Die Familie Darner. Roman in 3 Banden.
Fanny Lewald
Kapitel 27

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währe ich sie ihm, so hat er mir für mein Vertrauen
zu danken und es zu verdienen. Ich will ihn kennen
lernen, wie's im Plane lag. Aber Dolores, wie
steht's um sie?
,,Sie hat meine Frau und Virginie fortgeschickt,
sie will allein sein.?
, Laßt sie fürs Erste in allem ihren Willen
haben. Es soll überhaupt nicht mit ihr davon ge-
sprochen werden, sage ihnen das l?
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Siebenundzwanzigstes Ka,utes.
Es war still in' Strandwiek, als der Abend
kam. Frank und Polydor waren abgereist, Darner
hatte sich ein Pferd satteln lassen und war ausge-
ritten. Dolores kam nicht zum Vorschein, die beiden
Anderen saßen vor der Thüre. Justine war unmuthig,
weil Frank sie gleich wieder hatte verlassen müssen,
und da man sich auf ein mehrtägiges heiteres Bei-
sammensein eingerichtet, auf eine viel Gutes ver-
sprechende Verlobung als Schluß desselben gehofft
hatte, erschienen die nächsten Stunden und Tage,
nun Alles anders gekommen war, sowohl Justinen
als Virginien leer und öde, die Unterhaltung stockte.
Es fehlte ihnen etwas. Polydor fehlte ihnen.
,,Es ist recht unangenehm!' hob Virginie endlich
an, nachdem sie eine Weile schweigend bei einander
gesessen.,Die Leute fragen mich, ob die Herren
morgen wieder kommen werden, ob Polydors Zimmer
offen bleiben oder verhängt werden sollen. Ich weiß
nicht, was ich antworten soll: Die Leute wissen nicht,
was sie denken sollen.?

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==- LZs --
,Darüber mache Dir keine Sorge! Sie wissen
immer mehr als nöthig, und immer das Rechte.
Dolores, die sich einschließt, macht ihnen übrigens
diesmal die Lösung des Räthsels leicht.?
,,Sie hat mich garnicht gehört, als ich den e
Brief im Nebenzimmer auf den Tisch gelegt habe.
Sie war eingeschlafen wie ein Kind. Wenn man
nur wüßte, wie man's mit ihr machen soll; denn
aufgegeben haben sie es nicht, sonst bliebe Polydor
ja nicht bei uns. Frank hat Recht: aus der Kon-
venienzheirath wird ein Roman, weil Dolores ro-
mantisch ist.?
,Ich bin nicht romantisch, wie Du Dolores
nennst, obschon ich ja meinen Roman mit Frank
gehabt habe-- und wer hat nicht den seinen!'' sagte
Justine,,aber mir gefiel's, daß Polydor es frisch-
weg wagte; denn sich mit Leidenschaft umworben zu
finden, ist doch erfreulicher, als mit Trauer aufge-
geben zu werden. Nebereilung ist besser als Unent-
schlossenheit! Und er sah schön aus in seinem Feuer,
er hat mich gerührt. Mag's übrigens nun werden,
wie es will, die Poesie des ersten Augenblicks ist
dahin, und das thut mir leid für Beide; das vergißt
sich nicht. Nebenher- wo findet sie wieder einen
Bewerbev wie Polydor! Die Verbindung mit den
Joannus ist keine Kleinigkeit. In Petersburg, in
Venedig, in Konstantinopel festen verwandschaftlichen
Boden für sich zu finden, sollte meinem Lorenz schon
einmal gefallen.
Sie hatten Beide Dolores herzlich lieb, sorgten

sich Beide um sie und um ihr Glüc; indeß sie hatte
ihren Ansichten und Erwartungen nicht entsprochen, das A
trugen sie ihr nach; und sie täuschten sich doch über sie.
Dolores hatte nicht geschlafen, als die Schwester
ihr den Brief in das Zimmer gebracht. Nur die

