Von Geschlecht zu Geschlecht. Roman in zwei Abtheilungen. Neue, von der verfasserin veranstaltete, revidirte Ausg.
Fanny Lewald
Kapitel 01

Erstes Capite l.
Flae Negimen, in welchem Nenatus stand, hatte seine
vorgezeichnete Straße über die freiherrlichen Güter zu nehmen
und sollte dort ein paar Rasttage halten. Der Commandeur
bot es also dem jungen Freiherrn an, als Quartiermacher vor-
auuszugehen, um auf diese Weise ein längeres Verweilen in seinem
Vaterhause zu gewinnen, und Renatus machte mit Freuden davon
Gebrauch. Während des langsamen und in der frühen Jahres-
zeit noch beschwerlichen Marsches waren seine Gedanken ihm
ohnehin oft genug in die Heimath vorausgeeilt. Er hatte die
Seinige seit zwei Jahren nicht gesehen, und er hatte ihnen
mitzutheilen, was jetzt ausschließlich seine Seele erfüllte, er hate
von seinem Vater die Zustimmung und den Segen zu seiner
Verlobung zu erbitten.
Von seinen Kameraden mit der Versicherung entlassen, daß
man sich danach sehne, ihm bald nachzukommen, um sich in
Richten fir die gehabten Unbequemlichkeiten und Strapazen zu
entschädigen und für die vorauszusehenden Enthehrungen und
Anstrengungen zu stärken, machte der junge Offizier sich auf
den Weg.
Der Freiherr von Arten galt immer noch für einen reichen
Mann, seine Gastlichkeit war weit und breit berühmt; Renatus
selber hatte ihrer oft gegen seine Kameraden gedacht, unter

denen sich auch Blutsverwandte und Befreundete des Hauses
befanden, und er hatte ihnen mit gutem Glauben die beste Auf-
nahme bei seinem Vater verheißen können. Freilich wußte er,
daß Truppen-Durchmärsche für den Gutsbesizer eine schwere
Last seien. Er hatte es mit erlebt, wie furchtbar die Franzosen
im Lande gehaust und wie die Jtaliener durch viele Monate in
Nichten im Quartier gelegen hatten. Aber Maßlosigkeiten und
Gewaltthaten, wie man sie von den Franzosen erdulden müssen,
waren von den Landsleuten und unter der strengen preußi-
schen strengen Mannszucht nicht zu befahren, und wenu der
lange Auufenihall der Jialiener auch grosie Sumen geloslel
hatte, so erinnerte sich Nenatus doch sehr deutlich, in welch gutem
Einvernehmen man mit ihnen gestanden, wie sein Vater für den
Grafen Mariani ,eingenommen gewesen war, der die Reiterei
befehligte, und wie bitterlich Vittoria seinen Tod betrauert hatte,
als man später einmal die Nachricht erhalten, daß der schöne
junge Mann auf einem der Schlachtfelder des österreichischen
Feldzuges seinen frühen Tod gefunden habe.
Je weiter Renatus aber auf seinem Wege vorwärts kam,
um so mehr wurde er von den Erinnerungen an die Vergan-
genheit abgezogen, denn der Anblick, welcher sich ihm überall
darbot, war kein freundlicher. Seit Monaten hatten die Truppen-
Durchmärsche auf dieser Straße nicht aufgehört, und überasl
waren die Spuren davon in trauriger Weise bemerkbar. In den
Krügen, in denen er füttern ließ, auf dem Gute, auf welchem
er übernachtete, waren die Klagen groß, der wirkliche Nothstand
unverkennbar, und' die Sorge, wie er es in Nichten finden
werde, fing an, sich des jungen Freiherrn immer ernstlicher zu
bemächtigen. Dazu gesellte sich jenes Bangen, das man stets
empfindet, wenn man sich einem ersehnten Wiedersehen naht.
Renatus fing zu berechnen an, seit wann er keine Nachrichten
aus der Heiinath empfangen hatte. Er überlegte, daß er seinen

