Die Familie Darner. Roman in 3 Banden.
Fanny Lewald
Kapitel 19

l
==- P6Z -
Vereinzelt klang es noch von fern herüber: ,Die
alte Zeit, die alte Zeit! aber die Comtesse vernahm
es jetzt mit Lächeln.
Behutsam, die lange Schleppe hinter sich her-
schleifend, stieg sie aus ihrer Portechaise heraus,
wohlgefällig das Erstaunen und die Verwunderung
betrachtend, die sie hervorrief.
Eberhard blieb neben ihr, bis die königlichen
-=-------
Lakaien sie in Empfang nahmen, und sich vornehm
gegen ihren Großneffen verneigend, sagte sie:
,Hab' Dank für Deinen Ritterdienst, Herr
EIrK Rark
Komm' am Nachmittag zu mir, wenn Du ein halbes
Stündchen für mich übrig hast, ich erzähle Dir dann
mehr von dieser Zeit! Horrsurs! wahrhafte horrears!r
settzte sie hinzu; nickte herablassend mit dem Kopfe,
größer erscheinen ließ, als sie wirklich war, und ver-
schwand unter dem Zeltdach, das man über der
Treppe ausgespannt hatte.
wAwnpegpgpwgpggpgggEöggö
Meunzehntes Kapites!
,Nun, Justine,' fragte Darner, als die Seinen
vom Schlosse wiederkehrten, ,fährt sich's gut in
Deinem Wagen??
Er hatte ihn ihr zugleich mit den beiden Füchsen
und der Livree für die Leute als Taufgabe geschenkt,
und sie hatte an dem Morgen ihre erste Ausfahrt
damit unternommen.
,Vortrefflich, lieber Vater, er läßt nichts zu
wünschen übrig, und . . ?

- P6F -
,Und angestaunt sind wir worden, fiel Virginie
ein, gleich vor der Thüre hier kamen Herr Kollmann
und der Baron und . . ?
,John ist zurück,' unterbrach sie Justine, ,aber
davon nachher! Die Königin. .?
,War sie gnädig?' fragte Frank.
,Ach, gnädig! rief Justine. ,Sie ist die Gnade,
die Güte selbst! Wenn die Sonne Mensch werden
und als Frau unter uns erscheinen könnte, so würde
sie aussehen wie die Königin. Aber über der strahlenden
Schönheit liegt ein Schleier des Schmerzes, leichter,
lichter als der, der ihr Haupt verhüllt, und doch ebenso
sichtbar. Sie trug keine Krone, kein Diadem - und
man sah sie doch immer über ihr schweben. Zum
Hinknieen und Anbeten war es, wie sie freundlich
und einfach zu mir sagte .. .?
,Sie hat also mit Dir, mit Dir gesprochen?
fragte Frank mit sichtlicher Freude.
,Freilich, ja! Sagt ich's denn nicht gleich?
Die Fürstin, die ja bei den königlichen Herrschaften
so in Gnade steht und auch im Frauenverein ist.. .?
,Die schlesische Fürstin Hedwig, die hier bei den
Friedheims wohnt? erkundigte sich der Vater sichtlich
verwundert.
,Denke Dir, Vater, die Friedheim war auch ge-
laden; sie stand dicht neben unserer Göttling,'' er-
zählte Virginie, ,und die Göttling war nicht mehr
in Trauer, sie hatte das Kleid an, daß Du ihr zu
Franks Hochzeit geschenkt!?
,Werden wir endlich erfahren, was die Königin
zu Dir gesagt hat?' fragte Frank, das Durchein-
anderreden der Aufgeregten unterbrechend.
,Die Fürstin Hedwig hatte mich der Oberhof-
meisterin vorgestellt, berichtete Justine, ,als wir alle
beisammen waren, und hatte ihr gesagt, daß ich heute