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Augen hatte sie geschlossen, nichts hören, nichts sprechen
hatte sie wollen. Sie mußte sich besinnen auf das
Geschehene, auf sich- auf Alles! Und wer konnte
ihr dabei helfen? Zum ersten Male fühlte sie sich
auf sich selbst gestellt.
Als Virginie die Thüre hinter sich zugemacht
hatte, erhob sich Dolores, den Brief zu holen. Sie
war nicht im Zweifel darüber, von wem er ihr kam.
Es war kein langes Schreiben.
, Ich werde nicht mehr in Ihrer Nähe sein,
Mademoiselle,' hieß es in demselben, ,wenn Sie
dieses Blatt erhalten. Möchte bei Ihnen Glauben
finden, was es Ihnen sagen soll!
,Ich kam mit ruhigem Sinne in Ihr Vater-
haus und fand Sie in demselben. Um zu begreifen,
was mir damit geschehen ist, müßten Sie ich sein,
mein Leben hinter sich haben, sich mit meinen Augen
sehen, sich selbst erfassen können, wie ich Sie erfaßt
habe. Aus dem vorbedachten Wunsche mich zu ver-
heirathen, ist das liebende, sehnliche Verlangen nach
Ihnen, aus der Hoffnung, mir eine Häuslichkeit zu
gründen, die Gewißheit erwachsen, daß das Haus,
in welchem.Sie schalteten, mir zum Paradiese werden
würde.
,Sie können sagen, diese Gefühle, diese Erkennt-
niß seien mir sehr rasch gekommen, und - meinen
Worten deshalb nicht vertrauen. Empfindet man
denn nicht, daß die Sonne uns Licht und Leben ist,
sobald ihr erster Strahl uns berührt? Weiß man
nicht gleich, daß ohne sie Alles für uns in Dunkel-
heit versinkt?
,, Und um Ihnen Alles auszusprechen: Ihr
Bruder hat mir angedeutet, daß Sie unter einer ge-
täuschten, unerfüllbaren Hoffnung gelitten haben.
Wollen Sie mich deshalb zu dem gleichen Los ver-

==- Zgß=
dammen? Wollen Sie es mir mißgönnen, Sie jene
Erfahrung vergessen zu machen? Unter dem Himmel,
in dessen helles Licht ich Sie zu führen hoffe, vor
meiner Liebe wird der Schatten bald entweichen,
der über Sie gefallen ist; ich bin des sicher.
,Vertrauen Sie mir, ersehnte, angebetete Dolores!
Versagen Sie mir ein Glück nicht, das nur Sie mir
gewähren können; und mit welcher Wonne würde
ich mich den Ihren nennen!
Der Ihre Polydor.?
Er hatte den Brief mit Berechnung und mit
Neberwindung ruhiger gehalten, als er sich fühlte,
und er hatte damit seine Absicht erreicht. Dolores
hatte ihn mit Bangen zu lesen begonnen und mit
Rührung beendet. Daß Polydor von ihrer Liebe
für Eberhard wußte, daß er davon zu ihr sprach,
daß er sie trösten wollte, das brachte ihn ihr näher.
Sie mußte das noch einmal lesen: die Worte klangen
sanft und gut.
Aber wann hatte Frank ihm das gesagt? Hatte
Polydor es gewußt, daß sie Eberhard liebte, wie
hatte er denn mit solcher Leidenschaft auf sie ein-
stürmen können? Hatte er es damals nicht gewußt,
dann freilich konnte sie ihm keinen Vorwurf machen
aus seiner Zuversicht. Ein Mädchen, das freien
Herzens war, konnte einen Mann wie Polydor wohl
lieben, lieben auf den ersten Blick, wie er es that.
Daa Bild von der Sonne, das er brauchte, war
schön, es war auch richtig.
Sie las die Stelle wieder, die Worte Romeo's.:
rss ksir snn!r glitten über ihre Lippen.
,riss ksir sun!r Von Eberhards Mund hntte
sie sie zuerst vernommen, als man bei Justine das
Trauerspiel gelesen. Liebe ist ja so oft, so oft das