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Vatet nun seit zwei Jahren nicht gesehen hcbe, daß sein Vater
bei Jahren sei, daß die letzten Monate wohl auch für seines
Vaters Güter große Lasten mit sich gebracht haben müßten, und
er sagte sich jetzt zum ersten Male, daß es im Grunde doch
eine üble Nachricht sei, zu deren Neberbringer er sich habe
machen lassen.
, Am lezten Tage war für die frühe Jahreszeit das Wetter
schwiül. In der Ferne zog ein Gewitter vorüber, das seine
Regenwolken über das ganze Land ausbreitete. Renatus war
nach der Hauptstadt des Kreises gekommen, in welchem seine
vätrlichen Giler gelegen waren. Er halle dort der Behörde die
Anzeige des bevorstehenden Truppen»Durchmarsches zu machen,
die nöthigen Vorkehrungen zu besprechen, und es war ihm son-
derbar dabei zu Muthe, daß er hier etwas Anderes, als seine
eigenen Geschäfte zu besorgen hatte. Als er seinen Auftrag
ausgerichtet, rasteie er bei dem Wirthe, in dessen Gasthause der
Freiherr einzukehren und zu dem man die Vorlegepferde hin-
zubestellen gewohnt war, wenn sich Jemand von der Familie
auf Reisen befand oder wenn man Besuche erwartete. Der
Wirth sagte, daß der reitende Bote aus Richten heute in der
Stadt gewesen sei, die Postsendung zu holen; daß der Herr
Baronaich lange nicht hätten sehen lassen und daß er die Zeit
nicht denken könne, seit welcher die Frau Baronin zuletzt durch
den Ort gekommen sei, die freilich im Winter zu reisen nicht liebe.
Er hegte nach Art seiner Standesgenossen offenbar Nei-
gung, mit dem jungen Freiherrn zu verkehren, klagte über die
schweren Zeiten, von denen hier Jeder mehr als anderswo ge-
litten habe und durch die man auf den Gütern noch weit
schwerer als in den Städten getroffen worden sei. Er meinte,
der junge Herr Baron werde ja wohl von Hause auch davon
vernommen haben und nun selber sehen, wie es Alles stehe.
Aber Nenatus schenkte ihm nicht recht Gehör. Er war zu sehr

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mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt, um Verlangen nach
gleichgültigem Gespräche zu tragen, und gerade weil er viel
darum gegeben hätte, den Zwischenraum überfliegen und die
Stunden abkürzen zu können, die ihn noch von seinem Ziele
trennten, hatte er eine Scheu vor jenen zufölligen Nachrichten
aus der Heimath, wie sie dem Entferntgewesenen entgegen ge-
bracht zu werden pflegen.
Er hatte Anfangs das Aufhören des Regens abwarten
wollen; aber der Wunsch, vorwärts zu kommen und bei den
Seinigen zu sein, wurde mit jeder Stunde lebhafter, und es
ward ihm, er wußte selber nicht, weßhalb, je länger desto un-
heimlicher zu Sinne. Er ging selbst nach dem Stalle, zu sehen,
ob man mit den Pferden noch nicht wieder aufbrechen könne,
er trat mehrmals vor die Thüre hinaus, nach dem Wetter aus-
zuspähen; das sah aber gar nicht darnach aus, als ob man ein
baldiges Aufhellen erwarten dürfe. Der Wirth unterhielt ihn
davon, wie viel Mann Einquartierung er voraussichtlich be-
kommen werde, berechnete, wie viel Mann auf seine Nachbarn
fallen würden, und Renatus dachte, daß er heute zum ersten
Male bei seiner Heimkehr in das Vaterhaus hier nicht den
Wagen und die Dienerschaft seines Vaters fände. Es ging
das freilich mit natürlichen Dingen zu, indeß es war ihm deß-
halb nicht weniger unangenehm. Mit einem nicht zu überwin-
denden Mißgefühle setzte er den Czacko auf und blieb dann,
neben dem Wirthe unter dem Vordache des Hauses stehen, um
zu warten, bis sein Bursche die Pferde gesattelt haben werde.
Er konnte es in der geheizten, mit Tabacksdampf erfüllten Gast-
stube vor Ungeduld nicht mehr ertragen.
Als sie so vor der Thüre standen, sahen sie durch den
Regen einen verdeckten, leichten Korbwagen herankommen, den
zwei starke Braune zogen.
Das ist der Steinert aus Marienfelde, sagte der Wirth;

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dem können der Herr Baron nur auch gleich sagen, was ihm
bevorsteht, denn leer ausgehen wird der auch nicht.
Er trat mit diesen Worten an den Wagen heran, weil er
meinte, daß Steinert einkehren werde. Tieser hatte es jedoch
nur auf ein kurzes Anhalten abgesehen, denn er war nicht weit
gefahren, halte laum noch eine Stunde bis nach Hause und
wollte nur noch hören, ob und was es etwa Neues gäbe.
So wie er den Kopf zum Verdeck hervorbog, erkannte er
den jungen Edelmann, obschon er ihn seit Jahren nicht gesehen
hatte, und mit jener Frende, die jeder Gutgeartete über das
schöne Heranwachsen eines Menschen empfindet, den er als Kind
gekannt hat, rief er Renatuus ein herzliches Willkomnnnen und die
Frage zu, was er denn Gutes aus der Ferne bringe. Aber
Renatus vermochte ihm nicht in gleicher Weise zu erwiedern.
Es verdroß ihn, daß ihn Steinert nicht, wie in früheren Jahren
seinen Vater und die anderen Edelleute, als den gnädigen Herrn
ansprach, sondern ihn schlechtweg Herr Lieutenant nannte. Es
dünkte ihm eine verkehrte Welt zu sein, in welcher Adam
Steinert behaglich und trocken in seinem Wagen einherfuhr,
während er, der Freiherr Renatus von Arten-Richten, als Quar-
tiermacher in Regen und Nebel durch das Land zog, und ob-
schon er gleichzeitig diese Empfindungen und die Empfindlichkeit,
zu der sie ßch in ihm verwandelten, thörichte und zu bekämpfende
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Es dünkie Nenatus also doppelt lästig, daß der Wirih
sofort wieder von der Einquartierung zu sprechen anfing, da
der Lieutenant sie wirklich auch für Marienfelde anzumelden
hatte: Steinert verließ, sobald er davon hörte, seinen Wagen,
und wie er nun in seiner bestimmten Weise von dem jungen
Offizier genaue Auskunft forderte, wie er Fragen stellte, welche
Renaius ihm zu beantworten verpflichtet war, da kam noch

