Die Erlöserin.
Fanny Lewald
Kapitel 04


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Biertes Gapitel -
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Es war ein finsterer, kalter Wintetabend,' an dem
die beiden Frauenzimmer, tief Fn. ihre -Mäntel und
pelzverbrämten Kappen eingehüllt,'den Weg' nach dem
Theater einschlugen. Der Schiee küisterte unter den
Füßen des Dieners der ihnen die Sköcklaterüe durch
die menschenleeren Straßeii! voktrug!? Nür''vor' dem
Schauspielhause war Leben und Bewegung. Wagen
um Wagen fuhren in raschet Folge auf.-Männer
und Frauen schritten durch die engen Vorhallen und
Treppen. Aus der Konditorei drang der Geruch heißer
geistiger Getränke heraus, git'denen einzelne der an-
gekommenen Männer' sich stehenden Fußes zu' erwär-
men suchten. Aber Alles eilte, Alles hastete,''als er-
warte man etwas ganz Ungewohntes; und' die ersten
mächtigen Töne- der Duvertüre, drangen schon an ihr
Ohr, als die beiden Frauen in,das Theäter traten.
Der Raumwar von Menschen -überfüllt, alle
Blicke hingen an dem Vorhang. Er rauschte empor,
eine italienische Landschaft breitete sich vor dem Auge
aus, helles Sonnenlicht bestrahlte die Kronen der

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Pinien, die Gipfel der Cypressen. Es glänzte wider
von der Marmor»Balustrade der Terrasse, auf der die
beiden Leonoren, Kränze windend, dagesessen hatten,
und nun sich erhebend und zwischen den Hermen Vir-
gil's und Ariosto's aus dem Hintergrunde langsam
vorwärtsschreitend, trat Gabriele, welche die Prinzessin
darstellte, von ihrer Mitspielerin begleitet, ruhig und
gemesfenen Schrittes in den Vordergrund.
El Beifallssturm empfing sie. Ihr bloßes Er-
scheinen entsprach der Erwartung, mit der man ihr
-entgegengesehen hatte. Ihr schönes uge überflog die
Pexsammlung, aber, sie ;hatte. Geschmack genug, ihre
Darstellung nicht durch, jene Zeichen, des Dankes zu
unterbrechen, muit welchen die Masse der- Scckauspieler
in solchen Fällen sich nicht scheut, aus; ihrer Rolle
herauszutreten und die Phantasie der Zuhörer zu be-
Peidigen; und in freundlicher Gelassenheit tönte die
Frgge pon ihren Fippen: -
-- Dü -siehst -mich lächelnd an,' Eleonore, -
A ;71 Und,siehst Dichh.selber an und lächelst: wieder!?-
-. -- Was.hast Du? Las es eine Vreundin; wisen; ;
, Du scheins bebenklich, boch Du scheinst vergnßg.
. Es war, als ,ob ein Zauber mit den Worten
ausgesprochen worden wäre. Man fühlte sich dem
Leben, daß man zu leben - gewohnt' war, wie entrückt.
Man athmete in einer anderen Luft, man empfand
mit. Sinnen, von denen der Oruck des mühevollen
Ringens, des arbeitsamen Tages, von denen alles
Sorgen und Wünschen fortgenommen war, und gab

