Die Erlöserin.
Fanny Lewald
Kapitel 26

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Hechsundzwanzigsles Gapites
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-- Frau von Wildenau saß an ihrom Frühstücks-
tische, Mamsell Ulrike stand vor ihr und bediente sie.
Sie' hatte es als ein Recht' erachtet, das ihrselbst durch
diekAnwesenheit des Barons nicht entgehen konyte, in.
Abwesenheit der Schloßherrin sich persönlich' nach dem
Befinden wie- nach' den- Wünschen und -den Bedürf-
risseE der Gäste zu erkundigen, und ihnen in allei
Veiehrung ihreGlückwoünsche zumNeujahrdarzubringen.
I FSielhatte deshälb in-der Wlrihschaft Alles stehe
und liegen lassen, hatte sich' in gute Kleider geworfen,
und Frau von Wildenau war ganz dazu gemacht, das-
großblumige französische Kattunkleid, die dicke goldene
Kette, die Haube mit der Fülle der goldgelben Bänder. ß
zu bewundern, die wie eine majestätische Sonnenblume
ihrer Wirthin bewegliches Gesicht umgab, und sie hatte I
auch Nichts dawider, sich in solch' müßiger Stunde von
der Dienstfertigen etwas vorplaudern zu lassen, deren z
Driginalität der erste Blick ihr kundgab.
Ein paar Dankesworte über die vortreffliche Auf- z
nahme, welche ihr gestern bereitet worden war, die
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Anerkennung, daß eine so plözlich geforderte Gast-
freundschaft nur in einem sehr wohlgehaltenen Hause,
und nur von der erfahrensten, durch keinen Zufall
zu beirrenden Wirthin in solcher Weise geleistet werden
könne, hatten Mamsell Ulrike über sich selbst erhoben-
Ihr Antliz strahlte heller als der Somnenglanz, der
es umgab. Alle Schleusen ihres Herzens und ihrer
Erinnerungen waren aufgeschlossen; 'sie war ganz dazu
gestimmt, ihre Redseligkeit fließen und steigen zu lassen
wie die Wasserfälle und die Springhrunnen bei einem
Extrafeste.
Noch ehe sie ihr Frühstück beendet hatte, -wußte
Frau von Wildenau Alles, was die Mamsell geleistet,
von den Franzosenzeiten an bis auf den Tag, an wel-
chem die Estafette' die gräfliche Familie so plözlich von
dem Schlosse abgerufen hatte. Sie hatte erfahren,
wie es auf ein läängeres Verweilen, auf eine stattliche
Wintergesellschaft und auf dieHöchzeit hierin Schlosse
abgesehen gewesen war, und wie dgnn der Tod des
alten Fürsten das Alles mit einemmälesungestößen habe.
,In drei Stundens wären' sie sammt und sonders
auf und davon,!' sagte Ulrike, ,aber gnädige: Frau
haben ganz Recht, per erßt' einmal' die' richtige Erfah-
runng hat, dem miacht das weitex'nicht viel: aus. Denn,
lieber Gott, die Menschen kommen und gehen, und auf
ein Kindelbier und eiien Todtenschmaus mnß man
in einem anständigen Haushalte alle Tage eingerichtet
sein. Das ist Gottes Wille, und der Laif- der Welt
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und''vollends, weshalb wsir ihn behielten, und als denn
auch noch, in derselben Stunde das Unglück, mit, der
Pfarrerin passirte, daß Jeder sah und sagte, wwie das
unmöglich mit rechten Dingen zugegangen sein konnte,
da stand mir doch auch der Verstand einmal-stille und
ich schlug die Hände über dem Kopfe zusammen.! ;
,Ja,! sagte Frau von Wildenau, die von den
Vorgängen durch den Baron am verwichenen Ahende
eine- oberflächliche Kenntniß erhalten hatte, ,ein Z-
grundegehen, wie das der Pfarrerin, muß für die Hinter-
bliebenen etwwas ganz Entsezliches haben.!
,Freilich, freilich! fiel die Mamsell ihr ein, ,ie-
dennoch, lieber Gott, das kommt ja hierzulande öfters
vor; das meinte ich im Grunde nicht. Unser Herrgott -
kommt uns suchen, wo es ihm gefällt, und auf Trieb-
sand ist ja Mancher schon gerathen. Das ist nicht das-
Schlimmste und ist ja gleich vorbei Aber daß der -
Herr Baron, sich nun noch verlobt -hat, dgß er, nun
noch an das Heirathen denkt, nachdem er es von früh-
auf, verschworen, und bis in dieses sein vierunddreißig- I?
stes Jahr auch festgehalten hatte, das, mneinte ich nur,
das ging ntcht mit rechten Dingen zu.- Gnädige-
Frau' sind ja auch eine erfahrene Dame und, mit un-
seren,Herrschaften, wie ich vernommen, nach Heiden
-Seiten -hin bekannt. Sie werden's also wohl gehört
,haben,' was, auf den freiherrlichen Gütern Jeder weiß,
und da Sie den Herrn- Baron, auch, schon von früher
kennen, so-müssen Sie- ja auch den Ring gesehen haben
mit dem blutrothen Rubinstein, und - werden wissen,
wie es damit zusammenhängt.! -


