Die Erlöserin.
Fanny Lewald
Kapitel 06


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Sechsies Gapites
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Die Leiche des verstorbenen Grafen - war mit
großer Feierlichkeit bestattet worden; die Herrschaften
suchten sich, wie sie es nannten, zu fassen und zu
sammeln, und die Frau Gräfin sagte, daß die Stille
und die Zurückgezogenheit in ihrem- Schlosse sehr be-
ruhigend auf sie wirkten.
Sie mußte aber von Stille und Zurückgezogen-
heit Fesondere Begrife haben, denn schon zur Bestat-
tung des Grafen hatten die beiderseitigen Verwandten
sich zahlreich eingestellt. »Als diese sich entfernten,
waren nähere und fernere Bekannte- herbeigekommen,
ihre Theilnahme zu bezeigen; und' wie dann erst die
rechte Wärme uund die Zeit der? Seebäber- begannen,
fanden sich so Viele unter den'' alten guten Freunden
der gräflichen Familie, für welche es eine nothwendige
Erfrischung war, ein paar Wochenamn dem Meere zuzu-
bringen, daß es -nach - der Ansicht. der Besizerin un-
gastlich gewesen sein würde, ihnen die Bequemlichkeit
in ihrem Schlosse zu versagen.
Das Schloß war also immerfort vdll. Menschen,
und Mamsell Ulrike klagte bitterlich darüber, wie sie

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mit ihrem alten Kopfe sich vor Arbeit und immer
neuem Einrihten nicht mehr zu lassen wisse, wie die
mitgebrachten Domestiken der Frau Gräfin und die
Dienerschaft der Fremden überall das Unterste zu oberst
kehrten, und Ansprüche erhöben, als wäären die Franzosen
wwieder in das Land gekommmen,
Wer die Unermüdliche aber recht darauf ansah,
konnte es' wohl merken, daß sie bei all, dem Kommen
und Gehen, Schaffen und Befehlen recht eigentlich in
ihrem Elemente. schwamm, und welch ein Vergnügen
ihr, die geheimen Mittheilungen der vexschiedenen
Kammerjungfern, welch eine Genugthuung ihr das
Lob gewährte, das die Herrschaften ihren achtsamen
Dienstleistungen zu zollen nicht ermangelten. Sie hm
trotz aller ihrer Arbeit jetzt auch piel häufiger als ssnst
in die Pfarrs, denn es drängte sie, der Pfarrerin von
den wichtigen Dingen zu erzählen, welche sie erlebte
und erfuhr, und:es war Hulda dabei stets zu Muthe,
gls sei das alte Pfarrhaus von seiner alten Stele
fortgerückt, von einem Zauberer plötzlich mitten in die
große Welt versezt.
-- - Sie konnte gar nicht aufhören zu staunen und
zu bewundern. Die schöne, gebietende Gestalt der
Gräfin, die schlanke Tochter, die' troz der heißen Jah-
- reszeit .in: denn schweren Trauergewäydern -mit, den
schwarzenkSchneppenhauben einhergingen, die, Diener
in: den schwarzen Livreen, die alte, mit dem grauen
Lockenköpfchen leise zitternde Engländerin, welche der
Gräfin und dann auch deren Tochter Erzieherin ge-
wesen :war, und, wie die Mamsell behauptete, noch bis



