Neue Novellen
Fanny Lewald
   
Band 01
Titel

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Ed war mir vergöD«, nuchs noch die lehte der Erzähs-
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ll=g= -, welthse dicser land ezutljal!, -- =----- --s--=-
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vorzulesen, nach dem ics sie beendet halke, und mic seiner
ouu ltut nut ug sll ersreuon.
uaduurths ist grade diese Erzähslung mir zu --=--. An-
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denlen geworden, nnd als einn solches soll .üin dies Vuch
nu Ihsnen gelsen. Mlöge es Sie an die shingcbuung nnd
n die trene Jusdauer erinnern, mit deuen Sie, selber
leidend, mir in Wiesladen in den sthwersten Cagen mei-
ne Celeus zur Seite gestauden und mir die and ge-
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-- z. lsaben.
Tchs werde Thjnen das nie vergcssen, mics stets auf's
Uene daran
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wesen Iind,
-- muenn. uenl:en aucs Sie meiner gern, und
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leit mir uns einst zulamnen gefunden haben.
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n uuwauu delbarer Gemiunung die a ijre.
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Fannn Lemal =-1-

Die Stimme des Blutes
Kapitel 01

zie Stimme des
Alutes.
Er stes Kapitel.
oue W?erner's waren eine der angesehensten Familien
in der alten Hansestadt. Von kleinen Anfängen zu immer
größeren Unternehmungen fortschreitend, hatte der Begründer
des Handlung shauses es so rasch und mit so sicherer Hand
euporgebract, daß es bei seinem Tode sich bereits eine Gel-
tung in der Kaufmaunswelt errungen hatte. Die Lust am
Handel, das Talent für denselben waren als eine Art von
Familienerbe seitdem immer von dem Voter auf den Sohn
ilergegangen, und als Gotthard Wer .r, der vierte Inhaber
der Firma, sich grgen die Mitte dieses Jahchunderts nach
eiuer passenden Lebensgefährtin sür sich umsah, durste er sich
sagen, dass er unter den Töctern der angesehensten Familien
nur zu wählen habe.
Ulmsichtig und überlegend auch in diesem Falle, nahm
er jedoc wie seiner Zeit der Prediger von Wakefield nicht
aui besondere änsßere Vorzüge Rücksicht, sondern mehr auf
jene Eigenscaften, ,die vorhalten ; und in der Erbtochter
eines reicen Rheders, dessen Schisfe auf allen Meeren
fuhren, fand er die ihm zusagende Genossin.
Z nny Le:o ald, Neue Novclln.

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die Hälfte dieser Jahre älter; das war grade so, wie er's
für angemessen hielt. Sie war eine grosße, schlanke Person
mit dunklem Haar und osfenem, verständigem Auge, sie
nahmen stch neben und utit einander auf das beste auus.
Sie wusßte sic gut zu kleiden, eineun ncicen, grosien Hanne-
wesen, das viel geselligen Ausprüücen zu genigen h- -«, mit
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sicherer Gewandiheit und mit Anstand vorzustehhen. Nenn
se war gt unterrichtet, im Besitz der Sprauhkenntnisse,
welche eine Fran in solchem Hause nicht wohl entl-ehhren
kann; und von Juugend auf an Reicthum und breites Wohl
leben gewöhnt, lagen ihr die Prunksuchi und Verscwendungs-
lust ..r Emporkömmlinge fern, olschon sie dcn Werth eines
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Vermögens, wie Gotthhard es ihr zu bieten hatle, schr wohsl
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würdigen verstand.
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.hre Ehe stellte denn auc die beiden Gaiteu von demn
ersten Tage an durcaus zufrieden. Sie hatten gar nict
nöthig, sch, wie das oft der Fall ist, erst besouders in ein-
ke

Christine zählte zwanzig Jahre, er war um mehr als
ander einzuleben, es ging und mtacte si.h alles wie von
selbst. Sie gehörten den nämlicen gesellsihajtlihen Lebens -
,lreisen an, hatten die gleichen Lebeuegewohsi heiten, und als
hnen, wie es sic gehörte, nac Jahreefrist das erste Kinnd,
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,, ein Sohn, geloren wuurde, uanute Weruer, der sonst mit
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gg;. Idlchen Ausdrücken nicht leickt bei der Hand war, sic einen
FEF hcklichsen Meiasen
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s E =- Knabe gedieh vortresflic, er versp-rac gross und
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=egw- zu werden, wie die Mitglieder deu beiben Familien,
Fpnen er eusiote, und sein Voter iieue eo, ais der Soi
Zst ses auf seien Beiuen seyen tonne, wen er h seien

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Freunden vorstellte, ihm regelmäßig einen derben Schlag
auf die Schulne- »s ü - --, um es zu beweisen, daß der
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= ge Mark in den Knochen habe und nicht leicht umzu-
werfen seinn werde.
Tier volle Iz-- gingen in immer gleichem Behagen
K-.
an demt Ehelenlen vrrüber; sie hatten nicts z-- - -b-us-
vi s, plAero ne
als das; ihr stetig waichsender Reichthhum nur dem einen
K nalen zu gute kommen sollte, das; ihm keine Geschwister
geloren wurden. aas neue palastartige Hans, welches
- - -- - sic gebant, der Park des Landjitzes, den er erworben,
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s»s.s.s
s-- -en förmlic nach fröhlicen Kindern zn ihrer Belebung
zu verlangen. Die Frende der Eheleute war daher sehr
zu1, als sic ihnen endlic wieder Aussicht anf eine Ver-
m-hrung ihsrer Familie eröffnete. Dies Ereigniss, das man
als die Auwartscaft auf ein neues Glick so hoffnungsreich
begriisßt hatte, schlug jedoc zum Gsegentheile aus. Christine
bez.=- « die Gebutrt eines z== - -- =ätaben mit dem eigenen
zzse.
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aeb'en, und das K.nd, das den Abend seines Geburtstages
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ntct erlebte, ward u-- -p- legraben.
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Werner stand wie verstatti... ait tlrett -- -- -ii- - --
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kw nute es uict fassen, das: ihm ein solches Uugluuck geschehen
kbnne, dasz elrn er bei dieseut uuturiu sten Vorgange, der
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sic allliglic in der Hnitte der elen desten Armuth mit Leic
tigkeit vollzichl, von der Maes. des Scuchsals mit so furct
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b-arer Gewalt getrofjen werden kvnnte. Er hatte für seine
-uauu die gröszte Sorgful g -uel-, die besten Aerzte Juitten
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Kiß
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il.r zur - - - gestanden; it der Besonnen heit, welce -=-
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eigen war, hatte sie selber sich behitet, und doa, war sie
gcstorbett. anS l- , da etn pirte u1s, -=- -- säg!-
Apzfss ;p
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s ßch's an ihrem Sarge und sprach es gegen ihre Eltern und
, ßine Freunde aus, er durfte nicht hoffen, eiten Ersatz fiir
s ße zu finden, eine zweite Christine gab es nicht.
Indeß zu langemn, trauerndem Beklagen hatte er nicht
j Feit. Die Handelsverhältnisse waren eben damals sehr ver-
s wickelt, sie erforderten seine persönliche Leitung, und er war
l gewohnt, unier allen Um ständen das Noihhwendige mit Ent -
s ichlossenheit zu tlnn.
Sein Haushalt war unter der Aussiclt einer von
Christinen herangebildeten Person, der er die körperlice
Pslege seines Sohnes zuversichtlich anvertraurn duurste, wohhl
versorgt, und für die geistige Füihhrung du sselhen nahm er
sosort einen bewährten Erzieher in da s Han=. T ue T ieuer-
schast wurde, wie es sich von sellst verstand, in Traner ge-
kleidet, einem Bild hhaucr von Ruf der Auftrag gegelrn, Pläne
str die Familiengrabstätte zu entwerfen, welce Werner aus
dem von ihm erkauften Kirchhofsplaze zu errichten wüinscte,
und nachdem er Alles nach bestem Wissen abgethhan hatte,
lehrte er zu seinen Geschääften zurück, die keine anderen Ge -
f danken in ihm aufkommen liesten, so lange er densell en ollag.
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kam, wenn Chhristine sic nicht von deun gewohnten Platz
erhob, ihm die Hand zu reicen, weun Niemand da war,
mit dem er von seinen Gescäften und Erlebnissen u nun -
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Aber wenn er dann zum Mittag in sein Hans zurick -

l
vunden sprechen konute wie bisher mit ihr, wvenn der T iener
im den Kaffee bracte, den sie ihm sonst bereitet, so fiel
ihm sein Verluust schwer und lastend auf das Herz. Jreilic
htte er den Sohn, und Rudolf war ernsthaft und lern-
bgierig bei munterem Sinn und gutem Herzen; bis der
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Knabe jedoch seinem Vater zu einem Troste oder gar zu
einem Freunde erwachsen tonnte, musßten lange Jahre hin-
gehen, und das Warten war nicht Wernec's Sache.
Er vermißte Christine üiberall, er wunderte sich selbst
darüüber, daß eine muit so ruhiger leberlegung, ohne jede
==- ndei=»-- geschlossene Ehe den Mann nic,. davor schütze,
N.
s»s,ss
von dem Verluste seiner Fran so niedergcworsen zu werden;
aber Christine hatte ihm sein Tasein so leicht, so lieb ge-
mact! Er war es gan nicht uehr gewoh uut, füür seine Be-
anuemnlichkeit, für seine Bed üürfnisse zu sorgen, sic war die
Serle,
er bar
das; sie
die bewegende Kraft in seinem Hauuse gewesen, und
schr nah daran, es der Entsclafenen zu verargen,
sich ihm so uneutbehrlic gemact hatte.
Er zeg sic deshalb den Sclusi auus seinem Leiden, daß
ein verständiger Man, dem es um sein ruhiges Glück zu
thun sei, seine Gewohnheiten nict zu fest an einen Anderen
knüipfen, daß man seine Neigung auch auf die beste Frau
nicht so ansschlieszlich ricten müsse; schade nur, das; die Er-
keuntnis ihm in dem Augenblicke uict viel uützen wollte.
Sein Unbehagen war unüiberwind lic. Seine Freunde,
Chhristine's Eltern und sein Arzt wuurden besorgt um ihn.
Sie riethen ihm, ee mit einem L .tswecsel zu versucen, er

liess jedoch die Mahnung u nbeactet, er war nict reiselustig.
It früüheren Jahren war er viel herum gcwesen. Er
hatte fast alle Hauptstädte von Euuropa kennen gelernt, in
Handelsangelegenheiten Westinudien uund Amierika bereist, und
er licbte es nict, Tinge zu u nteruuchmten, von denen er sic
keinen Erfolg versprecen durfte. Endlic aber wurde ihm
sein Zustand selber unerträglich. Daß er sich mit all den

Mitteln, über welche er gebot, keine Zufriedenheit mehr
schaffen konnte, daß man ihn beklagte, ihn, der gewohnt
war, sich beneidet zu sehen, das hielt er nicht mehr aus.
Er raffte sich also auf, machte etwa zwei Jahre nac Christi-
nens Tode seine Vorbereitungen für eine längere Abwesen-
heit von seiner Heimath, und trat mit dem erwachenden
Frühjahr uulustig seine Vergnigungsreise an.
Er besuchte London und Paris, fand sic von seinen
Geschäftsfrennden wohl aufgenommen, indes; da er an die
Zerstrenung, au das Vergnügen so geflissentlic wie an eine
Arbeit heranging, versagten sie ihm ihren Tieust. Er ward
der großen Stä dte müde, die Jahreszeit war inzwis-en heis;
geworden, er wollte es also mit der Scweiz versncien,
schade nur, dasß das recte, eigenilice Wandern nicht sein
Geschmack war und das ruhuze Verweilen an einem scönen
Orte noch weit weniger. Er war mit jeder Gegend eben
fertig, wenn er sie angeschen hatte. Er war kein Träumer,
der sich in Phantasien verlieren kounte, die Schweiz besrie-
digte ihn weniger als je. Ter Anblirt der Berge eugte
ihm den Sinn ein, die Luft der Thäler buklamnmte ih die
Brust. Er fing zu glanben an, das: eine Kranthseit ihn be-
drohe, und so entschloß er sic endlih, deu Ralse seines
Arztes naczukommnen, der ihm vorgesclagen atte, sic einer
Kur in einem der böhmischen Büider zu unterziehen, um sic
von seiner hypocondrischen Anlage zu bejreien, ele es dazu
zu spät würde.

Kapitel 02

Zweites Ka pitel.
Die Kurzeit hatte, als er in dem Badeorte eintraf,
ihren Höhepunkt erreicht. Aus Nord und Süid, aus Osten
und
und
daß
Westen waren die Heilungsuchenden herbeigekommen,
scon nach wenig Tagen meinte Werner zu bemerken,
er hier zunächst das Rictige für sic getroffen habe.
Die Gegend macte keine Ansprüüche an eine ganz be-
sondere Bewunderung und war doc anmuthig und freund-
lich. Die Kur gab eine bestimmte Beschüftigung, er sties;
bei derselben bald auf verschhiedene Bekannte, das Leben
hatte etwas sehr Bchagliches. In der buntgem ischten Ge-
sellschaft, welche sich an dem Brunnen, in den Kaffee- und
Speisehäusern oder auf der Promenade und in den Spazier-
orten zusammenfand, konnte man Verkehr haben oder einsam
bleiben nach Bedürfen; und als Werner erst dahin gelangt
war, sic eine feste Tageseintheilung zu machen, die zu seiner
Zufriedenheit ihm durchans unerläßlic war, kam seit
Christinens Tode zum ersten Male Wohlgefühl in seinem
Jnnern auf.
An jedem Morgen trank er nach dem vorgeschriebenen
Spazicrgang an demselben Orte seinen Kafsee, er aß an
jedei Mittag in demsellen Saale seine Mahlzeit, suhr zun
Ves perbrote regelmtä fzig in den Park h inaus, und wwanderte
sclieszlich auf den spazierlicen Waldwegen nac irgend einem
der entlegenen Aussichtspunkte, an denen sein Diener ihn
mit dem Waget zu erwarten hatte.
Dabei traf er natüürlic mit den nämlicen Personen
häufiger zusammen, und scon nach wenig Tagen fielen ihm

vier Frauenzimmer auf, welce eben so regelmtäsßig als er
selbst sich zum Kaffee in den Park verfüügten.
aaaß die großße schöne Fran, welche die Mite der
Dreißiger nur wenig überschritten haben konnte und ofjeubar
den Anspruch zu gefallen keineswegs aufgegeben hatte, die
Mutter der beiden hochgewachsenen und trotz ihrer gros;en
Jgend schon sehr üppigen Brüünetien sein uüisse, deren
Augen vor heller Lebeuslust erglä nzten, dao wor unverkenn -
bar. Das; sie Wienerinnen waren, verriethhen sowohl ihr
Dialekt als die Art ihres Behabene, wwas er aber aus der
vierten Dame macen sollte, welche ihmn weitans als die an-
ziehendste in der ganzen Badegesellschast erschien, das wsßte
er nicht recht.
Sie war bedeuteud älter als die beiden auderen Madcen.
Werner meinte nicht zu urren, wenn er ihr füuf- bis secs-
undzwanzig Jahre gab. Auch sie war hoch gewacsen, jedoch
so zart gebaut, daß man sie schwächlich nennen konnte, und
sich fast wundern mußte, wie ihr schlanker Hals, ihr feiuer
schmaler Kopf die ungewöhnlice Füille des Haares !nagen
konnte, dessen hellblonde Flechten ihr auf den weisßen Nacken,
dessen reiche Locken ihr zu beiden Seiten des Gesictes
niederslossen.
ahne dasß er sich dessen recht bewußt war, nahm Werner
bald ein bestimmtes Interesse an den vier Frauenziumern.
Er hatte sein Vergnügen an der immer gleicen Munterkeit
der beiden jüngeren Mädchen, an der sicheren Haltung ihrer
Mutter. Es belustigte ihn, seine Betrachtungen darüüber zu
machen, wie die Mutter Grußß und Anrede an die ihr und
ihren Töchtern huldigenden Mäuner je nach deren Werth-

scä tung klüüglic zu bemessen wußte; wie geschickt und doch
wie schtcklich die beiden Brünetten die Aufmerksamkeit der-
jenigen zu erregen verstanden, denen sie sic, kund zu geben
wüinschten, und es socht ihn gar nicht an, daß er, obschon
er immer ganz in ihrer Nähe saß, dabei durchaus nicht in
= -.trae. -am. Was kümmerten ihn denn diese Wienerinnen?
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Scie waren ihmn eiue reizende Staffage in dem Rosengarten
und niht mehr. - Iudesß als an einem der näcsten Tage
driben an dem Tnsche das schlanke bloude Frauenzimmer
schlte, fehlte es ihm selber; und er brach früher auuf, als
er soust gethan hatte.
----- - uegnge des Park blieb er stehen. Er hatt.
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anee Zerstretheit den Weg nicht eiugeschlagen, den er hatte
gchen wollen. Er hatte es doc wissen uögen, ob er die
blonde Sc öne wieder schen wüürde, odor ob sie den Ort
bereits verlassen habe ? Ihr weisßer Nacken, die blonden
lecten, das zierliche Ohr und der schlanke Wuuchs standen
ihm immner vor den Auugen, und nicht einmal ihren Namen
hatte er erfcagt.-- Er scalt zich ob sciner Ungesellgkeit,
er warf sics vor, das er sich vorzeitig zum alten Manne
werden lasse, und weil er sic in dieser Stimmung ein
schlecter Gesellscafter war, kam ihm, da er eben seinen
-vgen besteigen wo llte, der österreichische Obrist sehr ge-
legeu, mit dem er bekannt geworden war und den er täglich
in der Ghesellscaft der Wienerinnen wahrgenommen hatte.
Werner lnd den Obrist ein, mit ihm nach der Stadt
zurüückzufahren, sie plauderten von dem und jenem, der Obrist
gedacte ganz von selber «.. Damen, mit welchen Werner
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ihn alltäglic verkehren sehen, und dieser brauaz.. kaum eine
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Frage dazwischen zu werfen, um zu erfahren, was er wissen
wollte.
Sie hatten eben von der Schönheit des jungen dunkel-
lockigen Schwesternpaares gesprochen, als der Os cist die Be-
merkung machte, die Mutter habe zu ihrer Zeit doch noc
aus anderen Augen in die Welt geschen. Sie war das
schönste Mädcen der Stadt, ungarisch und italienisch Blut,
sagte er, und wir sind bei uns in Wien nict arm anu
schönen Weibern. Ihre Heirath macte deehhalb förmlic Auf
selen.
Weruer fragte, ob sie eine schlecte Wahl gethan habe?
,, Durcaus nicht, so weit es Nang und Reichthum an -
betraf! entgrgnete der Obrist. , a' rr Baron woäre fiür jede
Andere eine ganz vortreffliche Partie gewesen. Er mnuß ihr
selber auuch in gewisse: Sinne als eine solche erschienen sein,
denn ihr Vater war ein büürgerlicer unittelloser Hauptmann,
und Baron Löwenkron war erster Rath der schwediscen Ge-
sandtschaft, ein reicher Mann von altem Adel. Indes sie
hatie die gläuzendsten jungen Leute zu ihren Füsßen, Löwen -
kron aber war ein kränklicher bejahrter Mann, der ihr aus
seiner ersten, ebenfalls in bereits vorgerüücktem Alter einnge--
gangenen Ehe eine Tochter zubrachte: die sclanke Blo:de,
der man die nordische Abkunft auf den ersten Blick ansichht.
Er hat üirigens den guten Takt gehabt, nicht lange zu
leben, sein Tod hat der scönen Wittwe nicht das Herz ge-
brochen, und da sie eine entschlossene und kluge Frauu ist,
hat sie sich und ihren Kindern das Leben angenehm gestaltet.
Nur mit der Stieftochter glückt es ihr nicht rect, obscon
sie Alle auf dem besten Fuße mit einander stchen. Es ist

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els.« -rine Blnutsverwandtschast zwischen ihnen, sie sind ver-
az-
sihhiedene Naturen, und das sühlen sie alle Beide: die Baro-
uinn ebcnso wie Meta! !
=-so Meta! wiederyolte Werner in seinem Innern. Er
-t
wußte seine Schöne jett doch wenigstens zu nennen; und
um des u bristen Mittheilung im Flusse zu - =---» --, nachte
oF,le o -
er die aamerkung, daß Unfrieden in solchen Verhältnissen
. -g -
nuur z gewih nlich sei.
, !! nfriede? rief der Obrist, ,davon ist nicht die Rede.
Es gc!t zwiscken ihnenu alles glatt und gut: sie gehhören nur
pi p e
-- -»- - z sumtmen, sie hinderu einander, ohne es zu wo llen.
rF -,
« ic Baronin und ihre Töcter sind gesund, sid lehenslustig,
da K ist Metuu beides nict. T.-
sisi f
und iierlußt sie die Stieftochter
sie -ine sclecte Mutter; nitu=u.-
si,is
wueise her -i nderen anzuschlieszen,
ss
d ie Baronin ihr den Willen
sich selber, so nennt man
sie Meta sich der Lebens-
s
so fal.i derselben das zu
sihwer und greist sie an. Es wäre also wirklich gut, wenn
sic Meta bald entschlösse, einen
ist sie aber von den Willen der
itnd wahlrriscer als sie sollte,
Gluubis lebt, mnan umwerbe sie
Mann zu nehmen. Leider
Baronin völlig unabhängig
weil sie des unglücklichen
wvegen ihres groszen müitter-
luzen -evre -- Mit den eigenen Mädchen wird die Mutter
e ?.
hiig. g leicl zuu S lande komuien, die wird sie bald ver-
sorgrs. a ann kaun sie in Ireihett wieder an sic den - -,
e g-
R,f:
ennt Liwentron hat auc für diesen Fall sie anständig be-
auhzt, und Sie wwerden zugestehhen, sie ist --- Gi- -- Iur
Hs-sn m nsrmi.fsps s
eiiiee eifen weltersahrenen Mann, !
Er iprac ds Luztere mit jener selhstgefälligen Koket-
te.i-, von elcer ältere Mäniner selten srei zu sein pslegen,

Kapitel 03

z -
wenn sie als Bewerber um Fraueugunst sic in die Reihen
stellen, so daß Werner nicht in Zweifel dariber bleiben
konnte, wwen sein Begleiter unter dem reifen wellerfahrenen
Mann verstanden haben wollte.
Inzwischen waren sie vor der Wohnung bessellen an -
gelangt, und man trennte sich mit einer Verabrebung für
den näcsten Morgen.
Dritte s Ka pitel.
Werner fand in seinen Zim mnarn a ruufe und Bericte
aus der Heimnath seiner wartend, die ihm sür den Mest des
Abends vollauf Beschüstigung galen. Erst als er sic nieder -
legte, konnte er wieder an seine Uuterhalluug mnil dei Tbrns
denken, und es gesiel ihm, er lobte es iu seinem Jnnern,
daß die blonde Meta, die scöne Meta, nur dem eigenen
Sinne solgte. Denn schön war sie, scöner fast als es für
das Glück der Ehe ihm wüinscenswerth erscien. Eine unge-
wöhnlic anziehende Frau hatte er sich nie ersehnt. Christine
war nicht aufgefallen, aber ihr ruhig freundliches Gesicht
war ihm so lieb gewesen, ach so lieb! Es gab nicht ihreo
Gleichen.
Dte Treue, mit weliher er ihr noc i ber ihren Tod
hinans ergeben war, rührte ihn so sehr, daß sic hu die
Augen feuchteten. Er schlief mit einem scweren Sruszer
ein, doch schlief er fest und tief, bis ihn der Diener weckne.
Er mußte sich besinnen, wo er war. Er hatte die ganze
Nacht hindurch geträumt, und träumen war sonst seine Sace
nicht. «- lächelte, als er sich erinnerte, mit wem er sic
ls
in seinem Traum beschäftigt, aber er füihlle sic wohhl und

n;
u sc; er kleidete sic mit groser Sorgfalt an, und wie er
s.
sein starkes braunes Haar über der Stirn ordnete, bemerkte
er mit Wohlgesallen, dau-- - --- grauues sich daro=-
s -ns k,s-s
tps fp p
Rs,--ssssssr -sisss kvif-r
mtiscte, dafß dte «uaued .n =z- -s----- -=--- - --.e Furche in
es-
die hohe Stirn gezogen hatte.
e ss: d.pz Is ssz,
ly 1zar -- ps -- =ps lü lgg- -- -- - - =-- -, als jhtll ve -
fiz,I ssi »s s
Apr
a brist uit der Baronin und deren Töchtern entgeg-=----
z,R, -e
Tie scöne Meta fehlte jedoc wieder neben denselben.
a ie verabredete Vorstellung war schnell geschchen, die
Barwein zeigte sic von Werner's Verhältnissen soweit unter-
nict-t, als der Obrist sellst sie kaunte. Sie beklagte ihn
u dr it e..Ule t. - - - -=--- isug dabon, wwie hart es set,
-s sI,z-lzs ss sssef-
=-si
wieder einsamt iut Lcben dazust hen, weun man es anders
hale kennen lerurn, und ihre Ehe habe doc so lange nicht
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gedauert als die seine. Aber . pwvoll, gls sie hatten .
o f sAis
zuum Glücke Kinder, füür die sie leben ntüßten, und was wolle
der Mensc auc anders machen als sich trösten? Sie halte
a fnr eine heilige Pflicht, sagte sie, die D- zu genießien,
die der Herrgott uns verg önne, halte es fütr die ihr zuge-
wvieseiue Aufga he, ren Tu .=- l das Leben angenchhm zu
,, fes
N,s
utacen, und g=- 111g zu erhalten um der Kinder willen;
enn sic iu unfructbar. Trauer zu vergraben, das komme
-,- c?
thr te eine scwere Süinde vor.
Sie sah dahei wie das Bargnüigen sclber aus, so daß
«. erner es nict unterlassen kv nnte, ihr sein Kompliment
-nl?
üiler ihre heitere Weltanschanung zu mnacen; aber er mußte
dett Ooristent darin beistimment, die Baronin -=- --=-» i-== .
r-soee inns f,FFs
und unterhaltend war sie s=- aß ==g viel, sprac an-
r --
si rH:
- sszv,,mi
geuehm: und lcbhsaft, nur von Meta spracen weder sie uoch

11
ihre a og- -- Sie halten vollauf mit sich und mit den
-szf.e (
Männern zu tlun, u.=z« sich ihnen wäihrend der Brunnen-
Al,s.
promenade angeschlossen halten. Es war von einem Auus -
pge die Rede, den man am Nachmittag nac einer der
Höhen zu unternehmen dachte, und füür welcen der Obrist,
der neben de. «aronin ein geisiiges Hauscecht auszuüben
z- Nd,-
schien, = - aorkehhrungen in die Hand genomtmen hatte. Er
»? z- e
war es denn auc, welcer die -. isict an esprac, das; für
vs-:
Meta der Weg auf jeden Fall zu weit sein diirfte.
Die Baronin entgegnele, mtan wwerde Meta ja auf den:
Heimweg tressen, dan könne sie seller entsceiden, ob sie
sabei sein wolle oder nict, und damit war die S ace alge
than. at- ,l ntgest -äüinner wurden fortgescickt, noc ver -
s ,
schiedene ander. Personen zu der Besteig ung der Albertns -
höhe einzuladen. a uz. Werner sichh ihnen ansclieszen wiür. -,

-d.
nahm man als selbstverständ lich an, die Damen spracen ihm
von den Personen, welche er dulei kennen lernen werde,
aber er hörte nur mit halbem O lr zu, denn er spähte nach
Meta aus und konnte sic endlic, weil das vergeblice
Suchen ihhn ungeduldig macte, er -rae nict ethalten,
ob man etwa die verahredute aarasze veufchlt habe, da man
a
dem Fräulein nict begegne.
, Ac!- rief die Baronin, , man sichht es, bas; Sie meine
Toz.« noc nicht kennen. Meta s Jsagen in allen solcen
ipi-
Fällen sied immer nur bedingt. Sie ist gern ihr eigener
- - -.-d wvir stören sie darin nict. Sie weis;, das; wwir
zF
sppeee snn
nicht auf sie rechnen, und im Grüunde ist ihr, wie der Scnecke,
in ihrem Hause stets am wohslsten. Sie findet, wwo man
auch sein mag, irgend einen Wintel, der ilr bchagt, inn dem.

sie sich eiunistet und festsetzt, und aus dem bring,- man sie
gf
nur scwer herauns. ! = Die Mutter tadelte das weiter nicht,
sie schient die Eige=-= -- -=- -»-- -»=z--- uils ein Naturbe-
-Kvss -syo e (ssz.skn.sifoee
ding niß aIz-= =--- --- ==» si=-z-- --- varüüber, daß es
fssokninon As,
Ipz- »fp psi pn F
» ü.s
für Meta eiget--= ---- llng-- s--, in dem Zeitalter der
gtiK =sss
Eisenbahneu leben zu müüssen; aber es wurde Werner des
=--- zens bald zu viel, und er verabschiedete stch --=-=-
,
o-sdls,
o xzoE -
vonn -- --=-=- -----, ohne d iejenige geschen zu haben, um derent-
d..s- M,-fnsis
willen er den Morgen in der Gescllschait zugelract hatte.
Er kam unmuthhig nac Hazse. Es machte ihn im mer
sehr--.riesßlic, wenn ihm ein Vorhaben nict gelang, eine
sz ?
Efrwartung sch ihm nic- -- lte. Er fragte sic aber nng-,
e pzsI71
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sinp.irse
-Fzs; is i
wouuS e »-- - s- =-- -, waS er erwvartel huulld, er deeh- -ule mit
plötzlich entstandemter lln.l an die Baronin und an ihre
l. s
munteren « - tster. Der Voru ittag wuurde ihm schr lang.
d;,-
Er hatie zu keinem Thun die recte Lust. Es litt ihn end -
- s
lley --=-- mehr .n der S!ule, er ging auf die Promenade
s, zs»i
hinaus; sie wwar um diese Stunde menschenleer. Gelang =
indsls
sclenderte er auf unb ab. Es schlug zwölf Uhr, das war
die Börsenstunu. - - - y --g. Er hatte viel darumt ge-
b, sss A.f J.i
infls
grbu ., dort und in der gewohnten a hüitiglenl zu sein. Er
wwar es müide, sic zuu bergnilgrn, vhue arg nüigenn davon
zuu ha hen, und um doc irgend etwvas vorzunelmten, trat er
in einnen Bu claden hinein.
= - - «u c hsändler kan.. ihi bereits. Er legte ihnt ver-
.
.s- 9d
pgß;
sciedene politisce Broscüüren und hhistoris.h- -- - - vor, wie
.- sa.-p-.-
Werner deren einige vunn ilm: eu tnuomtmen hhalt, iu des; er
-Azs -
fand sic heute nius- zu slchem Lrsen aufgelegt, er suchte
nac einer leicteren luuterlsallung. Es laugen eiue Menge

1s
von Romanen und Gedichten vor ihn, aber mit derlei hatte
es
sich selbst in früiheren ,hren niemals abgegeben, und
T,l
oft mit Erstaunen angesehen, wie die verständige Christine
viel Wohlgefallen an Poesien gefunden, das es sie ver -
drossen hatte, wenn er nicht anhören wollte, was sie so hoc
pzfrosiko
- - ---=. Die schöne Ausgabe der Goethe'scen Gedicte, die
hier obenauf lag, hatte sie auch besesseu, sie hatte oft auf ihrem
Nähtischchen gelegen. Er nahhm sie in die Hand und sclug
sie auuf, als müste er die bunten Seibenfäden darin sinden,
die Christine als Zeichen darin liegen grhabt laite. a ne
waren freilic nict darin, aber das Bich war ihm: eine
Erinnerung an die Verlorene, und er nahm es mit sich.
Zum Mitiagsessen war es noch zu srüih. Er sezte sic
unter den Platanen nieder und sah dem Springlrnnnen zt,
- der sunkelnd in die Höhe stieg und verstäuu bend iuber den
Kranz von Blumen niederfiel, die deo Beckens Rand um -
gaben. Das immergleiche Spiel des Wassers wiegte ihn in
träumerisches Denken ein. Eriunerungen um Erinnerungen
tauchten in ihm auf, leise Töne klangen in ihhm wieder, ein
Goethe'sces Lied, das Christine ihm geinngen, zug durc
seinen Sinn. Er suchte eo und konnte es nichht finuden, aber
unwillküürlich verweilte er im Suchen bei den und jenen
Versen, und sie mutheten ihn anders an als sounst, sie rührten
und bewegten ihn. Sie facten eine unlestimmte Sehnsuct
in ihm an und ein Empfinden, das er, vhne das; er's wollte,
Rene nennen mußte. Reue? War er niht glüickli.h gewesen
mit seiner Frau ? War sie es nict gewesen ? oder was
hätte ihr fehlen, was hätte sie vermissen köunen neben ihu.
Was hatte er denn also zu bereuen ? Er huutte ihr vollaus

n:-
grloten, was sic irgend zu wüünschen geschienen hatte. Es
war ihm nichts zu vil, nichts ihm zu kostbar gewesen für
sie, jeden ihrer Wüünsche hatte er erfüüllt, und was verstän-
dige Menschen irgend von einander erwarten konnten, das
hatten sie besessen in einander. Und doch konnte er sich des
Gedankens nicht entschlagen, daß es noch ein Anderes geben,
das ein ihm unbekanntes tieferes Zusammenleben möglich
sein, das: Christine die Ahnung eines solchen, eine Sehnsucht
nac demselben em pfunden haben könne, nur daß sie nicht
fihig geweien war, sich nach der Seite kund zu geben, nnd
es niiht verstanden hatte, die Empfindung anzuregen, die
ihu heule durc das Herz zg.
Er war sich sellst cin Räthhsel in dieser grübelnden
und sinuenden Verfassung, er hatte sich auc in einer so
eigeuthüt mlicen Aufregung nie zuvor befundezt. Sie machte
ihn unruhig, und doc war etwas in dem Zustande, das ihn
um seiner Neuheit willen reizte und ihm wohlgefiel. Nur
das Alleinsein in der Stille kounte er nicht lange ertragen.
llnd wie er sich dann von seinem Sitz erhob und sich auf
den Weg nach seiner Wo hnnng machte, ärgerte er sich üiber
die traumerische Melancholie, der er sich hingegeben hatte,
utnd die er eines ernsthaften Mannes unwiüudig eractete.
Es wwur der Müsßiggang, der ihn nac seiner Meinnng sich
selbst eut freudete. Er zählte die Tage, welche seine Kur
noc von ihm sorderte. Es waren ihrer nict eben viele
unehhr, und er nahm sich vor, sobald er sie beendet haben
wüirde, zurüickzukehren zu seinen Gescäften, in sein Hauus,
zn seinem Sohne, zu Christinens Sohe, für den zu leben er
ihr versprocen hatte.
,iunny Lcwwa!d, Neu e Nori lleu.
Unireraität Aamnburg

Kapitel 04

18
Viertes Kapitel.
Man war schon vollzählig auf dem
von dem aus man den Spaziergang nach
latz beisammen,
der Albertushöhe
unternehmen wollte, als die Baronin, von ihren drei Töch-
tern begleitet, und von ihrer Tienerin gcfolgl, stch den
=---deren zugesellte. Ste entsculdigte unit gewohuuter Leb -
9ss-
haftigkeit ihr verspätetes Erscheiuen. Ter Eselsführer, sv
berichtete sie, der den Wagen füür ihre ältere Tochter hatte
bringen sollen, sei auu sgeblieben. Man hahe ihn lange er -
wartet, bis Meta sich entsclossen, lrotzdem den Spaziergang
mitzumachhen. Sie habe jedoc die Kammerj ungfer bei sic,
damit sie umkehren könne, wwenn sie finden sollte, das; ihr
der weite Wg beschwerlich falle.
Sie wendete sic darauf zu Werner, dem Einzigen in
der Gesellscaft, welcher ihre Stieftochter noc nict persön -
lich kannte, stellte ihn derselben vor, während versciedene
Mäuuner und Frauen sie begrüüsßten, um mit thheilnehmtender
Vorliebe sic nach ihrem Ergchen zu erkundigen, aber der
- ortst triel zum Auufbruc und man macte sic dann aucs
gs
schleunig auf den Aeg.
Tie Sympathien, welche sic während des mehrwöcent-
lichen Bisammensein zwischen den Mitgliedern der Gesell -
schaft gebildet hatten, gaben sich dabei augenblicklich kund.
Man fand sich in Paaren zusammen, WZerner und ein junger
Mann, welchen die Baronin ihm als ihren Vetter vorgefüührt
hatle, blieben an Mäeta's Seite, und nun er das scönc
a-uuudchen in der Nähe betracten lonnte, erschien es ihzm
V
noch fesselnder, noch lieblicer als aus der Ferne. Tue

1
blauen Auugen hatten einen so ruhigen festhaltenden Blick,
die Stimme einen Wohllaut, der jedes Wort, das über
Meta's Lippen
.lussprache des
und heimathlich.
Da sie auf
kam, gefällig machte, und ihre nordische
Deutschen berührte Werner's Ohr vertraut
dem schnell emporsteigenden Weg langsamer
als die Anderen vorwärtskam und wenn sie sprach, im Gehen
innehtelt, bot der Vetter ihr seinen Arm, während er die
Beiorgnis äuserte, dasß sie sich heute uchr zumuthe, als ihr
dieulic sein dürste.
, Nicht doch! eutgegnete sie, ,ch bin gar nicht so
scwac, olschon ich nicht eben die Stärkste bin. Ich er-
sceine uur den Meineu hinfällig, weil sie sich glücklicher-
weise einer ungewöhnlichen Ausdauer zu erfreuen haben.
Ic bleibe deshalb also gern zurück, wo ich meiner nicht
ganz sicher bin, dann ich schene mich, Jemandem zur Last
zu jallen; und mic an der Natur erlaben, das kann ich
nberals. Ich bin zu Hause und in unserem Garten ganz
zuiricden und vergnitgt; heute aber kann ich sehr wohl mit-
ke uurrn, und ich freue mich auf den weiten Ausblick, den
man un verhheisßt.
äie schritt danac ununnterbrochen, jedoch nur langjam,
wi rarte, und die üübrige Gesellschaft hatte sich denn auch
in ihrer Brwuunderung der schönen Rundschau bereits genug
gu tb un und sasz in bester Laune bei dem Vesperbrote, als
Meta mit ihren beiden Beg leitern die Höhe und den Aus-
sn.t :punkt errei.hhte.
Tie Mäiuner erh oben sich von ihren Sizen, man führte
die Ankommeude nac deu Plae, von wwelchem das Pano-
? z

N
rama sich am besten ausnahm, man erklärte ihr dies und
das, abcr nur ihr stilles Lächeln sagte dasir Tauk, denn
ihre Augen schweisten in beglüücktem Schauen über das schöne
Land hinweg bis weit in die Ferne, und kein Laut kam
über ihre Lippen, bis die Baronin sie sammt und sonders
anrief und sie nöthigte, an der kleinen Mahl;eit theilzu -
uehmen.
Werner blieb den ganzen Nacm ittag in Me ta's Nähe.
Alles, was sie that und sagte, gesiel ihm wohl, denn so
schlicht in sich beruhhend, so unbekümmert um Audere als
eben sie, hatte er noc kein Weib geschhen. Bald überraschte
ihn der sinnige Ernst in ihrem Urtheil, bald der wortkarge
und doch so warme Ausdruck ihhrer Frende; am meisten jedoc
bezauberte ihn die völlige Unbefangenheit, in welcher sie mit
den Männern, und also anch mit ihm verkehrte, als hätte sie
ihn lange gekannt. Sie schien gar nicht daran zu denken,
daß sie jung und schön sei, es nicht zu bemerken, daß man
sich um sie bemühte und sich um ihre Gunst bewarb. Die
Zeit verging ihm wie im Fluge neben ihr.
Die Sonne neigte sich endlich zum Untergange, ohne
daß man an den Aufbruch und an die Heimkehr dachte,
denn es war nahezu Vollmond, und weil man sich bei sci
nem Lichte eine schöne Nacht und einen phantastischen Rüick-
weg durch den Wald versprechen durfte, schlug die Baronin
vor, das Abendessen auf der Höhe einzunehmen, und sich
danach mit Kienfackeln durch den Wald vorleuchten zu lassen,
bis man sich wieder auf offenem Wege und im Mond licht
finden würde.
Man nannte den Gedanken unve rgleichlich, Meta stimmte

A
lebhaft bei, aber kaum hatte man sich seiner Ausfüührbarkeit
versichert, so erhob sie sich, rief die Kammerfrau heran, und
scickte sic zum Fortgehen an. Niemand wollte jedoch da-
von reden hören. Mae schilderte ihr das Vergnügen, das
man erhosfte, in den reizendsten Farben, man suchte sie mit
Bitten und mit Scherzen festzuhalten, der Vetter vertraute
ihr eud lii, dass er in dam Hanse ein ganz vortrefflich kom -
ponirtes Feuerwerk vorräthig gefunden habe, welches er er-
st anden habe nnd abzubrennen denke, aber sie blieb bei
ihrem Vorsatz. Sie wisse, sagte sie, was
duirsc, und was nicht; und überschreite sie
mace sie sich den Anderen nur bescwerlich,
halb gehen, sie habe ihr reichlic Theil von
reits gehabt.
sie sich bieten
ihr Maß, so
sie wolle des -
Freude ja be-
. So erlanben Sie mir, sagte Werner, ,daß ich Sie
nah der Stadt begleite. Mein Wagen erwartet mich am
Iorsterlause, und wenn Sie mir die Ehre erweisen wollen,
j. ianer zu bedienen, so erreichen wir die Stadt bei guter
aeit, ele es thauig und vielleicht für Sie zu kühl wird.!
, Uuid die Leuchtkugeln und Raketen, die mir in das
-etster leucten, sagen mir dann grüßend, das; hier auf
e. m Bere bie Freunde noch Alle fröhlich beisammen sind,!
ficl sie ihmn rasc ein.
, Ahle? wiederholte der junge Mann in einem Tone,
der üüler den Sinn, welcen er damit verband, keinen Zweifel
lassen konute. , uille? Ich hatte so fest darauf gehofft, daß
grade Sie mein Feuerwerk erfrenen sollte. ?
, Tae wird es ! Ganz gewiß das wird es! und viel-
leict aus der Ferue nnur noch mehr!! eutgegnete sie ihm

-z -
swoisnls,
n-- »---=-- begütigend. Dann aber verlangte sie von Werner
MZ,zsiFpss:
die bestim mte === -i-=--=ß, dasß er nict umt lg -- -uuen sic
'1.=pi ffsill
von der Gesellschaft trenne und
in herrlichster Natur verzichte;
auf einen so schönen Abend
und als er sie daru. - - - -e -
Is.p- K.
K.sßse k.es:
1==-u- =----, verabsciedete sie sich rasch won dcr Baronin,
um, von ihhrer Tienerin gefolgt, den Heiuweg in Werner's
Begleitung azD-- -enn.
n f rf- ß
ven auf der Hihe war es noch gauz hell gewesen,
nur der scarse Lust zug, der üüler sie hinweg siric, hatte
den nahen Niedergang des Tags verrathen, im Walde aber
s. sl»s.
reggg-- I-= kein Hauc, kein Laut. Tas Schwirren und
Summen der Käfer war verst ummt, die Vögel wvaren scon
».
z -- st geslegen. Alleo ruhte. Sellst die Hize, die sich
d en Tag iber angesammelt, lag cegung s los brüttend in der
Bäume Schutz und eutlockte dem Nadelhsolze seinen kräftigen
Hzu- gs und den Orcideen, die zwiscen dem feucten
, oezz s
Moose ihre weißen Bli then und ihre rotlsbraunen Glöckcen
heimlich ersclossen, ihren berauscenden Tuuft. Hier und da
girrte noc eine Tanbe, oder es klang aus dem tiessten Dickazt
ein leiser Eulenschrei hervor, aber sie dienten nuur dazu, den
bannenden Zlauuber der =--e und der Einsamkeit noc sülsl
ds1ss
barer zu macen, und nuur das fröhslice Sonnenlict t rieb
noc sein lebhaftes S pel oben um die Häinvter und Kronnun
=-- alten Walde?riesen. Eo huscte in slimm erndem Glanz
App
von dem einen zu dem anderen, es üülergos: sie mtt seieeuu
Purp., das; er tief an den S tämmen niederflos;, es tauuuc..
stf
die weißßbärtigen Aeste in seine farbige Gluth, es ku.üite mit

slA-
p= Utene. » -»=- vald diesen und bald jeneti, u nd mna cle
z zi fssso H:
un slt l==- -= - =-s- -- - --==--cendent O ptuikelheit die Herr
iswsoeAop HAssF A.pee oissff o

Hp
schaft in dem Walde streitig, so daß rothhes Licht und blau
verschwebende Schatten in rascem Wechsel über den warmen
mo osigen Boden streiften.
Da sie beständig abwärts stiegen, war Meta, seit sie
sic von der Gesellscast entsernt hatte, in gleichmäßigem
Scritt und ruhigrm Gespräce neben Werner rüstig vor-
wänls gelom men, indef sie waren kaum in den Schattenn des
Waldes eiugetreten, als sie stehen blieb und, ties aufathmend,
um sic blickte.
, Es ist wie in der Kirce!' sagte sie, ,nur feierlicher
uud erlabener, weil man so allein ist und weil nicht Menschen-
hand bie Herrlickeit erscassen! =- und wie das Alles schön
st, wie beredt dieses Schweigen! wie lebensvoll diese Ein-
samileit !-
Sie blickte zur Recten, blickte zur Linken wie ein
Kind, ds seines Wegs nict achtet, und wie einem Kinde
erregte Alles, was sie umgab, ihre Freude, nachdem der
urste feierlice Eiudruck in ihr ausgeklungen hatte. Bald
h-ielt sie inne, nm dem Spechte zuzusehen, der aus dem
Nestl oc in dem grosen Baume noch einmal mit den klugen
Augrn umherscaute, ehe er sich für
bracte, duiun wieder ging sie eilig
tuesie mvvsigen Gritn des blätter-
den s den weisßen Nachtscatten zu
rauuicsender Duft sich ihrem seinen
die Nacht in Sicherheit
vorwäirts, um in dem
und rankenreichen Bo-
sucen, dessen siüß be-
Sinne schon von fern
uemn athen hiatte. Hier wollte sie aushorcen auf den leisen
Scnc des Käiuzcens, dvrt hatte ein Nachtvogel mit tasten-
d e -luge sic zu friih hinausgewa gt und huschte, von dem
Suunenlicst, das durc die Zweige noch herniederblitzte, jäh

H t
Vi=- - -, in seine Dunkelheit zurüick, und drütben auf dem
-ßKspFss
Steine, der süür sie zu hoch war, an den Werner aber leict
hinanreich.., hing ties ein blühhendes Moos hernieder, das
sie lange schon hatte malen wollen und so schön niemals
angetrofsen hatte.
Werner betrachtete sie mit stiller Lust. Es war ihm
ein Vergnüigen, ihr zu folgen, ein Genus, pp -hremn Scritt
Cs ß
und ihren Wüinscen anzupassen. Er muszte sie aufmerksam
macen auf die Baumwurzele in ihrem Wege, sie läächelte,
so ost sein sester Arm sie hielt, weun sie zu straucelu drolte;
und der sauste Blick, mit dem sie daukbar zu ihm aufsah,
mac!e ihn uacg iebig wie eines Kindes vertrauensvolles
eluge; der Ton, mit de sie ihre Freude an dem Walde
aussprac, drang ihm in das Herz.
, Ach!' sagte sie, indem sie wieder eimmal stehen blieb,
um eine schöne Bromnbeerranke aus dem Gezweig zu lösen,
das sie verstrickt hielt, ,es war recht gut von Ihuen, daß
Sne mich mitgenounneu halen, denn es ist so scön im
Walde, und mnit den Auderen hätte ic nicts davon gchabt. !
Er jragte, was sie damit sagen wolle ?
, a'as kann ich Ihnen kaum erklären, wenn sie es nic.
selber süihlen,! versetzte sie, ,und wenn Sie's fühlen, brauche
ich es Ihnen nicht erst zu -- ären. Haben Sie es deun
zßs
nicht selbst bemerkt, daß die Natur zu Vielen auuf einmal
nich. spricht? Man muß mit ihr allein sein oder höchstens
mit noch einem Anderen, der auc nicts Auderes will, als
sich an ihr ersreuen, der auc nicts Anderes verlangt, als
Krast genug, ihre wundervolle Schönheit zu erfassen!--- Und
wie nun Menscen gar ein Vergnüügen daran haben können,

;
sss -?
Raketen zischen zu hören und Leuchtkugeln verschwinden zu
sehen, wenn der Mond still über uns hinwegzieht, und die
S ierue, die wir gesehen haben, seit wir sehen lernten, still
und unwandelbar und so vertuuut auf uns herniederblicken,
das habe ic nie begreisen können.!
a amit uüuterbrac sie sich dann wieder plötzlich, ent-
sazuldigte, rasc vorwärts gehend, ihr unverantwortliches
Iigern und Verweilen, versprac, uhn nicht wieder aufzu-
nifsis
halten: indes; ihr guter Vorsatz hielt -=p lange an, und
-.ernner verlangte es nichht besser, als daß er ihrem Willen
.k
flgle; deun auc ihn ent zuckte die Waldeseinsamkeit, auug
ihm lijte und erweicte sie da s Harz, dasß er sic unwill-
k irlic fragle: warum habe ih das Alles nie zuvor gesehen
u nd emp junden ?
Er war in seinem Leben durch so -uanchen Wald ge-
gugen und gefalren, allein und mit Christinen, doch hatten
sne Beide, wenn es lange gewährt, an des Waldes Einsam-
lct und naturwüüchsiger Wildniß weder ein sonderlich Be -
hgan nuc Gefallen finden können. Was sie in den Wäl-
dern menst gefrent, das war der Schatten gewesen, den
i!ien wahrend des Tages Gluth geboten, oder die gut
hialtenen Wege, die Ku nde gegeben von der Sorgfalt,
n. elcer mauu den Wald gepflegt. Aber sie hatten sich
sie
ge-
mit
aus
den Waldern meist hinansgeselnt ins Freie, wo der Blick
nict so lescnäukt ward, wo das Leben und Treiben des
neusclichen Verkehrs das stille strenge Walten der Natur
.rge ssan maehhte; und vollend s Jemand neben sic zu haben,
d r sic in der Bewunderung der Naturschönheit ergig, =
Ao=
»is,-s s
= =-=-- und Blithe, wie der witde Wald sie bot, sein

Kapitel 05

ass
betrachtendes =--zukken hatte, das wwwütrde Wernern bis auuf
fIss -
diese Stunde sehr lästig erschienen sein.
Warum freute es ihn denn heute? Warum sah und
genoß er heute in demt Walde, was er nie zuvor gescheu
und empfunden hatie? War dieser Wald denn anders als
jene Wälder alle? oder war sie es, die zp -so -- --«t, die
s-k; 1,s
D,as
b==g- wwie eine Trauugestalt an seieer S eite ging, während
oifsii
die streisenden Sonnenlicter ihre reine Et irne mnit sunkelnd en
Rnbinen scmüückten, daß sie wie die Waldeskinigin anzuusehen
war, die ihi die Angen auufgesclossen latte und das Herz ?
Gleicviel! Was es auc war, wer es auch war! Der
Abend war von einer unvergle.uslicsen Herrlickeut, und er
s.
fühlte sic vergnigt und froh, wie er es lauge nicht uehr
g ewesen, verg nütgt wie er's im Grunde noc nie zubr ge-
wesen war; und weshalb sollte er's ni.z. sein ? Er wwar
-l,s
noc jung gennug, noch vollauf bereclig-, von dem Leben
Glück und Freude sir sich zu erwarten.
ünftes Kapitel.
Werner's Diener scüüttelte beden=us den K opf, als es
sfl,s.
zehn l.s -=---P, ohne das; sein Herr zuu Belt gegangen war
ll.- spsi li
Er wust. -- -, was er davon denken sollte, und reht
o zf»!zs
wußte es Werner selber nict, als er, nacdem er Meta nac
ihrer Wohnung hingefahren hatte, stundenlang auf der aerrasse
vor seinem Hause hin und wieder ging.
=- hatte sein Abendessen versaumt, die Stune zum
s-
Schlafeugehen hatte für die Knrgäste längst gesclagen, in -
deß was kümmerte ihn das ? Er war nicht hnngrig, wer
nicht sclu- -ss -=- -== - zu munter, um an Ruhe zu denken,
Zsz-p snee nip!

