Von Geschlecht zu Geschlecht. Roman in zwei Abtheilungen. Neue, von der verfasserin veranstaltete, revidirte Ausg.
Fanny Lewald
Kapitel 13

aDriiieä Capitel.
,ärbeit, unausgesetzte, ernste Arbeit, das war es, was es
jezt galt, aber Paul war des Arbeitens von Jugend auf zu
sehr gewöhnt, um sich in der Arbeit, sobald er ihr nur wieder-
gegeben wurde, nicht schnell wieder einzuleben und heimisch zu
fühlen.
Er fand die Verhältnisse des Handlungshauses, dessen
alleinsger Inhaber er jezt war, besser und schlechter, als er es
erwartet hatte. Das Flies'sche Vermögen, obschon es durch die
wwährend der letzten Krisen gebrachten Opfer bedeutend zusam-
mengeschmolzen war, blieb noch immer beträchtlich geng, um
Seba über jede Rahrungssorge zu erheben und ihr, der Allein-
stehenden, die gewohnte breite und reichliche Lebensweise zu ge-
statien; aber die Erfahrungen der letzten Jahre hatten den Vater
ängstlich gemacht, und sein Testament sezte also fest: Erstens,
daß Seba's Vermögen ganz und gar aus dem Geschäfte ge-
zogen und in Hypotheken angelegt werden sollte; zweitens, daß
es, falls Seba sich nicht etwa noch zur Eingehung einer Ehe
entschließe, nach ihrem Tode an mildthätige Stiftungen übergehen
solle, damit in ihnen des Vaters Name und sein Andenken er-
halten bliebe, wenn sie nicht durch die Erben seines Blutes in
die Zulunft übertragen und fortgepflanzt würden.
E war gegen diese leztwwilligen Verfügungen nichis zu
sagen. Sie entsprachen dem vorsichtigen und vorsorglichen Charakter
des Gestorbenen, und sie waren durchaus im Sinne des Juden-

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thums, gas Fortpflanzung des Namens durch die Nachkommen-
schaft für eine der größten Segnuungen erkennt. Nichts dest.
weniger krafen diese Bestimmungen alle Beihheiligien rech! schwer.
Seba sah sich durch dieselben in der freien Verfigung über das
Vermögen beschränlt. Sie konnie es nichi verschmerzen, das: ihr
die Möglichkeit entzogen worden, Davide, die sie als ihr Kind
bekrachieie ud lieble, eins! auch zu ihrer Erbin eizusezen, und
für Paul wurde die Fortführung eines auf grose eigene Hilfs-
auellen begriindeten Geschäftes äuserst schwierig, da diese ihm
eben in einer Zeit entzogen wurden, in welcher, bei der Selten-
heit des Geldes, eben mit Geld, wie Paul es seinem Freunde
auseinander gesetzt hatte, mehr als sonst zu machen und zu
leisten war. Auch schwanlte er einen Augenblick was er be-
ginnen sollte.
Wollte er sich das Leben erleichtern und sich bescheiden,
so musßte er auf seine grosten Plane fir lange, ja, wahrscheinlich
für immerdar verzichten; denn was jetzt noch möglich wars
konnte nach wenig Monaten schon weit schwerer, nach Jahren
völlig unausführbar sein. Er mußte sich damit begnüügen, lang-
samer für sich und die Seinigen ein mehr oder weniger aus-
reichendes Einkommen zu schaffen und, im engeren Handels-
verkehre ein nitzliches Mitglied, sich nur in kleinerem Kreise
bewegen; oder er mußte, was er von eigenem Vermögen noch
besaß, darangeben, seine Zahlungsfähigkeit in auffälliger Weise
bei der Regulirung des Flies'schen Vermögens darzuthun und,
den daraus entspringenden Credit benutzend, seine ganze Kraft
aufbieten, um mit den fremden Capitalien so viel zu erwerben,
daß er den Darleihern ihr Sarlehen wohl verzinsen, durch den
Gewimn-Neberschuß sich ein nenes, eigenes Vermögen schaffen
und sich wieder in die Höhe bringen konnte; und er stand nicht
lange an, welchen Weg er einzuschlagen habe.
