Von Geschlecht zu Geschlecht. Roman in zwei Abtheilungen. Neue, von der verfasserin veranstaltete, revidirte Ausg.
Fanny Lewald
Kapitel 28

Neunteä Capitel.
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=«zm andern Morgen arbeiielen Herr Flies und Paul.
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schon zeiig mit einander. Seba fiihr friher aus, ald sie pslegte, ?
ohne zu sagen, wohin sie sich begebe, und Davide saß einsam -
in dem kleinen Stibchen, das man ihr seit ihrem lezten Ge- ?
burtstage zu alleiniger Benizung eingeräumt hatte. Sie hielt-
eine alte, große Brieftasche, deren fahl gewordencs rothes Leder,
deren plumpe Form es deuilich zeigten, das: sie geringen Lenien-
angehört haben musßte und von diesen viel gebraucht worden -
war, in ihren Händen. Indes: da junge Mädchen blickte darauf !
wie auf ein Heiligthum hin, und scheu und ehrfurchtsvoll, wwies
man an ein solches herangeht, öffneke sie dieses alte, ihr anver-?
traute Familienstück.
Es lagen nur vergilbte Briefe und Documente in der
Brieftasche. Der Taufschein eines Hans Christian Mannert, ?
der vor sechsundsiebenzig Jahren geboren worden, der Taufschein,
einer Louise Maria Wendinn, die um acht Jahre jiinger war,
und der Trauschein dieser beiden. Dann fand sich ein Tauf-P
schein der Pauuline Louise Mannert, des Jägers Mannert Tochter,
unter deren Taufzeugen sich die gnädige und hochgeborene Frau
Baronin Pauline Amanda von Arten-Richten aufgeführt fand,s
und endlich das Taufzeugniß eines Paul Franz Mannert, derß
Pauline Mannert unehelich geborenen Sohnes, die asle sammtT
und sonders in der Kirche zu Neudorf die Tauufe empfangen
hatten. Daran reihte sich ein Attest, welches die Aufnahme desZ

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-- ZßI--
F neunjährigen Paul Mannert in das Cynnasium bescheinigte,
eine Anzahl von Schulzeugnissen schlos; sich diesem an. Das
? letzte von diesen war in dem vierzehnten Jahre des Schiilers
F ausgestellt und ein Zeitraum von mehr als fünf Jahren trennte
F es von dem ersten der in der Mappe vorhandenen Briefe, der
F nur aus wenig Linien bestand.
? - Er war mit einer festen kaufmäunischen Hand geschrieben,-
Z, an Madeeoisesle' Sebn Flies nuch deren Valersladi adressirt und
F enthielt nichts, als die folgende Aufrage: , Dein früherer Schütz-
ling, liebe Seba, den das Adenlen an Deine Gite für ihn nie
I verlassen hat, möchte Dir Kunde von sich geben, wenn Du ihm
z seine Flucht verzeihen und von ihm hören willst. Es geht ihm
V sehr wohl, und er hat nichts zu bereuen und zu bedauern, als
daß seine Eutfernung au dem Vaterlande, das ihm keine Heimath
- ist, ihn auch aud Deiner Nhe entfernte. Deukst Du seiner noch.
- willst Du von ihm hören und ihn sehr erfrenen, so schreibe ihm
F und sage ihm. wie es Dir, wie es Deinem guten Vater, Deiner
Mutter und dem Herrn Kriegsrath geht. Unter dem Namen Paul
, Tremann treffen ihn alle Briefe, die an das Handlungshaus
z von Samuell Willwway Gebrüder, New-Pork, gerichtet werden.
s Ein zweiter, offenbar als Entgegnuung auf Seba's Antwort
I geschriebener Brief schllderte Paul's Erlebnisse seit seiner Flucht.
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,Ich weiß es Dir nicht auszusprechen,! hieß es in dem-
Tselben, , meine Heure, geliebte Seba, wie mir zu Muthe war,
als ich vor zwei Tagen Deinen Brief in meinen Händen hielt!
- Ein ganz neues Gefithl ist iber mich gekommen, ich habe Heim-
-weh empfunden, Heimwoeh nach Dir, die Du das Einzige bist,
, was mich an Europa und an meine sogenannte Heimath fesselt!
Der Gedanke, daß Du gestorben sein könntest, daß ich Dich
znicht wiedersehen wiirde, hat mich oft gequält, und ich kann
-daran ermessen, wie schwer der Tod Deiner Muiter auf Dich
- und auf Deinen Vater eingewirkt haben mnß! Ich möchte da

