher Lebe hingesehnt, weil der
Mann hier weilte, dem Sie Ihre Liebe zugewe det hatten, hier
ßrat die Versuchung abermals an Sie heran, und von ihr ver-
seitet, haben Sie' sich gesagt: Ich habe gelitien, nicht gefehlt!
ßch bin unglucklch gewesen und nicht schuldig! Ich habe ver-
Hessen wollen und es nicht vermocht! Ich bin also nicht vernnt-
p-z --- vas, was über mteitte ß. -u- geß.- =-uu ntein
ss yrse
ssF 7s=
Jsßss
Streben nach Vollendung hat mich nicht beglüicki und diejenigen

=== j H j- -
nichi beglict, die zu beglicen ich gewünschi habe! Hier sind
zufriedene Menschen, die nicht über sich denken und hinleben in
gleichgüültiger Gedankenlosigkeit; ich will hingehen und werden
wie sie! Ich will werlthätig werden wie sie und meine geheimen
Neigungen nieh-»-=-l. ic will den Menschen wohlthun,
l.s s.öüf:-i
Tage leben, der Zeitiichkeit leben, wie diese Familie hier,
wenn dann meine Stunde schlägt, so will ich hintreten vor
dem
und
den
Thron des Herrn und ihm sagen: Du hast mich geschaffen mit
meiner Schwäche uund Süihafligleit, d hast die Versuchung
in meinen Weg gestellt, ohne mir die Kraft des frendigen
Siegens zu geben; dein ist meine Schuld, nicht mein- ih
wasche meine Häide in lschuuld!
Er hätie noch lange so fortsprechen können, ohne daß die
Baronin ihnn unlerbrochen haben würde. Sie haie ihre Hände
auf ihren Knieen gefaltet, ihr Haupt ruhke auf ihren Händen.
asie die Stimme des Gerichies könien die laugsam und gewichtig
gesprochenen Worte des Geistlichen auf sic hernieder, sie glaubte
eine Offenbarung zu oernehmen, =-- -- == zu erleben; denn
siss HzssAo
dies Alles, eben dies ?.. z tie sie sich gesagt, diese Zweifel
l is. s.-
hatten ihr Herz bewegt, zu diesen Schlissen hatte es sie gedrängt
Wie ein Erleuchteter, ein Seher erschien ihr der Mann, der also
ihre innerste Seele erkannte. Sie war wieder völlig willenlos
in seine Hand gegeben. Freilich haite er ihr Nichis gesagt, als
was sie ihm seit Jahren imuier und immer wieder in ihren
Bekenitnissen anverkraut, -. doch traf es sie wie mit einem
sssA
Zaube., denn der Mensch, wie oft er sich auch seine eigene
IK.6=-=--s-os
Seele zergliedert und enthüllt, ist sich neu und -=--»
wenn ein Anderer ihm da-=-==- -==.lt, däs er diesem selbßß
V1s =-fb--s
geliefert hat, und in der Ueberraschung vergißt er, daß er dies
gethan.
Der Caplan
auf die Gebeugte
sis: ziieb p-zisi
hatie seinen Siz verlassen. H=-« ----- -»u
niederblickend, hiitete er sich, sie zu erheben.

=-== j IFz b====
Er wusle, das er sie zuu schonen haike, und die Baronn war
ihm iheuer; aber auch jezt wieder empfand e.. was er sich als
einem der Glieder jener grosten hierarchischen Verbrüüderung
s
==lhig sei, die sich die Herrschafi über dei: Menschengeist als
ühr angestanmies Erbe und Necht zuerkenut.
Es war nicht sein persönliches Belieben und Empfinden,
es war nicht nuur das Wohl und Wehe, nicht nur die Unter-
werfung dieser einen, am Abhange ihres Lens stehenden Frau,
mit denen er es zuu khuu halte. Inn dies: Frau hatte er das
Geschlecht derer von Arien an der Kirche und in der Kirche
fesizuhalten; auus ihrer Hand musßte und konnie er am sichersien
die Machtvolllommenheit über den Knaben gewinnen, der be-
stimmt war, den stolzen Namen fortzupflanzen; und wäre das
auch nicht gewesen --- er schldele es sich und seiner Nirche,
eine Seele in ihren Banden festzuhalten, die ihc einmal gewonnen
worden war und deren Belehrung seiner Zeit viel von sic
sis-
p=--echen machen.
Es war still in dem Zimmer; der Caplan stand sinnend
an der Seile d.. Garonin. Da er sie also in sich versunken
=z- .
sah, reichte er ihr die Hand. Es ist jezt an Ihnen, meine
arme Freundin, sprach er, uich meines Irrthums, wie ich
Sie bat, zu zeihen, wenn ich mir einen solchen zu Sculden
kommen leß.
Sie hob ihr Antliz in die Höhe, es war von pränen
.
z,
Atse
pss-Kmfs
-=-----=-- =-, Vergebung, Vergebung! war -«aeS, was sie
w-8-- -=--«, denn ein lrampfhaftes Weinen unterdrückte ihre
pposs kisisfn
Worte.
Seba, die sich während dieser =-===uung im Nebenzimmer
Ps zsfpsso
aufgehalten, trat, ohne eine Aufforderung abzuwart... in die
Acs-- ,s-
===-- =«. Ton der Weinenden gab ihr nach ihrer Meinung
ein Anrecht dazu, denn sie haite einzustehen fitr das Befinden
der ihr anvertrauten Kranken.

