Die Erlöserin.
Fanny Lewald
Kapitel 18


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Achtzehues sapites
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Wie eine Flucht aufgeschreckter Tauben,s gmn-
ruhig flog an dem Abende die-Dienerschäft äitf den -
Treppen und auf den Gängen des'' Schlosses umher;
und wo Zwei zusammentrafen, wär überäll' die erste
rage: ,issen Sie es schon; der Michae! sfoet?
Die Einen fanden das'natürlich, dein! sie sägten,
er habe immer einen hohen Nagels'ini'Kopfeffsgehabt!
Er sei ein Narr' gewesen, habe sich eingebildet, noch
weit mehr zu sein, als blos derMilchbruder' seines
Herrn, und er habe stetsdavon gesprochenk däß er
noch eimmal' so dastehen wwerde, däß' nicht blos de
Fürst vor ihm den' Hut' abnehmen' sollte?' Die An
deren meinten, es müsse'döch' noch stpas Besonderes
vorgegangen sein' denn ein'Nairbsef der. Michael' ja
immer gewesen, das habe Dukchläücht?FFöhl' gewüßt;
und blos deshalb würde er'ihnnnicht eitässe Paben;
da er ja so viel' auf ihn Fehaltsn. I
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Man rieth guf Sies and Senes, auf denh wahren
Anlaß konnte man im Schlosse nicht vexfalleit; aber
- eben darum blieb man' auf denHintertreppen und

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in den Mansarden um so eifriger damit beschäftigt,
denselben zu ermilteln.
In den Gemächern der Herrschaften war natür-
lich kaun- davon die Rede. Der Fürst erwähnte flüchtig,
er habe Michael wegen einer Besorgung nach der
Stadt gesendet, werde ihn sogar möglicherweise direkt
nach Hause gehen lassen; und da er sich nicht weiter
darüber ausließ, nahm, man, an,.; daß der bewährte
Diener vielleicht einen Vertrauensauftrag auszurichten
oder eine Neberraschung vorzubereiten habe, man unter-
- ließ also,, mpehr danach zu fragen.
Dem Fürsten war die Sache jedoch ärgerlichex,
als er sich es merken ließ, gmmnd vor Allem ,bedauerte
er es, daß er die nöthige Epekution yicht im Beisein,
Emanuels vollzogen habe. Er meinte sich diese Genug-
thuung schuldig gewesen zu sein, warf es sich als eine
Nebereilung vor, so rgsch gehandelt zu -haben, und
konnte sich nebenher des Gedankens nicht entschlagen,
ob nicht. doch vielleicht in der Andeutung, welche ihm
der entlassene Michael gemacht hatte, eine gewisse
Wahrheit gelegen habe. Der Fürst meinte sich jetzt
zu entsinnen, daß Emanuel sich der Absicht Clarissens,
Huldg, mit sich zu aehmen, von Anfang an nicht son-
derljch ggeneigt erwiesen;habe. Selbst gegen ihre Ent-
fernung aus dem,ßaterhause hatte er sich einmal aus-
gesgtpchen,pzährend -er doch viel, von Hulda und von
ihren glücklichen Anlagen hielt; und in den letzten
Tagen hgtte er sogar an die Möglichkeit gedacht, ein-
mal, versuchsweise einen Winter im Norden, und zwwar, J
-auf, dem Schlosse der Gräfin zuzubringen, weil die z


