Die Erlöserin.
Fanny Lewald
Kapitel 11



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Eilftes Eapites.
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Der ganze Morgen ihres Geburtstages war Hulda
in heller Freude hingegangen. Sie hatte Besuche ge-
habt von all. den Männern, die sich ihre Freunde
nannten, und sie war es nun schon lange gewohnt,
Männer bei sich zu sehen und mit ihnen sicher zu
verkehren. Es gehörte zu den Bedingungen ihres
jetzigen Berufes.
Sie konnte es nicht verweigern, die Besuche der
Recensenten anzunehmen, auf deren guten Willen sie
angewiefen war, und die Kollegen zu sehen,. deren
Mitwhirken ihr eigenes Leisten unterstüzte. Es wäre
eine Thorheit gewesen, sich den fördernden und unter-
haltenden Verkehr mit den beiden älteren, kunsterfah-
kenen Freunden Feodorens zu verjagen, oder Lelio's
,Besuch zurüczuweisen, zu dem sie ein Vertrguen und
eine Zuneigung gewonnen hatte, die er ihr ebenso
ehrlich erwiderte.
- Kaum ein Tag verging, ohne daß Lilio sie be-

suchte. Er war von einer guten Familie, hatte eine
-- gute Bildung genossen, war aus Liebe zur Kunst,

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troz des Widerstrebens der Seinen, Schauspieler ge-
worden, und seine ganze Erziehung und Vergangen-
heit machten ihn dazu geeignet, Hulda's eigentlichen
Werth zu erkennen und' zu schäzen. Ihk' auf das
Edle gerichteter Sinn, ihre reine Gesittung machten
sie ihm werth; die Ordnung uid Saüberkeit, die in
ihrer Wohnung herrschten, mutheten ihn heimisch an.
Er, mehr als alle Anderen, komnte ihr nachempfinden,
was Alles sie bei ihrem Eintritt in die neue Lauf-
bahn in sich zu überwinden gehabt hatte; und er
stand ihr deshalb gern zur Seite; wö ihr Muth ein-
mal schwankend wurde, oder wo immer er ihr nütz-
lich sein konnte.
Da sie fast regelmäßig ihre Paitien mit ihm z
spielen hatte, las er mit ihr die Rollen, die sie all-
mälig einstudiren mußte, und die'ihmi' langef geläufig
waren, und sein Rath, seine Bühnenerfahrjing halfen
ihr aus. Er nahm sich ihrer in jedem' Betxgchte an'
wie er nur immer konnte, und''es wähfte denn auch
nicht lange, bis man in den Köulisfen der Ansicht
war, Lelio könne' und werde üni seiner neuen Mit-
spielerin willen die entfernte Geliebte wohl vergessen.
Aber gerade diese Liebe war es, die dem Verkehre
zwischen Lelio und Hulda eine'rühige Sichetheit gab,
weil sie es fühlte,' daß er keine' Art'von Anspruch an
sie mache.' Er war der Einzige von allen Männern,
die ihr nahten, dessen Verhalten zi ihr, Nichts von
jener begehrlichen Huldigung an sich trug, gegen die
sie auf ihrer Hut zu sein gelernt hatte. Er allein
Fanny Lewald, Die Erlöserin. Ü.
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zßte es agh,. wwie, sie dazu -gekommen wär, die Hei-
zät, zu ;gerlassen und in die effentlichkeit zu treten.
Ihin' konnte sie -es sagen, wenn. inmitten. ihrer un-
exwarteten. Erfohge,. es sie plözlich wie ein Schmerz,
wig ejn Heimweh. ggch der arglosen Unerfahrenheit
ihrer frühexen Fage, wie eine Sehnsucht nach sich selber
bekfjeh..;
, Sie, hatte es ihm, geschildert, wie liebevoll die
Wtter, und, der, Vgter,, troy, der Aermlichkeit?hres.
Lebens, dgch,,tn jedemy, Jahre, eine-unerwarteteFreude
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- für, sie, erymöglßcht ,hatten, wie herrlich ihr das schlichte;
neue Kleid, erschienen, wie unschätzbar das neue Buch
ihr gewesen sei; und er hatte sie eben erst verlassen,.
e hatte ehen, erst die Thränen, liebevoller Exinnerung
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unter seinem freundlichemzSuspruche hinweggelächelt;
al Philibexg bei ihr exchien.-
-. Er wzar ein noch junger, Mann von: stattlicher
Gestalt., In sgner. bleichen, feinen Farbe, in, seinen

dunklen. Augen, wwie in sejnex feuxigen Lebendigkeit gab
.

