Von Geschlecht zu Geschlecht. Roman in zwei Abtheilungen. Neue, von der verfasserin veranstaltete, revidirte Ausg.
Fanny Lewald
Kapitel 24

Dreizehntes Capitel.
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Int voe den angenehmsien Vorslellungen, überzeugt, dsh
Eleonore und Hildegard, weun sie Freundinnen werden könnie
die segensreichste Wirkung auf einander üben müßten, und enb
schlossen, gleich heute, wenn Eleonore von dem Balle heimgeleh
sein wüürde, eine Unterredung mil ihr zu suchen, langte Renatn.,
in dem Palaste der Herzogin an, und das Erste, womit de ;
hürsteher ihn empfing, war die Botschaft, dasß die Gräfin h ?
zu sprechen wünsche. Das überraschte ihn, denn er hatted -
Damen noch auuf dem Feste vermuthet. Man sagte ihm, dd z
die Herzogin sich nicht wohl gefühlt und deshalb den Ball. vet z
lassen habe, und von dieser Kunde wie von dem Wunsche d
Gräfin angetrieben, eilte er die Treppe hinauf und ließ sichb
derselben melden.
- Er fand Eleonore allein in ihrem Zimmer. Sie hatie ss
loses, weites Morgengewand angelegt, ihr Haar, von dem mek
die Krone und die Blumen abgenommen hatte, war noch ni
völlig wieder geordnet. Sie sah in hohem Grade erregt aü
und Renatus, der dies mit dem Erkranken der Herzoginß
Verbindung brachte, fragte in lebhafter Theilnahme: Wie geh
es der Herzogin, wie befindet sie sich?
-
Gut, gut! entgegnete Eleonore in einer Weise, die den Fck
herrn erschreckte, denn es lag etwas völlig Verstörtes in der he
und in dem Tone, in denen sie zu ihm ssrach, - gut, ab
davon isl nichl die Nede ! -- unnd vor Nenalns hinirelend, indd

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sie beide Hände fest gegen ihre Brust preßte. sagte sie, während
ihre Wangen glihten und ihre Augen funk lten: Herr von
Arten, ich befinde mich in einer Lage, in den sich wohl nicht
leicht eine Frau wie ich vor mir befuuiben hat! Meine Ehre,
meine ganze Zuuluuust slehen auf dem Spiele -- ich bin verloren,
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ß: wenn Sie mich nicht erretien!
- Nenaluä trauuie seinen Sinnen nicht. Tie Agsl der Geäfin
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ß erfasie auch ihn. Er glable sie von Wahnsiu ergriffen, wie
er sie also vor sich sah, und das Enisezen auüber drohte auch

