Die Erlöserin.
Fanny Lewald
Kapitel 13

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Neber Hulda's Eintrltt ln Miß Kenney's Woh-
nung mußte ein guter Stern gewaltet haben,: denn es
stiegen damit, heitere bewegte Tage- für das schöne Kind
empor. Da die Gräfin und -das Braütpaar ihre be-
sonderen Absichten mit Hulda hatten, und die Kenney
geneigt war, die Nebersiedlung ihrer neuen Pflege-
befohlenen als ihr eigenstes Werk zu betrgchten, nah-
men sie Alle mehr, als es sonst irgend zu erwarten
gewesen wäre, Theil an ihr. Jeder -wollte Etwas für
sie gethan wissen, man wollte He porwärts bringen,
und da ihre ntürliche Geschicklichkeit, wie ihre gute
Gewöhnung und Bildung, ihre Dienste den Frauen
angenehm machten, ihre Schönheit dieMärinei für sie
einnahm, so ward sie bald von dieser, ;bald voi jener
Seite in Anspruch genommen. Wo! aber wohlwollende
und dazu unbeschäftigte Menschen ihreiAchtsamkeit erst
freundlich auf Jemanden gerichtet haben, der von ihrem
guten Willen abhängt,-gehört nicht. viel' dazu, ihnen
denselben lieb und ihn zu' einem besonderen Günstling
zu machen. Es par, als suche man nach den Grün-
den und Anlässen, welche eine so plözlich entständene

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. Vorliebe erklären könnten, so eifrig hob man die klei-
-' nen Fertigkeiten des Mädchens hervor, so geflissentlich -
- begehrte man seiner Dienste.
Heute rief man sie in das Schloß, damit sie der
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jungen Gräfin versuchsweise das Haar nach lithauischer
Sitte in Flechten, wie sie selbst sie trug, kranzartig
um die Stirne winde; morgen ließ man sie kommen,
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knüpfen, welche in Lithauen die landesüblichen Liebes-
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gaben sind; und da die Verlobten ohnehin nach jenem z
ersten Morgen daran festhielten, Miß Kenney zum
Frühstück zu besuchen, ward Hulda mehr und mehr z

daran gewönt, sich unter den Augen der Schloßherr- -
schaft zu bewegen, wie diese sich daran gewöhnt, sie ,
um sich zu haben, und zutraulich mit ihr zu ver-- ?
kehren.
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Einige Wochen waren so entschwunden und sie
hatten eine auffallende Veränderung in dem Mädchen,
heryorgebracht. So lange Hulda im Amthause ge-
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wesen, war sie, wie man dies als selstverständlich an-

gesehen hatte, an jedem Sonntag-Morgen zur Kirche
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geschickt. worden, und die Mutter hatte ihr gegen den
- Abend hin, das Geleite bis in die Nähe des Schlosses
gegeben, so daß sie mit den Eltern in einem bestän-
digen, Verkehre geblieben war. Jetzt aber, seit man
anfing, ihre Dienste im Schlosse zu verwenden, mußten
der Kirchenbesuch und die Heimkehr in das Vaterhaus
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der Jagdzeit noch häufiger -als- sonsk im Schlosse vor-
sprachen; und da' man am Sonntage nicht jagen
mochte, war man eben für -diesen Tag aufl andere
Zerstreuungen bedacht. - Das Tanzen-' war wegen der
Familientrauer ausgeschlossen, eine:Unterhaltung wollte
män für die länger werdenden Abende dennoch haben,
es wurde also zu dramatischem Lesen; zu Musik: und
zu allerlei Schaustellungen-gegrifen. Das machte
schon in den Morgenstunden mänichfache Vorrichtungen
nöthig, für die mann Hulda'sHilfö! brauchbar fand,
und da man allseitig gewöhnt war, über die zum
Schlosse gehörenden Personen in völlig freier Un-
bekümmertheit zu verfügen, so dachte man, sofern man
Hulda nöthig hatte, weiter nicht daran,-ob sie die
Eltern und die: Kirche besuchen- konnte oder nicht.
Wenn sie dann. nach längerem Ausbleiben, wie-
der einmal nach Hause kam, erschiensie. ihren Eltern
bald wie eine Fremde. Ihrei schlichte, fast ärmliche
Tracht. hatte durch die Geschenke, welche:Elarissens ver-
schwenderische Geneigtheit ihr beiIjedem Anlasse zuzu-
wenden liebte, sehr bald sein: anderes Aussehen ge-
wonnen. Sie wußte sich und ihre Kleidung -anders
zu tragen als bisher, und da sie viel-Anlage zum
Beobachten und Nachahmen besaß; nahmsie, ohne es
zu - wissen, allmälig. -die. Redeweise. der- Personen an,
in deren Nähe sie so, häufig- weilte. Ihr Gesichts-
kreis, ihre Maßstäbe veränderten sich ebenso, und wenn
gleich ihre Liebe und ihre Ergebenheit für die Eltern ganz
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kurzer Frist so völlig in. ihre neuen Verhältnisse hin-

