Von Geschlecht zu Geschlecht. Roman in zwei Abtheilungen. Neue, von der verfasserin veranstaltete, revidirte Ausg.
Fanny Lewald
Kapitel 05

ztüünftes Capitel.
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zi dem Soniage, welcher diesen Ereignissen solgie, segnele
der Caplan in seinem Zimmer seine Chorsänger und einen
katholischen Diener des Freiherrn für ihren Feldzug ein und er-
kheilte ihnen das Abendmahl. Man betete auch für den jungen
Freiherrn und fiür das ganze freiherrliche Hans, aber es war
Niemand vom Schlosse dabei zugegen. Der Freiherr hatte dem
Caplan einen Theil seines Gehaltes und die gewünschte Beisteuer
gesendet, die Baronin war eines Tages ganz plötzlich in die
Pfarre nach Roihenfeld gekommnen und am anderen Tage, troh
ihrer Scheu vor der im Dorfe verbreiteten Krankheit, noch einmal
wieder dahin zurückgekehrt. Den Freiherrn sah man nicht. Es
hieß, die Schlaflosigkeit, an der er vor langen Jahren schon
einmal gelitten, habe ihn wieder befallen, aber er verweigere,
ärztliche Hüülfe zu nehmen, obschon er krank aussehe und stun-
denlang in den Sälen des Schlosses oder, wenn es dunkele, in
den Gängen des Parkes umherwandere.
Die Einsegnung der evangelischen Freiwilligen fand, weil
auch in Neudorf die Kirche voller Kranken lag, auf dem Kirch-
hofe unter freiem Himmel Statt. Aus allen Kirchspielen und
Dörfern der Umgegend waren sie gekommen, Männer jedes
Alters und Standes, die Frau an ihres Gatten Seite, der
Bräutigam am Arme seiner Braut, die Eltern mit ihrem kaum
zum Jünglinge herangereiften Sohne. Die Einen waren schon
vollständig bewaffnet, den Andern fehlte die Waffe noch, aber
das Feuer der Begeisterung und der opferfreudigen und todes-

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muthigen Entschlossenheit war Allen gemeinsam, dem Manne
wvie dem Weibe, den Greisen wie den Jünglingen, den Fort-
ziehenden wie den Zurückbleibenden. Jeder wußte, daß er das
Seinige thun müsse in der großen Zeit, und die beiden Männer,
der Hauptmann und der Lientenant der Lundwehr, welche in
dieser Gegend die Erhebung geleitet und die gemeinsame Ein-
segnung veranlaßt haiien, sahen in ihren Offiziers-Uniformen
nicht am wenigslen gefestet aus.
Es war am späten Nachmittage, und der Schatten der
Eingesegneten, die sich still und feierlich entfernten, fiel schon
lang über den frisch ergrünenden Rasen zin, als der ältere der
beiden Ofsiziere, ein grosser, siarler Mani, das Landwehrlreuz
an seiner Mitze, sich nach dem Ausgange des Kirchhofes wendete.
Er mochte der Mitte der Fiünfziger nahe sein, ein sechszehn-
jähriger, gleichfalls bewaffneter Sohn ging an seiner Seite,
einen heranwachsenden Knaben füührte seine Frau an ihrer Hand,
seine Tochier hing an seinem Arme. Die Leute traten von allen
Seiten an ihn heran, ihm zum Abschiede die Hand zu geben.
Leben Sie wohl, Herr Amtmann, sagten die Alten, die
ihn noch im Dienste des Freiherrn gekannt hatten. Leben Sie
wohl, Herr Steinert! riefen die Juungen; kommen Sie uns
gesund wieder nach Hause! Gott erhalte Sie, Gott erhalte
Ihnen auch den jungen Herrn!
Er schüttelte dem Einen die Hand, er klopfte dem Andern
auf die Schultern. Auf Wiedersehen, auf Wiedersehen! ent-
gegnete er; und wenn in Marienfelde etwas vorfallen sollte,
meine Frau weiß sich wohl zu helfen - aber springt doch zu!
Verlassen Sie Sich darauf! Sie haben ja auch die Zeit
her immer zu uns gehalten, und wir zu Ihnen! Verlassen Sie
Sich darauf, Herr Steinert! erscholl es wie aus Einem Munde.
Die Frau hob die Augen auf und wollte lächeln, aber ihr
Schmerz war doch noch größer, als ihr opferfreudiger Wille.