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ihn zu verwirren. Neden Sie, reden Sie! Was ist geschehen,
Gräfin? rief er beklomnnen aus -- was kann, was soll ich thun?
Sie missen mich heirathen! sties; Eleonore hervor, und sie
erbleichte, als sie das Erschrecken des Freiherrn sah.
Die lleberzeugung, das: er eine Geisteskranke vor sich habe,
stand in dem Augenblicke in Renatus fest. Er wußte nicht,
was er sagen, was er denken sollte, und unwillkürlich darauf
bedacht, sich der Unseligen zu bemächtigen, ergriff er ihre Hände
und sprach so ruhig, als er es vermochte: Sezen Sie Sich, theure
Gräfin, Sie sind sehr erschüttert -- setzen Sie Sich nur, dann..
Eleonore lachte hell auf. Sie halten mich für wahnsinnig,
und in der That, es ist danach angethan, mich wahnsinnig z
machen -- aber noch habe ich meinen Verstand, noch bin ich ich
selbst, noch habe ich den festen Glauben, daß Ihre Freundschaft
mein Erretier sein wird, das Sie mich nichi zur Lignerin
werden lassen - und auf meinen Knieen will ich's Ihnen danken!
Der Vorgang wie der Zustand der Gräfin wurden Renatus
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z immer räthselhafter, und gemartert, wie er sie gemartert sah,
s rief er: Sprechen Sie, oh, sprechen Sie, damit ich nur erfahre,
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H was geschehen ist!
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Eleonore hatte ihre Hände frei gemacht und strich mit
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ß hastiger Bewegung ihr Haar zuriick, das ausgrgangen und ihr
f weii um Slirn und Leib herabgefallen war.
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Sie kennen, hob sie mit gewaltsamer Selbstbeherrschung zu'
sprechen an, Sie kennen die Absicht meiner Tante, mich mit -'
ihrem Sohne, dem Prinzen Polydor, zu verhinden! Sie wissen, F
daß ich die Herzogin und ihren herrschsichtig - heuchlerischen z
Charakter verabscheue, daß ich um leinen Preis die Bande noch F
zu verstärken wünschen kann, die mich ihr verbinden, und Sie Z
wissen auch, daß es mich nicht gelüstet, die Gattin des Prinzen, Z
eines Mannes zu werden, der mein Vater sein könnte und dessen -
Ruf als Muster eines Edelmannes sich zum Theil auf eine -
Neihe von Abenteuern gründet, die ihn mir verächtlich machen! F
Sie hielt inne, ihre Aefregung versezte ihr den Athem. I
Ich habe die persönlichen Bewerbungen des Prinzen, die Vor- I
stellungen meiner Tante nie beachtet, und ich war berechtigt, z
dies zu thun, denn ich bin volljährig und Herr meiner Person T
und meines Besizes! Aber was man auf geradem Wege von S
mir nicht zu erringen vermiochte, das hoffte man mit List mir z
abzugewinnen! - Und wieder hielt die Gräfin inne. Damn Z
sagte sie: Heute, auf dem Balle, trat der König an mich heran. =
Man hatte ihn, ich wußte es, dazu zu überreden vermocht, dem -;
Prinzen meine Hand zuzusagen, als ob derselbe ein Anrecht an -
mich besäße, oder als ob ich eine der Unterihaninnen, eine Sklavin .
dieses Königs wäre, die ihm blindlings zu gehorchen hat! Mit;-
einem sehr gnädigen Scherze legte der König meine Hand in?
die des Prinzen, gab er dem Prinzen Urlaub, sich mit mir auf.J
seine Güter zurückzuziehen, und . -
Und ? fragte Renatus, und was dann?
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Ich war außer mir! nahm Eleonore mit wiederkehrender ;
Heftigkeit das Wort. Aller Auugen waren auf mich gerichtet! ,
Ich sah das mir verhaßte Lächeln auf des Prinzen Lippen, ich -
sah die Zusriedenheit in den Augen der Herzogin! Ich sollte F
ihre Zufriedenheit mit dem Unglicke meines ganzen Lebens er- s
kaufen - das ging über meine Kräfte! Ich zog meine Hand ,
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s zurück, ich sagte: ich bin nicht frei! -« Ich weiß nicht, warum
? hie Empörung mich keinen andern Ausweg finden ließ, wie das
Erschrecken mich vergessen machen konnte, daß Niemand ein Recht
hat, über mich z bestinmen, als ich selbst! Und alö der König
dann zuu wwissen forderte, was mich binde, da -- da - nannte
ich Sie !
Sie brach plözlig ab und schöpfte Athem, als sei es ihr
? leichter, nuun sie das Wort gesprochen hatte.
?- Renatus krat von ihr zuriick. Mich, fragte er, Sie nannten
ich?
Seine Beiroffenheit konnte ihr nicht entgehen, ihr alter
Stolz entzindeke sich an derselben. Mich diult, sagte sie, es
ist keine Unehre fitr Sie, wenn ich vor dem Könige und dem
F ganzen versammelten Hofe Sie, Herr von Arten, ass den Mann
; bezeichnete, dem ich meine Zukunft anvertrauen will und den
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F ich mir erwählte !--
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Völlig vergessend, wie sie es als ein nicht zu verzeihendes
F Unrecht anerkannt hatie, daß man ohne ihre Zustimmung über
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z se hatte entscheiden wollen, hatie sie in Bezug auf den Frei-
F herrn das Nmliche gethan, und ihre Worte machten das Uebel
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, rger. Renatus war einen Augenblick ohne jede Fassung. Es
s war ihm, als wülrde er auf einem Rade wild umher getrieben,
F daß er nicht wuusßte, was er erlebte, was er dachte. Das schönste
F Weib, welches seine Augen je gesehen, eine Frau, um deren
; Gunst die ausgezeichnetsten Männer sich bis jezt vergebens be-
? worben hatten, trug sich ihm an. Er brauchte nur Ein Wort
z
z zu sprechen, und er nannte Eleonoren mit ihrem ganzen fürst-
Z llchen Besize sein. Indeß sein Mannesgefühl lehnte sich gegen
ihre Gewalisamleit auuf. Er konte es ihr nicht vergeben, das:
sie ihn vor dem Könige und vor dem Hofe in eine Angelegenheit
verwickelt hatte, in der er sie bloßzustellen, oder sich einer übel-
willigen Beurtheilung Preis zu geben gezwuungen war, und wie
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unheilvoll ihre Lage, wie beklagenswerth sie ihn auch dünkie, ;
konnte er doch nichts thun, sie aus dem Wirrsale zu befreien, z
in das ihre vorschnelle Entschlossenheit sie gestürzt hatte. So Z
verging eine ganze Zeit. Jmmer noch stand er sprachlos vor ?
ihr, aber jede Secunde längeren Schweigens änderte sein Em- ?
pfinden und seine Gedanken. Was ihn zuerst als eine Gewali- F
lhüiligfeil beoill, gzegen die er sich zu wahren huulie, erschien ihm--
bald darauf als ein Zeichen des Vertrauuens. auf das er solz -
sein misse und dem von seiner Seiie bisher nicht entsprochen F
zu haben er sich biller vorwwarf. Wie haiie die Gräfin ahnen Z
können, daß er gebunden war? Wie anders wilrde diese Stunde y,