Er hatte mit seinem väierlichen Blute die Neigung z

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herrschen ererbt, aber auch von dem dienstbauen Sinne seines
mütterlichen Geschlechtes war viel auf ihn übergegangen, und
eben desghalb fand er in dem von ihm genählten Berufe auch
jetzt wieder seine volllommenste Befriedigung. Denn leinem an-
deren Siande ist es wie dem Kauufmanne gegeben, eine große
Herrschasi auszuiben und weithin in die Fernr und in die Z-
kunft wirksam und bestimmend einzugreifen, wührend er sich für
Aidere nitzlich mocht. Paul hatie sich in dem grosen amerikani-
schen Hanse, in welchem er gearbeitet haite, früh daran gewöhnt,
die Bedürfnisse und Aussichien der ganzen Welt in das Auge
zu fassen; die Jahre vor dem Kriege hatien ihn in Europa
mit verschiedenen Männern belaunt gemachk, welche als Diylo-
maten die Vermitilung und Ausgleichung zwvischen den ver-
schiedenen Völkern und den verschiedenen Fürsten zu ihrer Aufgabe
hatten, und sein von Natur auf das Große gerichteter Sinn
hatte dadurch den leberblick und die Verbindungskraft gewonnen,
die zu durchschauen vermochten, wie und wo der Vortheil Aller
Vortheil fin den Einzelnen verspricht, und wie der Einzelne es
anzufangen habe, der Gesammtheit zu dienen, indem er seinen
eigenen Vortheil und Nutzen wahrnimmt.
Neberall war in Europa Geld nothwendig. Man brauchte
Geld, um die aus Mangel an Bestellungen wie aus Mangel
an Arbeitskräften während des Krieges in's Stocken gerathenen
Fabriken wieder in Gang zu bringen; man brauchte Geld, um
das Inventarium auf den zum Theil völlig ausgeraubten Gütern
zu erneuern, man brauchte Geld an allen Ecken und Enden;
und Geld zu schaffen, den Regierungen wie den Privatpersonen
Geld zu schaffen, ihnen die Unterbringung ihrer Anleihen möglich
zu machen, war eine der unerläßßlichsten Nothwendigkeiten, wenn
der Friede die Mittel haben sollte, herzustellen, was der Krieg
vernichtet hatte. Die großen Bankhäuser, die unternehmenden
Kaufleute mußten ihre Hände dazu bieten, das Geld in den

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fernsten Gegenden flüssig zu machen und es dahin zu leiten,
wo es in diesem Augenblicke am dringendsten gebraucht ward
und weil das Geld sich in dieser Weise am höchsten verwerthen
ließ, wurden in anderen Gegenden mancherlei Unternehmungen
unterlassen oder eingestellt, finr deren Fortfiührung später das
Geld wieder nach seinen AuSgangspunkten zurüückgeleitet werden
musie. Darauus halle Paul sein Augge gerichlel und seine Plane
angelegt, und darauf hin hatte er schon seinen Freund Steinert
verwiesen, als dieser ihn über die Zukunft seines Sohnes zu
Rathe gezogen hatte.
Niemals hatte Paul von seinem Berufe größer gedacht, als
jetzt, und niemals hatte er die schweren Sorgen und Aufregungen
desselben lebhafter zu empfinden gehabt, als in dem nächsten Winter,
in dem er Seba's Vermögen aus dem Geschäfte herauszuziehen
und nach dem Willen ihres Vaters, der Paul mit dieser Aufgabe
betraut hatte, festzustellen hatte, während er seinen Credit bis auf
das Aeußerste anspannen mußte, um die Unternehmungen möglich
zu machen, die er nach den verschiedensten Seiten hin in Angrif
nahm. Die Tage vergingen ihm in Arbeit, die Nchte oft in
Sinnen und in Sorgen. Er bemerkte es nicht, daß seine
Stirne ihre Heiterkeit, daß seine Augen ihren hellen Glanz ver-
loren, er hatte nicht Zeit, an sich zu denken und auf sich zu
achten; nur Seba sah es und Davide sah es, und ihr ängstlih
liebevoller Blick war der Lohn seiner Arbeit, sein Trost und seine
Freude, wenn er nach des Tages Last und Plage sich am späten
Abende ein Ausruhen bei den Seinen gönnte.