- ßs--
Die Thränen rollten ihr iber das noch blithende Gesicht, und
sie bewegte im Unwillen gegen ihre Schwäche das Haupt, die
schweren Tropfen unmerklich abzuschiitteln.
Herr Amimaun, sagie ein alier Bauer, die Müitze in der
Hand, wenn Einem von den Unseren hier- Sie kennen sie
ja alle - was Menschliches begegnet --- meine zwei Söhne und
mein Schwestersohn und mein Knecht sind auch dabei.... Er
konnte nicht weiter sprechen.
Ich behalte sie alle im Auge, sn gut wie meinen Jngen
da, versicherte Steinert. Ich melde Euch, wie es mit uns Allen
steht; geht nr zu meiner Fran, da werdet Ihr's erfahren!
Und nun lebt wohl! Wir stehen überall in Goties Hand. -
Lebl wohl!
Er hatte Mühe, sich loszumachen und mit Frau und Kin-
dern seinen am Kirchhofthore wartenden Wagen zu erreichen.
Als er einsteigen wollte., blickte er noch einmal zurück. Es
lagen in dem Erbbegräbnisse der Steinert's nahe am Eingange
des Kirchhofes unter den beiden von Aam neu gepflanzten
Linden-- denn die uralten Bäume hatten die Russen nieder-
gehauen-- Steinert's Vater und Mutter und sein ganzes.
ihm vorangegangenes Geschlecht in Frieden unter dem grünen
Rasen beisammen.-- Werden ich und mein Sohn auch hier
ruhen, oder wo wird uns die Todesstunde schlagen ? fragte er
sich unwillkürlich. Aber er sprach es nicht aus, und obschon die
Seinigen ihn erriethen und Aller Augen sich feuchteten, hielten Alle
sich still und aufrecht; sie durften einander die Herzen nicht erweichen.
Kommt denn der Herr Hauptmann nicht zurück? fragte
die Frau, als sie bemerkte, daß der Bursche, dem man des
Hauptmanns Pferd zu halten gegeben hatte, es noch am Zügel
führte, und es war eine Selbstüberwindung für sie, daß sie an
etwas Anderes und an einen Andern dachte, als an ihren
Mann und ihren Sohn und ihren Schmerz.

Der Haupkmann wird uns nachkommen, laßt ihn gehen!
entgegnete Steinert, und sie fuhren von dannen, während der
Mann, von dem sie gesprochen hatten, Ich nach der anderen
Seite des Kirchhofes wendete und mit ruhigem Schritie, die mäch-
tige Gestalt hoch aufgerichtet, langsam iler den Rasen herging.
Jahr und Tag war er von Deutschland entfernt gewesen,
und es hatte ihn nicht danach gelüstet, in das Vaterland zu-
rückzukehren, so' lange die Franzosenherrschaft im Lande noch
mächtig gewesen war. Er hatte es auch nicht wagen dürfen,
denn der Bluutbann schwebte über ihm, seit er bei dem Neber-
gange über die russische Grenze den französischen Commissär
erschossen hatte.
Aber ihn dinlie, als läge dieses Ereignis weit, sehr weit
hinter ihm, denn er hatie viel erlebt in dieser Zeit und viel
gelernt und viel gewirkt.
In der Nhe der nach Nußland geflichteten deutschen Vater-
landsfreunde und unter ihrer Leitung mitwirkend für die Be-
förderung ihrer Zwecke, hatte er in der vielbewegten Zeit die
Gelegenheit wahrnehmen und benutzen können, seine und des
Flies'schen Hauuses Capitalien im Handelsverkehre sich bewegen
und wachsen zu machen, und während er selbst seinen Besiz
vergrößerte, seine Anschauungen erweiterte, den Kreis seiner
Bekanntschaften ausdehnte, hatte er unter des Hauptmanns von
Werben Leitung, der, wie viele andere deutsche Offiziere, in
russische Dienste getreten war, sich diejenigen militairischen Kennt-
nisse anzueignen gesucht, die ihn befähigen konnten, bei dem sich
bietenden Anlasse fir die Befreiung des deutschen Landes wirk-
sam einzutreten.
Mit den ersten Russen war er über die Grenze gekommen,
und bei der grosßen, den Krieg vorbereitenden Thätigkeit, welche
in der Hauptstadt Preußens sich fast noch unter den Augen der
Franzosen zu regen begann und in welcher das Bestreben der