g f 7
= j (z 1 -==
Um Gottes willen, was ist geschehen? rief sie, unbeirrt
durch die gebietende Erscheinung des Caplans, indem sie auf
die Baronin zeilte und an ihrem: Sessel niederknieete.
Nichts, nichts! enigegnete Angelila uit sanfter Abwehr.
Nichts? wiederholte Seba, während ihre klugen Augen sich
von der Kranlen zu den Geistlichen und von diesem zu der
Kranken wandten. Nichts--- und Sie weinen, das; es Ihnen
denu Aihseun versezl, und Ihsre Hände sied so lali? - Sie wollte
auffahren in ihrer zornigen Besorgnis, aber sie iberwand sich,
und mit schneller lleberleguung sich an den Geisilichen wendend,
sagie sie: Herr Caplan, wir haben die Ehre, Sie unsern Gast
zuu nennen, und sind sehr gl===g dariüber; da man aber mit
,s1.s.
seinen Gästen doch in Frieden und Freundschnst leben soll, lassen
Sie uns ein Ablommen mit einander tresfen!
Dem Caplan, der mit erprobtem Scharfblicke in der ganzen
Haltung Seba's die Etschlossenheit eines fesen Herzens erkannte
und der von der Baronin bereits erfahren haite, wie sehr diese
s. s--
n----=-. Pflegerin eingenoutmnen war, lam es darauf an, in
Angelika keine Art von Mißkrauen aegen ihn auufkommen zu lassen.
Er hielt sie wieder fest in seiner Hand, und er war wie immer
gern bereit, ihr so viel Freiheit der Beweguung zu vergönnen,
al er ihrem Heile angemessen glaubte. Es war sonst nicht in
seiner Art, ähnlichen Aufrufen, wie Seba an ihn richtete, mit
N,ssȧ.ss -
--»--8 -- z begegnen. Die Sprache der Galanterie, die er
z-is ssis-u=- Ms-
--s- =-- ===-=de unvereinbar fand, hatte seinem Ernste ohnehin
nie zugesagt und lag ihm jetzt -=« --, aber er ging, von
: Rpz szf-of -
einer plözlichenn leberlegenheit bestimmt, auf Seba's Forderung
freundlich ein und versicherte, das: er sehr bereit sei, jeden
von ihr gemachten Vorschlag anzunehmen, wofern er ihm ent-
sprechen könne.
g
=--- gewiß, rief sie, Sie könen es, nur ein wenig Güte
und ein wenig Selbstverleugnung sind dazu vonnöthen! - Sie

z f rf
F kauerte neben Angelila's Sessel auf einem Schemel nieder und
sagte lächelnd: Aber ich mus weik, sehr weit ausholen düürfen!
Und wie weit? fragie der Capla, dem die Achtsamkeit
nicht entging, mit welcher die scherzende Seba in den Mienen
der Baronin zu lesen krachiete.
Von der Schöpfungsgeschichte an, entgegnete sie; denn wie
Jnden und Chhrislen in ihren religiösen Meinungen und Vor-
stellungen auuch auns einander gehen, die Erzählung von der
Neihenfolge, in welcher Goti die Weli erschaffen hal, die haben
sie gemein, und . - -
Und? wiederholte der Caplan, dem Seba's geflissentlich
spielendes Plandern nur einen erhöhten Begriif von ihrer willens-
starken Klugheit gab-
Und, sprach sie, sichtlich zufrieden mit sich und mit dem
Eindrucke, den sie auf den Caplan machte, und es steht ge-
schrieben: erst als Goit der Herr den Körper Adam's in Kraft
und Schönheit vor sich sah, hauchie er ihu dez Odem seies
Geistes ein!
Der Caplan konnte seine Ueberraschung i ber diese Wendung
nicht verbergen. Er verneigte sich vor Seba mit der Versichernng,
daß er sich diese Aufklärung zu Nuutze machen werde. Sie ihat, als
höre sie nicht, das er sie verspotte, und sich von ihrem Schemel
aufrichtend, rief sie mit einem Tone leichifertiger Zuversicht: Thun
Sie das, beherzigen Sie mein Gleichniß, hochwürdiger Herr,
denn ich mache sonst von dem Nechte Gebrauch, das mir der
Freiherr und der Arzt einräumten, als sie die Frau Baronin
mir und meiner Pflege üübergaben: ich lasse Niemanden zu ihr
ein, der ihr irgend eine Aufregung verursacht!
Sie haben starke Begriffe von Autorität, ich achte das,
entgegnete der Caplan, dem der Charakter dieses Mädchens
immer bedeutender erschien, und Sie sind geneigt, Ihre zufällige
Herrschaft zu gebrauchen, wie mir scheint!