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Frau von, Wildenau warwvon, dem,Schiecken, den
sie am Abende gehäbt,. und pon der Fahrt in. des
Posthalters elendem Fuhrwerk mehr angegriffen zund
- ermüdet, als sie es zuerst emyfunden hatte. Sie hatte
sich lässig auf dem Sopha ausgestreckt -und die Erzäh-
lungen Ulrikens als einen bequemen Zeitvertreib an
ihrem Ohr vorübergleiten lassen.. Die lezten Woxte
machten sie mit einemmale gchtsamer; Sie hatte von
der Gräfin allerdings einmal' gehört, jwie; Emanuel
aus einer Art. von Neberspannung der Ehe ausweiche.
Die Gräfin hatte, ihr auch nicht vorenthalten, welcher
Anlaß in ihrem Bruder- diesen, sie betxübenden Ent-
- schluß hervorgebracht' habe, und JFeide;Frauen. hatten
denselben für die Familie umsomehr, beklagt, als der
- Baron trotz, seiner Blatternarben aznd des gllerdings
bemerkbaren Fehlers in seinem-Wuchse, keineswegs so
z entstellt war, als er sich selbst erschjen. - Er hatte im
Allgemeinen sogar die Gunst der Frauen -leicht, ge-
! wonnen, weil. er , sich, ihnen, ohne jeden persönlichen
Anspruch nahte, während seine Herzensgüte und seine
f Bildung ihn anziehend machten, -und seine;ursprüng-
h lich edlen Züge wwie jein seelenplles Auge , füt ihn
! einnahnen. Noch an dem vexwichenen -Abende hatten.
F Mutter und Tochter Fich wiederan ; seiner Liebens-
! würdigkeit gefreut, und -eswar ein zvirklichet Antheil,
s nicht leere Neugier, wwelche, die ,Baronin;zu; der Srage
bestimmte, was die Mamsell, mit-ihren Worten meine.
- Ulrike zuckte mit den Schultety. ,Waszich damit
meine? Gnädigste Frau! was zaußex. meinem Bruder,
der einmal psrtout Alles besser weiß als alle anderen
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Menschen, ünd der ein- für allemal an garNichts glaubt,
hier sammt und sonders Alle meinen. Aber sie hat
es meinem Bruder' gerade so angethan wie den
Michael und dem Herrn Baron. Es war ja sogar
darauf und dran, daß Seine Durchlaucht sie mit' sich
nehmen wollten, um sie nur immer bei sich zu haben.
Als wenn die Frau Gräfin und die Comtesse -das,
hätten leiden können!. Und mit der Mutter war es
ganz genau dasselbe seinerzeit. =- Aber befehlen die
gnädige Frau vielleicht, daß der. Samovar heraus- z
getragen werde? Oder soll' vielleicht eine Platte herauf- z
gelegt werden und etwas Ksa äs- Darenäs oder etwwas .
Bernstein darauf verdampfen?- Es ist das Eine wie,
das Andere im Hause.!
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. Frau von Wildenau - dankte für Beides, indeß,
als die Mamsell anstandshalber Miene machte, sich zu :
entfernen, hielt sie dieselbe noch mit einer kleinen An- Z
forderung zurück.' Es widerstrebte ihrem guten Sinne,
däß sieies that. Aus dem trüben Pfuhl vdn Verdächti-
gung und Aberglauben, auf welchem dis Mamsell'sicher -
indbehaglich hin und wider schwamm, blizte jedoch .,
hie!und da etwas so Mefremdliches hervot, daß die -
Baronin sich endlich'sagte, es liege vielleicht sogav'in -
den Interesse des Barons und ihrer Freundin, die;
möglicherweise von dieser Rederei gar Nichts wüßten,
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demi Unwesen nachzuspüren, um- ihm ein Ende zu -
machen;' und sich fest' in ihren'' Shawl einwoickelnd, I
während sie die Füße mit den goldgestickten, pelzver-
bkäinten Korduan-Pantöffelchen' in Gemächlichkeik über- -
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einanderschlug, fragte sie, ob es die verunglückte Pfar-
rerin sei, von der Mamsell. Ahike rede?
,Von der Mutter und von der Tochter!k fuhr
die Mamsell heraus, , denn die find sich Beide darin
völlig gleich. Es hat es ja dazumalen auch kein Mensch
begreifen können, daß: der Pfarrer, der sein Lebelang
unter vornehmen Herxschaften gewesen;war zund doch
nachher auch mit Leuten! - sie' warfssich in die Brust
und schlug die Augen nieder --,ßerkehr und Freund-
schaft gehalten hatte, die Etwas vor ßch gebracht hatten,
die sich sehen lassen konnten, und die ihn nicht zurück-
gestoßen haben würden, denn er war ein feiner; und
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ansehnlicher Mann, der gut zu reden, wußte-- daß
der Pfarrer, wollte ich sagen, gerade auf die Simonene
verfallen war, die Höriger Leute Kind war, die' kein
Stück auf ihrem Leibe hatte, als pas die Frau Gräfin
an sie wendete, und die Nichts kannteaundNichts wußte,
als das Bischen, was sie denn, so gn -anieren und
sonsten, bei unser' Einem abgesehen, hatte. - Und nun
mit der, Hulda, das ist ja noch weit ärger! das, muß
selbst dem Blindesten inls Auge springen.! - -
,Ich höre, sagte Frgu von. Pildenau, ußn den
Herzensergießungen der Mamsell- eine Schranke zu
setzen, , die Braut' des Herrn Baron soll eine Schön-
heit sein.?
,Schönheit? Güüädige Frau, wie man das nehmen
will! Groß, beinahe die Höhe, von unserer Tomtesse,
und schlank,' und. roth und weiß und Dlondes Haar.
Gnädige Frau kennen solche Frauenzimmer ja! So
wie das hierherum und weiter hinauf in Lithauen im
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die da oben und die Lithauer können' mehr als Brod-
essen; das -wissen' die- gnädige Frau wohl auch.!
-- - ,Sie wollen doch nicht etwa sagen, daß man in
ISithäüeti und in' unseren Provinzen- Zaübertränke ,
Ziel zu führen, , oder was-meinen Sie mit Ihren-
Worten sonst?
--'-'önädige Frau, ich sage Nichts und neine Nichts,
-nurwas ich weiß, das weiß ich. Gnädige Frau wer-
denn wohll' auch die Liebesbänder kennen und-gesehen ;
- hahen, mit den Sprüchen und den Herzen undIden ?
Schwertern, welche die lithauischens Frauenzinner für
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Felde unter- den gemeinen Leuten aufwächst!: Aber
-bkcut?- fragte Frau von Wildenau, um Ulrikean ihr ,
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sich' und für die Männer machen. Was sie da sonsten
noch hineinthun, das kommt nicht so zum Vorscheine.
-Ich' habe es aber mit meinen eigenen leiblichen-Augen
gesehen, von der Mutter, sowie von der Tochter, daß
sie von ihrem eigenen Haare hineingeflochten haben.