=
und er sand es thörict, sic noc länger mit der Kur zu
plagen, denn er befand sich wohl, vollkommen wohl und
,.sc. Sein Sinn wwar p-- , vie angenchunsten Bilder und
1ipsf,= -
ss-?
Vorstellungen wechselten in seinem Geiste mit einander ab.
Er dachte an den schönen Wald und dachte daneben mit
Vergnüügen an sein Haus in seiner Vaterstadt, an seinen
Landsiz, - - g=y über des Stromes Münduung wie ein
b C,s
,üirsteuscloß erhob, und hinter welchem das Wäl.cen,
dr
wenn es auc diesem Hochwald nicht vergücen werden konnte,
ls-
S ahsatlen und Kihlung und manch hübsche Wege darbot, wenn
man sie nuur sucen wollte, wenn man nnr das Auge hatte,
sie zu fiuden.
Das; er seine Pferde, das; er nict wenigstens den nenen
leicten Wagen hier zur Stelle hatte, war ihm ärg.. ueh.
moz-s
ie Kalesce,
brauen, wvar
genug sür sie
vicl zu steil,
nn welcer er Meta heu,te gefahren, war nict
eben nur gut genng für ihn, doch nict guut
gewesen. T.. polster waren hart, die Lehne
s. -
die Armstützen zu hoc für eiue Fran; und
doil haile--.uta sic so anmuthig in die Ecke eingescmiegt
»?.-
wwie ein Kind in seiner Muutter Arm. Sie war reizend, wwenn
sie gig, noc verführeriscer, wenn die schlanken Glieder
ru!ten, und herzgewinnend, unwiderstehlic, gannz unwider-
stellic in ihrer holden Freund lickeit. Wie hatte sie gelacelt,
a!s er ilr dte Detke über die K nie gebreilet, wie lieblich
latte sie ihn angeschen, als er sic bemüiht, es ihr zu Tank
z mnacen! Eo war uict auders- er konnte sich nict helfen.
Er muszte sic Gewalt authhun, den Saz nicht zu voll-
enden. Aber souderbar blieb es deshalb doc! Sehr son -
derhar in der a hat.

A
Als er ein junger Mann gewesen war, hatte er mit
verständiger leberlegung, nach reisliche. prüfung sich die zu
=- ?
ihm und seinen Verhältnissen passende Lebensgefährtin aus-
gewählt und in ihr eine Stütze gefunden, ein en Freund auf
jede Probe. Es blieb dabei, einen Ersaz fir sic zu finden,
konnte er uict erwarten, so weu ig er sie je vergessen konnte.
Und dennoch! und jetzt?
Er war ein Mann von vierzlg Jalsren, ein ernster
==-ann, er hatte großße Altersversciebenheiten zwiscen Ele
»,
leuten immer als einen lebelstand eracstel, und vierzehn
Jahre bilden einen grosien Abstaund zwiscen Mann und
Weil, besonders wenn des Maunes Leben an Ersahsruug
und an ernster Arbeit reich gewesen ist. Dazu gchörte das
adädchen - er nannte keinen Namen - -- einer Gesellscaft
an, die nict nach seinem Sinne war, er hatte sic immter
mit Geflissenheit von
fernt gehalten. Die
auegezricntct hatten,
besitzen. Tie ganze
der sogenannten vornchmen Welt ent -
häiuslichen Tugenden, welce Christine
konnten die a octer der Varon in uichl
Tuctigleit seiner Frain, ihre tiuge llu
sicht, selbst ihr klarer Einblick in das Gescäft des grosien
Handels und Gewerbes standen ihm tlar vor Aungen. Er
hatte sie immnerdar bewundert. Er hatte es it hhöchsten
Grade geschäzt und anerkannt, wie sie alle ihhre seltenen und
großen Eigenschaften nur benutyt, um ihhun zu dienen, und
er hatte, wie werth er seine Frau gehalten, doc iumterdar
empfunden, daß er der Herr sei, das er zu gebicten und zu
fordern habe, ja die freiwillige Dieustbarkeit Christ inene latte
so entschieden zu seineu Glick gehirt, daß er die Herrshsaft
des Mannes und des a.eibes Duenstbarkeit als die Grund
=

F
I
bedingniss alles Ehegliickes angesehen und in erster Reihhe in
seiue Glaubensartikel aufgenommen hhatte. Wer aber durfte
auuc nur daran denken, einem zarten schwachen Wesen jene
Mühhwaltungen aufzubürden, denen die rüstige Christine sich
wie einem: Spiele unterzogen hatte! =- Trozdem!=- Er
stand wieder auf demselben Punkte, vor demselben Rosen -
strauce still, vor welchem er vorhin sic in seinen eigenen
Gsedankent absictlich unterbrochhen hatte- es war nict an -
ders, er konnte sich nict helfen, sich's nict lä nger leugnen:
Christ ine hatte er lieb gehabt und werthh gehalten; Meta
hatte es ihm angethan gleich in der ersten Stunde, in der
er sie geschen, Meia liebte er mit tiesster Zärtlickeit, mit
heisem, sehnsüichtigem Verlangen. Sie sroh zu wissen, ihr
- u helu hervorzurufen, sie zu stüiten, zu üühren, ihr zu d ienen,
N,i f
ershhien ihm das höcste Glick, denn sie war wie aus einer
anderen Welt. Er hatte nie ein Weib gesehen wie sie uiad
nie ein Weib geliebt wie sie- er hatte überhaupt noch nie
a eliehi!
Unglaublich! ganz unglaublich! rief er laut noc ein-
nua! ane, und blickte um sic, ob ihn auc Niemand höre.
K,
---r ee war jcon lange still auuf de. Terrasse und in der
atcase; im ganzen Hause waren die Fensterläden sest ge-
sclossen, alle Bewohner hatten sich zur Ruhe begeben, ---=-
er gngg einiam in dem Mondlict noch umher, sic in Liebes-
schniucht wiegend wie ein Jüngling. Er hätte darüüber
lac en, sic verspotten migen, wäre ihhm nicht so wohl ums
Herz genesen, hää tte er sic uict mut einem Male so jung
und ue belelt gefüh..ü Sein Dasein hatte plötzlich wieder
Iss
einun Werth sür ihhn, jeht hatte er wteder ein festes be-

.is
stimmtes Ziel vor lugen, und alle sein -.- ilenskraft richtete
. M,is
- 9
auf dieses neue Ziel.==«ta sollte, l--ui- die Seine
Ni).
Ci»:
sisf.
werden- und zvar balö.
K!
Mit dem Gedankeu legte er sic nieder, mit dem Ge
- e:
danken erhob eu uch amt näcsten Morgen, u nd von dem
e s - ss
=uEg- -- sah man Werner stets an Meta's a eile.
g=?
eR:
u'asl er älter --uir als die anderen Meiuner, welce ihsr
isp
euuldugten, dasß er ein Wittwwec war, der vonn der Eriunerung
an seine Frau noc sehr erfüü llt zu sein sc ien, gal ihu einne
grössere Freihheit gegen Metuu, und mnacte sie völlig unle-
fangen gegen ihn. Sie halte es kein Hchhl, das: seine Ge -
sellschaft ihr erwüüuscht war, dass seine Nicsic.ahuue auf
k es,
=-- -= -- und Weise ihr behhagte, und es wähnrte gar ni.ht
Chi. -sz-s
lange, bis sie Wernar nach Gebüihr zu schä zen leg ann. Seine
rnhige Selbstgewißheit flößte ihr Achtung und Vertrauen
ein, und da er nicht gewohnt war, neben den Frauen den
ipo-s- - -=-=- - - -- -- - zl spielet, halle seimte liebezde es
sFnnvirmio liAoss Il ziKv fne -
-=----1g um ihre Gunst etwas Ungewöhnliches und Wüir-
sopks
diges, das sie in ihren eigenen Augen erhob, wwäihrcnd eo
sie anzeg und beschästigte, in ihm cinem Manne zu begeg nen,
der einem durchaus anderen Lebennskreise als demjenigen an -
gchörte, aus welcem sie hergekom men und worin sie zu
HHause war.
Werner'ö grofartige kaufmäinnisce Thatigieit hatte ihun
einen freien Blick gegeben. Er war ein scarfer Bcobacter,
wußte von den Ländern diesseits und jenseits des u eeau e,
in denen er längere oder küirzere Zeit verweilt hhat.., schr
!=z-- ! = ---- --, tnd es wwälzrte drn ntc la ulgze, bis
-»ls,
Hto e irlikos:
er Geltung und eine vorzüüglce Veactuug in der ganzen

:s: e uiss sPF,-F
Gsesellschaft erlangt ha., der er sic --- - ---- ==--a's wwillen
sj s
in-.sesi1ßs sspse l
v-,z-z= sj- -- .fle,
ihm
e1sp-
aa er sich unverhohlen zu ihr hielt und ihr Vertrauen
rFa
dies erleichter-., lraten sie einan.. sehr bald nahe.
b
Apz
fast alle Menschen, -=- ---- gnte Meinung von sich
dp niinn
haben düürfen, redete Werner gern von sich, und vor Meta
that er's mit beflissener Absict. Er sprach ihr von seiner
-- «- sl.D., Is - - -- aailatOrett er seit Knt rzell zg- - -, -
»1d,f.s
-s,lp .r
: Ap sps: ( i :
sucte ihr einen Begrisf von der Bedeutung des grosßen, die
Völker und die Länder verbindenden Handelsverkehrs zu
gu ben, er erwäihs. «- gesc icter Antdeutung seiner Lebens -
ssnk, is
stel!nng und der Mögl--p - - -, zu welcen ein großer Besitz
s -li k.ifoi
die Mittel biete, und ohne dasz er es besonders sucte oder
1-- - , gedac .. er vor Meta auch des Glüücks, das er in
uiilf,
= --- su lnen besessen und verloren hatte, unddes eiizigen Kin-
tsIifsie -
des, das sie ihmt ht--=- -l1---
si f.ss
J.i-
=---- nach wenia Tagen hatte er nicht mehr nöthig,
I-,sni:
H
sie zu sucen. Sie fand sic von ihm besser unterhhalten als
rou den Männern, deren Berufs- und Lebensverhältnisse ihr
w elann... varen, es mnacte ihr Vergnilgen, ihn h- -= ----
f ,z s
i -ss sspi pso
;
u ieuste an zugelen, weil er sie ihr so freundluc und von
Her ;en leustrte, uund die warme verehsru ttgSbol.. - - --: -==
l,- NF,f sssf
ncl .er er von sei:ner verstorbeuen Gattin spracs, z n-- --
slss. imi-
s- ler eine T heilnahme und Achtung vor derselben ein.
-- -- - glaulen es gar nti.g -, (-g ;« aines Tagee, als
..s s- ?
=sp
. s. .
in ie:t ihhuenn auc wteder die Rede von Christinen gewesen
.tr,, ie der ieda. .« an diese Frau muc - ;- bcsch-; -z-
sis,
vsi
Fses»-s
. a:l sie alle jene Eng.-pzp en besessen und in sic ausge-
-ss,s..:

g z
bildet haben mus, die mir, sürchte ich, immer fehlen werden,
und die ich mir trotzdem so sehnlich wünsche.!
Werner bezweifelte es, daß man sich ernstlich nach
geistigen Eigenschaften sehnen könne, die der Natur des
Wünschenden nicht eingeboren wären, eben seiner Eigenart
also auc nicht angemessen sein könnten, und die also nur
einen Zwiespalt in seinem Wesen erzeugen wüürden. a -
1s.
behauplete jedoc, das er sich darin irre.
,areit ich von mir weisß,! sagte sie,, habe ich das leb-
hafte Verlangen
und zu helfen:
liches Geschöpf
Mtter früühem
gehegt, denjenigen, die ic liebte, zu dieuen
aber weil ich ein srhr
wvar, und weil meiu
Tode doppelt um mic
zartes und scwwäch -
Vater nac meiner
brsorgt war, wuurde
ich mit einer so peinlichen Aengst lichkeit behandelt und über-
wacht, daß mir jede freie Iegung damit genommen wuurde.
Ich konnte verlangen und erlangen, was ich wollte, sofern
es nicht die geringste Anstrengung füür mich befürchten lies;.
Meine gesunde und lebensfrische Stiefuuutter kounte an einem
so verzärtelten Kinde natürlich keine Freude haben. Sie be -
hielt mich in ihrer Nähe, weil mein Vater mic gern um
sich hatte, aber ich hörte oftmals, das; er ihr uchr Vorsict
in meiner Bchandlung anempfahl, ic merkte auch früüh zeitig,
das meines Vaters Aengstlichkeit ihr iibertricben däuucte
und daß ich ihr bisweilen lästig siel, und es befremdete mic
nicht, als sie mich nach meiues Vaters Tode gänzlic der
Pflegerin und Erzicherin überlies;, die er für mic erwähln
hatte. Diese, eine vortreffliche und gewissenhafte Frau, sah
es als ihre nächste Pflicht an, sich genau an die Vorscrijten
ihres verstorbenen Herrn zu binden, d. h. mic von Allem

3
fern zu halteu, was nach ihrer Meinung mir schädlich werden
konute. aben bin ich auf diese Weise allerdings geblieben,
k.
wie Sie sehen, aber ich weis im thätigen Leben nirgend so
recht Bescheid, bin für Andere mit meinem besten Willen
gar nicts nüitze, muß mehr, als mir lieb ist, an mich und
meine Gesundheit denken, und komme aus der Besorgniß
nict herans, daß ich den Anderen beschwerlich falle und sie
hindere.
Werner nannte das sclbstqnälerische Grillen, iudeß Alles,
was er versuchte, uhr dies zu beweisen, wollte sie nicht gelten
lassen.
, Sie versallen mir gegenüüber mit Ihrem starken Ver-
sande und mit Ihhrer Redlichkeit,! sagte sie, , doch in die
Nolle des beschwichtigenden Arztes, und daran thnn Sie
nicht wohl, mein Freund ! Ich weis am besten, wie es mit
mir steht und was ich werth bin. Ich möchte ja um jeden
Preis eine Andere, möchte gesund und krästig sein wie An-
dere. Ich raffe mich dann auch bisweilen auf, will es den
Gesunden gleich thnn, will Hand an die Arbeit legen; aber
ic brauce nnur eine seste Znsage sür irgend etwas zu machen,
und wäire es nur ein gesclliges Unternehmen, so tritt mit
einer Art von Tüücke mir regelmäszig meine Kränklichkeit be-
hiudernd in den Weg. Grade an dem Tage versagen meine
raste mir den Dienst, ich kann mein Versprechen nicht er-
füillen, mein guter Wille wird bezweiselt, man verliert die
r ust, mih in Auspruc zu nchmen, auf mich zu rechnen, und
ih !ann da s Niemandem verdenken. Indes; mein Mißtrauen
aegeu uic jelber hat sich dadurch verstärkt, ich habe mich
eiidlich besceiden lernen und ---
ut nh L. w i1d, Rezte Novellen.

A z
a l
==- -- vollendete den Say l=-- - - --- ß-, ihm den
',s.s (e s.s s
tSio
==»pluß dieser Bekenntnisse nich. ;chuldig zu bleiben, sie wei
s s
C-
aerte sich dessen. Wie er dann aber freundlic in sie drang,
überwand sie ihre Schen gewaltsamt, und sagte rascer als
i s- --s- zt sprechen pflegle: ,, aie haben mir einmal an
p sns- ss
u- =---- -, daß es Sie wunderr, mnic, nocs unverhheira!het zu
Ao Apsik,f
finden. .eyt, da
werden Sie das
Sie mic keunen, wie ih selbst uic leune,
natüirlich sinden. Ic könnte es nichst er
tragen, von dem Mitleidcn eines Mannee zu leben, der in
der Ehhe mit mir sein Glütck zu iinden erwartet hätte; und
eineu Maun, den ich liebte, unglüicklic d urc mic zu sc!en,
würde mir das Bitterste vn Allem sein. -
Sie wendete bei den Wortcnt das Gesict von ihm, weil
ihre Lippen bebten, aber er ergrisf ihre Hand und, sie fest -
haltend, während auch üler jein mäunlices Autliz eine tieje
»1.s-i !
g,iszoe itn
irks. s
=---=-z----F Z-= --, jCgple cE! .. ===--=- - a tese E1fläru il; -
galt sie mirA
s: zien ?- entgegnete sie ihtn, indem: sie ihn verswwun-
eFs.
dert ansah.
e;
. «as ist har., harter als ic es eineun Herzen wvie d
.0E zlgetraut!? sagte er mit eiurun Tone, der sie ühau-
raschte und verwirrte.
, Aber was labe ic denn gethan ? rief sie, und ihre
Vk.-
=--gen h ingen ängstlic sragend an den seiuen.
, Nichts! Nicts! Sie haben nicte, gar nicts grgen
mich verschuldet, nur ich selber habe mic betrogen! eief cr;
und seiner Selbstbeherrscung ui-ht uchr Meisier, sezte er
rasc htz ? u .- mneinte, Sie müüszten es gesehen habell,
cFs.

Hr.
D a
wie ein neuues =- -- -t nur aufgegangen ist seit der ersten
s.so-- ss
Stunde, in der ic =-- zusehen habe.!
6io nr
.io N?oo
,. ageu Sie das nict !' siel sie ihm in d.- -=-- e==e -
-
--»!
sagen Sie das -=-- --=- - görte micht auf ihre Abwehr.
s,s.s s Oss.o e oe s
s-=- hegte die Zuversicht, daf Sne es wüüsten,! fuhhr
Dz
er fort, , wie es nnch glucklich macht, -- zu sch.-, mit
=in
,
,ihnen zu sei--, --- - zu sorgen. Alles, was ich bin und
i üs- Ti.
oi Kit.»ss. s
habe, hat etnen anderen, hat erst seinen wwwahhru- ==- - -» ;lk
--==-u betommen, .= - nch hosste, daß es Ihnen dienstbar wer
pfns ri
s.ss
den könnte; und das Verlangen, Sue glils=s zl schen, hat
kss,s. -
mur mein eigettes
hnle, bis ic Sie
»ss -
Harzel, --.eta!--
S ie stand vor
n?.s
---le bedeckte sie
Harz ersclussen, das ich nict gekannt
kennen lernte. Vertranen Sie meineu
weisen Sne es nict zuru--
,s ss
ihm und sah ihn ruhig an. Mit einem
ihr Gesict mit ihre - Händen, und in
l.ss.slif
den Sessel niedersiukend, weinte sie =-== -=P-
Er a e.= s-« Z -=- -- -» = -8- --z-, U nd da sie uhnn ----
ispiii
ef. i,s.
sFip zssod,omn lioss.k
ansah, lniete er ueben ihr nieder. ,Meta ! sagte er, ,uch
ss dFs -,s.
habe uie vor einem Weibe getniet, habe ite gedaig-, - i -
re thuun, das; ic ein Weib so lieben könnte--
, llib Sne sollen auc vor mir nig -nien!' rief sie.
-v,s h
ss,hii
Di.
.. a lelan a - auf! ic bitte Sh-, i--v Sne aus! --- I6
w olltc rulig zu Ihnen sprecen, alr Sie schen, es isi meine
ung luclice Scwväce, ic mus: glenc wveznen.
.hre Grosmuth von Grund der Seele, Ihre
nst uir iuu jedem Augenblice, in wwelchem ich
A
ulceo L bsal. Seit mein Vater todt ist,
Izas bewu ndere
Güite füür mic
s s.s
sie ge- se, eint
sss -?
-s- -ulelttand so
A gegeu ies geueien, ha. -uiemand so jüür mics geson gl
s NF
ne ane; indes; lieben köunuen Sne unc uhu=-- Ich besize
-zg
-

Kapitel 06

.li
ja keine von den Eigenschasten, um dereniwilleu. Sne Chsristine
s
schätzten, durch welche Chhristine Sie beglückte. Und doch-
,Reden Sie! reden Sie, liebe Meia!- bat er mit
dringendem Tone.
Sie schüttelte verneinend das Haup, und sagte dann
mit bebender Stimmne: ,Es ist gewis; ein grosßes Glitck, von
einem Manne wie Sie gelielt zu werden --
Er lies; sie nicht vollenden. , Meta! Meta!' rief er,
, höre, was ich Dir in dieser Stunde sage, und verlas; Dich
fest daraus. Mein ganzes Herz ist Dein, denn Tt erst hast
es mir erweckt; all meine Liebe lag nngeahnt in mir, war
ed1,s
aufgespart füür =-. Dic zu sehen, mit Dir zu sein, aic
e::
zu besitzen, ist mein höchhster Wuunsc, =h zu ersrenen, meie
ry,
gröszte Frende, --- n sollst mnir sagen, dasi g --g nict
- v- ssds e
s-s. ?,e
verdiene, wwenn ich fortan je
das Deine schätze. Darauf
in meine Arme, die Dn.z
»a
heuut' ab fiir und für, -n
e
imn Leben mein Glitck lsöhser als
nimm mein Wort.-- Uitd nun
halten und tragen wollen, von
heis;gelielies Weib,
=- - -, ;l r s Ka pitel.
« o Ess
c:
u ie Verlobung des reicen hanseat iscer Haudelsherrn
mit der scönen Schwedin macte ein paar Tage hindurc
die Unterhaltung in dem Badeorte aus, obschon sie an sic
nichts Auffallendes hatte und man sie als eine fitr beide
Theile sehr schicliche erachtete. Weruer s großes Verm ogen
ersetzte selbst in den Augen von Meta s aristokratiscen Be -
kannten den ihm mangelnden Adelstitel, ihr geringes Wolzl-
gefallen an rauscheuden geselligen Vergnitgungen macte es
s=- -=-»-V--g, dasß sich ihre Wahl auf einen ihhr an Jahren
slie p=?lI
-ll».

»I k
üübeulegeuen Maun gele.. 1-., li- «-rhter wwwar obenein
z 9,
l f
ki,
ein so stattlicer Man.i von so vollkommener weltmännischer
Bildung, das; mnan der Baronin zu einem solchen Schwieger -
sohne und zu einer solchen Versorgnng ihrer Tochter von
allen Teiten Glück wünschte. Die Genugthuh=--z - - i» nen
e sn Kos s,J
- ---- u ver die lange schon gewünschte Verheirathung lD--
»,tkissr
sz-
a -sloe. - gab sic denn as.. uuverhohlen kund, sie zeigte
ß,p
p F :
Dei
sic vosl Jlartlickeit fitr Meta, sie empfing den Verlobten
derselben mit all der anmuuthhigen Warmherzigkeit, die sie
lel!a ft an e zudritcken wuspte, wenn sie es für angemessen fand,
und Werner war wie alle Glütcklichen zum Glauben sehr
geneigt.
a te Baronin wwar seines
hsöcst au fmertsamt fiü. --,
- 1f.e
Varpslictung nicht lange mchr
Lobes voll, sie zeigte sich
seit sie sicher war,
nachkomnueu zu müüssen.
solcher
a octer behandelten die altere Stiesschwester mit jener
zurigen Theilnahme, welce jede Braut ihren jüngeren
Iire
tte1t-
Ge-
nosüin uen einzuflösßen pflegt, und Meta's leicht zur Dank-
barleit bewwegler a iuun lohsitle -=-- -- -p-« Freundlichkeit von
Isi:ois ss-
Herzen. Man hatte sich niemalo besser und wohler mit
einauder befunden als jetzt, da die Trennung nah bevor-
siand; und da vbenein der O brist sich durch Meta's Ver-
sts,s.
l,eirlh:nug dem Zuele seiner eigenen Hosfnnngen betraup----
-ngenuhsert glanlte, sals Werner sic in einen Familienkreis
ui rsezt, desien allseitige Zufriedenheit, dessen fröhlichen und
l.elevo llen Eintlang die Baronin ihm zu rüühmen wohhl be-
ue!ttgt war.
a e mues: es dabei nici unerwäihnt, daßß Meta ihram
k nitigen Gatten in eine Heimath zu folge habe, welche

I
- - s -0-- -iufmannischen Wictigkeit den südlchen Chaez- -
z.fs,z
k rrrit i
s pp F,
s i. ?
der haile..l dtu-s- ß-»-- -- =.hre, I0p g- zels, wuic gla hlze:d
--sspz ie pei oiies.
Werner's persönliche =- -guultnisse auc seien, n --= -hr
Z.=-
1.-
oss:o :
volltg ungewohhnte Gesellscast einzuul.«-. he«= ---=- - , ud
oh,psp
sos: ssio?-p
d,s- Nd,ez-ss.Iifh.-
glgu-iüUl utett vOtt -- - -- ---» ==z-l uit seimte Braut, wvar der
i---s- s----f erwvä gehae und prufende Werner sehhr ber. ., sic
ose
e
sssis s»si.-
dp= g, -
alle die Tpjer vorhalten zu lassen, wvelile uaehs -- - ----
ronin Meinnuug Meta ihun zu briugen le-, weil er in
bsg
d ieser ihrer = - -;-uÜtdig kett uhhr. aiele fur ihnu zuu erkennen
. Ni.
sis--se.
glaubte.
a.r? Te--- -- e die bevorstehhende Heiral 1... auf
vuiei s: s,i--
= - --. s Verlangehi tulh.-= - ui na uusger itu, da sein Wuns.s,
MKt,-f-snn -
b ssspif s:
=ula zu bcsi zen, im mer letdenscs----- --=-l-, seit sie ilsiut
9,
sss, ,spf :sis
d.-
=.- s
verlobt war. I=-;. das Hauus, in welcemt sie at sei=. -
=- - schalten sollte, muszte nach seinem Sinne hre. -uüirdig
z sp
w t.
spis: n iHi. i Iifoii
s---- - ----n-- -=----- geia u!erten Gescmtack, -p-= -- bcsond eren
uffr,s:
msk . ('
Bedüirfnissen ganz und g6- ----- - = -- -, u nd u« tNe h=«« -1s
z -sfssz-p,zoss
sin. b -
deshalb vvn ihr sc on wenge Tage nacIrun ste e=- =-Null
z: f;sss .
. -- == -- -VaV, unt sie dcsto cher sei ne Frau etl!u l zs- - ---» ---
w,zizpzEDpst s
au der Gewis,heit, sein grosses ermigen duriu -lege
a hsatng lent sortdauernd vauunclrrn zuu kbnuent, hautte er e«
frul gele. ., dne Zant höler zuu scah en als da d Geld, und
z-ss f
1l.s- z-- k-lg,en, iuo es il-. darauf anlam, raschser an dins
,sz f -i:
a-- - zl g elalgen. ---- -reigelig wie atn Glüücklucer, wuu !.te
-.l
er also di. - - = -- =u - Hatdwerker wuie der Kn tstler, .cl.lse
s »s-f,oss d
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i -s-
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- - oel de nt nu eulel. a ulrlilslu tigrll ul! . llta lt! Haulse l- -- 1 ül.s
nahu, --- - - zu beslu geln, daß er, uouhh ehe das Jahr zu
Aop,nz-e s
« ulde gung, ble lunge Gattiu i:t seine Heimath fuuhre.i -onl= -
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«g ==-- Ja uSltcsel! aill leS ll 1« -aaOUer wä hsrend dcs

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1üV, lüu.u=- j -ss
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=- 1gen Gewohuhhett
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g,l! Ull Uld i!. - -l- -
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von seinen Geschästen entfernt worden
l,pfzp pe ues Apy
so leicter stnnd u tt sV . - - ==-- =- -
der sogenannten Houhzeitsreise Abstand
zs MF zmo iie d.pr
srlnte sic da laus, b-- -- --=- ---- =- -
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gellebau -1 s1i; ,eulleS l ellel. =z-z- -? zll s- --- --, ud
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-els ,.k.ss is- b.i sFs.sssiIs
ou , ulNll ul, jlssd hrts; Elllzu u- ,-I-- -=- s- s-- -- -- = -i-- =- .1l-
s.i
si.- -?,
Ps,z? iininns orin.
=v izl.:: ll11d jst de s! -«--.Shsä ut setnt detl! «- - ----- ßz- - -ß- -
s 9af, s!
s: rcuen verrathhen vur sie verbergent zu müssen. Sie hatten
als. Beide uucts von dem Sorsclag der Baronin hören
wwollen, den ersten Winter ihrer Che auf Neisent in einemt
su dlncsereu Klimna znzu brin gen, sondern Werner hatte der-
sellen mnt der -- eigeuthütmliuhen Saelbstgewißgh. - ver-
s..is
isiis
stuhert, er habe Vorkchruuge. da; - gcl- -. --, daßz seine
En kfps:
siif-
, -
son meA Hoi s
FrNau iti seinner Hei mtaths uligl-p;- -=-- -ß zll le.e- - -=- -- julle,
ls,s.s sssini
- a1i ll.s-
untd Meta hal. - -nen Wuusc un-- --- -, als sich blind -
e .- s,-i
lnug s der Fihrung hres Mannes zu überlassen.
z- lios Gos-s.sss-
sprs:
Es l ui? etun trddkener, a cV ;s= -- 1=ps- g - -s- bg, als
- - -- - - ---- -= --- seinent wwohhlversc lossenen Wagen in sein
-ah,yin oi issf isis iis
Has ei:nsuhhr, dessen elilgelthitren sic h - -- h=--=--gpe
sps f p,
miosi == -ss
i jf ueteut, id lte nue HOU.- --- s-b-izuUclsmtelt.
zi: ss s? ,i
iss sin
ll1t hEll.L - -=z -, l 1lll. ««-- - -- - ----» -- sp - s -- uuul-
. AHe i:r k, isop: is.= ff.ii:
z sj-sis
ueul - Ilg1eges ---- ieucsen Teppicen geleitete ihsr Gatte sie
»szsf s
dne gu linde, wit Gew äc sen reic bestellte T rez-p- z den Zim -
Nzsz, - ss
nteun hsuul all, ie ir suur sie hsitg1- -=- -- le-«. - -- ---- »=Ue
kf, Ilz- Rp sss sZ r
dfi,sif,i
iaal deriellen wariete ilrer, von seinem Erzicher begleitet,
arernier' e Su !n. Zigternd und scsw« - -- - ul er ihr einen
,s,fzf,pss ef,
mns: :ss.spApf,
- ss»i
a.lrtl! elllz1r z1 cl, .i= - -=- -- - - . s-=s zDettt e..ea uinld
nf p p pt
wwauf jiu nasc an de ssr:nn =- --
is

u1is
bs
...ula verstannd =.- »l naben anus eige:un Erfahsren. .s
Pi.-
H g,
ohnchin erschüüttertes und volles Herz zug sie zu nzun hin.
' lii
N, ll.n
s-= -- -- a einen Bater,! sagte hte, -und er hat aucs m ic
rHa
lieb. Liebe Du mic auc!
=- - uell ihhm die Hand hin, der Valer süührte ihr den
h=zp !
Scohn zu. Er war selber sehr ergriffen. - - - ihmn etne
= g;
n ik, N1Fies.,- f se eR
p---- =- - -- - - a iS 1u. .i eEe, 10eS EL sü glEli .=- wui, a eL
s- -!ss
s fzss -f -
Meta's T on und Mienen mu szten dein K alen Vertrauen
gegcben laben, denu er ltes; drs Vaters Ha nd los, u nd als
Meta ihm die Arme entgegenbreitele, siel e.-zr um: den
sss
Hals und r-ic-« -gr den Mund zum s usse.
t o is-
gd
at helle. a- uhsl von Frende flog auu s ilsre-- --gl
ss s!i:
J=f ,
zn dem Vater hinütber, und die ,z-lu uft hie, was diese
sti
erste Stunde für die Familie Beglitckendes ve gu llen hatte.
z- l.
----- in der Gesellschaft, in welcer sie sortan zu lelen
-1i,s:
hatte, fand Meta sic aar bald zurecl und mit ginstigem
MNpueivss
=- ---seile aufgeno mmnen. Wie inu allen Hanscstädten wu h,te
man sic auc in Werner's Heitath etwas unit dem starkrn
Büirgersinn ihrer Einwohner, der nic zrage uauh der Guinst
s s
der Höfe, und srei sei von den Vorurt henlen der Edrlleutr,
welce es lteben, sich in dersellenn zu so u let. --- - ltan
v s,f
entbehrte de sh,alb in der freien Neicsstadt, in welcer enn
Nel=g- - u nd gebildeter Handelo stand die Herrseo;- . »Ule
.ess f:i1i
.lspp
und den a on angab, wveder einer sehr auu e sclteszlcen unn d
snlsos l.-s is nk--.
p- -z- -- - - -j- =--uulte uu terhalb de Kaufm auesta uu des, 1vcs
F
war man aleicgüüllig gegel uutel und arden, wwelce von
S
den Fütrsten stamne. --, dder gegen die au ge-- -- - -- -a unen
ossie, ss z
k,sf
=- - u-l.us- - - - -- -, --= - - =---u-: Ula l bet dlcsd ll! ÜdOL festr lll
tioit l)R,, lspsiko nis d.ik.s:
Aos -
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=-s-. Z li- «- - - «. UIs .w=sl.
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=-sln- --=- - i-=g lbteder verheiralhetl wil.se, hse= la

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s -1, e ino- ss,s. s
als selbstverstandlich angeschen, dass -r, -
Aoe
splis 1.i f.
l0se.. a- =-s s=-o Zll .ueesu-- Iliiuu - gss = -
ss.i -
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K..
if =fiz! -
alteun, adligem Geschlecte heiufüühren wüürde,
,el--- -- » ulNgcr -
msnin lis'
onir
-=-« Frau auns
daS lae.u --=l
hf , et .
k o fiirfk.k Is li.s- s1F,i ,
.ss.e h.iio i
o- -- ..ilOs 11Üs. i- -=:-- -. - = - -=.s.l s Düeu- gss-= il
i: in in fy-,
seiner Jge- als Sekretar der schwediscen Gesandtschast
sd.
tchrere Jahre in der Ha usestu.=- g -- --, und sein Andenken
.d.i
ol.lii
war unter seinen Zeitgeno ssen uts --.oschen. Man erinnerte
.sii plp-
ztc mni Verg niigen seiner gefäälligen Manieren, mtan wußte
nt Ocs yje! GueI vu! seule. e-..O11lgh Üh « « -« eOleeo - -sz-- -
=- Ki!
s Vs.l-
sssüefd.s.-s,if
z sugen, mau sand, das; seine a octer ihm in dicsen Eigen-
lsi-
sl»: (.s
sc6s.«.i ebenso svie in ihsremt Aeu szeren ähn-=s i- -- - -
t pse
hatte au c, als er nict mehr dort angestellt gewcsen nar,
mi
hüler gernt tu der Hau sestadt verlte., 1 z-- zch aiso
.ilf
si wint. ss
sifii
und es na- uhre neuen Mit burger und Umgangsgenossen
scuell -= s --, dan sie ihr Wohlgefallen an ihres
sis= Isk,i
pi f:
Gatten Heimath freudig lu nd g= -. uund als man - -=l
pff: :itr
s,pFz - :
DD. gekommen woar, Werner's junge Frau lobend und
.lss
auuuerlennnend gell. - zu lasien, ging man auf diesem Wege,
,s: -
wwwie die Gesellshaf. dies mut ihren Zuneiguu get --
ssnA
leig uhzuu stels zu halten p tleg?, --- - vorwäirts, so
use iss
- . s .ls utt Meta suhuell zu saumneufand, vhne das;
»ll.
.u E -
das;
sie
sannderli.! viel daznu getlan latte, an dies .ul zuu gelangen.
- ie Mauner priesen Wernuer's gliulice Wahsl und
y
Muta e S u ünheit. a -rauen nah m uhhre ansprucslose
y
r ick la lluuug fiir sie ein, während -. -- =-r's unablässiae
Iph,iin
.a!lsamkett auf Meta's Wu us..-p? zu eiti. - --zz-=-II
-z- Iszi.
s-.- il.
spsi sii:
- zs
n u.de; unnd .. wai -ß g- -1s, a u c vot den siüderen
. Pfs
lei.h ro. .. faug at e.« gaz besondere Rücksichtnahme
: -szs

t -
auf die zarte Gesundheit seiner Frauu zu begehren. Weil
og sl.
=--es in seinem Hause ausschlicßßlich darauf berecuet wwar,
ihr das Leben leicht zu macen, schte er es als ein Selbst -
verständliches vorans, das auc die Gesellschaft die gleiche
Rücksict nchmen werde, und an Meta mauce jener An -
forderungen nict stellen düürfe, duren Erfüllung mtau einner
gesunden Frau nict zu erlassen gewohnt ist. Meta maute
keine Besuch., dasür fand man sie mit Negelmäüigkrit zuu
-Hause, und da die gleicmaszige Frennd li.hkeit ihree Charal.re
kz,-
jedem Gaste wohlthat und niemals die jreude Eitelteit
herausforderte oder gar vrrlch., sah sie sic allmälig von
einer lebhasten häne licen Gesell gkeit um gelen, die im
Gange zu erhalten, keine vorbedacten Fustr und Vacanstal
tungen nöthig
Tas war
ein Feind
Schhaustellung
woarelt.
durchaus nac Werner's Sinn. Er war von
des Prnnls gewesen, und einer gla nzenden
seines Reicthhums nur noc abgeneigter ge -
worden, je mehr derselbe gewacsen war. Er lsatte jedoc
n- --- = -=ikeit wie jeder Andere, und er befriedigte diese,
svissn sFis»ll
indem er seine Frau in ihrer Au onahmestellung zu erhalien
und so viel an ihm war, sie in derselben zu befestigen sucte.
Ihre unverkennbare Zufriedenheit macte ihe glücklic, glut
lich.., als er mit Christinen je gewesen wwar oder es sein zu
können überhaupt fir miglic gchalten haitr; und er sell er
konnte es nicht ermessen, wie die Lebe ihn veuwandell halte,
wie die Hingebung, deren er durch sie fä hig gewonden woar,
ihn gehoben hatte.
Meta verstand nict, was tau mteiute, wenn mnann ihr
von dem vortheilhaften Eiufluß sprae,, den sie auf ihren

A
l
Gatt.t auSgeiibt habe. a - hatte iln, seit sie ihn kan-=,
nrky
a= ty
1,eeep
immer nur freundlc, nac;=.gllg uund güütig gefunden, p-s
.s-
-- -r um s z- -= - =-l, ihn unbefange.i scäten gelernt und
of. .
o okzzA re kso
sf,»e -
nte daran gedact, ihn andern oder umstimmen zu d=-- --;
ud auch se.« p-- -- - - -=-- - -= -==-ihet wwar, hatte sie keine
-ss ßep sis-e isin- nn.emivie.i
andere Alsicht gehegt als die, ihm angenchm zu sein, um
ihm und seinrun a =-- zu leisten, was in ihrer Macht stand.
N;ih ss
Es scien ihr deshalb nur natüirlich, dass auch er sic ihren
Eigenheiten anbeanen«, sich ihren Wüünscen willfährig er -
s fs
wieo. EB t,ut ihr -p- ---, wwenn er seinen lauten Spracton
li.
inIis
um ihhretwillen däm pste. wwwenn er seine raschen Bewegungent
mafugte, seine hestigen Aufwallungen unterdrückte, seine ost
herben und zu strengen Urtheile -==»s-uuglc zu milder-. .=-- -
,sip
s s
shrsis=-I?
da all dergleichen sie nict angenehm bernh. ., und sie wusßle
zf p -
s .
es ihm von Herzen Tan., das er ihr tnes- ----- -=- =- -»,
se sii f füfsofsj
iondern auch aeist ig die ihr angemessene Atmosphäre, die ihr
Hsisds-. M?zi!
notl-- -h- ===--hr zu bereiten strebte.
Meta's Liebe süür ihhren Gatten wucs mit jedem Tage
und steigerte die seine. Er war stolz darauf, seine Frau,
gleicsam in einer uenen Igp--, sciner als je neben sich
ossd,
erbluhun zu schennu. Eo ma eh. --=t eine grosze Frende, dies
ue, ihis
von seinen Frcunden bestätigen und sein häne lices Glüuu.
von ihnen rüühzmen zu loren. nnd dasz er die Macht besasi,
der Fran, die er über Alles liebte, ein beneidetes Tasein zu
bereiten, das; er wie eine giitige Vorsehiing für sie sorgen,
ihres Vert.auuens, ihreo T an!es sic wie eine solche versich..-
zopf
malten konnte, darin fanden seine Herrsc jucht und seine ver-
feiteete Selbstsucht ihren täglichhen Genusz. Er war während
ieiner ersten Ehe scweigsam iiher seine persönlicen und

O=
ll
namentlic ib« - --- hääuslicas. -=-zaltnisse gewesen; wweil
sss ,z-s-
snee s.into
es ihn jedoch so sehr - : --- = =- bewundert zu sehun,
rk e .ikv H1F,-s -
or ssfsif sse üi Ap
ward . - ---»- ------, s seineit näicsten Bekannlen imt Ber
-e=.-l anszusp - --, das; es nie eine sanslere Natur gegelben
sspd
zppkps:
h= =- u.lo die seiner Meta, uie ein erjreulis- - - Familien -
-kzo e
efzr rroa
leu.üt als das seih, une eine Stiesmutter, welce das sremde
sps
C
=e und so völlig als ihr eigenes in -s- - - en aufgenontmen:
ss.. z.-s.
habe, als elen sie. Es war da s A lleo r.llg, -=-- s wwie
1ls,-
-N,s.
er's sagte.
Meia liebte ihren Stiefsohznu und das war -= ur lel,
si,f Z
denn Rndols's osseneo Gesiilst nahm sclbst die Fremden inr
nhn ein, und seine Wahrhaftigkeit macte seine Erziehung
l.f»sis
- ---, sein gutes Herz ihn selb.. .ebenswüürdig. Jehe ge
ov lsp
hetu - clgu1F zur Sch önheit und zur Poesie,
- zs
in. F
t C hristtnnell --=- zs- - -= =»=-s- .= -- -- -eul ll,
sirlik -in -e e,,lf.
n i!wif vfk.s
ihren Sohn vererbt, und sie fand jetz!
-- in der
die sein Vater
hatte sich auf
===ihheut und
t oikz
in dem ganzen Wesen seiner Stiefmutter rei.he edle Nahrung.
= - » ---==-:lgg zwischen ihen war eben so gros als dur
d,-=- iSissks.e:
wohlthatige =---;=-i, =- sie auf einander übten, denui wle
Rioss
lsis ss
Rdolf im mnerfort bamnüüht war, dti , hriedenheit der Mutter
,- -?is
zu erwerben, so lies; sic Meta e: angelegen sent, an ihr.r
- - ;lggen Ausbildung zu arbeiten, um von demt Solne nict
wooss
z! s- hzeitig üübersehen zu werden, und der ganze Bildung, s -
f--?
grad sowie die Form und der Ton des Verkchhrs in der Familie
ss
gewvann aue; - iese Weise anu Formt und Haltung, uuut gemnein.
=-.Ap i, -?,ip-slifsis.ie
IhOV gzls -- - = - , - si=--, llg- i- su.. dE! E Vlsl
,s. fi.- süi-
ei-- - ---=- -= - zu fühlen fähia war, regte in Meta's liebe-
n.z- fzsA.. r nit
volle- -. -a -- unablässig den Gedauis a, welc eine uu -
rt ,Pppi s
i: kpe
. Vi.1s. si,- F
susllg- -- - - i-- jli etll rigenes Kind ettpsinn desl,-
szzfp

ss,
1
g,luu ek.z rs sie uleup- - ----- -; -«- digenes Kutd unter ihren
-s.s -iifii-Ap is.v-
si»
-- -gen heran t=s-- zu schen, und wenn sie für
»1zn
. ,spss -
witnie Ciie
den Besits ennes eiz=-- - == des mit jedem Tage
z--ss»sis . si,s. s
nuchr erscls ., so - -s=- i»z -t dies natütrlice
ss k y
p=g selber
s
ihrer Ehe
MZ,sl.s
==-- -= lgOl
zugleic der T cuerz, das; ihr Gattc seine Vatersreude nnr
- .
= -- -;-- lO Fl w«.-ui üikeit hae, - =s =-p ssK i--=- -, Wd es degt
ss-d K«,- s,
i.- ü.ss.b-
p A, s:
Isissssi
ofss,
ss.sis l.n:sss d üis-s. ilmie
o1ips
gA,pre :s
«u--julEl l! i11o ll, li=-s- sin= - - -s - s - - sz-ss ol llie-- - zss zz - s
o. os: K, T,i
ze , ppso
1te sei!le .e ;.« Frauu. Eimte Eisersi.. - zl-zi- - =-- - -=-, ----s
zs»ik -
iuise.
s-sssps: dz.
S chucn m uul, die sie sic zum Vorwurf mac te, s: - -- =-s-
bzs.s
durc inn ilsrem Herzent Plah, 1- - - == -- leh!. . -l- =- -u-
in?
uA,p pi-HF
, zp hz;
ger als die Mutterhosfnu ngen, die sie im Laufe der Jahre
zt versc iedenen Malen ha.. legu -- ---- --- - »-I der höchsten
if,
- - d. fipfpss f-n
, Iieg uind Vorsict im mier wieder zerstört worden und ver-

zi1ili,-
---»l g cwvcsenn wvaresn.
-z-ls,sz, Lfp lin pfjee fpszsp sZ,zsssi»-A.oeminh
VE,1!y? g (EüUu.us =- s- - - - - - s - z- s s zes- ss -s== - = z
dadurc, obscon eine Vergrös..-ig seiner Familie ihm bei
J,fis:
ieinem Nen. -I-- -=-=-z-peneiverth erschien. Er liebte Kinder,
s,s ls
ss -iiüisss,s.
er liebte .e,- ieIiscen um sic zuu haben, -- -- - ---- - zl
Is
si sipr Ap or -s
s-
.i -? ki--sf si sp-isn
-r - issdz,s
h cst. .il llll! luie., IcUi - ,s= - - s - - s i- ---b g, b-=e lig -os» n
zf e,-
S,ssd
sin s.. süe=- ß?.
d..=- s.l K..ss ssisif
,Cspso sn
a1 11plhy yS u l« a- -- - z-s - . .us ll eu- j- - - s- s- ==- Fßh» j-s -,
dasz sid euwa ? Wesentliches zu ent bclren labe, wenn sie ohne
e ge ne R inder bleiben ivllte. Er verwies sie anf ihre Liebe
fur den a tiessnh, auuf die,rreude, --.lche sein Vorwärts-
hpzd
v
f.
!. ui mten uhr brre., -; -te lebh,u;-- --- , -oelche sie em-
zs K
,,ssf, ho czr
p hiide, wennn r ine
s-llene ,u: bedrohen
r und sie sic nn
usammteu sa n ?ent.
S törung die gluckliche Entwicklung des-
scheine. Er mahnte sie daran,-= -ollng
iisio fiss
u. aiu rO, l! u -===-- ß- j=- - » s-=- zss
- s- ?s,-l-
-- Fne
. füi.- dos: (pms:
- -uollt. . - -l-s- - --- --=-, daßß er nicht
s Hz si
o wc n
rnstpft
s,sis oiif Z
u psin den konn uue, wva sie -.vc hsre, wo llte es nict 1l-z- = -s
ossf !-
enokps:

-1i
daß er sie nur zu beschwichtigen und zu trösteu sirel-e, wueun
er kein groszes Gewicht legte auf jene Em pfindung, welche sie
sich als die höchste und unlösbausie Liebe vorstellte, auf die,
wie sie es nannte, heilige, geheim niszoo lle und nic. trügeude
Stimme des Blntes.
Sie hielt ihm dagegen die Erfahrung ihres eige-- --
,s-
Lebens vor. S ue sprac ihm von dem guien Willen, mit
welchem die Stiefmutter und die St iejschwcstern ihr legegnet
wären, von der Mühe, die sie selber sic gegelen, ß-uz ihten
C,
von Herzen anzusclicsßen, ohne das deohall eine wnhre
gegenseitige Zuneigu ntg entstanden wäre. ==ruer wwwendete
ȧ.t.-
ein, das; zwiscen so versciedenartigen Nat uren rin wirt-
liches Einverständ nis; eben unm iglic geuesen jei. Er gab
-=- zu bedenken, dasß auc zwiscen Elternu und K indern grospe
l.v
Sinnes- und Charakterversciedenheiten keine swegs selten
wären, daß es nicht allen Eltern bescieden sei, sic und
ihre guten Eigenschasten ie ihren Kindern wieder zu sinden,
daß der Besitz von Kiudern unter Verhsältnissen ein schr
v, ?.
zweiselhafies Gl.. Il, und das; er keineswwegs die Liebe der
Eltern füür ihre Kinder als die höchste anerkenne.
, Wie willst Du z. B. dieseo in seier Tiese uurhau -
instinctive Gefühhl mit jener aiele vergiei hen, die uac ba-
Vi
wußter Wahsl in freier Selbsi bestimmnuug zwei Meusceu euue
Gatten mit einander verbindet? -- sagte ar. ,. coie bie
Blindheit der Elternliebe, die in unzuhligen Fuhlen die Eltern
über den Werth der eigenen Kiuder äusct, so das: sic auuc
dem misßrathes«.: und uuwüirdigen K inde vrrd ieustlo s zuge
-=--=-. bleib., zprtcht gegeu sie und erniedrigt sie vor beut
rfzpisA.f
s s
Ms-ss..is bös- N,w--snsf
s --=- -- -=- - ==-------. ll;td sc lieszlich liebett -=s- -- uleuett
siiif si

g e
h
Kunde. :- zumeist uns selbst, und d.. --- Illse u- S ege, d.«
s.- 9i?
uses ?
s- ----; j- F = -===s- == -- z- =- p-s s-- , nebemt denn Hoff -
sss.iz-i si-nd
fz. ff:zofrA.,p r
siie hiss ss,
-- -zz= s- , Wecs. swhi- , lllCu s- us »9---=== - »s-s -9», s-zi; sO
hino .pls.ssü-i
-»is
s. zspsi n
-- s:sir
s: ztA ,fts
zs sk
baui--.
s PF,-s. AH nisf --
M,ie opes.ssf spdel
of yp,f g
lin f- ilii
»=« = s - v snis-s si s 1 = =»Hz =-. g . siiss zli ze - s iiijißhsssz =Ks,K
er sie durc solce Einwenduungen virlmehr zu einem leb-
ha fteren. --- -- - i--=»=- auuf. Ste blieb dalei, das; in dem
-s 9gtj Roissfi -i.
n ss: s? si,-
Fx11.o - z- -- = -- =-i=- -..ube dhwna AmtdeyeZ selli - si-, ll
-.isi.e -n ip P1? -
sffzl,,
un dem des Maunes, u.d als der weltersahrene Mann ihhr
d z.-ins sinsf nisisi ( ,soe- osifhnsn
- -- ---: --- - - - ------- == »=- -z ---ß.g1lCe, wuar sie mtuct jmn Sta nn d
s auauif einzugelen, sondern gal, -=--- zt nberlegen, wwas sie
izfzs n -
dam it t!a!, s --- zre Gewohnheit ihhrer Em pfindung einen
--oi ,
ruck sict olvsen Au sdruck.
lf. s.ilss ssi-hif . -? s-Hef. si.-
b-..s
- == - z -; - = - s is i- s s. uss ls LS 111N WOg1 (U s
leugnen tracte, es hilft auc nicts, dat, aeine groszmüüthhige
-»s
.
= - -- - e I-g - -»s- zuilsle.i la1u, ----=- -=-a Krä suklichkeit, dic
ks.f. g e
si.sis Cc
s iszsp ssnBizs.
si ,s: i
ss»ls » füi-
1ljc; dyg hhjs gtS ue - .-- s- - - - s- - -- - -- =-- -- = -, - -- Vlgz-== i - -
Vpz- 1Fz-ff,sz-Fw-pinA.oi: m. e.inlik ois: l
e
s-- f ü =- D,s.
nmuc is. ---- - C--»« i -- - » -»«. Tie Liebe sitr den Stiessohn
siind
verbindet mic Dir nict, wie die Liebe füür - - = -==-, das
isd
pi n i
ui Beiden eigen wäie., uuns verbinden wwiirde. Es ist wahr,
sfp s
i. liebe Teinen Rud olf, denn ic sehe Teinen Blick in jeinem
Ange,-s lore -. - Ton Deines Lac ens und GBebietens in
dos
f .s.
. uer S ti:ue ---- aber Du findest much nict in ihhm wieder,
; vss-
uid i.!s -- - - Fie brac b, nnd sagte d aun nac einuer Pauic,
a! : n :sse re - -ial au egcsprocen werden, mnit einer heu. el,
! piss -s
-- eittgle., welce Werner tte Z =-- an ilr wvalsrgenotmen
-ss
spszsz
--- -- - , EH giebt T age und eage, in denen ic gar nicht
s -e e, -
--un denke, dafz Aud olf eict mein Sohn ist, und dann
, - z
l :t u.h froh u nnd gl1.ü.cs u nd verla, g- - -- == --- - -
n. i Hn - ssf,sz f Z ssspj sc
1»ll


a=9 glaube es dann zu füllen, das; er mi.hh liebt, dasz er
ch,s
sich mir zu eigen gegeben hat, das wir im vollsten Einklang
sind.
etwas
lötzlich jedoch kommt eine Stunde, in welD,.e mir
d
s,rs-
durcaus Fremdes in ihhm entgegentritt. Es sind ge-
wisse = -i- =-=--=»--, die ich nict einmnal bestim mte Fchler
ssipnn Jiviko ss
nennen könnte; es ist i- ein Widerstreben gegen meine
=-ulur untd Weise, die mic peist..g u nd unhseine-z -- - ren
N?
sls rl-
k:n -n s!
ti.s
und in denen -s, mit aller Actung vor Chsristinen, die
sp
Sprödigkeit ilrer Natur, tiren Charp = - uund sein Muitter-
-,s ,p i
theil erkenne. In solcen Augenblicen bin ic, rhne das;
ich ihn darum schelten dürste, olne allen Eintflus: auf sein
Herz oder auf seinen Verstand. Ich muuf. -, ost zu meinem
is.
Bedauern, selbstwiilig seine Wege gelen lassen, wenn ichh
ihm nict das, was uns trennt, klarer zum --ewuf;t sein
. 1,
bringen will, als es für uns A lle zu wüinscen ist. Ic
stehe vor ihm mit meiner besten Absict, mit der -rsteu
ss,-
Erkenntniß dessen, was ich mnöchte, wie ein Bildhauer vor
einem freuden Material, das sic jeiner Hand nict figen
will, in dem er seine Ideale nict auusgestalten kaun; und
ic sage mir dann mit wvahrem Herzeletd: itt mteinemt eigeten
ec vhne wüürde ic auf solcen uuwillü.ilicen Widerst and ni:
ßze p
stoszen, mit Kindern, die ic
besser umzugehen wwissen. In
Tir geboreii hatte, wüirde i.!:
iluen wüürde ic Dir d te Eigen -
s,Fsfo s
»bsi- --, wwelche Du an mnir werth hältst, besser und vo ll.
kommener heransbilden als ic sie bcsitze, so das; an a eine
r-
Freude an ihnen haben solltes, denn Teine gesunde Kraft
und Deine Tuchtigkeit wüürden ihnen ja rbrnso angeerl-t sein,
-ie Deinem Rudolf, und er wiirde an ar hä ngg en und
ey;
Uu wt- -
== - euporschu.- - -. all de. a iele fitr Tuc, die ueie
z- ,e
--sf pssif

b
g6ze a eele au sfüillt nd also auc in der seinen leben
D -
mi:szte,
Meta war so ergrissen, sprach so schr aus vollem osfenen
Herze--, das; Werner sie zar==g in seine Arme schlosz, ob-
ssJ,s
schon er sie davor warnte, sic solcen selbstquälerischen Grüübe-
leien hinnzugeben. Er tadelte es, das; sie sich an dei Glück,
welces sie in dem gutgearieten Sohne besäsßen, nicht genütgen
lasse, eu sprac ihr von der h= = -- .hUleignung, von dem
mas sps I
rcdlichhen Vertra. --, welce Rud ols fitr sie hege, und gab
ihhr zu brdenken, das man auch in deun Charakter ber eigenen
Kinder nnr zu hänfig auf Elemente stosße, die man ihnen
ane der eigenen Natur nict vererbt zu haben glauben sollte.
Er sagte, wie sie Beide alle Ursache häti. , sich an der
kpf
Mänunl-p- - z erfrenen, die sich in Rudols's ganzem Wesen
s .s.kois
kundgele; um diese güinstig zu entwickeln, müisse ihm seine
gewisse Eigenart und Eigenwilligkeit gestattet werden. Er
riihmte dabei Meta's verfeinernden Einsluß auf den Knaben
aes voller leberzeugung, und da er ihr bethenerte, dasß er sich
in jedeun Siune glucklich schüizze, sofern nur Meta und sein
S ohsn ihnmt erls« .s. blieben, glaubte er aunchuten zu düürfen,
.lfos
das; Meta üüler ihren trüüben Gemüüthszustand hiuweggekom men
iein werde, nun sie ihm einmal Ausdruck gegeben und ihr
Herz erleictert habe.
a nese Hoffnung erwies sic jedoch als trüügerisc. - ---

-,th,-nis p f
h itte vielmehr die Erfahrung zu macen, daß das Aus -
iprecen eines in der =-=e getragenen Schmerzes diesen
V sn
in gar vielen Fällen nict besänstigt, sondern steigert, weil
mian sic damit denselben deutlicher zum Bewußtsein gebract
unnd sic fortan der Muihe überhoben glaubt, ihn wie bis
-i un -1, Nene Nowu ilett.