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sich in feiernder Betrachtung dem Augenblicke und dem
- Genusse der Schönheit hin.
Selbst Diejenigen unter den Zuhörern, welche
sich sagen durften, daß sie vollauf mit dem Geiste des
Gedichtes vertraut wären, daß jedes Wort desselben in
ihnen lebendig sei, mußten sich eingestehen, daß sie es
bis zu dieser Stunde nicht in seiner ganzen Schön-
heit gewürdigt hatten, weil heute zum erstenmale eine
Prinzessin Leonore vor ihnen stand, wie sie dem Dichter
vorgeschwebt haben mußte in dem scheuen Liebebedürf-
Z niß ihrer zu entsagender Abgeschlossenheit herangebil-
deten Natur. Die Künstlerin beherrschte und rührte
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durch ihre schlichte Erhabenheit. Man ward so sehr
- von der maßvollen Schönheit -ihrer Bewegung, ihrer
Stimme und Sprache ergrifen, daß selbst der be-
geisterte Beifall, den sie erntete, in seinem Ausdrucke
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durch eine Art von Ehrfurcht gemäßigt wurde. Und
jenes Zutrauen, das Hulda ihr entgegengebracht hatte,
noch ehe sie Gabriele gesehen, steigerte sich zu einer
liebenden Hingebung an die seltene Erscheinung.
Das Herz schlug ihr seit der Trennung von
, Emanuel zum erstenmale leicht und frei, zum ersten-
male fühlte sie wieder ein lebhaftes Verlangen,
das sich nicht auf ihn bezog. Sie wollte Gabriele
- sprechen. Was sie davon erwartete, das hätte sie
nicht sagen könner. Es war ein reines Bedürf-
niß, zu verehren, und jene unbestimmte Hoffnung
- in ihr, die den Gläubigen sich vor einem wun-
derthätigen Bilde neigen machen, und es erschien ihr
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Fanny Lewald, Die Erlöserin. N.
zgSae-= Haöud-=. --
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deshalb wie die sichere Anwartschaft auf ein großes
Glück, als Miß Kenney, ebenfalls ergrifen durch die
Darstellung, die Absicht kundgab, Gabrielen für den
gehabten Genuß brieflich zu danken, sie an ihr frühe-
res Zusammentreffen zu erinnern und daran den
Wunsch eines Wiedersehens anzuknüpfen.
- Das Briefchen wurde denn auch gleich an dem
nächsten Tage geschrieben und abgesendet, und erhielt
sofortigen und freundlichen Bescheid. - Gabriele lehnte
es ab, den Besuch der altgnDame zu empfangen, da sie
über. ihre Zeit nicht Herr und in ihrem Gasthofe wenig
sich selbst überlassen sei; aber sie verhieß zu kommen,
sobald ihr eine freie Stunde bleibe, und sie drückte da-
neben die Erwartung aus, Miß Kenney werde auch
ihren ferneren Darstellungen mit gleichem Antheil
folgen.
Das verstand sich für die alte Theaterfreundin
ganz von selbst. Wer es nur irgend erschwingen und
sich eines Plazes versichern konnte, versäumte in diesen
Tagen das Theater nicht, und jede neue Rolle, in
welcher Gabriele erschien, wurde zu-einem neuen
Triumphe für sie. Heute entzückte sie die Zuschauer
als Mirandolina, morgen bewunderte man sie als
Julia, und worin immer man sie' sah, meinte man,
sie in ihrer besten Rolle gesehen zu haben. Sie machte
fast' den einzigen Gegenstand der Unterhaltung aus, -
und mit jedemmale, daß man von ihr in Beisein
Hulda's sprach, bedauerte diese es lebhafter, daß sie
keine Aussicht hatte, Gabriele noch einmal auf der
Bühne zu sehen. Bald wollte sie den Vater, bald