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einmal und noch stärker der Gedanke über diesen, daß die Welt
sich umgewandelt habe. Er besaß im Allgemeinen wenig Leichtig-
keit, und das Mißbehagen nahm ihm diese vollends. Er gab
Steinert kurz und trocken die Zahl der Leute, der Pferde, den
Tag ihrer Ankunft in Marienfelde und die Dauer ihres Auf-
enthaltes an. Steinert, der die kalte, abweisende Haltung des
jungen Mannes nach der Freundlichkeit, mit welcher er ihm
entgegen gekommen war, mit Recht als einen Hochmuth und
eine Unhöflichkeit betrachtete, verzeichnete die Angaben in seinem
Taschenbuche, dankte für die Mitiheilung und bemerkte, sich zu
dem Wirthe wendend, er sei in diesen Zeiten immer recht von
Herzen froh darüiber, das er gleich ein tichtiges Stick von dem
Schlosse algebrochen habe, nachbeun er sein Gul gekausl; denn
große Schlösser seien jezt ein wahres Verderben für den Guts-
besitzer, der in ihnen immer die ganze Generalität zu beherbergen
und zu ernähren bekomme, während er schon Noih genug habe,
sich mit den Seinigen durchzubringen.
Nenatus hörte darauf, wie Steinert sich des zeitigen Frih-
jahres freute und es güünstig für die Arbeit nannte, und wie
der Wirth ihm kopfschüttelnd entgegnete: Was hilft uns das.
wenn sie uns die aufgegangenen Saaten wieder vom Felde in
die Raufen schleppen und das reife Korn zu Schüttstroh nehmen,
wie vor Jahren? Man möchte die Arme am liebsten über ein-
ander schlagen und die Felder brach liegen lassen, da hätte man
wenigstens nicht den Aerger über die ganze vergebliche Mühe!
-, nichts thun, oder arbeiten was die Knochen halten
N,
wollen, versezte Steinert, das ist die Frage, um die es sich jezt
handelt. Nasch schaffen, Alles zu Gelde machen, wenig brauchen.
das Geld sichern und abwarten, bis man wieder mit Zuversicht
an ein Unternehmen gehen kann - so habe ich's die gunzen
Jahre her gehalten. Wo sie nichts finden, können sie nichts
nehmen, und meiner Haut wehre ich mich noch. E werden

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Viele zu Grunde gehen in dieser Zeit, denn es sieht bedenklich
auf den meisten Gütern aus, und wer den letzten Thaler in
der Tasche haben wird, der wird einmal was machen können!
Er trank das Glas Bier aus, das er gefordert hatte, und
ging nach seinem Wagen, als der Bursche des jungen Freiherrn
diesem sein Pferd vorfiührte. Steinert sah, wie der Wirth dem
jungen Offizieg den regenschweren Mantel reichte, wie Renatus
ihn um seine Schultern hing. Da kam eine jener Rückerin-
nerungen, welche dem jungen Edelmanne vorhin seine gute Laune
genommen hatten, auch über Steinert; aber sie hatte jenen hart
und ungerecht gemachi und dieser ward durch sie besänftigt.
Wollen Sie mit mir fahren, Herr Baron? fragte er. E
lomnui mir aus einen lluwweg nicht an, mneine Pferde sind frisch;
wir binden Ihren Schimmel an, ich fahre Sie bis Rothenfeld,
und bis dahin läßt der Regen vielleicht nach.
Er stand an seinem Wagen und schlug das Sprizleder
einladend zurück; aber Nenatus konnte sich nicht überwinden,
der wohlgemeinten Aufforderung zu folgen. Er dankte ihm für
seine gute Absicht.
Nun' denn, rief Steinert, so leben Sie wohl und kehren
Sie Ihrem Vater, dem Freiherrn, aus Rußland wohlbehalten
wieder. Es wird ihm nahe gehen, Sie im Felde zu wissen,
und, er ist kein Jüngling mehr. Sie werden überhaupt hier zu
Lande mancherlei verändert finden!
Damit fuhr er fort; auch Renatus stieg zu Pferoe, aber
das ganze Zusammentreffen mit Steinert hatte ihm einen pein-
lichen Eindruck hinterlassen und die lezten Worte desselben waren
ihm schwer auf das Herz gefallen. Was hatte er damit an-
deuten wollen? Was war geschehen?-
Der schlimmste Reisegefährte, die unbeftimmte Sorge, hatte
sich dem jungen Manne zugesellt und wollte nicht von ihm
weichen, wie er sie auch zu bannen versuchte. Es war das erste