fir ihn geschlagen haben, wäre er frei gewesen, häite er Eleo- -
noren zu Fülsen sinken und ihr danken dürfen, daß sie ihm I
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vertraute! Eben erst halte er ihr zirnen zu missen geglaubt, -
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nuun sagle er sich, das; sie Grund habe, ihu zu züirnen, und-
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wie er in ihr schönes, bleiches Antiiz sah, dessen mächtige Augen z
mit angswvoller Frage an ihm hingen, da hielt er sich nicht Z.
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länger, und von einem Schmerze überwältigt, den er sich nicht g
zu erklären wagte, rief er: Eleonore, Sie und mich habe ich J
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betrogen und elend gemacht! Aber ich bin elender, als Sie - =
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denn ich verliere Sie, und Sie werden mich verachten!
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Ire Arme sanken schlaff herab. Sie sind vermählt? F
sprach sie klanglos.
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Er schütielte verneinend das Haupt. Nein, nein! rief er,
aber ich habe mich seit Jahren meiner Jugendgespielin, der
Gräfin Nhoden, anverlobt!
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Ihr Blick blieb lange auf ihm haften, als wolle sie zu
verstehen suchen, wie eben er sie habe käuschen lönnen. Gebrochen,
wie sie sich fühlte, fithlte auch Renatus sich. Sie schwiegen
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beide, bis Eleonore endlich sast ionlos die Frage hiuwarf: Ich
habe Sie seit zwei Jahren meinen Freund genannt - was bewog
Sie, mir Ihre Verlobung zu verschweigen?
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Es lag etwas Furchtbares in der Nuh: mit welcher sie zu
ihm redete. Er hörte es an ihrem Tone, er las es in ihren
Mienen, daß sie mit ihrem ganzen Schiksal abgeschlossen habe,
das; sie nur noch zu verstehen trachte, wie All eben so gekommen
sei, und weil er sich ihre offenbare Verzwflung nichi anders zu
erllären wuuszte, drängte sich ihm der Glaube auf, Eleonore liebe
ihn, um seinelvillen hale sie die Hand des Priuzen ausgeschlagen,
ud sein Geständnis; sei es, das sie also beuge. Das iiber-
wältigte ihn, und als zerrisse ein Schleier vor seinen Augen,
als sähe er sich zuin ersten Male im vollen Lichte der Wahr,ut,
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so das; es ihn zwinge, auch völlig wahr gegen sich und Andere
zn seinn, slehle er: Höre Sie ich, Eleonore! Sie sollen Alles
wissen --- alles, alles, was ich mir selber nicht einzugestehen
wagle. Ja, ich bin verlobl --- aber diese Verlobung war eine
lebereilung, war eiu ,aukhum, den ich ofi bereute! Ich war
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kaum aus dem Vaterhause, kaum aus der Aufsicht meines Er-
ziehers gekonmen, ich kannte di. =--- mich selbst noch nicht!
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Je älter ich wurde, je länger ich von memer Braut entfernt
war, je mehr erblasßte ihr Bild in meiner Erinnerung, und seit
ich Sie sah, Eleonore, seit ich Sie kennen lernte - -
. Er
brach plözlich ab, iberwand sich aber und sagte nach kurzem
Schweigen . --ine Brauut ahn-«. zuhlte, daß ich für sie erkaltet
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war, ihre Briefe peinigten mich. -« suchte ste zu vergesscn, um