Als der Herbst und der Winter herangekommen waren, be-
wegte sich in der Hauptstadt überall, wo man nicht um Gefallene
zu trauern hatte, eine glänzende Geselligkeit. Man schien sich
deö fir Eropa wiedergekehrlenn Friedens ersreuen, der auöge-
standenen Leidensjahre in Zerstreuungen vergessen zu wollen,
aber in dem FlieOschen Hause gingen die Tage ihren stillen,

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regelmäßigen Gang. Seba, die mit ihren vierzig Jahren noch
immer schdn zu nennen war, weil ihre Schönheit nicht nur in
dem Reize der Jugend und der Farben, sonderu in dem Adel
der Formen und dem durchgeisteten Ausdrucke ihres Antlizes
bestanden hatle, war um ihred Valerö willen immer nur wenig
in Geseslschaften gegangen, und während des Irieges hatte auch
Daviden nicht danach verlangt, da sie mit ihrer stillen Liebe
und mil den Sorga um den enifernien Geliebten beschäftigt
gewesen war. Jetzt vollends trugen beide Frauen nach zer-
streuendem Menschenverkehre noch weit weniger Verlangen. Es
kam aber dadurch in dem häuslichen Beisammensein bald ein
Friede über die drei eng verbundenen Menschen, daß es ihnen
war, als hätten sie von Anbeginn so mit einander gelebt, ja,
daß selbst die gewaltigen Ereignisse, die an ihnen vorüberge-
gangen waren und in denen sie, so viel an Jedem von ihnen
gewesen, mitgewirkt hatten, davor weit in die Ferne zurück-
traten. Sie erfuhren, was man nach großen Eindrücken immer
an sich wahrnimmt, daß unser Verhältniß zu den Außendingen
und Ereignissen. man möchte sagen, unser perspectivisches Ver-
hältniß zu ihnen, ein wunderbar wechselndes ist. Die ersten
Tage nach einem großen Erlebnisse, nach einem großen Verluste
dehnen sich fir uns in unbegreiflicher Weise aus; die Wochen
zud Monate, welche diesen ersten Tagen folgen, verschwinden
uns in eben so unbegreiflicher Weise.
Erst vierzehn Tage ist es her? hatien die Zurückgebliebenen
mach des Vaters Tode sich gefragt. - Schon acht Monate ist
es her, seit wir in Paris einzogen? Schon vier Monate, seit
der Vater todt ist und ich wieder zu Euch heimgelommen bin?
xef Paul oft mit Verwunderung aus, als der Herbst mit seinen
segeniagen angebrochen war und die ersten Schneestürme von
dem Garten her nm die Fenster des Zimmerö sausten, in welchem
sie die lezten Abendstunden bei einander zu sitzen pflegten.

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Davide hatte sich Paul bald nach seiner Rückkehr anwer-
lobt, aber auch dieses Erlebniß war ohne besondere Scenen, -
ohne besondere Aufregungen an den Dreien vorübergegangen. -
Seba hatte, seit Paul wieder in Europa lebte, immer den heim-
lchen Wunsch gehegt, diese beiden ihr ihenren Menschen ver-
bunden zu sehen, und ihre Herzen haiien sich denn auch in -
ruhiger Liebe, in sicherstem Verlrauuen zu einander gefunden. ?