Mal, daß er sich der Heimath nicht freien Herzens näherte, daß
seine Gedanken sich ernstlich mit den Umständen und Vermö-
gensverhältnissen seines Hauses beschäftigten.
Der Freiherr hatte es dem Sohne niemals fehlen lassen,
und obschon dieser weder ausschweifende Nejgungen noch über-
triebene Bedürfnisse besaß, war er doch gewohnt, jeden seiner
Wünsche zu befriedigen. Er wußte, daß sein Vater kein guter
Rechner, kein umsichtiger Landwirth sei und viel verbrauche.
Das war aber, wie Renatus meinte, bei einem Edelmanne sehr
erklärlich, und man hatte es nur zu bedauern, daß der Freiherr
bisher niemals passenden Ersaz fiür Steinert hatte finden lönnen;
denn gerade die besten Landwirthe hatten mit Renatus oft davon
gesprochen, daß man die Hülfsquellen seiner väterlichen Be-
sizungen nicht nach Gebüühr benuze, daß man aus den Gütern
nicht mache, was sie werden könnten, daß man nicht die nöthi-
gen Kapitalien in sie hineinstecke, um sie im Grund und Bodeu
wuchern und Zinsen tragen zu lassen. Allein eben das flüssige
Kapital fehlte seinem Vater, und dieser hatte dem Sohne in
guten Stunden wohl den Nath gegeben, sich bei Zeiten nach
einer reichen Erbin zur Gattin für sich umzusehen, damit man
wieder in größerer Freiheit des eigenen Grundbesizes froh werden
möge. Wie würde der Freiherr nun die Nachricht aufnehmen,
daß Nenatus die völlig Mittellose in das Haus zu führen denke?
Bei dem Negenwetter dunkelte es früh, und der Sinn des
jungen Mannes wurde dadurch eben auch nicht heiterer. Der
Nebel stieg aus dem Boden der sumpfigen Wiesen empor und
zog in langen, schwebenden Streifen langsam neben und um ihn
her. Er ritt mit wachsender Ungeduld in schnellem Trabe vor-
wärts; er wollte das Schloß noch erreichen, ehe es Nacht ward.
Es dinkte ihn, als sei der Weg weit länger geworden, als
komme er nicht von der Stelle; und wie er den Weg nicht be-
wältigen zu können glaubte, so kam er auch mit seinen Gedanken

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nichi vom Flecke. Wenn er sich es vorstellen wollte, wie er
seinem Vater sein Herz enthüllen und was Vittoria zu seiner
Verlobung sagen werde, sah er Adam Stinert vor sich stehen
und es klang ihm gas Wort vom letzten Thaler und von dem
Unsegen, der jezt auf den großen Schlössern laste, in den Ohren.
Er war froh, als er endlich aus den Wiesen heraus war, als
gus dem Nebel der Kirchthurm von Noihenfeld hervortrat und
der Anblick der -allbekannten, ihm engverkrauten Umgebung ihn
von seinem Grübeln abzog. Er schwankte, ob er in der Pfarre
vorsprechen und seinem greisen Lehrer seine Ankunft melden solle;
aber seine Ungeduld sträubte sich dagegen, und auch sein Schimmel
schien sich der Nähe des Stalles zu erinnern, in welchem er
auferzogen worden war, denn er grif, ohne daß sein Herr ihn
dazu antrieb, mit Einem Male lustig aus, so daß Renatus in
wenigen Minuten die große Eichen-Allee zu erreichen hoffen
durfte, die sich von dem letzten Vorwerke bis zur Rampe des
Schlosses hin erstreckte. Aber er ritt und ritt, die Allee wollte
noch nicht kommen. Er drückte dem Pferde die Sporen in die
Seite, es sprang empor und ging mit raschem Satze vorwärts
-- aber sie kam nicht, die Allee.
Was ist das? fragte Nenatus sich, und es fuhr ihm kalt
über den Rücken. Er sah um sich, weil er meinte, nur der
Nebel verhille ihm die Bäume und der Nebel sei es auch, der
ihn z erkälte; indeß der Nebel hatte sich verzogen, er konnte an
einzelnen Stellen sogar die Sierne durch die Wolken schimmern
sehen, und es war auch nicht der Nebel, der ihm das Herz in
der Brust erstarren machte und ihm den Hals zusammenschnürte.
Denn nun lag es ja vor ihm, das Schloß seiner Väter; er sah
das Licht aus dem Fenster über dem Portale schimmern, das
die riesigen, alten Bäume jetzt nicht mehr verdeckten. Schon
breitete der Hofraum sich weit und öde vor ihm aus, aber es-
war nicht mehr, wie es gewesen war, es war nicht mehr die

