Von Geschlecht zu Geschlecht. Roman in zwei Abtheilungen. Neue, von der verfasserin veranstaltete, revidirte Ausg.
Fanny Lewald
Kapitel 22

Eilftes Capitel.

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Zglan trennte sich an dem Abende zeitig, weil einige der -
Gäste noch anderweitige Einladungen hatten. Im Vorzimmer -
trasen der Abbs und Nenalus zusamen. Der Abbü machte I
die Bemerkung, daß das Wetter löstlich und dasß es eigenilich ?
eine Sütnde sei, eine Winternacht von so ungewöhnlicher Milde ;
und Schönheit ungenossen zu lassen, und da er Renatus ohne ,
weiteres Vorhaben fand, schlug er ihm vor, ihn zu begleiten ?
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und gemeinsam eine Strecke Weges zu machen.
Der Freiherr verlangte es nicht besser. Er hatie die lange I
Unterredung zwischen dem Geistlichen und der Gräfin mit Unruhe -
betrachtet, denn er war von den obwaltenden Verhältnissen zu
genau unterrichtet, um nicht zu vermuthen, was die unverkemn-?
bare Auufregung Eleonorens zu bedeuten und welchen Inhalt Z -
dieses Gespräch der Beiden gehabt haben müüsse. Auch stand er ?
ihnen nahe geng, um, sobald er sich mit dem Geistlichen allein ß ;
auf der Straße befand, ohne Umschweife die Frage zu thun, F
ob er sich irre, wenn er glaube, daß der Abbs mit ihrer ge-b
meinsamen Freundin von dem Heirathsplane gesprochen, den der z
König zu dem seinigen gemacht habe und dessen nahes Zustande--
kommen jetzt die große Angelegenheit des Hofes sei.
Ess ist eine traurige Angelegenheit, sagte der Abbs, und ?
nie mehr als in diesem Falle habe ich daran gedacht, wie ver- -'
schieden die Wege der Prüfung sind, auf welche der Herr uns
fihrt. Er schritt eine Weile schweigend fort, dann sprach er: ?
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Wenn man das Leben dieses ungewöhnlichen Mädchens sieht,
, seine gottbegnadigte äußere Erscheinung, sne großen geistigen
F Mittel, den fürstlichen Besiz, der ihm von Kindheit an zu eigen
F war, so fühlt man sich zu dem Gedanken hingeführt, Jaß es
dem Himmel gefallen habe, hier einmal ein Menschenwesen mit
- allen Gitern des Lebens und des Gliückes auszustatten, um ihm
J den vollen, edlen Genuß des Daseins zu ermöglichen.
- Da er wiedar in seiner Rede abbrach, meinte Renatus,
s daß die Gräfin doch auch zu einer hohen und seltenen Reife
e - und Entwicklung gelangt sei und wie ihr zu ihrem Glücke ja
F auch nichis sehle, als das: sie eben demn Mannne begegnete, dem
sie ihre Zunluuft in liebendem Herzen anvertrauen könne.
Wir sind nicht im Salon, mein theurer Freund! rief der
? Abbe mit einer Kälte, welche den Andern in Erstaunen sezte.
, Er fragte, was dieser unerwartete Ausruf bedeuten solle. Der
I Abbs, der sonst in seinem ganzen Betragen sich immer äußerst
zurückhaltend bezeigte und sich eben so wenig eine Vertraulichkeit
I gegen Andere herausnahm, als er sie ihnen gestatiete, legte seinen
Z Arm in den des jungen Offiziers und sagte mit einer ihm
z sonst ebenfalls sehr fremden Lssigkeit: Es gibt gesellschaftliche
, halbe und ganze Uuwahrheiten, gegen die man wohlthut, sich
nicht zu wehren, und an die zu rühren auch nicht weise ist,
, weil sie in der Regel aus einem vernünftigen Grunde hervor-
gehen. sogar wenn die Gesellschaft sich desselben nicht immer
F klar bewußt ist. Eine solche conventionelle Unwahrheit ist der
P Glaube an die sogenannten großen Eigenschaften der Gräfin
z, Paughton.
? Herr Abbe, rief der Freiherr, als traue er seinen Ohren
F nicht, das sagen Sie, Sie, der Freund, sder vertraute Freund
z Eleonorens?
F Eben deßhalb sage ich es, kann ich es sagen! berichtete ihn
z der Geistliche, und vielleicht werden Sie mir Glauben schenken,