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Sölche Liebesbänder hat die Hulda machen müssen,

weil die Comtesse es lernen wollte. -Daß sie vgn -.-
ihrem Haare gewiß auch- da hineingeflochten hat, das -!
wird sie aber wohl für sih behalten haben, denn da--;
wit- hat sie es gezwungen' bei der- Durchlaucht. Dem ;
arnien -jungen Menschen, dem Sekretär von Seiner I
Durchlaucht, dem Michael, dem muß sie auf andere Z
IWeise beigekommen sein, denn der'war nicht von heute,
der wißte über sie Bescheid!' Aber mit dem Herxn

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Bäron setzt sie es nicht durch. Da sind; sie sah
sich um, trat an Frau von Wildenau herän und sagte
Isg,, da ' können die Anderen ihr doch über!? --.
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, Was soll das heißen? fragte diese, der des aber-
gläubigen Geredes, das sie anfangs wohl belustigt hatte,
nun genuug war. ,Sie müssen sich deutlicher erkläären.
Von wem sprechen und- was meinen Sie?.-
, Gnädige Frau -haben es bereits vernommen!!
entgegnete Ulrike mit einer eisernen Zuversicht. ,Die
Hulda hat ja gleich in der Stunde, in dex sich der
Herr Baron mit ihr verloben wollte, ihr Zeichen schreck-
lich genug bekommnen; denn sie- wußte es end ich habe
es ihr zu ihrer Verwarnuung selbst' ganz klar gemacht,
wie es mit dem Herrn Barone stand. -Aber hät sie
hören wollen? Nun sind der Schreckei' gtnd das böse
Gewissen ihr in die Glieder gefahren. Nun liegt sie
da und steht nicht wieder auf. -' Die Freiherren ster-
ben auch aus,'und es komunt Alles an unseren jungen
Grafen, früher oder später!?
Frau von Wildenau gab ihr keine Antwort. Sie
erkundigte sich nur nach den Umständen, welche dem
Erkranken Hulda's, dem Verschwinden - der Pfarrerin
vorangegangen waren. Sie fragte, wer der Michael
sei, dessen die Mamsell erwbähnt hatte, und ohne pöllig
klar - in das Wirrsal hineinzublicken, daß diese-in ihren
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Anspielungen auf den Fürsten zu Markte. gebracht
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hatte, meinte sie es vollkommen begreifen -zu können,
wie' der Gräfin der Gedanke- widerstehenfmußte, ihren
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trefflichen Bruder eineMißheirath mit einem Mädchen
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schließen zu sehen, das übel berüchtigt! und eins jener
dienenden Frauenzimmer -zu: sein schien, welche nur
zu oft eine Plage in den Häusern begüterter und vor-
nehmer Familien sind. - -