-
gesammten Bürger mit dem selbstständigen Beschließen aller
Behörden so einmüthig und ruhmwürdig zusammenfiel, daß sie
endlich die zagende Unentschlossenheit des Königs mit sich auf
dem Strome ihrer Begeisterung fortrissen, waren die unermüd-
liche Arbeitskraft und die schnelle Nebersicht eines geschäftskun-
digen Mannes recht an ihrem Platze gewesen.
Wo man seiner bedurfte: bei den Ankäufen fir die Aus-
ristung, bei der Controle der eingehhenden Beilräge, hei der Be-
schassung der ndlhigen Gapilalien, liberall war Pauul z un-
eigennühtziger Hklfe bereii; und als man schliesßlich daran ging.
die Landwehr aufzubieten, war er wieder der Ersten Einer
gewesen, die das biürgerliche Kleid mit dem Soldatenrocke, die
Feder mit dem Degen vertauscht und das Kreuz an ihre Mütze
geheftet hatten, um in dem ihm von den oberen Behörden an-
gewiesenen Kreise im Verein mit Steinert, der zu den treuesten
und eifrigsten Vaterlandsfreunden zählte, das Zusammentreten,
die Ausrüstung, die erste Einübung und den Abmarsch der Frei-
willigen bewerkstelligen zu helfen.
Es war nicht Paul's Wahl gewesen, daß er eben in diesen
Theil der Provinz gekommen war, an den sich keine erfreulichen
Erinnerungen für ihn knüpften. Indeß er war es nicht ge-
wohnt, seinen widerstrebenden Empfindungen nachzugeben, wo
es eine Pflichterfüllung galt, und die Arbeit, welche auf ihm
und Steinert lag, war so gewaltig, der Augenblick nahm die
ganze Kraft der Menschen so sehr in Anspruch, jeder Morgen
brachte so viel neue Anforderungen, stellte so viel neue Noth-
wendigkeiten heraus, denen rasch begegnet werden mußte, daß
Paul während aller der Tage, die er unter Adan's Dach ver-
weilte, nicht viel an sich selber denken konnte.
Und doch wachte mit dem Klange der Namen Neudorf,
Rothenfeld und Richten, doch wachte bei der Nennung des Frei-
herrn von Arten eine eigene Wehmuth in seinem vom Leben

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geprüften Herzen auf. gegen die er sich vergeblich sträubie. Es
half ihm nicht, daß er sein Verlangen, die Stätien wiederzu-
sehen, die sein Fus; als Kind betreten hattc, eine müüßige Neu-
gier schalt. Er wußte, daß keine Spur mehr vorhanden sei von
dem Hause, in welchem er geboren worden war, in welchem er
mit seiner Mutter gelebt hatte. Es rief ihn keines Menschen
-Liebe, keiner Eltern Zärtlichkeit, kein Bruder, kein Jugenhgespiele
nach der Heimäils seiner Kindhheit zuriück. Er trug auch kein
Verlaugen, deu slolze Bauu zu schen, dun sein Vater iber der
Siälle ausgerichiel halte, auf welcher seiner armen Multer daö
Herz gebrochen worden war; aber es bewegte ihm doch die Seele,
als er an dem schönen Friihliugtage an der Spitze der kleinen,
kampfbereiten Schaar in Neudorf einritt, als er auf demselben
Kirchhofe, der seiner Mutter Neste in sich schloß, zu dem ernsten
Gange auuf Leben und Tod die Weihe und den Segen über sich
und seine Gefährten aussprechen hörte.
Der Kirchhof war nicht groß, er halte nicht weit zu gehen
bis zu der Ecke, in welcher, fern von den Gräbern der Glück-
licheren oder der Muthigen und Geduldigen, die armen Aus-
gestoßenen gebettet lagen, die das Leben von sich geworfen hatten,
weil es ihnen zu schwer geworden war. Die Hügel waren ein-
gesunken. Kaum daß man noch die Wellungen im Erdreiche
unterschied. Ein paar kleine Holztafeln ragten nur wenig über
dem Boden hervor, die Kosaken hatten vor einigen Wochen mit
ihren Pferden auf dem Kirchhofe campirt, es war Alles nieder-
getreten, nuur ein paar eisenuumgitterte Erbbegräbnisse, wie das
der Steinert's, waren erhalten worden.
Er bickte sich nieder, um zu sehen, ob auf den kleinen
Tafeln vielleicht ein Name erkennbar sei; aber der Regen hatte
sie weiß gewaschen, die Hufe der Pferde sie zerschlagen, sie waren
überhauupt nur übrig geblieben, weil die Kosaken die paar elenden

FF--
Splitter des Auflesens nicht werth geachtet haben mochten, wo
sie Bäume umzuschlagen gefunden hatten.
Sinnend, die Arme über die Brust gekreuzt, das Haupt
gesenkt, schaute Paul auf die kleine Scholle Erde nieder. Er
fihlte ein tiefes Mitleid mit der Frau, die ihm einst das Leben
gegeben hatte; er hätte sie neben sich haben, sie lächeln sehen
und ihr alle die Leiden, die sie gelitten, in Freuden verwandeln,
durch Glick vergelten mögen.
Arme, arme Mutler! ries er uuwwilllürlich -- und wie das
Wort, das er seit langen Jahren nichi mehr ausgesprochen, sein
Ohr berührte, fihlte er, was das Leben ihm und ihr versagt
hatte, und ein paar große, schwere Tropfen fielen aus seinen
dunklen Augen auf den Boden nieder. Es war das einzige
Liebesopfer, das er der Mutter darzubringen vermochte.
Als er aufblickte, stand der alte Bauer vor ihm, der seine
Kinder dem scheidenden Steinert anempfohlen hatie. Er war
dem fremden Offizier aus der Ferne gefolgt und hatte ihn
schweigend beobachtet. Paul, in seine Gedanken versunken, wollte
an dem Alten vorübergehen; aber dieser, der nicht wußte, wohin
er mit der eigenen, ihm ungewohnten Rührung sollte, hielt
ihn zurück.
Die Pferde sind darüber weggegangen, und über manches
Christen Grab werden sie noch fortgehen, daß man seine Spur
nicht findet, sagte er mit jener Feierlichkeit, die allen denen
eigen ist, welche den Ausdruck für ihre Gefühle einzig aus der
Bibel schöpfen.
Paul blieb stehen; es that ihm wohl, auf ein Zeichen des
Mitgefühlö zu stoßen. Er erkundigte sich bei dem Alten, ob
er hier zu Hause sei. Als dieser es bejahte, fragte er, ob er
ihm sagen könne, wo man vor Jahren des Jägers Mannert
Tochter hier begraben habe.
Der Bauuer besann sich eine Weile, daun siug er zu zählen