--»=- -u dem Glicke geslört zu werden, das ich in Ihrer Nähe
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fand und das, wie ich meinte, nicht lange dauern konnte.
w=--=l. der Selbstgewissen, hätte ich es am wenigsten gestehen
Sszsof-
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mögen, daß ich leichtsinnig ülber mein Loben entschicden ==-==- -
Ich schämte mich vou .pnen meiner Unbesonnenhet, so oft ich
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Ihnen davon sprechen wollte, ja selbst wenn je zuweilen der
Gedannle in mir rege wurde, jenes Bannd zu lösen und al .-
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Urtheil mich zu wenden, ob ich es lösen di.... sagte ich mir,
s-s.
daß Sie den Mann nicht achien könnten, der erst von Ihnen

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sich sagen lassen müsse, ob er verpflichtet sei, das Wort zu halten, -
mit welchem er jeines edlen Mädchens Leben an sich gekettet,
mit dem er ihm seine Zunkuunst verpfändet habe!
Eleonore setzte sich nieder und stützte ihre Stirn gegen die-'
zusammengeballte Hand. Renaius siand vor ihr und sah mit -
uubeschreiblichem Scherze aus sie nieder. Da sie sich nicht -
regte, fing er noch einmal zu sprechen an. Er schilderte ihr, wie -
-
eine zufällige Unterhaltung, die er gestern mit dem Abbä gehabt
und in welcher dieser das Glick der Ehe und der Häuslichkeit -
gepriesen, ihm das Herz erwweicht, wie er seit langer Zeit zum
ersten Male wirklich wieder mit Neigung an seine Braut gedacht,
wie er ihr dies heute geschrieben, ihr die Epfinduung einge- ,
standen habe, die er für Eleonore gehegt, wie er seiner Verlobten
=
eben heute zugesagt, seine Heimkehr nicht länger zu verzdgern,
seine Verheirathuung mit ihr nicht weiter hinauszuschieben.
Mit Einem Male fiel Eleonore ihm in das Wort: Und .
der Abbä? fragte sie in höchster Spannung -- und der Abbe.
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wußte er, daß Sie gebunden sind?
Es wußte hier Niemand darum, und auch in meiner z
Heimaih ist meine Verlobung nicht öffentlich ausgesprochen, denn
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ich war sie, ehe ich in's Feld zog, ohne daß mein Vater darum,
wußte, eingegangen!
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Eleonore hatte nur die ersten Worte seiner Entgegnung.;
beobachtet. Es war das Einzige, was sie wissen mußte, was -
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für sie noch wichtig war. Als sie das vernommen hatte, versank
sie wieder in ihr früheres Brüten. Die Stille konnte Renatus
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nicht ertragen.
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Er trat an sie heran, ergriff ihre herabhängende Nechte

und, vor ihr niederknieend, bai er: Szwrechen Sie zu mir,
Eleonore! Sagen Sie mir, was soll ich thun?
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Müssen Sie mich das erst fragen? entgegnete sie ihm.
Er hatte keine andere Antwort von ihr erwartet; aber es