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Seeluft sich ihm über sein Erwarten zusagend erwies.
Nebenher war Severin nun auch genöthigt, sich gegen
Glarissens Vorhaben mnit Hulda auszusprechen, was ihm
leid that und verdrießlich dünkte, da er sich mit dem-
selben bisher eiwwerstanden erklärt hatte.' Und ss wie
-' es ihm mit Emänuel' erging,'so ergingl es dieseüi mit
dem Fürsten.
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Die Männer schätzten sich gegenseitig, dachten gut
von einander, trauten einander nichts Unedles und
Niedriges zu, aber ob der Fürst nlcht' in seiner leb-
haften Jugendzeit sich zu einer Vertraulichkeit mtit
Michael hatte verleiten lassen, welche auch' etzt noch'
die Möglichkeit von Aeußerungen zuließ, die der Arg-
listige mißdeutet und mrißbraucht haben konnte, dessen
fühlte sich Emanuel nicht sicher. Sie wren doch eben
Alle nur Menschen, man lebte auf: der' Erde, mricht im
Paradiese, und er hatte kein Recht; von Aideren jene
feste Entsagung zu erwarten, zu' der ihn,- wwie er
sich selber eingestand, ja auch nur sein' trauriges Ge-
schick und der Glaube bewogen hatte, daß er nicht im
Stande sei, eine wahre, uneigenützige Liebe zu er-
wecken.
Der Fürst hatte ioch in derselben Stunde den
Baron von der Entlassung Michael's in Kenintniß ge-
,ezt; man hatte das gegenseitige Verhalten mit war-
mem Danke anerkannt, par sehr' zufrieden mit ein-
ander gewesen, und doch war etwas Fremdes zwischen
die beiden Männer gekommzn, Etwas anders gewor-
den als bis bisher. Das fühlien Beide, fanden es
Beide nicht recht erklärlich, Jund waren doch dadurch
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Fanny Lewald, Die Erlöserin. L -

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- erschien,'bar -das'Unbehagen, mit welchem er an Hulda -
-- dachte,. seit- er Miß Kenney's Brief erhalten hatte.
- Er mochte sich nicht daran erinnern, daß ein Diener

von Möglichkeiten und Verhältnissen gesprochen hatte,
- die man sonst dem Ohre junger Mädchen ferne hält.
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Es war ihm im höchsten Grade zuwider, daß es über
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sie' zu Erörterungen zwwischen ihm und dem Fürsten,
zwischen dem Fürsten und dessen Kammerdiener ge-
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kommen war; und wie Severin es sich zum Vor- ,
z.-. wwuxfe machte, daß er Michael nicht im Beisein des
Barons verhört habe, so tadelte sich dieser, daß er,
-. ghne ixgend welche andere Schritte zu veranlassen, .
-- nicht' geradenweges nach dem Pfarrhause geritten sei,
und dört den Rath gegeben habe, die Tochter aus
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- sie- begehrenswerth gefunden, sich ihr genähert, ihr
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veistimnit, Was jedöch dem Baron noch auffallender
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deg; Schlosse fortzunehmen.
-- Allerdings hatte auch das seine entschiedenenBeden-
cheß, , das aus seiner friedlichen Heimat im Gruirde

- völlig planlos fortgenommen worden war.- Er war
- - unzufrieden mit sich selbst, weil er nicht entschiedener
davon -abgerathen hatte, und- daneben schdß ihm
plöttlich. die Frage durch den Sinn, woher ihn
denn die Angelegenheit so sehr beschäftige? Er gab
- sich jedoch nicht Rechenschaft darüber, sondern suchte in
seiney Unzufriedenheit nach einem Andern, dem er zur
Lask' legen konnte, was ihn verdrießlich machte, und er
brauchte nicht weit danach auszuspähen. Es waren ,
die herrschsüchtigen Gelüste seiner Schwester, welche
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diesen ganzen -unnöthigen Porfall, möglich, gemacht
hatten. Er erinnerte, sich sehk'deutlich der Erörterun-

der Herausforderung, welche sie seinem wgrnenden Ab-
Er war verstimmt auch gegen sie, er fühlte sich
tische kam, und nahm eine harmlose Bemerkung, welche
die Gräfin darüber machte, übel auf. Diese, welche
nicht ahnen, konnte, was in Fden ;letzten Stunden in
ihm vorgegangen, und die von jeiner Seite einer
ähnlichen Antwort nicht. zu begeggenr gewehnt- war,
man sich augenblicklich wieder in die pechte, Form
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zurückfand, blieb etwas Gexeiztes zwischen ihnen, das
den anwesenden Gästen nicht entging.-
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unmuthig, als er später dennn genöhnlich zum Thee-
wies ihn in seine bestimmte Schränken; und obschon
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gen, welche sie an jenem Abende darüher gehght, und
mahnen entgegengestellt hatte. ,
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Auch der Fürst war gicht gut aufgelegt; dann gls
heine Braut endlich in dem Bestreben, die joystige
seitere Geselligkeit herzustellen, den orschlgg gachte,
sie wolle nach Hulda FHhickn,, ggi, die, ngusich ein-
studirten Qmuartette einmzal durchzusingen, schüttelte er
mißmuthig den. Köpf und rief, iit einer fü; Clarisse
völlig unerklärlichen Herhigkeßt: ,, Kannst. Du denn
ohne dieses Mäpchen nicht mehx, leben?.- Freilich -
lenkte er schnell und freundlich zin, da er die Be-