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alte Heimath! Das Schlos; seiner Väter war seines schönsten
Schmuckes beraubt, der Stolz der Herren von Arten-Nichten,
die prächtige, uralte Eichen-Allee war niedergeschlagen bis auf
den lezten Baum. Jetzt wußte er, was die Worte Steinert's
bedeutet hatten - und die Thränen stürzten ihm aus den Augen.
Oben in dem Zimmer des Freiherrn brannte das Feuer
im Kamin. Der reitende Bote, welcher zweimal in der Woche
die Briefe für den Freiherrn aus der Kreisstadt abholte, war
um die bestimmte Stunde nach dem Schlosse zurickgekehrt, und
fast gleichzeitig mit ihm war der Caplan bei dem Freiherrn
angelangt. Er kam troz seiner vorgerickten Jahre und seiner
schwachen Gesundheit regelmäsig an den Abenden von Rothenfeld,
wohin er gezogen war, bald nachdem Nenatus zum ersten Male
das Vaterhaus verlassen hatte, nach Nichten heriüber, um dem
Freiherrn, dessen Augen in der letzten Zeit gelilten, zur Hand
zu sein, falls er sich eines Vorlesers bedürftig fühlte oder Briefe
zu beantworten hatte; denn der Sekretär des Freiherrn war
noch während des ersten Krieges in die Dienste eines französischen
Generals getreten, und man hatte seine Stelle nicht wieder besetzt.
Die Lichte waren bereits angezündet, aber es waren nicht
die vielarmigen Leuchter, deren der Freiherr sich in früheren
Jahren bedient hatte, als er am Abende noch selbst zu lesen
und zu schreiben pflegte. Der große Raum war also nicht voll-
ständig erhellt, und das Sopha, auf welchem Vittoria, die beiden
Arme mit der anmuthigen Lässigkeit eines Kindes unter das
Haupt gelegt, in stillem Hindämmern zu ruhen schien, war ganz
in Schatten gehüllt. An den Tische, auf welchem die einge-
gangenen Briefe und die Zeitungen der letzten Woche lagen,
saß der Caplan, und der Freiherr ging, dem Vorlesenden zu-
hörend, langsam in dem Zimmer auf und nieder, wie es seine
Gewohnheit war. Mit Einem Male blieb er stehen.
Es wird immer nutzloser, diese Blätter kommen zu lassen,

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sagle er, indem er den Caplan unterbrach. Man mißte sich
mitten im tiefsten Frieden glauben, wenn man keine anderen
Nachrichten empfinge, als diejenigen, welche die Zeitungen uns
verkünden. Nur von den friedlichen Gesinnungen Napoleon's,
nur von seinen Decreten in der Gesetzgebnng und für das Theater
ist heute wieder die Rede, und dazu haben hie Truppen-Durch-
märsche bei uns nicht aufgehört; dazu meint mnan, sg oft man
zu unerwarteter Stunde ein Geräusch vernimmt, daß wieder
irgend ein neuer Quartiermeister oder Fourier im Schlosse an-
langt, um uns neue, unerbetene Gäste anzumelden.
Er hatte aber diese Worte noch nicht vollendet, als man
den Hufschlag eines Pferdes auf der grosen Nampe hörte. Da
sehen Sie, mein Freund, wir leben gerade wie im Schauspiele!
meinte der Freiherr. Man braucht von den Dingen nur zu
sprechen, um sie eintreffen zu machen.-- Er ging nach dem
Fenster; auch der Caplan erhob sich, um hinunter zu sehen.
Man konnte jedoch in der Dunkelheit nicht erkennen, wer der
angekommene Reiter sei, und der Freiherr war eben auf dem
Wege, die Klingel zu ziehen, um sich danach zu erkundigen, aber
er stand dann wieder davon ab. Es hatte sonst nicht in seiner
Art gelegen, den Ereignissen entgegen zu gehen, und er machte
sich innerlich einen Vorwurf daraus, daß er die Ruhe verloren
habe, jie an sich herankommen zu lassen. Er wendete sich mit
einer knscheinenden Gelassenheit wieder in das Zimmer zurück,
legte die Hände wieder über dem Rücken in einander, um bei
dem Herumgehen die Brust zu dehnen, und wollte eben den
Gaplan ersuchen, mit dem Lesen fortzufahren, als man eilige
Schritte auf der Treppe und im Vorsaale hörte und der Diener
in der Thüre erschien.
Was gibt es? fragte der Freiherr, fcoh, des Zwanges
ledig zu sein, den er sich angethan hatte.
Ein Offizier, gnädiger Herr, ein Offizier ist angekommen,