- Zhs--
gewesen sein, Dich zu trösten, ich möchte überhaupt bei Dir seinF
können, um Dir Frende zu machen, Dir eine Stütze zu werden,j
wenn einmal auch Dein Vater hingehen wird -- und während?
ich das schreibe, sage ich mir, es werde Dich dies anmaßlich
und befremdlich dinken, da ich in Deiner Erinnerung nur als
ein Knabe lebe, der sich selber nicht zu helfen wuste, bis eine
gewaltsame Empfindung ihn zu einem gewaltsamen Entschlusse
brachte.
, Da Du mich nicht vergessen hast, wirst D Dich auch
erinuern, wie der Gedaule, meinen Valer in ueiner Nähe zu
wissen, mich bewegte. Ic hatie im Herzen ein Vild von ihm
bewahrt, ich dachie an ihn wie an den schönsten Mann, ich
wußte, daß er mich geliebt, daß ich auf seinen Knieen gesessen,
daß er mich gekiüsßt hatte, daß er mir freundlich gewesen war.
, I täglichen Leben fiel mir das nur selien ein, aber seit
ich älter geworden war, träumte ich bisweilen davon, und ich.
hegte damals noch die Zuversicht, das: meine Träume sich doch
einmal verwirklichen müßten. Es war meine Märchenwelt, und
mein Vater war es, der sie beherrschte.
, Als ich dann plözlich erfuhr, das: mein Vater in der
Stadt sei, lies; es mir keine Ruhe. .h hatte ein Verlangen,
N,
zu ihm zu gehen, bei ihm zu sein, aber die Fuurchl, nicht wohl
empfangen oder gar abgewiesen zu werden, hielt mich von der
Aussishrung meiner Winsche zuriic, und in mein Planen und
einsames Sinnen fiel, wie ein vernichtender Wetterstrahl, die
eilige und harte Erklärung der Küiegsräthin, das; mein Vater
sich meines Daseins schäme, daß meine Geburt mich mit un-
auslöschlicher Schande brandmarke, daß ich es als ein Gllck
und eine Gnade anzusehen häite, wenn eine audere Familie,
went sie und der Kriegsrath sich entschlössen, mit ihrem Namen
die Schande meiner Abkunft großmiithig zu verdecen.
, Ich müßte viel Zeit darauf verwenden, wollte ich Dir

Oz z
?.--. -
deutlich machen, was in der Einen ---=«- in meinem Jnnern
vorging und was ich in mir erlebte, al am nächsien aage
mein Vater, den ich mit klopfendem Herzen wiedersah und der
mich auch erkannte, sein Auge von mir wwendete, da ich ihmt im
Laden gegeniber stand.
--=, konnie nicht bleiben! Wie sollte ch, so rief e imnner-
N.
AzAp ffufozs
fort in mir, einem andern Menschen frei unter das Aag- ----
.iis - ? W,
da meines Vaters Auge sich von mir abgrwendet =--- - o
fürchiete, ich scheiie uich vor Jedem. der mich kannie, die Scham
trieb unic vou dauuenn.
, Ich lief nach dem Hafen hinas. Ich war sies g----
im Hafen gewesen, das Kommen und Gehen der Schiffe, die
s.,«fipi- ssssFs
Namen der ==- , Von denen sie kamtenn, z- - -=-g oft be-
z=-s.
=-bü-- meine Gedanlen oft in die weite Ferne gelockt; aber
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als ich an dem Bolloerle des Ufers auf und nieder ging, ohne
zu wissen, wohin ich mich wenden sollte, gewann das Wasser
selbsl eine Gewali iiber uich. Es zog mich an. p dachte,
N,.
so müisse es meiner Mutter auuch gewesen sein und ich nisse es
machen wie sie, als auch ihr das eben und die Schande z
viel und zu schwer geworden waren. Ich stellte mir mit Ver-
gnigen vor, wie die Kriegsräthin, die mir so weh gethan hatte,
erschrecken würde, wenn man ihr meine enee brächte; ic hoffte,
auch meinem: Vater werde es Kummer machen ind Reue ein-
i-n-, Ulid so vol. =-==-l l-==- gz lar meine Seele, daß
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Ißlli,»f..
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ich Deiner kaum dabei gedachte. Ich wollte mir das =-=
N,s.bss
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--=-l, um der Schande los zu werden und mich an denen
--=- die mir alle diese Qual bereitet hatten.
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, So ging ich immer weiter, bis ich z- »-»-=- hauus
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und an den lezien Ladeplaz des Auszenhafend gelangt war, an
welchem die Schiffe den Ballast einzunehmen pflegen. Ich hatie
dort oft gespielt. D... Tag iber trieb ich mich in den Dünen-
hugeln umher. Ich wollte fir meine That den Abend abwar-

