Benvenuto. Ein Roman aus der Kunflerwelt.
Fanny Lewald
Kapitel 04

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Gtuelicherweise ließen weder Monsignore Arrigo
nöch Donna Carolina meinen Vater oder mich die kalte
Zurückwweisung entgelten, die sie von meiner Mutter er-
fahren mußten, und die Verhältnisse in unserem Hause
hatten sich derart umgestaltet, daß mein Vater sich
jenen Freunden meiner Mutter, mehr als früher anzu-
schließen Ursache und Bebüürfniß fühlte.
Mein Vater zeigte sich jezt weniger erzürnt, wenn
Arrigo sich mit Entschiedenheit gegen die Herrschsucht
der Jesuiten aussprach, wenn er den Einfluß, welchen
sie auf den Einzelnen zu gewinnen suchen, als unheil-
voll und als das Familienleben und den ruhigen Ver-
mögensbesitz der Familien gefährdend bezeichnete; demn
er selber. machte die Erfahrung, daß Pater Cyrillus in
den Bemühungen um meiner Mutter Seelenheil auch
andere und sehr weliliche Zwecke zu verfolgen wußte.
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Mein Vater war beträchtlich älter als die Mutter,
ihre Verwandten hatten also, als die Ehe meiner Eltern
geschlossen worden, auf den Fall Bedacht genommen,
daß ihr Gatte vor ihr, und zwar in einem Zeitpunkte
sterben könne, in welchem es ihr noch wünschenswerth
erscheinen dürfte, zu einer neuen Verheirathung zu
schreiken. Ihr ganzes beträchtliches Vermögen war des-
halb in einer Weise für sie sicher gestellt worden, daß
es von jedem Anspruch und jeder Beaufsichtigung ihres
Gatten unbeeinflußt, völlig frei zu ihrer alleinigef
Verfügung stand. Bei dem guten Eiwvernehmen, in
welchem meine Eltern sich stets befunden, war dieser -
Sachverhalt nie abgeändert worden, und meine Eltern
waren übereingekommen, daß das mütterliche Vermögen
einst als Erbe auf den zweiten Sohn und dessen Kinder
übergehen solle, während man die Schwester aus dem
väterlichen Vermögen ausgestattet, und für meine Mit-
gift in das Kloster auch aus demselben zu sorgen beab-
sichtigt hatte.
Aber die Erwartung, meinen zweiten Bruder ver-
heirathet zu sehen, hatte sich nicht erfüllt. Er war ehelos
gestorben, und Pater Cyrillus, der die Neberzeugung
gewonnen haben mußte, daß für das Erste mir nicht
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beizukommen sei, hatte, um seine Zeit nicht zu verlieren,
vorläufig sein Augenmerk darauf gerichtet, wenigstens
das ansehnliche Vermögen meiner Mutter, der Kirche,
das hießß in seinem Sinne, der Gesellschaft Jesu, zuzu-
wenden.
Mit einem wahrhaft gotteslästerlichen Ernste hielt
er es meiner' armen Mutter vor, wie unser Herrgott
auch noch in unseren Tagen durch Zeichen zu den
Menschen spreche, nur daß sie in der Zerstreutheit des
Weltlebens, der sie sich mit bewußter Geflissentlichkeit
überließen, es sich möglich machten, auf seine Zeichen
! - nicht zu merken und seine deutlichsten Winke unbeachtet
zu lassen, um ihnen nicht Folge leisten zu müssen.
Er machte sie aufmerksam darauf, wie es nichts Zu-
fälliges geben könne in der Welt, welche von der All-
wissenheit und Allweisheit eines allmächtigen Gottes
regiert werde. Er erinnerte sie daran, wie lebhaft man
- meinen zweiten Bruder zum Heirathen angetrieben, wie -- -
. der schdne liebevolle Mann, der sonst dem Wunsche
-Feiner Eltern gern gehorcht, von einem inneren Abmahnen
dazu getrieben, freiwillig zur Ehelosigkeit sich entschlossen
habe, und wie damn, als ob des Herrn Wille gar nicht in
Zweifel gezogen werden solle, die unerwartetste Todesart