ßhshgs spgnfsche, Bluut der Mutter, kund. Aus seiner
seßßgewissez Sicherhejt sprach-eben das Bewußtsein
des, reichgehornen Kaufmannssghnes;von patrizischem
Geschlechte,, guch die, Eeihtigteit des lebenslustigen
Weltmannes fehlte, ihm . nicht.;, Aber;er, hatte Hulda
an dem Abende, ,als;er -sßgwvon Feodoxens Doltergbend
heimgeleßet,, durch den,; uygestüguenMAusdruck, jeiner;

lgenschgftlichen, Bewunderung helejdigt und- erschreckk.
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Darüber' hatteer sich brieflich bei seiner Freundin
Feodore schwer beklagt, und diese -hattesihm bei'Hulda
scherzend das Wort geredet. Er war dann in des
Doktors oder in Hochbrecht's Gesellschaft bei'ihr vor-
gesprochen, hatte sie; da; sr bei seiner Bekanntschaft
mit dem Direktor freienn Zütritt zu der Bühne hatte,
in ihrer Garderobe' gelegentlich -besucht-- wie es in
jenen Tagen' in' den Theatern gang und gäbe' war =
und Hulda- hatte sich allmälig darangewöhnt; ihn, so
öft siespielte, auf 'seinemPlatzezunächst' der:Bühne
zu erblicken, ihn seine Bewunderugt lebhafter kund-
geben zu hören, als es die Anderen thaten, und den
, Blumenftrauß mit dankendem Blicke aufzunehmen,
den er ihr zuzuwekfennicht verfehlte; wenn irgend sich
dazu der Anlaß bot? Sie hatte' sich endlich auch
darein -gefunden, -ihn gelegentlich inn ihrer -Behausung
zu empfangen.
Aber seiner: Besuche wurden mehx Iund- mehr.
Die kleinen Aufmerkjamkeiten,- wwelche -er; ihr dürch
mancherlei. Neberraschunngen erwies,- wiederholten sich
häufig, und Hulda hatte sich nicht dagegen gesträubt,
jene kleinen Nichtigkeiten von ihm Anzunehmen, mit
-denen man einer Frau eine flüchtige Freydezumachen
s wohl berechtigt ist. Indeß, ihr Einpfindenilehnte sich
lebhaft-dagegen auf, - einem fremden. Manne Jund
gerade Philibert ein Geschenk zu verdanken; wie er:es
durch Mitwirkung ihrer Hauswirthin uüd ihrer Die-
nerin in ihrem Zimmer hatte -aufstelleni Hssen ehesie
am Morgen in dasselbe eingetreten war.
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Sie hatte ihn den ganzen Vormittag mit inne-
rem Mißgefühl erwartet, und seine Ankunft über-

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raschte sie trotzdem.
- ,Ich komme spät,! rief er, noch ehe sie die Zeit
gefunden hatte, ihm ein Wort zu sagen, ,ich komme
spät, weil' ich wenigstens heute Sie einmal nicht mit
Anderen theilen wollte. Ich wußte, daß Sie heute
keine Probe haben, ich wartete also, bis die Glocke für
die Anderen geschlagen hatte,, und ich komme' nun,
Holdeste! Ihnen immer das altef Lied zu singen.,: -
äe; ,Das ich. kenne!!: fiel sie ihm mit einemLächeln
indie. Rede.
- ., Und das ich Ihnen so lange wiederholen werde,!
fuhr er fort, ohne sich durch ihre Unterbrechung stören
zu lassen, , bis Sie es mir glauben, daß Sie mich
zuf keine Weise dazu bringen können, Sie nicht an-
zubeten, und bis Sie sich darein ergeben, in mir einen
Freund auf jede. Probe zu besizen, über den Sie un-
beschränkt gebieten können.!
! ,Die Erfahrung habe ich eben heute nicht ge-
macht!!;entgegnete sie ihni - -
. Er fragte, was sie damit sagen wolle.
.. -- Hulda fühlte, daß sie ihm. in diesem Augenblicke
die beabsichtigte Erklärung geben mußte, und das
machte sie ängstlich. Aber sie überwand ihre Verlegen-
heit, so schwer ihr es wurde, und mit ruhiger Miene,
bittend zu ihm emporsehend, sprach sie: ,Es liegt
etwas sehr Kleinliches darin, sich gegen Güte zu ver-
wahren, die man uns erweist. Aber wenn ich, wie
Sie es nennen, nur zu befehlen habe, weshalb geben