- 16H =-
meinen Kirchgang nach meinem ersten Wochenbett
gemacht hätte, und wie dann die Königin nachher
eingetreten war und mit der schönen Gräfin Lehndorf
und mit noch ein paar vornehmen Damen und mit
der alten Comtesse Elmenreich gesprochen hatte, da
sah sie mich an, kam an mich heran und wollte
wissen, wer ich sei. Die Frau Oberhofmeisterin sagte,
ich sei die Frau des russischen Generalkonsuls, und
ich hätte, so wie Ihre Majestät, eben jetzt auch ein
Wochenbett überstanden. Da fragte die Königin, ob
ich einen Sohn geboren hätte oder eine Tochter
Ich sagte, wir hätten einen Sohn. ,Erhalte Ihnen
den der Himmel und gebe er uns die Kraft, unsere
Kindert, = denke Dir, Frank, sie sagte unsere Kinder!
- ,n dem felsenfesten Vertrauen auf Den zu er-
ziehen, der am besten weiß, welcher Weg der rechte
für uns ist, wenn schon er uns oft hart und cauh
erscheint. Sie haben ja hier auch schwer gelitten in
dem letzten Jahr, und ich danke Ihnen Allen und
jeder Einzelnen, daß Sie geholfen haben, so viel es
ging. Gott wird uns ja weiter helfen!f-- Das
Letzte hatte sie alles laut gesprochen, so daß es Alle
hörten. Und wie sie dabei aussah! Die schönen
Augen waren ihr ganz feucht, wie sie dieselben zum
Himmel aüfschlug und das sprach, und dann grüßte
sie noch Alle und entfernte sich mit ihren Damen.?
Justine selber hatte die Thränen in den Augen und
fiel ihrem Manne um den Hals. ,Cch,? rief sie,
,gottlob, daß Du ein Bürger bist und ich Deine
Frau. Die arme Königin thut mir so leid, so bitter
leid. Komm doch nur bald wieder! Nicht wahr,
Vater, Sie lassen ihn bald wieder kommen?? bat sie,
sich an Darner wendend
,Sobald er immer kann !' versicherte dieser.
,Aber Dolores, hast Du denn gar nichts zu erzählen?'

PßG -
exkundigte er sich, da der Tochter Stillschweigen und
,hre Traurigkeit ihm auffielen.
,Ja,' sagte sie.,Als wir fortgingen, im Vor-
.
saal, kam Madame Göttling an mich heran und
fragte mich, ob mir nicht wohl sei, ich sähe blaß
aus, und da ich sagte, ich sei ganz gesund, reichte
sie mir die Hand, und ich gab sie, ihr auch und sie
küßte mich.?
,Davon hast Du ja kein Wort gesagt! rief
Virginie.
Justine wollte wissen, wann das geschehen sei,
sie hätten ja nichts davon gesehen.
,Ihr standet bei der alten Gräfin mit der hohen
Frisur und hattet mir den Rücken zugekehrt. Ich
vernahm aber, wie sie zu Euch sagte, sie habe gehört,
daß ihr Großneffe, der Baron von Stromberg, uns
besuche, und wie Justine ja darauf antwortete.-
Aber er kommt ja nicht mehr, der Baron, und er ist
doch hier!r
Der Vater sah, wie ihre Lippen zuckten, wie sie
nur mit Noth ihre Thränen zurückhielt.
, Ja,? sagte er darauf und nahm sie bei der
Hand. ,Baron Stromberg ist hier, doch nicht für
Dich, mein Kind! Ich weiß, er gefällt Dir, indeß
Mädchen haben nicht zu wählen. Schlag Dir's aus
dem Sinn, Dolores !?
,Aber Justine hat doch gewählt!f wendete Do-
lores mit dem Muth der Liebe ein.
,,Justine hatte keinen Vater!'' gab Darner zurüc
und vor der Kraft des Wortes verstummte der Tochter
Klage. Er ließ eine Weile hingehen, dann sagte er
mit der gleichen Bestimmtheit: ,Ihr seid Kaufmanns-
töchter, habt immer von mir gehört, daß Ihr Kauf-
mannsfrauen werden sollt nach meinem Willen, für
den ich meine Gründe habe. Im Nebrigen denkt der