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an. Hier, sprach er darauf, indem er auf einen der schwachen
Hügel hinwwies, hier, dieses isi's; es war das fünfte Grab hier
von der Mauer!
Paul blickte hin, es war keine Bezeichnung irgend einer
Art daran erkenntlich. Er wollte eine Frage thun, unterdrückte
sie und konnte dem Verlangen endlich doch nicht widerstehen.
Hgtte das Grab denn kein Krenz? fragte er, weil es ihn zu
wissen geliüsteke, ob sein Vater der Mutter wenigstens diesen
lezten Liebesdieust geleisiel habe.
- Eit Krenz? wiederholle der Bauner offenbar verwundert,
sie hat sich ja in's Wasser gestinezt! Ein Kreuz konnte sie nicht
bekommen und eine Tafel - wer hätte ihr die sezen lassen
sollen?-- Sie hatte nicht Vater, nicht Mutrer, nicht Bruder,
nicht Schwester; sie hatte gar keine Freundschaft hier zu Lande,
und der gnädige Herr?-- der Bauer zuckte, sich unterbrechend,
die Schultern - damals freilich stand es noch sehr gut mit
ihm. Aber als die Pauline sich in's Wasser stürzte, reiste er
gerade zu seiner ersten Hochzeit ab, und hernach, wie sie im
Garten aufgefischt wurde, waren die Eltern der gnädigen Frau,
die Herrschaften von Berka, just im Schlosse. Es wird nun
an die zweiundzwanzig Jahre her sein. Da hatte man nur zu
thun, daß die nichts davon erfuhren und daß der Leichnam im
Stillen unter die Erde kam. Wem ging sie auch was an?
Arme Mutter! arme, arme Mutter! rief Paul in seinem
Innern, und noch einmal drängten die Thränen sich in seine
Augen. Sich leise niederbeugend, legte er, ohne zu wissen, wes-
halb er's that, die Hand auf das junge, grüne Gras, das über
seiner Mutter Asche neu emporwuchs. Dann wendete er sich
ab. Er hatte Abschied genommen von der Todten, nun konnte
er gehen. Der Bauer sah ihm verwundert zu. Er hatte so
etwas noch nicht erlebt; aber man konnte jetzt vielerlei geschehen
sehen, was vorher nichl dagewesen war. Mit Einem Male,

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wie er so neben dem Offzier her ging, schien ihm ein Gedanke
zu kommen. Er sah zu ihm empor und wollte eine Frage
thun, aber gerade in dem Augenblicke richtete auch Paul sein
Auge noch einmal auf seinen Begleiter, und es war in dem
festen, strengen Blicke etwas, das die unerbetene Frage laut zu
werden hinderte, etwas, dem der Alte von früher Jgend auf
gehorsamt hatte.
Er zog den Hut ab und blieb voll leberraschung stehen.
Der Offizier griszte ihn und ging mit einem Danukesworte von
dannen.
Sein ganzer Gang! sagie lopfschitielnd der Alie, dem
plözlich die Bedeutung seines Erlebnisses klar zu werden anfing.
Sein ganzes Gesicht, sezte er hinzu, da Paul, nachdem er zu
Pferde gestiegen war, das Haupt noch einmal rückvärts wendete,
sein ganzes Gesicht!
Paul hatte gerades Weges nach Hause reiten wollen, aber
das eingesunkene, verlassene Grab seiner Mutter hatte ihm das
Herz erschittert. Er meinte sich ihrer plözlich auf das deut-
lichste zu erinnern, er meinte, sie vor sich zu sehen, wie sie an
dem lezten Abende ihres Lebens neben ihm gestanden. Er glaubte,
den Ton der Stimme zu vernehmen, mit welcher sie zu ihm
gesprochen hatte, und das Verlangen, das fast jedem Menschen
inne wohnt, das Verlangen, sich mit seinen Anfängen im Zu-
sammenhange zu erhalten, ward in ihm so mächtig, daß er sein
Pferd zur Rechten lenkte und die Straße einschlug, auf welcher
die große Nothenfelder Kirche ihm als Wegweiser diente.
Er kannte nicht Weg, nicht Steg. Das Dorf war ihm
fremd, fremd auch die Menschen, die es bewohnten, und fremd
war er Allen, die hier lebten. Hier und da standen ein paar
Leute vor den Thiren und sahen zu dem Vorüberreitenden
empor. Sie mochten seine Mutter wohl gekannt haben; von
ihm wußten sie nichts. An einem Fenster nähte ein junges