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Sie meiner Bitte nicht Gehör, die ich an Sie schon
einmal gerichtet habe?
Sie machte eine kleine Pause, und da sie sah,
wie seine unterdrückte Heftigkeit ihm -das Blut zu
Kopfe trieb, ging sie von ihm fort, zu dem Tische,
auf welchem die Blumentöpfe standen, die er ihr ge-
sendet, und von denen sie eine vollblühende Rose ge-
pflückt und an die Brust gesteckt hatte: ,SSehen Siej
fuhr sie fort, ,wie ein Kind habe ich miäh heute von
Herzensgrund gefreut, die schönen Rosenstöcke zu be-
sizen. Eine blühende Rose- wie diese, war eine große
Seltenheit für mich in meinem Vaterhause. Warum
mußten Sie mir diese harmlose Freude schmälern
durch ein Geschenk, dessen Größe mich erschreckt und
mich drückk?
,Eine solche Kleinigkeit!r rlef- Philibert. ,Wie
mögen Sie nur ein Wort darum verlieren. Der
trübe Spiegel in Ihrem Simmer hat mich schon lange
verdrossen. Es däuchte mir eine Sünde, daß Sie
allein nicht wissen sollten, wie schön Sie uns er-
scheinen! Und welcher Spiegel wäre gut genng, Ihr
Bild zurüchustrahlen, da er doch mur ein todtes
Metall, nicht wie das Auge, ein Herz zu seinem
Hintergrunde hatl?
Sie nahm die Schmeichelei, diese Spielmarke der
Empfindung, mit dem ebenso cowventionellen An-
scheine des Vergnügens auf, ohne. sich dädurch von
ihrem Vorsatze abbringen zu lassen; und auf seine letzte
Wendung eingehend, versetzte sie: ,lnd wwenn ich' nun
heute eine Bitte' wagte an das Herz, das hinter Ihren