-=- Pß?--
Baron nicht daran, um Dich zu werben und kann
auch gar nicht daran denken !'?
Dolores sah dem Vater fest ins Auge.
,Hat er Ihnen das gesagt? fragte sie mit
bebender Stimme.
,,Er hat es Frank vertraut,'' antwortete der
Vater, ,und da Du ihm gezeigt haben magst, daß
er Dir gefällt, wär's nicht ehrenhaft von ihm, wenn
er ferner unser Haus besuchte. Denk' nicht mehr daran!
,Wie soll ich das denn machen? Ich liebe ihn
ja!r stieß sie hervor, und die heißen Thränen stürzten
ihr aus den Augen.
Sie waren Alle erschüttert von diesem Ausbruch
ihres Schmerzes; der Vater mehr, als er es zu zeigen
für gut befand. Er hatte noch keins seiner Kinder
Schmerzensthränen weinen sehen.
Er nahm die Tochter in seine Arme, setzte sich
und zog sie auf seine Kniee.
,Dolores,' sprach er, ,lei vernünftig, Dun sollst
nicht weinen, ich will Dich nicht weinen sehen! Ich
habe Euch zu mir genommen, um Freude an Euch
zu haben. Was Du, was Jedes von Euch gewünscht,
was ich Euch schaffen konnte, hab' ich Jedem von Euch
gewährt. Wenn ich Dir sage, das kann nicht sein!
so hast Du es zu glauben und es nicht weiter zu
verlangen. Wenn ich Dir sage, das will ich nicht,
oder das muß geschehen, so hast Du Dich darnach
zu richten; und wenn Du einer unvernünftigen Liebe
ngchhängst, wenn Du Dich krank und elend machst,
so daß Fremde es Dir ansehen, so bist Du eine
undankbare Tochter. Soll ich Dich für eine solche
halten??
Sie antwortete ihm nicht, sondern schlang ihre
Arme um seinen Hals, ihren Kopf an seiner Brust
verbergend.

-- 1ßs--
Er stand auf und küßte sie.
, Und nun macht fort!r befahl er. ,Justine
vergißt zuletzt noch unsern armen Lorenz über Deinen
kindischen Thränen. Du, Virginie, erinnere übrigens
Dolores daran, wenn es nöthig sein sollte, daß meine
Tochter nicht zu weinen hat um einen Mann, der
an sein altes, verfallenes Schloß gekettet ist. Sie
wird einmal in einem andern Schlosse wohnen, und
lachen über ihre heut vergossenen Thränen! Geht
Euch umkleiden, es ist Mittagszeit. Justine soll Euch
heute nach dem Essen noch spazieren fahren, auf die
Hufen hinaus, ihren neuen Wagen sehen zu lassen
vor dem Thor. Sputet Euch!'r
Sie folgten seiner Weisung.
Frank begleitete den Vater. Von Dolores war
nicht mehr die Rede, denn Darner liebte es nicht,
auf solche Erörterungen zurückzukommen.
Die Tagesordnung wurde eingehalten, wie der
Vater sie festgesetzt. Der Empfang bei der Königin
machte bei dem Mittagessen wieder das Gespräch;
die Spazierfahrt wurde unternommen. Justine und
ihre Schwäägerinnen wurden in ihrem neuen Wagen
angestaunt, wie der Vater es verheißen. Aber Dolores
blieb niedergeschlagen, und wie Virginie auch frohen
Sinnes die Vorüberkommenden musterte, kam doch
auch Justine nicht wieder zu der gehobenen Stimmung,
in welcher sie am Vormittage vom Schlosse heim-
gekehrt war.
Spät Abends, nachdem man den Thee gemein-
sam genommen und Frank sich mit seiner Frau
zurücgezogen hatte, saß er in der Schlafstube neben
ihr auf dem Sopha, während sie den Knaben noch
einmal nährte.
,Du bist so still,'' sagte er, ,der Tag hat Dich
müde gemacht. Es war doch wohl zu viel für Dich??