0
dahzin scweigend in sc zn v« -Ip fet, nu: .idere --=gl in
s,,-?s--
u Al;
ss-,s.
sss.»ss
die =. itletdes-=--s - zl zuchen.
-
-.ieta machte es sih frel-ug zum Vorwurf, daz sie sic

ss.
vor ihrem Manne so ossen habe geg. lasseu, sie fürctete
lis
iugp.--, basz eine una ngenehme riit nerung daran uu ihsm
gs
-b. K.s s
--i =u bleiben wct=-, ---;s dV l hztta ulisCs g=-==- -:. sein könte
K.As o:
ospzpyFpfe
el.?pis
g rgen die Hcnzl.g-- - -, l- - -ugs- sie seinen S-ohs u.oi-F,
sik sis
Asp z s
i ss si
aber die gro sle Sconung und Nahsicht, die Werner ihr
von -u 1ag an bewwiesen, die unge iein. -..lsllgl.., woelce
.- -
,ss
s slz:
er darauus legte, sie zufrieden zu sehen, hatten sie seller nac -
giebig gegen sic und alle ihre S chsuaicen ge u«e.: uind sie
s,s -
derartig verwuöhut,
das; sie es iitr z.
ward, dies .ules
»t!
das; se, - - -- wueil aules Errenez- are, ohne
ohspin
.
fo rdert: bran- -- (reigelig gewtähsrt
-?if,- ,s
zi- s
:uc. mehr so huc als jruer ansc lug,
und nunr das Einzigr noc begcls..=e=-.1hs eraiy = --, was die
hfz, z
sf,f,
=----- nhr bisher versagt haie.
NF,b ii e
Hun= --nl ha... sie es gegenu ilren Gatten anegge
k f ,
A,pksp r
ki.s-
sprochen, dan se glucklic sei, dai er sie glue..uz mache, das;
die Selbst losig. -, un weliher er seine Zufriedenhseit aus -
k,is
sclieszlnc un der ihreu suue, ihre Bewuun derung errege, nhren
hocsten Ta.i ver dieue. .eh! betrnf sie si.h immer öster
ss
auf der Vorstellung, das. -«- u er vuu il uen Heiden weitau :
z sNt,- f
der Glitukl tuhere set; deun dte «u le, wielce sie von ilsu
E?i.
r , -
ampsing, gab sie ihm au s vo ller arele wied.., und rr h.itte
daneben seinen S=pun, der uhsn zu sconen Hoffnungen bere. -
-;i
liggte, fur dessen Zukus; - - 1l -=-- 6ß=-= - plänrn sic zu
Aoss -?
npfbi oz
siisk,-
li:lis. cx ,
ergrlsen -- --- - =-. alea -=-Ip-I u nd falsehs. ur
s -s
.:
sesfi:ii:s
,.ullullg es- -s-- -- =» -s--=-- llbaa .illes lorrsctl, 1aS llr uli u ilI
,s- s
s.
i: i
pyoz
r I,i.kfns:
-- agen und wae uus äuu szerlich umguebl, so kam Mela jezt
f z

It
hioweilen zu der Vermu!lung, dass ihhr Gatte ihre Ki-==-- -
uRpv
losigkett vielletct weniger als sie beklage, weil dzu, oieselbe
s rnF -
seineu Sohne dereinst der ungetheilte Besit des Familien-
vermnögens anheim fallen, und die Geldmac. des Handlungs-
hauses in dem Sohne einheitlic erhalten werden würde.
Ti,- sni:
=- - ---te sich eö endlic nicht melr leugnen, sie war
cisers üüctig aus das Glüick «- ----=--=», anf die Erinnerung,
lCsz=-s ssi iosnc
welce ihre Gatte derselben scon um ihres Sohnes wullen
bewa!ute, sie hatte gelegentli.hh eine rasch aufzuckende Miß-
em psindung gegten Christinens So hn. Sie machte sich schwere
- ,
Vorwuirse darile., iuchte es in sic niederzukämpfen, sie war
un zsrieden nit sic sel!st und ihre Stim:mung wurde da-
durc nungleic Sie nau nte sic undaukbar gegen ihr Scicksal,
att sic ihsrenu Uii d ank aeg en ihren Gatten ernst-us » -Nzu -
s.,?
hsalten; aber dtes Letztere wurde sie gezwungen haben, un sic
z gelen und sih zu ändern, wäihrend sie sich über ihren
Uiiank gegen das Gescick mit einer ebenso beqnemen als
u uufructbaren Reue abzufinden vermochte; und bei der völligen
-e oralosigteit und Mnuße ihr.s Lebens =- -=-=-- i-- -g all -
Hsnssos-?f sip- sisi
nt tg immer tiefer it eine u nberectigte Melanc olie, unter
i.-! !er ilr Gatte uehsr nvcs als sie seller zu leiden halte,
? tn-r konnte o nict ertrag en, Meta nict mchr heiter,
ui- v ll:ii zusrieden uelen sic zu schhen. Er hatte seinen
r. z d rei geseyt, sie so gliiklich zu macent, wie seiue
-. nn- Lield fnir sie es verlangte; er war einsictig geng,
-s:- -
- .1.i' Nac giebigkent gegen sic und ihre Eunpsindsame= -- zl
k.s
u i.!- illig en, statt sie aler, wie es seine Pslict gewesen wäre,
u ruh zer Hand auf den Weg der Vernuuft zuruckzufüühren,
iaiunte Er sie dutrc die .- - --=---, die er ihr reichlic
z?s-psf f,uiiin:tc nn
Uniersität
P -
Fgenkme ren
e s aaes l s sse4.ß hF

Kapitel 07

D .
bot, durch die immer neuen Beweise seiner Liebe und Gros; -
-is Iz
-s- -.ls vott ihs. - -» -z- --uall Wüinschen ahzichel z- -ulntel.
v: sib ,o,lj,s
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J-bl -- - y ==-a's du..beu. - -=- -=- - ilu ßzle er bemterkel,
pp N1ß,-fzs f ss
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=--n -p=- sics -- -- - -- o stunpft als die .iüierkennu ng dessen,
Vßsss -
ziiFi.
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IzfFi;-e -1-
was sie empfangei:, in dem Bewiisztsetn derjenigen, denen
mit Bereitwilligkeit Leistung en duuurgebract wwerden, olne dan
man Gegenleistungen dasüir begelrt. EI war nict ihh.. -= -
r. ls.
ss,s i-sis m.s-
n=-- --ss= - -p« ütbler Wi lle, das; Meta mtehhr und mnehhr dahin
gelangl-, ---- e, wwas sie hatte und besas;, Alles, was ihr
s sls,-.r
Fh,ersie l.s
-==-- -=» - - lzs= -, als ekwvas Sarlbstversta ndliccs, uhr Gehjih-
se.t.
--- -es zu be tracten. Er huutte ihr s ost griage, dass er
yspA
kein anderes Bestreben und Verlauge lale, als sie glüicklc
zu macen ued zu uissen, das: jie si.l alluülig der Muihse
s.»s:
h=-go ben g lauben mu szle, anuls an ieiue ,zuu friedenhseit zu
denken, daß sie sic ..klaft in der truuben = fsleit gchen
Fp s
T,s
si»s
s P -
Sinn
siegen
die ihres Gatten lelhhaf... auf das Daun gestellter
eys
k.-
mit immer neuent =; ze, mnit dem Bedauern zu be-
Oi.?
strebte, dasz eben dies ihm nict gelingen wolle. S rtnn
= ;
=- -s- - -==- utit ihrer Abspannug, s in Mitlepd hhielt gleicen
(si s. e :sinrfn.u
Schritt mit ihrer sic steigernden Selbstsuch, und er werd
es gar t=uz- iu ne, wie Mieta Heruscast itber i!n gewan:n,
s .is
weil er es in dem Bewuut.tsein seiner Kraft nicht fitr n öthig
und gp- == - - hielt, gegen dte zartltce und gs=ui chse Frau in
ApFzneoif
sFkiss.
s- spii.-
irgend eine- -- auuf seiner Hut und auf sich sellst le-
,k v
daus- z-l sein.
S uebeute apttl.
aieu. 1u -- == - === - Ialsre verhetrathet nd lee.u ---
k
te. !f
z i,p sziRz
dreißig;= - I-- --=-- ;Chsli=== --, gl« . gbee =S die Hofj -
s..
zßz sß:fs
spf
a shv
-sf, s -

s)-K
nung, Mutter zu werden, erbluh« - zhhre Freude über dies
hp O
=- -- -o1 -- -- un grösser als die ihres Gatten. Ihr Be-
se.shsn
-.z A,
s»-donr si f
i--- -- -=-« luctt be sser
iallen, ihre Gesundhe.
der wacsenden Au ss..g -.
,zs
als in den vorhergegangenen gleichen
kräästigte sic von Tag zu Tag. Mit
DOll sels luuys - -- =- -- -sf» sp-== gs- -zä
li,s.ss.i Mds-ü.s. si=oä
oi-
»?,z-ssisi- sit
vo-- ss: Gt,
=- :l-. zt schett, sc!s ui.d g..s I!e -=- -s- s=l(, =- - i-- iw
l? -
zs ris
o- -
Ve,.
an!e int gegeben h==- , und kamt -u - utuc allmtälig das === -
,f fp
sfi .
wusztsein des scweren UnrectS, dessen sie sic gegen ihren
Gatten hatte sculdig wwerden lasjen. Sie konnte wieder ohne
.-. -d an Chrnzuume de- -, ilre Liebe fiür den Stiessohn
z .-i
r f,p:
wwrde wieder srei un- --l, und alle die üaornswülrdigen
z fpe:
lis-l
Eige-z»--:--l, dte ihhren Gatten einst zu ihr gezegen hatten,
sspz,sk.s
ua as.un si.h woieder geltend. Sne war voll Hingebung und
e.
.- --==- - -- --- -zll, u nud .. gesiel sic- dartn, sie mit den
a? zs-sli».k,is siz ßsi
=- ---- sla ßlzen zu veg=--p= l, dte des Svnnenscheins bedürfen,
lrsfs,s
, = fz i
----- i-» - --=-;allen, und dte sic zucsien uind die Blätter
s»s.
u:ss: ssfs, s:
oifs
hangen lassen, wenn sie des recten Lictes entbehren.
Er gutg oicder jroh und stolz etuher, da - - gete
a r s,
ß? ,-
-=ka heiler sals, -- war ers..ernsc . den Mitteln, sie zu
ss R
s is:
s z s
s.s.
p= eeu, sie z-- ---- zllgpeh, und da man de Geburt ihres
-i fz-,ss
zsss-
- --- .eS in der z.te1gph. -- .- - - drs -a. .lerS zl --==. kel!
.tis:
N?pif
- ßs
s.i:
gzhpsAp
- -- --, eutsclosz er sic, noc ehe die Uugn=z du- -«- -lers
- .i
siz: s -
s üi
si! in sei:ier noudiscen Heimatls fithlla. -uelsle, -- etner
sissf f,-
-srau in den S uu en zu ge len, uil « dor. - - .iederkunst
-s mi, A
ss.-
rrwarten zu lassen.
Dt. -ieise wurde gut zuriiakgelez., - - =- -;- g1g
. z1?
A F
.. Gz..is
.aela let... vorüiber. l« ... en weigen des Weih ttu.us- - -
zf
.»pkis .e -
is f
s« - eg-
--- ue- baute Warner ihr geruhrle-- g-- zens die Wiege auf
r: H,pf
..id die aus Eng land vers-hriebene Ausstattung für das - - -
s Of --

e g
s) K
wartete Kind, und beide Gatten zahlten mit Uuged uuld die
=ugge, wwelche sie voraus sicug von der Ersillung ihrer
sl»a
o1-l-.
==----s-=- und von der entscheidenden Stuhts« .eennten.
Ap ß-
SSie kam bald nac dem neuen Jahre heran, aber sie
1ou -- -- =- ---- - zuhwwer Aund voll Gefghr, und zu!t
s- sI=- bip ßUeisbs- s
zweiten Mal ;ah sic Werner mit Herzeneangst vou dem
SSchicksal bedroht, eine gelielte Gattin zu verlieren. Eine
--s- » -=---b-f -=--ß, eine völlige Bewusztlosiglett, denen ain
d ips. (sss? =.ssiss-
starkes Fieber gefolgt wer, hatten Meta gleich auh der
Geburt ihhres Kindes besallen. Nur den ersten aut dee -
zk,s
selben hatte sie vernommen, nnr einen lurzen Augenl-lick
H.se, ss,- iien -
»---- -- -=-- Tochter an ihr Herz gedrückt, dunn hatte das
Bewusßtsein sie verlassen, und virle Wocen zogen au Werner
langsam und sorgenvoll vorüüber, weil man in Uusicerheit
darüber schwebte, ob der Irrsinn, der Meta s Geist uu
fangen hielt, wieder von ihr weicen, oder ihn danernd ut
nacten werde.
e
- n ganze Pract des süd licei: Fruhhling? hatte sic
sch on üiber da« aand und die Stadt gi hreitet, als die Krauke
T C
o-- F,-
zu m erst. - =«ul wieder die Aug en mit Bewwu sztscin offnele
und mit jestem Blicke um sic scaute. Sie erkannte Weriuer,
sie reicte ihm die Hand und drüückte die seine an ilhre - -
Le -
s- --, aber ihr erstes Wort galt nict ihu.
. «as Kind! das K ind!' rief ste, uud mnit einem sprac -
losen Eutzn= -, das ihr bleices Antlitz mit him mlis.her reude
F,fi
überstrahlte, drückte sie es an ihre Brust, als Werner eo von
dem Arm der Amme nahm, um selber es an Meta e Huz
zu legen. Aber seine Stirne war umwöl-, seine - -p pann
Les
s- ulesl z-= 1z-=--, und als er sic niederlengte, seinu
vz=pß
si
hAnenn efn.

Kapitel 08

Dis
d em aeben und ihm wiedergegebenes Weib zu umarman,
und auf ihre und des Kindes Stwrn, das sie ihm entgegen-
hielt, den =-- ---s zu drücken, fielen seine Thränen
»,-sps- sie
auf ihr -.-klt und er küüßte sie mit langem Kusse.
Is s-
Meta erschrak davor. ,Du weinst? sagie sie,
sie zu ilm emhu..ultr; ,und Du siehst nicht wohl
-s=I.fs
iezte sie hinzn.
Er nahm sich rasch zusammen. , wLie sollte uchh
nieder
indem
aus!
das?
entgegnete er ihr. , Ich hale auuc gelitten, viel gelntten in
der Zent--- da ich Duc zu verlieren fürctete. Aber sei
vl re Furct umt meinemwwillen und denken wir nict an die
sclimmte Zeit zurüüuk. aleibe Du mir leben! werde mir ge-
sund und froh, daun bin ic's auc, denn das ist Alles, was
ic brauche. !
,, Und unser Nudolf und nnser Kid! meine Tocht.
f,z-f se
fiel sie ihmn in das Wort und drickte wieder und wieder die
D s.
=- ne an sich, dn«, wwie ein Fürstenkind gebettet, m den weichen
issen ruhte.
..a! unser Kines. a eite aochter!' wiederholte er, und
Kzs e:
legte seine Hand ernst und segnend auf das Haupt des
sc öuen sc lafenden Kindes, ,rrhalte sie der Him mel Dir
und iniy!
bs za
=- ußtes Kasitel.
eae K ind wurde von der Stunde an der Mittelpunlt
u on Mceta's ganzem Leben. ,hre Kräfte stellten sich weit
ascher hher, als man es hatte hoffen dirfen, denn der sehn -
ice WSunsc, ihre Kleine selber warten und pflegen zu
kounen, da es ihr uncht vergönnt war, sie selber zu ernähren,

Ii
machte, dasi sie, ihre Schwäche üiberwindend, siihs emporraffte;
und die Freude an dem schönen Geschöpf, das uuler der
Gunst des süidlichen Klimas seine kräftigen Glieder früih z
regen begann, thhat das llebrige fiür sie.
Es machte sie ganz stolz, einem so starken Kinde das
Leben gegeben zu haben, es freute sie, das; ilre Lin da, ob-
schon sie ihre blauen
ähnlich sah, das sie
hosste, daf anucl die
Energie des Vaters
und mit dem Auge
eine ganz bestimute
Züügen und Mienen
können. Sie kon ute
is,sis
Augen hatte, ihhr im lebrigen --
des Vaters diiukle Farbe besas;. Sie
Gesundheit und die ganze Kraft und
das Erle seiner a octer seinn wüirden,
spähender Liel-e, ueinte sie ietzt scon
.hnlickeit mnit Rndolf in den kleiurn
»ls,-
seines Sc westerceus herau ofuuden zu
es kaum erwarlen, sie ihm zu zeigen.
Sobald die Jahreozeit den Uebergang üüber die Alpen füür
Mutter und Kiud gestattete, scickte mnan sic deshalb auc
sosort zu der Rüücklehr in die Heimatl an.
Wie im Triumphe zog Meta mit ihrem eigenen Kinde
. r
in ihres Gatten Hauus ein, in ihrer auule. «uterhans.
-f- I? -
Alle ihre Freunde und Bekannte fannden sie trotz der scwve -
- -- -= -oel, wvelchse sie üiberstanden hatte, bersc Inert und ver -
yoss ß,-(b
züngt. Aus ihren leuctenden - gen st rahlte das reiuste
- 9l;
Glück, es war keine Spur mehr von jener sansten Sc wer-
muth in ihr zu ent decken, die Werner, als er sie hatte ken-
nen lernen, so anzichend atn ihr erscienen wwar, und die
ihm Sorge die Füille gemacht ha., als sie sich durc Meta'o
f fo
Befürchtung, - uuderlos zu bleiben, in so bedenklichem Grade
s;s
aesteigert hatte. Sne gedich zuschends mit ihcem Kinde.
Sie fing an s. = - zu werden, die Füül .letdete sie vor-
M,.
sZk,-»

z =
z !
- == - ===P=s. Ks=«ggOr? ==s
minif smiol,to n sip isi=
tuefflic, unnd das glüickselig« aaesell!, --= - -=-=--- i- -
a ,?
Kutnd betrachtele, lam h-g - --=p - Von ihren Lippen.
s p f -s:
,-s-z
»s,-
spffip
=.u ssstltcs daraztf bedtus., l« - = ---=-s- i--- pz-s »z-
e p dzf
»is
v. l?jz-d
-- s,-ßs
Wind und
sie vordemt
da sie i.;
nis
z -,i: spitf;- ss, s.Ips s
=.a .ll .oz llü- -, sy- i- i- - - ;üs
11
As-
-iip dof N,s innnd. K,kje ko fin
-,s!-
ß-i .sll l! luui z = - = sss - ==s= ===r ----- ü.Iß
z rhf,f: si,i kp
i-s. Ci. is
.lsy Kittd zl -ps- -o----, li --- j-- s --is
--g« als
ro Iis
ßz
auls, Üls
s?. sSs s=
sVz zVs ses s«
so wie früiher zu beeep - -- hsre Gesu. -- ltes nuchts
nAlivik
,,f.i:
mclr zuu wv üinnic en it brig. Sne wwau-=- - - tgewvandelt, sie
v sszeg pis
. i: s,,s
sahs sils teiue Lu!wwäahe nac, sie wwar streng g- -- -s ae-
n oz i f,p dsp »le.
wordr, ja sie ta delte ilret Ma un, etl1. - - --- - -=- --s--
Nac g ielig kent erweisen wollte; denu nur dte guten Eigen-
is lieo
silsaftent, welce sie sic zuerkennen durfte, sollten =--: -=--
a oc ter üibertragen werden, or den Mäinge.- -«.d Frg=---s
-ss,ps
l :
deren sie sic bewwuu s:t -.ur, hofste sie d ieselbe zu - -==-p-- .
spz,z
Hipsii.
sppp: -
und wetl sie vor Allen danach tractetes Linda zu einem
gesunden Mäd cen zu mnachen, wuurde sie selber mehr und
mch. zu riner ganz gesunden -ranu.
air Hae, -- ganzer Besitz gewwaunen fir sie einen
ss.z-
neuen Werth un- -- da's willenn. Jlre Hingelung für den
p z?p:
Vater i hhrer Linda, thhre Liebe fir Rudol;, . - de-- = - -= -
-ss szzA.of
s üs
ineu iiida, welcer eist der -. u.rliche Beschüizer --e ;elben
- z?; -
dpvs
sn.f(s
ne.-. mnus:te, steigerten sihs an i!rer Miitterliebe.---
d.zf
h t z
f oninte siih; bi ieilr:t der Fre deuthrä nn en Ue=p - --------- -ss
J,sis osifsi.lf,e s
l ennt ste g alua hrtr, mit wvelcher Jall«.z- - -- - -t nabe an
s sis,-if Rof
er -leinen S ahwester htng, wwie er sic frente, als sie auf
- s
iat straule.. --= - ut stelen lernte, wte - - ==- -=- ----=- ü
np: -,sss,?
or siar- i1i Rfi po-:
ulr ie Ar:me eitlgegenbreitete, als sie thu« - ;- -- i»---=-=- l-
. ofsspi: s,sisnA ni kos
I -=-ss
=- -- ----1e zu khuun versucte, und wie sein scönes Gesicht
h -g nu gt auu ssah,--- er sein. «it da kuszte, als ein stam -
ifsp
.- N.

IK
melnder Lat der Kleinen ihn glauben mmachhte, das; sie deut -
ti-s
----, aber ganz deutluc, seinen Namen ausgesprochen und
nach ihm gerusen habe.
Aua; -« ener hatte, je mchr das Kind herauwuc s, sein
. MN1.
Vergnügen an demselben, obscon die Mutier nn- - -en-
'P (zsi. =v
dem Adrwurf behauptete, das; er die Tocier zu Anfang
durchaus nict uach Gebüihhr geliclt, das; er sie eigentlich mit
einer unverzeihlichen Gleicg iult igkent bchsandelt habe und das;
-« überhanpt an seinem Tohne mi! grös;erer Neiguung als
an seiner Tochter hä uge. ea sie aber in ilrem Herzen
ganz besriedigt war, macte sie sic dariiler weiter tein Be-
denken, sondern uannte es durcaus erklärlic. War doch
Rudolf der Ecste gewesen, von dessen Munde sic Werner
ss. M?,.
hee-« uuter nenuen hören, in ihm helt er die Eriüu uernug
an dessen
vermochte
das kleine
einräumte,
Mutter werth, und der sehr verst ändige Knabe
dem Vater auc bereits weit mehr zu sein als -
Mädchhen, wenn mit demselben, wie er selbst es
-,-s
auc einn gannz anderes und fröhsliceres den in
das Haus gelommen war.
Und in der That, die Kleine war ein liebreizendes Ge-
schöpf, ein solces Uubild vnt Gesundhit itnd Lebens lnust,
daß, wie Werner ost zu sagen pslegte, alle die Sorgfalt und
=-- --=»-, ntit welcer die Muitter sie u mtgab, thr keinen S csa -
NdSssi.sis
den that, wenn sie ihr auc keinein Nnutzent bracte. Er latte
sein Vergnüügen an ihhrer imnter gleicen Heiterkeit, an ihrer
schalkiscen Laune, wie an - - - grospen Best im mthcit und
dz, pn
schmeicelnden Dringl.hkeit, mut denen sic von klein auf ihhren
Willen durchzuseyen wus;te; unb Meta liebte ce, darauf hin -
zuweisen, wie die Familie erst dann eine vollständige und

I
wahhrh-. gls=-- zu nennen set, wenn uhr Fortbestehhen
kk1»s.. -
zss
---»- auus ein einznges Kind gebaut sei, und weun beide Ge-
s-s»ii
u==g--e in den Erben vertreten wären.
1.sii.s
-ues Glück, dae sie vorahD-- - -t dem Besitz eines
-sss
-,inA is
etgenuen K indes zn fiud en erwartet, h=- -- = --ea seine Be-
i,- sss .kiz: d
uä ligung gefunden. Rudolf war -=- --=-- k, war ihr in das
ss,=- s hiisr
Herz gel.=-c sel, s- -entl- ---s .- wvar bcsorgt für ihn und
. -,s. sin s
D. ?
utt ihhnn wvie---- ja, 11- ----e sie es nennen?=- sie komtnte
. (is s
iritten ah. - - -= -= -euuck dafitr finden als: wie füir ihr eigenes
s .f.is szs FRe
ia . Und da . -
b
ssff
das; s. -.da doc
. zess
stinens. aue volle,
essifnrsi.oi:
scon alletn hatte sie es aueßi-=- ----s
- -6---=- - - liebe als den Soin Chri-
, -App.
-sA k,-is
gz.lze, unbediugte Zunsammenghol -z--
die sie mtit ihram: Kin, --- -- -heer « =---, mnit ihrem Fleisch
rF
A. ssise s
pz,F,f.i
nl- - =---- etnnpfau nuu, lonnute sie mit demt Kinde einer Anderen
sb lis
.-ss -
---=- - - ------ --- Sie hatte die ganze Gewv.. oieses Gefüilsls
psrlsk o siissfsssdwf:
u »-A ,h, »
selbe. u.as! - - ---- : --, ehe sie Muttter gewoesen war z -=-
a - pp
oi min. ssnfs
fi,sfR -
einA ssssi-: ssp R
K ind tu ihsrett Armten gesa ltet --- -- . b- - -= ---- i- ut Cs
ereutwnllng zugestand, datz in der Elternliebe, vor Allem
-,-s s ss issFk z-
K lßs- osnlis.v sis
C iE. .u Vu. =---- .u..uL bO, BUi S-D- s-j= Hz - .ue = sßss- = K ssp
-
-s- Fzif.»li
z sf:
= - ge, so srIg -- zr huuwiederumn, ob mamn sich denn mit
nnop ho
ze . ?'
tg,ennd ei:neit aÜldeuu -- -. -. ul !esen so n Eins Vcu1=oss- - i-==-- --
--pf I1?,-z
u.-Kspz: s i ßil.-n
= pssi s
köitne al- -- dem Kinde, in wvelceu: die Kort dauer des
E igelen SeinH wie die Jort dauer von dent =- -= -- .1cs ge-
l= pz
n v
liebtest Gatten dmtrchh den Gctst u nd dte =- --- - =gl -
j Hpissinus :
k zp p
heiderscitigen Liebe vereinigt, den Elle. - g-ler erkor-
r-si ss se-
-f.- N
i-« g entgrgr lre.. -
Ee wvar eiue uhreu .telsten Betra us -- ß, l-- - == - -
z s
-szfz--
s: dpz sHs- -
scct ulutig - .! det C.; Natkter uhrer Tou.h- - =- -- = ---=-I=i-
ssp,
s..
-s .k.e dpi ssspsnt.
koff
naczu jorschau, e-s- ---- von der Eigenart des Vaters
s,s.s fs: ss.s-

sis
R.s Aos- IPFiiifps F.f-fsss
Vw- - --- - ==- =-- =- - -- eu1s wuadnt, und sie fand daraint tehr
und mehr Geuuss, je ungewihnlicer Linda sc -- lauf
s ss -Z,-=
dps ,ißp. ? sefsp»ls»s; zis
- - -»=- - -=- -- -»p -l geisttg forlentwoickelte,
Rasch emporschieszend, mit scönen For.-. die sic frnnh
zil full.::== -=-ss --, 1g - -- - g-dßen blann. -ulgpelt uunter
os: sin fhin Hb ios
e-ss Is,
fznss , Ii r, s
den lann ghe-- ===-lUi l--eulstg l:- --- - -- -ua tlS. Sl. bcsas;
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wei-.. vas viel bewwunderle helle Haar der Mutter, nocs
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deren nordis.he zarle Furlent. aa fur aber ---= - - ilien
ed
1i.fin ss, .
eigenthiimliihsen Meiz durc dte ren uhe -eille des =es,
dsiff s
sipsie
t .hsfs
--s- zl g latlen den Gelodls, da nhsre niedrige =- l und
das zierlice Eiruund ihres K opfes numspiel!., während ihre
blauen tgen einen selt iamen Gegensat bildetenn zuu de:m
s Nf;
krafliget Tone uhrer bra unltcen Haut. Wo immer da
scöne Kund erscnen, muuhzte es die - gen auuf sic zielen,
und weun mnan der ersrenten Muttier die srüi!zettige Grös;e
---- a .hnheit ihrer au .ler ru.h!e, so pslegte diese gern
s--d O,
- -?.
hiis
hervorzulse=. , das; Linda ebenso wie ihhr Bruder in die ge-
- sioi
sunde Familie ihrer Vaters sclige, und das; - - u-her --
A,o f
s okoi:
ss z-il ,f..
=== ---=-- zui deS g,lü.--ss- -- « u..Des aitf ilsr lleg, - -= -==s- ll
J ,?!? s.is si
g=nii innsis,?
sie das - - ibltckt und unter dessen Hiuumel sie dte austen
,?, ,s,f o f
Monate ihsres Daseius gea=- - -le;-- dus tiefe Gefüthls
hizfni s
le=. . habe sie von ihr geerbt und deohalb könnne sie sic
H.oi
siplii
--=s bcklagen.
Werner wollte dies Leztere niht gelten lassen.
, .c wets nict,'! sagte er eines Tages, als Meta eben
V
eine ähnliche Aeus;erung gelhan he.-, ,ob ic die Mutiter -
ef,
uf sszi o
lebe blind oder ur verblen det neuuent soll! Den..-- -. Tu
-pssRo -
i- -- =- -- ---s=- -= -- =- Ele EhVuiesuühz ttli chskett e..aauet
.Fi,--
v f-sispsii-is -D, - zsnd. stiA.
willst, das - --- -- --.uthsel. Hat es jemnals ein Paar
ss N?.l
s üs sin sr .

1
bo ll.w - ente Gegensäte gegebenn, so sitd das a- -=- -»=----
e:
Fpzss:-s:
?,isp F,f-ii
uuntd die von Linda. - - -- z.rubelndes Sinnen und Dennken,
n Opi pe n r
e:.
- ii: S
==- -- gIz zs- -= »-»==- -b---s nd des Mädcens ütberschän-
,sss.ssisi
sdis- Mi,-hii -- siiss
li »?.-ss
UUO 1l O -p1ilse.us ; - --- = - -- -j- if, Oics duue-s v --s-zsn?
e zfippi A Ae-s
1-i= , lltd Linn dn s gänzlice Uneaa- =-- - --- - - ----- --,
s lipf ßi sni -n-- sirse sn nis f ss
,
ls,-s.is
woa e sie nicht eben in dem Augenhlicke br.-- ----» =--,
,inrmif s-s- ß-z ss
labett
R.sssnf
1 sul1ssU
egel
1- gar nnchts uuunt einander gene-. Ichh tadle sie
.si:
ni-l., dennn C..-- .re wie der ihre kvm men in der
s-, e,sf,
I t d tyghs Ijy Ißell, - ---- - -- -- - -» ß -j-s, -= -
- s » f,ins: inii ss s ,h,s s,o, .i f.s sisi
-;
a s T Ii! -und Dr inte Natur in: ulsr wviede-z z.de ll =- ----b- s-
ioei:nA,s? ss
wi -i sisn
;
-s. ßs-
sss
s hils-
,, « l! ll. llis. u« ..u illIll1Eb-u -i-iu, .lsigz- zz - - - ss - - p --,
,F s- .
i -nn -nnfr sip j ßisi
,. ilrrud si. - hsuurfsichliger - als da s Auge jedes An -
- sfzs re ,
s ?s
ii D, -
s.1iss i
-z- -1,-izf F,pik zi in s
OL1l, -- -- -- z-s- -. se. - - =- =- -----zi lseyZ Fj ttdeg gH
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Do tyt Ve; hzalhtj sse!!, -=- = - . . Ol - -- - -s i»H -j=- ----- - z
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-z - Zli - -sus- s=iu v, lCs lhüluuu » - -s s -st9OU os j-js- s s== -===- -
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ge sund wie ie gewes. ., so wüirde ic ganz aewis; eben so
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fu öl. u iW?- -- -ten: Ghsicke so ibernil u.g-zl gewwnorden sein
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sss.sf-
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wie das gelie!te Ki- -
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-.ls Apis: -? ssi.i spl s.ii- s,inff
-...UllP sghszll.ul. -« . lüu.sui : -- ,s= sf - - s- - - -g-s - -
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.. u it woarst naulgzielig u id gefüihlvv ll, =--=- ale. -
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z=-z. »lls! --- - -=-- .u ler Leiden scast ! sag. - --
iisn sinl! (s.i
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ei:t rä u ntenn, ! vursetkte die Mäzitter, , =- - üh-. das -.- ----
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=«u-nnt e er!iüirl c. ane Belsarrlickeit des sehnsüctigen
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aVuu uscen s, Eu s s.1.Cz-- -- --- ----= - z-- berwoindendeit er«
sss ,s,,ss iiiiR pei,sue -i si
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? ae.
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langens l===g einem Glück, das ich in me«- vamaligen
i-tp= F
rnAz
kiesik8s
---=ls.s«u nnie gewinnen zu können glaubte, nimmnt in den:
Ce-Fs
ge1l=«-- »lunde eitte andere gesundere Gestalt an. Sie wull
Rpe s
s»en 1es- - - lgen, sich scaffen und durchsehen, was sie für
s;e ppp:
N»«
s-» -l- .hg glaubl. aas hat sie mit de.. -- -=-- g6z ge-
sTp-tAoe
N, s
s
mein, das huben sie von Dnr, denn der Apfel gu-- elen
gzsss
nicht weit vom Staume. Jn allen ihren Eigenscaften und
Eigenhei-= -, in ihren Arten und lleinen Un=- - , 1, ic
ß opt
nA rf pztf
sonnte sagen, in jedem Pulsschlage unseres Kindes finde ic
mich wieder, mic und Tuchh in glicklc.. --- - - igung, wie
s,-=- M?pv.ss
ic in Nudolf Dich und seine Muutter von jeler auuf da e
Bestim mteste zu unterscheiden verno ckte; und wie ---, wie
ki:s
feurig ist die Liebe ihres jungen Hauzens sür Tic und mic,
wic hängen die Gescwister an einander!'
Werner läche=«.
ls.
. =as Letztere,? sagte er, ,ist kein grojses Wunder,
denn Rud olphs Nachgiebig . - i-- das Mädcen z --=--n
s,-is ss-- s
e popfz f
Schwäche. !
Ebeuso wie die Nachgiebigkeit, welce scin Vater fiir
die Mutter Linda's hat!' scaltete die Mutier ein. ,la
hat Dein liebevolles Herz, -. liebt's wie an, die Auderen
r
zu erfreuen. Uitd ihsrem Manne mit frohem - ==- die
»s? -?F
i-s, s-
Häinde reicend, so-- - s- eun Deus gi1n1 ,. « a fnr aber jolgt
oiri: sips ff-:
. ex=-
simi- ßs,nd
1p--- = --ea eben so gern wie ics « -, 1, ehrlnc gesianden,
v.sr.
»-=- - und unbedingter als sie Dir und n ir gehorct; und
nch segne es h- großßem De- gegen das Gescick, daß die
ess Fo
ieif ee
=- -----acst der Geschwister eine so vollkommene, l=- Jsusan -
1if.
!szi-f
ß s liieo s
mengehörigkeit so fest ist; Ip -==, wuas ic kann, um sie un
=--; ==I zu erhalte.
RpFü.lf.

Kapitel 09

I
rverh.- zlimmte ihr darin bei, und man war noch mitten
np- ,l
in =- - ----= -=-ulung über die beiden Kinder des Hauses,
sifpzl.-»l
d.s- 1!
als sie, in das Zimmer tretend, derselben ein Ende machten.
Sie waren Beide eine Erquickung für das Auge, - splank
do= s»s
emporsciessende Jüingling und das schöne kleine Mädchen,
s- A1Fzekkp
da o si.h uit seiuer stürm isce:- aoeise de. ====--= - um den
i ,
Hals warf, sie küssend und an s. -uuckend, daß sie sich
J,s. K=-
seiner kaumu erwchren konnte.
Nenute s Kapitel.
Erziehen -st unter allen Verhaltnissen eine große Kunst,
aver K inder zu tictigen Menscen heranzubilden, deren El-
tern durc Gelurt, durc Reicthum oder durch besondere
persönlice Bedentung eine hervorragende - Stellung in der
Walt einnehhmeu, st eine doppelt schwierige Aufgabe, und
-uerner's scarfer Verstand erkanute sehr klar die Gefahren,
walce seinem Sohne eben durch die günstige Lebenslage
erwu csen, die er füür sich und seine Famtilie in seie« =ater-
no= Z
stadt errnngen hatte.
--e er selber jung gewesen war, hatte das Haus Werner
-gs -
n rder die weitreicende kaufmäunische Bedeutung noch die
Mtll ionen besessen, welce er demselben zu erwerben ver-
standen hatte. Freilic hatte auc er bereits in seiner Vater-
stadt, un welcer beträcilice Vermögen eben nicts Seltenes
waren, als einee begüüterten Mannes Sohn ein sehr ange-
neme s Leben gehalt und war mit guten Empfehlungen
aue gerilstet in die Welt geschickt worden, u=P in derselben
s
uun zuthnu uund zuzuschen, was für ihn in den großen See-

Gl
und Handelsstädten diesseits und jenseits des Lzeans zu
lernen wär., --- -pater erfolgreic in seines Vaters Gesca;.=--
i-ne s
sspin
--==-= - ilen zu konnen. Er halte denn auc seine Augen
zseifEkF
a ufgethan, seine Zeit in keinem Sinne verloren und später
durch seine Einsict und seinen besonnenen Muiils den Ge -
schä sten jene Au e dehhnung gegel en, die das Haus im aaufe
do= ,
=-- ,uhre zu einer der groszen Fi: mnen uuserer ,« -l uund ihhn
- N.s
solsn
- - = ? zu einem der Füirsten in der Handelswelt erhsoben
he--. T aduurc trat der a - hn aler unter gasz anderen
erf?,
s ßps
aD
Beding ungent l- -= xebett ein al- seiner Zett der Vater;
g K,.
s
u nd wie diese Vortleile deuselbeuu uhne dessen Z,uthhun höc -
Ai
li,
--= zu stattenu kamten, so war er nac des Vaters rictiger
Erkenntnisz eben d.-- =s auc deu ibeln Einflüüssen und
,Asp-Rs
allen den Nactheilen ausgesezt, welche die Erzichn:a - -
d,p
Füürstenkinder so schwer beeinträctigen.
b»s.
Er hatte deshalb den Knaben so viel als thunl.us von
der lebhas.= -- =- :- -mi-- - zur üückgehsalken, lees -« demt sehr
-sns: Wß,s,-llsAfpi -
szsp is
gastfreien Hause seiner Eltern heurscie. Er hatte n-- - er
-ftfz R; -
F,i: s: r
beständigen Aussict des Erziclers gelcbt, der ihhm gle -c
==- -z- lens Tode beigegelen wvorden war, nnid nacdem matt
lCs.sssis
--- di« sämmtlicen K lassen einer gelehu ten acuule hhalte
sis-

Vep-I,zs-s-
duu ugmacen lassen, war .. von seiuem Vater al« -- = - --s;
ep- »
in ein bejreunudetes Han delshsans gethann wnorden, t welcen:
- - --e jeder andere sein. -= -Fett durcmach ett und die einem
oe kri p
, Rl
N.Iis-ls
=- =---Ig; zustchenden Arbeiten und Dten;.. hatte leisten
ss.
m üüssen. a
e
-z- s
dan de- ulg-
g L?, sz,sn oi-:v
Pll. as e»ss »- =ss
aangegenossen
hatte jedoc Alles nuicht verhindern können,
Mensch es früühzetig ermessen - =, wie ihm
lppf:
--«=tah mestelluung gesiche. - - -, und die Um -
Is .-
zi s.i -
seiner Eltern, wie die zh,. « uizen Frem hen,
zls-pi,?

