Josias eine Geschichte aus alter Zeit
Fanny Lewald
Kapitel 05

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Die Wirthin war darauf mit dem Kroaten an
das Bett des Mädchend gegangen; er war vor dem-
selben lautlos siehen geblieben, hatte sie angesehen
und angesehen. Dann hatte er ein kleines Kreuz los-
gemacht, das er unter dem Kolett am Halse getragen,
hatte es Franull auf die heiße Stirn gelegt und war
mit einem kurz hervorgestoßenen ,Hm !, ohne sich
umzublicken, aus dem Zimmer fortgegangen.
Der Graf selber hatte das dem Doktor Hartusius
mit dem Bemerken erzählt, der Kerl habe ihm leid
gethan, und der Doktor hatte gegen meine Mutter
geäußert: wie gütig der Herr Graf sich auuch gegen
ihn und gegen mich stets gezeigt, für so gefühlvoll,
als er sich bei dem Anlaß erwiesen, hätte er ihn,
hinter seiner strengen Außenseite, nie gehalten.
Fünftes üapitel
Damit war das Abenteuer zunächst abgethan.
Es hatte jedoch die Eltern und den Grafen einander
näher gebracht. Der Graf und der Vater luden sich

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seitdem häufiger zum Jagen ein; man plauderte beim
Fortgehen aus der Kirche länger mit einander, bevor
man in die Wagen stieg, und da eben in jenem Herbste
meine Mutter sich nicht gut befand, so daß sie längere
Zeit das Zimmer hüten mußte, kam der Graf, was
sonst nicht geschehen war, mehrmals ungeladen nach
Schönfelde, sich nach ihrem Befinden zu erkundigen.
Alle die Jahre hindurch hatte man als nächste
Nachbarn mitten im Lande gelebt, ohne dieses Ver-
hältnisses sonderlich zu nutzen; nun fand man sich
zusammen und hätte doch kaum sagen können, wie
oder wodurch es sich also gemacht, während man es
mit Behagen bemerkte. Es war angenehm, ab und
zu eine Partie Boston zu haben; der Graf, welcher
in meinem Vater den erfahrenen Landwirth anerkannte,
zog ihn gelegentlich gern zu Rathe, und Franll und
die Alte wurden zwischen dem Grafen und meiner
Mutter mehrfach ein Gegenstand theilnehmender Be-
sprechung. I
Als Franull im Spätherbst so weit genesen war,
daß sie, wenn auch noch unsicher, wieder im Hause -
Fanny Lewald, Josias.
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umher gehen konnte, hatte der Graf gegen meine
Mutter einmal die Aeußerung gethan, wie sonderbar
die Verhältnisse sich manchmal gestalteten, wenn man
im gegebenen Augenblicke das von ihm unbedingt Ge-
forderte thue, und danach zu erkennen habe, daß man
damit eine weitgehende Verpflichtung über sich ges
nommen, an die man im Entferntesten nicht gedacht.
,,Ich hatte gemeint,'! sagte er, ,die Alte werde
Gott weiß wie glücklich sein, wenn sie eine Weile
unter Dach und Fach ihr Essen und Trinken haben
würde; aber sie ist an das Herumziehen gewöhnt, sie
will nicht arbeiten, treibt sich im Dorf umher, bestärkt
die andern Weiber in ihrem Aberglauben an das
Besprechen von Menschen und von Vieh, und neulich
hat meine Wirthschafterin sie darauf ertappt, daß sie
dem Mädchen die Schiene aus dem Verband nehmen
und ihre Heilkünste an jhm versuchen wollte, wogegen
dieses sich gesträubt. Ich habe also meine Maß-
regeln getroffen und schicke sie in das Landarmen-
haus, um sie nicht dem Arbeitshause verfallen zu
lassen.?!

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,Alle Beide?' hatte meine Mutter verwundert
gefragt.
,, bewahre!'' hatte der Graf gerufen. ,Mit
dem Mädchen ist es ja etwas ganz Anderes. Das
ist ein sehr sonderbares Geschöpf.'
Meine Mutter hatte sich erkundigt, was er damit
sagen wolle.
,Ja! was will ich damit sagen?' hatte der Graf
erwidert. ,Bei ihr, bei Franull, ist Alles gleichsam
instinktiv. Sie handelt ohne Neberlegung und trifft
meistens dabei das Rechte. Sie beobachtet offenbar
sehr scharf, erräth, was man von ihr erwartet und
will, macht nach, was sie die Andern thun sieht, so-
weit sie in ihrem jetzigen Zustande es eben vermag,
und meine Wirthin und der Diener behaupten, wenn
man sie gut anleitete, würde sie ein sehr brauchbares
Frauenzimmer werden. Natürlich aber müsse die land-
streicherische Alte fort. - Sie würden sich wundern,
wenn Sie unsere Seiltänzerin sähen! Sie ist im
Liegen gewachsen, bei der guten Kost voll und frisch
geworden, und im Hause hat Alles sich an sie ge-