Selbst daß Davide noch Jidin war, kam nicht störend in Be- -
tracht. Von der Abneigung, von dem angestammten oder vielmehr -
anerzogenen Widerwillen, welche die meisten anderen Völler -
gegen die Juden hegen, konnte bei Paul gar nicht die Rede
sein, denn er war frei von dem Ballast angeerbter Vorurtheile. ,
Wahre Güte und Liebe waren ihm in seiner Kindheit von
Niemandem als von einer Judenfamilie zu Theil geworden. --
Ihr dankte er seine erste Erziehung, ihr jene Aufklärung seiner -
Gedanken, die bei jedem Menschen in der ersten Jugend vor- -
genommen werden muß, um nachhaltig wirksam zu sein. Das -
Haus dieser Juudenfamilie hatte der Heimathlose duurch sein ganzes -
Leben als den Hafen vor Augen gehabt, zu dem er wünschend --
und hoffend seine Blicke hingewendet hatte. Sein langer Aufenthalt
in Amerika war dann zu einer Schule der Duldsamkeit für -
jede Art von religiöser leberzeugung für ihn geworden, und er -
hatte um so weniger ein religiöses Bedenken irgend einer Art ,
in seinem Innern zu bekämpfen, da er ohne jedes kirchliche Be- F
kenntniß aufgewachsen war. Was er vor seiner Flucht aus z
Europa in der Schule von der biblischen Geschichte erlernt. ?
was er damals von den Dogmen des Christenthums und von z
den Erzählungen der Evangelisten gewußt hatte, war für ihn s
nicht weniger mythisch, wenn auch weniger lebendig gewesen, -
als die Erinnerungen an die alte Götterwelt der Griechen und -
der Römer.
Da er zur Zeit, in welcher er aus Europa entfloh, über -
z

- 1H?-
, seine Jahre groß und kräftig gewesen war, hatte man ihn für
älter gehalten, als er war, und Niemand hatte sich jemals die
Mühe genommen, daran zu denken, ob er in irgand einer Ne-
ligion unterrichtet worden sei und ob er ein kirchliches Glaubens-
be!enliss abgelegt habe oder nich!. Mii der Neugier der Jugend
war er, wenn mian ihmn in Amerila am Sonntage seine Stunden
für dei Kirchenbesuch frei gegeben hatke, bald in diese, bald in
jene Kirche gegangen, hatte dem Gottesdienste der verschiedensten
Gulte zugesehen, bis er, dieses Anschauens mide, den Kirchen-
besuch, zu dem er iu Weisßenbach'schen Hanse ohnehin nicht
angehalten worden war, und den er Seba niemals üben sehen,
endlich ganz und gar aufgegeben hatte. Er war nicht confirmirt
worden, er hatte nie das Abendmahl genossen, er hätte nicht zu
- sagen vermocht, welchem Bekenntnisse er angehöre, hätte sein
Taufschein es nicht ausgewiesen, daß er in die christlich evan-
gelische Kirchengemeinschaft aufgenommen sei; und mit Davide
war es ziemlich derselbe Fall. Denn wie die religiösen Verhältnisse-
sich in unsern Zeiten ausgebildet haben, wählt der Mensch seine
Religion nur in den seltensten Fällen frei und selbstständig: er
wird in ihr geboren und nimmt sie als Familien-Keberlieferung
in sein eigenes Leben mit hinüber.
Davide hatte mit dem Judenthume nicht mehr Zusammen-
hang, als ihr Verlobter mit dem Christenthume; aber ihre Be-
grife von Recht und Unrecht, ihr Streben nach dem Guten,
ihre Verehrung vor dem Großen und Erhabenen, ja, alle ihre
moralischen Anschauungen und sittlichen Ueberzeugungen waren
- ihnen Beiden frühzeitig von derselben Hand und aus derselben
- lautern Quelle zugekommen, und das öftere und längere Zu-
sammenleben in den Jahren, welche dem Kriege vorausgegangen
waren, hatten dazu gedient, den Einklang zwischen Seba und
ihren beiden Pflegekindern, wie sie Paul und Davide zu nennen
liebte, vollständig herauszubilden. Sie waren durch und mit
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einander unablässig n ihrer Entwicklung vorgeschritten. Die;
weitreichenden socialen Ansichten, welche Paul erworben, hatten
Seba vielfach aufgeklärt, ihre inneren Erfahrungen waren ihm, so
weit ein Mensch dem anderen mit seinen Erfahrungen nützen kamn,
zu Gute gekommen, und zwischen ihnen Beiden war Davide in
einer Atmosphäre der Wahrheit und der Verständigkeit so unanges
sochien aufgewachsen, das: sie die Möglichkeit besessen haite, sich
zu dem Gleichmaß und zu der ruhigen Seelenschönheit zu enifalten,
welche Seba einst an der Baronin Angelila bewundert und
für sich selbst' in jenen Tagen so unnachahmlich gefunden hatte.