troffenheit seiner Brgut Femerkte, gher es, war der
erste nichtangenehme Abend, welchenman in,demrSchlosse
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gemeinsam verlebtg.. Die Gräfin, sswsohl. als der' Fürst
und der Baron sagten sich heimlich Jedes, daß ig Be-
zug auf Hulda eine enderung nothweg dig sei, wenn
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Meinung darüber in' sich hegte.

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- - Einer aber, der sich nicht viel mit besonderer
Vorsicht oder Rücksicht abgab, das war der Amtmann.
Der mußte und wollte einfach Drdnung haben, wo
sein Auge und sein Arm hinlangen konnten. Als er
, däher am nächsten Moxgen sein zwweites Frühstück ein-
genommen und seig Gläschen gegen die neblige Luft ge-
trunken hatte, knöpfte er den braunen Flausrock zu,
setzte' die dick wattirte Müze auf das volle krause Haax
ünd schritt, den Schirm derselben tief in die Augen
ziehend und mit der ganzen Schwere seines Körpers-
-- sich auf den eisenbeschlagenen Krückstock stüzend, gergdes-,
vegs, wie ersdas alle Tage that, aus dem Hause nach
den Scheunen, um selber nachzusehen, was die Drescher
seit dem Morgen dort geschaft hatten. Wie er sich
dort' dannn umgeschaut hatte, ging er zur Hinterthüre
- . hinaus, bog in die Gemüsegärten ein und stand bald
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führen dachte, und Jedes von ihnen seine besondere
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- äuch Jedes von ihnen diese in anderer Weise auszu-
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darauf gm Gartenflügel in Miß Kenney's Stube. ?
-- Weil es noch nebelig war, hatte sie den großen
. Stickrahmen nahe an das Fenster rücken lassen, und
-.- Fe und Hulda arbeiteten -gemeinsam an demselben,
denn die alte Dame war Meisterin in englischer
- Stickerei und sezte ihren Stolz darein, daß ihre Augen
ihr die Arbeit noch erlaubten. Im Ofen brannte ein
hstiges Feuer, die Myrthe, die Monatsrosen und der
- Goldlack am Fenster grünten und blühten wie im
Sommer, das ganze Zimmer sah wie das Behagen - ,
-'selber aus; aber als Hulda aufstand, um dem un-

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erwarteten Gaste einen Stuhl zu holen, da fielen ihm
ihre verweinten Augen auf.
, lm Vergebung, liebe Mamsell Kenney!! sagte
er, denn er hatte sich nie dazu gewöhnen können, das
englische Miß über seine Lippenzu bringen, obschon er die
treue Anhängerin der gräflichen Familie kännte, seit-
, dem sie mit der jungen Herrschaft auf däs Gut ge-
kommen war, und sie auf seine Weise, respektirte, was sie
ihm erwiderte. , Um Vergebung!' Aber ich komme
nicht zum Spaße her, Mamsell Kenney! Und ich sehe
auch an den rothen Augen hier, daß Etwas passig ist,
denn sonst' wurde ja hier wohl nicht geweint. Also
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kurz und gut: Wissen Sie, was gestern zwwischen dem
ß Noss- Vw=et d b=r Sh= pemaa=naen ne
Hulda zuckte zusammen bei der Frage, die Thränen,
stürzten ihr auf das Neue aus den Augen, ind- be-
theuernd die Hand- auf die Brust legend, rief sie:
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,So wahr Gott lebt, Dnkel! ich kann Nichts dafüx!
ß? Aber auf den Knieen willich's Ihnen daßkei, wenn -
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zh Sie mich noch heute zu'' den Eltern,chickkn,' Ich habe
das schon Miß Kenney auch gesagt, äber -- -