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ihn aus dem Leben fortgerifsen. Auch mir werde
ein unheilvolles Ende sicher nicht erspart bleiben, wenn
dem Höchsten nicht auf die eine oder andere Weise
Genugthuung bereitet werde, für das ihm und seiner
Kirche einst von meinen Eltern und von mir versagte -
Opfer.
Meine Mutter stand in ihrer Schwäche gar nicht
an, diese Blasphemien sowohl vor mir und meinem
Vater, als vor Arrigo und Donna Carolina glaubens-
voll zu wiederholen. Aber wenn Arrigo sich rückhaltslos
über die Umtriebe des Paters zu äußern nicht enthielt,
war es Donna Carolina, welche ihn in Schutz nahm
und vertheidigte.
Sie nannte ihn einen treuen Freund unseres
Hauses. Sie rühmte es mit gewohnter froher Keckheit,
daß er meiner Mutter gegenüber, selbst ihrer nicht
schonte, daß er sich von ihr nicht verblenden ließ, und
sich die Freiheit nähme, strenger in ihrem Urtheil über
sie zu sein, als ihr eigenes leicht zu besänftigendes Ge-
wissen. Sie versicherte, daß sie schon zum Defteren dar-
über nachgesonnen habe, ob ein so ernster Gewissensrath

ihr nicht für die Tage ihres herannahenden Alters heil-
sam sein möchte. Da sie das Alles aber scherzend zum
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Vorschein brachte, gab man darauf nicht weiter Acht,
und meine Mutter sah darin nur den Beweis von
Carolinas gutem Herzen und von ihrem guten Willen,
zwischen meiner Mutter und meinem Vater so viel als
immer möglich zu vermitteln, während Arrigo eines
Tages die Bemerkung machte, daß Donna Carolina des
Paters gute Eigenschaften erst zu würdigen scheine, seit
das Ansehen, dessen derselbe in dem Orden genieße, ihm
auch in der Welt zu Einfluß verholfen und Bedentung
verliehen habe.
Eben in jener Zeit, als ich eines Morgens mitten
- in meiner Arbeit war, ließ sich Domna Carolina in
meiner Werkstatt melden. Das war nichts Ungewöhn-
liches; denn da sie sich immer als meine Patronin und
einstige Beschlttzerin darstellte, und ihr frisches Wesen
der schdnen Frau auch jetzt noch wohl anstand, so sah
ich sie stets gern bei mir erscheinen. Sie führte auch
noch immer Fremde bei mir ein, um ihnen dann -
regelmäßig zu erzählen, wie sie zuerst in mir das große
Talent erkannt, wie sie die Erste gewesen sei, die mir
Modell gesessen, und wie jenes Relief, an welchem ich
mit dem Herzklopfen jugendlicher Leidenschaft gearbeitet
- denn damals habe sie wirklich noch ganz leidlich