--- Zg --
Werk des Augenblicks. Wie hatte Romeo's Ausruf
sich in ihr Gedächtniß eingeprägt:
,liä mz beart ldre till nose? orsrosr it, sight!
or T ne'er san true besuutz til tbis night!r
Sie hörte die Verse noch mit dem Klang von
Eberhards voll und doch so sanft tönender Stimme.
Sie füihlte noch den frohen Blick, mit dem er sie
angesehen und der sie heiß gemacht vor Freude.
,,Wozu bin ich denn so schön,' rief sie mit einem
ächeln auf den Lippen, während ihr zugleich wieder
die Thränen in die Augen kamen, ,wenn ich ihn
damit nicht glücklich und Andere damit so unglücklich
machen soll, als ich es bin?- Es ist ja schon geng
an mir! Der arme Polydor! Wenn er mich doch
nicht liebte!r?
Ihr lautes Sprechen erschreckte sie. Sie fürchtete
sich in dem Zimmer trotz des hellen Tages. Sie
wollte zu den Anderen hinuntergehen. Wie sie jedoch
den Drücker der Thüre in der Hand hielt, drehte sie
wieder um. Sie trug Scheu vor dem, was Jene
sie fragen würden, wußte nicht, was sie ihnen sagen
sollte. Den Brief mußte sie ihnen doch zu lesen
geben, und was würden sie dann von ihr denken?
Sie wollte ja nicht damit prahlen, sie bildete sich
nichts darauf ein, sie war auch nicht übermüthig;
und doch würden viele Andere sehr glücklich gewesen
sein, in einem solchen Manne eine solche Liebe er-
weckt zu haben, und in Jtalien, in Venedig, in einem .
fütrstlichen Palast mit ihm leben zu sollen. Wenn
man nicht einen Andern liebte, war's ja ein beneidens-
werthes Los!- Los?-- Sie nahm den Brief
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Lewald. Die Familie Darner. T.
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noch nicht erprobt, wie all der Glanz und all die
Herrlichkeit nichts sind, wenn das Herz nicht mehr
dabei ist und das Auge nur nach dem sucht, der
nicht mehr kommt. Ihr konnte Niemand helfen und
sie konnte Polydor nicht helfen. Wäre nur Polydor
nicht gekommen, dann hätte sie die Pein nicht, hätte
nicht wieder so viel denken müssen an Eberhard!-
Warum liebte der sie nicht wie Polydor? Warum
war er so kalt, daß er überlegen wählen konnte?
Sie war ja schön! Polydor gab sich ihr zu eigen
ohne Neberlegen. Er hatte nicht Ahnen, aber einen
- freien Willen!-- Freien Willen! Und ohne den ist
ein Mann kein Mann!

,Gott verzeih mir!'r rief sie aus, in dem Gefühle,
sich an Eberhard versündigt zu haben mit dem Ge-
danken, den die Anderen oft genug vor ihr ausge-
sprochen hatten; und eilig den Brief in die Tasche
steckend, die sie unter dem Kleide trug, eilte sie die
- Treppe hinunter, sich selber zu entfliehen, Schutz vor
all dem Denken zu suchen bei den Ihren.
Der Vater kam eben in den Hof zurück. Der
Reitknecht eilte herbei, ihm das Pferd abzunehmen.
Justine und Virginie waren aufgestanden, den Vater
zu begrüßen. Sie ließen es unbeachtet, daß Dolores
herunter gekommen war. Es gingen Männer und
Frauen über den Hof, die von der Arbeit kamen.
,Ruf Er den Hofmann!'' gebot Darner noch
e mit dem Fuß im Bügel. Der war gerade zur Stelle
und trat auf den Befehl heran, die Mütze in der
Hand.
,Er hat wieder zu spät klopfen lassen! Es ist,
- gegen acht Ühr! Die Leute müßten längst zu Hause'
sein.?
,Gnädiger Herr!r hob der Hofmann in de-
müthigstem Tone an.