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wöhnt, von der Wirthin bis zu den Kindern der Leuute,
bis zu den Hunden, die sie charmant zu dressiren ver-
steht! Und das ist freilich auch das Einzige, was sie
gelernt hat.?
Die Mutter fragte, ob sie noch so finster aus-
sähe, wie an dem Unglückstage.
,Ihr Ausdruck ist noch immer auffallend schen
und verschlossen, doch scheint sie anhänglich zu sein.
Sie hält sich zu der Magd, zu der Wirthin, die sie
gepflegt haben, wie ein Kind oder wie ein junger
Hund. Es ist das eben, was ich das Instinktive an
ihr nenne. Mir kommt sie ja natürlich selten in den
Weg, aber dann fährt sie auf, und'' -- der Graf
lachte -- ,ich glaube, wenn sie es sich traute, sie
würde wie mein Hektor an mir in die Höhe springen.
Ich brächte sie mit einem Winke wieder auf das Seil,
wenn sie sich darauf halten könnte. Sprechen habe
ich sie kaum noch hören.?
, Und was denken Sie mit ihr zu thuun, Herr
Graf?' erkundigte sich mein Vater.
,Man jagt ja einen Vogel, einen Huund nicht

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fort, wenn er uns ins Fenster geflogen oder zugelaufen
ist, geschweige denn solch ein armes, verwildertes Ge-
schöpf. Ich behalte sie eben noch im Schlosse, denn
sie ist ja auf den Füßen lange noch nicht fest. Jn-
zwischen will ich den Schulmeister kommen lassen und
mit ihm Abrede treffen, daß sie lesen lernt. Sie ist
nach den eingezogenen Erkundigungen im achtzehnten
Jahr, ist, wie die Alte es angegeben, wirklich pro-
testantisch getauft, da muß man zusehen, daß sie doch
auch confirmirt wird, denn das ist noch nicht ges
schehen.''
Und wie der Graf es gesagt hatte, so wurde es
gehalten. Am Neujahrstage kam Franull zum ersten
Mal mit der Wirthschafterin des Grafen nach Banwitz
in die Kirche, und weil viele Leute aus der Gemeinde
dabei gewesen waren, als sie vom Seil gestürzt,
richteten sich alle Augen auf sie, und Viele nickten ihr
gutmüthig zu, obgleich in der großen, schönen, wie
eine anständige Magd gekleideten und schüchtern den
Gruß erwidernden Person die blasse, finstere Seil-
tänzerin kaum noch zu erkennen war.

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Beim Fortgehen aus der Kirche sprach meine
Mutter sie an und ermahnte sie zum Guten. Später
einmal dankte der Graf ihr dafür mit dem Bemerken,
es komme ja für dies Mädchen vor Allem darauf an,
daß man es in Reih und Glied stelle mit den Anderen,
denn bis jetzt bleibe es immer noch in Ausnahme-
zuständen, wie auch in der Kinderlehre, wo es unter
Kindern als Erwachsene wieder eine Ausnahme mache.
Franuull kam von da ab regelmäßig in die Kirche,
die Leute gewöhnten sich an sie, achteten nicht mehr
viel auf sie; nur als sie dann im nächsten Herbste
mit den Anderen eingesegnet wurde, fiel es auf, daß
sie nicht wie sonst die Kleidung der Mägde trug,
sondern einen mehr städtischen Anzug wie die Wirthin,
und man zog daraus den Schluß, daß man sie ganz
im Schlosse behalten, sie zur Hülfe im Hauswesen
benutzen werde, wie es auch geschah.
Wenn man zum Besuch in das Schloß kam, so
traf es sich zuweilen, daß man Franull begegnete.
Einmal, als wir uns schon oben im Vorsaal befanden
und der Graf uns entgegenkam, trat Franull aus

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einer Seitenthür mit einem Korb voll Erdbeeren
herein. Ich rief sie an, trotz des Grafen Gegenwart,
und fragte, wie es ihr gehe.
,Schön Dank! junger Herr! ich bin gesund und
hab's, ach, so gut!''
,Du hast ja ordentlich sprechen gelernt !'' bemerkte
meine Mutter, und ohne daß man es Franull geheißen,
küßte sie meiner Mutter, dann rasch dem Grafen die
Hand, der ihr auf die Backe klopfte, und danach
machte sie sich davon.
Meine Mutter war ganz verwundert über sie.
Das entging dem Grafen nicht. ,Ja !'' sagte er, ,an
dem Mädchen kann man sehen, was rechtzeitige Ver-
pflanzung für das Gedeihen thun kann, wo ein guter
Keim vorhanden. Ich versichere Sie; ich habe wirk-
lich Freude daran, es zu beobachten, wie sie vorwärts
kommt, wie sie ein ganz anderer Mensch geworden ist;
und ich frage mich oftmals, wie es möglich gewesen,
daß sie bei dem elenden Landstreicherleben, das sie
von je geführt, nicht zu Grunde gegangen ist.? -
Auf der Heimfahrt am Abende sprachen die