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von den Unserigen einer! antwortete der Diener, und ehe der
Freiherr noch sein Mißfallen über diese unruhige Meldung äußern
konnte, war Renatus schon in das Zimmer eingetreten und hatte
sich erschüttert an des Vaters Brust geworfen.
Auch der Freiherr war sichtlich ergrifen. Mein Sohn,
mein lieber Sohn! rief er aus, als Renatus sich niederbeugte,
des Vaters Hand zu küssen, und er die Thränen in des jungen
Mannes Augen gewahrte. Was bewegt Dich so, Nenatus? Fasse
Dich, mein Sohn!
Aber die Stimme seines Vaters, weit davon entfernt, ihn
zu besänftigen, rührte den Sohn noch mehr, denn sie klang ihm
sreud. Es war nichi mehr der alie, volle Ton, und unfähig,
sich zu beherrschen, rief er: Wo ist unsere Allee geblieben, Vater?
Des Freiherrn Brauen zuckten zusammen, er ließ die
Hand des Sohnes fahren, denn er meinte einen Vorwurf in
der Frage zu vernehmen, und nach des Freiherrn Begriffen von
dem Familienrechte und von dem Erhrechte hatte der Sohn dem
Vaier eine solche Frage auch zu stellen; aber daß er sie in der
Stunde der Ankunft, daß er sie in dem Augenblicke that, in
welchem er den Vater nach längerer Abwesenheit zum ersten
Male umarmte, daß er sie im Beisein des Caplans, im Beisein
Viltoria's und gar in Auwesenheit des Dieners that, das kränkte
des Vaters Herz, das beleidigte das Ehrgefihl des Edelmannes
und des Hausherrn.
Die Franzosen hatien auf ihrem Durchmarsche Lücken in
die Allee geschlagen. Der Anblick war mir unerträglich, mache
mir die Allee zuwider, und ich fand es für angemessen, zu
nuzen, was ein nächster Durchmarsch ganz zerstören konnte!
entgegnete der Freiherr, schnell und abgebrochen sprechend. Aber
weßhalb zeigtest Tu Deine Ankunft nicht im Voraus an? Du
weißt, daß ich die Neberraschungen nicht liebe. Was führt Dich
hieher?

.-g komme als Vorbote meines Rdegimtentee! sagte Renatus,
D,
durch die Worte seines Vaters und mehr noch durch ihren
strengen Ton nun eben so beleidigt und verlezt, als der Freiherr
sich erwies.
Also Einqnarlierung -- schon wieder Einquartierung?
Der Stab unseres Regimenies kommt übermorgen in
Nichteßt an und wird drei Tage im Schlosse bleiben; das Ne-
giment, zwölfhundert Mann stark, ist auf unsere Dörfer vertheilt,
der Train bleibt in Marienfelde, berichtete Nenatus, als mache,
er die Meldung vor einem fremden Manne; aber es kam ihm
hart an, deun er sah, wie unwilllommten sie den Freiherrn war,
wie schwer sie ihn bedrickie, und er fand ihn ohnehin nichl,
wie er ihn verlassen, nicht, wie des Vaters Bild ihm in der
Erinnerung vorgestanden hatie.
Die beiden letzten Jahre hatten dem Caplan weit weniger
angehabt, als seinem freiherrlichen Freunde. Da der Caplan
niemals stark gewesen war, fiel es an ihm nichk wesentlich auf,
daß er magerer geworden. Sein Haar hatte dir Farbe nicht
merklich geändert, nur dünner war es geworden, so daß die
Tonsur sich nicht mehr kenntlich machte. Aber er hielt sich noch
aufrecht wie in seinen besten Tagen, sein Gesicht hatte seinen
alten, friedlichen und milden Ausdruck bewahrt, sein Auge war
noch hell, und seine Sontane, jenes priesterliche Gewand, auf
das die Mode keinen Einfluß ülbte, umgab noch mit der alten
Sauberkeit, mit der es einst den Leib des Jünglings bekleidet
hatte, auch die Gestalt des Greises:
Der Freiherr hingegen hatte sich sehr verändert. Weil er
auf der Höhe des Mannesalters an Fülle sehr zugenommen,
ließ die danach eingetretene Verminderung derselben seine Haut
welk und schlaff erscheinen. Die einst so schönen, hochgeschwun-
genen Augenbrauen waren buschiger geworden und hingen tief
herunter, alle Ziige des Gesichtes hatten sich scharf ansgeprägt,
F. Le wald, Von Geschlechl zu Geshlechl. ll.