,Cber,' fiel die Greisin der Weinenden sehr ruhig
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und bestimmt in's Wort,. ,abet, Miß Kemney hat es
Dir gesagt, mein Kind, daß: Du nicht nach Hause
gehen wirst und daß man zu der- Unporsichtigkeit
- Deiner Mutter, die Dich der ganzen Verlegenheit un-
nöthig ausgesetzt hat, Dich nicht noch eine zwweite Un-
vorsichtigkeit begehen lassen dürfe. Was;sollte man
im Schlosse denken, wenn män Dich gleichzeitig mit
jenem frechen Menschen von hier entfernte, der, jwie
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-Dü andem Besuche des Herren Amtniännes siehst,


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bereits irgend Etwas gesagt oder gethan haben muß,
das Dir selbst in den Augen Deiner Angehörigen eine
Art von Mitschuld auferlegt? Das edle Herz des
Herrn Baron, an das ich mich vertrauensvoll gewen-
det, und die uinsichtige Gerechtigkeit des Fürsten' haben
dafür gesorgt, daß Aehnliches nicht wieder geschehen
känn; und es ist für Dich die heiligste: Pflicht der
Dankbarkeit, daß kein Wort von dem, im Grunde sehr
unbedeutenden. Vorfall, jemals über Deine Lippen oder
gär Feinen großmüthigen Wohlthäterinnen zu Ohrek
Tommt, deren reiner Sinn davon beleidigt werden
könnte.
Sie sprach das mit der ihr gewohnten feieklichen
, Sanftmuth. Hulda stand bleich, ein Bild der Er-
zebung,. an dem Stickrahmen. Der Amtmann ver-
ständ' kein. Wort von der Geschichte. Er hob den
,dicken Keückstock, den er zwwischen den Händen hielt,
-' gzal' äuf mal leise in die Höhe und ließ ihn leise
wieher-sinken, wpährend die Adern aüf seiner Stitne
himer stärker schwollen.' Er hätte den Stöck in seiner
zofnigen Ungednld gär zu gerne einmal recht derb und
Fest' guf den Boden gestoßen, hätte die alte Englän-
A!R-
- ,Das ist' Alles recht gut und schön, und es wird
von der einen Seite wohl auch Alles seine Richtigkeit
so haben, aber rund heraus muß- ich's doch wissen,
was ist denn passirt? fragte er noch einmal , und,! -
Fügte er hinzu , ich muß mir es ausbitten, liebe Mam=-