-- 1ß --
,Ach,' meinte sie, ,müde bin ich nicht, ich bin
ja gesund, aber es geht mir heut so viel, so viel im
Kopfe herum.?
,,Du denkst an Dolores? Sie thuun mir Beide,
Beide leid; und wer will sagen, ob die Heirath, die
der Vater für sie im Sinne hat, sie tröstet! Man
wird Geduld mit ihr haben müssen, sie nicht sich selber
überlassen dürfen.'?
, Wenn wir die Göttling noch im Hause hätten,''
fiel Justine ihm ein, ,wär's jetzt recht gut!?
,Wer hat sie gehen heißen?' rief Frank mit
hörbarem Verdruß. ,Es war Alles so schicklich ein-
gerichtet; wir lebten beisammen und waren doch Herren
für uns, ich hatte Dich für mich allein. Jetzt -
wie's werden soll, wie Du die Doppelwirthschaft be-
wäältigen wirst, ohne daß Du, oder der Junge und
ich, Einbuße darunter leiden, sehe ich nicht ab. Du
kannst nicht den Hüter der Mädchen machen .. .
,Wenigstens könnte ich nicht die Verantwortung
für sie tragen, und sie würde doch in gewissem Sinne
auf mich fallen. Die sanften Augen von Dolores
und ihre bebenden Lippen-- ich hatte mehr Mitleid
mit ihr als je mit mir; denn ich-- Du weißt,
ich wäre einfach mit Dir davon gegangen; aber Eber-
hard .. ?
,Der Vater hat Recht,' sagte Frank, ,er ist kein
freier Mann! Hätten wir die Göttling noch, so
wäre es das Gescheidteste, sie mit den Mädchen für
einige Zeit hinweg zu schicken, in den Süden oder
auch nur an deß Genfersee. Hier . . .?
,Weil Du von der Göttling sprichst,' unterbrach
Justine ihn, als hätte sie nuur auf die wiederholte
Nennung des Namens gewartet; ,es ist mir heute
eigen mit ihr gegangen. Es war überhaupt ganz

-- 170 =-
merkwürdig, ich verstand mich selber nicht, ich war so
gerührt.?
,Sprichst Du von Dolores, von der Königin
oder von der Göttling??
,Auch von der, indeß ich dachte eigentlich an den
Onkel. Ich habe ihn ja so oft gesehen seitdem;
aber wie ich heute in meinem neuen Wagen saß, und
sie so mit einem Male zusammen vor mir sah, den
Onkel und den guten John, der, obschon er stärker
geworden und viel männlicher, viel mehr dem Onkel
ähnlich sieht, nun doch eigentlich wie nach einem
Schiffbruch wiederkehrt .. .?
,Da bedauertest Du wohl, daß Du ihn nicht
mit erlitten?? fragte Frank, und aus dem Scherze
klang doch die männliche Empfindlichkeit hervor, die
der Frau kein rückblickendes Erinnern gestattet.
Justine zuckte die Schultern.
,Wenn er sprechen könnte, der geliebte Junge
hier, der sich so tapfer nährt, so würde er sagen:
,Ist der Papa ein großer Thor, Mama!! Komm',
thörichter Papa, gieb unserm Lorenz einen Kuß für
seine Weisheit und für Deine Thorheit, aber störe
ihn nicht, er ist so im Zug!r
Frank ließ sich das nicht zweimal sagen, er küßte
der Mutter Lippen und des Sohnes Händchen.
,,Und was weiter mit dem Onkel und dem
Vetter?' fragte er darauf.
,,Nichts! Sie thaten mir nur Beide leid, und
das fiel wie ein Schatten über mich; ich erschrak
darüber, daß ich sie in meiner Freude so unüberlegt
heiter gegrüßt. Leid ertragen? Lieber Gott, das kann
man schon für sich; zum Freuen gehören auch die
Anderen. Ich hätte es so gern gehabt, daß sie sich
meines Glücks gefreut. John sah mich gut mit seinen
treuen Augen an; ich habe ihn ja auch immer lieb