Ops es
ten, wenn es einsam und still am Strande geworden sein würd
und Niemand mir zu Hülfe kommen könnte; aber als der Abeni
kam, als das helle Blau des Wassers dunkel zu werden begann,
als die Nacht sich darüüber ausbreitete, graute mir vor dem-
Wasser
und vor dem Tode. I.h war sehr mide, das machte
mich zu
ich doch
,
meinem Glücke verzagtz indes nicht umzukehren blieb?
entschlossen, und ich war jezt auch auuf einen andern?
Audweg versallen.
, An der Landungsbriicke lag eine amerikanische Brigg.
Ich hatte gesehen, dasi sie zu Auuslaufen bereil war, halte die
Arbeiter sagen hören, das; sie am nächsten Morgen absegeln
wüirde. Darauuf grindete ich meinen Plan und meine Hoff-
nung.! Beim Tagesgrauen brachie ein Bursche noch einen
Korb voll frischen Brodes nach dem Schiffe. Er hatte offenbar
noch andere Schiffe zu versorgen, denn er war sehr beladen,
ließ mir einige Brödchen ab und war es gern zufrieden, daß
ich ihm bei dem Tragen half. So
man schon die Anker lichtete, und in
Arbeit ward man es nicht gewahr,
Bursche, das Schiff verließ, sondern
kam ich auf das Deck, als
der Eile und der Hast dee
daß ich nicht, wie jener
mich die Treppe hinabstahl
und in einem der untersten Näume eine Zuflcht suchte.
,Nie wieder habe ich ein solches Gefihl von Zufriedenheit,
von Glück und von Freiheit gehabt, als in dem Augenblike,
da die Anker völlig aufgewuunden, das Boot, das uns hinauß
bugsiren sollte, niedergelassen worden war, und als dann endlic
der frische Wind, der in unsere Segel blies, uns vorwärts triebk
ag hatie Müthe, unten in der Finsterniß des Raumes auszu-
N,.
halten. Ich wünschte es zu sehen, wie wir die Stadt verließen,
mich zu iberzeugen, daß wir sie nicht mehr sehen konnten;
aber die Besorgniß, daß man mich zurickschicken könie, wenn
wir einem einlauufenden Schiffe begegneten, hielt mich in meinem
Versteck gefangen, bis spät am Tage der immer lebhafter wer-