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blicklich wider Hulda und wider die Heirathsplane des -'
Bardns Pgrtei. Sie versezte sich in die Seele ihxex -
Freundin, und lehhaft, wie sie es war, malte sie sih's - F
aus, wwwie-die Gräfin es, ihr, danken, welch ,eine; PJohl- -
that sie der gräflichen und der freiherrlichen Familie--
damit' erzeigen würde, wenn es ihr gelänge, Emanuels --
-abenteuerliche Heirath uf die eine der die zandere , -
Art zi hitertreiben, oder, was schljeßlich auf,dasselbe.-
,hinauslaufen konnte, ihre Ausführung vorläufig nur -;
Finauszuschieben. Daßß ein Mann von Emanuel's Z
Sinnesart sich in die Netze eines solchen jungen i«
Frauenzimzmers vexstricken könnte, fand sie nicht eben,
auffallend, denn unter, den in der Beurtheilgng - der -
Frauen. überhaupt, nicht schgrfsichtigen Männexn,' hatte -
sie die sittlichen Jdealisten immer als die Blindesten;
und Leichtgläubigsten gefunden., In ihre alte Freund--?
schaft für die Schwester mischte sich deshalb ein Mit- - ;
leid für Emanuel, als wenn er ihr eigener Bruder z
Fgehgenheit sie selbst betroffen hätte,- .

- - Ihr weibliches Standesbewußtsein nahm -augen- ,
gepesen wäre, und ein Antheil, als wenn -die, An- JZ
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. Sie hatte eben der Mamsell die Weisung ertheilt, --
daß sie für, das Erste weiter Nichts bedürfe, und-sie
mnicht. länger von ihren, Geschäften, abhalten wolle, gls -
, Konradine und der Baron von ihrer Ausfahrt wieder- -H
kehrten. Fast gleichzeitig mit ihnen ließ sich der Amt-
mann bei ihr melden.
. Er war:'nach der gestrigen, Verabredung mit dem
Baron gleich am Morgen nach der Poststation ge- ?
fahren, um nachzusehen, wie es mit dem zerbrochenen z
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Wagen stehe, und das Gepäck füt älse,Fälle ngch dem
Schlosse schaffen zu lassen. - Nun-lautetenhdieNach-
richten, die. er brachte, für das Foxtkogmen er, Rei-
senden: nicht günstig. -Der Wagenpgr; koch, exheb-
Licher beschädigt, als man -es- erwgxtet hatte.- . Der
Schmied und der Stellmacher des ;Stgtionsoxtes ge-
trauten es sich wohl,. ihn, in, zwwej Fagen-hegzustellen;
der Amtmann -jedoch gieinte; daß-es weßt gergthener
ei, den trefflichen Pagen lieber, äuf, Fyfegf nach sdem
nicht allzu fernen Städtchen, bringen Endihnsdgrts pgn
einem Manne, den er als verläßlich, nannte, grßndlich
repariren zu' lassen, worüber denn freilich, mmindestens
fünf, sechs Tage hingehen könnten. .
Während Konradine achrechnetezs dgßI se auf
diese Weise. in jedent Falle ein,verabxedetesZüsamnen-
treffen mit Verwandten pexsäumen, wjrden,-. und die
Mutter sich mit Sachkenntniß exkundigte,, -oh Jbei -der
leichteren Ausbesserung, dex Wägen atict gyenigstens für
die Fahrt bis, nach, der, Hguptstadt, it,Sichexheit zu
benüzen sein dürfte, -jgte Fgugyuelzs ,Sie ßellen
meine Selbstsucht, auf zine- schwere. Frghe,, zverhe
Freundin! - Der Wahcheit die Ehre gu gehen, guß
ich Ihnnn sagen, daß meine Reisekalesche, und zi Pack-
wagen, den die Gräfin hier, zurßckgelgsßen hat, gzn
Ihrer Verfügung stehen,zpd, im Nohfglle,Ihre,Peigr-
reise möglich machen. - Aber ist Ihr Fortgehen denn
so dringend und fällt es Ihnen degn -g schwer, zir
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. Fanny Lewald, Die Erlöserin. 1.
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- ,Ich möchte,' fiel der Amtmann ein, , den gnädi--?
gen - Herrschaften auch zu bedenken geben, daß der
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Barometer höher gestiegen ist, als ich ihn je gesehen-
habe, und die Kälte hat nach Sonnenaufgang zue ZZ
genommnnen.. Es stehen uns also sehr kalte Tage- vor
der Thüre. Wenn die Herrschaften nicht recht fest auf
der»Brust und das Reisen in solcher Witterung nicht
von früher her gewohnt sind, thäten sie vielleicht doch
besser, es hier ein Weniges abzuwarten. Und,! setzte
er hinzu, indem er sich zu Emanuel wendete, ,wenn
ichl mir herausnehmen darf, dem Herrn Baron meine