-- 1 hd -
==--- =-=----- -ol. elni.ile!i, wveil. sie fiürchtete, Seba
eDP?,. PJeiniss si
l!.-
sl.ss
lönne dem Gag =.- ---=en ; aber diese war gewohnt, sich selhst
muI-is sisß ß., st
-..- lle. = -- mich iadeln, wenn ich zu geniesßen
zuu helfen.-- --
: ß.st-
-=-=- -üS 1==-« ---- -=- -och wuesl-gza a ge mtein ist? fragte
. ss
f izzl zfpis:
in
sinsi
sie. Vic Madena -;- ==rlanne e-z, gchorl die Fran Baronin
.-l, ss.. .i
s.ss
hlir, .ud ic ha=- .---=- -=s glbesinden einzuslehen. Ed wird
I.s- si- Isi:- ih.is
-==- --- - a llerit, und-- die Augen wwurden ihhr feitcht, ob-
zssfsis l,-H-H d
scho ;. lacelle- mtein Megh.=- -z gl. - -autii, Herr aplan,
ne;!
iisnisi (s
s ss
m: b=-s. f ss
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s,s,pssi -i -i siin
d.essss s s,s:
=-=s = - - =ss == - - - .lS, 1üS ,z.z!lOl lhCou: sbz- s - -= - -ns=-
aii:
mneine. a ohhuul, unur hier, soll mneie Kraule hejler sei, sol!-..
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FFrl. -==ull ntct so wei!.. . -
nps !
Sie weinie aber selbsi, wähsrennd sie dies -.- ule spra.,.
- 9iU.
« -?, Ih,si-
=-- -= dUll h.-- -hr die Haud gereick, Seba druckte sie an
--ls,- is.
ss.. s.-
==-- -==-p . Der Gap.i wwaar jeder =e uegzlllg, jeder Miene
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Sreba's gefolgl. Er sah die Jzarilichleil, .: welcer die -- =----
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Er haite Seba aesehen, da sie eben in das j:uugfräuliche
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kenzeichnen pflegte, sie besaß die ganze Sicherheit einer vom

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ßeben gepriften ud duirch dasselbe gereifte. Frann. Sich unter-
Fordnend und liebevoll dienend, war sie doh die Herrschende in
Fihrem Vaterhause, und auch ihr Einflus; auuf Angelila wor un-
Ferkennbar. Wie aber war sie zu der Selbstbeherrschung gelangt,
Jwelche ihr die Machi über Adere sicherie? Denn nr derjenige,
Jwwelcher seiner selbst gewiß ist, erlangt eine Gewalt über die
FAnderen.
z Fast gegen seinen Vorsaz hatie er sein klares Auge scharf
Fauf sie gerichtet, und sie ertrug und erwiederie seinen Blik mit
Festigkeit. Nur ihre Wangen färbten sich, ud der Mund,
,jengr schwer zu beherrschende Verräiher uns-rer Gedanl.nu, zuckte
,leise, wie in stolzem Troze. Der Caplan glaubte genng gesehen
fzu haben, und senkte mnild die Lider, währen: er sich mit fr:nd-
ichem Worte fiür diesen besonderen Fall als von ihrer besseren
FEiesicht uud gröseren Sorgfalt überouuiden nannle. Ja, er
Fging noch weiter; er erboi sich, um jedc angreifende Unterhaltung
zzu vermeiden, die Baronin, so lange sie in Seba's Obhut sei,
znur in deren Beisein zu sprechen, denn er wisse, wie hoch ein
Igewissenhaftes Herz ilbernommene Verpflichtungen halte, und
Fwie liebevoll man über ein Leben wache, das man mit Mühe
zund Aufopferung in einem geliebten Menschen zu erhalten ge-
ßstrebt habe. De Baronin reichte ihm dankbar die Hand; sie
Fhatte gefüürchtet, daß der Caplan sich erzürnen, daß er sich gegen
Feba aussprechen köne, und sie liebte Seba.
Niemals war eine Freundschaftsversicherung, niemals ein
FGeständniß gegenseitiger Zneigung zwischen den beiden Frauen
Fausgesprochen worden; sie hatten einander auch nicht um ihre
FSchicsale befragt, sich ihre Erlebnisse nicht besonders anvertraut,
Fwie Frauen dies so leicht und gern ihun; uber Bedürfniß.
Hülfsleistung und Dankbarkeit hatten eine Neigung und endlich
Feine Liebe zwischen ihnen erzeugt, die so natirlich entstanden
ßwar, daß beide ihr rasches Wachsthum kaum gewahrten. Seba