e
=- ,?h --
gehabt, bis er auf den unglücklichen Heirathsgedanken
verfiel, und .. .?
, Jetzt wolltest Du ein bischen Parade machen,
auch vor ihnen, mit dem Wagen,'' warf ihr Mann
dazwischen.
,Wahrhaftig nicht! Aber ich kann fnir's ja so
gut denken, wie es jetzt bei ihnen ist und wie sie
über mich und über uns hier sprechen. Sie müssen
es sich ja jettt Alle sagen, daß der Vater mich da-
mals nicht ohne Deine Zustimmung zur Tante gehen
lassen konnte, während ich unser Kind schon unter
meinem Herzen trug. Ich hätte ihnen nur sagen
mögen: ,Wenn es bei Euch zu Hause still' und traurig
ist, kommt zu uns, wir ßnd so glücklich!! Der
Onkel und der Vater sind doch sonst gut ausge-
kommen mit einander. Der Onkel hat dem Vater
immer die Stange gehalten, als er hierher gekommen
ist, und John?-- Wenn Du ihn gesehen haben
wirst freilich, er war eben nicht mein Mann und
sehr der Mutter Sohn; aber er ist ein guter Mensch.
Weise ihn nicht ab, wenn er Dir begegnet; ich hab'
ihn verschmäht, sei Du gut zu ihm. Du hast mich
ja, und .. ?
,Ja, Dich und den geliebten Jungen mit dazu!
Komm' nun, gieb ihn mir !
Sie reichte ihm das Kind, während sie ihr Kleid
zuknöpfte. Er küßte sie, weil sie in dem Anflug von
Rührung so schön aussah, und er wiegte dabei das
schlafende Kind mit einer so behutsamen Wichtigkeit
in seinen Armen, daß er die junge Mutter damit zum
Lachen reizte.
Als dann die Wärterin gekommen war, das Kind
zu holen, und die beiden Eheleute wieder allein bei
sammen waren, sagte Justine, immer noch mit der-
selben Gedankenreihe beschäftigt:

-=- 17A--
,Mit der Göttling war es mir ebenso, wie mit
dem Onkel und mit John. Ich habe sie ja in den
letzten Zeiten, ehe der Junge gekommen ist, öfter in
den Sitzungen und Vertheilungen des Frauenvereins
gesehen; aber da hatte Jede von uns zu thun, und
man hatte nicht Zeit, auf einander zu achten, ging
sich auch leicht aus dem Wege. Als wir aber heute
vor der Cour in Reih und Glied aufgestellt dastanden,
die Königin erwartend, fiel es mir auf, daß die
Göttling sehr gealtert hat. Sie betrachtete mich und
die Mädchen immerfort. Ich sah es ihr an, wie weh
es ihr that, nicht zu mir kommen zu können, wie gern
sie mich gefragt hätte: Wsas macht Dein Junge?!
Und ich hätte ihr ebenso gern gesagt: Komm' und
sieh ihn Dir an; er hebt seinen Kopf schon so aus
dem Kissen heraus, als wollte er zeigen, daß er ihn
hoch tragen wird wie sein Vater, wie der rechte
Lorenz Darner! Glaubst Du, daß der Vater es u
übel genommen hätte, wenn ich ihr gesagt, sie soll
sich den Jungen ansehen kommen??
,,GGanz gewiß, und das mit Fug und Recht!
Denn ihr Herz ist auf der andern Seite. Es war
Dein Onkel, der sie ohne Weiteres fort und zu uns
geschickt, als er ihrer nicht mehr bedurfte; und zum
Dank für die Aufnahme, die sie bei uns gefunden,
ist sie von uns und zu Deinem Onkel zurückgegangen;
in einer Zeit, in welcher Du Schonung und Pflege
nöthig haben konntest, hat sie sich denen zugesellt,
welche die gebotene Vorsicht des Vaters als Grau-
samkeit bezeichneten. Ob man ihr verzeihen könnte,
wenn sie Verzeihung zu begehren käme, ob dies
Hinundher zwischen Kollmanns und zwischen uns zu
wünschen wäre, das wäre eine Frage. Fürs Erste
aber laß Dir genüügen an unserem Glück, auch ohne