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gibt Lebenslagen, in denen man es leichner findet, sein Urtheil
von einem Andern, als von dem eigenen Bewußtsein sprechen
zu lassen, und die seinige war eine solch. Es war vergebens,
daß er sich sagte, wie ein getheiltes Herz, wie die Hand eines
Maunes, die er einem Weibe widersirebund reiche, dieses nichi
glicklich machen köunten! Er hatie sei Wort verpfäet, er
zoar ein Edelmant und hatte dieses Wort zu halten, was auch
darauus sir ihu selber werden und entsiehen lonnte! Es hatie
kein Arten je sein Wort gebrochen!
Er erhob sich und trat an das Fenster. Den Kopf gegen
die kalten Scheiben geprest, ließ er seinen schmerzlichen Gedanken
freien Lus. Er grollle sich, er grollte Hildcgard, er grollte der
aselt und dem Leben. So blieb er eine Weile stehen, bis
Eleonore ihn beim Namen rief. Er blicktc um sich, sie stand
an seiner Seite, der Schein der untergehenden Sonne umfloß
sie mit seinem matien Lichte. Sie sah sehr ermüdet, sehr ver-
ändert aus.
Wir haben eine schwere Stunde mit einander durchlebt, -
sagte sie, und deshalb werden wir einander nicht vergessen! Ich
habe Sie um Vergebung zu bitien finn mein Thun, ich hatte
kein Recht, keinen Anspruch an Sie, es war ein Wahnsinn, der
mich erfaßt hatte, als ich über Sie verfügte --- und ich allein
werde die übeln Folgen davon tragen! Wohl Ihnen, daß Sie
gebunden sind, daß Sie Sich nicht verpflichtet glauben lönnen,
meine Vermessenheit mit dem Schilde Ihres Namens, Ihrer
Ehre zu bedecken!
Eleonore, um Gottes willen schweigen Sie, demüthigen Sie
mich nicht! flehte er und die Thränen traten ihm in die Augen.
Nein, entgegnete sie, Sie sind, wenn auuch erst in der letzten
Stunde, wahr gegen mich gewesen -- ich schulde Ihnen das
Gleiche! Ich liebe Sie nicht, habe Sie nie geliebt und wiirde
Sie nuur geheirathet haben, um . -

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Sie stand auf dem Punkte, ihm die volle Wahrheit zu
bekennen, aber da sie dieselbe aussprechen wollie, hielten die
Scham des Herzens und die Besorgnis, das: sie gegen die Ab- -
sichten des Geliebten handeln, daß sie ihn benachtheiligen könne.

wenn sie ihr Geheimniß dem Freiherrn verriethe, sie davon-
zurück. - Ich hätte Sie nur geheirathet, sagte sie mit dem
Anscheine der vollen Wahrheit, um einer mir verhaßten Ehe zu
entgehen! Das wäre kein Gliick für Sie gewesen, sicherlich
kein Gliick!
Nenatis bis: die Lippen zusammen, die Qnal schien kein
Ende nehmen zu sollen.
Und was haben Sie zu lhun beschlossen ? sragie er endlich,
da die Sonne herabsank und der frihe Abend anbrach.
Ich verlasse Paris noch diese Nacht-- ich bin durch des
Königs Wort dazu genöthigt! Es listet mich auch nicht, vor
dem Hofe als-- als eine Liignerin da zu stehen!
Ihre Züge zuckten bei den Worten wie in einem Krampfe,
sie hatte Noth, sich zu behaupten, sie konnte nicht gleich weiter
sprechen.
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Kann ich denn nichts, gar nichts fir Sie sein, nichts für
Sie thun? fragte Renatus.
a. gehen Sie zu dem Abbe, sagen Sie ihm, daß ich ihn
zu sprechen wünsche, gleich jezt zu sprechen wünsche!
Der Abbe ist verreist! wendete Renatus ein.
Nein, nein, unmöglich! rief Eleonore.
Renatus sagte, daß er selber in dem Colleginm gewesen
sei, selber dort den Bescheid von der Abwesenheit ihres gemein-
samen Freundes erhalten habe.
Eleonore schellte mit leidenschaftlicher Erregung. Ist kein
Antwort. Sie nahm das Schreiben von dem silbernen Teller,
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Brief für mich gekommen? fragte sie den eintretenden Diener.
Eben jetzt hat man diesen hier gebracht, erhielt sie zur

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jh, auf dem man es ihr iberreichte, und eilte da nit an das Fenster.
zz Es war noch hell genug, die wenigen Zeilen lesen zu können.
, Eine Weisung meiner Vorgesetzten,- lauuteien sie, ,zwingt

, mich, fir einige Wochen die Hauptstadt zu verlassen. Sie kann
ys mich möglicherWeise zu einer längeren Entfernungnöihigen. Welche
s Entscheidug Sie auch treffen, theure Gräfin, denten Sie, daß
ß meine sorglichsten Wünsche, meine Gebete füc Ihre Erleuchlung
F und fir Ihren Frieden Sie immer und überall begleiten.'
Und er sagt mir nicht, wohin er geht! rief sie, während
ß die lange zurickgehaltenen Thränen ihr über die Wangen rollien.
l Er sagt mir nicht, wohin er geht! wiederholte sie im Tone des
s bitiersien Schmerzes, und ohne aus Nenals noch zu achien,
verlies; sie mit raschem Schriite dad Gemach.
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