65
welche sein Vaterhaus besuchten, thaten absich:az und ab-
sti
sichtslös das .prige dazu, den Jüngling mehr und mehr
n.
in jenem Bewußtsein zu bestärken.
Werner hatte den Personen, mit welchen er umging,
wie den Fremden, welche als vorübergehende Gäste in sein
Haus eiugefüührt wurdeu, oiel zu bieten, konnte den Einen
nne den Anderen vieljac nüitzlic werden, und es war also
nur naüürlic, dass namentlic die Lczteren mit Beflissenheit
bemüiht waren, sich fitr die Vorthheile und Annehmlichkeiten,
welce sie dem Hauusherrn und seiner Gattin zu dauken
hatten, durc die Frennd lickeit erkenntlich zu beweisen, die
sie ihren Kindern angedeihen liesen. Obenein fiel dies kaum
einem der Gäste scwer, denn Rudolf sowohl als Linda waren
dazu angelhan, Theilnahme zu sinden und Wohlwollen ein-
zuflößen.
In einem Alter, in welcem der Jüüngling sich in ge-
wöhnlicen Verhältnissen meist noch von dem Verkehr mit
der Gesellschaft ausgeschlossen findet, war Rudo lf von den
Gästen seines Vaterhauses, selbst von bedeutenden Männern
und auc von den Frauen bereits einer Beactung gewüürdigt
worden, die er nnbefangen als ekwas Selbstverständ liches
hiugenommnen und die ihm nicht eigentlic geschadet hatte,
da er von Natur ernsthast und gut beanlagt war. Er hatte,
auc als sein Vater ihsit nac beendeter Lehrzeit in seine
eigenen Gescäfte aufgenommen, seine Schuldigkeit durchweg
gelhan, seine Eltern wanen mit ihhm woll zufrieden, die
Fremden liesßen, da ex Tauik seiner glüüclicen Lebenslage
jriih gereift war, seine Meinung wie die eines älter.- =-annes
oss Vss
vielfac gelten, und da er keine üübeln Leidenschaften in sich
. --il Auivald, Ne nte Kovclenn.

l1s
z- - - » ---pj -- ßil.«, .s llle ES .--s s- g-ll, 0es .u slteisL ul ilI
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- s. s- si7s.
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s = = --, = » -«: Oluj« - s = F1 --;-i 1id.t luL,
A,ssse,- Roosn:
Seintte ganze Kinhet, seine tgend wauen uniahlissiit
von der So nne des Gluiks erl llt -uewoesen. Er brfand sics
- Ns. -
mit der Welt, in welcer rr leu!., utnd die er fur sc - ==- --
. s
a lle Ur sau,. hhalte als die beste anzutarlr.- --. -- Vtrut lin -
nsp: sss
z v?
----ü; seine gzluua.uhzun Hlsul! unsse hha ttnn ihit also sorglo s
-s,.
fs ,»-- n
-= -uuels!, und obsc on dei Nach de: -- ----. demt,lueifel
sfk,i: z-zs.
efs
-- - - =-z. -letz,!, hsalle er üiber Rien a n lueiig e 1-=-.===- -
-. -szf
lzh. :
s,,l,-
nwss,sie
e ld u-- -ile t and ueitiger grzbetselt ulS u!er und an siu
-s z
s, s 1spr s fii. sj -si i:we e
fss.
g= - - - - -=- ---- - - -- ssal l,E1 D zl! ba1.-u;.il, 1o1tU sc! 1s gz- -
,ssf
== -- - ---h - --. baibahsrte, 1ar d. - -.h li lsohsezit GLaD ;-ul --
v- dp,h:
s.ii.?
s f -i o himiins ii-i:
» - n, ---- -- =- - -=--s - -- --- --- .halb zuu Versch tddemtett IIlemt
o osssss --A R,z- -,-i,- e kimff.- Apa.
d,elif imiss sie f wi-n
?,jie,ni
A,z,s
sii: .
==-- - ß lw --ss -, - e-- -- - - - ü.al lN UNCusl Fs= s- =ss--- = os . 1l1u
zp
inp iis -d,sp es z
p is A,ssi ps
os: f fp
z u--.;-1 le--, -'- -s- -- - . ül U;,...illüu =e-. 1ul.u-= -«=- --u sau1i LS
zs f ßzp s
p,f z
-
- -s- ss ,
i- -= -- --- -=- - 1loglius efa lte!! ldNtd, !ue Ou -s- i-.s selbe.
fs sfV st ssntss io H
werth sei. Meta edr es, siir - - -- « - u h rUnu sue;«-e lUu
dois Is :.-
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Hz,ntt p sis Hsin1ihs:
p- -- ---- -«-=h-:u 0 ., Ce er sutuslghe, ür licll rl.
z-s
mtit Gtiu.l« - - -- so reic leg a!en ,1I-o- sics
..itt.f:
lis- .
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auegeseh! sih=- - -. --- uß! rr ganz si selb1 uberlasses- -. ile
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-- = - -s -- - -- -=- o1l,hL ltB gi lllzlrl. - e.s üg,uw--, Ol.
g szes:
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-« 1 Iri..ib desscl.. :. n.is .ilßp-- -- N )- - --zUlgpii; iiüi?
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= -eR --- -o 1O1l;z - , da es ihsnt tt sedaul J.ülte ..iu il
nnsz: ;
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ts ?
war, n der Gesellsca;- cn-r -amulne oder aue; alletn stch
s s
sps
fss s
-- - l FNel: Ge. . Ugzete.i Meisenn ei.«. Umblti -l=- - =-» --
b.s Va1,ss
i:
=- s.
-s is
und einen wechselnden Menschenuci ==- zßl Ibg- -, zu wwwelchem
- s,-s.= -
KA fsni
lehtere.i sic ihm ohuiehin in seinemt Vaterhause von je die
gzüiu st ngsie Gelegenleit geb= -- hatte.
rk pfi:
- arüüher wwar.t die Jah.. -gegangen, das Glütck war
e;
r l.i
der Fam ile in jedem Betr-e... hold gewesen, die vollste
-zs .
- - lgfeit verband die Eltert. und die beiden wohlgerathenen
Siss
inna«-, und ud-; zland uu seinem dreiu ndzwazugsien
.is ?
A,z
Jialre, els der Valer, der einen Vorsatz uict aufzugeben
gzewohiil war, die amerikanisuhe Reise siür den Sohn wieder
in Annregung bracte und ihre -.sfülhrung auf einen nahe-
»,
stelende a ermuin bestimunte.
Mäeta lon tle ;-y- - l! bernüinfluges Bedenu -- -==-g - =-?
iois f,-
s, z piofz AA
rsif IF,sss .h,,z-? s
zpig Eit habel., man wuar -- -- - -- --- - , -Vohin der Sohu ae-
, ?
sctek. werden svllt., in so vielfag. und in sehr nahem
,rzpii:
,-. sünll..su -- =- - -»p -, deS KVtttnten znd Gehe.i =- - =-ss-zj- -
r R,= cd
srmii- d,-z-f.-1is-
vissspp
kzos
--uur ein so regelmäisigee, --: -uan darüüber die Weite ver-
R.,-s s
hzz ;
gais, we lce sie zu durcmessen -=-- --. =--- =--dolf nahm die
v,ef o f issdz LFi
Auu esict eines völligu -- «rl-enswecsels, soweit es das Land
ef: ,? -
und die Bewohner-- ----is ---- erg hlgell auf. SSein Daa= -
,hp.F psss -
lk, fp
n.f -Tfs.i nn-irn-
luar gesu nd und inn de:mt besten Alter, sll. - =--------- -
gintg es vortreffiic; - « - le mtt otcerhett darau: --ll,
o; f;zi:
ps fprmii
-:
Dasz ilut . - er nka der
ss- -ssss -
ue denn der Gedanlc,
s;- s-oi oy- fp fsi z?
s - is s - =- z- i eu TCht
gralls. u. - ul li, thm wveit
ess s js
heste Emm pfang =-g- -ehh-- - - uurde,
s,s,e s -
lp: issi'
das -. irgendwo auf Hindernisse
ls ---ss ßs
in einen Zwiespae- ---- uc selbst
ferner lag als die Länder jenseits
D.isn
des LreaslS, - - - j ßt ke:n ett lerttelt z=u .== - ghs .. - -
di -
d..
k ßs- e
hatb die Vorke!runtg- -- ,te seiu. == -:--l groster Fre u de.
. Mzii. s-
oif si'
?; s

iS
Es war im Fruuhjahr, die Zet der = -eune wwar vor-
zu ssis
über, die Schissfahrt in vollem Ganuge, uund man hhatte vrr -
-s,y sH
sorglag bis zu--- --gange rineS sehr si.hheren und s. g-Vohl-
ss Ass,
-si
geführten Schiffes gewartet.
i: -= ip
Alzt drm Tßz-, ü ..i lhsa mt der -- --=-!ei -- =« gelsell
, -
O,nsin sz
hszp
sollte, hatten die Eltern uut den Knndenn allein un. zr itiger,
als man sonst pflegle, z-- -1hzz gegessen, daun war -.wols
- -?,
- -1ss
--. das K omtoir hinu ntergegalgzesi, sic; ba deu Baan. .
pf;
sss
desselben zl =--=z-g ieden und sic dir Einfuhsrungebrtefe uud
l.i»s-
hzpz,
die Aeercditive z golen, welce der Valer seller fuur ih
s s-
gescrieben hatte.
-. ben im Woln,,umer hhalte die Miitter no ul dieo uud
s t
jenes mit liebevoller a on gl«;le! ; -ht zuureiht geleg!, was
.s.
süe - s
-
- p--- -»üht=- ==«. Fahrt oder jenseitI des Meeres in seiner
sA Aps
shis sis
- ---s- -= s- A -gs- -s=suis « ioll i a.h. l1 llilIllg sdi l! -=o-- z
,si
kizfsil, -
viss ss iosls
-A oi: H,pi-ssri
pzns
C. s,s. j.iis si? --
=----. Da - i-O- s- - El -« l l!gzere Zrt. odn thrent Stief-
g s
ois:
sn
i z-- -------- -- -=---n--, 10ol..u ze sichs imt Vorsorgen fitr die
ss -
CFzf: f fo n -one nes-ifp
-e ügl? ----s- h- --, 1l p= --ui! sie iisiii t uislS zu leisten tuut
etF
Appt.:
.ssss»s.oi:
t6i ,end, sosf si siAo
N.ss 1b Ee s zsb1 u lvus- z? .
Es lagen uoc ma ncerlei GAhi und Ges-lseute für ihtt
da, von de: - - ochanptete, das; sie uu jeder Ecke seine :
s:s ss,- s
Kosfers leict unterzu briu gen en-w urden, und mn itten aus
ssss'
dosin
is-.. s.-
=- ---- - -s»- z1!d utl ei dint za st ue!t Vul! biOle.ia S u Ul UUlc!,
-ss.f
das --ss --- Rahs.e.. dten i., da aenueint samne Bild her
z,n z stsf
gPss.fw
=------ ltld o- - isl=uj-- - , ?üS EgOS ;- - = -- J ll Ieu
ddos- c
f;
rzpsf; p
s5)--
eF
i inr ok,pii ,s
= - -------ß =---i - gus und e!ett erst abgeliefert wvtr dcnt waL.
e zpfs ztpt:
Ru d. -=gsl es zur Ha itv, busahh e s e=;--l, -ithsihile
e:ss -.i!
-,ss,si
die meisterliche Ausführung ded «ildes u-« v. dauueuie buibat
1!
ssA
,eiss
---- -, d a-.d zi ---;g=-;- -1sgeniomntei sat, urDunah sie
rt zt f
r yppps
l..ss

iI
wen iger hibsch uid bedenttend älter ersceine als in der
Wirtlickeit.
, Freilich,! sezte er hinzu. , sicht sie in verschiedenen
Momenten auch sehr verschieden auus, und wenn sie mir mit-
unter noch als ein völliges Kind ersceint, üüberrascht sie
mi.l geleget..c durch den Ernst in ihrem Ausdruck und
sils
ebenso durch - ren Verstand Heute Mittag, als sie mic
mtit den groszen Augen so nacden..hs ansah, fühhlte ic es,
nsl.
das; sie mir wirklich sehlen wird. !
, Es ioäre unnatütrlic, wenn es anders wäre, da sie
- zj, Jk. Af:
it solcher - -- -. Dir hängt, entgegnete die Muutter.
-- - - -.ullen ahränen kom men ihr ja in die sonst so lachhen-
egß,- f:s
den Augen, wenn man Deiner bevorstehenden Abwesenheit
aedenkt. Ihr Gefiihhlsleben ist leider, wie das bei mir ebenso
der Fall war, vorzeitig auegelildet und hat mit seiner Wärme
auc ihre Gedanken früh gereift. Sie beobachtet scharf, actet
auf Alles, was um sie vorgcht, ist in den Angesegenheiten
des Lebens bewanderter, als man vermuthen sollte, und
Tinge für sich selst durcdact, sich selbständig über
Menge von Verhältnissen Recenscaft gegeben, die man
Vorstellungskreise einnes so jungen Mädchens eigenllic
fern glauben sollte,!
Rudolf stim:mte der Muttcr bei.
hat
eiue
dem
noc
, Und, setzte er dann hinzu, ,wie ic sie bei meiner
Heikchr wiedersinden werde, darutü.f biti -=- --= en -
s, uiis=-sii,ss
ez:
Pier -g
f,s s
Gerade, als er diese lezten Worte au ssprac, l= - - ---s
r.k Lesz-A.
i das Zummer. Sie wollte wissen, worauf .. uueug ierig sei.
Er nannte das ueckend eine nülfzige Fragd, o da di. =l---
.- 9is.
z ss R
f eppr
I --

is
.ih
das Zimmer verließ, um noc etwas herbeizuloan, .D-end
=eüidolf ein paar Bemerkungen in sein Tascheubuc scrtcl,
Ns
setzte Linda sich an das Fenster und sah schneigend und
ersthaft in die Straße hinaus.
aas siel du-- -= -- - auf. Er fragle, wonac sie säh,e.
-»i: gw-ziAvz
, Wonach soll ich sehen,! gal sie ihhm zur Autwort, phsite
sich nac ihhm umzuwenden.
. - -, s --=-. Tuch doc zu mnir, jagte er, , ue a tras.r
N.
s .siep
as f;z-s ! -
und die Nach barhäinser laufen Tir niup - - - - -
eH
. « sr u m grade !! eutgegnete g -hmn.
. -
r
, -ras soll das heiszen ? Das hat ja keen Sn.
tadelte sie der Bruder.
.. = docl ! entgegnete sie ihu -=- 1. .e ie Häuser
g,
fpn
bleiben hübsch, wo sie hingchören--- und ic habe Tir's ja
schon gesagt: aus Tir mache ich mir gar nichts mehhr, seit
von nichts Anderem gesprochen wird als von Deiner Neise.
Es ist grade, wie wenn sie siu. .lite jrenten, das: du gehst.
-s. 9
=--- -zt's nun auch schon völlig einerlet, ob Du -o - no än
is- si
ss.ie!
hier bist oder nicht.!
, Närrisches Kind! sagte er, indemt er an sie heran -
getreten, nhren schönen Lockenkopf in tie Hohe h ob.
s---s laß neuz . .ief sie ununutug, hahrend sie sics
bs,s.
l,s s s? -
arhob und sich anscickte, von ihun sort zugehen.
Er aber hielt sie fest. . =-duhen,r' scherzte er, , nel.a
»ss:
e:
ahorheit fäl.. = - denn zum Alscied ein ? Tu gel- erd- st
ss ec-
Dic heute wie ein kleines unartiges Kind! Wenn due Lei:r
Li.
=-» E ;e mtch ist, so ist sie cbeu niht liclenswvindug -
. is
, Kind und wieder Kind, heißt es in eiuemn sort,' juhse
sie auuk, ,und Du sagst gar noc unautigeo Kind! Ic .

n
keis kleines Kinid mehr, und es ist ntct unartig von mir,
das ih nicht so einfältig bin, als .z- l- glanu'- ze
s.=-
kis Dz

höre und sehe und merke so gut wie Andere, was im Wer!e
ust und wveThalh Du nuun mit einem Male ys= - -=»»
s?
Cßop snnpI-
au lerika g cs?.i -=- -:- -
N1.
zs-?s sizis-ss s?
, Nun das zu wissen,? sagte er, immer noch in der
besien -uhr, , dazu ----»=- Du nicht eben allzu klug zu
s(? -
Hi=wi: rsüs
srin, denn das ist kein Geheimnißß. ! Aber obschon er so
heiter mit -=- -nc, fiel ihm in der a -wwwester Weise etwas
ss.=- ssz=
D ,
zz Fremdes plötzlic überrascend auf.
Sie actete auc seines Zuspruchs nicht, sondern den
i=- -- -- Kopf nnmuthig nach hinten werfend, sprach sie: , Alle
s,s Iss .is
e uga nnd alle Tage hat es geheiü-u, Tu und Nudolf, Ihr
s.s
seid E ins und Izhr gehört zusammen, denn Ihhr seid unsere
einnzigrn Kinder; und die Muutter hat ujr, wer weiß, wie
oft gesgg -, - -------=-- - Dein natürlicher Beschüützer, und
s ?,-sss 9tp-zdos- ss
wenn einmal der Vater und ic hp ---- r am Leben sein
s,k --spI-
werden, so wirst Du doc immer Deinen Bruder haben-
bls s- h. N?,-bz
s,. -- Css-dA s Cs,s Iii- N
l.s Kes
,; »s s - «. .n»» =, f s ius - suvi u si; -ss =eiu ==N, z,=sps = = uuz
d iese Grillen ! D.. =- rn sind ja bei Tur, sind Beide frisch
s. ksls.
s se ru snsoR,z- s s
uu t. gesuu.u u nd in zlet Iahren kom mte ic; -»- -=- - -
nA z
u- . kommte wieder!- sprac sie ihm nach, während
i!sn. -« feegung im: Wacsen war. ,,.ehh komme wteder!
-sz -
Ta e sagen si. ---e, wenn sie sortgehen. Aber ist Tet
. Ifss
Frenund Mei:t hold wiedergckommen, der mit des a -- .s euuem
P.ik.s .
a uupfer hinübergefahhren und mit ihhm zu Grunde gega ngent
ist? Unud siud die Berg anns wiedergekommen, die mit deut
Merkuur gestraudet sind, als tu-- - l gewesen bin ? Ic
-s. snbs ss,-
weis; gei au, wie sie es dam als aus denn Ze itungen vorgelejen

r-p
s =-
hsabalt, u td =.« dl« --- ==- darilbeu z -=- -=e hat. Uztd nnn
. 1,ff.f-
Nnsois f
rfuip
Tsw:
z pss
a. u fort solls., -u-lll -==-- dg= - ees liedeu .e drnt a- -=-l
eR.
« Isss
z s nmis
n-ni f -
s--s la1Ie ----- --- -- - -.ülCsu Uligh« =alllse. 1Vel-, blerntal habe
z,
-l,s Z
nisiee iss d.z NF
rnnnA
uch scon geträuu:«, das; Tu u- =- wwimmst und ringst
i 9F.. en ß,s-
if
r71,s
und um Hill;- i-= - -;- und keine lebendige Seele a -=p h- -
Jief
s. sesis.iss
- -- - -ner a odesangst. Uud ih hal'e selbst Todesangst anns -
eB,l
ss-
urs.-=- -- u nd laut gesuhsrien, =- nc davon aunfgewae.s und
szs
=s
F,-s:R si-
zs- -telr eiugesclafen bin,
s,sis s
,, K i underei u o' ---- =» --- - . ief deu eu Ülder, dem, 1ie
d ,ses (P. R, ! s? =-
s- sg,-
allen Hanseaten, ei-. --eise it ber den Ozean eine schr ge
r, -1I
läusige Vorstellung wwar. , «arumt soll ic denn ertrinken ? ---
-1.?
=--- p=-e das Weinen ! Ic ertrinke ganz gwisz nict und
L,isß -
-»- =---- lc ja lieb, -- Aber während er sie also zu be -
sps K.s.. cH
schwictigen sucte, ward er es erst iunn-, -=- -un sclber die
s siiso il.
zp-sfss
= - ---=---g von der Scwester nahe ginng, und als sie sic
darauf mit ihren starken u ngen Armnen z==h a ---
-sli,-
sliss
klammerie und er sie an sic schlosi, und ihre Lippen sich
beriihrten, flam mte es in seinem Herzen und in seinem Blule
so wunderbar au.s, daß e- ;- ersuüsreckend losli-z l--- sic
s
I?
= si.
oss -
ssR
weit von ihhr entfernte.
s, si
Als er sic dann svieder zu lp - -=-= --, -61l ;a .hsmt
n?ipep s
si. s
gr ößer, eruau=--- - unnd schr viel scöner vor, als sie ihm
-szs.snn e
e zuuoe -- zugletten wuar. Er sah sie wie e.ie Fremde at,
f-s,s-
iis
und hatte sie doc lte.. als bis au; dtes - tde. »--
. i :s
hzp z
g=-tp
10aV =--- - - - -=-- - -. Sle wu z tezt Iejde All.g - -= -, 1üS
sip risis eii lfiio pr
-e zo,sie
sie thun un. was sie zu einauuder sagen sollten.
===-da war uin den Tisc herangetreten und ha.. ves
Ni
if ,- )
Ie.-
»w-i.s
=«--uder - --=;ka sche uu die Hannd genommen. Er fraghe,
ss.
toas sie .e de- ; ==-- wwolle ? Sie entlgrgslel-, p-- hahe sie
isns f
zs,s so-

e s z
s -
u uur zu füillig dgz- ;en. Uns ; zhswwiege darsu«; = -=-, bis
-- sid ü.-
zs g,ido
If--ß
.. td olf, den es zu verdrießen --p---h, dass -. zc von == -
».
Roe
,ii sisnw
.e s'
skf . p sfti rzpin
- =glbester so unnöthig h.«= --===» -z-- lassen, nh. warnend
t - Al-
c..?
Z1-- ; - s- » bsn - - --- g Egen die Mäptter vou Deüs -»l-
iis -
, D, nsi e
is- ns s.
i oi e
i.i ssiil.is!
U lu.u -- = -- --=sso-z Ül1D etlifalg- -- 1ü1eu Uucts beye
Afe ist
: d,i 1.ss: üind. O
l== =. -- la 1l, - -. drüüben gelah== -==-- -= IhE s et ersten
-istp
olio jns-
d.
,slis ! eF
s s.s- -is i
Bief von mt ir inn Häitt=. =--= - - a elut -=- -; uinid bletbt
d,=s- H.
dae Wasier unheim lic wie allen Binnenländiscen. Meiü..
s ?,-
Muiter, dere. =-- -- - eine Ecifje auf allen --- esD -- z-grend
s -,-s.-- s
i: s,-I-
Fs,ss- isiA r
-- --, luar datitt Etne a st?Et -luu. -.« lcs l1is .--- -==s-,
»lss.
s,ff .
n . ppnsv
hza!te sie uil -=uu sc on Vo.=-s--g- en n D a- =.1S-
. g IzzfA:
ffffsp
i hsssli»si sss is-fn viss E
ll,-z- Ils-f os -Zliss -
o?o=
uuiu ziu us luu . -- - s - s g= H=., 1l I Cig, ss -- fH s ss js » -=ss zs = s,
hzpisfp sfppss
der es k. , einmnal in seinem Leben die Reise um die Erde
m acen, damit er doch wenigstens eine Vorstellung davon
betommt, wie die arosse - ugel ---i-:»d aussicht, die sich
i-inn.sII.
uuter sr - -ss - -=-, und die er seine Welt nennt, so
spss Af,Iif
-ss-;sf
vantge er sick --: - =- uu uttrcnbt. zcs habe auuh -s- uuble
His (sz- l.. -
sss.sii -
Lust zu diesem kleinen Ausflug.
Z ss1 - s s- s.
,, We uun s de. =.le? zll- - - -==- : -st Linda ein.
z- -Z,s
.: - C. =il.. .uirD -eu.z ara gC z gg olot ntiig- p--- --ss
r
z- N
-s,s H.sn,ooin:
py- hss
isse,s-
ssi
s. st
wO lll l.s - - ill! ltl..
, Juu de - glücklice Neise ' rief die S chwester: aber
zs k
da s sp ottennd« a. .hhen, mit welcen sie die Worte begleiten
, z?,p f
V.lil
ioo Ulle, - :- -= -hr tn der =--, und auf das Nene in
.iss ki . s
e yra nen an e breuhend, etlte sie davon.
e c,
.-ud olf wollte sie zul -- --, uudesz er gab es auf.
»?.-
JFsp-z fi
-Hik ninf ss,s,
D -
aretn -« g gehen las;-, sagie er halbl.«- -- i-s hun,
s.si s
wird sie no . t -=--» -;- -- ru ltg. Er sah ee z= E6s zy-
piuk
s,ifsplls.i-
s ip-d

Kapitel 10

wr g
? -s
selber ein, -- = -==-- zatte Rechht, Linda war nict wie
bi. PsFzsfp- s-
andere Mädchen.
-= - 11ä z-- --u F -=-= - hahe vder --g -, daruber
gt.
zs»e
f oinoin
st»s. bs
g- -- j-»» -- -== - =uuhzelt scaf., Ieh.. . war selber ---ß
zsis.s M,-,-
n is ss=Es
« o=- C»s
Ifs.
uud gitg, -asch davon, dne -uhten K leinigkeiten für seine --
reise auf seinem Zimnmer noc zu ordnen.
as - » -- -e s Ka pilel.
s? osn i
t-i-
=--=--t brachte den Abend noc mit den z;- - Der -
Z,s. üsöi-
wandten und mit Ruidolf's liebsten Freunden z. = - war
sfi
der Gegenstand der allseitigen Theilnahme. Ein Paar seiner
Lltersgenossen,-» »=- --- - --j-=- hattenn, ihm imn Laufe
nins. Ass- 9s.- Zst»sis
der zwe Jahre,i die füür seiu - oiueseuleit vorau egeschen
»ts.
1,sts».
waren, nac Amertka zuu folgen, trafen mit der gl- ===»l
i? i ssos-sis b
»1k,-=-,hi
z s-- -i»- uer Jngend dafür die bestim m1esten «-- ueredungel,
und es war nahezu elf Ulhr, als der T nener meldete, das;
= = - -=s-z- -- uh- ze=- -pu VVUggEfa lsrdtt set.
dps- Fw ni-
ss Npii,sk
aer Tampfer m uszte bald nauh Mitternacst dte ABter
.
---z- -, ull ---- - - Rlutl in Sce zt gehenn. Rnd ols'S
ss,Fb r n
ssnis Apz
Gepäck war scon vor St unden an Bord gelrachl, der Vater
a ber wollte den S ceidenden scller nac dem Hafen und auf
das Schiff gel=- --, und da er ein fuur allemnal, wie er es
diioss
nas---, i---- - Frau die unnilhsi g en Nüihhrungz en zu erspareli
ns:ip spis.r
lieu-, - eb -N zu rasen- ..bru c
r: lzes
Izf , ff-j -
=-=--gzes Abschiedneh utenn wvar unter duun vielreisenu den
,?,kss
Hanse.s: ohnchun un.g - =-- anuehs, --udolf schhittielte also den
,s.s s-
ekpsf
Fe=s--=--- -zus die Hand, umarmtte die Muttr und danlue
o isnAos: rr,,?

s.
woa=eAös »sppEgggaggggJJsagg J.
ihr mit leisem Worte für die Liebe, welce er von ihr em -
pfangen hatte.
.Ich scnlde Dnr eben so'' viel Glüück, und Deine Zärt-
lichkeit für Linda ist mir reicher Lohn !'! sagte Meta, wäh-
rend die Scwester sich in des Bruders Arme warf.
, Nicht doch! nicht doch!- rief dieser, als wolle er sie
beschwictigen, indes; von seiner Empfindung sortgerissen,
wresstc er sie gegen seine Absicht heftig an sic, und sich mit
einem letten Kusse von ihr losreisßend, ging er scnell davon.
Er hatte sic das Schheiden nict so schwer gedacht.
Der Wagen rollte ein paar Minuten später dne Strasße
entlang, die Freunde und Augehörigen empfahhlen sich. Als
der letzte Gast das Hans verlassen hatte, und die Mutter
sic uac Linda umsah, hatte diese sich entfernt. D - ===-- -
Ds, 1Fzeff-
rief nach ihr, sie suchte sie in ihrer Stube, «da war nict
- zz
da. a er Tiener sagte, er habe das Fräwlein in des jungen
-- -- Zimmer gehen sehan. Die Mutter folgte ihr dorthin.
H,zss -
- -
e ie Lampe brannte auf dem Tusche des Wohnzimmers,
die ahur des anstosenden Sclafgemacs, in welches das
Lict uur seitwärts streifend eindrang, stand weit offen.
Ior des Bruders Bette lag Linda mit aue gebreiteten Armen
auf ihren Knien und hatte ilhr Gesicht in die T ecken vergraben.
, s ind! mein Kind! was soll das? was hast Tu hier
zu sucen- rief die Mutter, während sie die Kniende umvor -
hu! und in das helle Zim mer zu führen streu -- - u u mußt
s,s ;-
e nc mtasüigest, =tc beherrschen leruen! Man darf si.h so
e;
ii seinei Scmerz nict gehen lassen. Konimn! sei vernünf -
?g,s:
n- z! Mahpii s
-- -- -- - -z der Vater also säl,., wülrde er a nc sceltenn
nnd böse sein. !

tks
N0,
. -g er böse sein! mag er mich schelten! Nun der
Rudolf sort ist, ist mir's einerlei! und bis er nict wieder
da--. --tll ich anch von gar nicts wissen! stiess dae
sss
sis-
a=aädcen mit dem Trotze eines verzogenen Kindes und zu -
Ns
gleich mit so uuuv.. «u--barem Sah--- z =--er, daß dte =autter
i?.-
.z-F,sz:
h,ozs, p
zss sz I
dau' , oie vor der Aeuszerung einer wilden, ungebäindigten
PZ,-f inee okse
=- --=-- =ul erschrak,
Es war ganz vergebens, das; Meta ilsr besihwictigend
zusprac, das; sie die Gedanken der Aufgeregten mit Vor
stellung der Freude zu bescäiftigen su.uzle, welce mnan der
eR?
einst bei des Bruders Ritck..u- ua ben, und der Genuugt!suug,
k,-l.- l.
welche er empfinden werde, wwweun Linda zu einem sh önn und
edel entwickelten Franenzimmer gewworden sein wirde. Linda
actete nict darauf.
.ss !
, Fwei I- - - -== - Jalre! die sind ja eine Ewigk.. -
I.=-, ! -svi
die sind ja so unabschhbar wie das weite Meer!' rief sie
wieder, bis sie endlih, vom: Weinen müide und erscöpsl,
n. eager suchte und wie ein miides Kind in tiejen Sclaf
z- z?
=ursank.
Es war lange nach Mittcrn=-==-, ls -..rner in sein
1.
,»s,s
HHans zurückkam. , Rudolf luszt Eic grüis;eu! sagte er iit
der Wvrtkargleit, die ihm eigen wwar, wenn er eine starle
Empfindung zu verbergen wüinscte.
, Es wird eine gros;e Lüücke in unsereu- alen entstelen,
zs N -
bis er uns wie== -- - - .Ilgeg nete Meta, und rüühntte die
Aos- kpszz- f s? -
guten liebenswerthen Eigenscaften ihre- p flegesohnues.
. -d
Werner hörte ihr scweigend zu. =« - dee Sohes

.e sk;is
that ihm in dieser Stunde woll, aler er selber hielt dümnit
b 9i?,
- NF,-b.
Zlku=-. Von der Tocter wwar di. .-- nnicsl, uh=- --=-l-
» -

e l
aaulute uhres Ma.-« - - - ;uslell --= ses==e Charakter zn
nn oa 9ss- si,?
si fsR.
petos
dozsssi.esssiFsib ssi ,sfns-
pL iül ll, Ul lsli! Vynn dyg Mäu .s.--« lEle---sss s»- --==»zo- -
bz ,siwii c
ss:
- Neaes zuu unigen.
Erst am Morgen, I e-da am Frühs..ele=i-- i =--ss
is»s.b s8ßulsn
« bip!
?
ain 9iso=- s-
1iaz. r = -- - lüig -z -, u nd als «=---- - -gUl sagle,
Z,fi
f,
-s. lie
sie hsuuhe ;. ligt- zislafen lassen, lve.i sie g-;=- - - = --- =- -
. spzs: Pss,.sd
Ci liof
: C.s-
s.
des Brudere -orlg euen so auufgereg? gi==- -- i- -, mteinte
omisbsos s.i
ssfi-n sisrs: psf f
rko p p, f si
LECUO1, rS set s lstit izn h,zsztdd ls. - -z - l ws-s- --- --, s-s --
,snenn
Metu ulein zu sein, --- - -r von einer Eutsc lai-o- 1
d z o e ssi
r
pfpA -ip
fss
sprecsen habe, wvlce er .. dies.l =g - gc1a l! = a-- -
.- -
Au=fulrung gelra..: ahe.
,s.s s
nsi :ofsf
, Es hhandelt s1=«, 6gs- - -: -------- Testament. Er-
,s, --
. ; z
eignisse i Fan.iüienlel. .,-=--- das Ausscheiden meines Sohnes
os: ssfn
sis
a s dem Valer!au ;-, ta!nen auc denn ae jlge ll an den
i sr
i. ?s
Wecsel der - 1,. utnd meu -- ihhm das .ce Vergehen
zpss
e-.s
, z
der ,- -- ;-«slbar. - ----- --- zuria, so ist mir es, als ===---
nFfp
.is fis1.
D psfk,-
.s:
Ni
nuns? fs
srl zf ,s, ffe -inosss z,
rS gOs!d1l! -1e1VO sOl!, Das -g -- s --- ---- -- -g-I, -e=-- =-j ---
=-c1- -- ---- gefihrt habe. Nun ist er bereits von uns
F,
f; -gzssfp
z gpangg ei, nna wwenn er uns in einer Spanne Zeit zuruck -
. oz gtzi p pt, oppp
ni- soss
rzse
r sp-p-s
fel, 1uuitd Er Elli ;-.1,r? MIa1. j- --, -w-s -- - -- - z- sK
--nit ilie zu begrunden halen, n- bei Linda's zrühreife
ppn
uerd. . iuir auucl sie vielle.« n.e lange ann osclieszlich die
,zs
spsii
Ulu sere uu uen. -ön nn. Juhs lofse, das es mir von dem Ge-
H- .
s s
u.. verg innt sain nuru, die Wege der beiden Kin... bis
, ,s
dos- 1
z dem
ß zsn s
u-iiii
gale i:n
da, dtc
k.ss
I6llw---- -ht? e tle ;= =lß==-u selba. zll -- =s-- --z
r .
ssin:sfs j
s.ss.ss
F f,op siii eitns:
mur aler auc anders bes.s - --, es kaun die Auf-
vspd..in
n zn siA sRi is ilrifp fnfFsie
e.ili!d Ha d NON,r bOll 1uO1dO1., -- - --s --s =- =z - - s,
r.
-.- --1guu, welce ic getroffen hhabe, Dir über-
t.s
ssf ssf i
iacze:.. -uell, T uels btel. -ups. befyeiutdell. - -- s---= uS
e;
z; d s
s.s»e
=nr sis:b:

?d
einer lahlgg -, renfltch.t. leberz--1g hervong;eg611gzel-, --d tc
, zp
-lp-is
vil,- -
gle--=-: i--- uille Tle.. oeR Zpwoeckn1e- gclhsat zu haben,!
ilio ssi= o
. sfp -
bs
Er he.. eine Weile inne, Meta wuszte z.h den wor-
.ls
.-
ssssA
g6 1g 1=z - F=-- u nd noc r niges = -- piteel1es. -o=-
b?.- s
rs,s.s -
R,pssiii:
dabei nicht völlig sicere Weije ihres Mannes. Er hatte
H ,
A s fin ssiß hi- s.i
k--=z tach Eingchhung seinter =- --- -- -=- z -ll T rstament in
-skdsF
landes üübeüuuser Weise genau, und die Verha ltnisse der -a -
-,e
k ,-
milie waren so eiufac unnd natütrlh, dais ste utct abzuschen
vermocte, was iln zuu eiuem nen. .. Testuumnente oder zuu der
eba u derung des alten lätte leegen können, oder weshhalb
It
er sie auf die von ilmn getrossenen Maszregrlt = -==- - -
kiospzisAo f a
ss sisspi:
vorbereiten zu ----:- - glau bte. Oa itberlau s- z p-us die
sss sfp s:
iuli»s
'- sah,-ei si,s.
Vorstellung, da!. - - -- i=-- letdend fühlen, das; e. den
Glauben hegen mii sse, nict al. zuu wwerden, und mit der
J -fis -.e
=- - , die sie sitr ihnn g-- . cr-.g ur sie ihnn, D -- =--
,?splir
lißzss ,-
,sif
was er wo llen und Ihun t ö:ne, ihrer Zust umtmuung; g---n
oiiis-
sei, das; sie seiner Einsicht ein fir alleme. -- - - - bedu
:Ak
l epR pi s:
vrlraue.
Er da itlte ulr dasu --- ----, er anerkannte die o hat -
nii f hz.f -sifi,
sace, das; sie ihm immer einIzu!raunen bcwiesen labe, welces
oi: psi i
.i,sis s
uhmn da s Lele ---- -lr l. .-. uund liel gemnact hahe: u nd
doc, sezte er mit der ,uriul !aUtu ngs, uul.he ihr wa:zuend
der ga nzen ll unterreduuug an dieseut Morgen aut fallen uud
beangst igend u- -=-- - zzlenenu wvar, hinzu : , llud doch bin ics
- s is: pps,s
l -;-- lus=-=-- -- Fa lle O-1 - ,z--U!rdclhett -. ulellle !
;
. i?zse
vspsossn
»sni Ao sos:
szfsf s
9szz- ssAh -sint is,sus
== » s ss p= - -- -- =z ICll,; 110s.i.
,z se
=- - ora as -= -=-! al, sctegz ei nue kleina a. eile u ud
l.t
d, r.-i:
l),- s-
sag!-, woa hrend er -u. bie Hand gab:,. ------ ; Tuc er-
ed
siiszsf
fi
N,
uu nern, das; c 1--- au slamnen! glee, haa untserer --.-
e;
pf;sst:

er ;
e.
bu.=g maulte. a amal« hosfte ih auf eine zahlreic.-«
e;
uEI
zss:
..auhlwh=- -i=-s-, als sie uslS zll T yell is=eDas -sl, und
H g,
»
ssi
n iisossfs
oss :
e.1se-
w u eutlS 1ül.u -- --- ---- -=---=igelSvcrhsalo-ji- -=a Ultger bedetentd
ri-t i:nnpss K ,iis:
ds,z zzp ,
iisip isi
als sie seit dem -..-=-orden si:nd. Ruud ols ist mtein eu1zl.-
oe
Apspen
-Ds-- os
t .ilis
=-==-l geblieben, und -- das; te - e =- -- - lgeslche, ich bin
p r
---- ----i -=- I-- -- --sGs -a fl gowordett, für ihn und gnic,!
ie E?,-ze s. d.s
ii,ss iIwospi
. ..li sals .z-- s-ge ld a l , I --«- z-aÜlD hs-, 1aS ««
i?.
si.sii
ssprsi ,
Bz
sli-s se. e
o isiss.-ss
De- - -tetn1e. «- lesz sie jed oc nict lange . üt lg. ----
bis
,w -ssse s
l)-
iiii:kp =-p FkspzFz,sf sier
, Vielletct,' sagle rr, uu utd sei nr ge -- ==- - - » -= -z- -- -==-
ihm mut einem Miale wiedergekcl... da - - -- ersten Worte
ph
p e sssp
rR
a t gtesi.- ß- - , , blellelui: uurde ich, sue nn a it ttr eine
.szf s
-ktp
ePrfz.sf
Meihe von «- Nien gegeben hatlest, ein Genug. . de=- ge-
ö iz
funuoen haben, ein stattlices Gßesclect zu - == «assen, das
Hifn fiosl,
f. iisi ls sifis ii ?
den Namtett me iuer Fa nt il.. - - -- -- - -- --- =--- .uiunft hin-
. Nin
itler gelrag ett häätte, Die Au ostk -s- ----- ---»»s- » = -- - -
y
s,s -nif snsik s
s hinil
g;r:orden, u nd wvte voruurtlsetlfret lllan. deh-. -==.1 u nd den
ss -? , sn.
s.s N,,-ss -
f-sip-lis
« -llglel! Ite ; - - -- v=-=s gghell il Va-- - , demt Jerlü zz- -,
r itt
v ris
z s
Üll..u- »- -- ---»--s jpo s- -=-u :lzl s!E1S ll! « - =- --l-=-ii sy 1ag
dipf 1F,-sfspiinss siin
dpe lfi s
pf ,z
alS miglic fortznleben, ent ziclst m.- -=- V== - - ===-- au
ss.lif l.irsie
sss ss,l-
ist drnn mein Haus, so ist Nu d olf, als der kuuftige Jnha. -
1,,i
.f 1Fsss. s
Dcu -iir llld, De- - - -- -=== - - lettt.s Eh Ug et eS g c 10ue=- --, llD
szst zsk f n
zA,st -
sl! d. ? Haus, ae duurcs mtet n E uu ergle zl - er der . ü.o -
.ii:
Uat;.selt Geld ihtüi c!e dntßv1 zi1 - -- - aulf dent bc slu- - si
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czsfnzt;kt
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ist, den pl=h et nnc! umte:u und bchsau ple:n, den uc uhm er -
rug en habe, so unus; uud darf d. s Vermt igen drsselben ==p-
si»is
A - -- -- - ---- - -- --- ,els hale dte engliscen Erlscaftsgescze
s slsff,zk sfsps Aon:
-s.ss
uwut jelser al« et.. wuetse, dan Fanu1...: wwie de. a 1dc he=p;-
s: L,s
lswis
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il spU1e sll.s. -ia1.. gpel u igc selse l, u 1D .- h--j-- --- -=i- s-
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==- - -« lsi. -pl ac lsamt zugehhirt. Bei nen let lenn
M,hpvf-i: s-s. -
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= = =- -= -- s- Cs-- i zllsullalell, u nD, die -auhe 1ecsselni.,
se-kp
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.. -- --i-: » -Da zu Deines Sohnes Gunsteu zu ent
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doii k ss ks
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oiss Ppis-s s ss
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iiefplif
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s- ==- - -» - - -- ==-= - - -z. IaB! sOu i.- --s. DOL 1OL sp.aNs
davon! rief Werner mit einer Lrlhhaftigkett, die vun seiner
I.s.'
Haltung bei dem Beginn dieser lluterla...tg sclsr ver; ;edan
lss
--- - - s= --da wird keinte Ester!te, sve ntt ihsr rlen De ine:nt
sj-:
hppAp
Verm ögest, das sic in meiner VeuwwaUluuug mchr als ver
do ppelt lat, dereinst nnch ein Ka itul zuu fullt, welce an sic
-
ausreicend sein wurde, sie auc fur einuen reice. ------- zl
ss IP?--sss
einer begchrenswerthen Frau zu mtacen, sojern er bei der
== --sl seinrr Gattin -- - auf ihsren Gelwerl.s ---b--=-
M,s-
l. N7
s ss»sif
nehmen sollte. !
Er hatte diese Bemner .--g mit best immunte. aurech ut ung
- » -
-szfss
auf die Sinnesart sein. - -rau gemnault, dennn sie g ee
hz,zss -
oft genug gegen ihn auu sgesp.ocen, wie wull .i;r da s Be -
ss.
wusztsein ge==- -- =---, dasz bei sei nen Bewuar bu lgzen um sie
iI-h-ss h, liv
ihr Verm ögen gar nict in Belract grkom men sei. Es it. - - -
hz ;- --
- -i=-- --- Di« -, dasz sie, die Amgrn vonn ihut ahgel au det,
A,p
EAis.ep ssiss
ohne ein Wort der Erwidernng in sic versuüiken siten liel.
Er sah sie eine Weile nacdetfend und ernstl-aft an, scien
sfsoro:
s,A,f i
i-- - »- -- zll lvollen, u u terdritckte eo aler .ee u ÜlD plotzlic
von einer Em pfindunng fortgerisi.n, die er nict bemeistrrn
- -----, rief er mit einer Heftig!ett, die er sic so nst gegen
Eezi-ef p
1F,-eA -s-
-= --- -uinals hatte zu «.tlun kvmuiten lassen -
p
,Was sol. das S cmollen ? oder was sll ich von dem
a -Nanen in meine Einsichht deunken, dessen T u Dues zu r uu tmen

Niss

stets geltel. ast ? W dem eusten Male, da;, meine Einsicht
s s-
y
sn. ss
-- rl- . - rarluu ngen ulo -«- s.he kreuzt, las;t Trts- hz-- aueli
»1iü:s
i
z---ll- a tcls und mic, klag ltc genng 1! « --»- -
Tf»s.. 1s
h. e;
gi1.s
.-lsp s
- ---d se uule. esetg etd das P--- -- - - O =- i-
J,iissk
s. -sfsvissp
s R..=- N(-siss,-s,-ss ee
si s,s -
s u:i -l- = - --- 9s - g -» =- « 1 Lpy711Clu--, jslß s-- --s - -
ois s? (
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etnem Tone, de. =----=« ----- - g6V, -- -=lhsam sie sich be-
v- A.iiflszs, fiiA
ifsin pis'
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leu-;-- -, ,, 1= «-: 1el! -., 6 -.usls mir serner lleg,i als
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Hah sztct ydCu -;- ll El.- --slI, ßl-- - - » --== --------
o DA,- Ifi:-i nino
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f . sl.z-
bO11ilgl« --- - -
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, Aber A! wied..g -- --- er.
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u- .-ls hale meinen Ehrg eiz 1= = - den T einen - stiesß
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Hs. DD,s
sie rasch v.r. ..- habe sie aefüthlt und nie vergessen die
D,
e;t
- rü u en, dn. - -- u - hasi, als Di Linda in mneine Arme
H phzpisii
,. H-
legtest, ic habe es danals scon em pfunden, das; Du einen
==gzi: f si.ffk iisA zzs,Iziss s
=-- - - -- - - -=- - - - --- - -s- po- - hzulkdst, ZZejzt IdhEl! ys-- s»e
s.Jifo ,s.
c?sz- ssssr
Dali. .. slslebE l, =- -, ---. alsCs!llle, l1.us- =- - -- zss g - -» sz
t j izhz:: -
, ohH pp-: -
und ne, niemals ha- -- mic darüüber getäusct, daß
sio i-z
Chsristinens S ohn D.« ---- -i-- =- --»--- g -z=l unen dlic
f=- s sini fpf j ss N,einofi: Hpr
sisbs?
uä her steht als meine Linda, --- armes einziges Ke« -
pfspfsf
sk,zsni
iir pAis
d.s-
- - - - - war währentd dessen 1o- -s=-z 61fg,istanden.
-.
-rr gan ze Vorgang auuälte ihn. Er war nict gewohnt mit
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sic h .; leden zu sein und berente es doc, d.e --==- -= »1gl,
is: issz--
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di ««. rleruung herbeigefuhzrt, imt Grunde unn ötlig=- = -
lipp lini
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g efu hsr! z halen. TaS 0l.= - -=-- verdrteszltc, O=- - -
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.hslsl ;- --s=p z-1üUlUe l!, r VcLgza zuas selbet, =-- - ==--s-
doisis 1F,n
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1ueis.. .1lD . - ------ -- --=, seine Mäeta nict wei:nnen sehen.
pf fiisssk. H1F,f,
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Er trat an sie hera1-, i - y- -b h-- --- -l- =- - - - zs
-A p p pisi d.
- s iif. s-s. -- isi-- s
se an sic. -- = - - u un Deine Mädc euweise zuruckfal-;«,
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- n liebe, -= « Frau sagte rr- . -=- Tn «ic selber mit
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,iu:tii Au nwal, Lauc Noou llen.