engewachsen und so: ganz von ihnen hingenommen
und erfüllt, daß die Mutter mit Besorgniß bemerkte,
wie jehr . ihre Voraussicht sich bestätigte. - Auch der

Pfarxer, konnte, es sich- nicht verbexgen, Ndaß das Su-
sammenleben. mit, den Vornehmen auf - seine Tochter
anrders, wirke, gls dereinst auf ihn. Das war freilich

igzihrer verschiedenen Stellung und bei ihren verschie-
. denen.- Charakteren sehr erklärlich. - Denn wwie zu-
- trauensvoll und schicklich man dereinst in der gräflichen
-' Familie. ihn auch begegnet wgr, -hatte gerade sein
- Selbstbewußtsein, ihn daran gehindert,jemals: seiner
Abhängigkeit, oder: der: Entfernuung. zu - vergessen?
- , welche, seine Lebenslage von der Lebenslage. jeiner,
- Patrgne trennte. Das war bei Hulda nicht der
- Fgll., Sie hatten gar keinen Anspruch zu: erheben,
keines amtliche Würde oder sonstige Bedeutung zu
behaupten. Sie konnte sich also in völliger Unbe-
fangenheit dem angenehmen Eindrucke überlassen,
. welchen, die Freundlichkeit, die man ihr erwies;
- -- in; ihr, hervorrief, und da es ihr nebenher uicht
-'' entging, daß die jungen Männer sie um ihrer Schön-
heit-willen, beachteten und suchten, während, der aus-
drückliche Schutz, den Comtesse Clarisse ihr angedeihen
ließ, sie vor jeder. ungebührlichen Annäherung behütete,
war es ganz natürlich,. daß sie befreite und erhob,
was ihren Vater in engen Schranken festgehalten hatte.
-z ;Ihre sichtliche Sufriedenheit, ihre glückliche Heiter--
keit, welche ihr in dem Schlosse Freunde machten, beun-
- ruhigten die Eltern. Hulda schien es völlig zu ver-
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währen, daß die Herrlichkeiten, deren sie sich. freute,
mit welcher sie das Nebelwollei von Mamsell. Ulrike
trug, seit sie sich nicht mehr in, demi Bereiche ihrer
Grillen fühlte, wollte und konnte den Eltern. nicht ge-
fallen, denn sie hatten dässelhe-zu sentgelten; dennoch
wagten sie aus Unterordnung unter öen Willen der
Gräfin es nicht die Tochter öhneweiters in nihr Haus
zurückzunehmen; aber. beide Eltern Fahen, esl als, ihre
Pflicht an, sie mit ernsten Erniahnnungenunahlässig an
die Enge ihres Vaterhauses undan -ihre beschränkten
Aussichten füt die Zuküift mahbend zu Ierinnern.
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gessen, daß der Aufenthalt der Herrschaften nicht ewig
bald zu Ende gehen würden.. Selbst. die Leichtigkeit,
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Was konnte das in. deniSinne des lbhaft in die
Ferne strebenden und ohne sejn Suthun. zu freier Ent-
faltung angeregten Mädchens- abeüffruchten, als daß
es dieses scheu vor dem Besuche im. Waterhause und
ihm das Schloß und seine Bewohner nur noch werther
machte.
WennHulda liebevsll indfreudig zu ihren Eltern
hingekommen war, schied'sievon deiselbenfgst immer
eütmuthigt und mit schweren Sorgen. Hatte sie die-
selben am Sönntage nicht besuchen-können, o dachte
sie die Woche hindurch stets' daran, daß dies den Eltern
unlieb sein, daß es ihr Tadel: zuziehen werde, und
weil es sie so unglücklich mächte; sich nicht wie sonst
der unbedingten' Zufriedenheit' ihrer Eltern wersichert
zu wissen, hatte sie bisweilen, bwenn man ihrer im
Schlosse gerade nicht bedurfte, die Erlaubniß erbeten
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und erhalten;n einen der Wochentage bei den Eltern

zuzuhringen: - -



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. -!. -Vön: einen solchen Besuche kehrte sie an einem
Machmittage -heim. - Die Eltern Beide waren eine
Strecke' mit ihr gegangen und hatten ihr noch auf
dem Wege in einer Weise ermahnend zugesprochen,
die. sie nicht zu verdienen glaubte. Ehrerbietig schwei-
gend hatte sie sich inihrem Herzen dennoch gegen die Vor-
stellungen derEltern aufgelehnt, aber in demAugenblicke,

