Von Geschlecht zu Geschlecht. Roman in zwei Abtheilungen. Neue, von der verfasserin veranstaltete, revidirte Ausg.
Fanny Lewald
Kapitel 30

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vaienatus langte an dem Abende in lebhafter Aufregung
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in seiner Wohnung an. Er hatte, seit er die Familie Flies
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besuchte, öfters von dem jungen Freunde Seba's, von dem
Kaufmann Paul Tremann und von dessen bevorstehendem Ein-
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kritte in das Flies'sche Geschäft reden hören; da er jedoch sehr
auf sich und seine Angelegenheiten gestellt war, hatte er wenig
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Eilftes Capitel.
Achtsamkeit auf dasjenige, was ihn nicht persönlich anging, und
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der schlichte Name eines birgerlichen Kaufmanns zog ihn nicht

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besonders an. Der Name irgend eines Edelmanns, irgend ein
bedeutender Titel würden ihm weniger leicht entgangen sein.
Nun hatte das Zusammentreffen mit Paul ihn erschüitert

und erschrect zugleich. Nur eines Augenblickes hatte Renatus -
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bedurft, um alle seine Erinnerungen wachzurufen und sie mit dem
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gegenwärtigen Eindrucke in Verbindung zu bringen. Er konnte
nicht daran zweifeln: der Fremde, der mit so stolzer, selbstge-
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wisser Haltung vor ihm gestanden hatte, war jener Knabe, den

- er einst in dem Flieö'schen Laden gesehen, war derselbe, dessen
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völlige Aehnlichkeit mit seinem Vater ihm schon damals auf-
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gefallen war, dessen Anblick seine Mutier auf das Krankenlager
geworfen hatte, von dem sie nur fir kurze Zeit erstanden war.
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Dieser junge Kaufmann war seines Vaters Sohn, der Sohn jenes
Frauenzimmers, das sich in eifersiichtiger Verzweiflung das Leben
genomnnen und an dessen eingesunkenem Grale in der Ecke des
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F Neudorfer Friedhofes Nenatus einmal in seiner sabenzeit von

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dem Jäger, der einst sellst ein Age auuf Pauline gehabt hate,'
den ganzen Vorgang und Zuusammenhang erfahren. Der Jäger ?,
haite den Sohn Paulinen's wohl gekannt und hatie es bedauert, ?
daß der arme Schelm wie seine Mutter un's Leben gekommen'?
sei; und nun stand jener Todtgeglaubte plözlich vor dem jungen J
Freiherrn, ganz unverkennbar seines Vaters Sohn.
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Nenatus konnte sich nicht erllären, was ihm das bloße Da- F
sein dieses Mannes so widerwärtig machte. Es drohte seinen ?
Rechten, seinem Besize, seiner Stellung durch den Bastard seines -
Vaters nicht die mindeste Gefahr. Er hatte es durchaus in z
seiner Macht, die Begegnung mit Tremann zu vermeiden oder ?
ihn nicht zu beachten, wenn der Zuufall sie zusammenfiihrte; aber T
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lroz seiner Abneigung gegen Paul verlangie ihn danach, aufls I
Nene mit ihm zusammenzuireffen, weil ein unabweisliches Gefühl z
ihm sagte, das er neben jenem nichi zu seinem Vortheil erschie- z
nen sei. Er wünschte, durch die Neberraschung nicht mehr be- z
fangen, und Herr über sich und seine Mitiel, sich abermals mit ?
Paul messen zu kdnnen, um ihm seine Ueberlegenheit fühlbar ,
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zuu machen.