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1ps - =- =gso Üheit fxeztt Oicz ees, - =- - - s- --- -s- - - -.1u-:
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Fehhler . ner h.« « - als sie es verdieuent, = -- -- ;l nues.
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hat; uut einem Wort., so wie den - --- liebst au dte
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,. Nitdolf ist ein verstandiger Meunsch und Linda i uer
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uoc enu Ke « -uen dele ils. -.. eIled . , aber de. . .- ler
s- Nh,-s
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verleztes Gesüühl war so rasc nict zu beschwictigeu, und
- N.-
es lag; er «« un elie. ersti m uuunug noc iüber allen Be idennn,
g- -F
=s.- C,s
als U« zezuldlose Uriace dersel ben in -uller ihsre. -- -lit
g- »s zsis
un das Zim mer trat.
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aEhl - -- ahsri tten, wvelce sie am verwwi cetes. .ilend
s 9s
fhi f »i zis
gz- -biu. halle, von all .s- - - -- - z Nrgpl1a; und vvtt lhz.. s
üss
n ,z
szpps
== - -leCze wvar ihr hseule niczt= muchsr a 1lznl.- - - --- -nr sie
-s -
ssfRsf,ss
t=f-
bcg a nnl --« jedem a a gze loc ain neues Leben, u nud wvar
e-
ufssk
jeder noch ett ganzes Lrlen in sic sellst. Sie sal ie
der hhelle S ou ntagsnmtongen selher anS. Sie umnrmnte mtt
fluazlgem Ku sse erst die Mutter, seh-t. sic dann deu Vater
auf das ----- -d indemt sie ihren Armt sc umetc elud ihmt
-- ,sp sss
um den Nacken legle, rtef sie: -- -- -un wuerde t.h erst
-s.
, s s:
rect gß- -6g« haben! Nun hab' ich das Reian, und den
ns. N
»?
bs. H)is
si: »- ll.-s
-aaler und .. ----.u le? gaz suui lw-=- --il, uud Ber gc sttelg;
:Apz si,ie f.ts »Zi.iinn
-s- MPwii
HC1 =- ss =- - -- iy - -- - -e 1D, I l! .- ---= -j----- l11I CFlClell
or :ispiisf,pi:
.ü ll, wvenn er sichh il ug- !wa e. S csiffsj u tigent erbarmtru
s,ßis .
s (a,
Ils.. e ssplif
wtll. - =- - - --z- wahr, .aber Iater! vost drr eilgl1c esl
lsn-

Kapitel 11

!
uuste .iird er zihreiben ? Tas musl er does -gnu,----- =
H.iis- D?
- ü?
« ss.
h,ast' s befoh. - -
l.z-1--
. --s,
=-- gab dem Vater dabei einen Kus;, rückte aufstehend
-- -= - » --gl dict an den seinen und versicer-, i-- -erde
ssiwof: (s z:s:
nhp
Ni, s
jezt so guut, so lebenswüürdig, so versiändig s--, daß die
s.is
Elteru den Bruder gar nict missen s = , und sie war
,. lls i: -
e-s- sZ
uoc in vollem, frohen. plaudern, als d. =at«u sich erhob,
g z
e f:if
um an seine gewohhh..« a1salz- - zl gehset.
isf. N
Meta begleitete ihn lis in das Nebenzimmer. ,Verzeih
mur, Leber !- bat sie, in dem sie ihremt Manue die Hand bot.
ey
Er drückte sie ihr herzlic. . u giebst so viel auf die
Etimme der Natur,'' sagte er freundlch, , nnd Linda ist ein
-------- --=, wenn es je eins gab. Wüürde ihre Zärtlickeit
»Ff-isksssd
für mic so warm sein, wenn sie nicht fihlte, daß ich sie
von Herzen licbe ? ,um lebrigen verziehr, verweichlice Tu
da s Mädchen nict; und fiir das lebrige sei uur unbesorgt.
s ed,,- k, ss-n nnss 1,-id.
.u üt d olf zttd Lj stdg fu del llC« --- - = -- ------ ---s- -- ==e- s=
-s?-
i al,-.
rulng gehen und sich selber überlassen, sie sind Beide gesund
uund gnnt geartet,!
Eljte o Kapitel.
Werner' s Vorane saguig i ber die Enetwicklung der beiden'
tngee Leute bewährte sic in jedem Sinne. - - ucligle..
rv1- K
-,s
de : .. erneu hen Geschechtes macte es Rdolf m öglic, sic
-.!
-?.
in drnn ihhn: fremden -.n oatlauntiscen Verhhältnissen bald zu -
h z .
rect zu finden, die manchhen Anderen oft lange üüberwäiltigen.
Z
e ne Sellsthherrlickeit deo republtkaniscen Lebens l edeutete
ie den vereinigten! a taatent etwas Au deres als in der heimi -
=
en Hansest--, der mäinuliche Geist des Volkes wirkte
,»Ak
uz ?

s1
s -=-;- -g ild ü-; -gl cll, da .. -l; =-= .- sti u-gg- - -a l so
k»-ssi
-sz-f,-if 8fio
s . pss.'
»ms (s-
wohhl von der Natur angel-g;-, als zl - - solcen auc er -
pisfpe -
w,nk
.- t,
oH -- --=-- ; und die K uhhnhr.i und Bcharrl lüg - --, dnu g
ls,ii
eF gsf hps
-sf
ü,s
in den gemneinsamen staatlchen lne..üuchum ng,.t eben so wooy
st p
wie in denen der Einzelnen kundgal, lehrte ihe mit jedcm
n orr iss f,
= gz-, de!. - - --- - lertla veysueiltr, eB ..UOl - ----- --, 1a
ssA-
- pz-f,ftsfo-:f
Fp
der Men;.s - --=-6g, wuentn er ei! deh. -ihgebot aller seiner
ii z
s,s :ine-ss
sss
Kräfte, du..s kein Hindernis eu ts hngl, sein festgesie.kteo
G -s.
is ze f
Znel versolgt.
- =e seie Briefe spracen ein grosßes Wohlge;allen anu
kzs,
.s.
seinem Auifenthalte in A merika auus, ohne das; sein oorltele
np C
s--. die Hei:nath sic da durc vermt inder... = e Vater sreute

g- s
f;
Ci
- u rr verstäändigen Einsict, mnit welitser der sunge Mauin
üe» b -
die dorttz. -- .--z-=l= = .ulheilte, nnnd wie tlug er erkan nte,
v, siwsf
sds: Nz ssF
wwas von den amerikaniscen Handeläbrauc u ;uur das heimisce
o: ::
Geschäist verwend bar und zu -- = -Igen sein könnte; und er
z szpz-fi
gefiel sic darin, es geleg-===el geg - --- ulten Frennde de=
oss Aip o
,s-sls
Hauuseo und gegen seie Prokuristen an ezusprecen, wie Rudols
den recten unbeirrten Verztand der Werners ha be, t- ---- --
snA sisif
,etnner Umtsict und seiner ed licU. . g61z d=z- geact sei,
k,is
das Geschüft in stetnge1- -= - uumn fortzufuhren.
9a
-s.ei1
= - -- ch ligzkeit des erkehhuc - ka us.g -« uiber die eite
J,- V,-i
,s. -
=--- -: - - -1g, und dt. Aegelmnazt gke:t desselbe.: -acs. die
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Fspii s.--ss
m.s-7sj ,
1os: H1? .s knnsi. »gw-j,-s
Nps: -
= - --.--..als E1ieh --- ==-s -=-= - - =-= -u; d W0Ocpse!zt, 1?
scettke austauuscen, als ware maaun näher bei eina n der. Mait
- -gp6s re, da n. -- sc glucklicerwatse nur Gutes mit zutleileu
Npzy
HiAii . siio nipI, ev
-L de,- KTp-j -
z- - -, ---- =- - = Eß - - -- =-- -rfe u terlvegs h letbet iüule:l,
si. MZ,z-s.-he :
nd fzpz- z?psA. wm- e
dos- .is-(ssls
sse
Ulio s=- - =-sss -e= -v ntr eu - s =-ssj - =n1gs z.s = s - g - iit. Itl. l
so viel Jeg-- l-« - =-- u.der zu ell-.s -=cse--e «-=«11ge-
ss ßdsz
slj ,s
Abpo
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b- sffsf -ssi e
sinsno.asinst
sssss h f,ss?
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ll llu Sas--iw.ullusg, esis.ulsl, -s -nz ü si e s j-s ss z s=eszjss- ==- -in sfs-
e osssssspss:. ffnf
von deut -. -auuheren Z11=-=-p-1g mnit ihren Alters- u=-
bosh e
His sinopf!z,
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luungza Ilgsaen ossen abl.-- -
r.ssssf;
dsi- s,bfp i nn smn.f
Hzp- sizsssF fiiiiisni:
-a - s -- b s-. - - iu.P Jg Z 1(ppu iu i.s u eiin iss ss. s - »=iiu - ii nss . z
P,z -1?,sffoe siir
vor der Irt. gel61.; , --- -elceu .g1ell« - = Jgettdfreundint
n, f esf sss.
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iin.
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einen viellet..s- nauhtheiligen Einslusz =-:-----b- ü - 1ell,
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sis skjzsdH
e o ssi:
umd dey MIztt ter ei-... e lsetl da- « - - u.id drs h.=- »= --lß--
pf L7s,- ss, sis:
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- -v.i-dis
f,s:
ipiuk snnFh
-er!ra uuen s ahilzto!ennn utocte, deren ste sic ;-y- --=- ss---.
ss .
a1Isulslt s,. =-; ; uil 1i««. GO ghus -. -s- ---;-- ggl eb z=y -p-
-i-s. Ct.
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zf.s. ? ß.f.-I-
si»s. sm.
di nn da K g rOse ZaiUl.uz- - - - -= -- -- =- - - -- =» -
f.s.s;-ßs sßs z- s Hiois 9gziRi ii sd bo
si:npf di äszilR,ssA. s,p-s,sli,s.i
ss gs t zslUllV Cse-- - ---- - == - == - - -= -s s- »-s-
sel.. :- ale einn glüick liches Aus kunftsn.« -
sif,-1
ssoi:
ss i.d. »h.iss
s ss,
ivar deIhs.lb hettills., -l üoi s- =-- - -s-
,s
Dae« ..t due; ; .. dte au sfuulrlligul und
snks, NF
n? Müi --
,.z-R,s.r sinsk
K?U s Kk-f L 11s s s
an dne zund.
Je
zu befürdern.
--ßps,
demt-
Sie
Sie
freundlichen Brieje,
welike er der Sw uh wester zuukommen lues, j- -= ---= - -- «ea,
sfp ofrnH:isikps-s, ßjs
stc vor den. e-- l«- ebett so u nnbeda--««=u ü ll ezllz=- - -- als
.sskl(,s-
-- Pz-
, e
sszfr rmioin
VOt ..U, uu ttd d. sie l!a cs ddL .-s - -.. Ul llgl, -=- -» i-- -=---
- s.
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threm: Gat..:. 1. -. = Tag;e -zchsaht ls.= = ,---- -=- ===- -l ds
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u hsr set :nr lhh. e.i1g1=-- s- ----=-les -alzzeg = -, 11is -=--
is kzi s
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u oc jester in demt Glaut ben ---- - - lh--, dasz des H==--
zff,
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Vorltebe entiihsiedeii seintem So ltte zuug ewvendet set, mei:te sie
ene sc b nie Aniegleic ung daru zu finden, danz der Bru der
eis. e. 9F,i.
t1t. =- ua dufitr durc seine umt s -. n - - - -g.ll g nnd
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ess -s,?, -sf osnfi.fi s
Ja. -s - - - - ---; ws..OlChl?.
-- - las jede Zeile, iüalas. zui ttgen Leutte einnand er
sx.
Ks. s
, = zp
scn rlee « --, s-« lie.- -- -le, -==---- aa dem Ent fernten
.?zplf ; pftis:
isso-es: zss
mi.i: si .
lrcultul von den Aufmtertsamkeilen und Hul ougiIgg- -- == - -=-- --,
.ot hipeirkztpf p
si,- - s -
-ifsfsf .
--i,-s ss--
iltt den ett ial! z z-- -l Ul g, ebcll --j--l: dI ßuz- - -p -, le ll.i
ittduplf te S c=eu; - - -j- p =-i - vaVuu -=-=----, Os a ttcs .
iisp sf;) pfpss1i,sf A
ssf psf,
sssf

Se
==- »»-- -a- kciner Koketterie schuldig zu macan, wenn er sich
gsor
daru-- außerte, wie die Art der Selbständigkeit, in welcher
zov-
die jungen, allerdings schr schönen Amerikanerinnen sich be-
-w»ü- --, seinem Ideal von Weiblichkeit nicht entspräche. Sie
Hoefozp
hp- »le, nichts dawider, wetin die Scwester dem Bruder
efßo R
- leb, daß sie auf dieses oder jenes der jungen Mädcen
s»s-
- - -.etig sei, dessen Echönheit -e gepriesen, oder von welcem
visp-s:
er geäusle.. l---, daß er vorzug e wweise gern mit ihm ver -
Hhf n
--=--- aa sie selber sehr aues hlies,lic in ihhren Neigungen
g,ß.ip
war und also die gleice Auussclies;liä kenut von denjenigen
erschnte, denen sie ihre iele zugauendel lat.., war sie
Lej
überall nachsichtng, wo sie es mit eifeusüi-!tigee Em pfindungn
zu th un ha., besouders weuun sie so unsculdige. --alur
-z- zK
he p
----l, woie hter zwiscen den beidem Gsuhwwistern.
bneeos
ne beiden Jahre der Trennungz, die so lang erscienen
e
==-- --, als mtan sie noch vor sic gehsau'- yo-=, waren auf
k.s
si,-if
=--s- ==« ise schncll dahhingescw unden. Man fing im Eltern -
os 9N.-
hause bereits an, der nahen Rüickkehhr de s S ohues entgegen-
zusehe-, als dieser, wie er scenzend sazute, der Schwester
zum Trotz, und um ihr zu zegen, das: der Vater ih;u seinen
=. i llen lasse, seinen Wusc an dsprac, die Reise uun die
-N
Erde zu macen, ehhe er sic dauernd in seiner Heimaths und
in dem väterlicen Gescafte niederlasse; und er sties; bei
seinem Va... aus keinen Wideu stand gegen scine Wünsce.
ß x z
Das Unternchmten war .üit u ng ewvöhhnltczes nuh, - -
swif
die Eisenbahnen und Tam psshisse so sicer in einander
grisfen. =g? Oauus Werner -==--« obenein seine Verbin -
e.
ki,f.
dungenn ebenso in K alisorien wwic in C hiea unnd in Judien,
und es kounte immerh in von Nutzen sei-.; -oeuun der küünftige

A
.u ha ber -- . Firma die Personen und Verlsältnisse du
uit er;
do e
eig etne Ausc a uu g, - --- -- - -- =-, -iit denen m an es in jenenn
s fpi:nos: sppii f. in
s..s f. e:
== dern zu thuun y--- - Die Reise wurde also angetreten;
VkIs
und wenn die Mutter das langere Au sbleiben des Sohnes
auch nicht gern sah, wenn Linda auch über seinen Mangel
»---=----zueht nach den Sinen mit ihm schmollte, so war
es: T,- s.s si:
sll uß =-- - - - --------g unn doc latge gewihnnt, und Linnda
d,j, - zpniis -n -
---=--e ihmn neckend versichern, sie werde jehzt über diese Reise
Inisfsi
nicht uchhr weinen wie vor Jahren, es sei ihr vielmehr sehr
scmeichcllast, das; er sic ihres Zornes und der Schheidestunde
noc so lel haft erinnere, und sic so viel Mihe mache, um
si. s:s e
s - - denselben zu bestrafen.
»s.
-= er auuch das Halljahhr, welces dem Sohne fir diese
Reisc zu gest anden worden war, erreicte ein glückliches Ende,
und man bcfand sich in der vollen Mitte deo Früühlings, als
- Telegzrlhg --- - b-w---i- --=-nle, daß Rudolf glitcklich im
dpp
I. b.s. Mpiti-s.ßss li-..!
s -
südlicen ,lien gelandet sei. Er scrieb darauf, das; er
he.s -urzem Verweilen in den drei Hauptstädten des Landes,
,. s -
welhhes er frühser scon brreist hatte, in die Heimath z==-
zp f, ».
auhreu werde, da . der Möglickeit, es bald befriedigt zu
isfsk
schen, sein Verlangen, die Eltexn und die Tcwester nac
so langer Trennung wieder zu u marmen, mit jeder Stuude
un ihm wacse.
Man hatte scon vor mchhr als einem Monate die Stadt-
woh nung verlassen, um das Land han s zu bezichen, als der
=- ----- ---=--g den aag und die Ftunde seiter Ankunft mnel-
t =nfi: opRsjz-
dete. Wie der Vater ihn am Abende seiner Abrcise allein
ze Schifs begleitet hatte, war er, lrotz Linda's Bitten,
auchh allenn in die Stadt gefahren, um ihn zuerst auf dem

Fz
hheimischen Voden willkommen zu heiszen, und die Mutt ter
und a-da solgten mit =- lßD-- =«--le dem Zeiger der
-ns esj zl
s Nis-k
i:srpl
b-p-, gorcten gespannten Thres auf jedes Geräusch, das si.h
1ss- s-
sps-KF
alus-- gulb des Parkgitters au; - - ahaussee veruehhmen lten:,
s bos- s?
bis a.»s elw=z, des Abwartens ofjenbar scon lang. miide,
ss-d:
i»i
mit den Worten: z. --D- - halle ic's nict an - - -1 eintumt
J ! s? siss
L?Ji
iKt
--=--- --;-lh euwporspranng, thren Hut, der ueben uhr aus demn
l. z-As:
C,s..-
= =- gelegen hatte, auuf die d untlen .. -len dritckte und,
z?pi
cF
zur a hnure eilend, sic entfernen wo llle. -« uer die Muttter
»ss.
gebot uhr zu bleilen, weil der Vater ee ein füür allemnaul
nicht liebe, wenn es im Beisein von Trullen oder gur auf
osfener Straste zu Famnilieuszenen kan-.
--- Müisse sie doc aunuh
geduldng wvarten.
. ='gs ist k.« u u nst!' rief Luuda it bermnutlig. - » -s
e
D-sn ,?
Di
bist auch gd=-=- -üs =- =--» =»-=-l, nd uc bin's nict. Heute
bzilbsn 1FJifk.»psi.-s
s ppRosi
ist mir's aus-- --- g6z einerlet, vas der Vater - ;. hlelt
l,s
hat -. = liebt oder nicht liebt! heut' ist nict alle To,e!
us-A
Heut' ist Rud olsstag! Und wenn ein Mentsc rund um die
ganze Erde gefahhrent -, mn zu E inem: zuu kommnen, -- -
fzz; k
sss
man doc uur das Allernöthigste, wenüt man nhmt ain paar
hundert S ch ritte entgegenla=-;- - -- Sue hatte die Hund -
,iss ! s
sc uhe angeldges, = -- « ehsirs zhs Jal ge:n o mmnen utt. trat
dos: I
i - T
eben aus dem Gartensaale auf die breite a errasse hinauus,
e:
die sich vor dem Hause hinzg, als das elettüisce Signal
aus der Pförtnerwoh nung gegeben, die Fahe auuf det
Ns,i ennr o
= »=-----« a u fgezogen wurde und der offene Wagen rasc u ber
die breiten Kieswege vor dem Hause norjuhr.
Einen Aug- -- - - -=-elens nuc, und sie lagen ein -
son.ls,s v..
sa a,if-
nAop s
üh-=-- - den Armen, die Mäu...« uund der leumngrl.p- - a -,l,
.lif-f,
h f ,p s
-

8
die aufjubeluden Gcschwister! Nur der Vater war still und
mehr bewegt als in der Trennungsstunde. Jetzt erst, da er
ihn wieder hatte, den einzigen Sohn, gestand er sich die
Sorge ein, die er in den Jahren oftmals still um ihn ge-
lragen, und während ihm die Freude über den stattlichen
Erben seines Namens aus den Augen leuchtete, reichte er
ihhm die Hand und lot ihm mit feierlichem Ernste das Will-
komimen in der Heimath und unter seines Vaters Dach.
a er freudigen Erregung folgte eiue flüichtige Stille.
Ein lang Erhosstes und Erwartetes war nun erfüllt worden,
man war wieder wie vor Jahren zu Vieren bei einander, es
war Alles wieder wie vordem, und während man das als
ein groszes Glüick genos, empfand man doch gleic im ersten
Augenblicke, dasß es anders geworden sei, daß man in neue
Zstände und Verhältnisse einzulreten haben werde.
Eltern Beide waren freilich unverändert. Sie befanden
noch in den Jahren, welche das Volkssprichwort als
Tie
sich
den
Stillestand, als die eigentliche in sich beruhende Höhe des
Lebens bezeicnet. Aber der grose, breitbrüüstige Mann,
dem der braune Vollbart in weichem Gelock bis auf die
Brust hinabwallend das Kinn umgab, und der mit seinem
hochgetragenen Kopfe die Höhe des Vaters beträchtlich über-
ragte, wwar nicht mehr derselbe Rudolf, den man aus dem
Vaterhhause entlassen hatte; und doch entsann die Mutter,
wenu er sich niederbengte, sie zu umarmen, heute deutlicher
als je sich jenes Tages, an welchem er zum ersten Male
seine klaren Augen schen zu ihr erhoben hatte. Auch Linda
fühlte sic, nachdem der erste Ausbruch ihrer Freude ver-
llungen war, ganz verlegen vor dem Bruder. Er selber

Iis
aber stand in der Seinen Mitte und ließ sein Auge scweisen
durch die ihm sehr vertrauten Räume, auf alle die hundert
kleinen Gegenstände hin, die ihu hier umgalen, und hinaus
in den Park und über dessen Grenzen hinweg in das Freie,
um dann immer wieder sic zurüückzuweuden zu den Eltern
und zu Linda hin, die zu be!uuzten ihhm die gröszte Lst
sz
gewährte. Er wo llte sprecen, unterdriükte es aber wieder
und sagte dann nac einer lleinen Weile: .. Ieh habe doc
sonst rect seste Nerven und mnss es heute erfahren, dass
grosze Frende ewas le berwältigendes hat. Unzahlig ost
habe ich mir, besonders in den lezten Tagen, das Wieder
sehhen ausgemalt und sei:te Freude imn Vorann s geno ssen, so
das; ic oftmals dacte, .h ershöpfe sie; und nun ist doc
Alles anders, als ic es erwartet hatte.
Die Mutter meinte, es habe sic doch im Wesentlicen
in diesen Räumen und auuc an ihnen nicts verändert, nur
Linda mütsse er sehr verwaudelt sinden.
, S ehr!- wiederholte er, während rr sein Ange aber

mals mit frendigem Erstaunen auf ihhr uuulen lies, , aler
das ist es nict, was ic vorh in meinte. Nict die Heimaths
ist es, die mic fremd berüihrt, es kom mnt mir im Gegen -
thheile vor, als hätie ic sie nie verlassen, als hätte ic all
das Grosse, Herrlice, Erhhabene, das ic, von ihr entferut,
geschen, ..lebt, erfahren habe, nur geträumt. - - Und Allen
noch einmal die Hände reicend, rief er; , Wenn ic e: nur
mit einem Worte sagen könnte, nie frohs ic bin, Euuc wieder
,s, -
zusehen, den Vater, die Mutter und -=- -
= - gI-z- -uchm ittag vcrgitg in einer Freude. Gegen
ed,..-
s -o F,-
den Abeind g--, als man die Mahhlzeit eingenomm en hatte,
lüis-

. l
und die Ellern in ruhhigem Gesprace bei auah=-- -
idiof
s
na hm Aud olf der Scwester Arm und führte sie ins
-- - igle, wo h in er wo lle ?
= s; sz F
- woeesnross szpA
,,lcberall hin, wo wir sonst hte--= -b-u- - s-- --
pla uocte ic wiedersehen, an dem wir gespielt,
== -=-ln, unter dem wir gesessen haben, denn es giebt
»11,-:
sasten
Freie,
Jeden
jeden
keinen
s dpei ssn.l
-uuu ier weit heru m, an den uc uict viel hhnh-=- ----=--
D g
e -
giedau.. habe. Jcs wull das Alte begruissen und das Neuue,
es,f
n,, sf-si ssoss s
da der Va!er -« - g cscasfenn l, -, »z ---= -- .er llen, und
z, f -
szii)
a n sv !l ,. u- - e zeigesn und utne vtel -zu hlen.- Viel!
F
si -- -fss
opp,
sehhr v. -
s,-s! --
-- - - - -.da, deren frvher Sinn ihr sonst da Wort
» l,wsz- zkiss
le=p- auf die Lippe trng, war einsilbig in dieser Stunde.
,f
-Izzfisnnrnu n sson Aois A p z
=- -« Zu gple dIztt Iyztcey d dit 1lÜll! a- ==- ß - -o- -s, == -- - - -
= s ;
waler angrlegt, sie fühsrte ihn in die Gewäc shäuser, in denen
zss Af, IzA-s kA: iisssiop-Fs,-:
=- - z-fs,s
b- =-- uz Iel. zl gl, s! UMA gz1d shsl! uus == - - --s-s- s-sf --- - - isso-
Ihy ( CI ,! FL.u- si=- « -sss « -s - - - -»y -ssze -- z» =--z- -- -==-,
i,ss se.s? ssiA. sioz-z-sipm; o sinfnrn ofmi sspn ir
aber sie t lat das . u.ee mit einer Knappheit, die dem Bruder
- -li
auufsicl.
-« er sie darunmu befragte, mneinte sie: ,Mir geht es
-ps s - -
, ra -
uui ge lelsr! -unr- . Du sagst, ee sei Lir, als wärst Du
z i
gr u - p -- -g=ese.., und mnir ist ee, als wäre ich, obscon
s, s snze,
eu mic am Armte siihrst, wer weis; wie fern von Dir, Als-
eu drüuüben, jensents des zeans lebtest und ic Dir schrieb,
spruuc ic z.u Dur, als säßest Du an meiner Seite. Nun
l.sss ?s ss ss e
;
ps- z sszfp oss
- ll ls!. »- --: - =- ==----j- = l -- - -=- -=-. Fiyent der Ot; zttd
wua1 «-l - « aucs ahl=--, als freute Dich der Kpring -
. -
Bl,s.
ss. slss
:
ouu nuurnn unnd die Blumen. und die Bäume-- e u h.t; das
.iis -
.illes so vielp- - -her gesehen! Es muß Tir ja Alles io
-
lnz»-ls

lj -
ßC--z --s»---» --, u nnd ucs selber, lcs .hte mt? -.;- teck
k,i
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- ss.sivisos: -
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ssnv spoh,ss
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u i .ll,! ===s s-s =e-ss =- f- -
Ma,-z- K=- H
Css.,«ss Iszis ssinni
-.siss
s == - - =-s- o.luiu; CUUsu -s-s; . -ssis=e =- . ßCia, =hu-- .o1IOsh
sp Aoi sss
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-sipis s- C
- -t.-
eu verlaus- --, eecz.. der auu dr. ,, -xeetlts, d..-? lgara -
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--- ist majestätiscer u« dieser a, - g brunnen, und ic habe
s,-ll
ml.
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un den Urwäldern von Nordamtertka und i=; - ehles: «= e
is ( -
s v,i
geschhen, die mnac !nger varen als u nsen. - ---=- hner; ahur
a lz-,i k,s
- -
der -= -s garuufuull
ss-sus
h--p. ll 1lS, hal!:
liwwii sss i?zisinss
sfus uiis E? , zss vllss s
und die Bäuumne des Urwaldes aeh örten
keinen Znu samuuteu hang ml -- - =-rrgü gcl! -
dos- F
der Menscen, d e mein sind und die -s
s,s
liebe, wie dt. auleru und wvie neinne sc önu = -z -iester. ae1ts,
e
?st
- T,iin
eD,i-ni- l
das; ic s --- - äiiel... - ur einngeslch. . aun bist h=--
s,-ie i
vi.-Kli,.
, -
i»s»ll geworden, Linda!-

,, lih.u « l ül=; - ---i i-, lndent sie -«: zrendestrahhlent -
sK egd.
,s,1 -- zs.s si.
snss s
De-- -- s--- - -=: die beiden HIunde reicte. =a bltebu.i ste
o mi- (ß. ss»is i lisi
azt
, g
ein paa a- = lden lalg et na n der eg eli ilue;..I-, -=»-- ---
n Isztr
- W,- eie-
=- se,-
- iss
=---ß, 1s j ---=--- - --s-, bis Rudolf sie plotzltc um sclang
»sis
p Jkztsikin o r ß?zsss
und küiszte.
s- - - - uu wan tc s, dass au o bist!' sagg.u er frohlcs.
rR. -
eko
=sz s sf:
s: uer Du bist nw.. cs grade so practg aufgeschossen wwie
zg s
-et,
unser. - -nh=, denn Tu rei; Iezt hoc zu unr herann;
. Il--.
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s. is
wz -Fl R.
u td lo==e -- i g;el1gl, - =-. a- =---- , = « -cs von D..
ssd.oili
f z -
d.s. i
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1..k umis
==- - = -llent haba, loh aller a aind. =- s-, (üee -; ket le
z,s
s- Tz-i,-
kf. f;si
recte Vorstellung von Tnr, und bin heut gez yc gnilgt,
dass du eben bist -- wie Du -- -;- - -- - sert nges, prucliges
.iis ! sis
noini
Fü :--z-1- =s- - -
tdspg z s?
a-- wurdeit der Freude u tl j -, un loieder beisamt -
,ggs V
s,-is
nmen zu sein. Nudolf fas==- - -lee, sieas sie sag.- und te sie
ssR sl;
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== s, I --f:
e 1gz-, Üoc viel a l ilu!igzer alS ihe =-- --:- - » -- z----s
,z f s

Kapitel 12

R
uhre Lust daran, sic vor ihm in aller Freiheit gehen zu
b bso Fse
zlj sz r.wn sinhioss
lassen, u 1« » -- = er muftet sie ynn ?e.s --- -=-- --=s-z-» --, wie
s-s ss.- Ils-üsi
6s s-- --z»- knüue an den Heimtgekehhrten hätten, und daßß
-s.
der Vater ----- -p=n die Abrede fur den nächsten Tag zu
- eiik ȧie
macen wüinsce.
Zwwölftes Ka - - - --
si s . s
Es ist et:wwad Gewall iges um einuen grosßen Gseld besitz,
etwa= Er!abenes um: de weithinn reicenden Einslus; eines
grosten Kauimanns. Beide Werner, der Vater wie der
a ohn, waren sic dessen bewuszt, und Rutd olf nahm n--
iie
-sfoss If,
stolzer Gen=g=z tng den ihhm lange zuged=s- -- = I in
u-eli,
Du pril- .büüreau seines Baters ann dessen S eite ein.
-z f
o-s: ?
- Er hatte immer die Guinst seines Schsicksals vollauf be-
grifien, und er hatte sich derselben jetzt in hohhem Grade zu
erfreuen. aas grosze Ansehen, dessen sein Vater genoß, kam
e;
ihm in der Heimtath noc ma... aulö in der Fremde z z----
,1i=- -
esefg
-==- Freunde umgaben ihn wieder: an der Börse wie in
sss,-
der Gesellscaft sahh er sic gesuct. Jeder wollte ihn be-
grufen, Viele, die sich friher oder später Vortheile voit der
Bekanntscaft mit ihhm vers;. ern zu können glaubten, be- -
ss silif pi: ('
si ssis
- ------- -- els -- -=--, und er war ein so schöner, weltge-
wan dter Mann geworden, das; ihmn, g6z abgesehen von
seiueo Vaters Reicthunt, die Zuv-rkommenheit der Familien
nict fehhlen konnte, die bere=p= . waren, sich auf einen solchen
,sissAii
- -
Mann bei der Sersorgung ihrer heirathsfähige- =---
?JKio
-
Hossnung macen zu- rfen.
- -um denn neben der Gastlickcit, welce von j.
a= c s
. fip f
in dem Werner' scen Hause geherrscht hatte, seit der Heim -

Il
kehr des Sohnes 1-= -- heue Art von Geselligkeit dazu,
nnsFs
- oisfp
deren elgu - -=»- -- == ---» -- o« ote bei demt sc onent Gesclu iß -
--ssls»sps ßss.-ss.
i7s s
szispp
r
bpldau.-. DIl =---j- - = ---= -u1Ü1ßg;, bercl j-s oeu1dvlf
sss.
dssls. s- .u sds.?
. fpyz
.- ?sz- d..
opef eoiips
Z - -- -l we, wvard auch Vol andcret aa1- a-=ol zl
pff p
z=;
ert.
s»,f
o- -fi:
=« gEll, h.id de. -«- -ler wvar n ochs Ue.gs lcVoz -=- -=--=- --, NlS
i:f ps fpssss:.s:
=-- -=g bereits sehr angelegentltch damtt besaz ;ulgle, wvelchee
..ss
nbi- sl,s.
der reicen und schöne Maidcen der einstige Erl-e des
==u er sc en Hauses in dasselle als Gatt .i einfnühren, oder
Nd,-
wem von ihsren zahlreicen Benuudeuern unid Bewerbern dte
Hand der sc onen Linda bewilligt nerden wwiirde.
Nos
=- -. -la nd aber machte sic dariber wwen iger a drgen unnd
. ? -
Gedat.iun als eben dtese Beiden. ahe genossenu ihhr Leben
r k,
in voller Har=.oIig= --- Sc gesult, beliebt, l-egelhrl zu
r
k.ss
-ssss
sehen, --=--- = == -- Vrrg uitgzen unnd fa u den Beide sehsr
u»s.ehiko sg,iR.--
es-- -=-, da sie ws pe --, dasz sie alg esehen von den Vor -
e iesli-
uesfpi:
Zz---, die sie sic zug-;- hen duurften, burc den Nenchth uun
-ss,-
sehr wüln ;uzunewverthe Hetrathsskan d idaten waren. Juedoc ihre
i,s.
=- -p1llg wurde in keiner Art gefesselt, und vonn allen Re ;. -
g,-.s
?
--o-- -- -- und geselligen nteruchhmn u ut gen kehhrten sie mtit
ls,.?.ifbi
- cp
ittmmter erUt ell.u--- =-= z6gl! z et u a u der u tnd int da S Hll. -
f i: sg,-i.
hans zurnck.
Wo es immer thuulic lwar, sah mtan sie bu sammnen.
.ld=u; -l- ==- =-rgletter = - = -Uu slet, lueu tt sie au erttl
A.
A,r -g -
.f- N,mis
-ls s
-lisis.si
oder wuetnn s. =----- = ---= » -= =ssu1hslause sicz ergiIte. J
s,- MAmifor si- -I,s-
K ü,- - - uuÜD --- = y- - - s- pule er u ualal=, wrnn die Eltert
üss: -
rFg.
ze.e spl
it- g zf pe
mit der Schwester es bes.sten, und selbst beim: Tanze kounte
'- .
man in ihrem, wie in sremden Hä usern das schöne iescwister -
= - gC 1Iz ---- eintandcr die Reihen duurc slieg,et- selse:t ;
.ner s.
-inik
denn Rtdols -= -- - -, umtl de. = p--e ster zu 16zenl, u nd sie
, As
== Fiss i
ss.sif oä

I
NFj,inr
i. s.is N
bchau plete,- --uultd fug-- und hal.« =---= partnerin so
üi Iir,
iug. - uund buhagltc als eben -p - -=--- --
iv.= -w-z-dor
ss, n
oss 9g,sd.i: l.s- sFi s:sissI
Dip ssipif-.»s -
,sivs
sbeis
-a i - =s -- = -g- Flllu.suiu Ouiu ass= s, - g - Sss==u- jille si s p
J-ksp -mis b.s, (sse iii - si iir?
siwp Gs fwikpik iis
1a1a.. 9hl10lMOll, lz- - -ge= s=- -- -- -= =- s s--j = K =a s - - - ss g- =s=s -
psp
--=rla ging vollng in dem Glüück. -p=- - ---- - auf. Sie
Ns.
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a u lzer!e es zl=.. Veft...l gß- -- - ---- -, lle ;e biswveilen
oss 9h,-fis or
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---- ener heuultcen a aeu darant ;-- - -, das, dieses süsze
h.s k.
isnii
JE
-- uleben der Gescwister, das; diese anmuizvollen Tage nict
ai
sss.
nsnf:
- -=leC, nthehs: -=-g - la 1ige dauert. kout u== --, da sru hser oder
f -sfphsf
inkpss
spüter durc dte Verhet.=--l derselben sremde Elem ente
s,»fsziiss e
hi1zu!o:mttmesl -wurdesn, drre:. « ---=- -- llg lmnmner eine unbe -
n ! Hi si msssfb:
recrnbare bleibe.
Eine= « üge=, gl« g - -b eder - al eine- ahnliche Be
e
si. imis
pisss
n tert u 11i aegj eli ihrent Gatten au sgz cspr dus -- z-- --, V =-=-- id
.sss simtt.
srFk,
ihr el1. =- ----- -« illlg Veau u.-- - ,, Izcs btn nn tcst -== -=»11g; -
nr jziss sszwssAs
.spst
i :tofsshi
wo: df. Iin 1iussls ,s.?,-ff s -is
- -e - zz- -- - - -=---ss p----=g - -- ---;- eS gEgpelt 10ärkigent Lebents,!
l s ,s-
1z e, , uber nl«.« uunclere. =-p hat seine aerec ten
z- -
ss,-ss
epf,
ips:
e ont oiis. Z,-
- -1 ü e-. - - «aUa g et uu g; dieser Zu s!a De, --- --
»1z. -A ,?.
iissA i,H
z s!ssn,i: ss p hs,f
hckett!.« - -, Da1 li: -=-- -- z- - -- - ;a lleba. -- -- = - -« ge laalss
-. ?Jz-
e .i sIssA
-F,i
sclen m öc tr. - --dols ist na!ezuu zuel Johsre nn ber Heimath,
s A?Iss. siitwf
t cs lsa-. llsil z1 =- --==--H- - des Gescüft s ge11-les-, er lea
,s s
s -
s.s
j-n sielenundzwwanzngstes Lebeu sj ahr vir ein igen Wvcen
dzf.
aui g,etrele!i, uutd aule Füirma wvie . uu t sere lat, wie r in
Herr;cer an seines N.. ices Erben, so an den Erben der
n?.-
is » z,s
b.i.-
e1l= -=- -t bsts 1 -s-;puics fuur --.. Zulp: uu1d -vrt -
inssss z
sssiss:
- os:
sehig -u rsellen zu macen. ll, -. Fanulte, --;. -« Firma
ns.H.
d.
sfs f.
stehen -- - uul!= - -gph-. Ja habe also von ..üolf zu
N?i
- si.s- s
verlan gesnn, duß er atne -pran niuu-., dasz er das Ge-
scle.h- s-- -pslanzl; uns zur un selber ist es auc ---
s
.s-
p fzzz-f

I
dasß er die eigene Familie begründet, d.- - - -
- - =- Mög lickeit
dazu hat.!
Meta gab ihm zu bedenken, das; er selber sic mit
A.
=idolf's Mntter beträchtlic später verheirathet habe, das
sechsundzwanzig Jahre für einen Maun noc ein sehr jugend
liches Alter wären, und das; man immerhhin den Geschhwistern
dies sorglose Beisammenseie noc günnen dütrfe, ohne des
halb sitr die Zukunst Besirctuungen hegen, oder eines der
Geschwister zu einer Heirat! üüberreden zu uüissen, die nichht
aus ihrem inneren Beditrfnis; hervorgrga ngen wäire. Sie
wies dabei auf den Zauler der Tage hin, welce ilsrer Ver -
lobnng mit Werner vvrangega ngen waren, sie gal i!ut zu
bedenken, wie hart es sein würde, Rudulf eiuer solchen, da s
ganze Leben verklärenden Erinnurung zu berauu ben, aber sn
geneigt ihr Gatte immer war, ihr naczugeben, wenn sie
ihre persönlicen Empfindungen in das Sviel brachte, lliel
er diesmal bei seinem Sinn und bei seinem Plane.
Er habe Rudolf Zeit genug gelassen, meinte er, eie
freie Wahl z -- --, und es liege Selbstsitcst darin, danz
u k-p ssrs:
der junge Mann sic bisher nicht zu eier solcen hhale ent -
schlieszen mögen. Mutter und Sahwester macten ihm da s
Leben im Vaterhause so beaunemt, das; ihm nicts zu wiinscen
übrig bleibe. Er schene es also, die Pslicten und Tocgen
des Familienhauptes, die auc demt beg itterten Maune uict
erspart wirden, über sic zu chmnen. T ie Anes.hlien:l. uzkent,
s -s-
mit der die Geschwister an einander hingen, frage zudem bie
Gefehr in sich, Beide zu isoliren, aulgeschen duvot, duss Beide
die Gelegenheit verpassen könnten, jene vortheil!safteit und
schicklichen Heirathen zu schlies;en, die man fur sie im Auge

e,?
zr F
gchhali habe. Dasjenige junge Frauenzimmer, welces ohne
jebe Frage ihhm die erwüinschteste Scwiegertoc-. - gewesen
,fp p
sein wurda, lsae - -- - -=- = - u1igen, bis ss --;, der es
N?-b,iss
lzs- zspfzf sfAsk,nn :
-snss
.- gsamt ausgezeicnct, sic r--g dazu herbeilassen würde,
ihu seinen Auirag zu machen. Es hale sic, gekränkt durch
Nüidolf's unentschlossenes Zögern, anderweit verlobt, während
Rutd dlf sic an der ihnen Allen nahe befreundeten Familie
Gegner erzengt habe, und, sezte er p-lzll, , da ic mich
- K.ss
ni-ht ohue Ulrsace in die Lage bringen mag, ihm einen
mralisihen Zwwang aufzuerlegen, der bei jungen Männern
lr ict eine nnvernüünftige Opposition hervorruft, so müüssen
wir da zu tlnn, ihsm das häus lice Leben etwas weniger an-
g;aite!m zuu macen, damit er empfinden lernt, wes ein eigener
Hautostand werth ist. !
Meta scüüttelte verwundert den Kopf. .. - - = --
M= ssiss
ungefangen werden ?! fragte sie.
, Es gielt daf.. sehr einfache Mittel, erwiderte
si e
-. .rner anscheinend in bester Laune. , Rudolf lielt
»1.
das
ihr
den
Umn gag mit Frauen und kann ihn, nun er ihn mit Euc
Beide in Nulle genossen hat, noc weniger als sonst ent -
bc!sren. Wir mni ssen versucen, ihn zunä cst -=-; puilbe Ration
-is li.
zn sez en, und wenn das noc nict helfen sollte, ihn hier
in Hanse fastrn lassen, damit er seine Nahrung sich selber
stce und schsaffen mus;. --- Linnda hat lange scon den
.« sc gehegt, unsere Freunde in Schottland zu besuchen.
»hi
,c werde sie in den nächsten Wochen hinüberbringen. Sue
mtud auugeublick.. t oc in Lond on, da das Parlam ent noc
ls».
sitzt; Linda kann also mit ihnen das Ende der S aison noc
: der Hauptstadt genies;en und den Sommer mit ihnen
I.i:
ui.! Nemte Noveilelt.

IS
später in Scottland zubrngen. Bis zuu -uuögang desselben
denke ich mit Rudolf hier in Ordnung zu sein, und daun
-ßiz? ss
holen wir sie zy?-=--
Meta entgegnete darauf nnchts, aber uhre Mienen ver-
s.
ri o
siip nns üe
- --s---, I- -= ahsam sie ihu« .ifregutg bcherrscte. -=rner
-. lz
kips
hfs.-
that, als bemerke er das nict. , e' n bist, --; tels, mei:er
Meinung und mit meinemt Plane einverstandei !- s gte er,
indem er sic erhob.
, Neiu! aber wo es sich um Befehhl. ,andelt, kommt es
- 1
auf meine Meinuung ja nict weiter an ! antwwort p, lnt -
.-i. ß
dem auuch sie ausstand. .an weiszt, das; ic ein sür ullemal
dagegen lint, meine ao cter von mir fortzugelen, bis sie sic
:- - -mter aus dem Vaterhanse ent fernen nid. ndcs,r'
sie=- i:
sagte sie, ihrer selbst nicht langer Meister, ,wo es Deinen
Sohn gilt, kommt fütr Duch keine andere Rüücksict weiter in
M,f p-eFHi =
s s s ssku -
, Ics habe nicht angesta tt.. -, --= bon ihhnt z- -= --- -- -
e: k rofpfgzs s --
A,i: efss »
wendete Wertter ein.
, Um seines Vorthseils willen-' sagte Meta, ,und scon
damals hast Tu mic darüiber aufgellart, das - - ev c ter
sp
in Deinem Herzen nict gleic jteht mit dem Suhne. ---
habe =. als Thatsace hingenommnen, habe es in mir ülber -
d c
hpp ,-
wundu- ; -- - = ulda von mir u ttd ans demt Hause sorlsctcket
zu lassen, u-- =-dolf's willen, dazu gehe ic meite Zustim -
sss ?is
mung Dir nicht, weun scon .c bereit bin --
Sie hielt inne, zügernd vor dem Worte, das sie aus -
sssi,-rlso
-zs,s.-ss,-i 1-
z-z - -z«l VLuep-==--ß - . üllr.
=----» i---=« ihr ernstlaft ggen it bec. , Vollende
d.rns se--ssA
1a,;- - -
hg , -
rp


, Zwinge mich nicht dazu!! bat sie mit wachsender
Gereiztheit.
, Doc! rief Werner , ich muß Dich ersuchen, mir Deine
Meinung kuundzuthun.!
, Nuue denn,? sagte sie, ohne die Augen zu ihm zu er-
hehen, , wvenn es Dir für Deinen Sohn geboten und uner-
läszlic scheint, so können wir ja Beide fortgehen - ich und
Linda-- lis wir seinem Glick nicht mehr im Wege stehen
und es Dir gefallen wird, nnsere Rütckkehr anzuordnen,!
Sie hatte erwartet, es werde nur dieses Wortes be-
düürsen, das ihr selbst durchs Herz schnitt, da sie's aussprach,
den Zärtlichen, der ihre Nähe sonst nicht eine Stunde un-
nöthig ent behren mochte, zu ihr zurückzuführen, sie hatte sich
jedochh darin getäusct.
Er screckte offenbar vor ihrer Aeusßerung zusammen,
das Blut stieg ihm zu Kopfe, sie hatte nie zuvor den finsteren
! Blick geschen, der sie aus seinem Auge traf; aber das dauerte
kaum einen Moment, und weit von ihr zurücktretend, sagte
er kalt und bestimmt:
. -a es Tir leichter wird, mic zu entbehren, als das
M.dcken, so mag es also sein
, Werner - rief sie, indem sie ihhm folgte,,ich beschwore
e nc, las; Dir erklären, was mich so ergriffen hat.!
, Ich wüißte nicht, was noch zu erklären wäre, wo Jemand
sich so deutlich ansgesprochen hat, als Du's gethan. Nur
l itte ich Duch, daran zu denken, daß Du es warst, welche
diesen vielleict sehr richtigen Vorschlag machte, und nicht
ic. Ze iberlegen ist er jedenfalls!
Er scritt damit der Thüre zu und verließ seine Frau,
?-

t isss
ohne sich nach ihr umzusehen, olschon sie sich nochmals mit
dringendem Worte an ihn wendete.
Sie stand da und sah sich um, als wäre sie an einem
.- It sl..-
frem den Trte; so verän dert war mit einem Mal. s. ane
=--= - das Bewusßtsein, Werner scwer gekränkt zu halen, sie
vbeo
=- =- auc das u nglüullia;. - -! zurüücknehhnten nnt ögeti um
sD .- Fspf
K.Zs
1.t .
jeden Preis, und vermocte es doc nict zu bereurn. - --
hatte Linda ihmt gethan, das; sie dem Sohne immer und
v.Fi;
überall nacstehhen sollte ? oder wer sollte sich ihhrer T. .-r
annehmen, wenn sie's nicht that ? - - Sie hatte die Stimmne
der Muttterliebe nie iberwäiltigender und berectigter in sic
gesüühlt als eben jeyt, du: sie sie fähig machte, sic sellst dem
Manne, demt sie von ganzemt Herzen eigen war, dem Vater
ihres einzigen Kindes zu widersczen; nie hat-. z .ebendiger
s . ss- s
empfunden, wie sie unzertrennlic Eines sei mit ihrem Kinde,
als eben heute, da der Vater die Tocter auf unhestimmte
Zeit von ihr entfernen wollte. Es that ihr förmlich wehhe,
als sie Linda, fröhlich singend, die Treppe hinnnter komm en
hörte, und sie zog sich eilig in ihr Schhlafgemac zurüick, der
Sorglosen die Aufreguung z - =Me, -==- der sie litt
szp sF,
stsp fpz
und mit sic kämpfte.
Indes; der Zusammenstos: war zu hestig gewesen, und
beide Eheleute waren an einen so ungetrüüblen Frieden mit
einander gewöhnt, daf; sie das Erlebnis nicht so leich. .n
s ;
sich überwinden konnten, als es in einer weniger glücklicen
Ehe möglich gewesen sein wüirde. Auf des Vaters hoher
,a kis:
==--- -- lagerte ein finsterer =---;-, der Mutter Lippen waren
- lFp--ss
ohne Lace.-, s- zusammengepreszt. Er umarute sie nict,
Is- s.ss
als er zum Mittag lam, hatte kein sreunidlich Wort für
s

tl
Linda, da sie ilm bei der Heimkehr den Mund zum Kusse
bot, ja er schien es nict gemerkt zu haben, daß sie's that.
-« - sprach mit Rudolf, der mit ihm zusammen us-u, Hause
=z,
g=-
gckommen war, von äusßeren gleicgüültigen Dingen; die
Muutter rictete ihre Fragen ohne die Freundlias.üit an ihn,
.f,.'
die jede kleinjte Dienstleistung zu einem Lielesbeweise macht,
er dantte ihhr wort karg und forderte, wwas er beditrfte, von
dem: Tieuer
Einn solces Beisaumensein haiten die Glitcklichen noch
nie erlelt.. Es war . lllen eine Erleichterung, als die Mahl-
- -
zeit vorüüler war. Der Vater, der sonst die Stunde nach
dent Essen immer mit Bchagen unter den Seinen zu geniesßen
pflegte, sagte, das; der Diener ilm den Kaffee in sein Ar-
beitszim mer bringen solle, und wies die Tochier zurück, da
sie sich zu dem Dienst erbot; und die Freundlichkeit wie der
Gleicmuth, mit welchen Meta sich und den beiden Ge-
scwistern über den quälenden Eindruck fortzuhelfen versuchte,
waren viel zu erzwungen, um die gewollte Wirkung thun
zu könnnen.
Auf des Solues Frage, was denn vorgegangen sei,
hatt. -. a natüirlc keine Antwort und die Mutter wich
. z?ss
der Frage aune. Sie räumte zwar ein, daß es ein kleines
Miszverständnis: zwischen ihr und dem Vater gegeben habe,
nahsn auuc die Sace ansceinend nur le=g -, indcß ihre
s»as
Miene, :h re Stiu me widersprachen ihren Worten. Man
ttennte sich endlic, ohnne daf; es zu einer Aufklärung des
8z ungcwohnten Vorgauge gekom mnen wwar.
Linda begleitete den Bruder in das Vorzimmer hinaus.
Uniroegitßtt fiam iurg
ltkstkumGesssonzcakagtt liekez
daemne

1isZ
, =vas nur geschehen sein kann! sagte sie mit einer ihr sonst
c
fremden Aengstlichkeit.
, Dein bedenkliches Gesichtchen,! entgrgnete er ihr, ,ver-
räth mir, daß Du auf der Fahrte bist. Der Vater wird
einen Heirathsantrag für Tich haben, der der Mutter nict
genehm ist.
,Füür mich ?! rief das Mädchen.
,Nun für mich doc nict! lacte Rudolf, , um die
Söhne pslegt man sich nict bei den Vätern zu bewerlen,
wenigstens wär' es in Bezug auf mich nicht danac an-
gethan.?
, Und sie wissen's doc,? scmollte Linda, ,daß: ich nuch
gar nicht daran denke, das: ic nict fort will, so lange Tn
noch im Hause bist. Uid das: ic nict zu zwwingen bin,!
setyte sie troig hinzu, , das müiszten sie gleicfalls wissen.-
, =n zu zwingen ? scerzte der Brnder lacend, indem
er üübermüithig ihre Hand so fest in der scinrn prcßte, daß
sie, da sie nicht gewillt war, ihm nackzugeben, end lic laut -
los vor ihm in die Kntie sank. ,Sichh! die Heldin!! rief
er, aber iu dem Augenbli-ke bemerkte er, das; sie sic von
ihm wendete, weil ihr vor Scmerz die Chränen in den
Augen standen.
,Mein Engel! mein Liel! stieß; er hervor, , lier!
komm! nimum die liebe, arme Ha nd und sclage mic tictig!
aber rect tüchtig! Ic bin -- ohs! ic bi l!-- und sie
in seine Arme schliesend, wäihrend er sie herzte und küs:te,
rief er: ,Wenn Du wüisztest, wie gut ich Dr lin! wie ic
Dics liebe, Du wütrdest gleich wieder lacen, Lindu!
Und sie lachte scon, an seinem Halse hängend. Tie

Kapitel 13

i i
uumuthigen Eltern und die trübe Mittagemahlzeit waren
ganz vergessen. Sie hatten Beide, der Bruder wie die
Schwester, schon wieder den hellsten Sonnenschein in sich;
was küümmerten sie die Wolken, die auf der Eltern Stirn
lagen ? die würden am Abe:d längst verzogen sein, getrösteten
sie sich, als Rudolf der Schwester zusagte, solald er könne,
wieder da zu sein.
ere nzchnte s Kapitel.
Due Wolken aber schwanden nicht von dem Horizonte
des Fam ilienlebens, auuc nict, als man mit dem voll er-
blühten Frihjahr auuf das aand hinauSzog; sie wurden nur
noch dunkler. Es war mit einem Male - Alles wie ver -
wandelt.
oie Mutter hatte den Kindern auf ihre Fragen einge-
standen, daß Heirathspläne des Vaters füir dieselben eine
Meinungsverschiedenheit und danach das exste wirkliche Zer-
würfnnuißß zwischen den Eheleuten herbeigefüihrt hhätien. Indeß
sie konnte sich es nic,. -..lären und es lastete schwer auf
l,s oz-?
ihr, das; ihre Bitten und Vorstellungen ihn nicht die Hef-
iigkeit, deren sie sich anklagte, hätten vergessen macen können,
und das; er ihr eine Aufwallung so gar lange nachtrng, die
sie selber doch so anfrictig bereute. Näheres hatte sie nicht
sagen u ögen, ihre Kinder waren zuu gnt erzegen, um
zu dringen, und was sie erfahren hatten, kam ihhnen
geeignel vor, die völlige Veränderung in ilres Vaters
halten zu erklären.
in sie
nicht
Ver-
Er verkehrte mit der Muutter ui.ht in der alten Weise,

ti1
und Linda's Munterkeit schien ihm ofttals lästig zu fallen
Bei geringfigigen Anlässen, die er sonst beläch. hatte,
.ls
tadelte er sie mit grosßer Härte, woährend es ihm dann wieder
l8ib
--- zu werden schien, und er mit .hr, als wollte er vcr-
C-= - --, von Reisen sprac, die er hierhin oder dorthhin mit
sfoss
- =--== - u nd mtut ihr in nic! zu fertter Fetl zu u htter-
doo =- A1Fikfi
nehmeu denke; bis er denn sclieszlic im mner öfter auf einen
Ha1ipsf-
=--=== laufent halt jenseits deu .aph zu sprec en kamn, den
.- sss
er für Meta und die Tocter heilsam, ja jir die Ersfere alo
geboten anzuschen schien.
Es lag in allem dieseut Bespreceit und Thun aler eine
Uuentsciedenhei., die Niemand bisher an ihm wwahrgenomn -
men hatte; und wwährend er villig gruudlose Besorgnisß fitr
die Gesundheit der Frann an den Tag legte, singen die Seinen
an, sich ernstlich um seine hnpocondriice Slimmung und
die Ungz..chheit seiner Launen zu beunruh igen. Was Alle,
l.i
der Sohn zumeist, an ihm verehrt
Festigkeit gewesen und die niugz- z
-s,s
hsaten, das war seine
beugende Energie, mt
welcher er seinen Willen durczuseyen gewohut war. Neiauug
u nd Abneigu1ß, .=kauuen u nd Misztrauen hhatten sic bis
Nzef
dahin bei ihm immer mit Bestimntheit ausgesprocen. Ruid olf
empfand es deshalb schwwer, als der Vater, der ihm seu Jahren
ein großes Ve..auen bewiesen hatte, ihm auuf seine chrerbielige
npß pr,
und herzlce Frage, ob ihn ein K ummer drüike, ein Uebel-
befinden belästige, ;ede Auskunft verweigerte.
Mäehhrere Wochen verstrichen darüüber. -leusierlic ging
das Leben seinen gewo hnten Gang; im Juneren aler fand
man sic -p- zusammnen, nict zurec1. aas Einbarnehhmnen
eZ
ssi » s
zwvischen den Eltern war und blieb getrilk, -- Ku umer
Apz

1iI
daritber sclosz di. --öul.. woo migltez noc --h-- uun dte
sfA gz A
s. 9
»s.
k. f
--cter, bewvegte Nudolf, sia, »---===-- - zu hal.. «, so weit
N? n
h pzt
s, -- ii- Z,ei,r
es di. ; - -----. =-==- uachte die Gescwister, die sich als
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ss-- -- s.f
LeidenSg efäährten entpfande-, - =» h- - --=»=- -, oc vertrauens-
» I=ss,lin
r rFsz -
= - =. gpeglen einander,
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C1.= siin
-= lie. - ---- - - --ß- --I, als Rzth olf grade oel -s- -=--N,
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s oissn S Pmfroi:
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- --- -- das Zimtmter seiner Frau. Er sah l--=-=- auns
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als die g0 11Fd .- - -- - =, nnd sic niedersehzend, 1--z-- s
.is s.
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s.9s.s
sAs- ssn oi: sie sissA,ps: R
basz es thit lieh set, D. =---= -- zz--s -» -s z i---= --, ou rs
A pzs -
kioe vssp IszA pl,f oin lipsf
sii-
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-s-.. ülllEl! le- - - --s --osß -- z - - - Fl spVrcdnt hha Uc, -- -
d eren Erledigung er annf ihre Mitwirkung vertrane.
, Es handelt sich nämlich, fuhr er fort, , wieder ein-
nmal um einen Hei-=.z=-utrag für unsere wählerische Prin-
e-i .,
zrssin Linda---- er hatte dte e ==-- geit lotge nicht mit
eiRf,p ? -
irgend einem Liebes- oder ==p-- - zbort bezetcnet und ge-
sp, p-s
rr ,
lA tnt --
si r s. fspi zfsf,
,. Dein Vetter Wolde== - -==-- - =p um ihre
si. fi-
Had, ich bin entsclossen, . -=l zuzusaaugen, und verlange,
- fini ii psf 1?,-
s eiz- d
s si il..- I,ss
Ds: «-- oi sd Ihite IeztENeS sss --- -- -- ==- z= - -z- .n -
z.1sl z-- - --= - ß--i -, hsal ;a damtit it ihrenn ütbertrie-
- s:) i1ß,s,s
»s, sip-s
s
benen Anforderu unge!t uuh=- e- de===-ullen uber die Gebi.g-
p -d,
s-7si,ss,-
Asis
best .r.i und uus; ihr jeh! gg ------ « lur=«;zlossenheit zu
.n: - fzp
siss»
H uulse kommet, --==--- na t.« das Wählen abnimmt. Wvl
siAiois
's.s-
den:ar ut, was hei Dir, mei--«-- -a, doc auc .n das Ge
isn PF.s
wuiilt sall:, bemertte er mi! gh. - = U, ,. - - = =-ula ntt
s sl
s ls.l
n fp zk,
Uyt le ste ll! e-- -- -
- -Tszzs. s
Meta wollt. .hn unterbrecen, umt sic aegen diese Be -
. s
iner---z zt vertheidigen, er gab es ihr jedoc - - Z.
-F,ts - -
s-s-i
,, Iz s 1Ol;, Mll? i, ,, a j-- = -- - « hhli=-s- -- s-
g
.. ?
-r
s s.iss ss-i
D,sssnss -
sü? .-
.l.sf-u! -
eben ad-= -; =- s gehersen una hast es scließlic auz .p-
-d.
zsrks z
e

10t
bereuen, mit unserem Namen fürlieb genemmen zu haben;
aber Deine Tochter in der Gesellschast als Baronin Löwen-
kron zu präsentiren, wird Dir doch behagen. Woldemar ist
durch den unerwartet frühzeitigen Tod seines Dnkels seit
drei Monaten einer der reichsten Majoratsherren in Deinem
Vaterlande. Er ist ein hülscher Mann, von tadellosem
Ruse, von angenehmen Umgangsformen, im Alter zu Linda
passend, und sie hat sich seine Huuldigungen im verwicenen
Winter, als er hier verweilte, so gern gefallen lassen, das:
er zu der Erwartung berectigt ist, bei ihr Gehör zu finden,
wie er es in seinem Briefe ausspricht. Theile ihhr denselben
mit und sage ihr, daß ich Woldemar ermäctigen werde,
hierher zu kommen, damit er sich in Person das Jawort
von ihr sordern kann,?
Meta sah das Schreiben durc. Es gesiel ihr durch
seine Einfachheit und Kütrze. Sie hielt ohnehin viel von
-ihrem jungen Anverwandten, glaubte wie Werner, daß Linda
ihm geneigt Fei, und Woldemar's Verhältnisse waren so
günstig, das; die Mutter sich unbedenklic für ihn erklärte.
Auc Rudols sprach sich anerkennend über den Baron ans. Er
hatte gern mit ihm verkehrt, seinen Charakter scätzen gelernt.
Er mußte sich selber sagen, dasß man die Schwester kaum
besseren Häinden anvertrauen könne; nur daß sie irgend eine
Vorliebe für Woldemar hege, das wo llte er nict gelten lassen.
,. Sie ist mit ihm als einem Anverwandten znang loser
nngegangen als mit Anderen, hat ihn gern gchaht, si-l
auch mit ihm belustigt,! meinte er unud wollte hinzusehen,
daß Linda's Herz überhanpt noch völlig frei sei. Der Vater
ließ ihn jedoch nicht dazu kommen.