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sell Kenney, daß dieHulda mir es selbst erzählt, daß
sie selbst auf meine Fragen»Antwort gibt: Denn was
der Mosje in meinem Hause: meiner Schwester vor-
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geredet hat, das pfiff aus einem schlimmen Tone.!
ihm Antwort, Miß Kenney legte sich aüsgleichend und
begütigend in das Mittel, wo Hulda's Verlegenheit
sie hinderte, offen- mit der Sprache herauszugehen;
und die Ausrufe, mit welchen der Amtmann ihre Er-
zählung unterbrach, die Schimpfworte, mit' welchen er
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Er fing darauf zu fragen an, das Mädchen gab
--- jedesmal dafür von der Matrone Vetzeihung for-
dernd - den weggeschickten Michäel bezeichiete, be-
wiesen, daß sie bei ihm Glauben fand. Trotzdem
hatte Hulda sich getäuscht, wenn sie erwartete, er werde
ihr zu ihrer Rückkehr in das Vaterhaus verhelfen.
Er befahl ihr im Gegentheile, ebenso wie Miß Kenney,
mit Niemandem, auch nicht mit den- Eltern von dem
Abenteuer zu sprechen. Man -sägte iht sie dürfe so-
gar vor dem Baron nicht merken lassen, däß sie um --
seine Verwendung und um den Eiüfluß wisse, -den er
auf die Entfernung des Kammerdieners ausgeübt habe.
Jmi Nebrigen müsse sie auf ihreniPlaze bleiben, da-
mit äuf diese Weise alle Eiüflüsterungen, welche
Michael versucht haben könnte, ünglaüblich und zu
Schanden gemacht würden.
- Er stand dann auf, brachte. noch einmal seine
Entschuldigungen wegen seines Kömiens vor, und
Hulda auf die Wange klopfend, sagte er: ,Ja, da
hast Du es nuun, Du kleiner Gelbschnabel! Es st
Dir lang genng zu eng im Nest gewesen, und ich
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Höre noch, das: , Ach, könnte ich doch Pinaus! Ach, -
wvie schön, muuß es im Schlosse sein!' Nun probir' -
-es auch- und halt' es durch. Ewig wird's nicht währen, -
. und künftig wirst Du dann wohl Ruh' zu Hause haben!!
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-. Er sah darauf noch im Vorübergehen nach den
-'- Blumen,' fühlte mit dem derben Finger, ob die Erde
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Fn; den Töpfen die rechte Nässe habe -- denn er
- zuußte- sein .uge haben überall; und -damit- ging er
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- fort und pieder in das Feld hinaus.
- Am Mittag aber, als er nach Hause kam, pfiff
er sich ein Lied. Das war bedenklich wie des Regen-
-- huhnes Ffiff; es brgchte meistens Sturm. Er stellte

den Krückstock in die Ecke, schüttelte mit. weitem Arm-
1;; schwunge das Nebelgeriesel pon der Müte und.sah .
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, sich dann langsam in der Stube um1 Ulrike stand
- amSpinde und nahm die Löffel aus dem großenn
- Schube. - Sie bot ihm nicht guten Tag, nicht -guten
I? Weg, Der gestrige Abend lag ihr noch in allen Gliedern.
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Mit einemmale rief er sie an. , Schwester, es
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-ist, pie ich es gesagt habe, Nichts als Lug und Trug,
was der -wweggejagte Lump Dir gestern vorgeredet hat.
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. Setzzt. weiß ich Bescheid und es bleibt bei meinem Wort. --
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-? Sowie ich davon reden höre, oder wenn davon auch-
nur Eine Sylbe an den Pastor und die Frau kommt,
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so sage ich Dir aui den Kopf zu, das kommt von Dir!?
-' ,Als ob ich allein im Schlosse uuud auf dem
Hofe wäre!r fie Ulrike ihm zornig in die Rede. -
,Einerlei, ich halte mich an Dich!r entgegnete
der Amtmann, der in solchen Fällen nicht rechts, nicht ,
FP links sah und nicht vom Fleck zu bringen war.
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,Aber Keiner hat eine Zunge so wie Du!r meinte
der Amtmann. , Wenn Du Deinen Mund hältst, so,
bleibt Mlles stlll.
,Ich kann doch. nicht dafür, wenn der arme
Menseh auch Anderen sein Leid geklagt hat!?
,Aber Du kanisk' dafür, wönn Du den Aumpen
zärtlich einen armen Menschen nennst! Und wenn er
sich auch an Andere gewagt hat, so pirst u, diesen
Anderen sagen, daß er frech gelogen hat, und damit
Holla! Denn wenn der Huldä von irgend' wem auch
nur ein schief Gesicht gemacht wird, so bleibt sie ganz
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bei mir und hält mir Haus, und -Du gehst in das

Stift. wo ja Dein Plaz bezahlt ist: Lch bin Deine
sauertöpfischen Mienen und Dein ganzes Wesen ohne- -
hin lang satt.!
Und wieder ging er zornig von, ihr fort, wie am
verwichenen Abende, und wieder warf er -die Thüre
heftig hinter sich zu, aber Ulrike sagte:heute Michts und
weinte heute nicht. Sie lächelte nur vor sich hin. Es
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. , Es haben doch auch Andere hier ihre Augen und
ihre Ohren!r warf Ulrike ein.
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war gut, daß die arme Hulda dieses böse Lächeln .
nicht zu sehen brauchte.
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