ende Durst und das neugierige Verlangen nach der Entscheidung
smeines Schicksals mir den Muth gaben, mich hinauf zu wagen.
ß ,Während ich mich in diesem Augenblike zum ersten Male
Fm Zusammenhange jenes Tages und meiner Erlebnisse erinnere,
Fällt mir die Zeit ein, in welcher ich mil Dir den Nobinson,
hund jene spätere Zeit, kurz vor meiner Flucht, in welcher wir
Fen Don Quixote gelesen haben. Es hak eben Jeder von nns
einen Zg zuiAbenlenerlichen in seiner Seele, und darauf
Jündet sich wohl' auch die ewige Wirksawkeit jener Bicher, die
funs zum Vorbilde und zum Spiegel wenden, wie die Ritter-
fRR --
,
(wie der Capitän mich empfangen, was ich ihm sagen würde.
»Einen ganzen kleinen Roman hatte ich mir auögedacht; nur
FEines hatte ich übersehen, daß ich des Englischen nicht mächtig
,wwar, und als ich dann auf das Verdeck kam, als man mich
Pmit Erstaunen gewahrte, als der Capitän und die Matrosen
ßmit Fragen auf mich einstürmten, die ich nicht verstand, bis
Fer zweite Steuermant, ein Deutsch-Amerikaner, herbeigerufen
Fward, mich zu vernehmen, da sagte ich von allem, was ich mir
z sagen vorgenommen, nicht ein einziges Wort, sondern die
Fnackte Wahrheit, und mit dieser fand ich Glauben, weil sie über
Fie gewöhnlichen Erfindungen eines Knaben weit hinaus lag.
Mur meinen Namen suchte ich zu verbergen. Ich nannte mich,
Ptge; Bchstaben umstglleug, wie wir es spielend oft gethan:
Fredwn
N,
-=« weiß nicht, was geschehen wäre, hätte sich an dem
gFage dem Capitän die Möglichkeit gezeigt. mich zu entfernen.
Flber der starke Ostwind, der uns begünstigle, hielt die nach
Junserer Heimath bestimmten Schiffe von unserem Cuurse vöslig
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dessen Gegemvart Alle sich schnell gewöhnien, und der, wenn macs
ihn nur bleiben ließ, sich Jedem zu jedem Dienste willig zeighl
,Als wir an dem Orte unserer Bestimmung landeten;!
war es bei meinem Beschützer, als welcher der Unter-Steuer-!
mann sich von Anfang an gezeigt, beschlossene Sache, daß ichs
bei ihm bleiben solle. Seine Fraurbetrieb einen kleinen Handels
in New-ßork mit allerlei Waaren, die er von seinen eisens
importirte, und wie unvollkommen meine Kenntnisse nach allenj
Seiten damals auch noch waren, hatie ich vor meinem Steuer-!
manne und seiner Frau doch in dieser Beziehung eiuen großenj
Vorsprung. .g wuste, wie sie es naunien, mil der Feder gut
N,
Bescheid, ich konnte, Dant Deiner Nachhilfe, leidlich Franzdsish!
sprechen, und ich war also vollkommen geeignet, in dem kleinenF
Laden im Hafen mit meinen Kennmissen mich nizlich zu machen,!
da ich während der Neise das Englische einigermasen zu ver-j
,
stehen und zu sprechen begonnen hatte.
,Einmal an Ort ud Stesle, erging es mir wie Jeden.j
der schwimmen muß, went er nicht ertrinken will. Nothwendigsl
keit und Lebenslust hielten mich über Wasser. Anfangs beuw-j
ruhigte mich bisweilen noch die lhörichte Besorgniß, daß man,
Nachfrage nach mir anstellen, mich entdecken, mich zurückführen(
könne; indeß ich blieb unangefochken, und das war alles, dessenj
ich bedurfte, obgleich der Weg vom Ladendiener eines kleinenFF
Krames im Hafen bis zum Geschäftsfihrer von Samuell .älwag!
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Gebrüder nicht eben leicht, nicht eben glatt gewesen ist.
-.n habe mauche Stude gehabt, in welcher ich an Dih!
und an Dein Zimmer, an Deine Eltern und an die guten Tages
bei Euch zurüückgedacht habe, denn es ist mancherlei Elend und!
Noth an mich herangekommen; aber es hat keine Stunde gegeben,s
in der ich es bereut hätte, mich auf die eigenen Füße gestelh,;
mich auf die eigene Kraft verlassen und danach gestrebt zu haben,!
mir einen eigenen Namen zu machen, dä meine Geburt und mein