=- er? e? =- -
Weib. So hatte seine Mutter wohl auch am Fenster gesessen
zund auf den Weg hinausgeschen, auf dem der Freiherr zu ihr
zu komen pflegte. Vor den Thüren spielten Kinder. Hatte
er auch einst so gespielt, und wo waren sie geblieben, seine
Spielgenossen? Wer waren sie gewesen ? Er wußte sich keines
solchen zu erinnern.
Die Häuser sahen zum Theil verfallen aus; auch die Leute
schienen ihm armselig uund verkommen, wenn er sie mit dem frischen,
kräftigen Landvolle verglich, das er in Amerila duurch lange
Jahre vor sich gesehen hatte; nur die Kirche ragte stolz empor.
Er wusßle, das; sie bereils z zweilen Male als Lazareth be-
nutzt ward, und er dachte, daß sie auf diese Weise doch einem
anderen, einem allgemeineren Zwecke diene, als der unfruchtbaren
Selbstbefriediguung, zu welcher man sie einst errichtet hatte.
Er kannte durch Seba und duurch Herbert die Familien-
geschichte des Freiherrn von Arten, durch Steinert und durch
die Geschäfte des Flies'schen Hauses die verwicklten Verhältnisse,
in denen derselbe sich befand. Er hätte Hand anlegen, helfen
mögen, dasß so groser, so schöner Besiz nicht zu Grunde ge-
richtet, daß durch Fleiß und Vorsorge Wohlstand und Gedeihen
geschaffen würde, wo thörichte Verschwendung. wo Unkenntniß
und Sorglosigkeit den Untergang heraufbeschworen. Er begrif
sich selber nicht, so schnell wechselten die Empfindungen und Ge-
danken in ihm ab. Er schalt sich über Le Rührung, die ihn
unwillkürlich überfiel, er tadelte sich, daß er sich der Vorstellung
znicht entschlagen konnte, was er an dieser StelleJschaffen und
Jeisten würde. Er hatte gewähnt, mit allen Gedanken an seinen
Ursprung fertig zu sein, er hatte sich oft mit stolzer Zufrieden-
heit gesagt, wie es ein Glick für ihn gewesen sei, daß er los-
gerissen worden von dem trägen Stamme des Arten'schen Ge-
schlechtes, das: er sie nicht eingesogen, die Voruriheile dieser alten
Welt, und doch fühlte er heute den ganzen schmerzlichen Zorn

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in sich lebendig werden, der einst aus den Worten seiner Mutter
in ihn übergegangen war, als sie mit ihm zum ersten und letzten
Male vor dem Schlosse seines Vaters gestanden hatte; doch
brannte heute die herbe, schmerzliche Leidenschaft wieder in ihm
auf, die er einst empfunden, als seines Vaters Blick sich kalt und
lieblos von ihm obgewendet, jene zornige Leidenschaft, die ihn
in die Welt hinausgetrieben hatte. Wer hatte dem Freiherrn
das Recht gegeben, seine Mutier zu verlassen? Wer hatte ihm
das Nechl gegeben, seieu erslgzeborenen Sohn von sich zu slosen
und ihn seines Namens, seiner Heimath, seines Erbes zu be-
rauben ?
Thorheit, Thorheit! rief Paul sich selber zu, als er dieseFra-
gen, auf welche die ganze wirkliche Welt und sein Wissen von ihr
ihm die Antwort gaben, wie Gebilde eines wachen Traumes in
sich aufsteigen füühlte. Er wollte nicht weiter vorwwärts, er sagle
sich, daß er nichts zu suchen habe auf diesem Grund und Boden,
und nichts mehr gemein mit dem Geschlechte, dem derselbe an-
gehörte. Freiwillig hatte er sich einst von allem Zusammen-
hange mit dem Manne, der vor den Leuten nicht sein Vater
sein mögen, losgerissen, und er dachte nicht im entferntesten
daran, die möglichen Beziehungen jetzt zu erneuen. Aber es
war, als sei ein Dämon aus dem Grabe seiner Mutter aufge-
stiegen, als habe ein Zauber ihm den festen Sinn verwirrt! Er
konnte es nicht lassen - er mußte es wiedersehen, einmal mußte
er es wiedersehen, das Schloß von Richten und den weiten Park,
der es umgab.
Der Weg war nicht schwer zu finden, der Freundschafts-
tempel auf der Margarethenhöhe zeigte ihn deutlich an. Ein
Knabe, der dem stattlichen Landwehr-Offizier mit staunendem
Blicke nachsah, war schnell herbeigewinkt, das Pferd zu halten,
als Paul am Parke abstieg. Die breite HauptAllee that sich
einladend vor ihm auf.