1Z--
man sah, daß starke Leidenschaften sie gezeichnet hatten. Wer den
Freiherrn einst in der Stattlichkeit der altfranzösischen Tracht
gekannt hatte, dem kontte es nicht enkgehen, das: sein Schritt
jezt in dem Klappenstiefel nicht mehr so wohl gemessen war,
als in dem seidenen Strumpfe und in dem Schnallenschuh, und
selbst das hohe, weiße Halstuch, das den Nacken des Freiherrn
vielmals umgab und sein Kinn, wie die Mode es mit sich brachte,
hoch empor hob, konnte es nicht verbergen, daß er sein Haupt nicht
mehr so stolz trug, nicht mehr so frei bewegte, als in alter Zeit.
Der Freiherr hatte die Anzeige schweigend hingenommen.
Erst nach einer Weile sagte er Und Du beeiltest Dich, Dich
zum Neberbringer dieser angenehmen Neuigleii zu machen; das
ist ein sonderbarer Einfall, ein sonderbar Gelüsten! -- Er schüttelte
das Haupt und lächelte dazu spöttisch. Nenakns regte sich nicht.
So entstand eine lange Pause, und wo eine solche sich in
den ersten Augenblicken eines Wiedersehens zwischen Menschen,
die eng zu einander gehören, einstellt, ist es eben so ein Zeichen
als der Vorbote irgend welcher Mißverhältnisse. Der wohlge-
schulte Diener war still hinausgegangen, da er sah, daß man
ihm für jezt keine Befehle zu geben habe, um nichi anzuhören,
was man ihn sicherlich nicht hören zu lassen wünschte; auch
Vitioria hatte, nachdem sie bei dem unerwarteten Eintritt ihres
Stiefsohnes in freudiger Neberraschung aus ihrer Ruhe aufge-
sprungen war, sich entfernt. Sie war es nicht gewohnt, von
Nenatus nicht gleich mit Zärtlichkeit begrüßt, von dem Freiherrn
nicht bericksichtigt zu werden, und ernsthaften Verhandlungen,
geschäftlichen Erörterungen oder gar einem Streite beizuwohnen,
widerstrebte ihrer innersten Natur. Und doch bedurften der Frei-
herr und sein Sohn eines Vermittlers, dessen leise Hand ihnen
über den Zwiespalt forthalf, der sich zwischen ihnen aufthat und
der unausfüllbar werden konnte, wenn man ihm nicht in dieser
ersten Stunde Schranken setzte.

- (ß -
E war der Caplan, der ihnen diesen Dienst zu leisten
unternahm, denn er wußte, was es zu bedeuten hatte, wenn
der Freiherr seinen Kopf so langsam in die Höhe hob, wenn
seine Lippen sich so fest zusammenpresten, und was Renatus
fihlte, wenn er so die Augen senkte.
Mit jener ruhigen Beweguung. die von jeher eine der
schönen Eigenschaften des Geistlichen gewesen war, ging er, ob-
schön auch ihm Nenatus noch die Begrüßung schuldete, auf diesen
zu und sprach, indem er ihn in seine Arme schloß: Du wünschtest
Deinem Vater offenbar die ible Nchricht we.iger empfindlich
zu machen, indem Du Dich zu ihrem Boien hergabst, denn Du
hatiest Dir es selbst gesagt, das; es der schweren Belästigungen
und der noch schwereren Sorgen für den Herrn Baron bereits
mehr gls zu viel gegeben habe, und Du bist vorauusgekommen,
um zu sehen, ob Du nicht Deinen Antheil davon tragen könntest.
Das macht Deinem Herzen und Deiner Einsicht Ehre, daran
erkenne ich Dich und Deinen guten Willen.
Die Worte, welche den Vater wie den Sohn behutsam
aber entschieden auf ihren rechten Standpunkk wiesen, beschämten
beide und befreiten sie doch zugleich. Sie warfen weit mehr, als
der Caplan es ahnen konnte, dem Sohne vor, daß er in jeder
Beziehung nuur an sich und sein Bedürfen gedacht habe, sie er-
innerten den Vater daran, daß der Sohn sicherlich in freund-
licher Absicht gekommen sei, und geboten dem Sohne Schonung
für den Vater, dem Vater Nücksicht und Anerkennung für den
Sohn. Aber man findet sich nicht gleich zurecht, wenn man
einmal von der richtigen Siraße abgekommen ist und die Ge-
genstände und die Menschen von einer falschen Seite angesehen hat.
Renatus erwartete, daß der Freiherr, wie das früher in
ähnlichen Fällen geschehen war, nach kurzem Ueberlegen mit der
Angelegenheit fertig sein, daß er dem Amtmanne durch einen
Boten noch heute seine Befehle senden oder ihn in der Friihe
A