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wenn ich Ihnen bekenne, daß die Gräfin auch mich eine geraume ;
Zeit geblendet hat, daß ich ih ihr Eigenschafien zu sehen wähnte,;
die sie der Bewunderung würdig machten - und in der That; I
sie hat auch solche Eigenschaften! Wer wollie und wer könnte -
dieses läugnen? Sie ist von schnellem Geiste, von einem kiühnen
Fluge der Gedanken, sie hat, ich zweifle nicht daran, eine männ--
liche Entschlossenheit, wo es ihre eigenen, persönlichen Zwecke -
gilt; aber ich habe Niemaden gelanni, aus den das Wort der -
Bibel von dem tönenden Erz und der lligenden Schelle so -
anvendbar gewesen wäre, als auf sie. , Sie hat der Liebe ,
nicht! -- Selbsisichliger und herzenslälter habe ich nie ein J,
Weib gekannt.
Der Freiherr war nicht gleich einer Eigegnung fähig. ;
Er erlebie nach seinen Begriffen einen vollkommenen Verrath. Z
und der Mann, der ihn beging, war ihm bis auf diese Stunde z
ein Gegenstand der Hochachiung gewesen. Seine Ehhrenhaftigleit z
schreckte vor einem solchen Verhalten zurick. Er zog unwillkirlich ?
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seinen Arm aus dem seines Gefährten. Keunnt oder ahnt die ?
Gräfin die Ansicht, welche Sie von ihr hegen ? fragte er.
Es gibt Wunden, entgegnete der Abbe, die man nicht son- ?
diren darf, ohne sie tödtlich zu machen. Ich konnte der Gräfin -F
nicht sagen: , Sie haben kein Herz!'' da mein ganzes Bestreben T
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darauf gerichtet ist, diese Seite ihres Wesens zu erwecken oder F
zu beleben. Denn was könnte mich, dessen Ziele weit ab liegen z
von dem Boden dieser leichklebigen und sich an der OberflächeI
der Dinge haltenden Gesellschaft, was könnte mich bewegen, der ?
tägliche Gast der Frau Herzogin zu sein, hätte ich es der wür- ?
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digen Frau nicht zugesagt, mich der Bekehrung ihrer Nichte zu ; -
unterziehen, hätten meine Vorgesetzten mich nicht selber ermuthigt, P ?
an dieses Werk zu gehen?
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Mehrere Wagen, die rasselnd an ihnen vorüüberfuhren und F ;
die sie bei dem lebergehen nach einer andern Sirasße fiür einige h
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Minuuten trennten, unterbrachen die Mittheilung des Geistlichen
ä und ließen dem Freiherrn zu einem Umschwuunge seiner Ansicht'
- Zeit. Als sie sich wieder zusammenfanden, hob der Abb auf's
, Neue zu sprechen an. Es ist ein grosßes Vertrauen, Herr von
Arien, das ich Ihnen mit dieseu offenen Belenninisse gewähre.
s Indes: Ihrer Gesinnuung bin ich sicher. Sie ist ein schönes Erbe
F Ihres alten Hauses, und Sie selber sind, ich weiß es, unserer
J Firche auesrichlig krgeben. Sie haben in Ihrem Elternhause
z den Segen und die Alles ausgleichende und oersöhnende Kraft
ß -des Glaubens, wie ich aus Ihhren eigenen Mitiheilungen und
s aus manchen Ateutungen der trefflichen Frau Herzogin er-
f fahren, kennen lernen. Sie gehören nicht zu der Anzahl jener
F sogenannlen Auufgellärten, die es in ihrer selbstgenügsamen Kurz-
l sichtigkeit dem Gläubigen zum Vorwurfe machen, wenn es ihn
s drängt, die Segngen, deren er sich iheilhaftig fihlt, die er-
s hebende Erlenenis, die ihm durch die Gnode Goties zugänglich
geworden ist, nicht als ein kodtes Pfund zu vergraben, sondern
s sie auszubreiten und leuchten zu machen, so weit die menschliche
f Gemeinschaft reicht.
? Der Abb hatte eiwas Mächiiges, wenn er sich dem freien
g Zuge seiner Beredsamkeit überließ, und Nenatus waren solche
F Ansichten und Ansprüche von früher Kindheit an vertraut ge-
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, wesen. Sein unvergessener, geliebier Lehrer, der Caplan, hatte
F ja selber durch Jahre und Jahre in fremden Zonen als ein
ß Bekenner und Verbreiter der allein seligmachenden Kirche ge-
, arbeitet und bis an sein Lebensende mit Erhebung an jene
s Wirksamkeit zurickgedacht. Läugnen konnte Nenatus es auch
F nicht, daß ihm das herrische Wesen der Gräfin bisweilen un-
heimlich und bedenklich erschienen war, aber er hatte sie nicht
F tadeln, nicht verurtheilen können; sie haite ihm neben der Be-
wunderung, die er für sie hegte, ein Bedauern eingeflößt, und
eben jezt euspfand er dieses lebhafier und stärker, als je zuuor.
F. Lewald, Von Geschlecht zu Geschlecht. 1.