- ZI--
Die Sonne war schon im Sinken, wie an dem Abende,
da er diesen Park zum ersten Male betreten zatte. Die Gehege,
welche ihn an dieser Seite einst umgeben hatten, waren zum
Theil noch vorhanden, indeß die bunt gefieckten Hirsche mit den
herrlichen Geweihen, die zierlichen Rehe mit ihren klugen Augen
guckten nicht mehr aus den Drahtgittern hervor. Das Unterholz
war stark zugewachsen, man sah selbst durch die unbelaubten
Zweige nicht weit hinein.
Der Himel war llar, aber seine Farben waren wie im
Herbste lalt, und herbstlich raschelie auch das im vorigen Jahre
liegen gebliebene welke Laub am Boden in dem wenig gepflegten
Parke. Es war Alles still in der Natur; nr hier und da,
went der aufsteigende Abendwind sie bewegte, knackte es leise
in den Wiyfeln der Bäume, um die das lezte Glihen der
Sonne seine spielenden Flammen leuchten lies. Gerade so war
es gewesen, als er mit der Mutter einst diesen Weg gekommen
war. Mit raschen Schritien ging er vorwärts. Ihm klopfte
das Herz, er wollte mit sich fertig werden, es abgethan haben.
Er hatte keine Erinnerung gehabt an die Gegend, an die Ort-
schaften, welche er an diesem Nachmittage durchritten: hier kannte
Ee?-
Wie an jenem Abende, ganz wie an jenem Abende, so lag
es vor ihm auf der Terrasse, die sich über dem Flusse erhob,
das stolze Herrenschloß der Freiherren von Arten-Richten. Die
untergehende Sonne funkelte in seinen hohen Fenstern, daß sie
golden erglänzten, als feiere man hinter ihnen ein fröhliches
Fest; die Schornsteine stiegen, vom Abendrothe angestrahlt, hoch
in die Höhe, nur unten auf dem Flusse dunkelte es schon und
des Nebels graue Wellen fingen an, sich iber dem Wasser zu
kräuseln, wie an jenem Abende!
Wie an jenem Abende! Er meinte sie noch zu fihlen, die

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Hand, welche ihn damals so fest gehalten, daß es ihn geschmerzt
hatte; er meinte sie noch zu hören, die Stimme seiner Mutter,
die so streng und rauh geklungen an jenem Abende, daß er sich
vor ihr gefürchtet.
,Das ist Schloß Nichten,' hatie sie gesagt. , das gehöri
dem Freiherrn von Arten, dem Onkel Baron, und der Onkel
Baron ist Dein Vater !?-- Er hatie Mühe, sich selber die
Worie nichi nachzusprechen, wie einst seiner Muuiier. Wie damals
zäihlle er die Feuster, wie damals zählle er die Schornsteine.
Er wunderte sich fast, daß er kein Kind mehr sei; aber es hätte
ihn nicht gewndert, hätte seine Mutter plötzlich wieder an seinen
Seite gestanden, wäre aus dem Abendscheine, wie damals, ein
Mann hervorgetreten.
Er hielt in seinen Gedanken inne, er traute seinen Augen
nicht. Was das auch nur ein Gebilde seiner aufgeregten Phan-
iasie, oder wer war ek, der da drüben gebeugten Hauptes, in
einen weiten Mantel eingehüllt, langsam am Ufer herabkam und
plözlich nicht ferne von ihm stehen blieb?
Er ging nach jener Seite hin; auch die Gestalt bewegte
sich vorwärts. Nur wenige Augenblicke und sie standen ein-
ander gegenüber. Paul trat sprachlos zurück. Es war kein
Zweifel möglich, es war der Freiherr. Aber die Veränderung
in seines Vaters Ziügen und Erscheinung preßte Paul das Herz
zusammen. Er hätte, alles Andere vergessend, das einst so stolze
Haupt wieder aufgerichtet, den mülden, schweren Schritt des
Greises wieder so rasch und fest wie früher sehen mögen. Er
hatie eben erst im Geiste den Jammer seiner jung gestorbenen
Mutier durchlebt, jetzt erfaßte ihn der Schmerz um seines Vaters
Alter. Er kam sich so glicklich, so mächtig vor in dem Voll-
gefühle seiner Kraft, im Hinblicke auf seinen emporsteigenden
Lebensweg, daß er ein Erbarmen fühlte mit der Hinfälligkeit des
Menschen und mit aller seiner Schwachheit, als ob er selber