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Miß Kenney darum bitten, ihr die Freude noch ein-
mal zu bereiten, aber sie hatte in beiden Fällen Be-
denken, es zu fordern. Wenn ihr dann dazwischen
der Einfall kam, an Gabriele zu schreiben, ihr zu
sagen, wie glücklich sie sie machen könne, so wies sie
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solchen Gedanken schon im nächsten Augenblicke wieder
von sich, und schalt sich für die thöxichte Vermessenheit,
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s aus welcher er entsprungen war. -
Darüber vergingen die Tage, welche für Gabrielens
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j Gastspiel bestimmt waren. Sie war zum zweitenmale
als Julia aufgetreten, weil' man sie ebeü in dieser
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? troz ihrer Jahre durch ihn in eine völlige Aufregung
versetzt worden war. Noch in den späten Abendstunden
wurde sie nicht müde, dem Pfarrer und seiner Tochter
mit solcher Lebhaftigkeit davon zu sprechen, daß sie
dadurch endlich selbst in dem Greise den Wunsch an-
s regte, des erhebenden Genusses auch einmal theilhaftig
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geworden zu sein.
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Am folgenden Tage spielte Gabriele nicht. Der
Pfarrer und Hulda waren also Abends, wie gewöhn-
lich, in Miß Kenney's Zimmer gegangen, um ein
paar Skunden mit gemeinsamem Lesen äuszufüllen,
als ein Wagen in den stillen Vorhof des Hauses ein-
fuhr, und Gahriele sich melden ließ. Gleich darauf
und noch ehe Hulda, wie ihr befohlen, die Lichter auf
dem Seittische zum Empfange des ersehnten Gastes
hatte anzünden können, trat die Gefeierte schon bei
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ihnen ein, so freundlich und so strahlend, daß man
meinte, sie bringe das Licht mit sich, welches das Zim-
muer jetzt erhellte.
, Sie haben wohl an mir zu zweifeln angefangen,
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weil -ich mich gar so lange habe erwarten lassen,!
sagte sie, indem sie rasch auf Miß Kenney zuschritt
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und mit. anmuthiger Bewegung ihrer alten Bekannten
die beiden Hände reichte, ,aber bei solchen Kunstreisen
gehört man sich ja nicht, und thut am seltensten Das-
jentge, was man eben thun möchte, denn: ,Schau zu
spielen- ist ja unser Fall!? Ich habe mir die Stunde
bei Ihnen, liebe Freundin, auch nur dadurch frei machen
können, daß ich mich früh zu dem Balle bei dem
Gouverneur ankleiden ließ, auf welchem ich mich heute
Abends von nahebei ansehen und ausfragen zu lassen
habe. Dafür will ich mich aber hier im voraus schad-
los halten. Sie sollen mir eine Tasse Thee geben und
mir erzählen, wo die Gräfin ist, wie sie lebt, wie
Glarisse-und der junge Graf sich entwickelt haben,
und wie es zugeht, daß ich Sie hier ohne die gräfliche
Familie finde.
Sie hatte das Alles schnell wie eine Fürstin ge-
sprochen, die es weiß, daß man sich glücklich schäzt,
sie, reden zu hören, und daß man sich durch die Theil-
nahme, welche sie erweist, geehrt fühlt. Nun wendete
fie sich gegen den Pastor und dessen Tochter,
fagte, sie freue sich, daß ihre alte Freundin nicht
allein zu leben scheine, und erkundigte sich bei der-
selben, ob es Verwandte wären, welche sie hier bei
sich hätte.

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Miß Kenney stellte ihr die Beiden vor, gab Aus-
kunft auf alle Fragen ihres Gastes und während der
Pfarrer sich mit Sicherheit, wie es sich eben schickte,
in die Unterhaltung mischte, sah Hulda, welche den
Thee bereitete, mit stummer Freude unverwandt zu
Gabriele hin. Sie erschien ihr jünger und schöner
noch als auf der Bühne, aber sie konnte sich nicht
darin finden, daß diese nach der lezten Mode mit
Blumen und mit Edelsteinen reichgeschmückte Frau,
Tasso's Prinzessin Leonore' sei, daß sie lache und
scherze, daß sie zum Balle gehen und tanzen werde.
Sie meinte eine Enttäuschung zu erleiden, und doch
entzückte Gabriele sie, denn Alles an ihr war schön
und ausgebildet. Ihre Stimme, ihre Sprache, ihre
Ausdrucksweise und jede ihrer Mienen, wwaren im Ein-
klang mit einander, daß sie bei äller Natürlichkeit wie
ein Kunstwerk wirkte und erfreute.
Als Hulda herantrat ihr den Thee zu reichen,
schien sie erst achtsam auf das junge Mädchen zuu wer-
den. Sie sah Hulda mit Neberraschung an, und rief,
indem sie dieselbe fest ins Auge faßte: , Sonderbar!
aber ich glaube, so muß ich einmal ausgesehen haben!'
-- und sich zu Miß Kenney wendend, während Hulda's
Wangen sich in dunkler Röthe färbten,' fragte sie:
, Sie haben mich ja gekannt, als ich zehn, zwwölf Jahre
jünger war; finden Sie nicht, daß dieses Mädchen
mir sehr ähnlich sieht?
Miß Kenney wollte das nicht gelten lassen. Eine
gewisse Gleichheit der Farben, sagte sie, sei wohl vor-
handen, eine wirkliche Aehnlichkeit der'' Züge könne sie