Meinung auszusprechen, so glaube ih, Sie sollen sich
auch bei diesem Nordostwinde nicht der Luft aussetzen,
denn, der greift hier am offenen Meere den Menschen-
anders an als in der Stadt, besonders wenn man,
wie der Herr- Baron, die Winter immer in warmen I
Ländexn zugebracht hat.-
- . Frau voi Wildenau -stimmte ihm darin völlig -
bei,-und ihre' eigene Angelegenheit - zunächst-eiseite I
setzend, sagte sie: -,Ich habe das heute schon den gan- -
zenMorgen selbst gedacht, lieber Baron, als ich -es -
erfuhr;-wie Sie bei dieser schneidend kälten' Luft mit
Konradinen im offenen Schlitten ausgefahrenwären. -
Das-ii wirklich unverzeihlich. Sie dürfen das sich '
und dei Ihrigen nicht anthun. Ich finde es ein Un-
recht, daß man Sie nicht längst bewogen-hat, auf -
Ihre Besizungen an den Genfersee zu gehen.! -
-- - Er meinte, sie wisse es ja, welche Sorge und z
welche Pflicht ihn hier zurückgehalten' hätten, obschon --?
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er in der That gegen die Härte des Klimas nicht un-
empfindlich sei. ?
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, Um Pflichten erfüllen zu- köimen,! entgegnete
Frau von Wildenau, , muß-mnan-doch,vor allen Dingen
am Leben bleiben, denn -das- französische Sprichwort
hat auch in diesen Falle Recht: -diewernünftige Barm-
herzigkeit fängt bei sich selber an!s. Midda ich nicht
in den Fehler Derjenigen verfallen - will, die Sie hier
so unnöthig festgehalten haben. - , .!-
,Verzeihung,! unterbrach sie Emgnuel, der diesen
versteckten Tadel gegen Hulda und, deren Vatex; nicht
zuzulassen vermochte, ,es hat»Nienjand - daxan gedacht.
mich festzuhalten, -nicht daran denken Pönnen. - Ganz
im Gegentheill? -
,Nun denn, gleichviel!' so muß ich Sie gegen sich
selber beschüzen, lieber Freund!? rief xie -uit heiterer
Lebendigkeit zIch will mit: Shnen, einAbkömmen zu
treffen sachen, das mir frommt- und - Ihnenz wie ich
hoffe, nicht entgegen ist. Wit wollen hiex. an Ihren
warmen Defen und hellen. Feüern- die Herstellung un-
seres Wagens wie den ersten, haxten »toß der-Kälte
abwarten, wenn Sie dafür, versprechen, ebenfglls ge-
duldig' in den Zimmern. auszuhalten; und zdann he-
gleiten Sie uns in die Stadt, »we zesenn doch so
rauh nicht ist als. hier, wenn Sie sich nichtauoch-zweck-
mäßiger entschließen'den-: Nörden für: die nächsten
Monate zu verlassen und mit uns gen Süden -Fort-
zuziehen.!
Emanuel dankte ihr für diesen liebenswürdigen
Vorschlag. Er sagte, er habe es heute selbst gefühlt,
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daß er die große Käilte wohl vermeiden müsse. Er
nehme deshalb das erste ihrer Anerbieten um so freu-
diger an, da' er jetzt mit verhältnißmäßiger Unbesorgt-
z
heit an seine Kranke denken könne. Neber die nächsten
Tage hinaus permöge er eine: Entscheidung nicht zu-
treffeü ein Versprechey nicht zu geben. Nur das Eine