-- I0--
des nächsten Morgens lommen lassen werde, um mil wenigen
Worten die Sache durchzusprechen, und daß von derselben danach
nicht mehr die Rede sein werde, bis zur Ankunft der Einquar-
tierung. Statt dessen nahm der Freiherr eine Brille zur Hand,
sezte sich am Schreibtische nieder, verzeichnete die Namen und
den Rang der Offiziere, sdie man im Schlosse unierzubringen
haile, lies; sich vou Gapluuuu u ver egzisleuuler, die er, seil
Steinert aus seinem Dienste geschieden war, von Rothenfeld
nach dem Archive in Nichten und in eigene Verwahrung ge-
nommen hatte, verschiedene Acten und Papiere herbeiholen und
machte sich daran, die Vertheilung auf die einzelnen Häuusex eben
nach jenen Papieren und Acten selbst auszurechnen und festzu-
setzen. Renatus sah mit Verwunderung, wie genau der Freiherr
jetzt von der Lage und von den Verhälinissen der einzelnen
Guisinsassen unterrichiet war; aber eben so sezte ihn die hart-
herzige Strenge in Erstaunen, die sich bei dem Freiherrn gegen
alle jene Leute aussprach, welche seit Jahrhunderten Hörige seiner
Familie gewesen und nun in Folge der neuen Gesezgebung
freie Bauern und freie Arbeiter geworden waren. Der Caplan
hatte beständig Nachsicht für sie von dem Freiherrn zu fordern,
und es kamen dabei so traurige Schilderungen ihrer Noih zur
Sprache, Renatus erfuhr durch die Entgegnungen des Freiherrn
so viel von den Lasten, welche dieser bereitö zu tragen gehabt
hatte, sein Vater äußerte sich so unumwunden über den Mangel
an Lebensmitteln, der auuf den Gütern herrsche, und über die
Schwierigkeit, welche man haben werde, das Geld zur Ve-
schaffung der für die Aufnahme des Stabes nothwendigen Be-
dirfnisse aufzutreiben, das; Renatus sich abermals die Frage
aufwarf, in welcher Welt er sdenn lebe, und ob er, ob sein
Vater noch dieselben Freiherren von Arten-Richten wären, die
sonst in stolzer Sorgenfreiheit in diesem Schlosse gleichsam Hof
gehalten haiten.

= lg 1 -==-
Er mußte es als ein Zeichen des Vertrauens, der Verzei-
hung ansehen, das; sein Vater ihm eie xaar Blätter hinreichte,
damit er sie mit ihm zusammen abstimme; aber er kannte seinen
Vater in der Beschäftigung nicht wieder. Er fragte sich: wie ist
es möglich, das; er in der Siunde meiner Akunst an nichss
Anderes, als aun diese Geschäfte denlt, und er sah es ein, wie
dieses nicht der Augenblick und nicht der Zeitpunkt sei, in welchem
er seinem Vater mit der Nachrichi, das; er sich versprochen habe
und eine eigene Familie in Schloß Richten zu begründen wünsche,
eine Freude machen könne.
Ec war ihm schwer ums Herz, er bemitleidete seinen Vater.
Der Freiherr und die Zeiten hatten sich so sehr verändert. Wie
weit hatten sich sonst Thitr und Thor jedem Gaste gebffnet, wie
hatte man sich, als seine Mutter noch gelebt, zu jeder Stunde
beeilt, den Ankommenden zu bewirthen und zu erquicken! Jezt
nahmen Sorgen des Vaters Sinn durchaus gefangen, jezt dachte
Niemand daran, daß Renatus weit gerikten, daß er durch Regen
und Nebel gekommen war, daß der Sohn des Hauses eine Er-
frischung und Stärkung fnöthig haben könne, und so traurig,
so erschreckt, so niedergeschlagen und so fremd fühlte er sich, daß
er sich nicht entschließen konnte, sie zu fordern! Die baumlose,
kahle Fläche vor dem Schlosse schwebte ihm immer vor den
Augen, das Wort von dem letzten Thaler lag ihm immer noch
im Sinne.
E half ihm nicht, daß er sich vorhielt, wie natürlich es
gir
sei, daß sein Vater der Geschäfte denke, wie thöricht er selber
handle, daß er nicht verlange, was er nöthig habe. Er fand
endlich eine Art von disterer Genugthnung darin, sich die Wand-
lung recht empfindlich zu machen, die hier vorgegangen war,
und weil er niemals rechnen und erwägen gelernt hatte, so
unterschätzte er jetzt die Lage, in welcher sein Vater und seine
Familie sich befanden, wie er sie bisher zu überschätzen gewohnt

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gewesen war. Es ängstigte ihn, daß seine Vorgesezten, seine
Kameraden einen Einblick in die veränderten Verhältnisse seines
Hauses ihun lonnten; er dachte mit Schrecken daran, wie gleich
die niedergehauene Allee es Jedem verkünden müsse, das; die
Axt auch an den Wohlstand seines Stammes bereits gelegt sei.
Er kam sich wie ein Heimiaihloser, wie ein Beliler vor - -- unnd
Hildegard erwartete von ihm das Glück ihres Lebens, eine
schöne, reiche Zukunft!