Wie das geschehen sollte, davon hatte er freilich keine rechte F
Vorstellng; aber das eben peinigte ihn und regte ihn auf. Es Z
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war ihm zuwider, wdaß Paul ihn an Stattlichkeit des Aeußern
so weit übertraf, daß er seinem Vater so ähnlich sah. Der vor- F
zigliche Geschmack, mit welchem Paul sich kleidete, die sorglose Z
Leichtigkeit in der er sich bewegte, die Freiheit und Bestimmt- I
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heit, mit denen er sich äuuserie, die Geltung, deren er genoß. y
und vor Allem die spielende, freundliche Heiterkeit, mit welcher ?
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der junge Kaufmann seinem beginnenden Streite mit dem Frei-
herrn vorzubeugen getrachtet hatte, verdrossen den Lezteren, wie -T
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ihn selten etwas verdrossen hatte.
von diesem Manne am wenigsten
sich auch in einzelnen Augenblicken
Er wollte nicht geschont sein, ,
geschont sein! Und wie er z
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das Thörichte dieser Abnei- -
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F gung llar zu machen suchle, er lonnte nichi Herr über seine
Misstimmung und über seine Aufregung werden.
z E war schon spät gewesen, als er nach Hause gekommen
F war, denn die Gesellschaft war bei Seba lange zusammengeblieben,
s und es diünkte Renatus, als habe er Davide nie so reizend als
s eben an diesem Abende geschen. Er hatte s.e immer schön ge-
sß funden, aber die Freundschaft, welche er für se ne Juugendgenossen,
,F für die Gräfinnen Hildegard und Cäcilie hegte, haite ihn im
F Ganzen wenig empfänglich fie die Reize anderer Schönheiten
F gemacht, und seit er sich in seinem Herzen ei igestanden, daß er
f Hildegard liebe, seit er in sich beschlossen, das sie einst seine
h Gattin werden solle, hatie er andere Mädchen kauum noch beachtet.
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z Er würde wahrscheinlich auch an diesem Tage sich, wie
ß immer, mehr zu Seba und zu den älteren Frauuen gehalten
F haben, wäre ihm nicht die schichterne Freundlichkeit aufgefallen,
E' mit welcher Davide Paunl begegnete. Er hatt: es sonst nicht
J ohne Erstannen gesehen, wie dieses junge Mädchen sich seiner
ß Schönheit bewust war, wie es den Eindruck kantte, den es auf
ßdie Männer machie, wie es Alt und Jung in der ihm ange-
Fmessen dünkenden Enfernuung zu halten und sich mit großer
Sicherheit seine Freiheit vor jedem ihm nicht erwünschten An-
Fspruche zu bewahren verstand. Niemand hatie sich rühmen können,
hhon Davide eine besondere Beachtung zu erhalten, und- war es
FRenatus je einmal vorgelommen, als beweise sie sich gegen einen
FAndern freundlicher denn gegen ihn, so hatte er dabei kein Arg -
Iund keine unangeehme Empfindung gehabt, denn man entbehc.
Ficht, was man niemals begehrte. An diesem Abende jedoch
Fwar es ein Anderes gewesen.
e? Gleich als man aus Seba's Cabinet in die große Stube
Fgkommen, war Davide, ohne sich um die Nebrigen zu kimmern,
Fgguf Panl zgegangen, haiie ihu die Hand gereicht, ihm von
lem Theater, von ihrer Freude an der Musik und von ihrem
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Vergiigrn, ihn zu Hase zu sieden, gesprochen, unud dieser hatle z
das hingenommen, als komme ihm das zu, als sei Davide eben ,
noch das Kind, als welches sie sich gegen ihn bezeigte, und als ?
thue er ihr einen Gefallen, wenn er ihrem freundlichen Geplau z
der sein Ohr nicht versage.
Nenatus haite sich dariber geärgert.
hatte ihm leid gethan.
Achtsamkeit fine Paul's
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=-= - =abide mußte ein
Er hatte es durch
Vernachlässigung
das schöne Mädchen
seine Höflichkeit und
entschädigen wollen.
solches Verhalten von dem Amerilaner
wohl gewohnt sein und in der Ordnuunng sinden, denn sie nahm
die geflissentliche Annäherung des jungen Freiherrn gleichgüliig
auf und verließ ihn mitien in der Unierhaltung, um fir Paul.
unauufgeforderi die Zeiig zu suchen, nach der er im Gespräche
mit andern Männern den Diener gefragt halte, der den Thee
herumgab. --
Die Uhr schlüg Stde auf Siuie, der junge Freiherr ,
konnte keine Ruhe finden, kein Schlaf wollie ihm lommen. Er
wurde die Vorsielluig nicht los, das: er von Paul beleidigt j
worden sei, daß er von Davide eine Kränkung erfahren habe,
und je länger er an diese dachte, um so anziehender dinkte sie
ihn, um so mehr winschie er, sich von ihr ausgezeichnet und -
dadurch zugleich an Pauul gerächt zu sehen. Er ging im Geiste
alle die einzelnen Aeußerungen durch, die er an dem Abende -
von Davide gehört hatte, und sein Mißmuth wich davor. Er
mußte bei sich selber iber die kecken Alfertiguungen lachen, mii-
denen sie Herrn von Casligni'ö gedrechselte Couplimenie aus dem ,
Felde geschlagen hatte; er konnte sie sich deutlich vorstellen, älleJ
ihre artigen Kopfbewegungen und das anmuthige Spiel ihrerI
schönen Hände, die sie, nach Art der Jüdinnen, bei dem Sprechen;
mehr als die deutschen Frauen brauchte und bewegte. Als der -
Tag herankam und er endlich müde zu werden begann, ertappte.?
er sich darauf, das er ihr eine dieser Handbewegungen nachz-