könne er versichern, daß er darauf halten werde, den
Wagen so gründlich und so dauerhaft als möglich her-
stellen zu lassen. -
-- Frau von Wildenau ließ sich damit genügen.
Sie und der' Baron gaben dem Amtmann scherzend
die widersprechendsten Anweisungen in Bezug auf das
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Fuhrwerk. Der Amtmann, dem in jeder Hinsicht
fühlte, sich' dadurch beruhigt, daß Emanuel zunächst das
Zimmer' zu hüten versprach, und gab sich deshalb mit
doppelter Gefälljgkeit zu allen Anordnungen her, die
man zu treffen wünschte.
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? Ebenso bereitwillig zeigte sich die Mamsell.' Das
Gepäck war angelangt,' man fing an, sich für einige
Tage- einzurichten. Man siedelte aus den Fremden-
zimmiern in die noch behaglicheren Zimmer der Gräfin
über. Die Gäste zeigten ein, sichtliches Gefallen an der
Schönheit und Stattlichkeit des Schlosses, sie sprachen
davon, dem Gott des Zufalles- einen Altar zu errichten,
der ihnen dieses durchaus romantische Begegnen mit -
- Emanuel bereitet habe, und Konradine meinte, als
- man am Mittag im besten Eiwverständniß fröhlich an
der Tafel saß: , Eigentlich, wenn wir unseren Vor-
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sehr daran gelegen war, daß der Baron' ihm nicht.
stwa in -Abwesenheit der Giäfin ernstlich erkrankte,--
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theil recht verstünden, verheimlichten wir dies Bei-
sammensein vor aller Welt, denn dadurch Hekäme es
erst seinen wahren, rechten Reiz.!
Die Mutter, die es offenbar. erfreute, ihre Tochter
wieder einmal wirklich heiter zu sehen, meinte, der
Einfall sehe ihr ähnlich und stamme aus ihrer tiefsten
Seele. , Konradine hat vonfrühauf,! sagte sie, ,den
sonderbaren Zug gehabt, das, was ihr das Liebste war,
an äußerem Besiz wie an liebevoller Neigung, zu ver-
bergen und zu verschweigen. -Sie ist, in einer, Weise
ausschließlich, die ich oft mit Besorgniß angesehen habe
, Und, warf Konradine -hin, ,das Leben hat mich
dafür gezüchtigt, indem es mit meinem heiligsten Em-
pfinden an die große Glocke der Deffentlichkeit ge-
schlagen hat. Aber lassen wir das.!-
Sie fuhr sich dabei hastig übex die Stirne, warf
die langen röthlichen Locken. mrit -der schönei weißen
-


Hand in den Nacken zurück und machte sich mit ihrem
Armbande zu schafen.
Emanuel' sah, wie ihre Aeußerung und ihr ganzes
Behaben der Mutter peinlich waren. Auch ihm miß-
fiel dies rückhaltlose Preisgeben, dies wilde Aufzucken
ihres Schmerzes. Es erschien ihm unweiblich und un-
schön, während es ihn doch interessirte. Uin das ein-
getretene Schweigen zu unterhrechen, sagte er endlich:
,Ein Eigenstes, Etwas, was er ausschließlich besizt,
will im Grunde Jeder besizen. Was Alnderes ist es
denn, das in manchen Fällen,. der Diplomatie und den
sogenannten verbotenen Liebeshändeln' ihren Reiz für
uns verleiht, als der Vorzug, ein Geheimniß sein zu


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nennen, und die unterhaltende Nothwendigkeit, sich in
ein Geheimniß hüllen zu müssen. ßersonen, die sie
in irgend ein geheimes Abenteuer, in einen Ehren-
oder Liebeshandel,' oder was es immer sei, verstrickt
glaubt, gewinnen schon um deshalb eine Bedeutung
für die Gesellschaft. Sie werden ohne ihr eigenes Zu-
- Hie Muttet stimmte i im Wesentlichen seinem Aus-
sprüche: bei. Sie führte mit guter- Art einige Bei-
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thun Gegenstände einer ganz besonderen Beachtung für
die große?Menge.!
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spiele dafür aus ihrer persönlichen Erfahrung an und

erwähnte- dabei einer ihrer Bekannten, welcher das
durch einen- Zufall entstandene, völlig unbegründete
Gerücht, sie: habe um einer unglücklichen Liebe willen
auf die Ehe verzichtet, zu dem Piedestal geworden war,
von -den aus sie zu einer höchst bevorzugten Stellung ?
erhoben und zu einer sehr glücklichen Ehe geführt wor-
den war.
Man lachte darüber, die Unterhaltung blieb mit
allerlei romanhaften Abenteuern beschäftigt, und die
Mutter hatte. wohl' nicht recht erwogen, wwas sie danit
- thätz als sie die- Aeußerung. machte,' wie ihr in der
Liebe -das Nebermaß immer ein Entsetzen eingeflößt,
nd wie sie von jeher förmlich Scheu vor jenen ge-
waltsamen Empfindungen getragen habe, welche man
als! eine große Leidenschaft bezeichne.
-- - ,Ja! fuhr daKonradine auf, ,Mama hat durch-
aus Recht. -Sie sind auch schrecklich, diese großen
Leidenschaften mit ihrem: ,ls jeu est kit, rien vs-
rs plas !-- bei denen der Mensch sein Alles einsetzt
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und dann mit einemmale vor - dem Nichts dasteht.
Aber-- so ein kleines Rapuschchen der Liebe, bei
welchem man nur wenig wagt, nicht viel. gewinnt,
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nicht viel verliert, das ist eigentlich der allerbeste Zeit-
vertreib. Wenn ich es pecht bedenke, lieber Freund!
müßten wir, um das romantische Abenteuer dieser Be-
gegnung vollständig zu machen, uns hiex, in aller Eile
in einander verlieben. Denken Sie, ?wie- originell das
wäre! Wir haben? einander gekannt sseit langer Zeit,
sind immer gleichgiltig neben' einander ,her gegangen;
nun werden wir als:: halbe Schiffhrüchige, zusammen
auf eine wüste Insel verschlagen, werden-ngthgedrungen
auf einander angewiesen -- das ist ja Fllles, wie' ein
Dichter sich's nur wünschen kann. Und daß ich
Ihnen die Wahrheit frei gestehe, ichs finde Sie hier;
wo Sie so vorsorglich sich für uns -henzühen,' so lie-
benswürdig, daß ich mir einbilde; meine gexührte Dank-
barkeit müsse auch schon einen gewissen Eindruck auf
Sie gemacht. haben.!
Er sagte, daß sie ihm nie anders: als in dem
Lichte aller ihret Vorzüge etschienen sei,, daß -er es
jedoch niemals habe wagen mögen, sich ihr den: Kreis
ihrer glänzenderen Verehrer einzureihen.;' Sie gab- ihm
- diese Schmeichelei mit anmuthiger Verkindlichkei zurück,
und man war im besten Zuge, dies Federballspiel ge-
selliger Galanterie heiter fortzusetzen, jals die Mutter
ihnen mit dem Finger drohend die Bemerkung. machte
mit dem Feuer solle man nicht spielen. - ,Denn,!
meinte sie, ,wie mir die großen Leidenschaften immer
etwas Unheimliches gehabt haben, so ist. mir auch alles