Mutter und Doktor Hartusius über Franull und über
den Grafen, und die Mutter sagte, es sei merk-
würdig, wie das Leben oft den Menschen durch Er-
eignisse zu wandeln wisse, von denen man das durch-
aus nicht vorhersehen könne. Seit der Graf die Sorge
für Franull, für irgend ein Menschenwesen, wirklich
über sich selber genommen, sei er wie erlöst von dem
Bann der Abgeschlossenheit, in welchen die Treulosig-
keit seiner Frau ihn versetzt; und es müsse ja auch
wirklich ein Vergnügen sein, das schöne Geschöpf, die
Franull, um sich zu sehen.
,Das ist'e !'' meinte der Vater, ,sie ist zu schön!
Wir werden ja sehen, wie der Hase läuft!'' -- Ich
verstand damals nicht, was er damit meinen konnte,
aber eben deshalb fiel mir an dem Abende die Redens-
art auf, die der Vater auch sonst wohl gebrauchte,
und sie blieb mir im Gedächtniß.
Seit der Vater die Domäne gepachtet hatte,-
waren unmerklich allerlei kleine Veränderungen in
unserem häuslichen Leben eingeführt, so daß es weniger
einförmig und belebter geworden war als vordem.


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Den Vater führten seine Geschäfte jetzt mehrmals
im Jahre nach Bernau und nach Berlin, wir wurden
dann bisweilen mitgenommen. Die Beamten, mit
welchen er in Bernau zu thun hatte, unsere Berliner
Verwandten, welche wir auf die Weise öfter wieder
sahen, kamen auch häufiger zu uns hinaus, und es
wurde, wie es dem Vater bei seinen Verhältnissen
wohl anstand und der Mutter gefiel, ein breites Leben
und ein gastfreies Haus geführt; der Graf aber nahm
keine Einladung zu den Gastgeboten an, obschon sein
Verkehr mit meinen Eltern immer vertrauter geworden
war, und beide ihn als ihren Freund betrachteten und
hielten. Er besprach mit ihnen, das hörte ich, viele
seiner Angelegenheiten, aber von Franull war nicht
mehr wie vordem die Rede; und das würde mir
vielleicht nicht aufgefallen sein, trotz der neugierigen
Aufmerksamkeit, die mir so wenig wie anderen Kindern
fehlte, hätte ich sie nicht auch in der Kirche vermißt.
Als ich der Mutter einmal während des Singens
sagte:,DDie Franull ist ja wieder nicht da!''- sprach
sie leise:,DDie Großmutter ist neulich im Armenhause

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gestorben.?-- ,Cber dann geht man doch erst recht in
die Kirche !'' wendete ich ein. Die Mutter tadelte mich,
daß ich während des Gottesdienstes spreche und ich
schwieg also. Als ich jedoch nach der Kirche, im Fortgehen,
mit der gleichen Bemerkung wieder kam, wies sie mich,
gegen ihre sonstige Gewohnheit, kurz zurück. -,Was
gehen Dich des Herrn Pathen Leute und die Franull.
an!'' sagte sie. ,Vielleicht hat er sie fortgeschickt.!

Das war im Sommer, und die Manöver waren
wieder einmal in unserer Gegend, also Leben und
Bewegung überall und Einquartierungen in allen
Dörfern, und Offiziere in allen Gutshäusern und in
allen Schlössern. Es gab viel Herüber und Hinüber
zwischen Dambow, Schönfelde und der Domäne, in
welcher der Stab der Zieten'schen Husaren lag, unter
Führung von des Grafen früherem Regiments-
Chef, und mein Vater hatte als Rentmeister von der
Domäne dem General dort die Honneurs zu machen.
Der General war dadurch auch unser Gast in Schön-
felde, des Grafen Gast in Dambow geworden, und
als er einmal bei uns gespeist hatte, und ich im Zimmer
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sein dürfen, während man den Kaffee einnahm, hörte
ich, wie er, von dem Grafen redend, mit Lachen hin-
zuufügte, in aller seiner Menschenverachtung und Ein-
samkeit habe er sich, wie es heiße, doch getröstet.
Die Eltern sprachen nach wie vor mit großer
Freundschaft von dem Grafen; aber es ging Etwas
vor, das hatte ich gemerkt. Es war Etwas anders-
geworden, und so viel hatte ich heraus, daß ich nicht
danach fragen sollte.
Da, als die Manöver längst vorüber waren, im
Herbst, wenige Tage nach meinem elften Geburtstage,
zu Ende Oktober - es war ein rauher, grauer und
so stürmischer Tag, daß die Aeste an den großen
Ulmen vor unserem Hause knarrten und knackten und
die letzten Blätter in wildem Wirbel durch die Luft
gejagt wurden, da trug der Wind das Glockengeläute
von der Kirche in Banwitz zu uns herüber, und wie
ich an das Fenster trete, sehe ich von Dambow her
ein Begräbniß herankommen. -- Ich, schnell hin-
unter!- Sie sind mit dem Sarge gerade vor unserem
Gartenthor. Ich mache es auf und frage: ,Wer ist