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,Nichts da von gnädig!' fuhr Darner dazwischen.
,,Er hat Ordnung zu halten, weiter nichts!'?
,Ich habe um sieben Ühr selbst geklopft, Herr
Darner! Sie haben,s wohl verhört im Felde.?
,Das hat Er nicht! Ich hab's gehört, wie ge-
klopft worden ist, der Wind hat den Schall herüber
getragen, und also hätten es die Leute auch hören
müssen, wenn's zur befohlenen Zeit geschehen wäre,
und kämen nicht erst jetzt zurück. Bis sieben Ühr
haben sie bei der Arbeit zu bleiben, keine Viertel-
stunde länger, wenn's vorher nicht anders bedungen
ist, wie in der Ernte! Merk Er sich das! Geh' Er ?
Auf das laute Sprechen war auch der Verwalter
dazugekommen. Darner sah sich nicht nach ihm um.
Erst als der Reitknecht und der Hofmann sich ent-
fernt hatten, wendete er sich zu ihm. ,Sie sind auch
lässig in der Aufsicht! sagte er; ,Sie können die
aulten Zeiten nicht vergessen! Wollen Sie die Leute
aufsässig machen, oder was denken Sie zu thun,
wenn die Leute nach eignem Ermessen von der Arbeit
fortgehen? Sie fordern, was wir nicht zu fordern
haben!-- Da ich nicht immer hier sein kann, muß
ich mich auf Sie verlassen können- unbedingt,
unbedingt! Ich bitte, sich das zu merken. Morgen
müssen Sie früh in die Stadt. Ich will eine große,
weitklingekde Glocke angebracht haben oben an der
Westseite an der neuen Scheune, damit von Nicht-
hören keine Rede mehr sein kann. Finden Sie sie
nicht bei dem Eisenhändler, so schicke ich sie von
Königsberg. Ich gehe auf ein paar Tage hinein.
Guten Abend !?
Er trat danach in sein der Thüre zunächst ge-
legenes Zimmer und kehrte dann, nachdem er, wie
immer, schnell den Reitanzug mit einem andern ver-
tauscht, mit heiterer Stirne zu den Seinen zurück.
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=- I--
,Nun,' fragte er, ,welch ein neues Meisterstück
hat Lorenz denn heut verübt, denn irgend etwas wird
doch von dem Monsieur zu melden sein??
, Und heute etwas ganz Besonderes !'' versicherte
Justine. ,Als wir ihn auf seiner Decke auf der
Erde liegen hatten, wie Sie es wollen, damit er wie
die Kinder aus dem Volk seine Glieder brauchen
lernt, hat er sich mal auf mal auf seine rechte Hand
gestütt, um sich aufzurichten- und =-?
, Und? fragte der Großvater.
,,Er hat's zu Stande gebracht!'r versicherte
Justine stolz.
Virginie meinte, er sei aber gleich wieder um-
gefallen. Der Vater erklärte sich trotzdem mit dem
Versuch zufrieden; denn aller Anfang sei schwer. ,Und
Du, Dolores,'' fragte er, ,warst Du auch dabei??
,Nein, ich war oben, bis ich Sie komnennhörte!
antwortete sie, eines weiteren Fragens gewärtig.
Indeß weder der Vater noch die Anderen ließen sich
darauf ein. Von den gleichgültigsten Dingen war
die Rede; von Frank, von Polydor mit keiner Silbe.
Es schnürte Dolores das Herz zusammen. Als sie
beim Abendessen saßen, hielt sie es nicht länger aus.
,Nun werden sie auf halbem Wege sein!'r sagte
sie plötlich.
Der Vater zog die Ühr hervor. ,Noch nicht,r?
entgegnete er. ,Sie sind erst nach sechs Ühr aufge-
brochen. Jetzt ist's neun. Vor ein Uhr werden sie
nicht zu Hause sein. Unter sechs Stunden machen
sie es nicht.?
,Erst neun Uhr? wiederholte Dolores.
,Dir ist die Zeit wohl oben lang geworden??
fragte Justine.
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Sie antwortete nicht darauf. Um ein Uhr waren
sie gekommen, das war nun acht Stunden her; und