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Herausfordern des Geschickes bedenklich. Es ist: etwas;
Dämonisches in solchen Dingen, mit dem zu scherzen -
sehr gefährlich ist.
- - Emanuel lehnte sich gegen diese Warnung auf:- -?
Er hatte all die Zeit her außer seinen Büchern keine

andere Unterhaltung gehabt, als den von Kummer z
schwer gebeugten Pfarrer, oder die sentimentale, be--I
schräänkte Gewissenhaftigkeit der treuen Kenney. -Nun-

baef Konrädinens: Keckheit mit übermüthiger Hand- z
einmal die enge Schranke nieder, welche' ihnr- den An-
blick der Welt entzogen hatte, und, er ward es mit-
Erstaunen' inne, wie sehr er trotz vielfach abweichender
Meinung durch die Gewohnheit langer Jahre: mehr,-
als er es selber gewußt und geglaubt hatte,. mit dieser
großen Welt und ihrer: Gesellschaft zusammEnhing.
Das Licht war grell, der Ton war schrill, die ihm von
- dort' herüberdrangen, und doch regtei sie ihn. erfreu-
lich auf, wie- den an Wein Gewöhnten - das feurige be-
Tebende Geträänk, wenn er es lang entbehrt' hat.
- : Könradinens Natur und Art. waren. keineswegs -

die seinen,l aber er und sie waren auf' dem nämlichen
gesellschaftlichen Boden erwachsen, sie hatten die Frei-
heit gehabt, sich innerhalb gleicher Voraussetzungen -
eigenartig hu entwickeln, sie- kannten -Beide:große.
weite Menschenkreise aus ähnlichen -Lebensbereichen. z
das ganze Nebereinkommen der sogenannten Gesell-
schaft, der großen Welt, das sich von den Axtheile
über: das Erlaubte urdiNichterlaubte, über' Sittlichkeit
und :Moral. bis auf die Bedeutung des Wortes in. der
Sprache ausdehnt, war ihnen gleich geläufig! und ge-
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meinsam wie eine fertig ausgeprägte Münze, wie ein
gleiches Gewicht und Maß. Emanuel vermochte des-
- halb selbst in den Nebertreibungen, zu welchen Kon-
radine sich in ihrer jezigen Verfassung verleiten ließ,
? deutlich zu unterscheiden, was daxin eonventionell oder
durch Rückerinnerung an dichterische Gestalten gefärbt,
was echt und selbstempfunden war. Das Erborgte
beleidigte ihn also weniger, das Wahehafte flößte ihm
? mehr Mitempfindung und mehr Reugier ein, als es
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sonst vielleicht der Fllgewesen wäre. Sogar die
? schroffen Nebergänge, nit denen sie svön schmerzlicher
F Bitterkeit, sobald sie achtsam därauf , wurde, zu -einer
gleichgiltigen Frage oder Bemerkung übergehen konnte,
hatte für ihn nichts Neberraschendes, dä er diese Art
von Selbstüberwindung als einen der ersten Er-
ziehungs-Grundsätze, als eine der nothwendigsten Eigen-
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schaften für das Leben in der Gösellschaft zu würdigen
nnd, wo es noth that, selbst zu' üben wußte.
Er würde aus seiner Natur heraus auf eine
Unterhaltung, wie Konradine sie ängeschlagen hatte,
kaum verfallen sein. Nun, da sie' eine augenblickliche
Zerstreuung in ihr zu finden schien, lockte es' ihn, ihr
darin das Paroli zu bieten, und es'gewährte ihn eine
gewisse Belustigung und Genugthiüung, daß er sich
sagen konnte, er habe in seiner Einsämkeit die heitere,
gewandte Schlagfertigkeit doch' noch kicht eingebüßt.