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ausgesehen - eigentlich viel geistreicher und auch weit
ähnlicher gewesen sei als die Marmorbüste in ihrem
Salon, mit welcher ihr berühmt gewordener Schützling
ihr später' eine dankbare Verehrung bewiesen habe. Und
weil sie sich in Aussprüchen wohlgefiel, die man, als
von ihr kommend, wiederholen konnte, so pflegte sie
diese kleine Scene gewöhnlich mit der Bemerkung abzu-
schließen: Freundschaft und Dankbarkeit seien schbne
Empfindungen, aber nur die Liebe mache den Künstler
und schaffe das wahre Kunstwerk.
Mit dem schwarzen Schleier über dem Haupte, der
sie noch ganz vortrefflich kleidete, aus der Messe kommend,
mit dem Gebetbuche in der Hand, trat sie rasch herein,
und ohne mir die Zeit zu gehdriger Begrüßung zu ver-
gönnen, fragte sie mich, ob ich eine halbe Stunde für
sie übrig hätte.
Ich stellte mich ihr völlig zur Verfügung. Sie
ließ sich nieder, schlug den Schleier zurück und sich es
bequem machend, sagte sie: Das freut mich, mein Lieber!
freut mich sehr; denn heute bin ich nicht gekommen,
den berühmten Meister Benvenuto zu bewundern, sondern
einmal hier unter vier Augen mit dem Marchese von,
Armero ein Wort Vernunft zu sprechen. Schicken Sie
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meinen Wagen fort, ich werde zu Fuß nach Hause
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Ich sah sie verwundert an, denn beide Befehle
mußten dem Hauswart und meinen Leuten auffällig er-
scheinen, die sie bei mir eintreten gesehen hatten. Ich
sagte daher scherzend, ich fände es nicht vorsichtig, ein
tsts-ststs so gewaltsam anzumelden, doch sei ich so
bereit als glücklich, ihrer Weisung nachzukommen.
Das war ein Scherz wie sie ihn liebte. Sie
lachte hell und frdhlich auf. Fürchten Sie Nichts für
Ihre Tugend, Bester! rief sie, ich spiele nicht die
Potiphar mit Ihnen und führe Sie nicht in Versuchung.
Ich bin vielmehr gekommen allen den Schönen, welche
derlei Gellste haben könnten, den Weg zu Ihnen zu
verlegen. Mit einem Worte, Bewwenuto! Sie müssen
heirathen und ich habe eine Frau für Sie.
Und dazu kommen Sie am frühen Morgen und
gerades Weges aus der Messe zu mir? fiel ich ihr
gleichfalls lachend ein.
Da ist Nichts zu lachen! entgegnete sie. Ich bin
in Wahrheit nicht zum Scherzen hier. Die Sache ist
sehr ernsthaft. Ich habe fie nicht nur mit Monsignore
Arrigo, sondern auch mit dem Herrn Vater durchge-
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sprochen, und habe heute in der Beichte, natürlich mit
aller Discretion mein Vorhaben mit Pater Cyrillus
berathen.
Seit wann ist Pater Cyrillus denn Ihr Beichtiger?
fragte ich höchlich verwundert, und mißtrauisch ge-
worden.
Oh! schon seit längerer Zeit! entgegnete sie mit
geflissenilicher Leichtigkeit. Ich erzähle Ihnen ein ander-
mal, wie sich das gemacht hat. Heute lassen Sie uns
nur von Ihren Angelegenheiten sprechen. Der Patex
weiß es ja, wie ich seiner Zeit die allerdings sehr
unschuldige Veranlassung zu Ihrer Bekanntschaft mit
Gloria gewesen bin. Er kennt besser als jeder Andere
die Verwirrung und den Schmerz, der daraus für Sie
erwachsen ist. Er ist der Vertraute des Kummers, in
welchen Ihre Familie durch jenen Liebeshandel und
seinen traurigen Ausgang gestürzt worden ist; und da
er ein eben so kluger als frommer Mann ist, begriff
er augenblicklich, wie beruhigend es für mich sein müßte,
wenn Sie jetzt aus meiner Hand die Frau empfingen,
in deren Besiz Sie die Vergangenheit vergessen, und
die äls Tochter zu begrüßen Ihre Eltern beide sehr
gllcklich sein würden.
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Ich hatte Donna Carolina ruhig angehört. Ihr
Vorschlag hatte nichts Auffälliges für mich, denn di:
Frauen lieben es bei uns wie überall, sich mit dem
- kleinen Intriguenspiel der Ehestiftung die Zeit zu ver-
treiben, und durch dieselbe ihren Einfluß über die Grenze
des eigenen Hauses auszudehnen. Zu verschiedenen
Malen waren mir von verschiedenen Gönnerinnen ähnliche
Eröffnungen gemacht worden, und seit man mich als
den Erben der Familiengüter ansehen durfte, natürlich
noch häufiger als vordem. Aber Donna Carolina's
vertrauter Zusammenhang mit Pater Cyrillus war mir
eben so neu als verdächtig; und wenn daneben ihre
Lebendigkeit und feste Zuversicht auch etwas Heraus-
forderndes und Belustigendes für mich hatten, zdgert
- ich dennoch ihr zu antworten. Bei ihrer leicht zu
erregenden Ungeduld brachte sie mein Schweigen so-
fort auf.
Nun, rief sie, nm! was soll das heißen? Sie
sehen,, wie: die Sache mir am Herzen liegt, Sie wissen,
wie ndthig es ist, Ihre Mutter aus ihrer Melancholie
herauszureißen, und Sie sitzen und sehen mich an, als
verlangte ich pon Ihnen, mich selber aus meinem
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F. Lewald, Benvenuto. .

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Wittwenstande zu erlösen und mit mir vor den Altar
zu treten.
Und wenn ich Sie beim Worte nähme? fcagte
ich in dem Ton, auf dem sie gern mit sich verkehren ließ.
So würde ich Ihnen antworten, sagte sie, indem -
sie mir mit ihrem Fächer einen Schlag gab: Sparen
Sie mir diese schönen Redensarten für den Salon auf,
und füttern Sie mich nicht mit Zuckerwerk, wenn ich
gekommen bin, an Ihnen ein gutes Werk zu thun.
Also, wollen Sie meinen Vorschlag annehmen?
Doch nicht, ehe ich mindestens den Namen der mir
Zugedachten kenne?
Carolina schlug sich vor die Sticne. Ja so! So
bin ich nun - das habe ich vergessen! rief sie. Aber
Sie werden meiner Meinung sein, wenn Sie erfahren,
daß es die einzige Tochter des Marquis ist, - sie
nannte den Namen einer alten französischen Legitimisten-
Familie - die man Ihnen zudenkt.
Der FrenndeSeifer Donna Carolina's ward mir
damit viel verständlicher. Der Marquis hatte mit den
vertriebenen Bourbons sein Vaterland verlassen und sich
in Rom heimisch gemacht. Er war ein Wittwer, ein
reicher Mann, ein strenger Legitimist, mit allen Standes-
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Vater hochgeschätzt. Seine Schwester, welche die Haus-
. frau neben ihm ersetzte, war eine vertraute Freundin
Carolina's, und ich selbst war in dem Hause seit Jahren
gastlich aufgenommen worden. Ich hatte sagen hören
daß die zärhliche Liebe, welche der Marquis für seine
Gattin gehegt, ihn von der Eingehung eines zweiten
Ehebundes abgehalten habe, und ich wußßte, daß seine
Tochter in einem belgischen Kloster erzogen wurde, weil
die Aebtissin desselben eine Schwester ihrer Mutter war.
Aber ich kannte das Alter des Mädchens nicht, ich
hatte nie ein Bild desselben in dem Hause des Marquis
gesehen, und ich sagte dieses Donna Carolina.
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voruriheilen eines solchen, und deshalb von meinen:
Bravo! sagte sie, diese Bebenken kann ich heben
und sie sind von guter Vorbedeutung. Die Marchesina
ist so alt, als die schdne Julia in der Zeit, in welcher
sie Ihr Herz zuerst erregte, und blond wie diese. Ein
Pastell-Bild von ihr hängt in ihres Vaters Arbelts-
zimmer; ein liebliches, gltckversprechendes Gesicht mit
blauen Augen.
Ich war jetzt so ernsthaft geworden, als meine
Freundin es nur wünschen konnte. Ich hatte mein
fünfundzwanzigstes Jahr beinahe vollendet, und mein