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auf diese Stunde die Vertraute und beständige Be-
ratherin der. beiden Frauen machte, beschäftigten unab-
lässig die Phantasie der Pfarrerstochter. Es verging
kein Tag, ohne daß ein äußerer Vorgang ihr sonst so
einförmiges Leben unterbrach.
Bald ritt die schöne Gräfin- Clapisse mit wehen-
dem Schleier,' von anderen vornehmen Fräulein und
von vornehmen Männern begleitet, in der Abendkühle
an dem Pfarrhause vorüber, bald sprengte ein Offizier
in glänzender Uniform. durch das Dorf. Dann wieder
brachten die leichten Jagdwagen die ganze Schloß-
gesellschaft zu einer Wasserfahrt bis an das Meer
hinunter, und die Bedienten bereiteten dann amStrande
einen Imbiß für die Stunde der Rückkehr vor. Kurz,
die Woche war vgrüber, ehe man es merkte, der Sonn-
tag schien weit häufiger heranzukommen als in ande-
ren Zeiten, und am Soannntage vexsäumte die Gräfin
es niemgls, mit ihren Gästen die Fiche zu besuchen.
Hulda hatte sich von frühester Kindhsst an die
ganze Woche hindurch auf den Sonntag gefreut, und
vollends während der Sommerszeit war er ihr- stets
ein doppelter Festtag gewesen. Mit einer herzerhebenden
Rührung hatte sie neben der Mutter der Kanzel gegen-
über in der Pfarrbank gesessen, wenn das helle Son-
nenlicht durch die niederen Fenster, in die Kirche fiel,
und die goldene Taube- an dem Kanzeldache über des
Vaters Haupt beleuchtete, daß sein Antliz pon dem
Widerscheine erglänzte, während das Anschlagen der
sanft verfließenden Meereswellen seine Worte mit gleich-
mäßigem Takte begleitete, und der Hauch des Seewin-

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des den gestreiften Vorhang an der Kirchenthüre hob
und senkte, daß die Luft vom Meere frisch und feucht
Pis in, das Gotteshaus hineindrang. Das war jetzt
Alles noch wie sonst, aber Hulda empfand nicht mehr
die frühere, in sich selbst begnügte Freude.-Es war
nicht mehr die Predigt, nicht mehr das Wiedersehen
dieses und jenes bekannten Mädchens, auf die- sie
-hoffte,wenn sie des Sonntages gedachte. Es war die
, Frage: wird Er in der Kirche sein? und sie wußte
selber nicht, ob sie seine Anwesenheit erhoffte oder
fürchtete. -
auf dem Wege nur bei der Bestattüng des Grafen
wiedergesehen, und wie sehr die feierliche Handlung
mit ihrem düsteren Gepränge ihre Aufmerkfankeit sonst
auch beschäftigt und ergrifen haben würde, hatte sie
kalt gelassen, weil ihr Auge unverwandt auf den
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Baron gerichtet, ihre ganze Theilnahme darauf be-
schränkt gewesen war, ob er sie bemerken, ob er sie
erkennen, sie begrüßen werde. Sie verlangte danach
init wahrer Sehnsucht, sie hoffte es in seinem Blicke
zu lesen, daß er ihr nicht zürne. Sie warf es sich vor, ihn
mit ihrem thörichten Ausrufe verletzt zu haben, und es
- lastete schwer auf ihrem Herzen, daß sie, die sie wissent-
lich noch keinem Menschen ein Leides zugefügt, gerade
dem - Baron, der wohl ohnehin nicht glücklich sein

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- - Sie hatte den Baron seit jenem ersten Begegnen
- mochte, gerade ihm zu nahe getreten war.
- Indeß, die Beerdigung war vorübergegangen, ohne
- daß ihre Hoffnung sich erfüllt. Die gräfliche Familie
- hatte, als man aus der Gruft gekommen war, einige

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Worte mit dem Pfarrer: gewechselt,- dann hatten sie
sammt und sonders die Kirche verlassen, und nur die
Gräfin hatte im Vorübergehen der Pfarrerin leise mit
dem Haupte zugenickt, ehe sie Alle in den Wagen ge-
stiegen und davongefahrenn waren.
Später hatte die Gräfin den Pfarrer zu verschie-
denenmalen zu sich kommen lässen, um mit ihm über
die Angelegenheiten der Gemeinde' und der Schule,
und über die Ansuchen zu sßrechen, welche von den
Bedürftigen an sie gerichtet worden waren. Sie hatte
ihn auch zu Tische geladen, ihn - theilnehmend nach
seinem und der Seinen Ergehen befragt und dabei
verheißen, sie werde nächstens in das Pfatrhaus kom-
men, nach ihnen selbst zu sehen.
Der Pfarrer war dadurch wie neu belebt. Die
Anwesenheit der Herrschaften erquickte ihn. Weil der
Verkehr mit ihnen, ihmdie Zeiten seiner Jugend in
das Gedächtniß rief, in welchen es ihm vergönnt gewesen
war, ihr Hausgenosse zu sein, kam er sich wieder ganz
verjüngt vor, und der Wiederschein seiner Freude strahlte
auf die Pfarrerin zurück. - Es war eine Geschäftigkeit
ohne Ende in dem sonst so stillen Hause, denn man
hoffte an jedem Tage auf den Besuch der Gräfin.
Man legte in der Woche die Kleider an, die man sonst
ntr an den Sonntagen zu tragen pflegte, und an
jedem Morgen hielt sich Hulda die Frage heimlich
vor, die sie nicht auszusprechen wagte, ob der Baron
die Gräfin wohl begleiten würde, wwenn sie endlich
in das Pfarrhaus kommen würde.
Der Pfarrer hatte ausdrücklich erwähnt, wie sehr