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Augenlebt? wenn ich eine. ganz bestimmte Forderung
an dasselbe stellte, würden Sie sie mir gewähren?
,Alles, was Sie. wollen!! entgegnete Philibert,
dem das Mädchen, wie es sich ernst und bewegt an
seiner Seite niederließ, noch schöner dünkte, als er
es je im Lampenlicht vor sich gesehen hatte.. -
, Sie zögerte indeß zu sprechen, schien das Wort
nicht finden zu können, und sagte endlich stockends und
mit gepreßter. Stimme: ,Ich stehe ganz allein, bin
ohne zngehörige allein auf mich gewiesen, habe Nie-
- manden, der -Hür mich eintritt,- als ,mich, selbst, -und
Nichts, was ich mein Eigen nenne, als mein gutes
Gewissen und meinen guten Namen.!=- Sie hielt
inne, versuchte zu lächeln, wie sie ihn ansah, aber es
gelang ihr nicht, denn das Herz war ihr zu schwer.
,Ich -möchte gerne,! fuhr sie fort, zdaß Sie mir
glaubten, daß Sie, nicht dächten wie so Manche: eine
Schauspielerin, welche; die Predigerstochter auf der
Bühne: spielen pill!=- All! mein Können, all' mein
Talent,-ja mein ganzes,Streben pürden für mich un-
möglich- werden, wenn ich - pich von den Menschen
wergchtet-denken müßte, wenn ich mir nicht selber sagen
dürfte, daß ichpor, den Menschen und vor mir selber
bestehen kann.
- , Habe ich Sie beleidigt? Bin ich Ihnen je zu
nahe getreten? Oder was habe ich gethan, was an
meiner Stelle nicht jeder Andere gethan hätte? - rief
Philibert, dem diese Seene- in dem Zimmer einer
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druck machte? ch anke'SFnen üüb AheeüTalente
immer wieder neue Freüde=- istes ein Uiiecht, wenn
ich Ihnen' dieses zu vergelten- suche??- -
,Ich spiele nicht füe Sie Mlleli, ich'splele für
Alle, es ist mein Beruf zu- spielen, und ich wwerde ja
dafür belohnt!f entgegnete sie fest.--
,Sie werden von der Direktion belohnt für das,
was Sie ihr und der großen Masse leisten!'' warf
Philibert ihr lebhaft ein. ,Wenn äbek Ihr Spiel,
wenn Sie, wenn die Freude Sie zu sehen, mir mehr
werth sind, als die große Menge, die sich durch den
Kauf ihrer Billets mit dem- Direktor abgefunden,
irgendwie ermessen kann, -wein ich''einen Getgßß em-
pfinde, von dem jene Anderen vielleichi Nichts' zu'ver-
stehen fähig. sind-- soll ich Ihnen dies gicht zeigen,
nicht anerkemnen,' nicht ausshrechenf uü daiikeirdürfen,
wie zu thun mir es ein Glück lsi?=- Söllih' Ihnen
für ein unwergleichliches Entzückeii, däs Sie mir
bereiten, nicht bieten dürfen, was auch Sie er-
freuen kann?? .
Sie schüttelte verneinend däs Haupt?' ,Ihr Bei-
fall freut mich, ermuthigt mich,' erwiderte sie. AAber
ich bitte Sie darum, und ihre Stininie bebte, als
sie es ihm sagte, , machen Sie: mthr-iticht' Geschehke
die mich verdächtigen! Bringen Sie mich nicht in
die Lage, erröthen -und die Augen niederschlagen zu
müssen, wenn man mich ihn Besize' voSHerklichkeiten
findet, die ich nicht erworben'haben kait? Bewahren
Sie mtch' davor, daß ich Sie erzürnne,' däßich eiü häß-

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lches Aufsehen errege, wenn ich - die Geschenke, die
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Sie mir machen, Ihnen zurücksenden muß.?
, Sonderbares Mädchen!! sagte Philibert, den
Hulda's Verhalten aus der, gewohnten Stimmung
brachte. Sie bemerkte es und es gab- ihr Muth.
,Ich glaube es,! rief sie, ,ich weiß, Sie haben
es gut, mit mir gemeint. Aber Sie haben Hochbrecht's
Befremdung gicht gesehen, als er diesen Ankleidetisch,
dessen eine Füxstin sih zu freuen hätte, in meiner
Stube fand.. Sie, haben des Doktors Lächeln nicht
empfunden wie ich, als er die Toilette in ihren reichen
Einzelnheiten mit -Fennerblick betrachtete, und Sie
hgben meines Freundes. Lelio Frage nicht gehört: wie
kommt Philibert darauf, Ihnen ein solches Geschenk
zu machen? - Ich habe es ihm sagen müssen, daß
Ihr, Geschenk mich, nicht erfreue, daß ich keinen An-
laß dazu gegeben habe, von irgend Jemandem solche
Großmuth zu erfahren! - Und er hat es mir ge-
glaubt!?
Sie hatte, während sie zu ihm sprach, die volle
Sicherheit ihres guten Fepußtseins wiedergewomnen,
und ihr schönes Antliz flammte vor Erregung, als sie
ihr, Haupt stolz por Philibert- erhob. Er sah und
höxte ihr zu, git einem Vergnügen, als ob er sie auf
der Bühne vor sich hätte. Ihre Würde -bei so viel
ugend, der fittliche Ernst, mit welchem sie sich auf
sich selber stüzte, der schöne' Sorn, die, liefe Empfin-
dung, mit welcher sie sich und ihren Ruf zu wahren
trachtete, ergrifen und rührten, ihn, wie sie ihn in
einer von Hulda's Rollen ergrifen haben würden. Er