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was hatte sie Alles erlebt, gedacht in den acht
Stunden! Sie kam sich um viele Jahre älter als
am Morgen vor, und verlassen und unglücklich oben-
ein. Es war ihr ja so gleichgültig, was der Vater
von den Nachrichten erzählte, die heute in der von
Frank mit herausgebrachten Zeitung gestanden hatten.
Was kümmerte es sie, daß Joseph Bonaparte König
von Spanien und Indien, daß Murat König von
Neapel war, daß die Spanier sich empört hatten,
daß die Engländer sie unterstützten, daß man hier
im Norden auf Frieden hoffte, weil Napoleon dort
zu thun hatte. Sie sollte ja hier nicht bleiben. Sie
sollte fort in den Süden, wo er herrschte! Und ohne
den Vater, ohne Virginie, ganz allein! nach einer
Stadt, in der kein Wiedersehen des Geliebten möglich
war.-- Dachten sie denn daran nicht, hatte Niemand
Mitleid mit ihr?=- Schon jetzt, schon heute kam sie
sich mie in der Fremde, wie unter lauter Fremden
vor! Sie war froh, als das Abendbrod vorbei
war, der Vater seine Eigarre geraucht hatte und man
sich trennte.
Oben in ihrem Zimmer warf sie sich der Schwester
um den Hals. ,Sprich mit mir! flehte sie. ,Hab'
ich denn Unrecht gethan? Sagt es mir! Sag' Du
mir, was soll ich denn thun?=- Und nun sie das
Band der Zunge einmal gelöst, strömte sie in rascher
Rede Alles aus, was ihr durch den Sinn und durch
das Herz gegangen war. Selbst den Vorwurf gegen
den Geliebten, der in ihr wach geworden war, hielt
sie vor der Schwester nicht zurück.
Sie saßen auf dem Sopha, Virginie hatte den
Arm um sie geschlungen, der Schwester Kopf ruhte
an ihrer Schulter. ,Was soll' ich Dir denn sagen??
sprach sie zärtlich. ,Ich hab' Dir ja Alles, Alles
klar gemacht, neulich, den Nachmittag, noch in der

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Stadt! Wenn ich daran denke, daß Du fortgehen
wirst, daß ich allein bleiben werde -? Sie fing
auch zu weinen an, und das befreite Dolores von
ihrer Herzensangst.
Virginie nahm sich nach ihrer Gewohnheit aber
bald zusammen. ,Man muß nicht weichlich an sich
denken!' mahnte sie, ,und für Eberhard, so hart es
ihn ankommen mag, wird's auch das Beste sein.?
,Für Eberhard, das Beste?
,ka, denn Eberhard muß doch heirathen des
Majorates wegen! Und so lange Du da und frei
bist und zu haben wärest ohne seine Untergebenheit
unter sein Majorat-- würde er's hinausschieben.
Für ihn wäre es gewiß auch das Beste, wärest Du
nicht mehr frei. Was hilft's denn, wenn Du hier
schmachtest und er dort? Gehst Du, so kommt er
auch zur Ruhe; und Polydor ist doch kein Oger und
Venedig nicht die Hölle! Daß Du heirathen mußt,
das weißt Du, und Polydor liebt Dich! Wie glücklich
ist Justine in der Liebe Franks und mit dem Lorenz!
Und der Vater, das ist die Hauptsache, der Vater
hat es so bestimmt.- Aber wir sollten heute davon
gar nicht mit Dir sprechen!- Komm, ich will Dir
, Dein Haar aufflechten! Noch sind wir ja hier!r
Sie fielen sich Beide um den Hals. Virginie
küßte das schöne Haar der Schwester, während sie
es durch ihre Hände gleiten ließ, es ihr weich ums
Haupt zu winden für die Nacht. Dann legten sie
sich Beide nieder.
Doch Virginiens Ausspruch: ,Gehst Du, so
kommt er auch zur Ruhe!'' hielt Dolores lange wach.