,Was ist nicht gefährlich, was ist'nicht bedenklich
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für den Ungeübten? sagte Emanuel scherzend. ,Feuer
und Pulver sind gefährliche Dinge in eines- Knaben
Hand, und wie erfreuen uns- trotzdem die Raketen

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und Leuchtkugeln wenn sie aus den Flammengarben
der. Girandola -nach allen Ecken und Enden durch
die Lüfte fliegen. Dazu stehen wir bäld am Be-
ginne , des Karnevals, und ich werde hier keine
Maskenschexze haben wie in den fröhlichen Straßen
vonRonfoder - unter den Hallen des geselligen Markns-
Plgzes. Ich finde deshalb Fräulein Konradinens I
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Einfall ebenso. glücklich als verlockend. Wir improvisiren
füb die Fage unseres hiesigen Beisammenseins eine
kleine Komödie. Sie theilt sich in derselben eine Rolle
- zu, in welcher sie Meisterin ist. Ich werde versuchen,
mich, so gut ich kgnn, in dem mir neuen Fache zu,;
bewegen. Sie, theure Freundin, sind unser Publikum,
und fällt der Vorhang, verlassen Sie das Schauspiel-
haus-- so bin ich es allein, der die Kosten dieses
frohen Spiels zu tragen haben wird, für den allein ?
, Gefahr daraus erwachsen kann.!
,Sie? rief Konxadine, ,als ob Sie nicht burch
Ihre Liebe gefeit, durch Ihre Verlobung sicher wären? ;
Sie denken innerlich an Ihre schöne, kranke Braut
und an Ihre Hochzeit, ich an das Stiftskreuz, das
man mir zugedacht hat und für das ich mir schon
die würdige Hgltung vor dem Spiegel einstudire, wenn
ich sonst njchts Anderes zu denken und zu thun habe;
deng- eben dadurch, daß wir Beide innerlich mit völlig
andergn Fingen beschäftigt sind, wird das, Komödien-
spiel-erst recht zu einem Spiel und ungefährlich. Nur
- -, müüßte, man eigentlich dazu auch im Kostüme sein.!.
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-; -- ,Befehlen Sie Watteau oder Renaissance? fragte
Emgnuel,,es ist zu beidem das Material im Schlosse.!

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Sie wollte es nicht glauben. Er gab den Befehl,
die Mamsell möge aus den alten GardexobeZimmexn
die Kleider, welche er bezeichnete, herbeischaffen. Sie
wurden nach kurzer Zeit gebracht und machten den
beiden Frauen viel Vergnügen. Die, Anzüge stammten
von den Vorfahren der jetzigen Besizer, cher. Sie
waren reich und prächtig und waren,,in Ordnung gee
bracht und aufgefrischt worden, als mgn sich ihrer im
Herbste bei den Schaustelhtmgen und Aufführungen
zum Defteren bedient hatte. Sie wurden genau
besehen, in ihrer Besonderheit beurtheilt. Man ver-
glich sie mit der Kleidung, in welcher man sich jetzt
gefiel, und erinnerte sich der sogenannten griechischen
Trachten, in die man sich am Anfange des Jahr-
hunderts gekleidet hatte. Frau von Wildenau schilderte,
welche lächerlichen Scenen, welche Unbequemlichkeiten
und Unschicklichkeiten diese zweite Auflage der griechischen
Nacktheit an den Höfen im Norden herbeigeführt hätte.
Dadurch kam sie auf die Zeit zu sprechen, in welcher
sie während ihrer Erziehung in einem adeligen Fräulein-
stifte die Mutter des regierenden Kaisers zu ver-
schiedenenmalen gesehen hatte. Es war auch von den
gegenwwärtigen Berhältnissen des russischen Hofes die
Rede, an welchem die beiden Frauen in diesem
Herbste wieder gelebt hatten, und wie man sich endlich
von der Tafel erhob, dachte man der alten Kostüme
gar nicht mehr, und auch des phantastischen Vorhabens
hatte man bald vergessen, mit dem man sich während
des Essens, eben wie mit einem Feuerwerk die Zeit
vertrieben hatte.

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-- - Die Leuchtkugeln,die man in die Lüft geschleudert, y
hgtten' aber manches Verborgene mit' ihrem -caschen Fs!
Lchte -beleuchtet und enthüllt, manches bedeutende Zs
h -- - Signal gegeben, Run war Ales -ruhig 'und vorhei z,
Nürdie Erinnerung an'' ein eigenthümliches'Erlebniß»h
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