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die Gräfin diesen jüngsten Bruder liebte, wie glücklich
es sie: mache, daß seine Gesundheit jetzt so gut sei,
und wie der Baron sich mit seiner festen Willenskraft
in einer Weise abgehärtet habe, daß er sich mit vie-
len Stärkeren und. Gesunderen messen dürfe. Er
hatte- ihn bei jedem seiner Besuche iinn Schlosse längere
Zeit gesprochen, hatte in seinem Arbeitszimmer die
Sammlung von. Volksliedern gesehen, mit welcher der
Baron sich beschäftigte, und es war auch die Rede
davon gewesen, daß. er einmal kommen werde, um die
lithauischen und kurischen Lieder, welche die Frauen in
der Pfarre kannten, von ihnen selber in der Original-
sprache:zu hören. Indeß, man hatte ihn bisher ver-
gebens erwartet; sogar in der Kirche war-er- gh :er-
schienen wie die - anderen Schloßbewohner. --
- So war man bis zu, dem dritten. Sonntage nach
der Bestattung gelangt. Die Gräfin hatte -mit den
Ihren so wie immer, ihren Platz, in der mit Glas-
fenstern' versehenen Herrenbank eingenommen, der Ba-
ron jedoch fehlte auch an diesem Sonntag wieder, und
als, die Predigt und das Singen vorüber waren, ver-
ließon: die Herrschaften ihre Size und die Kirche. Im
Hinausgehen aber gab die Gräfin der Pfarrerin ein
Zeichen,. daß sie ihr folgen sollte. Die Pfarrerin erhob
sich augenblicklich, nahm, obschon der Pfarrer noch eine
Taufe zu verrichten hatte, die Tochter mit sich, und
traf an der Kirchenthüre mit ihrer gräflichen Wohl-
thäterin zusammen.
,Ich werde eine Weile bei Dir bleiben,! sagte
die Gräfin, als die Pfarrerin sich neigte, ihr die Hand

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zu küssen. , Mein junges Volk will. in das Meer
hinausfahren und ich werde die Rückkehr des Wagens
bei Dir abwarten. Nur mein Bruder fehlt noch.!
, Also sind der Herr Baron ooch wenigstens nicht
krank? fuhr die Pfarrerin unbedacht heraus.
-' ,Woher hast Du das geglaubt? entgegnete die
Gräfin in ihrer kurzen, bestimrmnten Weise, da sie es
wie alle Vornehmen nicht liebte, von ihren Unter-
gebenen, und als solche betrachtete sie die Pfarrerin,
befragt zu werden. Das machte die ßfarrerin so-
gleich verlegen. ,Ich meinte, weil der: Herr Baron
die ganze Zeit her nicht zur Kirche kamen,! sagte sie
entschuldigend.
,Er ist des Kirchenbesuches entwöhnt!r versezte
die Gräfin, trat dann durch das Gärtchen in das
Haus und in die Stube, sah sich, das Lorgnon vor
das Auge haltend, in dem freundlichen Raume um
und sagte, während die Pfarrerin, um ihrem Gaste
Platz zu machen, hastig den.Tisch- zurüchog, der vor
dem Sopha stand: , Wie ordentlich Du das Alles
hältst, es sieht ganz artig bei Dir aus! Du hast Dich
auch selber gut erhalten, und Ihr seid zufrieden, höre
ich. Das freut mich. Auch Deine Tochter sieht sehr
gut aus!' fügte sie hinzu, indem sie das Mäbchen
achtsam durch ihr Augenglas betrachtete: , Wie alt ist
sie und wie heißt sie?
Sie hatte das Mlles freundlich gesprochen, aber
es besiegte weder die Befangenheit der Mutter, noch
befreite es das Herz der Tochter. Als die Pfarerin die
Fragen der Gräfin beantwortet hatte, sagte diese:

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,Das Mädchen ist so stattlich, daß man es für älter
halten:könnte. Hast Du Aussicht, es hier in Deiner
Näheszu versorgen? -
-' , Hulda ist ja noch so jung!! wendete die Pfar-
kerin ein, und ihre Miene: verrieth es, wie fremd es
ihr noch wwar, an irgend eine Selbstständigkeit für die
Tochter zu denken. Aber entweder sah die Gräfin
dieses nicht, oder sie fand es nicht angemessen, es zu
- beachten, denn sie entgegnete: , Freilich ist sie jung.
aber Dein Mann ist in Jahren und Du hast des-
halb' allen Grund, an Deine und Deiner Tochter
Zukunft ernst zu denken. Darum eben fragte ich:
Hast Du Aussicht, sie in Deiner Nähe zu versorgen?
Ist irgend ein junger Geistlicher in der Nachbarschgft, .
dem Du sie verheiraten möchtest? Mau könnte einen
Solchen Deinem Manne adjungiren, da Ihr keine
Söhne habt. Mein theurer Verstorbener hat einmal
davon mit mir gesprochen, hat ausdrücklich erwähnt,
daß er in, diesem Falle für die Dotation- des Pfarr-
gehilfen sorgen, und damit überhaupt die Einkünfte
der Stelle zu verbesseren gedenke. Er war Deinem
Manne stets geneigt, und ich denke, in jeder Hinsicht
nach des Grafen Absicht zu verfahren. Sprich Dich
-also unumwunden aus.!
Das war Alles richtig, war gütig und groß-
müthiger, als die Pfarrerin es in ihren vielen sorgen-
vollen Stunden erwartet hatte, aber die einstige Ver-
heiratung ihrer kaum der Kindheit entwachsenen Tochter
zum Gegenstande der Berechnung zu machen, wider-
strebte ihrem Herzen ebenso wie ihren religiösen Be-

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grifen. Die kurze, rückhaltlose Weise der Gräfin er-
schreckte sie, und weil sie doch besorgt war, durch eine
abweisende Aeußerung das Wohlwolleii der Herrin zu
verscherzen, sagte sie mit ausweichender Vörsicht: , Das
liegt ja Alles in unseres lieben Herrgotts Hand!?
Die Gräfin lächelte. Sie gehörte zu jenen ent-
schiedenen und rasch entscheidenden Naturen, welche
immer nur das Ziel im Auge haben, und die, weil
ihnen dadurch viel gelungen ist, sich schonungslos über
die Bedenken Derjenigen hinwegzuseten; pflegen, deren
Woklen und Handeln von ihren Empfindungen be-
stimmt wird.
,Freilich, sagte sie, , das liegt in Gottes Hand,
so wie der Erfolg der Ernte und die Frucht des Jah-
res - vorausgesetzt, daß man zur rechten. Zeit gesäet
und das Seine für das Gedeihen der Frucht gethan hat.
Du weißt es nun, wir möchten die Pfarre in der
Familie belassen. Hulda sieht gut aus, und wenn die
hiesige Stelle aufgebessert wird, ist das Mähchen für
einen jungen Geistlichen eine vortheilhafte Heirath.
Sieh Dich also, wenn Du nicht schon eine Aussicht
für Deine Tochter hast, in dem Kreise Eurer Be-
kannten um, denn wie fest man auch an die weise
Führung Gottes glauben. mag, die Ehen, die nicht
in dem Himmel der Liebe, -sondern nach reiflicher
Prüfung und vorsichtiget Neberlegung geschlossen wer-
den, pflegen am besten auszuschlagen. Inzwischen
könnte man vielleicht für des Mädchens Ausbildung
noch Etwas thun. Was kannst Du, Kind? Was hast