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ihnen niemals unterworfen sein würde. Nichts als Mitleid,
nichts als liebevolles Rückerinnern, als das Verlangen, diesen
müden Mann zu stiützen, war in des Sohnes Herzen rege, als
der Freiherr ihn mit dem gebietenden Tone anrief, der ihm
auch jetzt noch eigen war.
Wer sind Sie? herrschte er.
EK wallte heiß auf in des Sohnes Brust, als er diese
Stimme nach so JIangen, langen Jahren wieder an sein Ohr
schlagen hörie. EK drängle ihn, sich zu urunen, es kostete ihn
Ueberwindung, nicht zu sagen: Müder Vater, ich bin Dein
Sohn, und ich bin jung und glicklich! -- Aber er fürchtete,
den Greis zu erschrecken, und sich zusammennehmend sagte er:
Ich bin, wie Sie es sehen, ein Landwehrmann, der zu des Königs
Heere zieht.
Von woher kommen Sie? erkundigte sich der Freiherr, der
sich wie die Fitrsten und Vornehmen die Freiheit des Fragens
zuerkaunte und doppelt, wenn er, wie in diesem Falle, dazu
berechtigt war.
Ich bin mit der russischen Armee in's Land gekommen,
entgegnete Paul, zufrieden, den Freiherrn im Gespräche festzu-
halten.
Aber Sie sind kein Russe!
Nein!
Was führte Sie in diese Gegend?
Der Auftrag, die hiesigen Freiwilligen zu versammeln und
einzuüben, und.... Er zauderte und schwieg.
Und ? fragte der Freiherr, dem ein Etwas in des staktlichen
Fremden Wesen wunderbar und doch vertraut entgegentrat, daß
er sein Auge nicht von des Mannes schönem Antlize abziehen
konnte. Uud? -
Da hielt sich Paul nicht länger. Die ihn selber über-
raschende Zuneigung zu dem greisen Freiherrn, der Wunsch, es
F.Le wald, Von Geschlecht zu Geschlech. Ük.
e

-=- LF--
darzuthun, was er aus eigetler Kraft aus sich gemacht, auch
ohne daß seines Vaters Namen und Hülfe ihm zu Theil ge-
worden waren, das Verlangen, als ein Rächer seiner Muutter
Andenken in dem Freiherrn zu erwecken, das alles stürmte in
raschem Wechsel auf ihn ein, und die mächtigen Auugen auf den
Freiherrn gerichtet, sagte er mit festem ud doch scherzlichem
Tone: Ich wollte die Stelle wiedersehen, an welcher meine
Muutter mir meines Vaters Haus gezeigt hat, ehe sie in den
Wellen dieses Flusses Ruhe fir sich suchie!
Der Freiherr trat einen Schrilt zurick. Seine Augenlider
hoben sich rasch empor, er schaute dem Sprechenden mit starrem
Blce in's Antliz. Ich selber, ich selber! rief er und bedeckte
seine Auugen mit der Hand.
Sie blieben schweigend vor einander stehen. Was der Frei-
herr sich oft gesagt, was er nie bitierer empfunden hatte, als
an dem Tage, an welchem Vittoria's Verrath ihm plözlich klar
geworden war, das brannte in diesem Augenblicke als ein ver-
zehrender Schmerz in seinem Innern. Nur Ein Pejh hatte
ihn treu, hatte ihn allein und ausschließlich geliebt-- die Nie-
driggehorene, der er nicht seinen Rang, nicht seinen Namen ge-
geben, wie der Tochter der Grafen Berka, wie der Tochter des
Hauses Giustiniani. Nur Ein Weib, nur Pauline hatte nicht
zu leben vermocht ohne ihn und seine Liebe, und er hatte, weil
sie nicht seines Standes gewesen war, sich berechtigt gehalten,
sie von sich zu weisen, als er dies für seine Zwecke nöthig ge-
funden, und er hatte sie in den Tod getrieben! Sie allein hatte
sein Wesen so in sich aufgenommen, daß es ihm jetzt von ihrem
ireuen Schooße geboren wie sein eigenes Bild entgegentrat, wie
sein eigener Schatten, vor dem er zitterte, weil dieser Doppel-
gänger seiner eigenen Jugend sich stolz und selbständig wider
ihn erhob. -=-
Er konnte nicht fassen, was er eben jetzt erlebte, er konnte