10
.a sie ihn gern gehabt hat, wird sie ihn in der Ehe
noc lieber gewinnen, - « noch besser mit ihm belustigen,?
N -s:
sicl er dem Sohne ein. ,Es ist Zeit, das man sie auf
einen festen Leg - --gk, de.ü. die Mutter und auch Du
vsin
laft Euuch von ihr beherrschen und das taug. -pr nicht. Sie
s il.
ist actzeh .= - -
fp
unt dennenn vtt u llS
gclen worde:t ist.
s1,-lif
ß.Fsf m
hat dre Jahre in der Gesellscs»;- s-- ---
ihrem Belieben mehr als billig nacge-
== - haben also das Nect, jeht, wo es
i--
sich um eine zweckmäsßige Gestaltung ihrer Zukunft handelt,
einen verständ igen Gehorsam von ihr zu begehz-, ohne daß
spos
',s
ic sie zu diesem zwingen muss, was zu thun ic als Pt.== -
eracten wüirde. -- Mit einem Worte,! setzte er hinzu, in-
dem er sic an Meta und an Rudolf wendete, ,ch verlasse
mic darauf, das: Ihr mir die Sache heute noch in Ordnung
bringt; uund dann kommt auc an = -« die Reihe, mein
e,
liis 1 --
H,ef
-p Seez-- -
Rudolf sagte, er habe
rntgegnete der Vater ihm
aliuäih!g in die Secziger
-reund! sür Det.- auben
s s?,
-- ---- »---- ,Ich abeu gabe sie!
f s-
f.sn sßis.
bestimmt und ernst. , Ich bin
grkommen, habe Dir, mein lieber
einen solidet llnterbau bereitet,
und will das Gesclec. -== heranwachsen sehen, das uac
k psni,
meiner und nac Deiner Zeit hier in dem Hause scalten und
walten soll. Ein Sohn, dem der Vater so frühhzeitig als ic
- gcofße Rechte zugestanden hat, üübernimmt daduac auc
ena Uflicten, und ich denke, Dn bist der Mann, Dic der-
s llen ohne Mahnung zu erinnern.!
--. -
Ssff. M?iess zesfsis
a tesen Au eg a g; der Utterxedu tig h-----= -: -- s-
uarutat, aber so sehr er grade nac dieser Seite hin jeine
freie Zalbsii estimm ung zu bchaupten entsclossen war, mocte

lin
er heute dem Vater nicht entgegentreten. Er gab leichthin
eine ausweichende Antwort, der Vater hatte es auders kaum
erwartet und dem Sohne die Hand reichend, sagte er: , hne
Tochter dürfen wir die Mutter doch nicht lassen, und auch
eir wird Linda sehlen. Je eher Dn Ersaz schafsst, um so
willkommner soll er sein. !
Sie suhhren dann, wie an jedem Tage, gemeinsam in
die Stadt, es war von der beabsichtigien Heirath zwiscen
ihnen keine Rede mehr, aber es wollte auch nicht recht zu
einer anderen Unterhaltung kommen. Rudolf zog in kurzen
Zwischenräuumen wieder und wieder die Uhr aus der Tasche,
um nach der Zeit zu sehen, wuste aber nicht, daß er's ge-
than hatte, als der Vater ihn um die Ursache seiner Un-
geduld und Unruhe befragte, und hatte eine Weile später -
die Ühr doch wieder in der Hand. Jetzt musßte die Mutter
mit Linda längst gesprocen haben ! dachte er und hätte
wissen mögen, wie sie's ausgenommen, welce Antwort sie
gegeben habe.
Er fand im Gescäfte vollauf zu thun, aber die Arbeit,
die er sonst gern und leicht bewältigte, war ihm heute schwer
und lästig. Er musßte manche der Briefe, die vor ihm lagen,
mehrmals überlesen, weil ihm die darin gemeldeten That-
sachen entschwanden. Er traute den Bescheiden nicht, die er
für die Beantwortung an dem Rand bemerkte, er war zer -
R --
Der Vater verließ das Komptoir zeitiger als sonst, er
hatte einer Vereinssitzung und nach derselben einem Mittags-
brote beizuwohnen, man konnte seine Nückkehr nach der Villa

ziis
erst zum Abend erwarten, bis zum Abend hatte Linda also
noch den Tag für sich. Sie that dem Bruder leid. Aber
weshalb denn eigentlich? fragte er sich dazwischen und mußte
sich die Antwort schuldig bleiben, weil eine längere Be-
sprechung über wichtige Geschäste ihn nöthigte, sich fest und
ganz zusammenzufassen.
Die Stunden gingen ihm in wirrer Eile hin. Die
Arbeit wuurde ihm immer unerträglicher, er hätte sie liegen
lassen mögen, wären die rasch wechselnden Vorstellungen, die
ihm durch den Kopf zogen, nicht auch lästig und unerfreulich
gewesen. Heirathen musßte Linda natürlich, und warum nicht
also jetzt ? warum nicht Woldemar? Er war so gut wie
jeder Andere, besser sogar als viele Andere. Aber weshalb
muste ein so junges, so bezauberndes Geschöpf, dem noch
das ganze Leben ofsen stand, gezwungen werden eine Ehe
einzugehen, wenn sie den Mann nicht liebte?- Und daß
sie ihn nicht liebte, dessen war Rudolf ganz gewiß. Freilich!
Woldemar war angenehhm, eher als ihren bisherigen Be-
werbern gönnte er ihm die Schwester. Wie er aber daran
dachte, das; Woldemar sie mit sich nehmen, das sie dem
Fremden angehören wüürde, fuhr es wie ein Risß durch seine
Brust, und er sühlte Neid, bitteren Neid gegen den Mann,
dem dieses Mädchen hingegeben werden sollte.
Es war vergebens, daß er sich von den Gedanken los-
zureisßen jucte. Sie kamen nnr mächtiger über ihn, je
mchr er sie zurückzudrängen strebte, und er war endlich froh,
als das Unerläßliche am Nachmittage abgethan war, als er
sein Pferd vorführen lassen und hinausreiten konnte. Er
mufßte wissen, wie die Sachen standen.

w rw pggpwwpgpgggggpz-
110
Jm Freien wurde ihm besser. Sein Auge wurde be-
schäftigt, er sah nicht so in sich hinein, wie in dem Arbeits-
zimmer mit den grün verhängten Fenstern, und er hatte
den Rappen unter sich, seine Uugeduld an ihm auszulassen.
Nahezu drei Jahre war Ruudolf fern vom Hause ge-
wesen, als er nach der gros;en Reise in die Heimalh wieder-
gekehrt war, und er hatte wic ein verständiger Meusch die
letzten Tage und Stunden an sich vorübergehen sehen, welche
ihn damals von den Seinigen getrennt. Heute wollte der
Weg nicht enden, der doch keine Meile masß. Und wenn er
nun nach Hause kam, wenn er sich getäuscht hatte, wenn
Linda den Freiherrn dennoch liebte, wenn sie dem Bruder
jetzt entgegentrat, in Freude strahlend - nun! was konnte
er denn Besseres wünschen als dies Glück für sie, für
seine Schwester! Und doch!=- Er konute sich das Haus
nicht ohne Linda denken. Der Vater hatte es ja ebenso
empfunden. Fehlen würde sie in dem Hause, überall und
Jedem! Jedem! ihm vor Allen! fehlen immerdar!
Er sah nach den Fenstern ilres Zimmer hinauf, die
Vorhänge waren noch geschlossen, obschon die Sonne diese
Seite des Hauses längst verlassen hatte. Auf der Rampe
nahm der Stallknecht ihm das Pferd ab, der alte Hauswart,
dem im Hause nichts entging, und der Bescheid wußte auch
über die Dinge, die ihm Niemand sagte, trat nah an ihn heran.
,Das Fräulein läßt den jungen Herrn ersuchen, gleich
zu ihr zu kommen !! meldete er leise und bedächtig.
Rudolf las ihm am Gesichte ab, was hier geschehen
war. Das Herz wallte ihm in raschem Schlage onf. ,Wo
ist meine Schwester fragte er.

Kapitel 14

Utt
, Die Herrschaften haben das Haus heut' nicht verlassen!
Das Fräulein ist nicht aus ihrer Stube herausgekommen!
antwortete der Alte.
Rudolf warf den Hut, die Gerte von sich und eilte die
Treppe hinauf.
Vierzehntes Ka pitel.
Linda hatte ihn kommen hören und war ihm entgegen-
gegangen. Sie stand in der Mitte des Zimmers, als er
bei ihr eintrat.
, Nun ? rief er, indem er ihr die beiden Hände entgegen-
streckte, aber sie achtete deß nicht und blieb äif ihrem Platze
stehen. Keine Miene ihres Gesichts verzog sich. Sie war
blaß und starr, ihre Augenlider hingen schwer hernieder, ihre
Lippen hatte der Schmerz zusammengepreßt.
,Wie siehst Dn aus? rief Rudolf erschreckend, , was
ist mit Dir geschehen?
,Wie ich aussehe?- wiederholte sie mit schneidender
Schärfe. - ,Nun wie mir's zukommt! Wie Eine, die man
fortstößt aus dem Vaterhause, damit Platz füür eine Andere
Glitcklichere werde; wie Eine, die den Glauben verloren hat
an Alles, an Vater und an Mutter, an Liebe und an Trene,
und zumeist =-
Er war in heftiger Erregung bei ihr eingetreten, aber
das lebermas ihrer Leidenschaft, das ihn mit Angst um sie
erjüllte, gab ihm die Kraft, sich zu beherrschen. ,Schweig!r
iagte er, ,laß das Wort nicht über Deine Lippen kommen.
Tu versündigst Dichtr

utA
Er ergriff ihre Hand, sührte sie zu einem Sitze und
ließ sich neben ihr nieder, aber er hatte Mühe, die Nuhe zu
erkünsteln, die er zu behaupten für unerläßlich hielt. Ihre
Hand lag eiskalt in der seinen, ihm jagte das Blut durch
die Adern.
, Besinne Tich, was ist geschehen ? sprach er. ,Tie
Eltern wünschen Dich mit Woldemar zu verheirathen und
Dn kannst dazu Dich nicht entschließen. Ist das ein Grund,
am Leben und an den Meuschen zu verzweiseln? Ist das ein
Grund, so auf sich einzustürmen und mich zu empfangen, wie
Duu es jetzt gethan hast ? =- Zwingen wird Dich Niemand= -
,Nein, bewahre; fiel sie ihm ein, , zingen nicht!
Nicht mit Gefängniß, nicht mit Hunger und uit Durst.
Aber nöthigen wird man mich! Genöthigt hat die Mutter
mich, das Hans zu verlassen und Euch, unter denen ich
keine Ruhe wieder finden werde.!
Er wollte noch einmal versuchen, sie zu beschwichtigen,
sie ließ es nicht dazu kommen. , Ieh glaubte mich von der
Mutter gekannt wie ich mich selber kenne! Sie hat mic
eitler Gefallsucht angeklagt. Ich glaubte mich von ihr ge-
liebt, glaubte, daß ihr mein Glück, mein Friede theuer sei,
und sie hat mit flehender Bitie in mich gedrungen, mich zu
opfern, um ihren häuslichen Frieden nicht zu stören. -- Ich
glaubte, der Vater hielte darauf, seine Tochter mit Ehren
den Namen tragen zu sehen, den er ihr gegeben hat, und
er hat mir sagen lassen, er verlange, daß ich ihm gehorsame,
daß ich mich vor mir selbst entehre, wie vor dem Manne,
den man mir aufdringen will und dem ich's sicher nicht ver-
schweigen werde, daß ich ihn nicht liebe. Es lohnte der

t1J
müütterlichen Mühe, mich zu sittlichem Idealismus zu erziehen,
um mir in der rechten Stunde vorzuhalten, daß es Pflicht
und Tugend sei, sic einem ungeliebten Manne hinzugeben,
um ihn und das eigene Dasein zu verwünschen !r
,Halt ein! halt ein! stieß Rudolf, seiner selbst nicht
mehr mächtig, wild hervor, indem er sie mit stürmischer
Leidenschaft umschlang. ,Du! Du in den Armen eines An-
deren? Dn, der die heißeste Liebe meines Herzens entgegen-
lodert, die jeder Pulsschlag meines Bluts ersehnt, meine
einzige Liebe-- nimmermehr! nimmermehr!r
,Nudolf! Rudolf! Geliebter!r jubelte sie an seinem
Halse auf, ,also Du nicht? Du willst nicht, daß ich von
Dir gehe. Dn nicht ? - O! dann ist Alles gut! dann kann
und will ich leben! Du wirst mich halten, Geliebter! wirst
mich nicht lassen! wirst Deine Schwester beschützen =-
Das Wort erstarb auf ihren Lippen, ein dumpfer Laut
des Schmerzes rang sich aus Rudolf's Brust hervor. Er
sprang empor, dasß sie in sich zusammensank, und das Gesicht
in seinen Häänden bergend, während er sich von ihr wendete,,
sagte er klanglos: ,Ja! ja! beschüützen! beschützen gegen mich
und Dich! und ! =- seine Stimme bebte, wie er sich auch
z beherrschen trachtete - , und wenn es möglich, noch
möglich ist, uns retten von Untergang und Wahnsinn.!
Sie lag wie vernichtet da. Er blieb stehen, der Kopf
scwindelte ihm, er konnte nicht von der Stelle. Mit einem
Male stürzte er zu ihr hin, und ihre Knie umschlingend, rief
ee: , Was auch kommen möge, wie es auch kommen möge,
lerne es niemals, mir zu fluchen! und werde Dir das Glück
zu Thcil, das ich nie finden werde! Lebe wohll
Ia nnn Lcwald, Neue Novelleu.

Kapitel 15

11:
Sie hielt ihn gewaltsam jest. ,Nudolf!r flüsterte sie,
mit Tir sterben kann ich-- leben nicht ohne Dich! und was
bleibt uns Anderes übrig!?
, Unsere Eltern! Lass uns versuchen, was die
liebe kann!- Lebe wohl!r -=- Er ging davon.
ahür blieb er noch einmal sehen. , Fasse Dich!
Kindes-
An der
sagte rr,
,schone Dnch, Linda! Vor Allem schone unsere Mutter.
Lebe wohl! Du hörst von mir! Lebe wohl!r
rünfzehntes Ka pitel.
Als gegen den Spätabend Werner aus der Stadt zu-
rückkehrte, fand er den Wagen des Arztes vor der Thür,
seine Leute in grosßer Bestüürzung.
Man hatte Linda in ihrem Zimmer wie leblos am
Boden liegend gefunden, als man gekommen war, sie zum
ahee zu rufen. De Versuche, sie zu sich zu bringen, hatten
sich als vergeblich erwiesen; erst dem herbeigerufenen Arzte
war ee gelungen, den Herzkrampf zu überwinden, der sie
übersallen hatte. Jeht hate sie sich erholt, ihr Bewußtsein
sei zurüickgekehrt, sagte ihm das Kammermädchen, aber sie
gebe auf keine Frage Antwort und der Arzt wolle, daß man
ihr volle Ruhe und ihren Willen lasse.
De. Tokior, den er auf der Treppe' antraf, bestätigte
s cg
diese Aussage mit dem Zusaz, es müsse eine schwere Ge-
müthserschütterung vorangegautgen sein, denn die Nerven des
sonst so gesunden Mädchens seien im höchsten Grade über-
reizt und große Schonung nöthig. Es war Werner bei der
Nachricht schlecht zu Muthe.

i1ä
Oben in dem spärlich erleuchteten Krankenzimmer fand
er seine Fran an ihrer Tochter Bett. Sie hinderte ihn, sich
demselben zu nahhen, erhob sich, ihm zu berichten, was ge-
schehen war, und ging dann zu schweren Auklagen gegen
sich selber üüber, welche, ohne das sie es beabsichtigte, auf
Werner zurüickielen. Um seinen Willen durchzusezen, um
ihm gehorsam zu sein, sagte sie, habe sie Linda zu hart be-
handelt. Jetzt stehe sie vor dem Unheil, das sie ange-
richtet habe.
Werner sprach ihr im Hinblick auf des Mädchens bis
dahin vollkommene Gesundheit Trost unb Mith zu. Er bat
sie, auf sich selber Rüücksicht zu nehmen, und meinte, wo man
sich bewusßt sei, das Richtige, das von der Vernunft Gebotene
mit leberlegung gethan zu haben, müsse man vor augen-
blicklichen Snörungen nicht zu sehr erschrecken. Der Anfall
werde voriibergehen und man werde dann wweiter zusehen,
was zu macen sei. Darauf fragte er nach seinem Sohne. -
Meta sagte, sie habe ihn gar nicht gesehen. Er sei
Hause gekommen und gleic danach anögegangen.
Vater erkundigte sich, ob Rudolf bei Linda gewesen sei.
nach
Der
Due
Mutter entgegnete, sie wisse es nicht und glaube es auch nicht.
Tarauf verlies; er sie und begab sich auf sein Zimmer.
Daß die Mutter bei der Kranken blieb, verstand sich ganz
von selbst. Weder einer der Tiener uoch die Kammerjungfer
hatten Rdolf gesehen, sie waren in verschiedenen Theilen
des Hauses thätig gewesen und hatten nur gehört, wie man
das Pferd in den Stall gefüührt. Der alte Konrad gab
endlich die verlangte Auskunft. Er sagte, der junge Herr
sei vor mehr als zwei Stunden fortgegangen und habe nichts
Fz s

tti
verlassen. Er habe ihn den großen Mittelweg hinuntergehen
sehen, wohin er sich danach gewendet, wisse er nicht zu mel-
den - und Rudolf hatte das selber nicht gewußt.
Sich zusammenraffend mit aller seiner Kraft, war er
geslohen von der Stelle, aus dem Hause, in dem fortan
seines Bleibens nicht mehr sein konnte. Er war plaulos
vorwärts geeilt, rasch und immer rascer, als könne er einen
Ort erreichen, an dem er sie nicht mehr zu hören brauchhte,
die furchtbaren Worte, die wie der Fluch der Eumeniden
ihn versolgten:
Weh ! Weh!
Dn hast sie zerstört,
Tie schöne Wett
Mit mächtiger Fansi;
Sie süirzt, sie zerfäult!
Als suche er den Flecken Erde, auf deu er ohne Scham
und ohne Eutsetzen vor sich selber die bitteren heißen Thränen
weinen durjte, die ihm aus den Augen stürzten, als der
Nachsatz dieser Worte, als das schmerzliche:
Wir tragen
Die Trümmer in Nichts hinüiber
Und klagen
Neber die vetlorne S cöne
in seinem wunden Herzen auftauchend erklang.
Er brach zusammten unter der Last seines Schmerzes.
Aber die vergossenen Thränen hatten ihm das gequuälte Herz
befreit, seih fieberndes Gehirn besänftigt. Er richtete sich
auf und blickte um sich. Die Nacht war heiß und sternen-
hell. Von den Feldern zog der Duft des blühenden Korns

nn?
herüber, in den Büschen sang die Nachtigall, und wie er die
Augen erhob, tauchte in spätem Aufgang drüben der Voll- -
mond in feurigem Dunstkreis langsam aus der Tiefe hervor.
«ie Schönheit der Natur bemächtigte sich aller seiner Sinne,
die Luust am Leben, die' Kraft der Jugend wurden wieder in
ihm mächtig. Er konnte sich und seine Gedanken wieder er-
kennen und beherrscen.
Ein schweres Schicksal war über
gebrochen- und wie er sich auch
sein Vaterhaus herein-
gegen die Erkenntniß
wehren mochte, er trng davon die Schuld. In blindem
Selbstvertranen hatte er sich nachgegeben für und für. Er
hatte niemals ernstliche Rechenschaft von sich grfordert. Und
als dann plötzlich der furchtlare Augenblick über ihn und
über die Geliebte hereingebrochen war, die er nur noch mit
Ueberwindung seine Scwester nennen konnte, denn seine
Leidenschaft füür sie war ungemessen, hatte er nicht die sünd-
liche Gluth, nicht sich selber zu beherrschen vermocht.-
Statt die Geliebte fortzutragen über den gransen Abgrund,
ehe sie ihn noch gewahrt, hatte er sie mit sich hinabgerissen
in den wilden Strudel, der Alleo zu verschlingen drohte,
was ihm heilig gewesen war bis auf diese Stunde: der El-
tern und der Schwester Glück und Frieden, des Hauses Ehre
und die seinige zuerst.
Jeyt, in der Trübsal dieser Nacht, gestand er es sich ein,
daß er an dem Abende, da er vor seiner Abreise nach Amerika
Abschied genommen hatte von der Schwester, in unbestimmtem
Erschrecken vorahnend empfunden hatte, was ihn jetzt so
aualvoll folterte. Er hatte Linda geliebt, so lang er denken
leunte. Sie hatte zwischen ihm gestanden und den anderen

p18
Frauen. Er liebte sie mit allen Kräften seines Wesens -
und war es möglich, jest noch möglich, dasß sie glücklich
werden, daß seinen Eltern Ruh und Frieden werden konnte ---
so kam s auf ihn nicht an. Er hatte eine Schuld, eine
Ehren - und Liebesschuld zu zahlen, er wollte ihr gerecht
werden um jedweden Preis. - Und mit sich selber einig,
schritt er dem Vaterhanse wieder zu.
Es war spät geworden, als er es erreichte. Er ging
graden Wegs in seines Vaters Zimmer. Werner saß ein-
sam in der Fensterbrüüstung des breiten Erkers. Der Mond
schien hell herein, Alles in dem prächtigen Gemache athmete
Ruhe und Behagen - aber der Vater war sonst um diese
Stunde nie in seinem Zimmer, nie allein. Es war nicht
seine Weise, in nachdenllichem Schweigen müsßig zu ver-
weilen.
, Ich komme, Dich um eine Unterredung zu ersucen,
lieber Vater!r sagte Nudolf.
, Hat man Dir nicht gesagt, daß ich Deine Rütctehr
erwartete, Dich zu sprechen wünschte? fragte jener.
-a er Sohn verneinte das, er war durch den Hof hinein-
gekommen. Der Vater hieß ihn sagen, was er wünsche.
,Ich bin genöthigt, gleich morgen und zwar für unbe-
stimmte längere Zeit eine Reise anzutreten; und da ich weis,
daß ich im Geschäft zu erseyen bin, bitte ich Tich, mir leine
Hindernisse in den Weg zu legen.!
Der Vater hielt zurück mit seiner Autwort.
,Weißt Du, daß Linda schwer erkrantt is?
,Nein, das weiß ich nicht!r
, Gleich, nachdem Du sie verlassen hast,! jagte der

it0
Vater, , hat eine Ohnmacht, ein Starrkrampf sie besallen.
Die Mutter wacht an ihrem Bett,?
Rudolf wechselte die Farbe.
eg
s- at ihr Leben in Gefahr fragte er, den Schlag
seines Herzens niederkämpfend, auf daßß seine Stimme ihn
nicht verrathe.
,Der Arzt vertraut auf ihre Kraft und ihre Jgend;
aber was bedeutet Dein Verlangen? Was soll die Reise
Dir R fragte der Vater, indem er sich erhob.
, Ich würde Dir es danken, Vater, wenn Dn mir genug
vertrautest, mir die Antwort zu erlassen,';sprach der Sohn.
, Sie fördert nichts; und bleiben kann ich nicht.!
, Du bist also in eine Angelegenheit verstrickt, aus der
es keinen anderen Ausweg giebtA
, Keinen anderen !? entgegnete ihm Rudolf fest.
Der Vater durchmaß langsamen Schrittes das Gemach.
dann blieb er vor dem Sohne stehen.
, Las uns kurz sein ! sprach er. ,Ees handelt sich um
Linda!
Die ganze Schwere seines Schicksals wie seiner Schuld
fiel, da der Vater ihren Namen nannte, wieder auf den
Sohn hernieder; er hielt sich jedoch mit festem Willen auf-
recht, und wie vor seinem Richter stchend, sagte er:
, Ja, mein Vater, ich liebe Linda, wie ich sie nicht
lieben solltelr!
,. Lahin also ließ ich's kommen!! stieß der Vater hervor,
ndem er die Hand gegen die mächtige Stirn preßte. ,, Da-
hin!- Furchtbar, furchtbar!'! setzte er hinzu, während sein
Vuge auf dem düsteren Antlitz seines Sohnes verweilte; aber

A0
BRF = zp zMFRRFFF gg » H
Rudolf meinte neben dem Schrecken doch das Mitleiden zu
hören in seines Vaters Stimme, und das schloß sein Herz auf.
,,Du kannst mich nict schwerer anklagen, nicht mehr
verdammen, als ich selbst es thue !'! sagte er.
,, Ein Mann,! fiel ihm der Vater mit strengem Vor-
wurf ein, , lragt sich, prütft sich doc und waffnet sich gegen
sich selbs
,, Wer denkt an das, was wider die Natur ist ? =-
Gegen das, wwas man für unmöglic hült, ist man nicht auf
seiner Hut !'' gab ihn der Sohn zur Antwort. Seine Selbst-
beherrscung hatte etwas Gewaltiges, das dem Vater in das
Herz drang. Er ging wwieder schweigend und gedankenvoll
im Zimmer auf und ab.
,, Weiß es Linda? sragte er nach langer Panse.
,. Ja! ' entgegnete der Sohn, der in duupfem Brüten
dasaß.,,Und sie weiß auch, daß ich gehe!r-
Und wieder schwiegen sie Beide, und das freundliche
Mondlicht schien hell hernieder auf des jungen Mannes tief
gesenktes Haupt und auf des Vaters sorgenvolle Stirn, als
er in tiefem Sinnen vor dem Sohne stehen blieb.
Sie fühlten Beide uicht das sanfte, linde Wehen der
Nachtluft, nicht den Duft der Blumen, der in das Zimmer
drang, sie hörten auch nicht das Locken und Schlagen der
Nachtigall drüben in dem Busche.
Erst als der Vater die Hand auf seines Sohnes Schulter
legte, hob dieser den Kopf zu ihm empor.
,,Es ist spät,!! sagte Werner, ,,und wir haben in diesem
Augenblicke einander nichts zu sagen, dürfen nichts entscheiden
in der Verfassung, in der wir uns befinden. Gch' zur

Kapitel 16

uAt
Nuh'! -- Morgen, wenn der Tag uns selber Klarheit giebt,
reden wir mehr davon. Bis dahin machst Du keinen Ver-
such, Dich der Kranken irgendwie zu nahen, und auch die
Mutter siehst Du nicht! Dein Wort darauf!''
,. Ichh habe mir das selbst gelobt, mein Vater!'
,,ut deun, mein Sohn, suche zu schlafen, wenn Du
kannst!'
Er reichte ihm die Hand, der Sohn warf sich an
seine Brust.
,, Armer Rudols! ! sagte Werner leise. Er war kaum
des Wortes mächtig; aber sie ermannten sich Beide. Der
Vater driickte Rdolf fest die Hand. ,,Sieh' nicht zurück!
Blick' in die Znkunft! Uud den Kopf in die Höhe!!! mahnte
er. . Ich trete mit Dir für Dich ein, mein Sohn; und es
ist noch nicht aller Tage Abend-
Sechzehnte s Kapitel.
Sie schliefen Alle nicht in dieser Nacht: nict der Vater,
nict die Mutter und nicht Rudolf. Nur auf Linda hatte
der Schlummer sich erquickend herabgesenkt, und als das
Tageslicht seine ersten Strahlen in ihr Zimmer, über ihr
ger ergoß, war die Farbe der Gesundheit auf ihr scönes
Aunlitz schon zurückgekehrt. Die ruhige Miene der Schla-
ienden, die sanft geöffneten Lippen zeigten es deutlich, daß
die leberreizung ihrer Nerven nachgelassen habe.
s--
aee -=-zt, der sich früh einstellte, hatte nichts dawider,
- -l sie, wie sie es wünscte, ihr Bett verließ. Er ver-
s- s
-=-rte, man habe nichts mehr für sie zu befürchten, man

1 -9
dürse sie ruhig sich und ihrer gesunden Natur überlassen.
Werner, der mit der Mutter bei dem Besuche des Arztes
ztgrgen gewesen war, folgte dem vielbewährten Freunde,
als er von Linda fortging, und nahm ihn mit sich auf sein
Zimmer. Sie blieben dort geraume Zeit, dann ging Werner
in die Wohnstube hinunter und lies seiner Frau melden, das
er sie zum Früihstück erwarte.
Es war ein Wetter, wie man sich's zu einem sommner -
licen Sonntag gern denkt. Aus der Kirche tönte das Läuten
der Glocken feierlich herüber, im Hose und im Garten war
Alles still. Man hörte, wie die Sperliuge und Tauben,
denen man auf den Fensterbrett.rn Futter zu strenen ge-
wohnt war, die Körner aufpickten. Linda's Lieblingetaube
hatte die Schwelle der geöffneten Balkonthüre überschritien,
sie bog den schillernden Hals so weit sie konnte vorwärts,
nach ihrer Beschützerin auszuspähen, die noch auf ihrem
Plaze am Tische fehlte.
Als Meta in das Zimmer kam, ging Werner ihr ent -
gegen. Sie sah ein wenig übernächtig aus, aber sie war
noch immer schön in dem weißen Morgenkleide mit flieder-
farbenen Bändern, und selbst die zwei Rosen, die sie vor
der Brust trng, paßten noch sehr wohl zu ihr.
Werners Antlitz hellte sich auf, wie er sie also sah.
,,Geliebtes, geliebtes Weib! rief er, , so hast Du doch
daran gedacht! Hast des Tages auch diesmal nicht ver-
gessen! !
,,Wie könnte ich das! ! entgegnete sie ihm.,, Sind mir
doch all' die gesegneten Jahre seit dem Tage, an dem wir
uns verlobten, durch Deine Liebe zu einem imm er neuen

n?R
Glück geworden: und wenn ich mich alljährlich zur Erinnerung
in die Farben kleide und mit Rosen schmücke, wie ich sie
damals trng, so sehe ic zwar, daß die Zeit vergangen ist,
aber die Liebe ist jung geblieben, und Du läsßt Dir die alte
Fran auch noch gefallen, läsßt Gnade sür Recht ergehen über
sie-- und auch über unsere Linda.
Ihre Augen waren feucht geworden, Werner war ge-
rührt wie sie, seine ganze Stimmung war ernst und feierlich.
Meta fragte nach Rudolf. Sie fand es unbegreiflich,
das; er gestern ansgeblieben, heute nicht wie sonst gekommen
sei, daß er sich um die Schwester nicht gekümmert habe, und
wollte nach ihm schicken. Der Vater hinderte es.
Mleberlasse ihn sich selbst! sagte er. ,Du hast gestern
mit Linda schwere Stunden durchlebt, sie sind Rudolf nicht
ecspart worden und mir eben so wenig. Hat Linda nach
Rud ols gefragt, hat sie von ihm gesprochen?
FMit keinem Worte!r
, So laß uns mit einander erst ins Reine kommen,
dann wollen wir weiter zusehen und die Kinder rufen, !
Sein Ton, seine Miene erschreckten Meta.
,. Was ist geschehen? - fragte sie. ,, Dn hast mir eine
lnglucksbotschaft zu verkünden!
,. Ja ,' sagte er, ,, und ich denke sie Dir weder vor-
zuenhalten, noch sie Dir beschönigend abzustumpfen. Eine
lange Reihe von schönen Jahren ist an uns wie an wenig
Andcren in sast ungetrübtem Glück, in kaum einmal gestörtem
Einrerstäudniß hingeschwunden. Ich hoffe und erwarte, daß
sic T ir die Kraft gegeben haben, auch einem ungewöhnlichen
Beicic zu stehen, Unerwartetes mit Nuhe zu betrachten,

nu
und was in diesem Augenblicke verwirrt und unheilschwer
vor uns erscheint, wo möglich klar und befriedigend für die
Zukunft auszugestalten. - Er hielt inne und sagte dann,
jedes seiner Worte langsam und nachdrücklich erwägend:
,Rtudolf hat mir gestern Abend mitgetheilt, daß er uns für
lange Zeit verlassen wolle, verlassen müüsse, und er hat Rect,
er kann nicht bleiben, denn - es steht übel um Linda und
um ihhn.-=- Und wieder machte er eine Pause. Meta's
Augen hingen gespannt und angstvoll an des Gatten Lippen,
er verwandte keinen Blick von ihr. Sie sollte Zeit gewin -
nen, sic auf ein schweres Erfahren genngsam vorzubereiten,
und wie sie nun in ihn drang, zu reden, sagte er:,, Rdudolf
und Linda sind in sträslicher Leidenschaft für einander ent-
brannt ==r-
Meta's Entsetzen machte ihn verstummen. Sie hatte
die Hände in einander geschlagen und gegen ihre geschlossenen
Augen gepreßt. Sie konnte es nict fassen, konnte es nicht
denken, und doch zerriß es ihr das Herz, doch fühlte sie die
Vernichtung, die über sie Alle hereingebrochen war. Sie
war spraclos und thuänenlos.
Werner ergrisf ihre Hände und zog sie an sich.
,, Sieh' mich an, Meta!'! sagte er mit der ruhigen Zärt-
lichkeit, die er ihr immer entgegenbrachte, ,,wende die Augen
nicht ins Leere. Wir haben uns dereinst verbunden für
gute und für böse Stuuden. Heut' liegt eine böse Stunde
vor uns; wer soll sie uns überstehen helfen, wenn nicht wir
selber Einer dem Anderen! Wer soll den Kindern helfen,
wenn nicht wir zusammenA ?
Sie schlang ihre Arme um ihn, er hielt sie ruhig fest.

tA?
, Ein Opfer ist zu bringen, von Tir zu bringen! sagte
er, ,, und zwar eins, das Dir schwer erscheinen dürste.?!
,,Nenne es! ! rief sie, ,,nenne es! Was kann zu schwer
sein für die Mutter, das Kind zu erlösen, welches sie ge-
boren hat!r'
Er antwortete ihr nict darauf.
ed,
,,Erinnere Dic der Stunde, in der ich Tach bat, mein
Weib zu werden,' sprach er,, und des Gelöbnisses, das ich
Dir damals that. Ich versprach Dnr, Dein Glück stets höher
zu achten als das meine- und=- ich kann Dir in dieser
St nnde sagen: ich habe Tir und mir das Wort gehalten.r!
Sie neigte sich, seine Hand zu küssen, wollte sprechen;
er litt es Beides nicht.
,. Höre mich zu Ende, sagte er. ,,Es handelt sich hente
nict allein um mein Glück. Meines Sohnes Heil und
Frieden, Linda's Glück stehen auf dem Spiele und das unsere
dazn. Fasse Dein Herz zusammen; es ist uns Allen zu
helfen, wenn Du auf einen Wahn verzichten, mir eine
Täuschung vergeben kannst, die ich aus Liebe zu Dir, in der
Srrge um Dic beging, und in der ich Tich bis jezt erhielt,
das Uuiheil nicht voraussehend, das uns daraus erwachsen
!ennte,
.Ic verstehe Dich nicht! sagte Meta.
,Du sollst es heute, gleich in diesem Augenblick er-
saheen,! entgegnete er, erhob sich, schellte dem Kammer-
madchen und hieß ihm, das Fränlein zu rufen.
Linda kam herunter; der Vater machte ihr selber mit
rglicer Freundlichkeit einen bequemen Sitz zurecht, dann
-7A er, den Sohn zu holen.

nI
FRudolf will Abschied nehmen, wenn es die Mutter
nicht vermag, ihn bei uns festzuhalteu !'! sagte er.
Linda hatte die Augen niedergeschlagen, wie der Vater
des Sohnes Namen nannte, und schien sich entfernen zu
wollen; er gebot ihr, zu blciben, denn der Abschied werde
kurz sein.
Linda saß an ihrer Mutter Seite, als der Vater, von
dem Sohne gefolgt, zu ihnen in das Zimmer trat. Rudolf
nahm fern von Linda seinen Plaz, sie wwaren Alle bange und
erschüttert.
, .eh habe Euch rufen lassen, nicht um über Euc zu
Gericht zu sitzen,? hob der Vater eudlich, sich gegen Linda
und Rudolf wendend, mit unverkennbarem, innerem Kampfe
an, ,sondern um mic, wie ich es vor der Mutter bereits
gethan, einer Handlung anzuklagen, die uns Alle in die
Verwirrung gestürzt hat, nnter der wir in dieser Stunde leiden.
Ich habe erfahren müüssen, wie unzulänglich nnsere Voraussicht
ist, wie unser liebevollster Wille ost diejenigen am schwersten
trifst, auuf deren Glütck wir's abgesehen hatten.! Er sprac
in Absätzen, als wolle er sich und die Anderen beruhigen
und bemeistern. ,Eure Mutter war kränklich, als sie meine
Fran ward,! nahm er nack einer Weile das Wort wieder
auf, ,unsere Ehe blieb die ersten Jahre kinderlos, ein schmerz-
liches Verlangen nach einem Kinde bengte meine junge Gattin
nieder. Endlich sollte ihr Wunsch sich erfüllen; um ihrer
Gesundheit willen führte ich sie nach Rom. Sie genas dort
einer Tochter, aber sie selber schwebte am Rande des Grabes.
Ein mehrwöchentlicher Irrsinn hatte sie umfangen, die Aerzte
hielten sie keiner heftigen Gemüüthsbewegung für gewachsen,

ne
und doch war eine solche ihr nicht zu ersparen, wwenn es
nicht gelang, ihr das Misgeschick wenigsteus für das Erste
zu verbergen, von demt wir betroffen worden waren.!
Er hatte diese ganze Erzählung abwechselnd an den Sohn
oder an Linda gerichtet, und er sah auch seine Fran nicht
an, als er in derselben weiter sortfuhr:
,Dte Tochter, die uns geboren worden war, starb nach
wenigen Minuten.=--
, Kinderlos! wehklagte Meta, aufstöhnend in Schrecken
und in Schmerz. ,Kinderlos!! wiederholte sie. Aber der
Vater beachlete es nicht. Er hatte des- Sohnes Hand er-
grisjen, ihn festzuhalten, bis er geendet haben würde.
, Eine junge Deutsche, die als Pflegerin einer kranken
Dame nach Rom gekommen war und sich dort mit einem
armen römischen Maler verheirathet hatte, war gleichzeitig
mit der Mutter von einer Tochter eutbunden worden. Ten
Vater des Kindes hatte ein Fieber kurz vorher hinweggerafft,
die Mutter starb bei der Geburt. Das schöne verlassene
Kind=-
Linda lag auf den Knien vor der bitterlich weinenden
Mutter.
, Mein Kind! mein einzig geliebtes Kind! meine Linda!
meine heißgeliebte Tochter! schluczie Meta und zog das
wemende Mädchen an ihre Brust.
Nudolf war länger nicht zu halten. Er kniete gleich-
alls vor der Mutter.- Ernst, still und in gefaßter Größe
egte Werner seine Hände segnend auf- der Kinder und auf
enes Weibes geliebtes Haupt.
Sie brauchten Ale Zeit, sich nach den düsteren Stunden

Kapitel 17

t28
an das helle Glück zu gewöhnen, das ihnen in der Zukunst
winkte. Meta konnte sich nicht trennen von der Tochter, sich
die wechselnden Empfindungen kaum deuten, mit denen sie
das nicht von ihr entstammte und ihr doch so völlig eigene
Kind betrachtete.
, Es ist mir, als müüszte ic sie nun erst recht verdienen,'
sagte sie, ,als müsßte ich ihr jezt doppelt danken für das
Glück, das sie mir ist, und sie doppelt halten, da sie nicht
mein ist und mir doch gehört. !
Auch Linda fühlte einen ganz neuen besonderen Zug z
ihrer Mntter; aber was wollte das Alles bedenten in der
märchenhasten Besreiung, in der Wonne, mit welcher sie und
der Geliebte an einander hingen?- Sie hatten so schweres
Leid und so großes Glück wie wenig Andere in solch jähem
Wechsel rasch durchlebt, daß es die Kraft der Jugend und
der Liebe brauchte, es zu sassen und zu tragen.
Siebenzehntes Ka pitel.
,Sieh', wie Dein Glaube an die Stimme des Blutes
Tich betrogen hat !? scherzte Werner, ber wie alle Mtännec
das Rechtbehalten liebte, als am Abend das schöne Braut -
paar vor seinen und vor Meta's Augen sich Arm in Ara
in den verschlungenen Wegen des Parkes lustwandelnd er-
ging. .Wie hast Du Dir darin gefallen, Dich in Linda's
Eigenschaften wiederzuerkennen, Deinen Charakter, Teine Em-
pfindungsweise auf sie vererbt zu haben, Dein und mein
Blut in ihren Adern rollen zu wissen und gelitten zu haben,
um ihr das Leben zu geben. Und liebst Du Linda heute

n2
weniger als bisher, da alle diese Voraussczungen eben so
viel Irrthümer gewesen sindA
, Wie kannst Du mich so fragen, an, dem ic auc
dieses Glück verdanke ? Und doch! setzte sie läcelnd hinzu,
, hat die Stimme des Blutes hicr gesprocen. !
, Riur nicht in Deinem Sinne!! meinte Werner.
Meta schwieg. Nach einer Weile aber sagte sie:
, Ic glanbe nicht, das es eine Liebe giebt, die anders,
stärker ist als die inbrünstige Zärtlichkeit, mit welcher ich
an Linda hänge. Es ist, nun ich darüüber nachdenke, schließ-
lich doch das sich selbst vergessende Leiskeu, der dringende
Wunsch, sein Bestes auf ein anderes Wesen völlig zu über-
lragen, es ist das tiefe Bedüürfniß, zu lieben, und das schn-
süüctige Verlangen, die Liebe, die man gehegt hat, sortdauern
zu schen in dem Gegenstande derselben noch über den eigenen
Tod hinaus- es ist die wunderbare Mischung von gehei-
uer Selbstsucht znd bewuszter opfcrfreudiger Selbstlosigkeit,
welche das eigentliche Wesen der Elternliebe macht, welce
den jertigen Menschen, den Mann sowie das Weib, an das
huliloseste der Geschöpfe fesselt: an das arme Menschenkind. --
ier was will alle solce Liebe sagen ueben Deines Herzens
rosmuth, Dit geliebter Maul''
. I habe,! versetzte er, ,wenn ich das Mädchen so sröh -
uh zwiscen uns heranwachsen, =-e und mir von Herzen zu
cd=-
aen, und Dich so glücklich mit der Tochter sah, auch mein
a!ices Theil von Freude an ihr gehabt neben manchem
- genden Bedenken, das Du jetzt verstehen und wüürdigen
-ust. Manch liebes Mal ist mir dann des Dichters Wort
= den Sinn gekommen:
- un Lcwald, Neue Novelen.

Und ob
--= -= -- -= -- Das Elst allein e
Macht lange noch den ! e nich! ht kaum
Den Vater eines Thieres! giebt zum höchsten
Das erste Recht, sich diesen Namen zu
Erwerben!
es mit der Mutterliebe anders ist, möchte schwer zu
entscheiden sein. Du liebtest ein Mädchen, das Dn nicht
geboren hattest, mit dem ganzen Fanatismus der Mutterliebe,
weil Du es für Dein eigen hieltest. Glaubst Du, das eine
Mutter das Kind, welches sie geboren, erkennen würde, wenn
es ihr eutzogen worden wäre, ehe es sich zu einer festen,
bestimmten Persönlichkeit entwickelt hatte? Ich möchle das
verneinen.?
Sie saßen an dem Abend in erustem, wecselndem Ge-
spräch noch lauge bei einander; und als der Mond in diejer
Nacht auf seiner stillen Bahn üiber dem stattlicen Hause
sein mildes Licht ergoss, ruhten in demselben wieder die
glücklichen Meuschen in erquickendem Schsaf, wiegten sic
zwei junge Herzen in hoffnungsvollen, beseligenden Träumen.
- -SepauEpF- -

Ein Freund in der Noth
Kapitel 01

P
ab
zrenni
ier
e
,Kolh.

Neue Novellen
von
Fanny Lewald
=- == ==- =- ==- -
Berlin,
Berlag von Wilhelm Herh.
(Bessersche Buchhandlung.)
1877.

Ein Freund in der Noth
Erftes Kapitel

s
Ein Freund in der Noth.
! Er stes Kapitel.
Zu Anfang der sechziger Jahre haben wir einen Som-
mer in Glion sur Montreug, den darauf folgenden Herbst
und Winter und das ganze nächste Frühjahr in einer der
Pensionen am -Genfersee verlebt, und ich habe mich in der
Zuxückgezogenheit, zu welcher man sich in den Pensionen
bequemen muß, wenn man von den Lebelständen solch einer
zufälligen Geselligkeit nicht leiden will, sehr wohl befunden.
Indeß neun Monate haben zweihundert und einige
siebenzig Tage mit doppelt so vielen Dämmerstunden, und
in diesen mag man gerne plaudern, wenn man des Arbeitens,
des Denkens und des stillen Träumens müde ist. Im Dämmer-
lichte muß man in solchem Pensionsleben. wo möglich Jemand
in der Nähe wissen, der gelegentlich an unsere Thüre klopft,
dessen Klopfen man erkennt, dem man das , Herein! gern
entgegenruft, und dem man mit der Gewißheit seinen Willen
zu haben, sorglos sagen kann: erzählen Sie mir Etwas!
Glücklicher Weise hatten wir einen solchen Jemand.
Wer es war?=- Er hieß Maxime!- Was er war? -
=

uRA
Ein wirkliches Muster von Dienstfertigkeit, ein wahres Genie
in derselben.
Eine Gefälligkeit, die er mir erwiesen, noch ehe wir
einander von Ange zu Auge gesehen, hatte ihn uns bekannt
gemacht. Meinem Danke war sein Besuch gefolgt, und da
er schon seit Jahren immer wieded, an die Ufer des Genfer-
see's zurückgekehrt, also an demselben wie zu Hause war,
gewöhnten wir uns bald, ihn als den Genius ldei zu be-
trachten, ihn in allen Vorkommnissen um seinen Rath zu
fragen und nach der von ihm erhaltenen Auskunft, stets zu
unserem Vortheil, zu verfahren.
Er mochte am Ende der Vierziger stehen, sah, je nach
seiner Stimmung, bald viel jünger, bald wieder älter aus.
Er sprach gern, erzählte meisterhaft, und besaß einen uner-
schöpflichen Vorrath des Erzählenswerthen.
Wir hatten mehr als ein halbes Jahr mit ihm verkehrt,
ohne zu wissen, wo er zu Hause, ob er arm, ob er reich
sei, ob er jemals einen festen Beruf und welchen er gehabt
habe - und im Grunde weiß ich das Alles auch noch heute
nicht. Aber aus seinen Erzählungen hatten wir ersehen, daß
er überall zu Hause war: in Konstantinopel und in Wien,
in Petersburg und in Paris, in Stockholm und in Madrid,
in Deutschland wie in Italien, in England wie in der
Schweiz.
In Montreux lebte er auf sehr schicklichem Fuße, kannte
viele der angesehenen Fremden, die dort verweilten, und
galt allgemein für einen originellen und interessanten Mann.
So oft er kam, durfte man sich eines angenehmen Plauderns
mit Gewißheit sicher halten.