, Vater mir den Namen versagt haben, auf den ich angewiesen
,war. Es klingt für Unsereinen, den die Bande der Familien-
fliebe nicht umfangen und befangen, wunderlihh genng, daß man
, die nicht in der kirchlich und staatlich anerkannten Ehe erzeugten
f Kinder naiirliche Kinder nennt, und grade ihnen den naiürlichen
, Asieuch auf den Namen ihres Vaters aberktnt. Aber ich be-
Z schwere mich dariber nicht, dent es ist ein Szorn fir mich gewesen.
h Noch bedeutet der Name Tremann nichis, doch brauche ich
A mich seiner nicht zu schämen. Ich bin dem Haunse, dem ich diene,
, etwas werth, man hat Zutranen zu mir, meine Collegen shäzen
s mich, und ich suche in meiner Bildung nachzuholen, was ich
durch meine Flucht eingebisßt habe. Wird mir, wie ich hoffe,
, der Auftrag zu Theil, mit welchem unser Haus einen seiner Leute
nach Europa zu senden beabsichtigt, so lomme ih wieder in Deine
Nähe ud will danach lrachten, daß ich Dir niht Schande mache;
denn Du und Dein Vater, Ihr seid die Einzigen, denen ich mich
fir die Lebe verautvorllich fihle, welche Jr dem fremden
»s.
F Knaben in Eurer Großmuth zugewendet habt. Dir danke ich
, die Neigung, mich zu unterrichken, Deinem Vater die Vorliebe
Fflr den Beruf, den ich erwählt habe, und der Tag soll sicherlich
knicht ausbleiben, an welchem der Name Tremann an den Vörsen
Feinen so guten Klang wie der seine und mein Wort eine Geltung
föben seu
Er erkundigte sich weiterhin nach dem Ergehen der wenigen
Personen, deren Andenken ihm aus seiner Kindheit lebendig ge-
Fblieben war, meldete, das er seit einem Jahr seine ersten Er-
Fsparnisse habe machen können, und gab Seba Auskunft über
Fdasjenige, was er für seine Bildung gethan habe, wie über das,
, was ihm fehle, und was er noch zu erreichen wünsche. Der Ton
Fder schlichten Wahrhaftigkeit wie die Liebe und Dankbarkeit für
FSeba bildeten eine schöne Grundlage fin das starke Selbstgefühl
Fdes Schreibers, und diese Empfindungsweise blieb sich in der

-- Hz hs-=

ganzen Reihe von Briefen gleich, welche von da ab einander in ?
ziemlich regelmäßigen Zwischenräumen folgten. Er zeigte in den- s
selben seinen Freunden seine nun wirklich bevorstehende Neise nach?,
Europa an, berichtete über die Vortheile, welche ihms auus derselben ?
erwachsen wirden, und von Stufe zu Stufe sich erhebend, gaben s
diese Briefe das Bild eines Mannes, der, muuthig und von Hinder- ?
nissen nicht erschreckt, mit hellem Blicke ein festes Ziel im Auge, =
seinen Weg zu suchen und zu finden weiß.
Die Verbindungen des grossen amerilanischen Hauses, dem -
er gedienl halle, die Epfehlngen und der Eredit des Flies'- ;
schen Hases, selbst Seba's geseslige Bekanülschaft und ihr Z
Freundschaft mit den bedetendsten Personen der Nesidenz waren ?
dem jungen Manne in hohem Grade zu Statten gekommen. Um I
aber von solchen fremden Errungenschafien Vortheile ziehen zu J
können, mus man die Fähigkeit und die Kraft haben, sie sich F
anzueignen und in sich zu verarbeiten; denn wer ererbten oder' I
ihm zufällig durch Schicksalsgust zugewendeten Besiz nicht zu
einem Fußgestell für sich zu machen und sich darauf emporzu- I
schwingen weiß, dem wird er zu einer Last, die er auf seinen''
Schultern tragen muß und die ihn niederdrückt. --
F
Davide las den ganzen Morgen hinduurch. Wenn sie die-?
Briefe beendet zu haben glaubte, stieß ihr immer wieder ein neuet Z
Zweifel auf. Es blieb so Vieles ungesagt, was sie zu hören F
winschte. Sie bewunderte Paul, dasß er so wenig von seinen Z
einzelnen Erlebnissen berichtete, und sie war ihm doch böse darum I
denn sie hätte Alles wissen, über jeden Tag und jede Stunde, ?
über jeden Kummer, den er getragen hatte, und über jede Freude, ?
die ihm zu Theil geworden war, genaue Kunde haben mögen. ;
Sie forschte in den Briefen nach, ob denn von ihr gar nicht F
darin die Rede sei; aber heute verargte sie es der Tante zum
ersten Male nicht. daß sie Paul, daß sie den tapfern Paul so ;
vorzugsweise liebie.
-
I=