---- ZZ--
seine Gedanken nicht ordnen, nicht sammeln. Ec war also nicht
todt, der Todigeglaubte, dessen plözliches Erscheinen einst Angelika
den Tod gegeben hatte, der jetzt auch ihm selber, er fühlte es,
den kalten Stachel in das ohnehin so müde Herz drückte. Wo
war er gewesen? Wo kam er her, eben jezl? Eben jetzt, da
der Freiherr sich niedergebengt fühlte von der Schmach, welche
Vittoria ihm angethan, da er sich gedemüthsgt fühlte bis in's
Tiefste seiner Seele,. weil er seines Hauses Namen auch dem
Sohne Vitioria's, einem Bastard, hinterlassen muste, wenn er
seine eigene Schande nicht verkünden wollte -- seines Hauses
alten Namen!
Und hier stand er vor ihm, der Ausgestosene, sein Bastard-
sohn --- in jedem Znge sein Fleisch und Blut -- in jedem
Blicke und Tone sein eigner Sohn, für ihn verloren, sollte er
nicht sein ganzes Leben eine Lüüge strafen, für ihn verloren auf
immerdar, sollte er nicht, was er stets gemieden hatte, die Welt
geflissentlich zu Mitwisser und zum Richter seines Thuns und
Lassens machen!
Die Vorstellungen lösten, wie vorhin in seines Sohnes
Geiste, einander mit Blizesschnelle in ihm ab. Nur Eines blieb
unwandelbar: er fürchtete den Heimgekehrten. Und in seines
Alters Kraftlosigkeit dieser deutlichsten Empfindung die Herr-
schaft über sich lassend, machte er eine ahwehrende Bewegung
gegen den regungslos ihm gegenüber Stehenden.
Sie wirkte wie ein Schlag auf Paul, sie erkältete ihm die
Seele. Er wollte nicht von hinnen. Seine Brauen zogen sich
finster zusammen.
Der Freiherr kannte diese Miene. Es war Paulinen's
dunkler Blick, er übte auch jetzt, auch aus ihres Sohnes Auge
den alten, bannenden Zauber über ihn aus. Er meinte, Pau-
line vor sich zu sehen, eben emporgestiegen aus dem wallenden
Nebel dieses dunkeln Wassers. Er konnte sie kaum noch aus-
g;n

-- Re-=-
einander halten: sein eigenes Dasein und dieses Mannes Erschei-
numng und Paulinen's schattenhaftes Bild. Es war wie ein Spuk,
der ihn umgab, dem er sich mit Gewalt zu entziehen suchen musßte,
sollte er an ihm nicht augenblicks zu Grunde gehen.
Was willst Du von mir? rief er; sprich, was willst Du?
Nichts! entgegnete Paul und richtete sich in seiner ganzen
stolzen Höhe empor, daß er die gebeugte Gestalt seines Vaters
fast um eines Hauptes Höhe überragte.
So verlas: mich! ssrach der Freiherr, seiner angswvollen
Beklemmng folgend, und wie vor dem eigenen grauusamen Worte
erschrocken, schauderte er zusammen und wendete sich, den Mantel
sest um seine Schullern schlagend, von de Sohne ab, mit
schwankendem Schritt den Rüickweg nehmend.
Paul blieb wie angewuurzelt stehen.-- Sie war verschwuun-
den die aufwallende Kindesliebe, nur eine erbarmende Sorge
um den Greis regte sich noch in ihm. Er sah ihm achtsam und
uuverwandten Blickes nach, bis die Hecke auf der Terrasse und
die Dämmerung den Freiherrn seinem Auge entzogen, bis er
ihn unter dem Schuze seines Hauses, in der Nhe seiner Leute
wußte. Er liebte, er haßte den Vater nicht, er bemitleidete ihn.
Tief aufathmend, in sich gefaster als je zuvor, und um eine
Erfahrung, und um welche! reicher ging er von dem Flusse fort.
Am Nande des Waldes wendete er sich um. Nur die Um
risse des mächtigen Baues waren noch zu erkennen. Das Schloß
sah wie ein riesiges Grabmal aus; es machte ihm einen me-
lancholischen Eindruck. Er hatie einst die glücklichen Kinder be-
neidet, die hinter den goldenen Fenstern dieses Schlosses spielen
würden. Heute beneidete er die Besizer dieses Schlosses nicht
mehr, heute fühlte er kein Verlangen mehr, sein Loos gegen das
des jungen Freiherrn zu vertauschen.
Ihr. Steg war im Sinten, der seine fg ggzor, und er
hatte sie nicht mit sich fortzutragen durch das Leben, die Herz

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und Sinn verengenden leberlieferungen, die hemmenden und
herabziehenden Vorurtheile dieses Hauses; er konnte frei und un-
gehindert seiner Einsicht, seiner eberzeugung und seinem Beditnr-
fen folgen. Er freute sich, daß keine Verpflichtung irgend einer
Art ihn an die Vergangenheit knüpfte; sein Alleinstehen dünkte
ihn ein Glick. Und seinem Pferde die Sporen gebend, ritt er
mit dem Nufe: Vorwärts! in das nächtliche Tunkel hinein, das
ihn umgab-- sicher, seinen Weg zu finden utd seines Zieles
- niht zu fehlen.