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als siesvon ihr geschieden waren, als sie sichi nach. ihnen
umwendete und wieder umwendete. und, die theuren Ge-
stalten-ihrem Auge fernund ferner zu entschwinden be- P
ganmnen, hatte sich ihrer eine- bittere Reue über ihre innere F
-Widerspenstigkeit bemächtigt. Sie hatte sich kaum ent-


-haltenkönnen, ihnen, nachzueilen, um:ihnen, noch einmal L
-um den Hals zu fallen und ihre Verzeihung zu erbitten.
-Man war jedoch zufällig an diesem Nachmittage später
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als gewöhnlich aus der Pfarre aufgebrochen, der Abend
sank also bereits hernieder, und der lezte Theil des
Weges, den Hulda zurüczulegen hatte, ging durch' den
dichtbewaldeten Theil des Schloßgartens, in dem es
immer früher dunkel wurde. Dazu, hingen. heute die
dicken grauen Wolken bei der Winbstille tief und be-
wwegüngslos hernieder; troz der späten Jahreszeit war
es noch sehr schwül und Hulda fühlte sich davon be-
klommien und gedrückt. -
- - Als sie- an das Gehege des Parkes kam, fing es
zu regnen an. -Sie schlug ihr Tuch über den Kopf
-und beschleunigte den Schritt. Aber es wurde dunkler
und dunkler, und sie sah den Ausgang des Waldes
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immer noch nicht vor sich. Von,den. breiten Aesten
der alten Tannen tropfte. der Regen nieder,. die anderen
Bäume hatten ihr Laub schon abgeworfen. Das Laub
war trocken. Es -raschelte unheimlich unter ihren
Füßen. Alle Augenblicke meinten sie, daß Jemand
käme, daß irgend etwas ihr begegnen würde. Sie sah
sich ängstlich nach allen Seiten um; und wenn sie
dann Nichts, gar Nichts, erblickte, als die tiefe, graue,
Alles mehr und nehr -in ihre Schatten verhüllende
Nacht, so wurde ihr nur' noch: banger und sie ging
endlich rastlos vorwärts, ohne einen Blick nach rechts
oder nach links zu: wagen. Mit. -einemmale fuhr
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sie auf.
Wie aus der Erde gewachsen, stand des Fürsten
Kammerdiener neben ihr.- Er- hatte sich einen.
freien Nachmittag erbeten, um auch einmal auf die
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Jagd zu' gehen; denn obschon- das: nicht seines Amtes
war, war er doch ein guter Schütze, und nebenher
sozusagen des Fürsten rechte Hand, dessen,Milchbruder
er war. Der Fürst setzte um dessetwillen einbesonderes
Vertrauen in ihn, und . hatte ihm:immer eine bevor-
zugte Stellungrin Feinem Haushalt. zuerkannt. Es
war auch für seine Erziehung -allerdings weit mehr
geschehen, als sonst für einen. Diener z geschehen
pflegte. Er war mit der Feder wohlbewandert, wußte
sich sehr gut zu betragen und machte auf Reisen oder,
wenn es sonst nöthig: war, selöst desFFürsten Sekretär,.
so daß die Dienerschaft im Schlosse ihm höflich diesen
Titel gab, wenn siewvielleicht im Geheimen auch anders
von ihm sprach. -

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- Hulda erschrak, wie sie den Kammerdiener des
Fürsten- sö'unerwartet neben sich erblickte: -Er lachte
übeö? dies Erschrecken.: So schreckhaft? Und doch -so
Siendein her?! fragte er, und es fiel. ihr unangenehm
aüf, -däß er sie nicht mit ihres Vaters Namen an«
er -ihr, in? den Zimmern einmal' einen Auftrag über-
mitteln mußte: Sie sagte, daß sie bei ihren Eltern
I , Das ist kein Unglück, darüber machen: Sie sich
keine Sorge! meinte er. ,Man muß die,err-;