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fühlte sich in einzelnen Augeblicken sogar nahe dazu
bereit, sich überzeugen, sich überwältigen lassen. Aber
er ;war gewohnt, nur sich und seinen persönlichen Er-
fahrungen zu trauen, nach ihnen die Anderen zu be-
urtheilen, und er gehörte daneben zu jener Zähl von
sogenamnten Weltklugen, welche sich eine Neberlegen-
heit über alle Diejenigen zuerkennenn, ai Denen zu
zweifeln sie sich etlauben. -Er wußte nicht, oder wollte
es sich nicht eingestehen,, daß der Zweifel an sich zer-
störend wirkt, und daß er wie ein häßlicher Rost das
Schöne entstellt, sobald er es berührt.
Seine Menschenkenntniß wie sein Urtheil über
die Frauen waren auf sehr wechselndem und auf
manchem schlechten Bodew aufgewachsen. Eine Schau-
spielerin wie Hulda hatte er noch nicht' gekannt, eine
Scene wie diese in dem Zimmer einer Schauspielerin
noch nicht. erlebt. Er würde also gering gedacht haben
von sich und seiner Klugheit, hätte er nnicht an die
Möglichkeit geglaubt, daß hinter diesem Scheine der
Unschuld sich trotz alledem Berechnung bergen könne,
daß Hulda sich Susannen's Worte im ,Figaro! ge-
merkt und es beherzigt habe, daß ,gering geachtet
wird, wer sich zu leicht ergiebt. Indeß sie verlor
durch ihren Widerstand in seinen Augen nicht. Er
kleidete sie vortrefflich, er beschäftigte und reizte ihn,
und es untexhielt ihn,' sich einmal zur Abwechslung zu
der Rolle brauchen zu lassen, die Hulda ihm zuzue
theilen dachte, bis es an ihm sein werde, den Ton an-
zuschlagen, der seinen Wünschen, Feiner Leidenschaft

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entsprach. Und Hulda Sutrauen einzuflößen, sie zu
täuschen,:war nicht eben-schwer. -
- Ky,versprach ihr, was sie wollte. Er zeigte sich
gerühxt pon ährem reinen Sinn; er lobte ihre''Vor-
sicht und die Sorgfalt, mit welcher sie selbst den
bösen, Schein: zu meiden juche, ünd-klagte 'sich an,
ggß er gnicht, selber.Bedacht darauf -genommen'habe!
Nr- zu ,ängstlich, meinte er, dürfe sie nicht seinn.
- - zEine, Schauspielerin ist kein schlichtes Bürger-
mädchen!! sagte er. ,Sie steht da, sofern sie' schön
ist, vor den Augen alles Volkes sichtbar wie ein Kultus-
bild, und. muß es sich gefallen lassen, wie ein solches,
wegn. die Anbetung ihr huldigend Gaben darbringt,
dje,sie nicht- begehrt: Gaben,. durch welche' man nur
sich selhst, genugthun will. Wollen Sie denn strenger
sein,! scherzte er, ,und käälter als die heilige Jung-
fxgy, selber,, die. den Pilger nicht zurückweist, wenn er
vgl Bewyyderung- ihren Altar schmückt und- das fun-
kzlde, Geshmeide hr zu. Füßen legt? Und,? fihk ee
-fogg, -,Sig,zrwähnten porhin Lelio's, wie eines Ritters
vgn dgr,heihhgen; Tafelrunde:- Glauben Sie- wirklich;
dgß, ey, hineg, anderen -Gedanken hat, als für' alle
Zetten ayith, Ihnen die zrste-Seene des MRomeo? zu-
sptelen?, Mdeigen.Sie, er wird Ihrem schönen Münde
gggenüher, Ihrer - Versicherung, ,Gebet ist Idie Be-
shimmnmng, Aller!s äuf, die Dauer Glauben schenken?
-z.Fie yissen,! entgegnete Hulda; ,Eelio ist ge-
bugdenhf , und sie wuurde roth, als sie es ausgesprochen
Pgz.ggn Fe; empfand,adaß Fie mit dieser, Gemer
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Düng ehenddiesem Manne lächerlich erscheinen mußte.
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Auch lachte er hell -guf. -.Eig moralisch Led!?
rief er spöttßsch, Mephtg's Won;ggghraucend. Aber
ex nahm jich sofort, wwiedex, zusgygnen, ayg sich er-
hebend, gum -sie zu pexlassen, sagtg, exz, ,Ich- habe- es
heute erfahren, daß Sie mirgnißtggugn; weil ich Ihnen
nicht verhehle, was ich, füx, Sig, gmpfinde, ragen
Sie Feodore, frggen Sie, IhreMuttex =? --
,Meine Muttex? fiel, Hulda ein, -
,Ich meine Gabxjele,! sggte Philibext, ohne auf
ihre Verwunderung zu achten und ohne daß jie in
ihrer Arglosigkeit, einen Anstoß daran nahm, , kragen
Sie Gabriele, oder wem Sie sonst Vertrauen -jchenken,
ob ein junges Mädchen in Ihrex hage mit ,einem frei-
emüthigen. Manne, wie mit- muir, nicht. wweit, siherer
daran ist, als mit den sogengynten ;älteten ßefannten,
oder -zar, mit einem Lelio. zumzgeigennützigen:Fxeunde
und Berather, Ich, häbe, Ihyen verspxochen,- Ihnen
zg gehorchen, Alles, zu pexmeiden, -was Sie wor der
Welt beeinträächtigen könnte. Sie pissen es, zpie leiden-
schaftlich ich Sie bewundere, und Sie sind, pox mir
auf Ihrer, Hut. Was können Sie also perlangen,
das ich nicht thäte, oder-wwgs- Lögnen »Sie Fei der
Herrschgft fürchten, gie -ih,Ihnen ßher mich einxäume?-
Klgrgelegte Verhältnhsse, sind, nie gefährljh, gnd eine
Gunst zu erschleichen päre;nicht, ngch gneineg zSinne.
,Pürfen Sie, sich vertraueg, so köngen; ßie gch, mmir
und jedem,ßnderen vextrguen-; She Hnd,Gexrhn ühex
mih -=- und jßch.!, z
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ihr, die Hand; Dannn, gls, er shons.ay, deg Fhüxe