Vater hatte die Mitte der Siebziger überschritten. Mich
verheirathet zu sehen, war ein natürlicher, und wie die
Verhältnisse lagen, unter der Anschauungsweise meines
Vaters ein doppelt berechtigter Wunsch, dem ich selber
keine vernünftigen Gründe entgegenzusetzen hatte. Die
Verbindung, welche man für mich geplant hatte, war
in aller äußeren Beziehung in der That eine wünschens-
werthe. Die Traditionen der beiden Häuser mußten die
beiden Väter dem Gedanken an diese Heirath geneigt
machen, und meiner Mutter konnte es vielleicht zu einer
Befriedigung gereichen, wenn sie mich an der Seite einer
in strenger Kirchlichkeit erzogenen Frau, in den Weg
eines geregelten Familienlebens eintreten sah.
Ich sprach also meiner Freundin den Dank für
ihre Fürsorge aus, und sie war so höchlich zufrieden mit
dem, was sie in ihrer Lebhaftigkeit als meine Ein-
willigung bezeichnete, daß ich ndthig hatte, sie daran zu
erinnern, wie ich das Mädchen doch erst sehen, erst
prüfen müsse, ob ich es lieben, ob ich seine Neigung ge-
winnen und mit ihm glücklich zu werden hoffen dürfe,
da die Altersverschiedenheit zwischen uns nicht unbe-
trächtüüich sei
Altersverschiedenheit! scherzte sie, unb Sie haben

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mir vor zehn Minuten noch gesagt, daß Sie fähig
wären, mich zum Altar zu führen.
Ich hoffte in dem Falle, daß Ihr Ernst und Ihre
Erfahrenheit mir zu Statten kommen und mich die
schwere Kunst des Lebens lehren würden! sagte ich
lächelnd.
So lassen Sie Ihren Ernst und Ihre Erfahrenheit
der Marchesina zu Statten kommen, und ersparen Sie ihr
die Schicksalslehren, durch welche ich und Sie zu der
Weisheit und Erfahrung gelangt sind, deren wir uns
rühmen dürfen. Und lieben? Was will das heißen,
lieben? -- Wen haben Sie nicht schon geliebt? Das
Lieben ist ja nuur eine Sache der Einbildungskraft, be-
sonders für einen Künstler! Lieben kann man immer
und eine jede Frau, wenn man es nur will! Begeistern
Sie sich für Alphonsina und Sie werden bald in ihr
ein Ideal bewundern, wie einst in der blonden Julia,
wie einst in Gloria, wie in meiner Wenigkeit und wie
in so viel Anderen. Im Nebrigen spielen Sie vor mir
nicht den Bescheidenen. An dem Geliebtwerden zweifeln
Sie gewiß noch weniger als jeder andere Mann, denn
Sie waren mehr als Ihnen gut ist, schon vielfach der
Benvenuto!

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Es war nicht möglich, Donna Carolina wirklich
ernsthaft zu erhalten. Die Gewohnheit leichtfertiger
Galanterie war ihr zur anderen Natur geworden, und
sie verließ mich endlich mit der Erklärung, daß sie
glücklich sei, die Sache in so guten Gang gehracht zu
haben, daß sie sich wie eine wohlthätige Fee erscheine,
die dem irrenden Ritter die hilfreiche Hand gereicht habe.
Nun, da das rechte Wort gesprochen sei, werde sich wie
in einem Märchen mit fröhlichem Anögang Alles zn
einem guten Ende rasch zusammen finden.
Also Alphonsina! füsterte sie mir noch in's Ohr,
als ich sie bis vor des Palastes Thüre begleitet hatte
und sie von mir schied.