schaften durchaus nicht mit seiner Pünktlichkeit? ver-
wöhnen; sie werden dann immer. nur: noch anspruchE-
voller hnd. denken zuletzt, daß man eine ;Maschine sei,
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unserem Hause sein werden.!
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- Hulda verstand nicht, was er damit sagen wollte,
- -aber da sein vertraulicher- Ton sie belästigte, gab sie
- ihüi Jeine Antwort, sondern ging -raschen Schrittes
- votwärts, umso bald alsmöglich seiner Gesellschaft
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JJedig zu werden. Das schreckte ihn indessen. keines-
wegss ab.; - -
- ,Ich -sehe wohl,! sagte er,, Siefinden meine
Deikungsart nicht in der Ordnung. Im Herrendienste
- ift e- aber anders als imVaterhause, und wenn' man
es nicht dahin bringen -kannn, als Herr mit stolzem
Selbstbewußtsein sich und seinen edelen Neberzeugungen
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sprach,. wie er es im Schlosse stets gethan hatte, wenn
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spätftund so allein, Mamsell Hulda? Wo- kommenI
gewesen; sei und ihren Rückweg leider zu spät ange-
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und Reigungen zu leben, so muß man sich entschließen,

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zu sehen, wwie man sich als Dienender behaupten, und
doch dabei für sich noch ein Stückchen menschlicher
Freiheit herausschlagen, kann. -Freilich, jo lange mit
mir Milchbruder -vorgestellt und Spielkamerad auf-
geführt wurde, wwar ich auch sehr edel; sehr pflichttreu,
und wer weiß was sonst. noch:Mlles! Seit ich aber
die hohe Ehre genieße, meines fürstlichen Herr Milch-
bruders Kammerdiener zu. sein, Nhabe ich' darin all-
mälig nachzulassen gehabt. Man hmuß- durchahrs nicht
edler sein wollen als sein Stand: Ichthue als Diener
meine Schuldigkeit, im MNebrigen sorge ich für mich.
und weil sie gerade so wie ich daran sind, und mir
auch so voll guten Glaubens zu sein scheinen,. wie ich
es einst gewesen bin, Mamsell Hulda, so thun Sie mir
in Wahiheit leid: Ich mein' ses auf Ehre gut mit
Ihnen, denn mir könnte es ja huur Lieb sein, wenn Sie
mit uns kämen. Aber Sie sind -gütex Leute Kind,
sind jung und schön; also jehen Sie sich vor ünd be-
sinnen Sie sich zwweimal; ehe Sie' sich entschließen.!
Hulda wußte sich keinen Rath. : Der. Gebanke,
sich mrit diesem ihr fremden, zur Dienerschaft gehörenden
Mapnne -in der Einfamkeit und in, der von ihm an- -
geschlagenen Weise in Erörterungen- über ihre Zu-
kunft einlassen zu sollen, bwiderstrebte ihr je. länger
umsomehr. Seine Andeutungen, und Ermahnungen
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mußten sich jedoch auf irgend Etwas gründen, er mußte
von den Absichten, welche - die Herrschaft über sie hegte,
mehr wissen, als man ihr gesagt hatte, und sie ent-
schloß sich also endlich zu der: Erklärung; wie nie
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davon die Rede gewesen sei, daß sie ihre Eltern ver-
lassen,: oder daß die Herrschaften sie mit sich nehmen

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s ,Sie wissenn' noch Nichts davon? fragte der,
Sekretär; ,mun, damn werden Sie wohl so ziemlich die
Einzige in dem ganzenSchlossesein, die es noch nichtweiß,
daß: der Fürst von Ihrer Schönheit ganz bezaubert ist
und' däß er es ist, der die Comtesse auf den Gedanken ge-
- brächt hat;Siezu ihrerpersönlichenBedienung mitsichzu
nehmen. lWissenSie es wirklich nicht, daß Sie-nur