-. 16e -
freute sich in jedem Augenblice an der formwollen Gite der
==--==------ ----==unin genos; unablässig ihrer Pflegerin bereit-
HgAf nssiis
, K,i=s
.ulg- =--i»g. Sie rühmte dem Geistlichen, waich glückliche
i- Gizs-osi
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eage sie verlebe, ; - i-- ---=- - =---- oeren sie bedülrfe, von der
- s.s s. --sl. D.-ssss. -
HHand einer Freundin empfange, und seit sie gelernt habe, wie
sis; es sei, zu ford.., wo man mit i..--öglich... des Ge-
Hi=- g
s.s
währens dem Aundern eine Frende zu bereiien sicher sei.
Der Caplan widersprach ihr nicht. Jm Gegentheil, er er-
kannie Seba's Vorziige unbedenklich an; nur einmal warf er
die Frage aus, ol die Baronin irgend elwue iber den Weg
- -:--=- - habe, welchen die CharakterbildunghD..e Freundin ge-
siw,
,z-f, sfpn
unomnn.i, ob sie irgend welche Kenninis; von deren sililichen und
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-=--giösen Anschauuungen habe. Sie verneinte Beide. .-=-- -==-=-
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ed. voch die Aeuszerung, das; sie vermuthe, Seba sei unver-
siui- -
mahlt geblieben, weil sie eine unglicliche Lebe im Herzen frage.
wer Gaplan uannie dies uunwahrsceinlic, da das Mädchen
rH.
Eigenschaften und Vorzige besitze, welche auch einem anspruch-
vollen Maine geuilgen mihssien. ale =uNeonin scwieg eine
1Az
=.«-le, indes; ein.=- ut der Beichte zuur Gewohnheit gewordenes
M.
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Vertrauen in den Caplan und das Verlanget, -=--==- nicht
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als eine Verschmähle erscheiuen zu lassen, irugen über zre Ver-
K s.
schwwiegenheit den Sieg davon, und zbgernd. a. - elcnne sic eine,
eigene Erfahrung. sagle sie, das; ihrer Freundi.-e. wie sie
ss N,s
glauube, einem Manne aeaolten, von welchem nicht nuur ihre
=eligion,
Sie
KgAe»eHni
sondern auch sein Siand sie geschied. habe.
kennen seinen Namen? fragte der Caplan; da die
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die Attwort nicht lg--=-« geb, lle;. - z =
selbst die Frage fallen, un- -. - ch einer Weile sagte er, wie
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wenn Mademoiselle Flies sich ,.- --=- -b--»»=-e lassen, denn
an Willenkraft hat sie offenba. --=- -pugel, und Standeö-
v- i-s. ),-
vorurtheile lassen sich gar oft besiegen, went nuur die kirchlichen,

--- 1i!---
die religiösen Hindernisse zu besiegen sind. Wie anders aber
würde dieses Mädchens Wesen sich entfaltet hale. -=---- --=
n mofis: sosss.
übergroße Selbstgewißheit durch die Erkenntuis jener göttlichen
Lebe gemildert worden wäre, von welcher alle itdische Ltebe nur
der Abglanz eines schwwachen Strahles ist!
Er brach dann diese Unterhaltung ab, sicher, dasß sie uu
der Baronin nachwirken wurde, und ee p===- =g d= --=-
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getäuuschi. Sie war unverkennbar bemiht, Seba in die Nihe
des Caslans und dieseu zu Erörierungen iiber religiöse Fragzen
zu bringen, wann Seba irgend auuf solche üinzugehen geneigl
sief ss,,
s=--- -==er nachdem die Baronin auf ihres« =ssc an einam
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der folgenden Tage gebeichtet und das Abendmahl ---b-0--
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=-- hielt grade der Caplan sich fest an sein aegebenes Ver-
sprechen und schien, jeder angreifenden l--=--uhg geflissentlich
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ausweichend, cö nur auus die Pflege und Erheileruuug der Kru=l
hsskss
abgeschen zu haben.
F. Le wald, Von Geschlechi zu Geschlecht. ll.