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nicht- auffinden. Indeß Gabriele war nicht gewoohnt,
daß -man ihr Unrecht gab, und sich rasch erhebend,
nahmn sie Hulda bei der Hand, trat mit ihr an den
Spiegel' heran, und mit prüfendem Blicke über die
beiden. Köpfe hingleitend, wiederholte sie: -,Aber ganz
auffallend. gleichen Sie mir,. liebes Mäbchen! Nur
schlagen Sie ;die Augen nicht so nieder: und machen
Sie kein so ängstliches Gestcht, denn zum :Erschrecken
ist es doch, wirklich nicht, daß Sie mir ähnlich sehen.
Sie bog sich dabei freundlich zu Hulda hinüber, küßte
fie, auf die Stirne und sagte: ,Nun darf ich nicht
einmal, mehr:sagen, daß Sie mir gefallen, und Sie
haben also doch- gleich. einen Nachtheil. durch die
schlinime Fehnlichkeit mit mir!! -
- Sie ging darauf an, den Theetisch zuräckf fragte
den Pfarrer, dem die Freude, welche die berühmte
Frau an seinem Kinde hatte, gar: wohl. that, wie er sich
innexlich wegen, dieser Eitelkeit auch tadelte,' ob er die
Fochter, auf- dem Lande erzogen habe,und weil Miß
Kenpey, dien voru allemAnderen immer Gouvernante
undi Erzieherin war und rblieb, -die große Beachtung
nicht für angemessen hielt, welche Gabriele guf Hulda
wendete, meinte sie, die Frage der Künstlerin plötzlich
unterbrechend, das Beste an, Hulda's. Erziehung: sei,
daß sie:ihr Empfindung für: das Große und das
Schöne -gegeben habe. Hulda' sei sehr glücklich ge-.
wesen, Gabriele neulich als Leonore zu bewundern.
, Und in welchen Rollen haben Sie mich sonst
gesehen? fragten die Künstlerin. Hulda sagte, daß sie
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- nur das eine Mal im Theater gewesen sei, obschon sie

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sehnlich gewünscht habe, sie als Julia sehen zu können.
Selbsk der Pfarrer drückte ihr sein Bedauern aus,
daß ihm diese Freude, versagt worden jei, und Miß
Kenney, erwärmte sich -auf- das Neue, als sie es
Gabrielen aussprach, wie einzelne ihrer Worte und
Bewegungen sie ergrifen hätten.--
Die Künstlerin hörte es mit der heiteren Ge-
nugthuung an, welche jede ehrliche- und warm-
herzige Anerkennung auch dem Vielgefeierten bereitet.
Dann sich zu Hulda wendend, an welcher sie ein
unverkennbares Wohlgefallen -zu haben schien, sagte
sie; ,Die Julia spiele ich hier nicht: wieder, dazu
kann ich Sie leider nicht; mehr einladen, aber ich
halte sie selbst für eine mneiner besten Rollen und
freue mich,immer, wenn. die Peute das ebenfalls
finden. Indeß- da Sie so, sehr -gewünscht haben,
mich als Juliazu, sehen, so:muß man,versuchen, wwie man
Ihnen,, soweit alssmöglih,,einenErsaz, dafür bietet, und
zugleich den, Herrn Pfarrex füp diese Stunde entschädigt,
in der Sie sonst. seine Porleserin machen. Sie zog
die Uhr aus, dem Gürtel-ihres Kleides, sah nach der
Zeit und meinte dann:,Eine Falbe. -Stunde habe
ich noch vor mir. Haben Sie einen Shakespeare hier
im Hause, so will ich Ihnen, ein haar Scenen lesen,
wenn Sie mir die Gegenparte Jhalten wollen.!
,Ich? Ihnen? Ach, das kann ich nicht!? rief
Hulda, der immer unwahrschheinlicher wurde, was sie
eben jezt erlebte. -
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,Probiren Sie es nur, es kostet nicht das Leben,!