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des Anlernens wegen zu der Engländerin gegeben
eäk=n werden, amit Sie sic gehsrg i =e =s (
- sind? däß Sie nur darum so oft in däs Schloß ge-
Dienste einarbeiten, die Siesfürdie Comtesse zuleisten -
häben werden? Ob man üicht: nebenher noch vielleicht
andere- gute Dienste- vön Ihnen fordern wird,' das
wiid sich dann' wohl später zeigen. Aber so viel weiß!
ich,. und das werden Sie sich wohl auch selber sagenn
Kammerjungfern oder Gesellschafterinnen - denn das
läuft ja Alles ganz auf Eins hinaus - mit einem
Worte; schöneFrauenzimmer, die der Mann bewundert,
habenauf die Gunst der Frau nicht lange Rechiung;
und wenn Sie nicht einen guten Freund in Ihrer
Nhe haben, Mamsell Hulda, auf den Verlaßi, so
-- wirds es mit Ihnen aüch nicht lange gehen. Das
sage ich Ihnen schon im Voraus und das können Sie
mit glauben.! -
-- Jedes seiner Worte war für Hulda wie ein Stichh
durch's Herz. Was sie verstand und was der Sekretär
sie i arglistiger Vertraulichkeit errathen lassen wollte,
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erschrecte und empörte sie.-Niemals waren auch nur
ähnliche Dinge in ihrer Gegenwart besprochen, niemals
solche Gedanken in ihr rege geworden. Es fehlte ihr
daher die Möglichkeit, sich gegen- diese Mittheilungen
- zu verwahren, oder nur zu -sagen, wiie sie sich davon
beleidigt fühlte: Sie schwieg und machte es: sich doch
zum Vorwurfe, daß siees that:Sie suchts nach einem
Worte der Abwehr aund konntegeswüichtfinden, weil
sie unwillkürlich mit gespannter- Angst der Rede ihres
Begleiters folgen: mußte, die: ebenso'' wie' der Regen,
der stark und jtärker: gewordenrwar, auf siehernieder
fiel. Sie konnte sich gegen denselben auch-nicht anders
schützen, als indem siet:sottschnellzals r nöglich die
Lichtung des Parkes ünd den GartenflügelkdesSchlosses
zu erreichen strebte,. in welchem sie' bei Miß: Käenney
ihre Wohnung hatte. --
Als sie nur erst. das Licht'aus den. Fenstern der
Gärtnerwohnung schimmern sah, an welche die ihre an-
stieß, kam sie sich wie gebörgen vor. Aber in dem
Augenblicke, in, welchem sie den Fuß: auf die Schwelle
setzte und nach, dem Drücker der- kleinen Phüre faßte,
trat der Sekretär -ihr häher, n ergrifcihre Hand und
sagte: ,Ich sehe' an Ihrem Erschreckeü; : daß meine
ehrliche Warnung-l bei Ihnen haüft denhrechten' Boden
gefallen ist. - Die Aügen gehen beiso Etboasfreilich auch
dem Stärksten!über, uüd: man käim nichk gleich' deutlich
sehen, wenn man im Dunklen gesesen hätuuunnd plötzlich
in ein helles Licht gebracht. wird.' Neberlegen: Sie sich
die Sache also; Mamsell. Hulda, :und. wenn Sie einmal
um Rath verlegen sind, so bin ich da. Rath giebt es

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-für-Alles in der Welt!' Wollen Sie mit uns kommen;
so- sagen Sie es mir: Ich für mein Theil könnte es
nur, wünschen. Es sind-am Ende auch Mittelchen
und:Wege:da, auf denen es Ihnen, so wie mir zum
Besten dienen könnte, wenn - Sie. mit uns kämen,
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z - Sie' hatte. sich gleich von ihm loszymachen ge-
strebt, er' hatte sie aber bei den Händen festgehalten,
znd- zu -rufen - hatte- sie nicht gewagt,. weil sie um
keinen Preis' mit ihm. gesehew- werden mochte. Wie er
jedoch. bei. seinen lezten: Worten ihre Hand an seine
Lippen!ziehen -und siekumfasseii wollte, stieß sieihi
mit- einem leisen ?Aufschrei von' sich fort, drückte die -
Thüre auf und eiltesin das Haus.
-- Indeß bei der tiefen Stille hatte troz' des nieder-
fallenden Regens die Gärtnersfrau, die in der Hinter-
stube beschäftigt gewesen war, den leisen. Schrei; und
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Hulda entgegnete, sie. sei schnell gegangen, wweil' der

Regen'sie-überrascht habe. Zulezt sei sie gelaufen
und vor; der Schwelle ausgeglitten. Als sie das schwer
durchnäßte Tuch. zurückschlug, das ihr Haupt bedeckte,
fiel. der -Frau ihr ganz verstörtes Aussehen auf.- Sie
wollte ihr helfen, rasch die nassen Kleider abzulegen,
wolltesiezun Trocknen aufhängen, indeß Hulda wies-all
ihre Dienste ab. Sie schämte sich vor ihr, als könne die
Frau ihr ansehen, daß sie die Unwahrheit gesprochen

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das Iheftige Deffnen der Hausthüre gehört. Sie kam
mit dem- Lichte in: der Hand, zu sehen, was es gäbe.
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und; wenn -Sie so viel freundlichen Antheil an mir
- nehmen,:wollten, alssich -an Ihnen,:schöne: Hulda!? :

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