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denn da gestorben?- denn ein Begräbniß kommt
auf dem Lande nicht so alltäglich wie in der Stadt
vor, daß man es gleichgültig wie anderes Transport-
fuhrwerk an sich vorüberziehen sieht.
,Wer gestorben ist?? -- wiederholte der eine
der Träger: ,Das Franenzimmer vom Schloß! die
Franuull!'' -- und damit gehen sie ihres trauurigen
Weges weiter.
Ich fuhr erschreckend zusammen und hatte nichts
Eiligeres zu thun, als mit dieser Nachricht zu Doktor
Hartusius zu laufen, der sie mit einer mir auffallenden
Gleichgültigkeit hinnahm.-- ,Wissen Sie noch, Herr
Doktor, wie wir sie damals auf dem Seile gesehen
haben?' fragte ich, ,und wie schön sie aussah !''
, Freilich,'' gab er mir zurück. ,Es sind nun
vier Jahre her und etwas darüber !'' Und als ob ihn
die Erinnerung milder stimmte, sezte er hinzu: ,Schade
um sie!?'
Auch beim Mittagessen wurde über den Tod
Franulls, als ich ihn auf das Tgpet gebracht, rasch
hinweggegangen, und die Eltern hatten doch sonst
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immer ein Herz für die Leute von den Dörfern, und
die Mutter hatte sich doch für Franull interessirt und
sich an ihr gefreut. Was konnte geschehen sein, was
konnte sie verbrochen haben, daß man es mit solcher
Geflissentlichkeit vermied, von ihr zu reden? Es ging mir
im Kopf herum. Ich wendete mich, da ich von den
Anderen keine Antwort erhielt, fragend an Jeanette.
Mamsell Jeanette war meine Bonne gewesen, ein
braves, nicht mehr junges Mädchen von der Kolonie,
das man im Hause behalten, und das zu einer Ver-
trauensperson geworden war. Sie behauptete Nichts
zu wissen, es stürben ja in jedem Herbste vieleMenschen;
und da der Vater uns bald darauf wieder nach Berlin
mitnahm, wo wir dies Mal länger als gewöhnlich
verweilten, kam mir die Sache aus dem Sinn.
Als wir dann nach Hause zurückgekehrt waren,
packte meine Mutter mit Mamsell Jeanette die Koffer
aus, und sie hatte mich herbeigerufen, damit ich die
Bücher in Empfang nehmen sollte, welche man in
Berlin für mich gekauft.
-- ,Was hat es hier Neues gegeben in unserer-
z= .-.eaasa===s==zsKP

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Abwesenheit?'' fragte die Mutter, während Jeanette
ihr half, ihre Sachen zu ordnen.
,Das Neueste,' berichtete Jeanette, ,das Neueste
ist, daß der Herr Graf von Dambow das Kind von
der Franull in Banwitz mit den Namen seiner Mutter,
Franziska Wizkowich, hat taufen lassen, und daß er
es bei sich im Schloß behält. Da gerade keine nährende
Frau unter den Leuten zu finden war, hat er die Frau
von dem Grenwitzer Hirten als Amme in das Schloß
genommen.''
Die Mutter machte, mit einem Blick auf mich,
eine tadelnde und abwehrende Bewegung; es war aber
zu spät. Ich hatte Alles gehört und fuhr mit der
Frage dazwischen:,Das Kind von der Franull? Die
hat ja keines gehabt!''
,Sie hat eines bekommen in der Nacht, in welcher
sie gestorben ist!'' sagte die Mutter, ging hinaus, hieß
Mamsell Jeanette ihr zu folgen, und=-'
,Josias, das war Deine Franull!'' fiel ich ihm,
ich möchte sagen jubelnd, in die Rede.
, Ia, das war sie! Das ist sie!'' sprach er mit
l

- Jaaaeau