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Eines Abends, es war nach Neujahr und schon gegen
das Frühjahr hin, kam er zeitiger, als es sonst sein Brauch
war. Es lag ein Lächeln, ein Ausdruck von Schalkheit über
seinem Gesicht. Ich sah, dgß ihm etwas Besonderes und
Heiteres begegnet sein mußte.
,Was haben Sie7 fragte ich ihn.
, Ich will es Ihnen erzählen,! versetzte er, , wenn Sie
Zeit haben, mich anzuhören. Es ist hier am See eine
Komödie aufgeführt worden, in der ich eine Hauptrolle ge-
spielt habe; und ich begehe kein Unrecht, wenn ich Ihnen
die Geschichte mittheile, denn sie macht schon jetzt als neueste
Neuigkeit am See die Runde und wird in nicht zu ferner
Zeit durch die Zeitungen ihre weitere Verbreitung erhalten.
Also-- haben Sie Lust und Muße, mich anzuhören?
,Vollauf!! versicherte ich; wir setzten uns danach wieder,
und während man die Lampe in das Zimmer brachte und
frische Scheite auf das Feuer im Kamine legte, sagte Maxime:
,Sie haben mich im Sommer einmal um den Namen
einer Dame gefcagt, die ich zuweilen von Montreug nach
Glion hinauf begleitet habe. !
, Sie sprechen von der schlanken Hanseatin, der Se-
s natorsfrau ?-
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, Senatorsfrau, Senatorstochter und jetzt Senators-
wittwe !'' bestätigte Maxime, ,und das heißt, wenn es von
einer Hamburgerin gesagt wird, eines reichen Mannes Tochter,
eines reichen Mannes Frau, und in diesem Falle eines reichen
Mannes hinterlassene Wittwe. - Als ich sie vor achtzehn
Jahren hier zuerst am See gesehen habe, war sie eben in
die Gesellschaft eingeführt worden, aber sie war schon höchlich

18
selbstgewiß und vollanf dazu geschnlt, den Werth des Geldes
sehr hoch anzuschlagen. Sie war sehr hübsch, war gut ge-
wachsen und originell durch ihre blauen Augen bei dem sehr
dunkeln und sehr schönen Haar. Man hatte ihr von jeher
gesagt, daß sie eine Schönheit, daß sie eine reiche Erbin sei,
daß sie viel umworben und nur zu wählen haben würde,
und sie betrug sich auch danach.
Mit ihren sechszehn Jahren sah sie jedeh Manne so
keck ins Antlitz, als wollte sie ihn fragen: wann wirst Du
mir denn zu Füßen liegen? Hätte sich aber Jemand darauf
eingelassen, ihr die Antwort mit der That zu geben, so würde
sie ihn verspottet haben.
Ich war viel bei ihren Eltern, machte mit dem Vater
oft ein Learte, und da ich in jenen Tagen weniger als je
dazu gestimmt war, den Seladon zu spielen und nicht im
Entferntesten daran dachte, mich in die Schaar ihrer Ver-
ehrer einzureihen, unterhielt mich ihre Art und Weise.
Ich glaube, niemals sind Eltern mit der Erziehung eines
Kindes mehr zufrieden gewesen, als der Senator und seine
Frau. Irene verehrte Geld und Besitz wie ihr Vater, ver-
ehrte den Geburtsadel wie ihre Mutter, welche die Tochter
einer heruntergekommenen holsteinischen Grafenfamilie war,
und' es hatte etwas Komisches und daneben bisweilen sogar
etwas Unheimliches, wenn die frischen sechzehnjährigen Lippen
des Mädchens sich ganz unumwunden zu den. Grundsätzen
der Eltern, zu jener praktischen Lebensweisheit bekannten,
deren Grundlage das Einmal-Eins und - deren letztes Ziel
das Vergnügen ist, es Anderen vorauszuthun, um mit stau-
nender Mißgunst von ihnen beachtet zu werden.

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18B
Eben in jenen Tagen- hatte hier am See die romantische
Heirath einer jungen russischen Fürstentochter mit einem
Musiker großes Aufsehen erregt, und ich erinnere mich deut-
lich noch des Abends, an welchem man auch an dem Thee-
tisch meiner Hamburger Bekannten darauf: zu sprechen kam:
Der Senator meinte, er begreife nicht, wie Eltern jemals
ihre Zustimmung zu solchem ungehörigen Ehebunde geben
könnten. Ich entgegnete, der Fürst und die Fürstin hätten
auch lange angestanden, der Tochter zu willfahren. Prinzeß
Susanne sei aber schwermüthig und in. solchem Grade leidend
geworden, daß die Eltern, um das geliebte Kind nicht dem
Tode anheim fallen zu sehen, sich den Wünschen- desselben
endlich gefügt hätten.
Der Senator lächelte. ,Das ist nun auch wieder einer
der vielen Fälle;? meinte er, ,in denen die Sentimentalität
Ursache und Wirkung verwechselt. Nicht weil die Prinzessin
den Musiklehrer liebte, ist sie krank und schwermüithig ge-
worden, sondern weil' sie überreizt und krank war, machte
die Musik einen so großen Eindruck auf sie,
schließlich in Denjenigen verlieben konnte, mit
musikalischen Nebungen betrieb.=- Was meinst'
verlieben wir uns auch in einen Musikanten?
daß
dem
Du,
Und
sie sich
sie ihre
Beethoven und Chopin, und wie sie sonst noch heißen.
Irene?
Deinen
mögen,
spielst Du' doch wie Eine !'! =- Er klopfte dabei die Tochter
aufi die Schultern und rief in- bester Laune: ,Sehen Sie,
Herr Maxime! meine Kleine da kommt mir mit solch einer
Affaire nicht! Die weiß, wie sie mit uns daran ist, und
wir wissen, wie wir mit ihr daran sind! In einer wohl-
geordneten Familie muß Alles klar und einfach sein- klar
sla? .

1
und übersichtlich, daß man in jedem Augenblicke sein Fazit
ziehen und die Probe auf sein Exempel mit der sicheren Ge-
wißheit machen kann: es stimmt!'?
Er nahm damit seine Karten zur Hand, um die begon-
nene große Patience weiter fortzulegen und wieder etwas
vor sich zu haben, was er durch richtiges Beachten der Um-
stände zum Stimmen bringen konnte; aber die Unterhaltung
über die Heirath der Prinzessin war damit noch nicht ab-
gethan.
Madame Aglaja, die in jenen Tagen noch eine sehr
imposante Erscheinung war, hatte sich schon den ganzen Abend. ;
ein Wenig übellaunig gezeigt; so daß ich gleich anfangs
vermuthete, es müsse zwischen Mann und Frau irgend Etwas
im Laufe des Tages einmal nicht recht gestimmt haben, und
die Folge bestätigte mir das. Denn während Madame Aglaja
ernsthaft und mit anscheinender Theilnahme auf die Karten
hinsah, welche der Senator von oben nach unten und von
rechts nach links versetzte, um sie zum richtig stimmenden
Abschluß zu bringen, bemerkte sie leichthin: ,Wenn man die-
Ehe so wie Du, mein Lieber! ohne jede Gefühlsberechtigugg
betrachten, sie nur als einen Akt der reinen Berechnung
hinstellen will, hätte manche Ehe, die zu beiderseitiger Zu-
friedenheit ausgeschlagen ist, ebenfalls als Thorheit angesehen
und nicht eingegangen werden dürfen.!
Sie schloß dabei die Augenlider ein Wenig, wodurch
immer ein schöner Schatten von ihren langen schwarzen
Wimpern auf die Wangen fiel, und ich bestärkte mich in der
Vermuthung eines vorhergegangenen ernsthaften Verdrusses,
denn nur ein solcher brachte die Senatorin dazu, ihren

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Mann gelegentlich daran zu mahnen, daß das Blut der
Grafen Bernoe in ihren Adern fließe, daß sie in dem so
und- so vielten Grade mit dem Königshause von Dänemark
verwandt sei.
Aber der Senator war kein sonderlicher Freund von
diesen Erinnerungen und war heute offenbar weniger als
je gesonnen, sich durch dieselben in seinem plutokratischen
Selbstgefühl beeinträchtigen zu lassen. Er mußte seiner
hochgeborenen Gemahlin das gsroli bieten.
,Ich war eben reich genug,'! versetzte er, ,mir ein mittel-
loses Mädchen in mein Haus zu führen, und ich hab's
durchaus zu segnen, daß ich's that: aber was beweist das
für oder gegen die Thorheit der Prinzessin?
Er hatte sich mit dem Hieb gedeckt, der Hieb hatte ge-
troffen, gnd das billige
kleben für gut befand,
kleine Pflaster, das er darüber zu
deckte und heilte Madame Aglajg's
= - - NIARR
Wunde zicht. Es kam
mußte und sollte die aristokratischen Grillen fahren lassen,
die er seiner Tochter nicht einimpfen lassen wollte, denn mit
dieser hatte er seinen bestimmten Plan, und sich in seinen
Planen stören zu lassen, war er nicht der Mann.
Madame war übrigens viel zu formvoll, um irgend
eine Entgegnung zu machen. Sie ließ nur ein überlegenes
Lächeln sehen, das der Senator nicht bemerkte oder nicht
beachtete, dann verließ sie unter einem Vorgeben das Zim-
mer. Ihr Mann blieb ruhig bei seiner großen Patience
am Tische sizen und ich folgte Irenen, welche auf den
Balkon hinausgetreten war. Da ich sie nicht augenblicklich
J.=ra

188
ansprach, fragte sie mich, weshalb ich so. schweigsam sei und
was ich denke?
Ich hatte keinen Grund, ihr die Wahrheit vorzuent-
halten. , Ich denke, entgegnete ich, , ob sich Ihr Vater
nicht in Ihnen irrt7
, Was meinen Sie damit
, Ich kann mir nicht vorstellen, daß Sie seine Ansicht
theilen, daß man, jung und anmuthig wie Sie, nicht an
die Macht der Liebe glauben und den frischen Pulsschlag
des Herzens kaltsinnigen Berechnungen: unterwerfen sollte? k
Irene sah mich mit klugem Lächeln an. , Sie finden
mich zu jung,! sagte sie, ,so kaltherzig zu sein, und ich finde
Sie eigentlich nicht alt genug, mir diese Frage vorzulegen.
Denn was wollten Sie machen, wenn ich Ihnen bei der-
selben eine geheime Absicht unterlegte, wenn ich Ihre Neugier
auf ein anderes Motiv zurückführteAr
,Was ich machen wollte? Seien Sie unbesorgt! ich
würde nicht viel Mühe haben, mich in die Rolle zu finden,
die Sie geneigt sein könnten, mir zuzuertheilenl
, Ach! rief sie, , das ist unvergleichlich! Sie sezen
sich schon in Positur. Aber strengen Sie sich nicht an, Herr
Maxime! Anbeter und Bewerber habe ich genng; einen -
vernünftigen Mann wie Sie, der mit mir wie mit einem
vernünftigen Menschen verkehrt, habe ich in meinem ganzen
Bekanntenkreise nicht. Verlieren Sie sich also nicht in die
große Masse, bleiben Sie mein guter Freund, und ich will.
Ihnen denn auch wie einem Freunde es offen und ehrlich
bekennen, daß ich gar nicht an die sogenannte große Liebe ,
glaube, sondern vollkommen mit den Ansichten meiner El-



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n89
tern übereinstimme und sehr zufeieden sein werde, in aller
Seelenruhe den Mann zu heirathen, den sie mir- ausgesucht
haben.!
, Unbegreiflich!'! stieß ich fast unwillkürlich hervor. Das
Mädchen erschien mir wieder einmal unheimlich. Ich wußte
es mir durchaus nicht klar zu machen, ob ich' es hier mit
einem geflissentlichen Selbstbetrug, mit einer absichtlichen-
Komödie, die auf Blendung und eberraschung angelegt' war,
oder wirklich mit einer durch engherzige Erziehung entarteten;
ja verkrüpJelten Frauennatur zul thun hätte. Ichh war also
geneigt, von allen diesen: Voraussetzungen etwas gelten zu
lassen, als Irene meine Betrachtung: mit der Frage unter-
brach, was ich an ihrem Geständnisse denn so unbegreiflich

finden könne?
, Daß ich den Besttz hoch anschlage,'! sagte ie, , bas
können Sie doch unmöglich unbegreiflich finden,. da ich svon
meiner Kindheit ab erfahren:' habe; wie: leicht man sich durch
denselben alle seine: Wünsche befriedigen kann; und- daß der
Adel mir begehrenswerth erscheint,, ist doch auch nur natür-
lich, da an denselben Vorrechte: geknüpft sind; die das Geld
allein nicht verleiht. !
,Sie sind ehrgeizig, ich weiß das!' unterbrach ich sie.
Sie leugnete das nicht. , Ja! versetzte sie, ,aber ich
mache mir. das- nicht zum Vorwurf, und vielleicht kann jeder
Mensch nur Eine Leidenschaft im Herzen tragen. Mir
haben: schon in der Kinderstube die Märchen am bestenn ge-
fallen, in denen. schönen: Mädchen: von: Königssöhnen die
Krone auf das Haupt gesetzt ward, und seit. ich denken kann;
habe ich mich darnach gesehnt, einen hervorragenden Plat

10
in der Gesellschaft einzunehmen. Diesen Platz werde ich an
der Seite meines Vetters finden.'!
, Aber Ihr Vetter gehört keiner hochadeligen Familie
an!r wendete ich ihr ein, mehr und mehr betroffen von ihrer
kalten Selbsterkenntniß und von ihrer bei so jungen Jahren
kaum zu fassenden Selbstgewißheit.
, Doch!! versetzte sie, , die Gilling's sind ein altes
adeliges Geschlecht, und der Name James Gilling klingt
durch die ganze Welt so gut wie irgend Einer. Das Haus
Gilling kann es mit den größten Häusern aufnehmen, und
sie sagen, sein Reichthum und sein Einfluß sei im Wachsen.!
, Und Sie verlangen nichts als diese ganz äußerliche
Befriedigung? Ihr Herz, Ihre Neigung kommt gar nicht
in Betracht?-- Erlauben Sie mir, schöne Irene, daß ich
gegen Sie und mich gerecht bin. Ich bin denn doch nicht
juung genug, Ihnen diese altkluge Gemüthlosigkeit wirklich
zuzutrauen. Ich vermuthe, Ihr Vetter ist jung, ist schön,
Sie lieben ihn und geben sich die Unterhaltung, der Berech-
nung zuzuschreiben, was Ihres Herzens freie Wahl ist. Ein
wenig Komödie spielt jede Frau vor jedem Manne, und Sie
erzeigen mir die Ehre, sich vor mir in einer sehr originellen
Rolle darzustellen.!
, Sehen Sie,! rief Frene, und legte bethenernd die Hand
auf die Brust, ,das ist nun Alles wieder nicht wahr, und
ich will einmal gegen Sie so grundehrlich sein wie gegen
mich selbst. Es versteht sich, daß ich James nicht heirathen
würde, wenn er mir zuwider wäre -- nicht James und
Niemand anders, auch den Prinzen mit der Königskrone
nicht; aber daß ich James liebe, davon ist keine Rede. Er

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ist neunundzwanzig Jahre alt und war schon ein gemachter
Mann, als ich noch ein Kind war. Er sieht gut aus, sein
krauses rothbraunes Haar und seine brannen Augen haben
mir immer gut gefallen, namentlich aber sein prächtiger
rother Bart. Er ist groß, hat schöne weltmännische Ma-
nieren, kleidet sich vortrefflich, reitet vortrefflich, hat mir nie
geschmeichelt, aber mir auch nie etwas Unangenehmes gesagt,
und seit er von seiner großen Tour zurück ist, hat er mir
sehr viel Liebenswürdiges erwiesen. Nicht er, nicht meine
Eltern haben mich gefragt, ob ich seine Frau werden wolle?
Es war überhaupt bisher niemals noch davon die Rede.
Aber er baut sein Landhaus vor dem Thore nach meinem
Geschmack, er macht in seinem Stadthause nicht die geringste
Aenderung, ohne mich zu fragen, wir sind immer und gern
beisammen, wenn wir nicht auf Reisen sind; und ich wüßte
wirklich nicht, was vernünftiger sein könnte, als daß wir
zuletzt auch Mann und Frau werden. Alle Welt erwartet
das - und ich denke, wenn wir nach Hause kommen, wird
unsere Verlobung wohl von Statten gehen.!
Sie gefiel sich unverkennbar in ihrer Seltsamkeit, aber
es mußte wohl von meinen Gedanken mehr als ich beabsich-
tigte in meinen Mienen zu lesen sein, denn sie brach plötz-
lich in ihrer Rede ab und sagte dann mit ganz verändertem
Tone: ,Wer übrigens, wie ich, seit ich erwachsen bin, un-
gefähr von jedem Manne, der in meine Nähe gekommen ist,
einen Heirathsantrag und die Versicherung von meiner Un-
widerstehlichkeit erhalten hat, der muß ja schließlich einen
ganz wundervollen Begriff von sich selbst, und -- von der
siegreichen Allgewalt des Geldes über das Männerherz be-

1A
kommen.! Sie lachte dabei spöttisch und fügte dann hinzu:
, James hat mir einmal ganz unumwunden ausgesprochen,
er verstehe nicht, - wie man mich schön finden könne, - ich
sei nur pikant und hätte einen eleganten Wuchs. Das hat
mir von ihm gefallen; und daß des Vaters Geld ihn nicht
verblendet, dessen bin ich sicher. Es bleibt also bei James -
und bei Ihnen!'' rief sie, ,denn Sie machen sich gar nichts
aus mir und sind doch liebenswürdig und gefällig gegen
mich, so daß ich zuversichtlich glaube, Sie meinen es sehr
gut mit mir, und das ist ein ganz unschätzbares Gefühl!
Ich glaube, auf Sie kann man bauen wie auf den festen
Grund der Berge drüben. !
Sie reichte mir beide Hände hin, ich hätte von Stein
und nebenher ohne alle Erziehung sein müssen, hätte ich
nicht eine dieser schönen Hände an meine Lippen gedrückt,
und ich konnte ihr dabei mit ehrlichem Freimuth sdie Ver-
sicherung geben, daß sie auf meine Anhänglichkeit an sie
zählen, daß sie sich auf mich, als auf einen uneigennütigen-
Freund, verlassen dürfe. Sie nahm das Versprechen dank-
bar an. Wir waren Beide ernsthafter geworden, als der
Anfang unserer Unterredung es hatte voraussehen lassen,
und das Mädchen interessirte mich in dieser Stunde wirklich
in ungemeinem Grade. Ich beschloß, Frene näher kennen
zu lernen, sie mehr zu beobachten, denn es lag in ihrer ganz
einseitigen Verstandesbildung etwas ganz Besonderes. Ich
konnte mich der VorstellunF nicht entschlagen, daß diese un-
natürliche Entwickelung sich früher oder später rächen würde;
aber ich sah sie in den nächsten Tagen noch öfter als zuvor,

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und jetzt überraschte mich das ruhige Gleichmaß, das sich in
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143
ihrem ganzen Wesen kundgab, um so mehr.
Sie hatte ihrer Mutter, zu der sie -ein unbedingtes
Vertrauen hegte, den Inhalt unserer Unterredung mitgetheilt.
Madame Aglaja fing also eines Tages, in der Tochter Bei-
sein, ganz von selber über das Thema mit mir zu sprechen
an. Sie meinte, jede Zeit und jede Lebenslage erzeugten
und forderten eine besondere Gefühlsentwickelung. Sie jei
unglücklicher Weise noch in den Tagen der weichen Empfind-
samkeit erzogen, sei mit den idealsten Ansprüchen an die.
Liebe des Mannes, -in dem Glauben an die Nothwendigkeit
höchsten geistigen Zusammenlebens in die Welt eingetreten,
und habe diese Welt hingenommen gefunden von dem Jagen
nach äußerem Glanz, nach irdischem Besitz, von dem Durst
nach inmer wechselndem Genuß. Durch - diesen Zwiespalt
zwischen sich und der sie umgebenden Welt habe sie- sie
betonte das nachdrücklich - schwer, sehr schwer gelitten, bis
sie es gelernt habe, sich mit den Verhältnissen in Einklang
zu -bringen. Deshalb habe sie aber dahin gestrebt, ihre
Tochter vor ähnlichen Erfahrungen und Enttäuschungen zu
bewahren. Sie habe ihr die Gesellschaft und die Menschen
von Jugend an in ihrem wahren Lichte gezeigt, sie davor
gehütet, im Leben die Verwirklichung der Dichtung zu suchen,
und sie danke dem Himmel, daß Irenens kühlere, ihr von
dem Vater angeerbte Natur, ihr in dem Bestreben entgegen-
gekommen sei.
Sie war offenbar besorgt, daß ich einen nachtheiligen
Einfluß auf die Gemüthssicherheit ihrer Tochter üben könne,
wozu ich weder Ursache noch Neigung hatte, und nachdem

Kapitel 02

1
unser Verkehr noch ein paar Wochen hindurch auf dem glei-
chen freundlichen Fuße fortgedauert hatte, trennten wir uns
als gute Freunde, ohne deshalb Verabredungen für einen
weiteren Zusammenhang zu treffen. Nur der gedruckte An-
zeige-Brief, in welchem die Verheirathung von Irene und
James Gilling den Freunden des jungen Paares bekannt
gemacht wurde, gab mir nach Jahr und Tag eine direkte
Kunde von der Familie.
Zwe ites Kapitel.
Eine lange Reihe von Jahren ging darnach hin. Ich
war viel auf Reisen, kam aber zufällig nicht nach Frenens
Vaterstadt und begegnete ihr auch auf meinen Reisen nicht.
Wenn ich bei Landsleuten von ihr mich nach ihr und ihrem
Ergehen erkundigte, rühmte man ihre Schönheit, pries sie
als eine angenehme Wirthin und nannte das Gilling'sche
Haus als das gesuchteste und glänzendste der Stadt. Irene
wurde als eine Beschüzerin der Künste und der Künstler
angesehen, Maler, Bildhauer, Musiker fanden eine bereit-
willige Aufnahme in ihrem Salon, sie stand an der Spitze
verschiedener Wohlthätigkeits-Anstalten, machte sich mit den
Fortschritten auf dem Gebiete der Volkserziehung zu schaffen,
und ich hatte, diesen Berichten nach, allen Grund zu glau-
ben, daß Madame Aglaja sich in der Leitung und Führung s
ihrer Tochter wirklich nicht getäuscht habe, daß Frene in der s
Ehe mit ihrem Vetter das Glück wirklich gefunden, das sie s
erstrebt und erhofft hatte. Nur Kinder fehlten der Ehe, s
und man beklagte das natürlich in dem reichen Hause doppelt.

15
Später fand ich einmal zufällig in einer Zeitung die Notiz,
daß der Chef des großen Bankhauses Gilling, von bedenk-
lichen Nervenleiden heimgesucht, sich auf einen seiner Land-
l sihe zurückgezogen habe. Dann erfuhr ich weiter Nichts,
weder von ihm noch von der Familie überhaupt. Ich weiß
nicht, ob ich keine Bekannte von ihnen antraf, oder ob ich
sß aufgehört hatte, nach ihnen zu fragen.
So blieb es, bis eine Erkrankung im verwichenen Jahre
mir mein bisheriges rasch wechselndes Nomadenleben verbot,
und ich, der Unstätigkeit und Heimathlosigkeit ohnehin müde,
für eine Weile hier in Montreny zu bleiben beschloß. Das
gemäßigte Klima, die verhältnißmäßige Stille waren für einen
alten Junggesellen, der sich auf die Kraft und Ausdauer
seiner Lungen, nach dem Ausspruch der Aerzte, nicht mehr
viel, zu Gute thun durfte, ein sehr schicklicher Aufenthalt.
Ich hatte mich daher vor anderthalb Jahren im beginnenden
Herbste wieder einmal in der mir bekannten alten Pension
eingerichtet, um dort zunächst zu überwintern, und wollte
daneben auf die Gelegenheit zu einem mir passenden Ankauf
Acht geben, falls die Lust zu einer dauernden Niederlassung
mir einmal kommen sollte.
Der Winter bewies sich gnädig gegen mich, ich kam
wieder zu Kräften, konnte mit dem beginnenden Frühjahr
es auf's Neue wagen, rüstigen Schrittes in die Berge zu
gehen, und kam einmal an einem schönen Morgen von einem
Spazierwege nach Hause, als ich auf der Terrasse vor unse-
rem Speisesaal unter dem großen Nußbaum eine Frau sitzen
sah, deren Erscheinung mir auffiel. Sie war groß und
schlank, trug über einem weißen Kleide ein reich gesticktes
Fanny Lewald, Neue Novellen.

116
griechisches Jäckchen von dunklem Sammet und hatle einen
Strohhut mit einer Feder in der müde heralhängenden
Hand. Ihre Haliung, die Art uned Weise, in welcher sie
sich gegen den Baumstamm lehnte und die Kniee üüber ein-
ander geschlagen hielt, verriethen jene Sicherheit, welche sich
selbstgewiß gehen läßt, und sie mußte sehr in sich versunken
sein, denn sie wendete das Haupt nicht einmal um, obschon
verschiedene Personen nahe genug an ihr vorülergingen.
, Das ist die Dame, sagte eine der Auufwärterinnen
zu einem jungen Mädchen, ,welche eine große Wohnung im
ersten Stockwerk gemiethet und so lange hat leer stehen lassen.
Sie ist mit zwei Personen Bedienung angekommen.!
Die Neugier, jene Wucherpflanze unserer Natur, die
überall hervorschießt, wo in dem Thun des Menschen sich
leere Stellen zeigen, umgarnte mich plötzlich. Ich wollte
wissen, wer die Frede sei oder wenigsteus wie sie eigent-
lich anssähe; und fest anftretend, so das sie mich auf den
Kieswegen hören mußte, ging ich nach dem Platze hin, auf
dem sie saß. Sie hob den Kopf auf, sah mich an- wir
waren Beide betroffen, schwankten Beide einen Augenblick,
aber eben auch nur einen Augenblick, dann ließ Jrene ihren
Hut zu Boden fallen, und mir mit dem Freimuth alter
Tage wie sonst ihre Hände entgegenreichend, rief sie: , Sie
hier? Sie hier? Ach! das soll mir ein gutes Zeichen sein,
daß ich Sie hier finde! Eben hier und eben jet, da mir
die alten Tage wie im Traume durch die Seele zogen!'!
Ihre warme Begrüßung that mir wohl. Man wird
je älter, je liebebedütrftiger, und wenn man keine eigene
Familie hat, weis: man Freundschaft doppelt hoch zu schäyen.

1?
Troz ihrer unveränderten Gesinnung fand ich sie aber in
ihrer ganzen Haltung und Erscheinung sehr verändert. Sie
war eigentlich schöer als in ihrer ersten Jugend, denn ihr
Ausdruck- war weicher, seelenvoller geworden, ein unverkenn-
barer Zug von Schwermuth machte sie anziehend, und sie sah
weit jünger aus als sie war, obschon sie wenig
und ihre Physiognomie die Ermüüdung einer an
Leidenden verrieth. Sie hätte unbedenklich Gla
den,
entg
Farbe hatte
den Nerven
-=- - =- ==- = --==-=s-- I
für gut gehalten hätte.
Ich fragte sie nach ihren Eltern. ,Meine Eltern,
egnete sie,,erfreuen sich einer vortrefflichen Gesu
mdheit.
Sie würden sie völlig als dieselben wieder finden.
Vater hat kein graues Haar, meine Mutter sieht wie
Schwester aus; und seit mein Vater sein und meines
Mein
meine
Man-
nes Handlungshaus vereinigt hat, so daß er die Arbeitslast
-??
Er
Es kam mir vor, als unterdrücke sie ihre wahre Em-
pfindung bei den Worten, doch durfte ich sie darum nicht
agen. So erkundigte ich mich nach ihrem Manne.
, Er ist wie immer in Gillingforst!' bedeutete sie mich,
aber auch in dieser Antwort lag etwas, das mir auffiel.
cene bemerkte das.
, Sie sehen mich so fragend an,! sprach sie; ,Sie schei-
nen nicht zu wissen, daß mein Mann in Folge eines Gehirn-
idens schwachsinnig geworden ist
, Schwachsinnig!'' rief ich, erschrocken über die Kunde
und fast noch mehr über die Weise, in welcher sie mir die-
1

j -
118
selbe gab. , Seit wann? und wie? und wodurch ist das
geschehen?
Sie Jlieb auch bei meinem Ausrufe in ihrer müden
Gleichgültigkeit. ,Wir waren sechs Jahre verheirathet, ant-
wortete sie,,als sich die Zeichen seiner geistigen Erschöpfung
unabweislich kundgaben. Wäre unser ganzes Beisammensein
nicht so völlig äußerlich gewesen, so hätte ich sein verschwin-
dendes Denken, seine Abwesenheiten schon früher bemerken
können und müssen. Aber wir hatten mit einander so wenig
gemein, so wenig zu theilen ! Ich wurde es anfangs kaum
gewahr, wenn ich auf eines meiner Worte keine, oder eine
nicht zutreffende Antwort erhielt.!
Ihre Kälte bei diesen Mittheilungen war geradezu
grausam. , Ich erinnere mich,- sagte ich, um sie nicht in
ihre Gedanken versinken zu lassen, , daß einmal die Nachricht
von einem schweren Nervenleiden Ihres Mannes die Runde
durch die Zeitungen machte. !
,Das war gleich am Anfang,' entgegnete sie,,,als mein
Vater die Geschäfte meines Mannes in die Hand nahm. Er
hatte von James die Unterschriften zu allen Kontrakten noch
erlangen, und mit der Gewißheit erlangen können, daß James
sehr genau wußte, was er damit that. Man hoffte damals
noch auf die Möglichkeit einer Herstellung und wollte von
dem Zustande nichts in die Oeffentlichkeit dringen lassen, was
später vergessen zu machen, schwierig sein konnte. Unser
Arzt hatte aber schon in jenen Tagen an der Herstellung
gezweifelt.r
,, Sie hatten mir Ihren künftigen Gatten als einen

119
schönen stattlichen Mann geschildert!'' sagte ich in eigenem
ückerinnern.
,, Er war von Natur auch ein stattlicher Mann, aber
e kennen ja unsere goldene Börsenjugend! ! versetzte sie,
Su
und ein Zug von bitterem Widerwillen entstellte ihren schönen
Mund. ,, Man rief ein ganzes Kollegium von Aerzten zu-
sammen, man wollte dem Ausspruche unseres Arztes keinen
Glauben schenken. Man meinte, da man sich Genuß mit
Geld erkaufen könne, müßte auch die Kraft ihn fortzusezen,
für Geld zu haben sein, und die Aerzte gaben sich ein
hindurch das Ansehen, als theilten sie den Glauben.
gingen auf das Land, wir gingen aus ein
em Bade i
andere, von einem Klima in das andere.
sind wir so in der Welt umhergezogen, in
getrenntheit von jeglichem Verkehr, um die
Jahr und
s Zeit
ängstlicher
wachsende
Wir
das
Tag
Ab-
Zer-
störung in meines Mannes, Geistesleben dem Auge der
Menschen zu verbergen. Endlich wrde das unmöglich.-
Auch der Schein der Zurechnungsfähigkeit war nicht mehr
b- n,
aufrecht zu erhalten. Die Täuschung, der ich vier Jahre
meines Lebens hingeopfert = und wofür hingeopfert habe? =-
war zu Ende. Mein Mann lebt oder vegetirt unter Auf-
sicht seiner Krankenwärter mit Knabenspielen unterhalten in
illingforst, und ich- ich vegetire in der Welt!r'
Sie brach plötzlich ab, ich wußte nicht, was ich ihr
sagen oder mit welchem Tcoste ich ihr etwa begegnen sollte,
denn so wie ich sie in dem Augenblicke vor mir sah, war sie
mir völlig fremd. Die stolze Selbstgewißheit ihrer Jugend
? ?a

E
15
obschon ihr Schicsal ein sehr hartes war, konnte ich mir
nicht denken, daß allein die Krankheit ihres Mannes die
Ursache der Wandlung sein sollte, die sich in ihr vollzogen
hatte. Sie hatte Gilling nie geliebt, hatte das Leben sehr
nüchtern angesehen, besaß ja auch jett noch, was sie schon
frühe so hoch anzuschlagen gelernt hatte, Reichihum und
Geltung in der Welt, und sie war frei und in einer Ge-
sellschaft aufgewachsen, deren Moral nicht allzu streng und
ängstlich ist, vorausgesetzzt, daß die Freiheit, die der Einzelne
sich zuerkennt und nimmt, nicht gegen die äußeren An-
standsregeln anstößt. Was hatte sie also noch Besonderes
erlebt? was konnte ihr geschehen sein, sie so völlig zu ent-
muthigen?
Während diese Fragen in rascher Folge durch meinen
Kopf schossen, war Irene in ein stilles Brüten versunken.
Mit einem Male richtete sie sich auf: ,Sehen Sie, Maxime!
rief sie aus, ,, wenn ich eine Tochter hätte, und ich wollte,
ich hätte sie, in das einsamste Pfarrhaus würde ich sie
schicken, um sie dort heranwachsen zu lassen. Sie sollte Nichts
wissen, Nichts erfahren von der ganzen unseligen Gemein-
schaft, die sich mit so anmaßender Thorheit als,, die große-
Welt! bezeichnet. In den engsten Sitten - und Moral-
begriffen, in dem höchsten Jdealismus würde ich sie auf-
erziehen lassen, denn sie hätte dann im Leiden doch einen
Halt, einen Trost in ihren Entsagungen. Aber ich ?-
Sie stand auf, drückte ihr Tuch flüichtig gegen die Augen,
und ihren Arm in den meinen legend, sprach sie: ,Eommen
Sie, mein Freund und verzeihen Sie mir. Ich will mich
künftig besser zusammen nehmen, ich lasse mich auch nicht

Kapitel 03

n51
oft so gehen. Aber meine Nerven sind schwach, und als ich
mich hier so einsam fand, so unaussprechlich einsam, da über-
wältigte mich die vergleichende Erinnerung zwischen der
Irene, die hier vor achtzehn Jahren so übermüthig in das
Leben blickte und zwischen meinem jetzigen Empfinden --
und Ihr unerwartetes Dazukommen that dann das Nebrige.
Kommen Sie! Sprechen wir nicht mehr von mir! Was
im Grunde auch an mir gelegen! Kommen Siel''
sonst
mern
hatte
den.
Von der Stun
die Menschen
speiste. Sie
dabei Geschm
Drittes Kapitel.
nde ab sah ich Irenen täglich, obschon sie
meistens mied und einsam in ihren Zim-
hatte ein Beditrfniß allein zu leben, und
ack an ernsthaften Beschäftigungen gefun-
Wir faßten also gnt zusammen und hatten uns auch,
als der Sommer seinem Ende nahte, so daran gewöhnt,
schweigend mit einander spazieren zu gehen, am Abend ein
gelesenes Buch mit einander zu besprechen, Rücksicht auf das
gegenseitige Befinden zu nehmen, daß ich das Küürzerwerden
der
der
Tage mit einer Art von Sorge sah, denn es hatte bei
Freundin festgestanden, mit dem Herbste weiter gen Süden
ziehen, um den Winter in Ftalien zu verleben.
Ich meinerseits hatte schon seit langen Jahren den
Wechsel der Zustände als das einzig Gewisse betrachtet;
bennoch wollte es mir nicht in den Kopf, daß ich den Winter
ohne die anmuthige Gegenwart der werthen Frau verleben
sollte. Nun steckt in jedem von uns ein Stück von einem
woisten, und fast ohne cs zu wollen, sprach ich es ihr aus,
Eg

wie schmerzlich es mir sei, an ihr Fortgehen zu denken, da
ich durch mancherlei Verhältnisse zu verweilen genöthigt sei.
Sie war wider mein Erwarten davon ergriffen. -
, Aber warum haben Sie mir das nicht längst gesagt?
rief sie. ,Sie haben mir mit ihrem Schweigen eine Genug-
thuung vorenthalten. Ich kann ja bleiben! Hier so gut
bleiben als anderwärts! Füür den, der wie ich vom Leben
Nichts mehr hofft und Nichts mehr erwarten kann, was
könnle es für den Wohlthuenderes geben, als die Gewißheit,
daß sein Dasein doch für einen Anderen noch einen Werth
hat?--
Sie schellte bei den Worten, befahl dem eintretenden
Diener, ihr den Hauuseigenthümer zu rufen, und noch in der
nämlichen halben Stunde hatte sie mit dem Wirthe die Miethe
für den Winter abgeschlossen und die Einrichtungen besprochen,
welche sie in ihrer Wohnung für denselben gemacht zu haben
wünschte.
So war mir denn ihre Anwesenheit für eine längere
Zeit gesichert und jeder Tag machte sie mir werther und
erhöhte meine Theilnahme für sie. Es war unmöglich, an-
spruchsloser zu sein als sie, hüülfreicher und gütiger als sie.
Sie verlangte kaum jemals Etwas für sich und war achtsam
auf das Bedürfniß jedes Geschöpfes. Kein Armer,
Kranker, kein Thier und keine Pflanze entgingen ihrer
achtung, sofern sie in ihren Bereich kamen; an Allem,
durch ihre Pflege gedieh, hatte sie eine Befriedigung,
neben diesem allgemeinen Wohlwollen waren für mich
kein
Be-
was
und,
fast
unvermittelbar eine Menschenverachtung und eine Erbitterung,
gegen die Gesellschaft, in der sie geboren worden war, in

nR
! ihrer Seele, von denen sie selbst ihre Eltern nicht ausschloß.
j Neber sich sprach sie nur selten, und nur zwei Aeußerungen,
! welche sie bei verschiedenen Anlässen gethan, hatten mich
! tiefer in jhre Seele büicken assen.
, Gliücklich zu sein und an Glück zu glauben, muß man
! in der Jugend lernen! Im späteren Leben lernt man es
; nicht mehr, weil man an das Zweifeln gewöhnt, keinen
! Glauben an Andere in sich aufkommen läßt und keinen
Glauben mehr an sich selber hat!- sagte sie mir einmal, als
ß ich sie mit Aussichten auf die Möglichkeit einer schöneren
g Zukunft aufzurichten strebte; und ein ander Mal, als Je-
! mand bei einem geringfügigen Anlaß scherzend die Worte
s Schiller's brauchte: ,Was Du von der Minute ausgeschla-
; gen, bringt keine Ewigkeit zurück! wurde sie plötzlich aus
s einer heiteren Stimmung in dest tiefsten Ernst, ja in jene
s Schwermuth versetzt, die nur selten von ihr wich.
, Es giebt Worte, sagte sie an dem Abende zu mir,
, die wie ein Gottesurtheil das ganze Schicksal eines Men-
j schen umfassen. Dieses: ,Was Du von der Minute aus-
s geschlagen, bringt keine Ewigkeit zurück!: brennt seit Jahren
s und Jahren mit Flammenschrift in meiner Seele, und wie
P das Mene Tekel pharsin erscheint es bisweilen vor mir in
b
k
K

der Stille der Nacht an der dunklen Wand meines Gemaches.
Das Leben bot ihn mir einmal, den vollen Kelch des Glückes
== und ich stieß ihn von mir- feig - elend- eng-
herzig! um mich nun lebenslang in bitterer Reue verschmach-
tend danach zu sehnen!''
Der Tag, an welchem sie diese Selbstanklage vor mir
ausgesprochen hatte, war der letzte Tag des Jahres, und

wie gewöhnlich brachte ich den Abend bei ihr zu. Ihre
Gesundheit war immer schwankend, sie litt an einer Abspan-
nung, die ich einfach auf ihren Mangel an Lebenölust schob;
sie selber sah ihren Zustand in dem gleichen Lichte an, es
war also von einer ärztlichen Berathung Iniemals die Rede
gewesen; den Abend aber befand sie sich übler als sonst.
Sie hatte Nachricht von Hause erhalten. Ihre Eltern machten
ihr Vorwürfe, daß sie sich ihnen entziehe, daß sie nicht in
der Welt und in der Gesellschaft lebe, wie es einer Frau in
ihren Verhältnissen gezieme; daneben fanden sich Berichte
über das Ergehen ihres Gatten. Die Eltern mochten auf
ein nicht allzufernes Ende desselben schließen und schienen
der Tochter Hoffnung auf diese Befreiung lenken zu wollen.
Jrene fühlte sich von den Briefen sehr gequält.
- ?
Ich fand sie mit verweinten Augen in fieberhafter Auf-
regung, und sie empfing mich mit den Worten: , Schade,
daß Sie hente kommen; denn heute bin ich in einem Zu-
stande, daß das gleichgüültigste Wort mir die Thränen über-
fließen macht. Das Herz ist mir zum Zerspringen voll.
Ich kann üilerhaupt kein Rückwwärtsblicken, kein Vorwärts-
schauen mehr ertragen. Deshalb ist der Jahreswechsel auch
eine wahre Qual für mich; ganz abgesehen davon, daß er
ein Tag furchtbarer Erinnerung für mich ist. Heute haben
Sie keine Wahl-- Sie müssen fortgehen, lieber Freund!
oder anhören, was heute wieder einmal wie eine erdrückende
Last mich niederbeugt, und was keines Menschen Ohr von
mir vernommen hat. Sd wie bisher kann ich aber nicht
weiter leben. Ich glaube, mir wird besser werden, wenn
ich mir einmal das Herz befreie, wenn ich künftig davon zu
A' »-.;-

Kapitel 04

175
einem Meuschen sprechen kann, wie ich zu der Herzensver-
einsamung gekommen bin, in der ich lebe. Wollen Sie
mich hören?-
Sie können denken, was ich zur Antwort gab. Es hatte
mich, seit ich sie zuerst wiedergesehen, fast an jedem Tage ge-
drängt, sie zu fragen, was ihr geschehen sei? woran sie kranke?
Aber ich hatte mich zurüückgehalten, denn ich kenne nichts, was
mir ein schlimmerer Angriff auf die Freiheit eines Anderen
scheint, als die Forderung von Mittheilungen, die er uns
nicht freiwillig gewährt. Des Menschen Vergangenheit ist
sein eigenster Besitz, und der Hausdiebstahl, den die Krimi-
nalgesetze der eivilisirten Völker so hart bestrafen, ist in
meinen Augen noch lange nicht so strafbar als zudringliche
Neugier gegenüber einem geflissentlich verschwiegenen Kum-
mer. Dazu war ich wie sie selber überzengt, daß es Jrenen
wohl thun würde, einmal freien Herzens von sich selbst zu
sprechen, und sie that das schonungslos, als stände sie vor
ihrem Beichtiger.
Viertes Kapitel.
, Sie haben mich ja gekannt, mein Freund ' sagte Jrene,
, in dem verderblichen und verderbten Materialismus, in dem
g Hochmuth meiner Juugend, und niemals, seit ich wieder in
ß. diesen Zimmern wohne, bin ich auf diesen Balkon hinaus-
s getreten, ohne mich mit Beschämung und mit einer unheim-
h lichen Empfindung der thörichten Bekenntnisse zu erinnern,
ß welche ich eben Ihnen an dieser Stelle einst gemacht habe.
? Noch heute steht mir der Ausdruck Ihrer Mienen vor Augen,

noch heute sehe ich das leise Kopfschütteln und den Blick
voll theilnehmender Sorge, mit dem sie mich betrachteten,
und ich glaube in Ihrer Schäzung nicht dadurch zu steigen,
wenn ich Sie versichere, daß ich damals in bestem Glauben
zu Ihnen sprach, und daß ich Sie, wie meine Eltern das
thaten, für einen überspannten Schwärmer hielt, dessen sitt-
liche Jdeale im Leben nirgends verwirklicht werden könnten.
ach hielt die Welt, wie sie mich umgab, für die beste Welt,
und war sicher, nach der praktischen Anleitung meiner Eltern
auf dem ebensten Pfade zu einem erwünschten Ziele zu ge-
langen. Nun! ich habe sie kennen lernen, die Welt der
sogenannten praktischen Vernunft, die Welt der satten Moral
-- und ich bin ihrer selber satt geworden, satt bis zum
Lebensüberdruß.
Sie unterbrach sich, schwieg eine kleine Weile und fuhr
dann ruhiger und gefaßter zu sprechen fort. ,Als ich hier
vom See zurück und wieder in unsere Heimath kam, empfing
uns gleich am Bahnhof James. Er sah vortrefflich aus,
war vortrefflich gekleidet, seine neue Equipage war vom
besten Geschmack, er schien sich unseres Wiedersehens in der
ahat zu freuen; er gefiel
höchlich zufrieden, als er
lebhafter Weise fortseyte,
mir besser als je, und ich war
seine Bewerbung um mich in so
daß schon nach wenig Wochen
unsere Verlobung bekannt gemacht wurde.
, In der Stunde, in welcher man mir seine Brautge-
schenke überbrachte, erhielt ich einen anonymen Brief, der
mir Nachrichten über ein früheres Liebesverhältniß meines
Verlobten gab und uun an mich appellirte und die Auf-
lösung meiner Verlobung verlangte. Die Thatsache selbst

ts
war mir durchaus nicht neu, aber die Zuschrift der Unglück-
lichen, die offenbar selber in der dritten Person mit mir
korrespondirte, erschreckte mich. Ich brachte das anonyme
Schreiben meiner Mutter. Sie war empört über die Frech-
heit der Unglücklichen, die es an mich gerichtet hatte; ein
Wort der Mißbilligung gegen meinen Bräutigam habe ich
von ihr nicht gehört. Sie erwartete es als etwas Selbst-
verständliches, daß ich der Sache nicht Erwähnung thun
dürfe, sie wollte James durch den Vater davon in Kennt-
niß setzen lassen, sie war überzeugt, daß James die Sache
in schicklichster Weise erledigen werde; und leichthin die
Achsel zuckend sagte sie mit einer Miene, die ich mir deuten
konnte, wie ich wollte: an die Vergangenheit des Mannes
habe eine Frau kein Anrecht; ihre Zukunft sich zu wahren,
sei ihe Aufgabe, ihr Necht und ihre Pflicht.
, Ich fand das Alles völlig in der Ordnung, denn ich
war in der Gewohnheit dieser Grundsätze auferwachsen. Die
große Aufmerksamkeit meines Bräutigams auf jeden meiner
Wünsche, seine verschwenderische Freigebigkeit, seine immer
gleiche Heiterkeit und unsere gemeinsame Lebenslust ließen
mir die wenigen Monate unseres Brautstandes wie in einen
Märchentraum vergehen. Was ich irgend begehrte, stand
gewährt vor mir, sobald ich dem Verlangen nur das Wort
gegeben hatte. Man nannte uns ein sehr wohl assortirtes,
ein reizendes junges Paar, man beneidete uns und ich selber
dünkte mir beneidenswerth. Ich ging mit voller Zuversicht
an den Altar; die ersten fünf, sechs Monate widersprachen
meinen Erwartungen nicht. Die Hochzeitsreise, das Herum-
ziehen von einem Orte nach dem anderen unterhielten uns;

?
wir berührten die Länder, die Menschen, wie im Fluge;
endlich riefen seine Geschäfte James in unser Haus zurück,
da sein Vater schwer erkrakt war, und kaum heimgekehrt,
versetzte seines Vaters Tod uns in Trauer, ward er des
Hauses nunmehr alleiniger Vertreter.
, James war der Arbeit und der Geschäfte nicht un-
kundig, aber er liebte sie nicht, denn er war von früh auf,
ebenso wie ich, zum Genuß des Lebens, nicht zu seiner ver-
ständigen Benüzung erzogen worden. Jetzt konnte er sich
der Arbeit nicht entziehen, und obschon sie gewinnbringend
war und thätige Hülfe ihm zur Seite stand, machte die kleinste
Störung in dem Gang der Geschäfte ihn verdrießlich, wäh-
rend die Arbeit selbst ihm lästig fiel. Er kam müde, kam
mißgestimmt nach Hause; ich empfand das unangenehm und
war nicht danach gemacht, ihm eine Entschädigung dafür
zu bieten. Irgend welche geistige Jteressen hatte Keines
von uns, gemeinnüüzige Thätigkeit war für uns Beide eine
Anstandssache wie unser ganzes elegantes Auftreten. Wir
langweilten einander, sobald wir allein beisammen waren,
mtachten Eines dem Anderen erst heimlich, dann auch aus-
gesprochen, diese stumpfe Gleichgültigkeit zum Vorwurf; die
Gesellschaft, das Theater waren unsere Zuflucht, eine be-
rühmte Tänzerin gewährte meinem Manne bald die erhei-
ternde Zerstreuung,
, Ich beklagte
Bemerkung zurück,
große Aufregungen
welche er bei mir nicht fand. --
mich bei ihm, er wies mich mit der
daß wir nicht in Arkadien lebten, daß
und Verdrießlichkeiten, wie seine Ge-
schäfte sie mit sich brächten, lebhaftere Zerstreuungen erfor-
derten, als der trauliche Kamin in dem stillen Wohngemach

1
sie biete; er gab die Thatsache nicht zu und leugnete sie
auch wieder nicht, sondern ermahnte mich, in der Gesellschaft
kein Idyll aufführen zu wollen, keinen Heiligen zum Ge-
fährten zu verlangen, sondern als vernünftige Frau mit
einem gewöhnliche
kleine unschuldige
erheitert und nur
zurückkehre. Das
gewesen, in wenig
Tänzerin den Ort,
Erklärung endete
Manne zufrieden zu sein und ihm solch'
Phantasieen nachzusehen, von denen er
um so bereitwilliger in seine
Theater sei von jeher seine
Wochen verlasse die von mir
Häuslichkeit
Leidenschaft
angefeindete
man müsse leben und leben lassen. Die
mit einer so herzlichen Umarmung, als
ob Alles zwischen uns auf's Beste stünde. James nannte
mich seinen reizenden kleinen Zuchtmeister, seinen schönen
Sittenprediger, seine Einfalt vom Lande. Ich schämte mich
endlich vor mir selher und sagte mir: macht denn der und
macht jener Adere es auders? und sind ihre Frauen des-
halb weniger heiter, weniger mit ihren hänslichen Verhält-
nissen zufrieden? -- Ich tröstete mich mit fremdem Elend
über
das Elend, das sich vor mir selber aufzuthun anfing.
Aber meine Verblendung, mein Verlangen, mich selber
betrügen, halfen mir gegen die Stimme in meinem Fnnern
nicht, obschon meine Mutter mir gelassen sagte: eine ver-
ständige Frau müsse und ditrfe nicht erfahren, was der
Mann verschweigen wolle; die Ehe sei kein Paradies, sie sei
eben eine erhabene Fnstitution, vor deren Aufrechterhaltung
man Achtung haben müsse; und wenn unserer Ehe durch
die Kinder erst die wahre Heiligung gegeben sein würde,
so werde Alles sich ändern, James sich wandeln, und das
wahre Glück fir mich beginnen. Inzwischen müsse man am

Tag den Tag zu leben und das Dasein leicht zu nehmen
suchen.
d.
, Ich schwieg fortan, ich suchte mich zu zerstreuen, ich
wartete auf die Segnung unserer Ehe durch die Kinder --
unsere Ehe blieb kinderlos. Meines Mannes Le bensweise
änderte sich nicht, eine leichtfertige Verbindung folgte der
anderen auf dem Fuße, aber ich hatte die Möglichkeit, allen
meinen Einfällen, so weit Geld ihre Verwirklichung bezah-
len konnte, nachzugeben; unser Haus wurde der Mittelpunkt
der Gesellschaft, ich war und blieb der Gegenstand des Nei-
des- und in meinem öden Herzen wuchsen nur Eine Em-
pfindung, Ein Gedanke in unwiderleglicher Klarheit auf:
die Scham über bie Beleidigung, welche meines Mannes
leichtfertiger Lebenswandel mir anthat, ohne daß ich mich
darüber zu beklagen wagte. Unglücklich war ich schon da-
mals ganz und gar; es zu bekennen, es der Welt, der Ge-
sellschaft, in der ich lebte, zu verrathen, daß ich nicht glücklich
sei, war mir indessen noch unerträglicher als mein verbor-
genes Leid. Und doch wußten alle diejenigen, vor denen
ich mich scheute, Alles, was außer meinem Hause vorging,
doch waren meines Mannes Abenteuer in der Leute Mund.
Es war ein Zustand der Lüge, der mir noch heute Gr auen
einflößt, wie die ganze Gesellschaft, die ihn fortdauernd in
sich erzeugt, beschönigt und bestehen machht.
,Wir waren über drei Jahre verheirathet, als die erste
Erhebung in Schleswig-Holstein niedergeworfen wurde. Weder
meine noch meines Mannes Familie waren den Ereignissen
des Jahres achtundvierzig geneigt, noch der Erhebung der
Herzogthümer günstig gewesen. James nannte sich mit Vor-
- » g-

16t
liebe und Selbstbewußtsein einen eingefleischten Reaktionär,
ich hatte kaum eine andere als eine rein äußerliche Theil-
nahme an den Vorgängen um mich her, sofern sie unsere
persönlichen Interessen nicht bedrohten. Aber der Krieg in
den Herzogthümern hatte seine blutigen Früchte getragen,
die Hospitäler lagen voll von Kranken und Verwundeten,
Freund und Feind hatten dringenden Anspruch auf schnelle
Hülfe. Reiche Männer stellten beträchtliche Summen zur
Verfüüguung für die Lazarethe, werkthätige Frauen nahmen
ihre Beaufsichtigung in die Hand, man wollte nicht hinter
den Leistungen solcher Barmherzigkeit zurückbleiben, wir
legten die seidenen Kleider ab, banden die Schürze der
Krankenpflegerin vor, und wie ich zum ersten Male Noth
und Elend vor mir sah, zum ersten Male eine Dienstleistung
für einen Anderen übernahm, für Fremde, die nicht meines
Hauses, nicht meiner Familie waren, kam eine nie gekannte,
nie geahnte Empfindung über mich. Mein bisheriges so-
genanntes Wohlthun war Sache einer leeren Convenienz
gewesen. Ich hatte gethan, was ich Andere thun sah; ich
hatte einen füür mich nicht bemerkbaren Theil meines Ueber-
flusses fortgegeben, ohne sonderlich daran zu denken, wem
es zugewendet ward und was es wirkte. Ich war die Spen-
dende,
Armen
gemein
die reiche Frau, sie waren die Enpfangenden, die.
gewesen: wir hatten mit einander im Grunde nichts
gehabt. Ich hatte nie mit Deutlichkeit erfahren
die Worte Mitmenschen, Mitleiden bedeuten wollten.
was
Hier
an den Siechbetten der Fremden lernte ich sie verstehen,
zoie -ne vetebenne n zaen e Vensaentzese .; z,,
Mitleiden in mein starres, ausgedörrtes Herz.!
Fanny Lewald, Neue Novellen.