an

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F machen versuchle, und als er dan, weil dieser Versuch ihn ihbricht
g dünkte, seine Gedanken, wie er das zu thun gewohnt war, vor
T den Eiuschlafen auf die Geliebte richten wollte, von der zu
F hräumen ihn soust so glicklich machte, konnie er Hildegard's
J Bild aus seinem Jnnern nicht erzeugen. Alle Anstrengungen
halfen ihm nichts; es waren immer nuur Davihe oder Paul, die
h er vor Auugen hatte, und selbst im Schlafe gaben diese beiden
F hn nicht frei
Unerquickt erwachte er am Morgen erst, als es Zeit für
, ßn war, sich zur Parade ankleiden zu lassen. Während dessen
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, brachte ihm der Diener des Grafen Gerhard eine Einladung,
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z mit demselben zu Mittag zu speisen. Sie kam dem Freiherrn
? sehr gelegen, obschon er sonst nicht viel Verkehr mit seinem
? Dnkel hielt, ja, ihn eigentlich, so viel er konnte, zu vermeiden
F suchte. Aber er fiihlte eine Neigung, sich grge Jemanden über
s sein unerwarlekes Zusammentressen mit Paul auuszusprechen, und
P in seiner Schlaflosigkeit hatte er dabei wiederholt an srinen
Olel gedacht, der, wie er mit Sicherheit annehmen zu
meinte, um alle jene Ereignisse und Verhältnisse wissen
so das; Renatus sich keinen Mangel an Verschwiegenheit
werfen brauchte, wenn er dem Grafen von dem gehabten
nisse Kunde gab.
können
mußte,
vorzu-
Erleb-
Er war froh, als die Stunde der Parade vorüber war und
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n er sich nach derselben, wie er seit dem Herbste pflegte, zu der
ß Gräfin begeben konnte; da diese aber mit der jmgsten Tochter
zs ausgegangen, und er Hildegard ihn erwartend und allein fand,
ß war es ihm nicht recht. Er fragte, weßhalb sie
ß nicht begleitet habe; sie antwortete ihm, wie sie es
z unter einem leichten Vorwande zurückzubleiben, um
die Mutter
borgezogen,
ihn zu er-
jß- warten, und das war ihm noch weniger genehm.
Er meinte,
j, so zuversichtlich erwartet zu werden, habe fitr ißn etwas Beäng-
s stigendes und lege ihm einen peinlichen Zwang auf. Sie ent-

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gegnete, daß sie ja nicht böse sei, wenn er einmal nicht kommen
könne, und daß es ihr doch in jedem Falle Vergnüigen mache, sich z
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den ganzen Morgen mit einer angenehmen Hosfnung zu tragen. z
Sie blickte ihn dabei freundlich an und mochte dafür ein ;
begüiigendes, ein zärtliches Wort von ihm erwarten; er blieb =
aber eine Weile still sizen und äußerte danach, es sei für ihn