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scherzte Gabriele, ,und nun schnell das Buch herbei,
denn wir dürfen keine Zeit verlieren!?
Das Träuerspiel war gleich zur Hand. Hulda
hatte es in den Tagen gelesen, da es' ihr nicht ver-
gönnt gewesen war, der Aufführung beizuwohnen.
Gabriele schlug die erste Scene zwischen Romeo und
Jülie auf und wies Hulda an, den Romeo zu lesen,
während sie ihre Rolle aus dem Gedächtniß sprach.
Sie war in allerbester Stimmung. Sie begann mit
der Bällseene, ließ die Zwiesprache vom Balkone darauf
folgen und reihte daran die Scene, in welcher Julia,
Kunde von Romeo erwartend, den Tod Tybalt's
erfährt. Dann ging sie zu dem Abschiede der
Liebenden bei Tagesanbruch über, und so in geschickter
Wahl von Seene zu Scenee bis an däs Ede der
Dichtung fortschreitend, spann sie ihre drei Zuhörer
mit jedem Worte fester in die Täuschung ein, welche
sonst nur der Anblick der Darstellung gewährt. Sie
hatte die Liebesscenen und das Selbstgespräch, bevor
sie den: Schlaftrunk nimmt, mit einer so überwältigen-
den Wahrheit gesprochen, daß den beiden Alten die
Thränen in die Augen gekdmmen waren.- Was Hulda
jedoch dabei empfand, das ging weit hinaus über eine
solche Rührung.
Das Herz hatte ihr laut geschlagen, als sie die ersten
Worte der Dichtung vor Gabrielen hatte aussprechen
müssen, aber je weiter sie gelesen hatte, um so mehr
hatte sie sich selbst vergessen, um so freier war ihre
Seele in der Bewunderung Gabrielens geworden. Wie
man im Traume Dinge erlebt und vollbringt, die man,

- zu
während man sie thut, mit seinem eigentlichen Bewußt-
sein für unmöglich hält, so hatte sie sich ganz an die
- Dichtung und an die' Darstellerin ihingegehen. Sie
hatte fort und foxt gelesen iind zulezt in beglücktem
Staunen dagesessen, als die' Künstlerin ihren letzten
Monolog mit den Worten ---
IO utoFenee Dohehn --
Dies üerde deine Scheide. Roste da -
Und laß michh sterben!f!?
beschloß. '
Gabriele erhob sich dangch rasch, warf, aüfathmend
und lächelnd, die reichen Locken des schönen Hauptes
zurück, die ihr über die Stirne -gefallen waren, und
sagte, weil die Macht des Eindruckes ihre Hörer ver-
stummen ließ, sich zg, Hulda wwendend, indem sie ihr
die Hand reichte: ,Nun, habe ich es gut gemacht? Sind
Sie mit mir zufrieden liebes Mädchen
,Ja!' sagte Hülda; und selbst das Eine Wort
zu sprechen fiel ihr schwer, aber sie neigte sich, während
der Vater und Miß Kenney der Meisterin mit Wärme
dankten, küßte Gabrielens Hagd und blieb dann stehen
und sah sie an. Die Thränen flossen ihr vor Begei-
sterung über die Wangen nieder.--
,Wie lebhaft Sie empfinden!! sagte Gabriele,
der die stille, leidenschaftliche Huldigung des jungen
Mädchens wohlgefiel. ,Ihre Tochter liest sehr gut,
Herr Pastor!r fügte sie hinzu,,wirklich ungewöhnlich
gut. Sie hat mich durch keinen falschen Ton gestört,
bisweilen sogar überrascht. Dafür soll Sie mich nun
auch noch als Donna Diana in meiner Abschiedsrolle

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sehen. Sie sind jä ein Kind vom Lande,! scherzte sie
gegen ? Hulda, ,also wohl früh auf. Kommen Sie
morgen um neun Uhr zu mir, dann sollen Sie Eintritts-
karten, für Sie und für, Miß Kenney haben, und nun
muuß ich machen, daß ich fortkomme,. denn ich mag nicht
auf mich warten lassen!
Damit wickelte sie, sich in die, Zobelpalatine ein,
die sie bei ihrem Eintritte umgehabt hatte und ver-
- ließ die dankbar ihr Folgenden mit der Versicherung,
daß sie ebenso viel Freude an ihrem Beifall ge-
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habt, als hätte sie, vor. dem, größten Hublikum
gespielt.
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