Frenens Augen glänzten in der Wärme einer Empfin-
dung, die ich früher in diesen Grade niemals an ihr wahr-
genommen hatte. Sie athmete tief auf, als ob man plüh-
lich die Meeresluft einathme und mit einer Stimme, in der
ihre tiefe Bewegung unverkennbar war, fuhr sie danach
also fort:
, Weil ich völlig ungeübt in den Leistungen war, welche
die Krankenpflege fordert, hatte die Vorsteherin mich in den
großen Saal genommen, den sie selber versorgte, damit ich
mich unter ihrer Aufsicht für den Dienst einübte. In langen
Reihen lagen sie neben einander: Alt und Jnng, Arm und
Reich, Freund und Feind! in ihrer brennenden Wunden
blutiger Pein, hoffend, vertrauend auf uns, auf unsere Liebe
und Barmherzigkeit.
Sie hielt abermals inne, wie man inne hält und zau-
dert, wenn man den Vorhang vor einem Heiligthum fort-
ziehen soll, dann sagte sie mit rascher Neberwindung ihrer
Scheu: ,Von Bett zu Bett waren wir dem verbindenden
und ordonnirenden Arzte folgend, bis an das Lager eines
hungen Unteroffiziers gekommen. Er war schwer, aber nicht
tödtlich verwundet; die Untersuchung, der Verband seiner
Wunden war äußerst schmerzhaft, er ertrug die Qual ohne
einen Laut der Klage, ohne daß eine Miene seines edlen
Antliyes sich veränderte; der stille Blick, der Händedruck,
mit dem: er dankte, rührte selbst den alten Arzt. Der Auf-
schlag seiner Auugen hatte noch in der Erschöpfung etwas
Uuwiderstehliches. Es kam darauf an, ihm: jede Bewegung
zu ersyaren, man hielt ein Aufgehen der Adern für möglich
und besorgte dann eine Verblutung. Der Arzt wüünschte,
? «-

163
daß wenigstens für die nächsten zehn, zwölf Stunden die
genaueste Achtsamkeit auf ihn verwendet würde, man wies
mich zu seiner Bewachung an. So schwach er war, ver-
suchte er sie abzulehnen. Ich brauche Niemand! sagte er.
Ich weiß, was für mich auf dem Spiele steht; ich werde
mich nicht rüühren, werde rufen, wenn es nöthig würde. Es
brauchen Andere Hülfe, noch dringender als ich.-- Man
bedeutete ihn, daß er hoffentlich bald schlafen würde und
dann nicht für sich stehen könne. Mitde bin ich, müde und
recht matt! sagte er, und er hatte die Worte kaum beendet,
als seine Sinne schwanden und der Schlaf der Erschöpfung
ihn umfing.
, Die Aerzte hatten das Zimmer mit der Vorsteherin
verlassen, nur die wachenden Pflegerinnen blieben in dent
Saal zurück. Ich saß an meines Kranken Bett, und weil
ich mich um ihn sorgte, weil ich zum ersten Male mich selbst
vergaß, zun ersten Male eine Pflichterfüllung übte, fühlte
ich mich glüücklich. Was die Geburt eines Kindes mir ge-
geben haben würde: das Erwachen
das gab die Pflege eines fremden
nicht müde ihn zu betrachten, er
der uneigennüzigen Liebe,
Mannes mir. Ich wurde
war so schön. Ich hätte
in jedem Augenblicke seine Hand ergreifen, die meine auf
seine Stirne legen mögen, um zu fühlen, ob das Fieber
stark sei, das nach kurzer Zeit in seinen Adern zu brennen
begann. Als man mich ablöste, ließ es mir zu Hause keine
Ruhe und doch war ich in meinem Innern glücklich.
, Ihnen, mein Freund! sagte Irene, ,brauche ich es
nicht zu schildern, wie das Wunder der Erweckung aus der
Lethargie selbstsüüchtiger Genußsucht sich in mir vollzog; Sie
11


P -
-
z- s
sind ein Kenner des Menschenherzens. In ungekannter
Schnelle gingen mir in der Pflege meines Kranken die Tage,
die Wochen hin. Was ich an den Betten der Anderen zu
leisten hatte, wurde mir leicht, weil es ihn freute, seine
Kameraden erleichtert zu sehen, und nie habe ich meinen
Schmuck mit solcher Befriedigung angelegt, wie das wollene
Kleid und die Krankenpflegerschürze, die wir in den Hospi-
tälern trugen.
, Es waren herzerhebende Augenblicke, als die Schatten
des Fiebers von ihm wichen, als er mich anblickte und sich
erinnerte, daß er mich schon früher gesehen hatte, daß ich
dabei gewesen war, als man ihn verbunden. Ich war hoch
erfreut, als er mit mir an jedem Tage mehr und mehr zu
sprechen anfing, als ich ihm eine Blume, eine Erquickung
aus dem Ueberfluß unseres Hauses an sein Lager bringen
konnte. Ich liebte ihn wie mein Kind-- ich sollte ihn
noch anders lieben lernen.
, Er war ein Dentscher, aber außerhalb des Vaterlandes
aufgewachsen. Die politischen Ereignisse und Verfolgungen
hatten seinen Vater in das Exil geführt; seine Eltern waren
beide frih gestorben, sie hatten ihu als Erbe die Begeiste-
rung für die Einheit des Vaterlandes hinterlassen; und die
Volkserhebung des Jahres Achtundvierzig hatie ihn in das-
selbe zurückgefüührt. Von der Universität, auf welcher er
seine Studien fast beendigt, war er nach Holstein gekommen
und in die Armee getreten. Da er gesund und die Kraft
seiner Jugend ungebrochen war, ging seine Heilung gut und
schnell von Statten, und man konnte bald daran denken,
ihn, wie es damals allgemein geschah, aus dem Hospitale
-

16d
-D ?N RN
erstellung bei sich zu verpflegen.
, Mein Mann, der es auch in diesem Falle liebte, sich
-n keinem: seiner Mitbüürger übertroffen zu sehen, hatte
mehrere Zimmer des Erdgeschosses für die Genesenden her-
richten lassen. Wir hatten einen österreichischen Ge:
neral
und zwei preußische Hauptleute aus hocharistokratischen
milien bei uns aufgenommen; mein Mann gefiel
sie nach seinen Mitteln zu bewirthen, und unser
sich d
Haus
Fg-
arin,
war
ziemlich voll, weil wir mit den Offizieren auch
Be-
w ==« ==- ===v»a- b=e-s . F,. g...
Schwierigkeit, als ich den Wunsch aussprach, den jungen
Unteroffizier ebenfalls in unserem Hause unterzubringen.
Ein kleines Stübchen, das an unsere Treibhäuser anstieß
und durch diese mit dem Gartensaale zusammenhing, war
frei, und an einem hellen Novembertage konnte ich ihn in
asselbe führen.
, Mein Mann hieß ihn flüchtig willkommen, bemerkte
gegen mich, der Unteroffizier sei ein hübscher Mensch und
sähe ordentlich nach Etwas anus; aber ein Unteroffizier, ein
armer bürgerlicher Student war kein Gegenstand für die
Beachtung von James Gilling, und als ich davon sprach,
ihn an der Tafel mitsiyen zu lassen, an welcher die anderen
Offiziere mit uns speisten, wies mein Mann dies als eine
Unmöglichkeit zurück. Ich wendete ein, daß der Unteroffizier
ein
sei
junger Mann von Bildung, daß er aus guter Familie
, daß er mit jenen Männern zusammen gekämpft habe,
t der Seite des einen Hauptmanns verwundet worden sei,

.66
und daß ich in demselben Zimmer des Hospitals Beide
gleichzeitig bedient, daß der Hauptmann und der Student
sich mit einander nah befreundet hätten. Ich richtete damit
nichts auus.
,Die Campagne ist zu Ende,! sagte mein Mann, ,aus
dem Lazareth sind sie heraus und damit endet denn auch
für sie die Posse von der Freiheit und Gleichheit, in der
diese letzten Zeiten uns mitzuspielen gezwungen haben. Der
junge Mensch kann, da er als Demokrat die Standesunter-
schiede vermuthlich nicht hoch anschlägt, mit den Burschen
der Offiziere oder auch in feiner Stube essen, wie es Dir
am besten scheint; aber nun Du die Schürze der Pflegerin
abgethan hast, laß auch die humanen Grillen fahren! Wir
leben nicht im Krankenhause, sondern in der Welt, und die
allgemeine Menschenliebe der barmherzigen Schwester ist in
der Gesellschaft eine Abgeschmacktheit.
, Ich wußte, daß gegen solche Aussprüche meines Mannes
nicht anzukämpfen war, daß meine Eltern dieselbe Ansicht
hegen würden; in Grunde meines Herzens hatte ich bisher
ebenso gedacht, und mit dem Worte , die Gesellschaft! war
ich aus dem Felde geschlagen. Dennoch lehnte mein inneres
Empfinden sich dagegen auf. Es kam mir vor, als begehe

äee
eäs
ich ein Unrecht gegen meinen Kranken, der mein Gast ge-
worden war, als habe ich ihm etwas abzubitten, und meine
Sorgfalt fiir ihn verdoppelte sich dadurch. Ich ließ ihn in
seinem Zimmer speisen, er hielt sich in gemessener Ferne,
anspruchslos und in sich selbst begnüügt wie stets.
, Da die Jahreszeit ungünstig zu werden anfing, be- -
gaben die Genesenden sich häufig in die Treibhäuser, um
- . -sssä

ue?
dort Luft zu schöpfen, und der Hauptmann selber zog seinen
jungen Freund in den Umgang der Offiziere. Damit brachte
er ihn auch in meine Nähe. Ich sah ihn jedoch nur selten
und anfangs nur im: Beisein Dritter; als diese aber auszu-
gehen begannen, traf ich ihn öfters auch allein-- und ich
verlangte bald darnach, mit ihm allein zu sprechen, zu ver-
kehren.
, Er war mit mir in einem Alter, die Verschiedenheit
unserer Lebenswege hatte uns jedoch ganz verschieden aus-
gebildet. Schon die kurzen Unterredungen, die ich an seinem
Krankenlager mit ihm gehabt, hatten mir das dargethan.
Ganz zufällige, ganz flüchtige Worte aus seinen Munde
waren in mein Herz gedrungen und hatten wie eine neue
Offenbarung auf mich gewirkt. Meine Erziehung, meine
Erfahrung hatten mich glaubenslos gemacht. Ich hatte nicht
an das Edle, an das Große in der Menschennatur geglaubt,
an die idealen Ziele der Menschheit hatte ich nie gedacht,
über Moral und Sittlichkeit hatte ich lächeln, sie als die
Schranke ansehen lernen, hinter welcher die große Masse der
Mittellosen und der Mittelmäßigkeit sich aus ihrer Noth
eine Tugend macht. Meine Ideale von Liebesglück hatte ich
aus den französischen Romanen geschöpft.
, Nun stand ich plötlich vor einem jungen Manne,
dessen Reinheit vor meiner Aufklärung und Duldsamkeit, wie
vor meiner Gleichgiltigkeit gegen das Jdeale fast erschrak,
der an Ernst, an Wissen seinen Jahren weit voraus, an
schlimmen Lebenserfahrungen neben mir ein Kinnd war --
und ich schämte mich vor ihm. Wenn ich ihn in seiner er-
habenen Einfachheit von dem Vaterlande, von Freiheit,

von Heimath, von seinen Eltern, von der Heiligkeit der Ehe
und der Liebe sprechen hörte, war ich zuerst betroffen, dann
erstaunt. Wie zu dem: blauen, lichtdurchfunkelten Himmel
sah ich zu ihm empor, als ich ihn näher kennen lernte; und
wie wir uns mit neugierigem Verlangen darnach sehnen,
hoch oben in demt reinen Aether dem Geheimnisse nahe zu
kommen, das wir dort verborgen glauben, so sehnte ich mich
darnach, die Tiefe seines Herzens kennen zu lernen, so sagte
ich mir: welch' einen Schaz von Liebe muß diese Brust
verbergen !
und sagte: , Ich bin bald am Ende, mein Freund ! und
ich zügere nur, weil das, was ich noch zu sagen habe, mich
in Ihren Auugen erniedrigen wird. Aber verdammen Sie
mich nicht-- ich verdamme mich ja selbst!
, Sie haben mich jung gekannt, Sie wissen es daher,
ich war nicht gefallsüchtig, ich habe nie danach gestrebt, mir
die Liebe eines Mannes zu erwerben. Ihm gegenüber
habe ich es gethan. Daß ich ihn nicht so frei und unge-
hindert wie jeden Anderen sehen konnte, daß ich die Gele-
genheit, ihn zu treffen, herbeizufüühren, die kurze Zeit des
Beisammenseins zu berechnen, daß ich diesen heimlichen Verkehr
mit ihm vor meinem Maunne, vor meinen Eltern zu verber-
gen hatte, machte ihn mir reizend. Die ofsene Hingebung,
mit der er sich mir arglos nahte, mir, seiner Pflegerin, der
Frau eines Mannes, dessen Haus ihn gastlich auufnahm, ent-
zückte mich. Ich fühlte es mit deutlichem Bewußtsein, wie
die Liebe fir ihn in meinem Herzen mächtig zur Leiden-
schaft erwuchs; ich sah es, wie seine Dankbarkeit zur Liebe
D
säää
Irene wurde plötzlich stille, dann gab sie mir die Hand

16
wurde, und ich hielt mich nicht zurück, ich wies ihn nicht
zurück. Ich war zum ersten Male in meinem Leben jung,
ich liebte zumt ersten Male in meinen Leben, und ich war
wie durch eine Erlösung neu geboren, als das Geständniß
seiner Liebe meine Seele durchschauerte, als ich Freuden-
thränen weinend an seinem Herzen lag.
, Aber auch in dieser Stunde blieb er sich selbst getren,
denn schon im nächsten Augenblicke standen sein Rechts-
bewußtsein und sein Ehrgefühl ihm wieder treu zur Seite.
, Er ließ mich aus seinen Armen los, um Abschied von
mir zu nehmen. Was die Liebe Begeistertes, was das
strenge Ehhrgefühl des Manes Gewissenhaftes sagen konnte,
das sprach er mir mit einem Schmerze auus, der mir ein
neues Glück ward. Ich war außer mir bei dem Gedanken
an sein Gehen. Ich beschwor ihn, mich nicht zu verlassen;
ich nannte ihn meinen Erlöser, ich betheuerte ihm, daß ich
mit der Liebe, welche ich ihm entgegenbrächte, meinem Manne
nichts entzöge. Mit der ganzen Sophistik des Ehebruches,
die ich aus den französischen Romanen mir angeeignet hatte,
suchte ich seinen Einwendungen, seinem richtigen Empfinden
zu begegnen, meine und seine Leidenschaft, selbst seine
Herzensreinheit kamen mir dabei zu Hülfe. In seinen Armen
schwor ich ihm, daß diese Stunde und die Erinnerung an
sie zwischen uns begraben und vergessen sein solle, nur seine
Schwester, seine Freundin wolle ich sein und bleiben, mein
Führer solle er werden, mein Gewissen solle er sein. Mit
dem Beginne des neuen Jahres solle er uns verlassen, dann
solle er gehen, seine Studien zu beenden, und wiederkehren,
, n später hier in unserer Heimath seinen Beruf zu üben.

-- -.
Wir machten Zukunftspläne, an deren Gelingen ich in dem
Augenblicke selber glaubte, die Enttäuschung aber ließ nicht
lange auf sich warten.
, Einsam in unseren Zimmern, schrieben wir einander
täglich, und die Feder ist ein gefährlicher Verführer. Jedes
geschriebene Blatt hatte uns enger und leidenschaftlicher ver-
bunden, bei jedem Wiedersehen fanden wir uns fer ner ab-
gekommen von der friedensvollen Insel, auf welcher wir
unseren Tempel der Freundschaft aufzurichten gedacht hatten,
und gegen Ende des Jahres wußte ich selber nicht mehr,
was ich wollte, schien auch die kürzeste Trennung von ihm
mir eine Unmöglichkeit zu sein. So kamen wir bis zun
Sylvestertage.
, Ich mnß Dich sehen, schrieb er mir, ehe Du heute zu
dem Balle fährst, auf dem gleichgüültige Augen sich Deiner
Schönheit freuen dürfen, während meine Sehnsucht Dich ver-
gebens suchen, meine Liebe die Sekunden langsam durch-
messen wird.
, Auch ich verlangte nach einem Zwiegespräch mit ihm
und meine Eitelkeit kam seinem Wunsche zu Hülfe. Er hatte
mich niemals in großer Toilette gesehen, ich wußte, daß sie
mir vortheilhaft war, ich wollle mir den Genuß seiner Ueber-
raschung bereiten, ihm zeigen, daß seine Irene nicht sür ihn
zu alt sei.
, Lächeln Sie nicht, mein Freund! Seiner frischen Ju-
gend gegenüber kam ich mir nicht mehr jung vor- und
ich wollte Ihnen ja mein Herz ganz frei enthüllen. Es fiel
mir an dem Tage schwer, das Rendezvous zu ermöglichen,
aber es gelang mir doch.
-

1
, Als ich in das Bibliothekzimmer trat, in welchem er
sich Abends häufig aufzuhalten pflegte, während die anderen
Offiziere in unseren Sälen waren, blieb er in einiger Ent -
fernung vor mir stehen, als habe er nicht eine lebende Frau,
sondern ein Gemälde vor sich. Er hatte die Arme gekreuzt
und sah mich schweigend an. Die Minuten waren mir kärg-
lich zugemessen. Es lag in seinem Schweigen etwas, das
mich ängstigte.
, Warum siehst Du mich so prüfend an, sagte ich end-
lich, , gefalle ich Dir nicht7
Er hörte oder beachtete die Herausforderung nicht, die
in meinen Worten lag.
, Du bist mir fremd in dieser Kleidung !' entgegnete er,
indem er mich unverwandt betrachtete.
,Das ist aber doch kein Grund dafür, mir nicht einmal
die Hand zu reichen!'' meinte ich, um ihn aus der Verfassung
herauszureißen, die mich beunruhigte.
, Doch! sagte er, , doch! Jrene -- Ich sah, daß er
sehr erschüttert war, daß er nach einem Entschlusse rang
und die Worte suchte, die ihm sonst immer zu Gebote standen.
, Ich will kurz sein, Jrene, sagte er, , denn ich weiß,
Du hast heute Eile. Das Jahr ist zu Ende, und von Ju-
gend an habe ich darauf gehalten, am Jahresschlusse mit
mir selber abzurechnen. Alle die Tage her bin ich mit mir
zu Rath gegangen, habe ich mich gefragt: Auf welchem Wege
wandelst Du, kannst Du ihn so weiter gehen? und ich habe
gefunden, ich kann es nicht, Frene!-- Alles, was Du mir
eingewendet hast, mein Bewußtsein zu beschwichtigen, seit
wir in unseren Herzen klar gelesen haben, hält nicht Stich

H .
u-
vor der unabweislichen Erkenntnisß, daß unsere Liebe ein
Vergehen ist; und Dein Anblick in dieser prunkenden Herr-
lichkeit, in der D Dur, ich sehe es, wohlgefällst, befestigt
mich in meiner Ueberzeugung. Ich vergesse Alles, Alles,
wenn Du bei mir bist, wenn ich Dich sehe. Fern von Dir,
stehen mein Gewissen, meine Ehre wider mich auf, empört
sich selbst meine Liebe fitr Dich gegen unseren heimlichen
Verkehr. Es erniedrigt mich in meinen Augen, Verrath an
einem Manne zu üben, der mir großmüüthig sein Hauus ge-
öffnet hat.!
Er hielt bei den Worten' inne.,Du bist erschrocken,!
sagte er, , und ich habe vielleicht den Augenblick nicht gut
gewählt; aber ich kann nicht weiter, Irene! Meine Leiden-
schaft, meine Eifersucht rauben mir den Verstand. Heute,
in dieser Stunde, muß es entschieden werden zwischen mir
und Dir. Ich weiß, was ich von Dir begehre. Es ist
viel, sehr viel!-- Doch giebt es keinen anderen Ausweg,
wenn wir einander nicht verachten sollen. Trenne Dich von
Deinem Manne, werde mein Weib! -
Ich war sprachlos vor eberraschung. Das hatte ich
nicht erwartet, und eben in dieser Stunde am wenigsten er-
wartet. Seine gebieterische Haltung, sein Ernst, so sehr ich
sie sonst geliebt, schienen mir in meiner Verwirrung eine
Unangemessenheit; und die Pendelschläge der Uhr, die mich
daran mahnten, daß ich eilen müsse, nahmen mir die Ruhe
und die Neberleguung vollends. Die Zumuthung war so
plötylich gekommen, das Verlangen war in meinen Augen
und auch in der That so ungeheuerlich, daß nur ein welt-
fremder Jdealismus wie der seine es in solcher Weise stellen

-
konnte. Alles, was uns trennte, stand wie in einem Zauber-
spiegel, mit einem Blicke üübersehbar, vor mir; es war mir
unbegreiflich, wie ich, eben ich und eben jezt, mich in der
Lage befinden konnte, daß solche Forderung an mich gestellt
ward, und, den Drucke nachgebend, rief ich, ohne zu be-
denken, was ich ihm damit that: , Welch ein Einfall! Statt
mir zu danken, daß ich kam, verlangst Dn das Unmögliche
von nir !-- und, mich von ihm wendend, wo llte ich mich
entfernen.
-- r- r. dk
schieden sein zwischen Dir und mir !' wiederholte er. , Ich
liebe Dich, Dich! nichts Anderes auf der Welt. Ich will
arbeiten Tag und Nacht, Deiner werth zu sein, einen Platz
zu erringen, an dem Du neben mir mit Ehren leben kannst=
aber!-- der Athem stockte ihm in der Brust, er warf sich
mir zu Füßen, und mit seinen Armen meine Kniee um=
schlingend, rief er: , Trenne Dich von Deinem Manne,
werde mein Weib! ich beschwöre Dich, ich flehe Dich
darum an !'
, Unmöglich! stieß ich noch einmal hervor, und es ist
furchtbar, daß ich dies sagen muß, ich fühlte mich urp lözlich
wie von ihm getrennt, ich bereute plötzlich Alles, was
zwischen uns geschehen war. Ich hörte den Wagen über den
Hof nach dem Portale fahren und schritt nach der Thüre.
Er
schloß mich in seine Arme und hielt mich zurück.
, Nicht von der Stelle!'' rief er, seiner selbst nicht
mächtig. Da raubte die Angst vor der Entdeckung, die Scheu
vor den Folgen einer solchen, auch mir die Besinnuung: ,Ich
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--.
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een,:
-«. - --
wollt., ich hätte Dich nie gesehen !' entgegnete ich, und die
Worte klangen mir selbst entsetzlich- aber sie waren aus-
gesprochen.
Mit heftiger Bewegung stieß er mich von sich zurück.
, Warum ließest Du mich nicht verblutend sterben?- rief er
und stürzte zum Zimmer hinaus.
, Ich ?-- ich stieg auf der kleinen Seitentreppe in mein
Wohnzimmer hinauf und fuhr zumt Ball.
, Sie machte eine lange Pause, ich wagte nicht, sie zu
unterbrechen,! sagte Maxime, , es giebt Erinnerungen, die
Leine fremde Hand berühren darf.!
, Am anderen Morgen,! hub sie danach an, ,kam mein
Mann mit einem Briefe in der Hand in meine Stube.
Diese jungen Demokraten, sagte er mit spöttischem Lächeln,
haben eine sonderbare Art und Weise. Dein Schütling hat
es für an gemessen gefunden, heute in der Frühe plözlich auf-
zubrechen und fort zu gehen. Er schreilt, er habe vor zwei
Tagen einen Brief bekommen, der ihn in die Heimiath rufe,
habe den Schmerz des Abschieds gescheut und sich deshalb
still davon gemacht. Das ist für einen solchen Helden eine
sonderbare Art. Nebrigens, reichlichen Dank fitr Dich und
mich! -- Da lies es selbst. Wo war er denn eigent-
lch her?
, Er legte den Brief neben mir auf den Tisch, seine
Gleichgültigkeit gegen den Eutferuten überhob mich jeder
Antwort. Der Brief enthielt eine Wendung, die ich allein
verstand. Er hatie mir geschrieben, ich wuußte, wo ich seinen
Brief zu suchen hatte. Er enthielt nur wenig Worte.r=-
Sie nahm ihre Brieftasche hervor und zog den Brief heraus.

n7:
,,Er hat mich nicht verlassen, dieser Brief,. sagte sie, , leit
all' den Jahren nicht;'' und das Blatt entfaltend, las sie
etwa die folgenden Worte:
, Du hast mir das Leben gerettet und hast es mir zer-
stört! Gehe ihn denn einsam fort und ungeliebt den Pfad,
den Du für Dich gewählt hast, da kalter Besitz Dir mehr
gilt als mein Herz, der Schein vor den Augen der Welt
mehr, als Einklang mit Dir selbst und meine grenzenlose
Liebe. Aber sprich ihn nie wieder aus den Namen des
Mannes, der Dich so sehr liebte, daß er darüber Alles ver-
gessen konnte, was ihm heilig war! =- Vergiß mich, wie ich
Dich zu vergessen suchen will!?--
Die Thränen stürzten ihr aus den Augen. , Noch
heute,'' sagte sie, ,kann ich seine Worte nicht ohne Thränen
lesen, und doch, so sonderbar- ist der Mensch geartet, wenn
seine Empfindungen von Jugend auf durch den Hinblick auf
das Urtheil der Anderen gebrochen werden, während ich in
Verzweiflung war bei dem Gedanken, ihn nicht wiederzusehen,
ihn unglücklich gemacht zu haben, fühlte ich mich erleichtert
durch seine Entfernung, durch den Gedanken, daß seine Lei-
denschaft mich doch einmal vor den Augen der Welt hätte
bloßstellen können, daß er jetzt von mir nicht wieder würde
fordern können, was zu erfüllen mir unmöglich dünkte. Ich
hatte es nicht vergessen, wie man die Heirath der Prinzessin
mit dem Musiker einst angesehen; = was sollte man denken,
wenn ich mich von meinem Manne trennte? wenn ich meine
glänzende Lage aufgab, um mich mit einem Studenten zu
verloben ?-
, Wie ich über jene ersten Tage und Wochen fortge -


kommen bin, weiß un. verstehe ich jezt selber kaum. He ute
sch mähte ich mich und ihn und all mein Glück und meine
Liebe, und morgen sehnte ich mich danach mit der ganzen
Kraft meiner Seele. Ich war recht eigentlich in mir zer-
rissen, trostlos und glaubensloser als je zuvor. Ich wollte
mich in den Reizen des Besitzes entschädigen, sie waren mir
leer und schal wenn ich an ihn gedachte; und je länger
ich mir überlassen blieb, je reiner, je edler, je würdiger
stieg mir sein Bild ans der Erinnerung em por, je öder
dit nkte mich mein Leben. Ich versuchte es ihm zu schreiben:
seine Freunde, an die ich meine Briefe richtete, sandten sie
mir in seinem Auftrage zurück. Er wollte offenbar nicht
mehr durch mich gestört sein-- und er hatte Recht. Was
hatte ich auch von ihm zu fordern? Was konnte ich ihm
auch damals sein? --, ketzt freilich ist es anders!- sagte
sie-- und mit einem melancholischen Seufzer fügte sie hinzu:
, Er ist die einzige Liebe m eines Lebens gewesen, die einzige!
Und er war es werth, daß man ihn liebte! zehnfach werth!
- Nun aber werden Sie begreifen, lieber Freund ! was
mir der Sylvesterabend bedeutet, und weshalb Sie mich
hente so niedergeschlagen fanden.!
Sie faltete dabei ihre Hände um ihre Knice, wie sie
dies öfters that, wenn sie sich achtlos gehen ließ, und blieb
so in tiefem Brüten eine Weile sitzen. Endlich that ich die
Frage, ob sie wisse, wo er lebe. Sie verneinte es. Sie
habe vergebens hie und da nach ihm gefragt; einmal habe
man ihr davon gesprochen, daß er nach Amerika gegangen
sei, das sei aber auuch schon lange her, und seit Jahren
habe sie nie von ihm gehört.

Kapitel 05

zr:
, Damitr', sagte Maxime, , waren ihre Mittheilungen
am Ende, und ich bedauerte sie mehr als ich ihr sagte, denn
sie gehörte zu jenen Naturen, die nicht wieder blühen, wenn
ihre erste Kraft gebrochen ist.
Fünftes Kapitel.
, Am Neujahrstage fand ich sie sehr unwohl. Die Er-
zählung hatte sie angegriffen, sie klagte über heftige Kopf-
schmerzen, wurde in den folgenden Tagen von Migräne
überfallen, und schon nach kurzer Zeit wiederholte sich die-
selbe in verstärktem Maße. Dabei sah sie übel aus, die
Nachrichten über den Zustand ihres Mannes wurden schlim-
mer und schlimmer, endlich traf die Kunde seines Todes ein,
und obschon derselbe in jedem Betrachte eine Befreiung für
sie war, erschütterte er- sie dennoch, weil sie sich dabei auf's
Neue ihres verlorenen Lebens bewußt wurde.
, Ihre Eltern verlangten ihre Rückkehr, sie fühlte sich
aber zu unwohl zum Reisen; man drang in sie, machte ihr
Vorwürfe, die Nervenleiden steigerten sich. Die wenigen
Bekannten, die sie in Montreux hatte, verlangten mit mir,
daß sie einen Arzt kommen lasse. Wir riethen ihr zu De-
maret aus Genf, der für die Behandlung von Nervenleiden
eine Berühmtheit war, und den ich selber mit Erfolg zu
Rath gezogen hatte, sie lehnte es aber ab. Endlich vor
einigen Wochen schrieb sie mir am Morgen: Ich habe diese
Nacht zu sterben geglaubt, lassen Sie, ich bitte Sie darum,
den Doktor Demaret kommen.
, Mir war das eine Beruhigung. Ich sezte sofort eine
Fanny Lewald, Neue Novellen.
u

7
Depesche auf, beschied den Doktor nach meiner Wohnung,
um ihm, was solchen konsultirenden Aerzten gegenüber immer
eine Nothwendigkeit ist, im Umriß Auskunft über die Kranke
zu geben, und ging dann später selber zu Irene, mich nach
ihrem Befinden zu erkundigen.
, Ich fand sie zu Bett und matt, aber dabei höchlich
gepeinigt durch den Ge danken an die Unterredung mit dem
Arzte. Sie machte sich Vorwürfe darüber, daß sie ihn ver-
langt habe, versicherte, daß jede solche ärztliche Berathung
ihren Zustand noch viel übler mache, sie wisse das aus Er-
fahrung. Sie könne dem Arzte doch nicht sagen, daß sie
sich unglücklich füühle, gegen Lebensm üdigkeit könne er ihr
nicht helfen, und schließlich drang sie in mich, die Berathung
um jeden Preis rüückgängig zu machen.-- Wie sie sich gab,
schien mir dies für den Augenblick selber wünschenswerth
zu sein; aber als ich nach der Ühr sah, fand ich, es sei
dazu zu spät. Demaret hatte telegraphirt, er werde kommen;
er mußte also jetzt schon unterwegs sein, es war Nichts
mehr zu machen und guter Rath war theuer. Wir ver-
suchten ihr zuzureden, daß sie seinen Besuch annehme, es
half und fruchtete nichts, sie blieb bei der dringenden Bitte,
nman mige ihr diese Unterredung ersparen.!
Mit Einem Male fiel mir ein Ausweg ein. , Seien
Sie ruhig, Jrene!'' sagte ich,, er soll nicht kommen. Wozu
hai man seine Freunde ? Ich helfe Ihnen darüber fort,
schlafen Sie ein paar Stunden, am Abend bringe ich Ihnen
weiteren Bescheid.!
Damit ging ich nach Hause und rief mir meinen Die-
ner: ,Eleiden Sie mich aus, sagte ich ihm, , mir ist auf der

17
Straße sehr unwohl geworden. Ich habe mir Doktor De-
maret hertelegraphirt, in einer Stunde wird er hier sein,
Sie holen ihn vom Bahnhof ab, bringen ihn zu mir und
geben über mein Befinden keine Auskunft, wenn ex Sie darum
fragt.!--
Mein braver Heinrich sah mich ängstlich an, ich hatte
mich die ganze Zeit hindurch sehr gut befunden, er wußte
nicht, was er von mir denken sollte; aber ein rechtschaffener
gutgeschulter Diener wundert sich selbst über Wunder nicht,
sondern thut, was man ihm sagt, und mein Heinrich ist ein
wahres Muster.
Ich legte mich auf das Sopha, ließ mir Brausepulver
und lleur orange -Extrakt auf den Tisch setzen, ein Senf-
pflaster daneben legen, ich hatte in dieser Beziehung mehr
Erfahrung als mir lieb war, und hatte mich nach den An-
ordnungen gerichtet, welche Demaret mir früher selbst gegeben
hatte. Mit dem Nachmittagzuge kam er an, und geraden
Weges zu mir. Da ich frisch und gesund war, hatte ich
Müühe, eine gewisse Kläglichkeit an den Tag zu legen und
die Freude zu verbergen, die des Doktors Besuch mir machte,
den ich von Harzen schäzte, und der am Ende doch eine
europäische Berühntheit ist, die man nicht für Nichts und
wieder Nichts bemüht. Aber sein prächtiges freies Gesicht,
sein frischer energischer Ton setzten mich in die Lage, nicht
zu sehr heucheln zu müssen. Seiner Tapferkeit gegenüüber
zeigte ich mich ebenso. Ich klagte, was er sonst schon von
mir gehört hatte, setzte einige Beängstigungen hinzu, hielt
bei der Nntersuchung den Athem ein wenig zurück, kurz ich
zeg mich ganz leidlich aus der Sache. Demaret zuckte lachend
1v


die Schultern, nannte mich einen alten Hypochondristen, ver-
ordnete mir gar Nichts, rieth mir aufzustehen, und es ver-
gingen uns in der angenehmsten Unterhaltung die andert-
halb Stunden, bis sein Zug nach Genf wieder an die Reihe kam.
As er fortging, sagte er , Ich glaule, mein Lieber!
sowie Sie sich erholt haben, könnten Sie gar nichts Klüge-
res thun, als sich noch eine Fran zu nehmen. Es ist nicht
gut, daß der Mensch allein sei! Das Ach und Oh von
Madame würde Sie Ihr Ach und Oh vergessen machen,
und Sie wüirden ehrliche Menschen nicht so unnöthig von
Genf nach Montreux herübersprengen als Sie es mit mir
gethan haben.!
Ich fand, daß er nicht Unrecht hatte, aber Demaret ist,
wie Sie vielleicht wissen, selber unverheirathet, und in der
Heiterkeit, in die das ganze komische Abenteuer mich ver-
sezte, sagte ich: , Sie geben Lehren, die Sie nicht befolgen.
Sie sind zwanzig Jahre jünger als ich; warum gehen Sie
mir nicht mit gutem Beispiel voran?
Er machte einen Scherz, dann wurde er ernsthaft. , Sie
haben mir einmal von einer großen Leidenschaft gesprochen,
die Sie lange beherrscht hat'', sagte er; ,also kann man
Ihnen derlei vertrauen, ohne deshalb verlacht zu werden.
Iln dem Alter, in welchem man sich am leichtesten zu einer
Wahl entschließt, war ich nicht im Stande, eine Frau zu er-
halten, und durch eine traurige Erfahrung obenein ohne
Zutrauen zu den Weibern. Später wuchs meine Praxis
mir so schnell über den Kopf, daß ich keine Zeit behielt, an
mich zu denken, und da ich obenein durch die Erbschaft, die
ich von meiner Mutter Schwester machte, mich an Genf
o--

181
fesseln ließ, wo ich nicht unter Landsleuten lebte, kam ich
vollends nicht dazu; dent wenn ich hier und da einmal an
die Ehe dachte, dachte ich doch immer an eine deutsche Frau!'
Der Zug sollte abgehen, Demaret mußte fort, und wie
er mich verlassen hatte, stand ich auf und ging zu Irenen
in ihr Hotel.
Ich fand sie bedeutend munterer, die Erzählung meines
Abenteuers versetzte sie in die beste Laune, ich selbst mußte
nachträglich über das Auskunftsmittel lachen, aber wir kamen
natürlich überein, die Sache als ein Geheimniß zwischen uns
zu bewahren, da es doch eine Ungehörigkeit war, die Zeit
eines Mannes wie Demaret so unberechtigt in Anspruch ge-
nommen zu haben.
In der vorigen Woche nun bat Frene mich um eine
kleine Gefälligkeit und sezte hinzu, sie habe mich so sehr
als ,einen Freund in der Noth'! und als einen Rathgeber
in allen Fällen kennen gelernt, daß sie sich nun ein für alle
Male an mich wende, wie ein guter Katholik an seinen hei-
ligen Nothhelfer.
,Daß ich Ihnen neulich aus der Noth geholfen habe'',
entgegnete ich, , hat mir nachträglich leid gethan. Wir
hätten ein anderes Auskunftsmittel finden, Sie hätten De-
maret durchaus kennen lernen müssen, er ist es im höchsten
Grade werth. Was ich ihm unter Anderem auch hoch an-
rechne, ist, daß er bei einer ganz kosmopolitischen Bildung
doch sein Nationalitätsbewußtsein beibehalten hat, daß er
in der Schweiz ein Deutscher geblieben ist und sich nicht in
den Partikularismus der Kantone hat einfangen lassen.r?
, Ist er denn kein Schweizer? fragte rene.

18-
, Nein verseyie ich, ,ich deuke, ich habe es Ihnen ja
neulich schon gesagt. Er hat den Namen Demaret nur auf
den Wunsch seiner Tante dem seinigen hinzugefüügt; und
weil derselbe hier zu Lande den Lenten geläufiger und mund-
rechter ist als sein deutscher Namte, so nennt man ihn durch-
weg Demaret und nicht Eichlinger, was sich für französisch-
gewöhnte Lippen schwer bewältigt. !
rend
war
, Eichlinger ? Sie sagten Eichlinger?- rief Jrene, wäh-
sie die Farbe wechselte. ,Edwin Eichlinger?
, Freilich! aber was fällt Ihnen daran auf7
Sie hörte meine Frage kaum. , Er lebt hier ? Er
hier? Er war es, den Sie fortgewiesen? Warum
habe ich das nicht gewußt?-- Und man glaubt an Ahnungen ?
Man spricht von dem Zug des Herzens ? Jahre lang habe
ich danach verlangt, danach geschmachtet, ihn nur noch ein-
mal wiederzusehen, ihn zu ülberzengen, daß ich nicht mehr
so gering, so elend bin, als ich mich ihm gezeigt habe-
daß ich seiner Achtung nicht mehr uuwerth bin ! Nun war
er da, und eine unüüberwindliche Schen brachte mich dazn,
ihn zu vermeiden. !
Sie war so ergriffen, so aufgeregt, es konnte mir gar
kein Zweifel darüber bleiben, daß Demaret der Geliebte
ihrer Jugend sei; und nach den Aeußerungen, welche er gegen
mich gethan hatte, nach der Wärme, mit der Irene an ihren
Erinnerungen hing, fing ich an, meine ihr bewiesene Dienst-
fertigkeit aufrichtig zu berenen.
, Ich fragte sie, wwas aus diesem Abenteuer werden
solle
, Nichts! gar Nichts gab sie mir zur Antwort. , Sehen

ds..
18
Sie nicht, das; es nicht sein soll? Und wenn er gekommen
wäire, wenn er mich noch erkannt und sich von mir gewen-
det hätte, es wüürde über meine Kräfte gegangen sein. '
Sie schien sich resigniren zu wollen, konnte es aber
nicht lassen, immerfort nach ihm zu fragen. Ich mußte ihr
sein Aeußeres beschreiben, sie wollte von seinen Leben hören,
und wie sie sic dagegen auch verwahrte, merkte man es an
jedem ihrer Worte, wie lebhaft sie danach verlangte, ihm zu
begegnen.
Da ich nun einmal als ein Freund in der Noth von
ihr angesehen wurde, meinte ich ihr zu Hülfe kommen und
anssprechen zu müüssen, was sie zu- bekennen sich scheute.
, Sie lieben Demaret'', sagte ich ihr; , Sie sind frei
geworden, er ist es ebenso, und die Erinnerung an Sie ist
nicht in ihm erloschen, wtnn er sie mir auch nicht eben als
eine beglückende bezeichnet hat. Sie aber haben den Zauber-
stab in Händen, der das Alles schnell zum Glick verwan-
deln kann. Sie sind in der That eine Andere geworden,
Jrene, das Leben hat Sie vertieft und geläntert. Sie haber
einst mit seinem Herzen eine Art von Spiel getrieben, seine
Jugend getrübt, ihm das Zutrauen zu den Frauen genom-
men; geben Sie's ihm wieder und verschönen Sie sein
Mannesalter. Sie selber haben sich vor mir angeklagt, sich
schuldig genannt-- büßen Sie! -- Schreiben Sie ihm
ellles, was Sie mir vertrauten, unumwunden, wie Sie's
mir vertraut. Er wird, wie ich ihn kenne, nicht unempfind-
lich
und
für Ihre Reue, für Ihre Liebe sein; sein Herz ist jung
offen.-
Sie hörte das mit Freude an, wollte mir glauben,

Kapitel 06

18s
es sah aus, als werde sie ihm schreiben; indeß als ich sie
nach einigen Tagen danach fragte, hatte sie es nicht gethan.
Ich machte ihr einen Vorwurf daraus, sie ließ sich ihn
schweigend gefallen, und wieder gingen ein paar Tage hin,
ohne daß Etwas geschehen wäre.
Am verwichenen Freitag, als ich sie besuchte, lag ein
versiegelter Brief auf ihrem Schreibtisch.
,Ich habe mich überwunden', sagte sie, ,und ihm ge- j
schrieben. Nun ich den Brief absenden soll, fehlt mir dazu l
die Kraft. So lange er hier liegt, so lange ich den Ent- ;
schluß noch vor mir habe, so lange habe ich die Möglich-
keit, mir eine schöne Lösung zu erträumen, mich der Hoff-
nung hinzugeben. Aber, was soll ich thun, wie würde es
mir sein, wenn er mir nicht glaubte; wenn ich die Demüthi-
gung, oder nennen Sie es das Bekenntniß, unnöthig gethan
hätte? Und wer will es mir verbürgen, daß er jetzt in
mir mit meinen fünfunddreißig Jahren noch die frühere
Liebe seiner Jugend wiederfindet? -- Soll ich ihn nur
um ein Wiedersehen bitten? =- Das hat keinen Zweck und
dazu habe ich kein Recht! =- Soll' ich ihm sagen: jch liebe
Dich noch! und mich ihm antragen?=- Es liegen so lange
Jahre zwischen unserem Scheiden und dem heutigen Tage.
Ich kann es nicht!r Und als wolle sie sich die Möglichkeit
nehmen, ihrer Empfindung nachzugeben, die sie ganz ent-
schieden zu Demaret hinzog, warf sie den Brief in's Feuer.
Sechstes Ka pitel.
Ich ging nach Hause und meine unglückliche Natux
ließ mir keine Ruhe. Ich kann keine halbfertige Arbeit

185
liegen lassen, kann nicht müssig zusehen, wenn Leutel an
einem umgeworfenen Wagen stehen und sich beim Aufrichten
ungeschickt benehmen. Ich muß Hand anlegen und heben
helfen. Was aber konnte ich thun? ==- Mich noch einmal
zu Bett legen, war nicht möglich; Demaret unter einem
Vorgeben auf's Neue herberufen, konnte ich fnicht; Irene
überreden, nach Genf zu fahren und ihn dort aufzusuchen,
war noch weniger schicklich. Was blieb mir übrig gls--
die halbe Wahrheit, die uns in vielen Fällen am besten
aus der Verlegenheit zieht?
- Ich setyte mich hin und schrieb an Demaret. Ich sagte
ihm, ich hätte eine Freundin hier, die Wittwe von James
Gilling, die leidend sei und ihn schon neulich zu berathen
gewünscht, davon aber abgestanden habe, weil sie glaube,
auf seine Bereitwilligkeit für sie nicht rechnen zu dürfen
Ich wisse zwar nicht, worauf der Zweifel meiner, Freundin
sich beziehe, aber ich sei der Ansicht, - daß in dem Leben
eines Mannes wie er,. ein Fugendabenteuer, und um -ein
solches scheine es sich ja zu handeln, nicht eben nachhaltigen
Einfluß haben könne; am wenigsten, wenn es sich um eine
ärztliche Pflichterfüllung handle. Ich bäte ihn also, herüber
zu kommen, und würde ihn, mit seiner Erlaubniß, selbst zu
Frau v. Gilling führen.!
Maxime lachte, strich sich den kleinen Schnurrbart und
fuhr mit der Hand über seine Stirne. ,Das Nebrigek,
sagte er, ,können Sie sich jetzt wohl denken, ,wir sind an
der Schlußszene.
,Demaret nahm die Aufforderung an. ,Ich komme
Sonntag mit dem ersten Zuge!? telegraphirte er mir. Mit
- =a.= -==- =S-=-=«- e- - .

18
meinem Telegramm bewaffnet, snchte ich Irene auf, und die
anderthalb Tage der Ungewißheit und der Spannung, die
beiden schlaflosen Nächte reichten eben hin, sie in einen
Zustand zu versetzen, der die Berufung eines Arztes recht-
fertigen konnte.
Am Sonntag holte ich meinen Doktor von dem Bahn-
hofe ab; er war in gutem Glauben gekommen, es war von
meinen Privatnachrichten keine Rede. Er erkundigte sich wie
ein kluger Praktiker um Frau Gilling's bisheriges äußeres
Ergehen, aber er kam mir doch zerstreut und nicht ganz so
sicher vor, als man ihn sonst zu sehen gewohnt war. Als
ich ihn danach die Treppe von der Station und den Weg
nach Montreux hinauf geleitete, kam ich mir wie einer der
Amoretten vor, die auf dem Rafaelischen Freskobilde den
Aleander zu Roxane führen. Ich fühlte nach meinen
Schultern, ob die Flügel noch nicht durchgebrochen wären.
Demaret wurde schweigsam, als wir das Hotel betraten.
Während ich Frenens Diener beauftragte, seiner Herrin den
Doktor Demaret zu melden, klopfte mir altem Thoren selbst
das Herz. Der Doktor war sehr ernsthaft.
, Ich komme nachher noch zu Ihnen,! sagte er, als der
Diener die Thüre öffnete.
Ich sah Roxane in ihrem Saale auf dem Sopha sitzen,
sah Alexgnder sich ihr nahen - dann fiel der Vorhang, und
ich ging nach Hause, den Erfolg dieser Berathung abzuwarten.
Zwei Stunden gingen hin! Der Zug, mit welchem
Demaret hatte zurückfahren wollen, war längst abgegangen.
Endlich kam der Diener und brachte mir ein Billet.
Jrene hatte es geschrieben: , Kommen Sie!! hieß es

1z?
in demselben, ,kommen Sie, das; wir Ihnen danken, daß
Sie sich des neuen Tages mit uns frenen, den Sie für uns
heranfbeschworen haben. !
, Sie hatten Beide ihre Namen unterschrieben. Als ich
hinkam, fand ich sie Arm in Arm und wie verjüngt und
verklärt. Da nun aber eine gute That nur selten unbelohnt
bleibt, habe ich mir durch meine Vermittlung die große Ge-
nugthuung bereitet, die beiden mir werthen Menschen nun
dauernd an den See gefesselt zu wissen, an dem ich mich
doch auch nach einer festen Niederlassung lmthun will,
Und Maxime hat Wort gehalten. Ihn und seine
Freunde haben wir bei einer späteren Rüückkehr an den
Genfersee in ihren Campagnen und hoffentlich nicht zum
letzten Male aufgesucht.