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Sie ist ohne Vater, ohne Mutter aufgewachsen, sagte er
entschuldigend, und mich dünkt, die Herzogin war nicht dazu -
gemachk, eine so eigenartige Natur zu erwärmen und zu bilden. I
Wer mag denn sagen, ob die Herzogin selber einer wahren Liebe ;
fahig ist?
Die Herzogin keiner Liebe fähig? rief der Abbe im Tone -
des höchsten Erstaunens. Aber haben Sie denn vergessen, mein ,
theurer Baron, mit welcher Treue die Herzogin in den Zeiten -
der Verbannung und der Noth an ihrem Bruder festhielt? -
Haben Sie vergessen, mit welcher Hingebung die Mittellose auf -
die edle, sie völlig sicherstellende Gastfreiheit Ihres Herrn Vaters -
verzichtete, als es galt, der königlichen Familie ihre alte Treue I
zu beweisen ? Glailen Sie, dasi es sie kein Ozfer gelostet hat, -
den einzigen Bruder an eine Frau zu verlieren, die nicht zu -=
unserer Kirche gehörte? Und wann hat die Herzogin ihre Nichte,i;
es fihlen lassen, das sie, die ruhebedirsige Mairone, ihr ganzes z
Behagen der Lebenslust Eleonorens zum Opfer brachte? Oder z
kennen Sie etwas, das rührender, das ehrwirdiger wäre, als
die schöne Freundschaft, welche durch ein langes Leben die Her- Z
zogin und ihren Jugendgenossen, den greisen Fürsten von Chimag, -
unzertrennlich verbunden hat? In der That, mein Freund, von -
Ihnen weniger als von jedem Andern war ich mir eines Urtheils z
gewärtig, das die Herzogin in so ungerechter Weise anficht, demn I
mich dünkt, Sie selber hätten mannigfach Gelegenheit gehabt, z
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Renatus fühlte sich beschämt. Er hatte die Undankbarkeit z
immer als das Zeichen einer niedrigen Gesinnung angesehen, z
nun zieh man ihn einer solchen, und er konnte es nicht läugnen, z
man that es nicht ganz mit Unrecht. Je länger er darüber H
nachsann, um so unsicherer wurde er in seinem Urtheile. Er
konnte dem Abbe nicht völlig widersprechen. Er hatte, als er z
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in das Haus der Herzogin gekommen war, ja auch fiür dieselbe
und wider die Gräfin Partei genonmen. und erst allmählich
hatten Eleonorens bestechende und blendende Eigenschaften ihn
anderen Sinnes werden machen. Er wünschte guten Herzens,
kein Uurecht gegen die Greisin zu begehen; aber Eleonore, wie
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wie die Herzogin mir einst gestanden hat, daß sie, früh zur
sichh wieder zu nermählen, s hhai uir nchh ntenerdingzö die Gyäsis
gesagt, das; sie nach der Ehe kein Verlangen trage, ja, daß ihr
bis jehzt niemals eine Sehnsucht nach jenem Gliücke des Fa-
milienlebens gekomnen sei, welches doch den meisten Menschen
sind sich eben selbst geung.
Das ist ein trauriger Vorzug, rief der Abbe, und Sie
werden mir gestehen, daß ich darüber ein vollgültiger Richter
bin! Der Mensch kann, wo es einer großen Neberzeugung gilt,
sich selbst verläugnen, und auf die Liebe, auf die Ehe, auf das
Glick verzichten, sich in seinen Kindern fortleben zu sehen; aber
es ist das eine harte Entsagung, und das Herz auch des Stärksten
hört nicht auf, unter derselben zu leiden und zu bluten! Es
muß süß sein, in früher Jugend sich einem geliebten Mädchen
zu verbinden, in jedem Auugenblicke zu wissen, daß scine Ge-
danken, seine Gebete uns begleiten, sich vorzustellen, wenn man