übel geng, das: er, ohne Neigung zum Soldatenstande, durch
seines Vaiers Willen an des Dienstes immer gleich gestellte Uhr
gebannt sei, wie es im Dichter heisße, und weil er nach der
einen Seite also völlig gebuunden sei, müsse er nach der andern
Seite, misse er in seinem übrigen Leben durchaus seine Freiheit
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bewahren, denn ohne Freiheit erlahme der Mann. Er habe
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ohnehin immer zu wenig Freiheit gehabt, er sei zu Hause unter
der Aufsicht des Caplans wie ein Gefangener gehalten worden;
sein Vater habe in dem Alier, in welchem er sich jetzt befinde,

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halb Europa durchreist und Welt und Menschen gekannt: er
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hingegen habe noch nichts gesehen, nichis erlebt, und wie uner-
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wüünscht es ihm auch sei, mit dem französischen Haere gegen
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Nußland zu kämpfen, so freue er sich eigenilich doch auf diesen
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Feldzug, weil er ihn aus dem Gleichmaße der Tage herauszu-
reißen und in das offene, bewegte Meer des Lebens zu bringen Z
verspreche.
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Hildegard hörte ihm mit stummer Verwwuunderung zu. Sie ?
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konnte nicht begreifen, was mit ihm geschehen war. Nie zuvor , F
in seinem Leben hatte er ein solches Verlangen nach Freiheit -
ausgesprochen, er war auch mit seinem Loose nie unzufrieden,
gewesen, und daß er jezt den Krieg ersehnte, nur weil er ihn z
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in die Welt und von ihr fortführen sollte, das kam ihr so un- F

erwartet, ihat ihrem zärtlichen Herzen so weh, das sie sich still g
auf ihre Arbeit niederbengte, damit er es nicht sehen sollie, wie -

sich ihr die «,cänen in die Auugen drängten. Trozdem gewahrte z
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er es; ides; siall ihn zu rihren, war ihr Weinen ihm ver- -

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drießlich. Er hatie mit sich selbst geng zu khun und fühlte nicht
Luust, sich als den Tröster der Geliebten zu bethätigen. Aber
während er dieses dachte, fiel es ihm ein, das: er ja überhaupt
noch keine bestimie Verpflichung gegen dieses Mädchen habe.
Er hatte sich niemals enischieden gegen Hildegard erllärt, niemals
von seiner Liebe zu ihr gesprochen, und das: die unschuldigen
z--=» --=-l. an die sie sich von Kindheit auf gewöhnt hatten,
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in der lezten Zeit eiuen wärmeren Charaktrr angenomimnen. das
hatte Hildegard eben so wohl zu verantwworten, als er. Er
konnie es sich in dem Augenblice nichl einmal rech. = -=h
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machen, wie er mit seiner Jugendfreundi eigentlich auf den
gefühlvollen Ton gekommen sei; um so besnimmter erinnerte er
sich daran, das; Graf Gerhard ihm geraihen, sich vor einer Ver-
bindung mit den Nhodens in Acht zu nchmen, und daß eine
solche fir ihn nicht voriheilhast sei, das uuste er sich in seiner
jhigen Stimmuung selber sagen-
Gestern, als der Amerikaner, wie Renalus in seinem Jnnern
Paul beständig nannte, seinen Erwerb und seinen Vortheil mit
so dreister Sicheyheit als Beweggrund für sein ganzes Thun auf-
gestellt hatte, war Nenatus sadurch im höchstrn Grade abgestoßen
worden. zndeß schon während seiner nächtlchen Ueberlegungen
war ihm die Sache in einem milderen Licht erschienen. Paul
mißfiel ihu deßhalb um nichis weniger, er lannte sich jedoch der
Einsicht nicht verschließen, das unabhängiger Besiz Freiheit ver-
lehg, Er dachte jezt darau, wie königlich frei sein Vater durch

den früheren Reichthum seines Hauses gewesen sei, um es zum
-ersten Male mit einer Art von Bitterkeit zu beklagen, daß ihm
hei Weitem nicht mehr das gleiche Vermögen und damit auch
nicht mehr die schöne Selbstherrlichkeit wie seinem Vater zu Ge-
n- stehe.
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was
Hildegard sann während dessen schweigend darüüber nach,
sie dennnn gelhan oder gesagi habe, den Geliebien zu rer-