Weil Seba noch um ihren Vater trauerte, verzichtete das
junge Paar darauf, seine Verlobung den Freunden bekannt zu
machen, und man benutzte diese Zeit, Davidens Nebertritt zur.
christlichen Kirche, ohne welchen ihre Ehe mit Paul eine Un-'
möglichkeit gewesen sein würde, einzuleiten. Die Zeit war auf-
geklärt, denn die Freiheilskriege, in denen Männer und Jüng-
linge aller Bekenntnisse einmiüthig in Reih und Glied gestanden
hatten, um das Joch der Fremdherrschaft von dem Vaterlande
abzuwerfen, hatte selbst den Beschränkten und Kurzsichtigen,
wenigstens für den Augenblick, die Erkenntniß gegeben, daß man
die gleiche Vaterlandsliebe hegen, die gleiche Ansicht über die;
Ziele der Menschen haben könne, ohne den Glauben an die
kirchlichen Lehrsätze mit einander zu theilen, und es hatte alsd,
in der Stadt, in welcher ein Fichte seine Reden an das deutsche'
Volk und Schleiermacher seine moralphilosophischen Predigten'
gehalten hatte, keine Schwierigkeit, einen Geistlichen zu finden,
der sich willig zeigte, der jungen, in den Grundsätzen einer
reinen Moral und einer liebevollen Hingebung an das Jdeale
auferzogenen Jidin die Aufnahme in die christliche Gemeinschafi
zu bewilligen, wenngleich sie Manches, das die protestantisch-
evangelische Kirche zum Glaubenssatz erhoben hat, nur als ge-
schichilichen Mythus anzusehen vermochte.

--- 1Z--
Weder Davide, noch einer der beiden ihr verbundetnen
Menschen hatten dabei Kämpfe in sich zu bestehen oder große
äußere Hindernisse zu überwinden; denn wo die Grundanlage in
der Natur eines Menschen gesund ist, wo die Verhältnisse, in
denen er sich bewegt, auf Wahrheit gegründet sind, und wo sein
ehun und Streben sich im richtigen Zusammenhange mit der Zeit
befinden, der er angehöbrl, d voslziehen alle Wandlungen sich
sehr einfach und unmerklich, da geschehen seine eigene Entwick-
-lung und das Wachsen seiner äusßeren Glücksumstände meist so
llmählich und so still wie die Entfaltung eines Keimes zu seiner
Blithe und zu seiner Frucht. Nicht das täglich Werdende, nur
das Gewordene stellt in solchen gesunden und natur- und zeit-
gemäsßen Verhältnissen sich dem beobachtenden Blicke dar, und
es hat immner seine Bedenklichkeiten, wenn das Leben eines
Menschen oder einer Familie viel von sich sprechen macht, oder
-die Aufmerksamkeit der Ausßenvelt durch ungewöhnliche Vor-
gänge auf sich zieht.
Es war nicht zum Verwundern, das; Seba sich in diesem
Jahre so einsam hielt, nicht zum Verwundern, daß Paul früher
,als die Anderen alle aus dem Feldzuge heim kam und zu seinen
Geschäften wiederkehrte. Man hatte immer erwartet, daß Davide
»Thristin, daß sie die Gattin Treman's werden würde. Daß
Fieser, an einen größeren, weiteren Handelsverlehr gewöhnt, die
FGeschäfte des Hauses ausdehnen und in neue Bahnen leiten
Awürde, das hatte man mit derselben Sicherhe:t vorausgesehen.
Wie schwer er aber arbeitete, mit welchen Sorgen er zu kämpfen
Jatte, darüber sich zu äußern oder gar sich zu heklagen, das
war nicht seine Sache. Man sah ihn immer gleichmäßig ruhig
in selbstgewisser Zusammengefaßtheit, und das gemessene Ver-
trauen, das er in sich selber setzte, gab auuch Anderen das Zu-
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