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Du gelernt?! fragte sie, indem sie sich an Hulda
wendete und sie zu sich heranwinkte.
Es war ein Glück, daß in dem Augenblicke der
Pfarrer nach beendeter Amtshandlung in sein Haus
und, da er von der Anwesenheit der Patronin er-
fahren- hatte, noch im Ornate in das Zimmer trat.
Es enthob daskvöllig verwirrte, fassungslose Mädchen
der: Nothwendigkeit, zu antworten, denn man war
kaum über die erste Begrüßung hinaus, als die Gräfin
dem Pfarrer ihre Anerbietungen wiederholte und ihm
die Frage vorlegte, welche sie vorhin an seine Tochter
gerichtet hgtte.
Der Pfarrer beantwortete sie an ihrer Statt. Er-
wußte die Gunst, welche die Gräfin ihnen zu gewwähren
dachte, in ihrer Bedeutung besser als die Seinigen zu
übersehen, und er sprach ihr seine Erkenntlichkeit
mit jener Wärme aus, die der Vornehme und der
Reiche von Denjenigen zu erwarten pflegen, denen sie
unaufgefordert Hilfe bringen. Das befriedigte die
Gräfin. Sie war aufgestanden und an Hulda heran-
getreten.
,Ei, da hast Du ja einen ganz hübschen Anfang
gemacht, sagte sie. , Kenntnisse sind auch ein Kapital,
das seine Zinsen trägt, und da man ja nicht voraus-
sehen kann, wie bald sich eine Heirat für Dich findet,
wollen wir überlegen, ob sich inzwischen. nicht noch
Etwas für Dich thun läßt. Das will indessen über-
legt sein.? Sie hlelt wieder ihr Glas vor das Auge,
musterte das Mädchen von Kopfn bis Fuß und fragte
dann: ,Ist sie so gesund als sie den Anschein hat?

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- Die Eltern, bejahten es mit einem Danke gegen Gott.
,Ist sie geduldig? Ist sie gicht empfindlich? erkun-
digte sich die Gräfin weitex., Der Vatex meinte, man
habe sie mit anständiger Gelgsfenheit gerecht behandelt,
und also auch nicht Ursache gehabt, sich über ihr Ver-
halten zu beklagen.
Da legte die Gräfin ihre Hand auf seine Schulter,
und den schönen Kopf langsam auf den stolzen Schul-
tern wiegend, rief sie: , Mein lieber Pastor! Da wird
sie aber noch sehr viel zu lernen haben. Denn mit
der Vernunft und der Gerechtigkeit ist es nicht weit
her in dieser Welt, in der wir doch zu leben haben.?
Sie brach darauf ganz plözlich ab, denn der
Wagen kam, von dem Baron begleitet, den Weg nach
der Pfarre heran. Die Gräfin verließ das Haus.
Unter der Thür reichte sie dem jungen Mädchen ihre
Hand. Hulda neigte sich, die -Hand zu küssen; die
Gräfin klopfte ihr freundlich die Wange. , Sei un-
besorgt, ich werde Dich nicht vergessen,! sprach sie,
,und Du sollst es bald erfahren, was ich über Dich
beschlossen habe.
Comtesse Clarisse und die beiden anderen in dem
Wagen sizenden Personen grüßten nach der Pfarre
hinüber, der Baron kam mit seinem Pferde bis an
den Garten heran. Er wechselte einige freundliche
Worte mit dem Pfgrrer, forderte ißn zum Besuche
auf, erbot sich, ihm für diesen Fall den Wagen in
das Dorf zu schicken, und sich danach zu Hulda wen-
dend, fragte er: , Warum haben Sie denn heute
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ehe- Hulsä nöch''Süßte; wie ihr' geschehen, waken'sie
sammt' üidsonders schön verschwündeü die Giäfinnen,
ihre Gäste ünd' der Baüöir Aber böse, däs'wußte sie
jetzt, wwär der Baron ihr nicht.
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