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der beiden Frauen häite wohl eine weichece und mildere Natur
an ihrer Seite haben missen, um glicklicher zu werden; denn

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Absicht, einen vermittelnden Auöweg zu wählen, sprach er: Jede
Witve geworben, nie die geringste Neigung empfunden habe,


geben, konnte er sich nicht entschließen, und mit der bewußten
für ihre Befriedigung nothwendig erscheint. Diese beiden Frauen


der Abbe es that, so schonungslos zu verdammen' und aufzu-
von ihm fern ist, wie die Liebe der Erwählten uns ersehnt,
und sie nach einer Trennung mit der alten, nur gesteigerten
und bewährten Trene in die Arme zu schließen.
Er brach ab, schwieg eine Weile und sagte danach: Es
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sind das Bilder, die auszudenken man sich hüten muß, wenn -
man gelobt hat, nie nach ihrer Verwirklichung zu streben. Aber
so oft ich in meinem Amie in ein Haus lgetreten bin, wo die '
demüthige Liebe einer Jwahrhaft weiblichen Seele dem Manne ,
das Leben verschönte, habe ich empfunden, wo das wahre Glhck -
zu finden sei, und Idie höchsten VorziigeJeines Mädchens wie die -
Gräfin haben mich nie von dieser Erlennninis; abweichen machen. -
Füir eine Gleonore Haughlon lann ein Jüngling sich begeistern, -
ein Mann eine sehr lebhafte Freundschaft empfinden. Sie würde, ?
hätie ihr Schicksal sie für einen Thron bestimmt, vielleicht ihrem ,
Jdeale, ihrer Königin Elisabeth, in herber, stolzer Selbstüber- I
hebung ähnlich werden können; fir einen Mann, der in seinem ?
Weibe ein liebendes Herz zu finden begehrt und der Herr in -