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stand,' sägte er: ,Der arme Spiegel aber - nicht
wahr, der' darf in Ihrem Zimmer bleiben? Sie thun
mir die Schmach nicht' an, ihn zu entfernen. Und zu-
letzt glauben Sie mir das, Hamleis Wort ist furcht-
bar-' wahr: , Sei so keusch wie Eis, so rein wie
Schnee, du wirst der Verleumdung nicht entgehn!? -
Er küßte ihr noch einmal die Hand, schüttelte sie
ihr: treuherzig und ging von dannen.
-- Sie stand einen Augenblick regungslos an der
Stelle, an der er sie verlassen hgtte. Die Wore
Hamlet's klangen ihr wie ein Fluch aus seinem Munde.
Ihr- schauderte vor seinem Freimuthe, und doch lag
Wahrheit in dem, was er ihr gesagt: Sie hatte Nichts
zu fürchten, wwenn sie ihrer selbst gewiß war, sie war
Herrin über sich und ihren Weg.
-' -Daß ihr Weg kein dornenloser, daß er ein glatter,
ein -Weg sei, der seine Gefahren habe, das hatte auch
Gabriele ihr nicht verborgen, ihr zu erwägen ge-
geben; und sie hatte diesen Weg gewählt im festen
Vertrauen auf sich selbst. Sie durfte auch heute zu-
frieden müt sich sein. Unterihres Vaters stilleni Dache
hätte' sie es' nur -nicht nöthig'gehabt, sich''gegen die
Begehrlichkeit der Männer zu verwahren so wie jezt.
- Sie möchte nicht weiter daran denken. Sie fuhr
sich mit den Händen über die Stirn und das Gesicht,
als wolle sie - die Bilder und die Erinnerungen von
sich'schsuchen, die vor ihr emporgestiegen waren. Wie
sie sich umwendete, fiel ihr Blick in den Spiegel, den
ihö'Philibert geschenkt hatte. - Es war ein Gläs von
gäößer Schönheit, Alles daran glänzte. Philibert' hatte

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Recht, sie hatte sich nie jn solchemr hellen Scheine ge-
sehen. Sie hätte indessen viel darum gegeben, hätte
der Arkleidetisch -nicht an -diesem Platze -gestanden,
hätte sie vergessen können, zu welchem Geshräche, zu
welchen Erörterungen er den Anlaß eben jetzt ge-
geben hatte, zu welcher Nachrede er-noch Anlaß geben
konnte.
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