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stimmen. Sie konnte jedoch nichts auffinden, was irgend einen
vernüinfligen Anhalt oder einen Grund fir die ible Laune des-
selben darbot, und sie fing an, zu glauben, das; ihm durch Dritie -
oder durch ein ihr unbekanntes Erlebnis; Verdrus bereitet worden
sei. Mit geduldiger Freundlichkeit fragte sie ihn also, was er -
heute gethan, wie er sich am gesirigen Abende im Flie'schen- ?
Hause unterhalten habe, und da sie immer nur einsilbige, ab-
lehnende Ankworten erhielt, erzählte sie, um sich über einige Mj-
nuten fortzuhelfen, daß die Mutter den jungen Freund von Seba -
Flies sehr schön und sehr anziehend genannt und daß sie ge-
meint habe, die Flies häiten ihn gewiss fitr Davide zum Manne
bestimmt, weil der alie Herr Flies ihn in sein Geschäft aufnehme.
Uumöglich, ganz unöglich! ries enalue uil einer Hesig-
keit, die Hildegard noch nnbegreiflicher als sein ganzes bisheriges
Beiragen erschien.
Wes;halb denn unmöglich? Die Mutter hielt es fir das
Natirlichsie!
Mich dinkt, ein Mädchen von Davidens Schönheit, das
einst neben ihrem Vermögen voraussichtlich auch noch das ganze
Flies'sche Vermögen erbt, hat andere Anspriche zu machen und -
kann einen besseren Mann bekommen, als einen Menschen ohne
Familie, einen Abenteurer. -
Renatus! rief Hildegard, ihr Erschrecken unter einem er-
zwuungenen Lachen verbergend- Du thust ja wirklich, als ob
Davide unter einer Schaar von Edelleuten und Grafen nur zu -
wählen hätte! Du vergissest wohl, das sie eine Jüdin ist!
Durchaus nicht! Sie würde nicht die erste Jüdin sein, die -'
einen Edelmann geheirathet hat! entgegnete er ihr.
Nun, vielleicht entschließest Du Dich selbst dazu! sagte Hilez?
gard mit bitierem Spotte, da sie ihre Bewegung nicht mehr be--?
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nicht standesmäßige Heirath gar nicht kommen lonnte, zur Be-
sinng z brigen. Aber sie verfehlle ihre Zweck, denn e-
natus, der seit gestern Abend nur darauf gewartet hatte, einen
Ableiter für seinen Uumuth zu finden, und der, wie alle in der
Kindheit verwöhnten Menschen, selbstsiichtig geng war, auch
Andere leiden sehen zu wollen, wenn er selbec litt, sagte gleich-
miithig: Es wäre vielleicht das Gescheiteste, was ich thun könte,
ünd Davide ist schön genug dazu.
Kaum war das Wort aber von seinen Lippen entflohen,
so bereute er es, denn Hildegard brach in Thränen aus und
wwendele sich von ihm ab. Dad lonle er eichi guul erleagen.
Sie haiten als Kinder und auch späier wohl biöweilen einen
Sireit mit einander gehabt, indes Hildegard haite dann immer
mit der Bemerkung, das: sie die Aeltere und Verständigere sei,
eingelenkt und nachgegeben. Er dachte, sie sulle das auch heute
thun, und er war bereit, sie dann um Verzeihung zu bitien und
zu versöhnen. Er vergass nur, das; sie jezi in einem andern
Verhältnisse zu einander standen, daß die einstige Jugendfreundin
sich jetzt als seine Erwählte betrachtete und daß die Liebe oft
weniger nachsichtig als die Freundschaft ist.
Er wartete esne Weile, er rief Hildegard bittend bei ihrem
Namen, sie achtete aber nicht darauf. Sie wollte ihn gründlich
fühlen lassen, was er ihr gethan hatte, sie wollte sich auch salt
weinen, denn sie muste sich eingestehen, daß er sie absichtlich
auäle und verwunde.
Renatus seinerseits stand am Fenster, trommelte mit den
Fingern leise auf dem Fensterbretie und überlegte, wie lange er
warten solle. Das dauerte eine kleine Zeit, sie dünkte ihn jedoch
lange, und als er sich eben anschicken wollte, fort zu gehen, weil
er Hildegard nicht daran gewöhnen mochte, mit ihm die Un-
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F. Lewald, Von Geschlecht zu Geschlecht. Ü.
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