seinem Hause bleiben will, ßnd diese Art von Frauen nicht ge-
schaffen. Man macht aus einer Juno, einer Minerva niemals -
das rührende Geschöpf, als dessen erhabenster Ausdruck uns die -
Madonna, die jungfräuliche Mutter erscheint, der sich das Knie ;
des gewaltigsten Mannes ßin liebender Verehrung bengt. Ein F
Mannweib zu lieben, mus man selbst kein Mann sein! Wo J
ich einen Mann sich ein recht demüthiges Weib erwählen sehe, I
weiß ich immer, was er selber werth ist.
Sie waren während dessen bis zu dem Collegium gekom-
men, in welchem der Abbe seine Wohnung hatte. Er nöthigte
den Freiherrn leichthin, mit ihm hinauf zu steigenz aber Renatus z
nahm es nicht an, und Jener hatte es auch darauf nicht abge- ?
sehen, ihn bei sich zu haben. Erßwünschie allein zu sein. So -
schieden sie von einander.
Oben angelangt, lging der Abbe eine geraume Zeit mit J
schwerem Schritte in dem großen, saalartigen Raume auf und I
nieder, den er in dem Hause inne hatte. Ein paar werthvolle
-
Bilder, einige Algüsse nach berühmien antilen Bisten schmüickten
, nach seiner Wahl die Wände. Er sah sie nicht an, so gern
?
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gethan, was seine Pflicht war, er war mit Ueberwindung ein
iichtig Stick auf dem Pfade zu seinem selbsngesteckten Ziele vor-
in dem eigenen Herzen; denn das Ziel ist Alle !-- Aber das
hinderte nicht, daß der Kampf dieser Stunden noch in seiner
ganzen, gransamen Schwvere auf ihm lastete.
Ein paar Mal blieb er stehen und faßte mit der Hand
nach seiner Brust. Es versezte ihm etwas den Athem. War
sich nicht danach, er wollte es nicht ergründen, es gar nicht
wissen. Er knöpfte mit hastiger Hand die Souiane auf. We-
nigstens athmen, athmen wollte er in voller Freiheit, und fre:
athmen, sagte er, wie zum Troste, zu sich selber, frei athmen
f IR. -
Er dehnte unwillkürlich seine Brust. Er war mit sich zu-
frieden. Ein kaltes Lächeln spielte um seine Lippen, als er sich
erinnerte, wie die stolze Eleonore, wie der junge Freiherr, die
beide fest nach eigenen Meinungen zu handeln glaubten, gleich
einem weichen Wachse sich unter seiner Hond in die Form ge-
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znd die volleüdelsie Selbstverläugnung verlirpert hai, um sich
geschritten, und er hatte nicht danach zu fragen, welche Blüthen

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die Meuschheit sich die höchsle Neinheil, die hhöchste Menschenliebe
es ein Schmerz, war es eine zornige Empörung? Er fragte
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Trost und Beruhigung gefunden, wenn cr -n schwerem Seelen-
vermochte den Abbä heute von sich selber abzuziehen. Er hatte
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schnitzt, zu Häupten seines Lagers hing. Fr hatr manchmal
sein Fus; dabei zertrat, sei es in der Seele eines Andern oder
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Erucifix empor, das in dem anstoßenden Gemache, schön ge-
an ihm aufzuerbuen und zu erheben; aber nichts Aeusßerliches
?

sein Auge sonst auf ihnen weilte. Er blick!e auch nicht zu dem
kampfe zu dem Bilde des Mannes emor geschauut, in welchem
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kosten gegeben. Er hoffie, die Stunde solle nicht ausbleiben, in -
welcher er ihm dies auf die eine oder auf die andere Weise .
würde vergelten können; denn auch er fühlte sich aus dem Stoffe
geschaffen, aus welchem man die Kirchenfürsten macht. Und die
Gegenvart hinter sich zurücklassend, von chrgeizigen Hoffnungen -'
über den Schmerz und den Kapf des Auugenblickes fligelschnell I
hinweggehoben, durch den eben errungenen Erfolg ermuthigt, ;
blickte er endlich auf die Zukunft wie auf eine Arena hinaus, in ,
welcher der höchste Preis des Sieges ihm nicht entgehen konnte. -
Er ging an seinen Schreibtisch, ließ sich in dem Sessel . -
nieder, der vor demselben stand, und begann zu schreiben. Es ?
war tief in der Nacht, als er sich von seiner Arbeit erhob. Die Z
Lampe war im Erlöschen, der untergehende Mond warf sein J
Licht schräg in das Gemach. Mit dem gesiegelien Briefe in derJ
Hand sah der Abb lange sinnend in den Garlen hinaus, der -
sich unter seinen Fensiern weithin ausdehnte. Dann fiel sein,- -
Blick prüfend auf des Briefes Aufschrift. Er meinte, eiwas in ?
derselben vergessen zu haben, aber es war Alles richtig.
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Die Aufschrift lautete: , An den Pater Provincial des z
Jesuiten-Klosters zu Nom.
Der AbbI war in diesem Kloster erzogen worden und er ?
hatte bisher den Hoffnuungen durchaus entsprochen, welche seine ?
Lehrer und Meister auf ihn bauten.

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